Semir kam in der Klinik an. Er hatte Kopfschmerzen und fühlte sich elendig. Als er in Bens Zimmer kam, schlief dieser bereits wieder. Semir ging zu Kim und Arko, die bei Dr. Voedanli im Büro saßen und Kaffee tranken. „Oh…Semir… was ist mit Dr. Laufsiedler?“ wollte Kim wissen. „Auf der Wache. Die Kollegen haben sie mitgenommen. Ich werde sie morgen verhören. Was ist mit Ben? Dr. …. ich habe Kopfschmerzen… und mir ist übel…“ beklagte Semir sich. Dr. Voedanli überprüfte den Blutdruck. Er war leicht erhöht. „Das ist vermutlich eine Nebenwirkung von dem Gegengift. Sie sollten sich etwas hinlegen. Aber bitte vorher einen starken Kaffee trinken. Ich habe gerade einen gemacht. Die Kollegen meinen es ist besser als jedes Gegengift. Ihrem Kollegen geht es übrigens sehr viel Besser. “ lachte der Arzt. Semir ließ es sich nicht zweimal sagen und nahm einen Becher. „Wissen Sie, ich verstehe nicht, dass eine Ärztin und Forscherin so tief sinken kann und illegale Tests macht. Ich meine damit schadet sie sich doch selbst und hilft niemanden. Bei Herrn Jäger wäre es ja sogar fast tödlich verlaufen. Er hätte sterben können und sie hat es in Kauf genommen.“ meinte der Arzt leise. Semir nickte, er nahm einen großen Schluck und verzog das Gesicht. „ Der ist wirklich verdammt stark. Die Hintergründe sind vermutlich der Tod der Mutter und der Schwester. Sie wollte helfen, aber sie hat sich irgendwie verkalkuliert. Ich weiß mittlerweile dass Ben vor einigen Monaten hier auf der Ambulanz durch Frau Dr. behandelt wurde, als er angeschossen war. Ich war zu der Zeit in Urlaub und wusste es nicht. Sie hat ihm Tetanus verabreicht und ich vermute, dass er dabei mit den Viren infiziert wurde. Unten im Keller hat sie alles aufgeschrieben.“ erklärte Semir und trank seinen Kaffee. Er tat ihm gut. „Wo ist Andrea?“ harkte er dann nach. „Sie ist nach Hause… die Kleine war allein und sie wollte schnell zurück.“ kam als antwort von Kim. Semir nickte und sah dann Arko an. „Danke noch mal… ich meine wegen der Schlange…“ lächelte Semir. „Tut mir Leid, dass ich es nicht verhindert habe, dass sie gebissen hat.“ gab Arko von sich. „Na… vermutlich hätte sie mich eh gebissen. Schon ekelig so ein Tier auf der Haut zu spüren.“ meinte Semir nur. Arko konnte das sehr gut nachvollziehen.
Am nächsten Morgen befasste Semir sich mit Dr. Anita Laufsiedler. „sie haben Ben mit dem Malaria angesteckt, als er bei Ihnen war ist doch so, oder?“ fragte er. Anita schwieg. „Frau Laufseidler…. Sie können Ihre Situation nur verbessern, wenn Sie mit uns zusammen arbeiten. Es könnte sich positiv auf Ihre Strafe auswirken. Warum haben Sie das getan? War Ben ein willkürliches Opfer? Gibt es noch mehr Infizierte? Haben Sie Ben außerdem noch etwas gegeben? Vielleicht während ich mich mit Ihrer Schlange vergnügt habe?“ versuchte Semir etwas aus ihr heraus zu bekommen. Doch die Ärztin schwieg eisern. „Mit Ihrem Schweigen tun Sie sich gar keinen Gefallen. Aber gut…. Die Anklage wird auf zweifachen Mordversuch und illegale Medikamententests lauten. Solche Akteneinträge sind nicht gerade nett. Vermutlich werden Sie nicht einmal mehr als Sprechstundenhilfe oder Krankenpflegerin arbeiten können. Aber das sollte Sie nicht interessieren. Denn zunächst werden Sie für einige Jahre im Knast verbringen.“ zählte er auf. Anita sah ihn an. „Verstehen Sie mich denn nicht? Ich wollte den Menschen helfen. Denen, die an Malaria Tropica sterben. Jedes Jahr sind es 400 Leute in Afrika. Die Schlange hätte Sie nicht töten können. Und Herr Jäger wäre nicht gestorben. Also können Sie den Mordversuch nicht bekräftigen. Ich wollte doch nur ein Heilmittel gegen Malaria Tropica haben. Herr Jäger war nie in wirklicher Gefahr. Ich hatte doch alles im Griff… Ich …“ versuchte sie sich zu rechtfertigen. „Wenn ich ihn nicht gefunden hätte, dann wäre er sehr wohl gestorben. Das Mittel hat überhaupt nicht gewirkt und das mit der Schlange ist eh nur eine Nebensache. Sie wandern ein… ich denke mal zwanzig Jahre sind auf jeden Fall drin. Vielleicht werden Sie dann ja auf freien Fuß kommen und nach Afrika gehen dürfen. In Deutschland werden Sie nie wieder als Ärztin arbeiten können. Dafür wird Dr. Voedanli schon sorgen.“ kam verächtlich von Semir. „Haben Sie meinem Partner noch etwas gespritzt?“ harkte er erneut nach. Anita schüttelte leicht den Kopf. Er ließ die Ärztin abführen.