Tom sah Damiano an. Eine halbe Stunde war vergangen seit Semir mit Weißer weg gefahren war. „Verdammt!“ stieß er aus. Damiano lächelte. „Wir sollten anfangen uns zu überlegen, was wir unternehmen.“ meinte er. „Ja wenn wir raus sind.“ Fauchte Tom wütend. „Dann gehen wir eben raus…“ lachte der Mafiaboss und öffnete die Tür. Tom sah ihn erstaunt an. „Was soll das für ein Spiel sein?“ wollte er wissen. „Kein Spiel. Diesen Raum habe ich für gute Freunde einrichten lassen. Leon hatte Recht, ich wollte eigentlich Gerkhan hier unter Druck setzen, mir das Geld zurück zu geben. Also als ich dachte, er hätte es. Doch als ich von den Schlägern erfuhr, wusste ich, dass er es nicht war. Mit den Schlägern hab ich nichts zu tun.“ beteuerte der Mann wieder. Tom nickte. „Mein Kollege hat die Stimme von diesem Weißer also wirklich erkannt. Gut… dann überlegen wir mal, wo er Ihre Tochter hingebracht hat. Wüssten Sie einen Ort?“ fragte Tom. Damiano nickte. „Es gibt drei Häuser die ihm gehören. Alle schön abgelegen. Dort denke ich wird er sie festhalten. Vermutlich zusammen mit seinem schwachsinnigen Bruder Ludwig.“ erklärte Damiano. „Gut… dann fahren wir mal da hin.“
„Hier rechts!“ befahl Weißer. Semir bog ab. Die Fahrt endete auf einem kleinen Grundstück mit Häuschen. Gemütlich, dachte Semir. „Aussteigen!“ befahl Weißer. Semir stieg aus. Er wollte erst einmal gute Mine zum Bösen Spiel machen. Vielleicht brachte Weißer ihn zu dem Mädchen. „Vorwärts!“ stieß Weißer aus und gab Semir einen Stoß in den Rücken. Semir hob die Hände und ging langsam auf das Haus zu. „Die Tür auf!“ schrie Leon ihn an. Auch das machte Semir ohne auch nur etwas Gegenwehr zu leisten. „Die Treppe runter!“ folgte der nächste Befehl. Und dann ein „Tür auf und rein da!“ Semir tat es. Die Tür fiel wieder ins Schloss. Semir hörte in dem dunklen Raum ein leises Weinen. „Melissa?“ fragte er. „Wer sind Sie?“ war die schluchzende Antwort. „Ein Freund deines Vaters. Nur keine Sorge. Ich bin Polizist. Komm zu mir…“ beruhigte Semir das Mädchen. Tatsächlich kam sie zu ihm. Ihr weißes Kleid war dreckig. „Alles okay?“ fragte er und musterte das Mädchen. Sie nickte. „Soweit schon. Ich will hier raus…“ erklärte sie leise. Sie fing an zu weinen. Semir ging zu ihr und nahm sie in den Arm. Er streichelte dem Mädchen über die Haare. „Ja ich auch… Willst du mal ein richtiges Abenteuer erleben?“ kam lachend die Frage von Semir, die dazu diente dem Mädchen die Angst zu nehmen. „… wenn es uns hilft hier weg zu kommen…“ nickte sie schon ruhiger. „Also gut…. Du wirst alles tun, was ich sage und ich bringe dich zu deinem Vater zurück.“ sagte Semir. Melissa nickte.