Beiträge von Elvira

    Semir kam in der Klinik an. Er hatte Kopfschmerzen und fühlte sich elendig. Als er in Bens Zimmer kam, schlief dieser bereits wieder. Semir ging zu Kim und Arko, die bei Dr. Voedanli im Büro saßen und Kaffee tranken. „Oh…Semir… was ist mit Dr. Laufsiedler?“ wollte Kim wissen. „Auf der Wache. Die Kollegen haben sie mitgenommen. Ich werde sie morgen verhören. Was ist mit Ben? Dr. …. ich habe Kopfschmerzen… und mir ist übel…“ beklagte Semir sich. Dr. Voedanli überprüfte den Blutdruck. Er war leicht erhöht. „Das ist vermutlich eine Nebenwirkung von dem Gegengift. Sie sollten sich etwas hinlegen. Aber bitte vorher einen starken Kaffee trinken. Ich habe gerade einen gemacht. Die Kollegen meinen es ist besser als jedes Gegengift. Ihrem Kollegen geht es übrigens sehr viel Besser. “ lachte der Arzt. Semir ließ es sich nicht zweimal sagen und nahm einen Becher. „Wissen Sie, ich verstehe nicht, dass eine Ärztin und Forscherin so tief sinken kann und illegale Tests macht. Ich meine damit schadet sie sich doch selbst und hilft niemanden. Bei Herrn Jäger wäre es ja sogar fast tödlich verlaufen. Er hätte sterben können und sie hat es in Kauf genommen.“ meinte der Arzt leise. Semir nickte, er nahm einen großen Schluck und verzog das Gesicht. „ Der ist wirklich verdammt stark. Die Hintergründe sind vermutlich der Tod der Mutter und der Schwester. Sie wollte helfen, aber sie hat sich irgendwie verkalkuliert. Ich weiß mittlerweile dass Ben vor einigen Monaten hier auf der Ambulanz durch Frau Dr. behandelt wurde, als er angeschossen war. Ich war zu der Zeit in Urlaub und wusste es nicht. Sie hat ihm Tetanus verabreicht und ich vermute, dass er dabei mit den Viren infiziert wurde. Unten im Keller hat sie alles aufgeschrieben.“ erklärte Semir und trank seinen Kaffee. Er tat ihm gut. „Wo ist Andrea?“ harkte er dann nach. „Sie ist nach Hause… die Kleine war allein und sie wollte schnell zurück.“ kam als antwort von Kim. Semir nickte und sah dann Arko an. „Danke noch mal… ich meine wegen der Schlange…“ lächelte Semir. „Tut mir Leid, dass ich es nicht verhindert habe, dass sie gebissen hat.“ gab Arko von sich. „Na… vermutlich hätte sie mich eh gebissen. Schon ekelig so ein Tier auf der Haut zu spüren.“ meinte Semir nur. Arko konnte das sehr gut nachvollziehen.

    Am nächsten Morgen befasste Semir sich mit Dr. Anita Laufsiedler. „sie haben Ben mit dem Malaria angesteckt, als er bei Ihnen war ist doch so, oder?“ fragte er. Anita schwieg. „Frau Laufseidler…. Sie können Ihre Situation nur verbessern, wenn Sie mit uns zusammen arbeiten. Es könnte sich positiv auf Ihre Strafe auswirken. Warum haben Sie das getan? War Ben ein willkürliches Opfer? Gibt es noch mehr Infizierte? Haben Sie Ben außerdem noch etwas gegeben? Vielleicht während ich mich mit Ihrer Schlange vergnügt habe?“ versuchte Semir etwas aus ihr heraus zu bekommen. Doch die Ärztin schwieg eisern. „Mit Ihrem Schweigen tun Sie sich gar keinen Gefallen. Aber gut…. Die Anklage wird auf zweifachen Mordversuch und illegale Medikamententests lauten. Solche Akteneinträge sind nicht gerade nett. Vermutlich werden Sie nicht einmal mehr als Sprechstundenhilfe oder Krankenpflegerin arbeiten können. Aber das sollte Sie nicht interessieren. Denn zunächst werden Sie für einige Jahre im Knast verbringen.“ zählte er auf. Anita sah ihn an. „Verstehen Sie mich denn nicht? Ich wollte den Menschen helfen. Denen, die an Malaria Tropica sterben. Jedes Jahr sind es 400 Leute in Afrika. Die Schlange hätte Sie nicht töten können. Und Herr Jäger wäre nicht gestorben. Also können Sie den Mordversuch nicht bekräftigen. Ich wollte doch nur ein Heilmittel gegen Malaria Tropica haben. Herr Jäger war nie in wirklicher Gefahr. Ich hatte doch alles im Griff… Ich …“ versuchte sie sich zu rechtfertigen. „Wenn ich ihn nicht gefunden hätte, dann wäre er sehr wohl gestorben. Das Mittel hat überhaupt nicht gewirkt und das mit der Schlange ist eh nur eine Nebensache. Sie wandern ein… ich denke mal zwanzig Jahre sind auf jeden Fall drin. Vielleicht werden Sie dann ja auf freien Fuß kommen und nach Afrika gehen dürfen. In Deutschland werden Sie nie wieder als Ärztin arbeiten können. Dafür wird Dr. Voedanli schon sorgen.“ kam verächtlich von Semir. „Haben Sie meinem Partner noch etwas gespritzt?“ harkte er erneut nach. Anita schüttelte leicht den Kopf. Er ließ die Ärztin abführen.

    „Du entkommst mir nicht… nicht auf meiner Strecke… Halt besser an!“ drohte Semir wütend und hielt mit dem Wagen das Tempo. Die Ärztin schien ziemlich unbeherrscht. Sie zog von einem Streifen zum Anderen. Überholte wild links und rechts. Semir ließ sich nicht abhängen. Er hatte mehr Erfahrung bei solchen Fahrten. Und er holte auf. Immer näher kam er ihr und überholte sie. Er versuchte sie vorsichtig an die Leitplanke zu drängen. Als sie die Leitplanke das erste Mal touchierte, sah er wie sie weinte. Aber es war eindeutig Wut die aus ihr sprach. „HALT AN!!“ schrie er wiederum. Obwohl er genau wusste, dass sie ihn nicht hörte. Sie befreite sich und gab ihm nun einen Stoß. Wieder schaffte sie einen kleinen Vorsprung. Semir sah dass sie nicht mehr lange durchhalten würde und wagte erneut einen Vorstoß. Diesmal berührte er sie an der Schnauze. Der Wagen von Anita Laufsiedler geriet ins Schleudern. Er drehte sich, blieb aber auf den Rädern stehen. Wie im Karussell wurde der Wagen herum geschleudert. Dann kam er endlich zum stehen. Semir hielt an und sprang aus dem Wagen. Mit gezogener Waffe zog er die Tür auf. „Endstation!“ fauchte er und zerrte die Frau aus dem Wagen. „und nun werden wir uns mal ganz intensiv unterhalten. Sie sind verhaftet wegen zweifachen Mordversuch!“ fauchte er sie wütend an. Er legte ihr die Handschellen an und brachte sie zu seinem Wagen. Dann rief er eine Streife um sie abführen zu lassen. Er selbst fuhr zur Klinik zurück.

    Andrea und Kim gingen zu Ben. Dieser lag im Bett und schlief. Er wurde jedoch wach, als die beiden Frauen eintragen. „hallo… Chefin… Andrea…“ sagte er schwach. „Hallo Ben. Wie geht es Ihnen?“ fragte Kim. „Danke… es wird schon. Ich bin immer noch sehr schwach und fühl mich elendig… Wo ist Semir?“ wollte Ben wissen. „Er kommt sicher gleich. Muss nur eben eine Ärztin verhaften.“ Meinte Andrea lakonisch. „Eine Ärztin? Warum?“ wollte Ben sofort wissen, doch Dr. Voedanli unterbrach. „Er braucht Ruhe. Seine Temperatur ist sehr gut zurück, aber jede Aufregung führt zu einem Rückfall.“ ermahnte er die Besucher und schob sie raus. Auf dem Flur sah er die beiden Frauen an. „Verstehen Sie mich nicht falsch, aber ich denke jetzt wo Dr. Laufsiedler nicht mehr da ist wird er sicher schneller gesund werden. Denn nun bekommt er nur noch Medizin, die ihm hilft. Ich kann mich nur für die Kollegin entschuldigen.“ erklärte er. Kim sah ihn an. „Sie wussten es ja nicht. Ich denke Herr Gerkhan wird sie schon bekommen. Vor ihm ist niemand sicher.“ meinte Kim. Andrea sah auf die Uhr. „Ich muss nach Hause… meine Tochter… sie ist allein.“ sagte sie und verschwand. Kim sah ihr hinterher.

    Sehr schön Bexx....

    Thomas Gerner sah Semir zweifelnd an. "Sie wollen, dass ich mich als Torben ausgebe? Ich soll mich dort einschleichen? Ich weiß nicht einmal wo er steckt..." stöhnte er. "Wir haben es uns so gedacht, dass Sie ihn anrufen und..." fing Semir an. "Das ist doch absurd. Mein Bruder ist eiskalt. Er hat Georg umgebracht um seinen Tod vorzutäuschen. Er wird mich eiskalt umlegen. Ich habe nie einen guten Draht zu ihm gehabt." erklärte Thomas und zog nervös an seiner Zigarette. "Herr Gerner bitte.... Sie sind unsere einzige Hoffnung. Bitte..." flehte Semir. "Ich würde Ihnen gern helfen, aber ich kenne nicht einmal seine Handynummer, geschweige denn wo er sich aufhält." gab Thomas zu. Semir sah zu Mark. "Ich befürchte es war kein guter Plan. Wie sollen wir nur an ihn herankommen?" fragte Semir leise.

    Jan sah Sven an. "Was wollten Sie von mir?" fragte er direkt. "Ich verstehe nicht was Sie meinen." gab Sven kühl zurück. "Sie sind mir eine ganze Weile gefolgt. Warum?" harkte Jan nach. "Wir sind IHnen nciht gefolgt. Ich habe ... ich wollte... meine Schwester besuchen. Sie wohnt dort in der Straße wo man uns festgenommen hat." erklärte Sven flüchtig. "Ja sicher.... und die wohnt auch in der Hausmannstrasse, wo ich zuerst gefahren bin, nicht wahr, und an der Reeperbahn auch.... schon klar. Kommen Sie mir nicht so!" fauchte Jan ihn an. Sven sah ihn fest an. "Es ist aber so... es war nur Zufall..." kam nun von Sven. "Klar doch... es war Zufall, dass wir eine Waffe bei IHnen gefunden haben, Und Chloroform... Handschellen.... Was hatten Sie damit vor? Wollten Sie jemanden entführen und dann Lösegeld erpressen? Für wen arbeiten Sie? " schoss Jan die Fragen ab. Sven schwieg. Jan sah ihn noch eine Weile an und dann stöhnte er auf ."Gut... Sie sagen nichts mehr. Dann werde ich mich eben mit Ihrem Kollegen unterhalten. Der ist vielleicht sogar gesprächiger. Denn er ist sehr bekannt bei uns." grinste Jan und erhob sich. Jan ging in den nächsten Raum wo Harald am Tisch saß und nervös mit den Fingern klopfte. "So... dann fangen wir mal an." meinte Jan und ließ sich gegenüber auf den STuhl fallen. "Was wollen Sie? Ich habe nichts getan..." verteidigte Harald sich sofort. "Ja sicher... ich frage mich nur, warum Ihr Freund dann sagt, dass Sie der Drahtzieher sind und er nur ein kleiner Befehlsempfänger..." versuchte Jan. "WAS? Das ist nicht wahr! Er hat mich angeheuert! Ich wollte erst nicht aber ich brauche das Geld was Gerner zahlt..." schrie Harald laut durch den Raum. "Was war der Auftrag?" harkte Jan sofort nach. Doch nun schien Harald sich wieder gefasst zu haben. Er lachte leise. "Sie wollen mich rein legen... nee... nicht mit mir... Ich will einen Anwalt!!" forderte der Mann.

    Na da Elina so lieb betteln kann... hier noch ein STückchen....

    Dr. Voedanli zog das Gegengift auf. Er wusste nicht wie oft der Mann gebissen wurde, aber er wusste, dass egal ob es ein Biss oder mehr waren, sofort medizinische Hilfe angesagt war. „Machen Sie schon…. Das Gift braucht nicht lange um zu wirken!!“ ermahnte er den Schlangenbändiger. Dieser ließ die Schlinge nun um den Kopf der Schlange sinken und zog sie zu. Dann riss er mit einer heftigen Bewegung das Tier von Semir weg der sich entspannte. Sofort war Voedanli da und setzte Semir die Spitze. Anschließend löste er die Fesseln. „ich nehme Ihnen gleich etwas Blut ab um zu sehen wie viel Gift Sie in sich haben… Bis dahin bleiben Sie bitte ganz ruhig liegen, okay?“ fragte er und überprüfte Semirs Funktionen. Dieser nickte nur. Sein Atem ging sehr heftig. Was den Dr. noch mehr unter Druck setzte. Das Gift einer Königskobra wirkt in der Regel innerhalb zwanzig Minuten. „Ganz ruhig… das Gegengift wirkt gleich. Ich nehme Ihnen jetzt Blut ab.. bleiben Sie einfach liegen.“ bat der Doktor. Voedanli zog ihm Blut raus und machte eine Schnellanalyse. Nur wenige Augenblicke später stand fest, dass die Schlange keine Giftzähne mehr hatte. Der Biss war schmerzhaft aber nicht tödlich. Dr. Voedanli verband die kleine Bisswunde und schon war Semir auf den Beinen. Er fluchte wie ein Rohrspatz. „Wo ist diese miese kleine….“ fauchte er wütend. Kim sah ihn an. „Wer?“ fragte sie. „Dr. Anita Laufseidler… sie hat Ben absichtlich infiziert um ihre Forschung durchzudrücken…“ gab er zu verstehen. Dr. Voedanli sah ihn erschrocken an. „Damit ist sie ihre Approbation auf jeden Fall los. Sie wird nie wieder irgendwo arbeiten… Dafür werde ich sorgen!“ sagte er wütend und brachte Semir zu Ben ins Zimmer. „Das Gegengift schädigt Sie nicht. Aber Sie sollten sich trotzdem etwas hinlegen. Schon allein um den Kreislauf wieder ins normale zu bekommen.“ erklärte er. „Ich lege mich hin, wenn ich sie habe.“ meinte Semir nur. Und genau in diesem Augenblick kam Anita um die Ecke. Sie blieb erschrocken stehen, drehte dann um und rannte los.

    Anita blieb für einen Augenblick der Atem stehen, als sie Semir sah, der von dem Kollegen gestützt wurde. Doch die Starre hielt nicht lang. Sie machte kehrt und rannte aus dem Gebäude. Ihr Wagen stand direkt vor der Tür und sie startete ihn mit fahrigen Fingern. Sie sah im Rückspiegel wie auch der verdammte Polizist aus dem Haus stürmte, in sein Auto sprang und die Verfolgung aufnahm. „Verdammt!!“ fauchte sie wütend und trat das Pedal durch. Sie musste nur die Autobahn erreichen. Dann war sie in Sicherheit… nur die Autobahn…, dachte sie und achtete kaum auf die Verkehrsregeln und verursachte bereits hier einige Autounfälle. Doch der Polizist ließ sich dadurch nicht beirren und verfolgte sie weiter. „Lass mich doch in Ruhe!!“ schrie sie wütend und Tränen flossen. Tränen der Wut. Dann endlich erreichte sie die Autobahn. Sie gab nun Vollgas und hoffte dass der Bulle sich endlich zurück fallen ließ, doch dem war nicht so. Er kam immer näher. Anita trommelte wütend auf dem Lenkrad. „Hau ab! Verschwinde endlich!!“ schrie sie wütend. Irgendwie schien sie nicht von der Stelle zu kommen. Wieder warf sie einen Blick in den Rückspiegel. Da war er… Gott wieso gab er nicht auf. Er wird sie nicht bekommen…. Nicht lebend…, schwor sie sich.

    Kim brauchte nicht viel Zeit um einen Schlangenexperten aufzutreiben, denn der lag neben ihr im Bett. „Arko… Schnell ich brauche deine Hilfe…“ sagte sie. Ihr Freund sah sie an. „Was ist denn….?“ Kam verschlafen von ihm. „Mein Kollege… er wird von einer Königskobra bedroht…“ erklärte sie mit wenigen Worten. Sofort schoss Arko hoch. „Eine Königskobra? Wo?“ wollte er dann nur wissen. „In der Uniklinik. Er scheint dort gefangen gehalten zu werden und seine Frau sagte mir, dass eine Kobra ihn bewacht…“ erklärte sie weiter. Arko zog sich schnell an und nahm sein Werkzeug mit. „Komm…. Jedes Warten kann verdammt üble Folgen haben.“ sagte er und zog sie aus der Wohnung. Kim schnappte noch ihren Schlüssel und dann fuhren sie zur Klinik. Dort angekommen wurden sie von dem Wachpersonal zunächst aufgehalten. Geduldig erklärte Kim was anlag. Etwas ungläubig ließ sie das Personal dann in den Keller. „Semir!!“ rief Kim als sie unten waren. Es kam keine Antwort. „Also gut… wir müssen in jeden Raum nachsehen…“ sagte sie zu ihrem Freund und testete die erste Tür. Sie war verschlossen. Der Schlüssel steckte und Kim drehte ihn. Langsam öffnete sie die Tür. Doch dahinter war nichts. So ging es auch an der nächsten Tür. „Kim! Ich glaub ich hab ihn!“ hörte sie Arko plötzlich rufen. Sie ging hin. Zunächst sah sie nur ein Labor doch davon ging noch ein Raum aus. Arko drückte die Klinke auf und erschrak als er das Licht anmachte. Tatsächlich lag Semir dort am Boden. „Semir!?“ rief Kim fragend. Arko hob die Hand. „Bleib hier stehen… ich versuche sie erst mal von ihm weg zu bekommen..“ sagte er und überlegte wie er weitermachen sollte.

    Andrea kam ebenfalls im Krankenhaus an und erklärte dem Wachpersonal die Situation. Doch als sie im Keller sah, dass Kim bereits da war rannte sie sofort hin. „Andrea! Gehen Sie auf die Station wo Ben liegt und besorgen Sie uns einen Arzt mit einem Gegengift von Kobragift… Schnell. Wir wissen nicht ob er gebissen wurde, aber wenn müssen wir schnell handeln!“ rief sie ihr entgegen. Andrea machte kehrt und ging auf die Station. Nur kurz darauf war sie mit Dr. Voedanli vor Ort. „Ich hoffe nur, dass wenn er gebissen wurde noch nicht all zu lange her ist…“ ermahnte der Arzt und sah wie Arko versuchte die Kobra von Semirs Körper zu locken. Doch die Schlange schien den Körper als neues Domizil vorgesehen zu haben. Sie rührte sich kein Stück. „Semir? Hören Sie mich?“ fragte Kim. Von Semir kam ein leises „mmmhhh…“ aus dem man die Angst vor dem Reptil nahezu hörte. „Ganz ruhig… ich versuche das Tier von Ihnen zu ziehen. Bewegen Sie sich nicht..“ erklärte Arko und machte seine Schlinge bereit. Er testete ob sie funktionierte und führte sie langsam an den Kopf der Kobra. Die Schlange richtete sich auf und fauchte regelrecht die Angreifer an. Semir zuckte zusammen und die Schlange schoss zu ihm runter. Ein Schrei entfuhr ihm. „SEMIR!!“ schrie Andrea. „Ganz ruhig… ich hab es gleich… sind Sie gebissen worden?“ wollte Arko wissen. Diesmal kam ein Stöhnen welches wohl „ja“ bedeuten sollte. „Okay… ich hab sie gleich… dann bekommen Sie das Gegengift. Ganz ruhig… ganz ruhig….“ ermahnte und beruhigte Arko ihn gleichzeitig.

    Verdammt..... jetzt haben sie ihn doch und den Alten Griesgram getötet? So kannst du es aber nicht machen... Chris.... dieser Wolkenhaupt ist ja wohl absolut das letzte und seine Männer könnte ich..... du weißt schon was..... boah... und das an so einem schönen Sonnentag....

    Andrea ging müde an ihr Handy. „Hallo….“ sagte sie verschlafen. „Andrea…! Ich brauche Hilfe..“ hörte sie Semirs Stimme. „Semir!!! Wo bist du?“ sofort war sie hellwach. Doch sie bemerkte auch, das Semir keine Pause beim Reden machte. Sie horchte und erschrak als er sagte, dass er von einer Kobra überwacht wurde. Andrea schlüpfte aus dem Bett und ging zu ihrem Festnetzapparat und wählte Kim Krüger an. „Hallo…“ hörte sie diese ebenfalls sehr müde. „Frau Krüger…. Andrea Gerkhan hier… Semir hat mich gerade angerufen… er steckt in Schwierigkeiten. In der Uniklinik… Nehmen Sie einen Schlangenkundler mit!“ gab sie durch. „Frau Gerkhan? Was ist denn los?“ harkte Kim Krüger nach. „Mein Mann wird im Keller dort gefangen gehalten und nach seinen Angaben von einer Kobra bewacht!“ erklärte Andrea erneut. „Ich bin schon unterwegs!“ hörte sie kurz darauf von Kim Krüger. Andrea selbst zog sich an. Ein Blick auf Aida zeigte ihr, dass das Kind tief und fest schlief. Sie würde es sicher nicht merken, wenn die Mama für einen Augenblick weg ist. Schnell verließ sie das Haus und fuhr zur Uniklinik.

    Semir versuchte weiter seine Fesseln zu lösen. Doch einmal bewegte er sich so heftig, dass die Kobra auf ihn zuschoss. Bevor sie ihn allerdings erreichte fiel der Stuhl auf dem Semir saß um. Nun lag er auf der Seite und konnte nichts mehr machen. Was machte die Schlange? War sie immer noch auf ihrem Platz? Wie auf Befehl hörte er sie dicht neben sich. Er sah sie an ohne den Kopf zu bewegen. Sie war ebenfalls am Boden nicht weit von ihm entfernt. Das Fauchen brachte Semir ins Schwitzen. Er wagte kaum noch zu atmen. War eine Königskobra giftig? fragte er sich und versuchte das Schulwissen zu ergründen. Doch er fand keine Antwort. Warum hatte er nicht besser in Biologie aufgepasst, verfluchte er sich selbst. Die Schlange bewegte sich weiter auf ihn zu und es schien ihr Spaß zu machen ihm Angst einzujagen. Letztendlich schlängelte sie sich auf seinen Arm. Nun war er zur völligen Tatenlosigkeit verurteilt. Noch nie fühlte er sich in eine solch ausweglose Situation und hoffe, dass Andrea bald Hilfe schicken würde. Nur langsam gelang es ihm seine Atmung so zu steuern, das sich das Tier nicht angegriffen fühlte. Denn sie schien seinen Körper erkunden zu wollen. Er spürte wie sie sich um ihn schlängelte und auf jede Bewegung von ihm mit einem gefährlichen Zischen quittierte. Dann war sie an seinem Kopf. Der Schlangenkörper zog sich durch sein Gesicht und Semir spürte Übelkeit aufkommen.

    ich finde die Folge nach wie vor super. Hotte und Dieter sind ein Paar, was immer wieder zu Lachern anregt. Wie die kleinen Kinder streiten sie sich um Nichtigkeiten und das macht es schon allein sehenswert. Selbst wenn die Kameras wackelten.... das tut der Story nichts.

    nun gut..... ich lass mich erweichen

    Dr. Voedanli ging noch einmal zu Ben ins Zimmer. Er bemerkte natürlich das leere Bett von Semir, machte sich jedoch keine Gedanken darum. Kurz darauf stellte er bei Ben eine sehr gute Verbesserung fest. Das Fieber war auf 38° gesunken. Das war ein Fortschritt der wirklich ausgezeichnet war. „Na… dann haben wir das Schlimmste wohl überstanden. Der Rest wird auch noch geschafft werden. Schön das Sie so kämpfen…. Es lohnt sich…“ gab er leise von sich. Ben sah ihn kurz an. „Hallo… Herr Jäger. Schön das Sie sich überlegt haben, doch bei uns zu bleiben. Ihre Temperatur ist schon gut zurück gegangen. Wie fühlen Sie sich?“ fragte er freundlich. „Etwas niedergeschlagen…. Schwach… müde…“ gab Ben von sich. Dr. Voedanli nickte. „Verständlich. Sie dürfen aber nicht nur schlafen.“ gebot er. Ben nickte. „Ja ich weiß…. Wenn ich wieder fit bin, kann ich vermutlich drei Nächte durchtanzen…“ versuchte er zu scherzen. „wo ist mein Kollege?“ hängte er an. „Ich weiß es nicht. Er wird sicher gleich zurück sein.“ versprach Dr. Voedanli. Ben nickte nur leicht. „Ich bin schon wieder müde. Wie lange wird es noch so gehen?“ wollte Ben wissen. „Ihre Temperatur ist recht gut runter. Ich denke in zwei oder drei Tagen sind Sie soweit dass Sie wieder aufstehen dürfen.“ mutmaßte der Arzt.

    Semir kam langsam zu sich. Er sah sich erschrocken um. Dieser Raum, wo er sich befand war schummerig. Er saß auf einem Stuhl und war gefesselt. „HEY!!“ schrie er laut. Doch dann hörte er ein Zischen. Dieses Geräusch ließ ihn verharren. Was zum Teufel war das? Wo war er hier? Wie auf Befehl ging das Licht an. Semir erschrak. Vor ihm nicht weit weg, hatte sich eine Königskobra aufgerichtet. „Sie tun gut daran, wenn Sie sich nicht zu heftig bewegen.“ hörte er Anita sprechen. „Was soll das?“ fragte er ohne den Blick von dem Tier zu nehmen. „Nun ich sagte doch, dass ich noch zwei Tage benötige, bis die Studien abgeschlossen sind. Solange muss ich verhindern, dass Sie ermitteln oder gegen mich tätig werden. Und das kann ich am Besten tun, indem ich Sie daran hindere oder? Und genau das tue ich.“ lachte sie. „Hören Sie… Frau Dr. Laufseidler… Sie können nicht gewinnen. Geben Sie auf. Damit werden Sie weder Ihrer Mutter oder ihrer Schwester zurück bekommen.“ erklärte Semir. „Sehen Sie… Sie wissen schon dass meine Mutter und meine Schwester tot sind. Das bestätigt meine Meinung, dass ich Sie daran hindern muss. Sie werden hier bis übermorgen bleiben. Meine Kobra wird dafür sorgen, dass Sie sich nicht langweilen. Reitzen Sie die Kleine nicht zu sehr. Sie kann sehr aggressiv sein.“ ermahnte Anita ihren Gefangenen. Semir hörte wie Anita ging. „HEY…. Lassen Sie das doch!!“ schrie er hinter ihr her. Er überprüfte seine Fesseln, doch jede Bewegung ließ die Kobra aufmerksam werden. „Schon gut… tu einfach so, als wäre ich nicht da… okay….“ sagte er leise zu dem Tier. Er schaffte es, sein Handy aus der Tasche zu holen. Da er es kannte wusste er auch wie er ins Telefonbuch kam. Auch ohne auf das Display zu sehen. Als erstes war Andreas Eintrag vermerkt. Semir tastete sich durch und wählte die Nummer. „Andrea!! Ich brauche Hilfe… ich bin in der Uniklinik im Keller gefangen. Eine Kobra….also diese komische Schlange… sie bewacht mich… ich brauche Hilfe…“ stieß er aus ohne die Schlange aus den Augen zu lassen. Nun konnte er nur hoffen, dass Andrea es gehört hatte oder aber die Mailbox schnell abhörte.

    „Sind Sie sicher, das wir weitermachen sollten?“ harkte Mark noch einmal nach. Semir nickte. „Ben würde es auch tun.“ Sagte er bestimmt. Immer noch war er im Gedanken bei Ben. Was meinte Gerner mit dieser Anmerkung? Was hatte es mit den Wassertropfen auf sich? „Da hinten… das muss er sein.“ Meinte Mark und riss ihn damit aus seinen Gedanken. Semir sah auf. „Ja… er sieht tatsächlich genauso aus.“ Murmelte Semir und ging auf den Mann zu, der im Liegestuhl lag und sich ausruhte. „Herr Gerner?“ fragte er. Der Mann öffnete die Augen. „Wenn Sie Thomas Gerner meinen, ja…“ kam als Antwort. „Ja… den meine ich. Es geht um Ihren Bruder…“ fing Semir an. Wieder sah Thomas Gerner ihn an. „Welchen denn? Ich habe zwei. Wer sind Sie überhaupt?“ wollte Thomas wissen. „Ich bin Semir Gerkhan, Kripo Autobahn. Mein Kollege Mark Polanski…“ stellte Semir sich vor. „Thomas Gerner… also um wen geht es? Oder warten Sie…. Ich wette 1000 Euro dass es um Torben geht.“ grinste der Mann. Semir nickte. „Sie haben gewonnen. Wir brauchen Ihre Hilfe…“ erklärte Semir leise. Thomas setzte sich auf. „Ich bin ganz Ohr…“ grinste Thomas.

    Jan fuhr nach Hause. Als er einen Blick in den Spiegel warf, bemerkte er, dass ein Wagen angestrengt versuchte nicht bemerkt zu werden. „Na was bist du denn für ein Anfänger?“ fragte Jan sich selbst und beobachtete den Wagen genau. Ein kurzer Blick genügte und er hatte das Nummernschild. „Paula 18 an Zentrale… habe eine Halteranfrage. HH – BA 1123. Der Wagen ist ein dunkler Passat und versucht unentdeckt zu bleiben. Wäre vielleicht nicht schlecht, wenn sich ein paar Kollegen mal um den Wagen kümmern. Wo steht denn die nächste Kontrolle?“ fragte er durch den Funk. „Rotenburgstrasse. Denkst du die sind hinter dir her?“ wollte der Kollege am Funk wissen. „Keine Ahnung, scheint ganz so. Ich fahre in die Rotenburgstrasse. Sag den Kollegen Bescheid, dass sie den Wagen rausziehen. Verschafft mir etwas Zeit. Mach bitte eine EMA der Besitzer. Könnte ja sein, dass die mit meinem letzten Fall zu tun haben.“ meinte Jan und hängte das Mikro wieder ein.

    „Aaaaaaaahhhhhhhhhaaaaaaaaa“ schrie Ben, als der Wassertropfen seine Stirn traf. Er wollte dieses perfide Spiel nicht mehr mitspielen. Panik war in den Augen zu sehen. Ben versuchte sich gegen den Wahn, der sich in ihm auftat zu wehren. „SEMIR!!!“ schrie der junge Kommissar. Die Tür ging auf. „Na…. Haben wir genug?“ hörte er Gerner fragen. „AUFHÖREN BITTE….. Aufhören…..Aufhören!!“ schrie Ben verzweifelt.

    ………
    hmmmm schreiben wir etwa allein Chris? ?(

    Anita lief den Gang der Station entlang. Wenn sie sich in diesem Polizisten Gerkhan nicht täuschte, dann würde er ihr folgen. Sie versuchte heraus zu finden, ob ihr Plan gelang. Sie blieb kurz stehen und sah zurück. Doch der Gang war leer. Sie ging weiter. Noch einmal blickte sie sich um und bemerkte einen Schatten. Zufrieden setzte sie ihren Weg fort. Er hatte angebissen. Sie stieg in den Fahrstuhl und drückte Keller. Da die Anzeige das Fahrtziel angab, wusste sie, dass der Mann ihr vermutlich durch das Treppenhaus folgen wird. Sie wartete als sie im Keller war. Sicher wird er gleich hier sein und nach ihr suchen. Sie hörte wie die Tür zum Treppenhaus aufging und machte sich daran ihren Weg fort zu setzen. Er wird noch gerade sehen, wie sich die Tür hinter ihr schloss. Anita ging weiter in den Raum, wo sie ihre Forschungsergebnisse hatte. Sie legte sich die Akten so hin, dass er sicher neugierig werden würde. Vielleicht hoffte er, hier Hinweise zu finden warum es seinen Kollegen traf. Anita machte die Spritze mit dem Betäubungsmittel fertig. Sie musste schnell handeln um diesen Mann aus dem Weg zu räumen. Und anschließend wird sie sich um Ben Jäger kümmern. Er wird das Mittel bekommen, was wirklich half und ihn gesund machen würde.

    Semir sah wie Dr. Laufseidler durch die Tür ging. Er wartete etwas und folgte ihr dann. Dann kam er an einem Raum. Ein kurzer Blick zeigte ihm, die ganzen Unterlagen auf dem Tisch liegen. Er betrat den Raum und warf einen Blick darauf. Nachdem er einige Zettel durchgegangen war, schloss er erschrocken die Augen. Diese Ärztin schien tatsächlich nur der Wirkung dieser Mittel zu gehen. Sie hatte Buch geführt, seit Ben hier lag. Jeder Tag… jede Veränderung…. Und dann… er sah auf den Kalender. Vor zwei Tagen, als Bens Zustand sich verschlechterte hatte sie ihm ein weiteres Medikament verabreicht. „…falsche Schlange…“ stieß er leise aus. Plötzlich spürte er eine Bewegung hinter sich und wollte sich umdrehen, als ein Stich ins Bein ihn aufstöhnen ließ. „Gute Nacht…“ fauchte Dr. Laufseidler. Semir sackte langsam zusammen. Er spürte wie er zu Boden ging und wollte sich bewegen, aber es war wie eine Lähmung. Semir drehte sich mit aller Kraft auf den Rücken und sah die Ärztin an. Sie hielt noch immer die Spritze in der Hand. „Ich habe nur noch einen Test zu machen und dann ist meine Studie abgeschlossen. Bis dahin müssen Sie aber still sein und mir nicht dazwischen funken. Zwei Tage nur verstehen Sie? Zwei Tage.“ sagte sie triumphierend. Semir spürte die Müdigkeit aufsteigen. Er versuchte sich zu wehren, aber je mehr er kämpfte umso müder wurde er.

    Susanne suchte nach dem dritten Gerner und fand ihn relativ schnell. „Thomas Gerner, er wohnt in Dortmund und ist dort Coach einer Rugby-Mannschaft. Sogar recht erfolgreich. Und das Beste ist, er sieht Gerner frappierend ähnlich.“ Erklärte Susanne und reichte gewohnter Weise Semir den Zettel mit der Anschrift weiter. „danke.. du bist ein Engel.“ lächelte Semir sie an. Mark sah ebenfalls drauf. „Hoffentlich ist das Bild nicht zu alt. Wenn er sich verändert hat, dann scheitert der Plan.“ murmelte er. Semir grinste. „Nicht so pessimistisch. Fahren wir los.“ meinte er nur und griff seine Jacke. Die Fahrt verlief schweigend. „Mark…. Ich würde gern etwas wissen.“ Unterbrach Semir die Stille. „Was?“ kam die kurze Frage. „Mark… was machen Sie wenn Sie Hauptkommissar sind? Ich meine wo wollen Sie arbeiten? Im Morddezernat? Oder Drogenbereich, Sitte?“ wollte Semir wissen. Mark zog die Schultern hoch. „Ich weiß es nicht genau. Das heißt eigentlich weiß ich nur, dass ich niemals zur Autobahn will. Das ist jetzt keine Abwertung Ihrer Stelle, Herr Gerkhan… Sie sind wirklich ein sehr guter Polizist… aber…“ erklärte Mark. Semir grinste. „Ich versteh schon…. Dann ist mein Job ja sicher vor Ihnen…. Nun ich würde nie woanders hin wollen.“ Nickte Semir und grinste schelmisch. Er mochte Mark eigentlich sehr gern. Schon in der Schule war er einer von denen, die sich wirklich mit der Polizeiarbeit beschäftigte und nicht nur stolz darauf waren eine Waffe tragen zu dürfen. Doch er hatte auch eine negative Eigenschaft. Nämlich sein Ehrgeiz möglichst schnell aufzusteigen. Sie kamen an der Adresse an.

    Gerner ging erneut zu Ben. Der bereits ziemlich blass aussah. „Na macht es noch Spaß?“ fragte er höhnisch. Ben antwortete nicht. Er wartete bereits darauf dass der nächste Tropfen seine Stirn traf. „Ist es zu langweilig?“ harkte Gerner nach. Ben sah ihn an. „Was wollen Sie?“ zischte er. „Ich möchte mich mit dir unterhalten. Oder besser gesagt… wir können Gerkhan ja mal anrufen und ihn auf deine Situation hinweisen. Ist das nicht gut… dann weiß er doch genau, dass ich es ernst meine..“ grinste Gerner und wählte Semirs Handy an. Dann hielt er Ben das Handy ans Ohr. Doch Semir ging nicht ran. Gerner bemerkte es, da Ben nichts sagte. „Na der gute Junge wird doch wohl nicht etwas gegen mich unternehmen?“ kam erstaunt von Gerner.

    Semir saß im Büro von Dr. Voedanli in sah sich die Ambulanznotizen durch. Er wusste nicht wann er starten sollte. Drei Monate zurück? Sechs? Zwölf? Er wählte die goldene Mitte. Stunde um Stunde verging. Gegen Mitternacht kam der Arzt herein. „Das Fieber ist weiter gesunken. Er ist sogar kurz wach geworden. Wollen Sie nicht mal eine Pause machen?“ fragte er und stellte Semir eine Tasse Kaffee hin. „Danke…. Sie haben Recht… eine Pause ist nicht schlecht.“ gab Semir zu und rieb sich die Augen, die bereits rötlich unterlaufen waren. „Wenn ich nur wüsste in welchem Zeitraum ich suchen soll… Sein Vater weiß nicht ob er hier war. Eine Freundin ist derzeit nicht aktuell. Ich weiß auch nur, dass er während seines Dienstes nicht hier war. Auch nicht nach Dienstschluss, denn dann müsste er es uns gesagt haben. Also kann es nur im Urlaub gewesen sein. Doch Sie können mir ja nicht mal sagen, wann er infiziert wurde…“ stöhnte Semir. Dr. Voedanli nickte „das ist leider so. Aber ich bin mir sicher, wenn er schon einmal hier war, dann finden wir auch heraus warum und wann…“ lächelte er. „so und nun machen Sie mal eine Stunde die Augen zu.“ befahl er. Semir sah ihn an. „War das ein Befehl oder ein Wunsch?“ wollte er wissen. „Ärztliche Anweisung.“ gab der Doc zurück. Semir nickte. „Ist der Vater von Ben noch da?“ fragte er. „Nein… vor einer Stunde ist er gegangen.“ „Dann lege ich mich in Bens Zimmer. Schon aus Sicherheitsgründen.“ meinte Semir. „Das ist eine gute Idee. Wenn was ist, rufen Sie mich.“ nickte der Arzt. Semir versprach es und verschwand ins Zimmer.

    „Hey… Partner… ich lege mich etwas zu dir… wenn du nichts dagegen hast.“ meinte Semir nur als er an Bens Bett stand. „Semir…. Ich habe Durst…“ hörte er plötzlich Ben sagen. „Hey… warte… ich gebe dir was…“ gab Semir zurück und griff zu dem Wasserglas. Er führte es an Bens Mund und gab ihm Wasser. Ben verschluckte sich und musste husten. „Hey… nicht zu viel. Geht es dir schon besser?“ wollte er wissen. „Etwas… ich bin müde… Semir… ich habe das Gefühl innerlich zu verbrennen…“ stöhnte Ben. „Ja ich kann mir sehr gut vorstellen. Aber wir kriegen das hin. Ben… warst du schon mal hier? Ich meine ambulant….?“ Wollte Semir wissen um seine Suche abzukürzen. Ben nickte schwach. „Vor vier Monaten…. Ich …. Ich war hier in der Ambulanz…“ kam die Antwort. Semir nickte. „Kennst du die Ärztin Dr. Laufseidler?“ harkte Semir nach, obwohl er sah, das Ben nicht konnte. „ich weiß nicht… kann sein… ich will schlafen…“ erklärte Ben leise. „Ja sicher…. Tu das… ich lege mich auch hin…“ meinte Semir nur und sah wie Ben einschlief. Semir befeuchtete das Tuch, was auf seiner Stirn lag. Er hatte das Gefühl, das die Temperatur immer weiter sank. Dann legte er sich hin und schlief innerhalb kürzester Zeit ein. Doch die Ruhe dauerte nicht lang. Er wurde durch ein Geräusch wach und sah wie jemand bei Ben am Bett stand. Semir erkannte Anita und beobachte wie sie eine Spritze aufzog, doch bevor sie Ben das Medikament verabreichen konnte bemerkte sie scheinbar, dass man sie beobachtete. Sie warf einen Blick auf Semir, der schnell die Augen schloss. Dann verließ sie ohne die Spritze gesetzt zu haben das Zimmer. Semir stand auf und zog sich schnell die Schuhe über. Dann ging er hinter ihr her.

    okay... ist ja gut... hier kommt das Abendessen....


    Konrad saß immer noch am Bett. „Gibt es eine Veränderung?“ fragte Semir leise. „Nein… aber dieser Arzt er hat gesagt, dass er glaubt diese Ärztin würde dahinter stecken. Er glaubt dass sie Ben als Versuchskaninchen benutzt…“ erklärte Konrad. Semir nickte. „Ja den Verdacht habe ich auch. Aber bisher fehlen mir die Beweise.“ kam leise von Semir. Er fühlte Bens Stirn. „Ich weiß nicht, aber ich glaube sie ist nicht mehr so heiß wie vorher… zumindest habe ich das Gefühl…“ meinte er plötzlich. Konrad tat es ihm nach. Er strahlte. „Das stimmt… sie ist kühler…“ freute er sich. Semir rief den Arzt. Dr. Voedanli kam und kontrollierte die Temperatur. „Es ist richtig… die Temperatur ist fast im normalen Bereich. Nur noch 39,6°….“ murmelte er. „Das ist immer noch verdammt hoch…“ gab Semir zu bedenken. „Ja ich weiß…. Doch es ist schon ein Vorteil, wenn es überhaupt fällt. Das zeigt doch dass wir wieder Erfolg haben.“ meinte der Arzt nur. „Dr. Voedanli… mir wäre es Recht, wenn Sie ihn weiter behandeln. Ich möchte nicht, das Dr. Laufseidler an ihn herankommt.“ befahl Semir. Der Arzt sah ihn an. „Sie meinen doch nicht, das die Kollegin etwas mit seiner Malaria zu tun hat oder?“ fragte er erstaunt. Semir zog die Schultern hoch. „Es ist lediglich ein Verdacht. Ich suche nach Beweisen. Wenn ich wüsste ob Ben schon einmal hier war, vielleicht in der Ambulanz oder sonst irgendwie mit Dr. Laufseidler zusammen gekommen ist, wäre es immerhin eine Möglichkeit wie sie ihn infiziert hat.“ mutmaßte Semir. „Das halte ich sehr weit hergeholt. Aber wenn Sie möchten werde ich die letzten Monate mal die Akten durchgehen, die in der Ambulanz angelegt wurden. Das dauert allerdings einige Zeit.“ schlug der Arzt vor. Semir nickte. „Wenn Sie mir einen Zugang gewähren, dann würde ich es gern selbst tun…“ bat er. Der Arzt lachte leise. „Das ist nicht möglich… ärztliche Schweigepflicht.“ erinnerte Dr. Voedanli. Semir nickte. „ich suche nur nach Ben Jäger… versprochen… Dann geht das schneller und Sie sind nicht blockiert und können sich um die Patienten kümmern.“ versuchte Semir den Arzt zu überreden. Er stimmte zu.

    Anita Laufseidler war wütend. Wie konnte dieser Polizist es wagen sich da einzumischen. Wie konnte er sich Informationen über sie einholen? Es gibt Gesetze. Ja sicher… wie wünschte sich nichts mehr als ein Medikament gegen Malaria Tropica zu entdecken. Aber die Forscher sagten nein. Irgendwie musste sie doch an positive Testergebnisse kommen. Und im Namen der Forschung sind auch Opfer notwendig und auch erlaubt. Ben Jäger war nur zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort. Sie verfluchte, dass sie nicht wusste, dass er ein Polizist war. Sicher waren die Kollegen aufgeregt und das konnte sie sehr gut verstehen. Aber sie war dabei, als ihre Mutter starb. Unter den Fieberschüben leidend hatte sie sich von ihr verabschiedet. Anita hatte ihr am Sterbebett versprochen, ein Mittel gegen Malaria zu entwickeln. Doch sie war nicht schnell genug. Auch ihre kleine Schwester Ingrid bekam Malaria Tropica und musste nach acht Monaten sterben. Niemand hatte ihr geholfen. Anita suchte Gründe um ihre verbotenen Tests an Menschen zu rechtfertigen. Sie konnte doch nicht wissen, dass Ben Jäger nie im Ausland war. Er sollte froh sein, seinen Beitrag zur Gesundheit der Menschen leisten zu können. Es ist schließlich ehrenwert… dachte sie bei sich. Sie ging in den Keller um ihre dortigen Schlangen zu versorgen.

    @ Christopher... Sadist!!! :D;)

    "Hätten Sie die Güte und lassen mich durch?" fragte Mark süffisant. Semir blieb stehen und verschränkte die Arme vor der Brust. "Mark... hören Sie mir einen Augenblick zu... bitte..." bat er leise. Mark nickte. "Gut... ich höre." sagte er nur. "Es geht um Ben Jäger. Er ist mehr als mein Partner. Er ist mein Freund. Ich weiß, dass Sie auf Karriere aus sind. Aber können Sie damit leben, einen Kollegen zu töten?" wollte Semir wissen. "Ich töte niemanden..." gab Mark ruhig zurück. "Doch.... Wenn Sie nämlich ohne nachzudenken loslegen, werden Sie ihn töten. Ich kenne Gerner. Er wird Ben umbringen. Nur um mich zu treffen. Gerner bekommt sicher eine neue Lieferung an Mädchen oder sonstwas.... er will mich mit Ben zwingen, nicht einzugreifen. Sie sind jung und können es vielleicht noch nicht verstehen, aber ich bin meinem Partner etwas schuldig... Helfen Sie mir Gerner zu bekommen, ohne das er darauf aufmerksam wird. Er darf nicht herausfinden, dass ich mit Ihnen zusammen arbeite. Mark... ich will nur Ben raus holen. Sie können sich von mir aus mit Gerner zufrieden geben. Aber erst wenn Ben in Sicherheit ist." redete Semir mit Engelszungen auf Mark ein. Mark dachte kurz nach. "Nun gut.... ich schätze Sie. Sie haben Mut und Sie haben uns bei Ihren Lesungen immer erzählt, wie wichtig es ist auch den Dienstpartner zu beachten. Aber mal ganz ehrlich... denken Sie wiklich, das Gerner Jäger leben lässt, wenn Sie stillhalten?" wollte Mark wissen. Natürlich wußte Semir genau, dass es nicht so war. "Nein... ich weiß dass er ihn trotzdem töten wird. Wir müssen uns einen Plan überlegen wie wir den Spieß umdrehen. Mark... helfen Sie mir. Sie stecken die Lorbeeren ein und ich bekommen meinen Partner zurück. Bitte..." flehte Semir. Mark sah ihn tief in die Augen. Semir hoffte dass er seine Sorge um Ben sah. Mark dachte eine Weile nach. Dann nickte er. "Also gut... wir arbeiten zusammen. Den Ruhm streiche ich ein. Sie bekommen Ihren Partner zurück. Ich werde Hauptkommissar und jeder geht seinen Weg." stimmte Mark endlich ein. Semir nickte. "ich will keinen Ruhm. Ich will lediglich Gerner hinter Gitter sehen. Setzen wir uns und sprechen alles durch." meinte er und wies auf den Stuhl. Mark ließ sich auf Bens Stuhl nieder.

    Ben zuckte zusammen, als der nächste Tropfen die Stirn traf. Gerner war ein Teufel. Ben zerrte an den Fesseln, doch er kam nicht los. Plopp.... machte es. Der nächste Tropfen fiel auf die Stirn. Ben spürte wie er Kopfschmerzen bekam. Egal wie er den Kopf drehte. Der Tropfen fiel und traf ihn. "Na wie geht es?" fragte Gerner höhnisch. "Wenn Sie denken dass ich schreie, dann sind Sie schief gewickelt..." stieß Ben wütend aus. "OH... ich will nicht das Sie schreien.... aber ich finde Sie können Ihren Kopf viel zu viel bewegen. Wissen Sie.... die chinesichen Foltermeister haben geniale Einfälle. Das hier ist nur eine Variante. Ich kenne noch mehr. Aber jetzt werde ich erst einmal Ihren Kopf fixieren." erklärte Gerner und mit schnellen Griffen wurde ein Riemen über Bens Stirn gebunden. Nun war Ben gezwungen einfach nur da zu liegen und auf den nächsten Tropfen zu warten. Plopp...... Plopp......
    ___________________________________
    so.... der nächste bitte.

    Susanne durchforstete die Informationen die es über Anita Laufseidler und auch über Mark Fingerhuth gab. Sie staunte nicht schlecht, dass die Wurzeln von der Ärztin in Afrika lagen. In den Informationen war zu lesen, dass ihre Mutter an Malaria-Tropica starb. Auch ihre kleine Schwester hatte Malaria und starb nach einem Anfall. In den Augen von Anita schienen die Ärzte daran Schuld zu sein und sie schwor sich schon als Kind ein Mittel gegen Malaria Tropica zu erforschen. Nun schien sie dies in die Tatsache umzusetzen. Und da es in Deutschland sehr wenige Fälle gab, musste sie halt improvisieren. Susanne suchte weiter und fand heraus, dass Anita mehrmals versucht hat Forschungsgelder für ihre Untersuchungen zu bekommen, doch alles wurde abgelehnt. Mark Fingerhuth war ein absolut unbeschriebenes Blatt. Sie rief Semir an um ihn das mitzuteilen. „Susanne… das ist alles Schön und Gut, aber es ist kein Beweis dafür. Konntest du herausfinden, ob Ben schon mal was mit ihr zu tun hatte?“ hörte sie ihn fragen. „Nein bisher noch nicht. Das ist der Zwischenstand. Ich suche aber noch weiter. Es ist doch schon sehr sonderbar, dass ihre Forschungsgelder abgelehnt wurden oder?“ harkte Susanne nach. „Nein…. Wenn die Wissenschaftler darin keinen Erfolg sehen, dann ist es schon klar. Das soll nicht unser Problem sein. Also gut… ich gehe wieder zu Ben. Ruf mich an, sobald du was weißt… ja?“ bat Semir sie. „Ja mache ich. Und du ruf an, wenn Bens Zustand sich verändert.“ sagte sie und beendete das Gespräch.

    Semir steckte sein Handy ein. „Tja…. Dann danke Frau Dr. Laufseidler. Ich werde wieder zu meinem Kollegen gehen.“ Verabschiedete er sich bei der Ärztin. „Sagen Sie…. Sie beschäftigen sich doch auch mit Forschung oder?“ fragte er plötzlich. „Ja… natürlich. Nur ist es nicht so einfach die Genehmigungen zu erhalten.“ Erklärte sie. „So wie Ihr Malariamittel?“ harkte er nach. Anita Laufseidler zuckte zusammen. „Woher wissen Sie davon?“ fauchte sie ihn an. „Das bringen die Ermittlungen mit sich. Nur keine Sorge. Es interessiert mich nicht, wie Sie an Forschungsgelder kommen. Aber wenn es drauf hinaus geht, dass man unfreiwillig Versuchskaninchen wird, dann grenz es schon an Kriminalität. Ich denke jedoch, dass es bei Ihnen nicht so ist, oder?“ fragte er nun direkt. Anita sah ihn böse an. „Das ist eine unverschämte Unterstellung! Verlassen Sie auf der Stelle mein Büro! Sofort!“ schrie sie ihn an. „Ich denke wir werden uns schon sehr bald wiedersehen… Schönen Tag noch“ Semir nickte und verließ den Raum. Er ging zurück zu Ben.

    boah...immer diese Hetze.... bin ja schon da um zu feeden... :D

    Sorry hatte die letzten Tage soviel um die Ohren, das ich die Story zwar lesen, aber nicht feeden konnte. Meine Tochter lag im KH und das war mir wichtiger.... aber nun zu deiner Story....

    Super geschrieben... ich leide richtig mit. Weiß gar nicht wer mir mehr leid tut... Ben oder Semir.... oder Hartmut.... bin ja mal gespannt wie es weitergeht....