Hallo Laura,
es mag ja sein, dass der Wagen dieses Kennzeichen trug weil es über den öffentlichen STraßen ans Set gefahren wurde. Es ist jedoch kein Kennzeichen welches in der Serie für den BMW verwendet wird.
LG
Hallo Laura,
es mag ja sein, dass der Wagen dieses Kennzeichen trug weil es über den öffentlichen STraßen ans Set gefahren wurde. Es ist jedoch kein Kennzeichen welches in der Serie für den BMW verwendet wird.
LG
Die Zeit lief ihm davon. Wie der Sand, der unaufhaltsam in der Sanduhr nach unten rieselte und wenn dieser aufgebraucht war, würde Semir tot sein. Ertrunken in seinem eigenen Dienstwagen, den er so liebte, den er perfekt beherrschte und mit dem er schon so einige Verbrecher gejagt hatte. Und Chris würde sich Vorwürfe machen, dass er nicht da gewesen war, wenn sein Partner ihn am dringendsten benötigte... Doch noch war es nicht soweit, noch bestand Hoffnung und noch würde sich Chris unter Wasser halten können, auch wenn sein ganzer Körper schmerzte und nach Luft schrie. Allerdings wollte er nicht eher auftauchen, bevor er Semir nicht befreit hatte. Seine Kleidung hatte sich inzwischen voll mit Wasser gesogen und drückte ihn selbstständig nach unten. Die Lage schien aussichtslos. Die Türen ließen sich durch den Druck des Wassers nicht öffnen und die eine Seite, auf der der BMW von dem Porsche gerammt worden war, war schlimm verbeult. Chris erkannte Semirs Gesicht hinter der Seitenscheibe der Wagentür und erneut hieb Chris fest mit dem Ellenbogen gegen die Scheibe. Nichts Wesentliches tat sich und er hatte das Gefühl, Stunden würden vergehen, als ihm plötzlich die rettende Idee kam. Die Hand tastete nach seiner Dienstwaffe und das er sie schnell hatte war nur dem Grund zu verdanken, dass ein Polizist immer genau wissen musste, wo sich seine Waffe befand. Das Material der Waffe war deutlich härter als sein Ellenbogen und so hieb er mit dieser nun auf das Fenster ein und endlich... nach zwei Versuchen gab die Scheibe nach, bildete große Risse und ließ sich aus der Wagentür heraus trennen. Nun erkannte Chris auch, dass Semir die Augen geschlossen hielt und sich nicht mehr rührte, während Chris versuchte, seinen Oberkörper halb durch das nun offene Seitenfenster zu schieben. Er versuchte erst gar nicht den Sicherheitsgurt zu öffnen, denn das dieser klemmte war ihm klar, sonst hätte sich Semir schon längst selbst befreit. Glücklicherweise trug er stets ein kleines Taschenmesser bei sich, das wohl in dem Augenblick, als die Klinge den Gurt zerschnitt, seinem Partner das Leben rettete.
Er packte Semir und zog ihn aus dem untergegangenen Wagen. Chris erlebte es nur noch wie durch einen zähen Nebel, der allerdings verschwand, als sein Gesicht endlich die Oberfläche durchstieß. Er atmete einige Male tief durch, während die ersten Atemzüge regelrecht in seiner Lunge brannten, bevor er schließlich Semir aus dem eiskalten Wasser schob und sich hinterher zog. Obwohl Chris selbst total außer Atem war, begann er ohne zu zögern damit, seinen leblosen Partner zu beatmen. Er hatte kein Zeitgefühl mehr, wusste nicht, wie lange er so dasaß und die Handlungen wie in Trance vornahm. Einfach solange bis Semir endlich zu husten begann und das Wasser ausspuckte. Von all dem, was in den folgenden Sekunden um ihn geschah, bekam Semir nichts mit. Er hatte keine Ahnung, dass Chris ihn rettete, indem er die Scheibe mit seiner Dienstwaffe einschlug, ahnte nicht, dass Chris’ Taschenmesser für die Durchtrennung des Sicherheitsgurtes zuständig gewesen war und bekam natürlich auch nicht mit, dass Chris ihn aus dem Wasser ans rettende Ufer schleppte. Semir war ohnmächtig. Ein Zustand, in dem er natürlich nur ungern aber vor allem auch selten verweilte. Es war äußerst unangenehm, nicht mehr Herr über sich selbst zu sein. Natürlich konnte man überhaupt nichts mehr machen, auch, wenn man das im Grunde gewollt hätte. Aber das Wort „ohnmächtig“ sagte es ja schon: man war „ohne Macht“, Macht im Sinne von Körperkontrolle und Nachdenkens. Also musste sich Semir dem Schicksal hingeben und hoffen, dass sein Partner genug Kraft für sie beide hatte. Chris begann mit den Wiederbelebungsversuchen. Es dauerte und Chris verlor langsam die Geduld. Mit voller Wucht schlug er Semir auf die Brust. „Komm schon, verdammt!!“ schrie er dabei. Doch Semir regte sich nicht. Chris machte Mund-zu-Mund-Beatmung. Nach ihm unendlich dauernden Minuten fing Semir endlich an zu husten. „Ja…. so ist gut… alles okay…“ stieß Chris erleichtert aus
Semirs Gedanken waren, eingeklemmt im Auto, mittlerweile vollkommen unter Wasser, nicht mehr bei den Verbrechern, die ihn in diese missliche Lage gebracht haben. Diese Leute, die Insassen des Porsches, konnten der nächsten Polizeisperrung nicht entkommen und somit wurden sie von den Beamten festgenommen. Ein schwacher Trost, doch noch immer lief die zweite Gruppe von Drogenhändlern irgendwo in Köln herum. Chris war ihnen in den letzten Minuten verdammt nahe gekommen, doch Semir zu retten war vorgegangen und somit waren sie für heute entwischt. Natürlich ahnte Semir von all dem nichts. Er hatte gespürt, wie das Wasser sich durch seine Klamotten gesogen hat, wie die Eiseskälte von ihm Besitz ergriffen hat und wie langsam aber sicher der Luftraum immer geringer wurde. Bis zuletzt hatte er den Kopf hochgehalten und dabei einmal mehr den schmerzenden Nacken gespürt. Der heftige Aufprall hatte ein Schleudertrauma hervorgerufen, doch das war ihm ziemlich egal. Er wollte nur den Sicherheitsgurt aufbekommen, doch es funktionierte nicht. Schon oft hatte Semir sich Auge und Auge mit dem Tod gesehen, doch an so einen Moment gewöhnte man sich – zum Glück – nicht. Semir kämpfte, zerrte mit all seiner Kraft an dem Verschluss, spürte den Gurt, der so eng anlag… Viel mehr als die Luft anzuhalten, blieb ihm schließlich nicht übrig. Die Anstrengung und die Panik machten es ihm nicht gerade einfach und er wusste, dass er es so nicht lange aushalten würde. Schon nach kurzer Zeit begann er zu schlucken, in der Hoffnung noch ein klein wenig Sauerstoff von irgendwoher zu ergattern. Verzweifelt durchstreifte er mit den braunen Augen das trübe Wasser, doch es war dunkel und unheimlich. Die Augen waren weit aufgerissen, panisch, voller Angst. Und dann dachte Semir an seine Familie.
Die Gedanken von Semir wanderten zu seiner Tochter Aida. Wie würde es sein, wenn sie ohne Vater aufwuchs? Würde sie sich überhaupt an ihren Papi erinnern? Oder würde sie später ein Foto in den Händen halten und fragen: wer ist das? Und was war mit Andrea? Würde sie Semirs Tod verkraften? Würde sie eine neue Liebe finden? Das musste sie. Sie sollte sich nicht aufgeben. Nicht jetzt. Sie war noch so jung. Sie durfte nicht dafür bestraft werden, dass Semir so dumm war. Dass er sich immer wieder in Gefahr gebracht hatte. SCHLUSS!, schalt sich Semir innerlich und ruckte ein letztes Mal an seinem Gurt. Er wollte nicht sterben. Er durfte nicht sterben. Nicht hier und nicht jetzt. Doch es war aussichtslos. Dass Chris am Autofenster erschienen war, bekam Semir nur noch benommen war. Sein Kopf, sein ganzer Körper schrie nach Sauerstoff und er konnte diesem Verlangen nicht mehr länger standhalten. Er riss seinen Mund auf, atmete das Wasser ein, verschluckte sich selbstverständlich, musste würgen… es war nicht schön. Und dann wusste Semir, dass es vorbei war, dass er Frau und Kind nicht wieder sehen würde. Dunkelheit und Wärme umgaben ihn, als er das Bewusstsein verlor.
willst du das wirklich? Nicht dass es dann heißt ich bin schuld an einer schlaflosen Nacht... obwohl.. bin ich ja schon gewohnt... also gut... es kommt noch etwas.. ![]()
soll ich daraus entnehmen, dass ich noch ein stück einsetzen soll? ![]()
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Für alle Drängler...
Er wusste nicht was geschehen war, er wusste nicht einmal, wo genau Semir steckte. Rheinufer, kleine Seitengasse. Davon gab es ja nicht nur eine. Warum mussten ihre Einsätze auch immer so verdammt schief gehen? Das blaue Warnlicht blinkte genauso nervös vorne an der Windschutzscheibe, wie er sich gerade fühlte, als er durch die Straßen in Richtung Fluss raste. Chris brach sämtliche Verkehrsregeln, die es zu brechen gab, doch das war ihm mehr als egal. Er sorgte sich nur um den Älteren und diese Ungewissheit machte ihn beinahe verrückt. Als der Rhein in Sichtweite kam, lenkte der Hauptkommissar seinen Wagen scharf nach rechts. Er wusste zumindest, wohin Semir hatte ursprünglich gehen wollen und dort würde er nun zuerst nachschauen. Natürlich wurde er bitter enttäuscht, als er an Ort und Stelle ankam. Von dem BMW oder seinem Partner war weit und breit keine Spur, doch Chris fand zumindest das zerstörte Handy, über das offensichtlich ein Auto gefahren war. Etwas hilflos stand er nun da, die Einzelteile des Gerätes in Händen haltend und sich umblickend. "Man Partner, wo steckst du?" sprach er mehr zu sich selbst und er war gerade im Begriff, wieder in seine C-Klasse einzusteigen, als ein Knall die Stille zeriss. Das Geräusch entstand, wenn zwei Autos aufeinander trafen, er hatte es schon so viele Male gehört, dass er es immer wieder erkennen würde. Keine zwei Herzschläge später saß Chris schon wieder in seinem Wagen und preschte in die Richtung, aus der der Zusammenstoß gekommen war. Von weitem sah Chris gerade noch, wie das Heck von Semirs BMW im Fluss versank, während ein Porsche in die entgegen gesetzter Richtung davon raste.
Die Reifen des Mercedes quietschend gequält auf, als Chris den Wagen abrupt zum stehen brachte, heraus sprang und noch während des Rennens die Schuhe und die Anzugjacke abstreifte. Ohne auch nur eine Sekunde zu zögern, sprang er aus dem vollen Lauf heraus kopfüber in das trübe Wasser des Rheins, während sich die Kälte wie eine eiserne Faust um ihn legte und ihm im ersten Augenblick alle Sinne raubte. Man konnte beinahe nicht einmal die Hand vor den Augen erkennen und so tauchte er fast blind hinab in die Richtung, in der er das Auto mit dem eingeschlossenen Semir vermutete. Und es war pures Glück, dass der Fluss an dieser Stelle nicht all zu tief war, sodass Chris bald mit der vorwärts gestreckten Hand das Autodach fühlte. Er zog sich am Auto entlang in Richtung der Fahrerseite, während ihm auch langsam aber sicher die Luft ausging. Die Tür des Wagens war vollkommen verklemmt und auch den Ellenbogen gegen die Scheibe zu schlagen brachte nicht den gewünschten Erfolg, da das Wasser alle Kraft verminderte. Panik machte sich in Chris breit, doch aufgeben würde er ganz sicher nicht, Semir auf diesem nassen Gefängnis zu befreien. Halt durch Partner! Etwas anderes konnte Chris in diesem Moment nicht denken.
Elli, du kannst uns doch jetzt nicht so zappeln lassen. Das geht doch nicht. Wir wissen immer noch nicht, was mit Semir ist.
Btte mach schnell weiter
lol ich weiß es.. nur keine Sorge es gibt gleich noch Nachschlag... aber nur einen ![]()
Chris war sich vollkommen bewusst darüber, dass sein Partner nicht unbedingt damit einverstanden war, was sie hier taten. Doch für ihn was es die bestmögliche Lösung gewesen, auch wenn das bedeutete, dass sich die beiden für kurze Zeit trennen mussten. Er spürte intuitiv, dass sie jetzt auf der richtigen Spur waren. Und da er möglichst gleichzeitig beiden Hinweisen nachgehen wollte, hatten sie sich trennen müssen. Semir hatte zwar versucht zu argumentieren, dass es besser war, erst dem einen und danach dem zweiten Hinweis nachzugehen, doch in Chris Augen war das gerade der falsche Weg. Was würde passieren, wenn beim ersten Hinweis etwas schief lief und die Drogenhändler sich gegenseitig warnten? Dann war die Sache endgültig vergeigt und das wollte er auf keinen Fall riskieren. Viel zu lange waren sie nun schon an diesem Fall dran und nicht nur ihre Chefin wollte endlich Ergebnisse sehen. Zwar würden wieder so einige Personen diese Sache mal wieder als typischen Alleingang bezeichnen, doch falls er und sein Partner erfolgreich waren, würde später niemand mehr danach fragen.
Als diese Gedanken gingen Chris nun durch den Kopf, während er an den zahlreichen, stillgelegten Lagerhallen entlang fuhr, immer wieder einen Blick auf den kleinen Zettel werfend, der auf dem Beifahrersitz lag und auf dem er sich schnell die Adresse notiert hatte, die ihm Hartmut vor gut einer Stunde per Telefon übermittelt hatte. Er hatte sein Ziel erreicht und stellte den Wagen geschützt vor Blicken ab, während er selbst darin sitzen blieb. Nun hieß es erst einmal warten, er hatte in diesem Augenblick eindeutig den besseren Job als Semir. Den Hinterausgang der Halle nicht aus den Augen lassend, lehnte er sich in den Sitz des Mercedes zurück. Minute um Minute verstrich ohne dass etwas geschah und die Stille wurde nur durch das Läuten seines Handys unterbrochen. Auf dem Display erkannte er Semirs Nummer und Chris wollte schon mit einem lockeren Spruch seinen Partner begrüßen, doch dazu kam es erst gar nicht. "CHRIS, DIE SCHIESSEN AUF MICH!" hörte er seinen Partner durch das Telefon brüllen, doch bevor Semir seinen genauen Standpunkt durchgeben konnte, brach die Verbindung abrupt ab. "SEMIR?" rief Chris seinerseits in den Hörer zurück, doch es war nur das monotone Tuten, das ihm antwortete. "Verdammte scheiße!" fluchte der Polizist ungehalten, startete Augenblick und ohne zu Zögern seinen Wagen und fuhr schwungvoll rückwärts aus der Straße. Am Ende der Straße wendete er die C-Klasse mit quietschenden Reifen und raste davon.
ja doch... gleich... noch hat er Luft ![]()
Semir griff zum Handy und rief Chris an, während er zum Wagen rannte. „Chris! Die fliehen!!“ gab er durch und fuhr hinter dem Mann her. Nur kurz darauf war die Straße zu eng und Semir musste die Verfolgung per Fuß fortsetzen. Semir schlich sich langsam an die sehr dicht stehenden Container heran und versuchte möglichst leise zu sein. Seine Waffe im Anschlag schlich er weiter, nichts ahnend dass er gleich in arge Bedrängnis geraten würde. Er zog sein Handy um Chris seinen Standort anzugeben. Das Freizeichen ertönte. Doch plötzlich ging eine Kugel dicht vor ihn auf den Boden. „CHRIS, DIE SCHIESSEN AUF MICH!“, schrie Semir in sein eigenes Telefon, als endlich die Verbindung zu seinem Partner bestand, „Ich befinde mich direkt am Rheinufer, in einer kleinen Seitengasse, bei- WOAAH!“, im letzten Moment konnte sich Semir vor einem herannahenden Auto retten, welches aus einer größeren Lücke kam. Das Handy hingegen konnte niemand mehr retten. Es war Semir aus der Hand geflogen und der verrückte Drogenhändler war mit seinem Porsche Carrera rüber gefahren. „Scheiße.“, fluchte Semir und rannte zurück zu seinem eigenen Wagen, startete ihn und setzte zur Verfolgung an. „Cobra 11 an Zentrale, verfolge einen silbernen Porsche Carrera. Brauche dringend Verstärkung. Cobra 11 Ende.“, sprach er ins Mikro und lenkte den BMW um enge Kurven.
In einem so unübersichtlichen Gelände, war es nicht einfach, einen Wagen zu verfolgen, vor allem, wenn dieser so viele Pferdestärken unter der Haube hatte. Nach kurzer Zeit konnte Semir das Auto nicht mehr sehen. „Scheiße.“, fluchte er erneut und drosselte den Motor. Langsam fuhr er parallel zum Rhein und schaute sich um – irgendwo mussten sie stecken – oder waren sie schon weg? Gerade als Semir erneut zum Funkgerät greifen wollte, spürte er einen heftigen Schmerz. Wo genau, konnte er selbst nicht definieren und er wusste auch nicht, was mit ihm geschah. Der Porsche hatte den BMW seitlich gerammt und somit dafür gesorgt, dass dieser einfach von der Straße gefegt wurde. Mit einem lauten Platschen landete der Wagen im Rhein. Erschrocken, einen Moment wie gelähmt, saß Semir da, dann versuchte er den Sicherheitsgurt zu öffnen. Es gelang ihm nicht. Seine Augen waren vor Schreck geweitet, er spürte, wie das Wasser im Wagen immer höher stieg. Ruhig bleiben, mahnte er sich selbst, doch trotzdem ließ sich der Gurt nicht öffnen. Das Wasser erreichte Semirs Hals, Semirs Lippen, dann die Nase, die Augen und schließlich drohte der Wagen, ganz unter zu gehen. Semir schien verloren.
„Und welches Land gefällt dir mehr. Italien oder Russland?“, fragte sie anschließend und kam so auf sein Gesagtes zurück, ohne seine schicksalhafte Vergangenheit zu sehr anzusprechen. „Nun, es ist sehr schwer die Länder miteinander zu vergleichen. Aber mein Favorit ist ganz klar Italien. Es ist nicht so, dass ich es nicht genießen würde, an der Moskwa spazieren zu gehen oder mich auf eine Bank am roten Platz zu setzen und die Menschen zu beobachten, aber letztlich ist Russland ein fürchterlich raues Land. Und wie das Land und das Wetter, so rau und kalt sind auch die Menschen. Nicht alle, aber viele. Italien ist anders. Wärmer, offener und freundlicher. Die Menschen sehen in dir nicht sofort einen Feind, der dir etwas Böses will.“ Er grinste breit. „Außerdem liebe ich das Essen und den Wein in der Toskana!“ Wein war ein gutes Stichwort. Till winkte einen Kellner heran und bestellte erneut Sake. Auch sein Teller war mittlerweile leer, genau wie Annas. Er sah sie fragend an. „Eine kleine Nachspeise, die Dame?“ Er beugte sich verschwörerisch vor. „Das Ingwereis in Schokolade ist ein Traum!“ Der Kellner brachte den bestellten Sake. „Das hört sich jetzt vielleicht merkwürdig an, aber ich bin auf eine gewisse Weise froh, dass du in mein Auto gefahren bist.“ Doch noch ehe Till etwas auf ihre Worte erwidern konnte, brachte eine Kellnerin den Nachtisch und unterbrach so ihr mittlerweile intensiv gewordenes Gespräch. Tief atmete die Chefin durch und löste letztlich ihre Augen wieder von ihrem Gegenüber, um sich bei der Frau zu bedanken und dann ihren Becher zu mustern. Ein leichter Zweifel keimte in ihr auf, wie sie diese Kalorienbombe überhaupt schaffen sollte, denn nach dem Hauptgang hatte sie nicht mehr wirklich Platz in ihrem Magen.
Bei Chris und Semir ging es mittlerweile hektisch zu. Chris hatte die Info das die Drogendealer zu denen der LKW gehörte sich im Hafen von Düsseldorf trafen. Semir und er fuhren mit zwei Dienstwagen hin. Die beiden wollen nur eins. Die Leute endlich dingfest machen und dafür sorgen, dass die Drogen niemals auf den Markt kamen. Doch wie sollte man zu zweit dieses riesige Gelände überwachen? „Wir sollten uns trennen. Mein Informant sagte mir, dass sie am Dock 12 das Schiff beladen wollen. Wir sollten uns von zwei Seiten nähern und dann zuschlagen. Einen nach dem Anderen ausschalten. Semir lenkte seinen silbernen BMW durch enge Gassen, direkt am Rheinufer zum Doch 12. Nicht weit entfernt sah er eine Garage. Sie gehörte zu einem uralten, verlassenem Gebäude und niemand schien da zu sein. Der Autobahnpolizist stoppte den Wagen, schaltete den Motor ab und stieg aus. Mit der gewohnten Handbewegung nahm er seine Dienstwaffe zur Hand und lud sie. Danach schlich er zu der Garage. Er legte seine Hand auf den Knauf, als er hinter sich etwas hörte. Erschrocken drehte er sich um. Ebenso erschrocken sah ihn ein Mann an, der ein Telefon in der Hand hielt. Dieser reagierte schnell, schrie ins Telefon: „DIE BULLEN SIND DA!“ und verschwand hinter einer Ecke. Semir setzte sofort zur Verfolgung an, rannte ebenfalls um die Ecke, nur um sofort unter Beschuss zu landen.
„Nicht so schlimm. Mir ergeht es manchmal auch so…“, erwiderte sie mit einem Lachen auf seine Worte. „Wenn du schon die Aufmerksamkeit einer Frau durch die Verursachung eines Unfalls auf dich lenken willst, kann ich mir durchaus vorstellen, dass du genauso gerne Schrammen in Dienstwagen fahren würdest wie meine Mitarbeiter.“ kurz hielt sie inne und stellte sich das Chaos vor, welches sie mit 3 solcher Kamikaze haben würde. Unwillkürlich schüttelte sie ihren Kopf – das wäre wirklich zu viel Arbeit für sie. Wobei mir 2 von der Sorte durchaus reichen, ansonsten würde es irgendwann bei jedem eine Gehaltskürzung geben, um all die anfallenden Kosten finanzieren zu können.“ Im nächsten Augenblick war sie jedoch ein wenig erstaunt, dass er so verständnisvoll auf ihre Erklärung reagierte. Nur wenige wussten und ahnten wirklich, wie anstrengend der Job als Autobahnchefin oder überhaupt als Vorgesetzter war. Die meisten gingen eben davon aus, dass der Chef nur im Büro saß und mit Beinen auf den Tischen einen privaten Anruf nach dem anderen tätigte, während dessen Mitarbeiter Blut und Wasser schwitzten. Das natürlich war ein weit verbreitetes Vorurteil, welches sie jedes Mal zu durchbrechen versuchte, wenn sie sich mal wieder erklären musste, warum sie nicht mit in eine Bar gehen konnte. „Wohl wahr“, konnte sie daher nur auf seine Worte erwidern und sah ihn mit einem schiefen Lächeln an, während sie sich gleichzeitig fragte, ob er schon ähnliche Erfahrungen gemacht hatte oder sich einfach nur in sie hinein versetzen konnte. „Aber ich habe mir den Beruf selber ausgesucht, deswegen werde ich mich jetzt auch nicht weiter beklagen. Immerhin kann man als Chef auch mal früher Feierabend machen, um mit einem charmanten Mann Essen zu gehen.“ Über ihre Schale mit Sake hinweg warf sie ihm einen vielsagenden Blick zu, ehe sich ihre Augen senkten und sie erneut ihre Stäbchen in die Hand nahm. Die einzigen Gegenstände, die ihren Abend auf eine gewisse Art und Weise trübten, aber sie würde sich da schon durchschlagen.
Erst als er von seinem Beruf zu sprechen begann, hielt sie in ihrem kläglichen Versuch inne, die Stäbchen doch noch zu bändigen und richtete ihre volle Aufmerksamkeit auf ihn. Sie war vom ersten Moment an fasziniert, noch nie war sie jemandem begegnet, der einen solchen Werdegang hinter sich hatte – erst recht nicht jemandem, der im Kosovo gedient hatte. Interesse spiegelte sich auf ihrem Gesicht wieder, gebannt folgte sie seinen Erklärungen, doch schon im nächsten Moment änderte sich ihre Mine. Mitleid, Erstaunen, Ungläubigkeit – all das konnte man bei genauem Hinsehen erkennen, denn niemals hätte sie erwartet, dass Till derart vom Schicksal gebeutelt war. Sie merkte, wie schwer es ihm viel, ihr das alles zu erzählen. Umso mehr wunderte es sie jedoch auch, dass er ihr bereits bei ihrem ersten Date derart intime Dinge mitteilte, wo er sie doch im Grunde gar nicht kannte. Sie war sich nicht sicher, was sie darauf erwidern sollte. Das tut mir wirklich Leid, klang in ihren Ohren nicht gerade nach einem Satz, der all das, was Till erlebt hatte, verdiente. Daher hatte sie sich innerlich auf ein Schweigen vorbereitet und wollte gerade erneut ansetzen, etwas mit ihren Stäbchen aufzunehmen, als Till ihr mit einem Lächeln erklärte, wie man am besten mit den kleinen Holzgegenständen umging. „Danke“, erwiderte sie ebenso grinsend und erhob erneut ihr Schälchen, um das Prosten zu erwidern. „Auf einen schönen Abend“, fügte sie noch hinzu und nahm erst dann wieder einen Schluck, der letzte aus dem aus Keramik bestehenden Geschirrutensil. Dieses Mal schaffte sie es sogar, mit ihrem Stäbchen etwas aufzunehmen und führte es zu ihrem Mund, um es dann genüsslich zu kauen.
Darf ich Karo den Hals umdrehen ?!
Ich drehe mit... boah die Kleine hat sie ja wohl nicht mehr... wie kann sie nur...
Chris weiter!!!
Nur drei Stunden später war Anna bei ihrer Verabredung mit Till in der Kölner Innenstadt. Sie saßen in einem teuren Restaurant und genossen den Abend. Till nahm einen Schluck von seiner Sake und beobachtete Anna über den Rand seines Bechers dabei, wie sie ebenfalls einen Schluck nah. Sie waren nun schon seit zwei Tagen verabredet. Er hatte sie direkt an Tag nach dem Unfall angerufen und sie eingeladen. Es dauerte etwas aber dann sagte sie zu. Till vermutete, dass sie im Terminkalender nachgesehen hatte. Als er sie fragte, wo sie gerne Essen wolle, kann zur Antwort, dass sie für alles offen sein. Eine verheißungsvolle Antwort, fand er und suchte dann dieses Restaurant aus. Hier hatte er schon oft gastiert. Die Kellner kannten ihn bereits und es war romantisch. Genau das richtige…. dachte er und überlegte den weiteren Fortlauf des Abends. Jetzt erst einmal essen und dann einen Spaziergang am Rhein entlang. Die Uferpromenade war gerade am Abend sehr zu empfehlen. Es war romantisch… Er liebte die Romantik. Sie war ein Ausgleich zu seinem harten Job. Dort musste er sich manchmal das jammern und Flehen der Opfer anhören. Bisher hatte er nie Mitleid denn er sah seine Opfer als Arbeit an und drückte meistens eiskalt ab. Wie auch der Bulle, gingen seine Gedanken fast elf Jahre zurück. Dieser verdammte Bulle hätte ihn fast geschnappt. Wenn ihn sein Auftraggeber nicht gewarnt hätte, dann…. Zum Glück war er schneller. Der Bulle hätte fast das Geschäft seines Auftraggebers auffliegen lassen. Till hatte schon mehrmals für Mark Siefers etwas getan. Siefers wollte nach oben, nach ganz oben. Doch das ging halt nicht mit legalen Mitteln und dieser verdammte Bulle ist dahinter gekommen .Pech für ihn und Glück für Till. Den Mord ließ er sich teuer bezahlen.
„Hey… bist ja ganz in Gedanken…“ riss Anna ihn heraus. „Oh… entschuldige. Ich habe gerade …vergessen wir es einfach.“ lächelte er und prostete ihr zu. Der Abend wurde lang. Leise, aber nur bei genauem Hinhören konnte man die Klänge eines asiatischen Liedes im Restaurant wahrnehmen, welches durch das viele Stimmengewirr mit Leichtigkeit übertönt wurde. So manches Mal war es wirklich schade, dass niemand sie schätzte. Denn so viele unterschiedliche Küchen, wie man sie in Köln und anderen Städten in Deutschland vorfinden konnte, so viele unterschiedliche Musikrichtungen gab es auch und oft genug war es sogar interessant, diese landestypischen Töne genauer zu inspizieren. Für Anna jedoch war Musik im Restaurant nur dann notwendig, wenn es mal nicht so viel Ansturm auf die Lokalität gab. So wurde die klägliche Stille zu dieser Stunde überbrückt und schaffte eine entspannte Atmosphäre. Heute, in diesem japanischen Restaurant war die Musik jedoch eher unwichtig, denn es herrschte soviel Betrieb vor, dass das möglicherweise richtig geschmackvolle Lied schlicht und einfach unterging. Aber gut, das war für die Autobahnchefin nun auch nicht von Belangen, immerhin war sie hier, um Till näher kennen zu lernen und nicht die typische Musik aus Japan.
Auch Chris ließ nun den Blick in dieselbe Richtung wie Semir schweifen. Ihr erster Arbeitstag nach dem Urlaub und schon wieder eine Vollsperrung der Autobahn und ein zerschrotteter Dienstwagen. Alltag eben bei den beiden Männern, was jedoch noch lange nicht hieß, dass die Chefin ihnen nicht die Hölle heiß machen würde. Zumal die beiden Kommissare an ihrem ersten Tag nicht einmal das Eintreffen ihrer Vorgesetzten in der PAST abgewartet hatten, sondern gleich los geprescht waren. Und während Chris nun seinem Partner hinüber zu den Krankenwagen folgte, legte er diesem kurz die Hand auf die Schulter. "Na, viel kleiner kann sie dich ja nicht mehr machen..." meinte Chris nur und wartete darauf, dass wie gewöhnlich ein Lächeln auf Semirs Gesicht erscheinen würde, erklang plötzlich von hinten der Ruf eines Kollegen. "Semir, Chris!" hörten die beiden Männer den uniformierten Polizist rufen und sie änderten ihr Vorhaben und steuerten nun den Kollegen an, der ihnen einen kleinen Beutel entgegen hielt, der an manchen Stellen angekohlt und verrußt war und ein weißes Pulver beinhaltete. "Die Kollegen von der Feuerwehr meinen, vom Lkw ist nicht mehr viel zu retten, doch sie haben das hier gefunden." teilte der ältere Kollege den beiden Hauptkommissaren mit und da der Beutel an einer Stelle aufgerissen war, tippte Chris mit dem Finger hinein und probierte mit der Zunge daran. "Also, Backpulver ist das ganz bestimmt nicht." Sein Blick traf seinen Partner, der neben ihm stand. "Kein Wunder hatte der solche Angst vor uns hatte."
„Ich bin mal gespannt, was der Kerl zu seiner Entlastung zu sagen hat.“, sagte Semir und schaute dem Polizisten hinterher, der das Beweismaterial sicherstellte, „Illegaler Drogenbesitz und eine Massenkarambolage können ihm einige Jahre kosten-“ – meinte Semir nur „… mit Todesfolge!“, warf Dieter Bonrath dazwischen und näherte sich Chris und Semir. „Für eine der Unfallbeteiligten kam jede Hilfe zu spät. Zwei weitere wurden schwer verletzt abtransportiert, drei weitere haben leichte Verletzungen davon getragen und einen schweren Schock.“. Semir sah zu Boden. Wenn jemand starb, dann machte man sich als Polizist oft Vorwürfe, ob man das nicht doch hätte verhindern können. „Danke Dieter.“, bedankte sich Semir trotzdem und schüttelte den Kopf. „Na komm.“, sagte er zu Chris, „Hier können wir nichts mehr tun, fahren wir zurück in die Zentrale.“ Chris seinerseits nahm das ganze herrschende Chaos um sie herum nur undeutlich und nebenbei wahr. Die vielen blinkenden Blaulichter, die zahlreichen Rettungshelfer, die zwischen den verunfallten Fahrzeugen herum rannten und sich um die Verletzten kümmerten. Natürlich ließen ihn solche schweren Unfälle nicht kalt, doch mit der Zeit bekam man Nerven wie Stahlseile und versuchte, nicht mehr alles an sich heran zu lassen. Es würde die Kommissare ansonsten über kurz oder lang völlig kaputt machen, wenn sie jedes Einzelschicksal bedachten, das ihren beruflichen Weg pflasterte.
Es mochte hart klingen, doch so manches Mal gab es wichtigere Dinge, um die sich Semir und Chris kümmern mussten. Ihre Aufgabe war es, die eigentlichen Täter zu schnappen, um die Opfer kümmerte sich stets jemand anderes. Manchmal kam es sogar vor, dass sich sein Partner erkundigte, wie es dem Opfer später erging, wenn es beispielsweise im Krankenhaus lag. Bei Chris war es anders. er tat das nie, was ihm bei seinen Kollegen so manches Mal schon den Ausdruck eingebracht hatte, er wäre gefühlskalt und herzlos. Doch Chris musste sich nicht selbst anlügen, er wusste, dass er das gerade nicht war. Allerdings ging er mit diesen Dingen anders um, als zum Beispiel Semir. Und ihre unterschiedlichen Charaktere hatten nicht nur bei ihnen beiden zu Chris Anfängen bei der Autobahnpolizei zu Missverständnissen und Problemen geführt. Die beiden Hauptkommissare konnten nur hoffen, dass dieser Vorfall auf der Autobahn heute nicht wieder eine Lawine der Presse und somit auch den Ärger für ihre Chefin los treten würde. Doch Semir und Chris konnten mit gutem Gewissen sagen, dass sie ihr bestmögliches gegeben hatten. Keiner der beiden hatte ahnen können, dass der Fahrer so durchdrehen würde und wie sollte man einen schweren Lkw stoppen, ohne dabei andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Das gefundene Kokain erklärte nun auch das Verhalten des Fahrers, der wohl beim Anblick der Polizei in Panik ausgebrochen war. Womöglich hatte er sogar noch mehr davon in seinem Fahrzeug versteckt gehabt, was sich nun allerdings schwer nachweisen ließ, da der überwiegende Teil des Lkw verbrannt und nur noch ein schwarzes Gerippe auf der Straße aufragte. Aufgrund seiner halsbrecherischen Flucht hatte allerdings der Raser jetzt nicht nur ein Verfahren wegen Drogenbesitzes am Hals, sondern auch noch das Problem, das er einen schweren Unfall ausgelöst hatte...
„Was haben wir sonst?“ fragte Anna stöhnend, als die beiden Hauptkommissare vor ihr saßen. „Nun ja… dieser Koks hat einen Wert von über vier Millionen Euro auf dem Markt. Der Wagen selbst ist gestohlen. Hartmut überprüft gerade noch die Seriennummer und das was davon übrig geblieben ist. Der Fahrer selbst schweigt sich aus. Für ihn ist es gelaufen. Er wird für ein paar Jahre gesiebte Luft atmen.“ Meinte Semir nur. „Nun dann sollten wir versuchen etwas zu finden.“ kam von Anna. Chris nickte. „Ich habe noch einen Kontakt zur Drogenszene. Ich werde ihn mal anzapfen.“ erklärte er und stand auf. „Wo willst du denn hin?“ wollte Semir wissen. „Na sagte ich doch… meinen Kontakt anzapfen. Louis ist schüchtern. Wenn ich nicht allein komme, dann wird er nichts sagen.“ erklärte Chris. „Aber wir wollten doch gemeinsam … wegen dem Dienstwagen…“ fing Semir an. Anna lächelte leicht. „Was ist denn damit?“ fragte sie, denn bisher hatten die Beiden nur von dem Unfall gesprochen. „Nun ja… Chefin. Wir wollten ja den Unfall verhindern und… also… Chris meinte wir könnten den Wagen ausbremsen um nun ja…“ stammelte Semir herum und suchte Hilfe bei Chris. Anna schloss die Augen. „Wie schlimm ist es diesmal?“ stöhnte sie. „Das übliche…“ kam von Chris und er verschwand. „Sie sind gerade mal sechs Stunden auf der Autobahn gewesen Semir… und schon ist der Wagen wieder Schrott?“ tadelte sie den kleinen Polizisten. „Nun ja…“ entschuldigte Semir sich dafür und setzte einen Hundeblick auf. Anna lächelte ihn an grub in ihre Schublade. „Hier… aber bitte nicht noch einmal…“ warnte sie ihn. „Sicher Chefin. Ich passe auf.“ versprach Semir. Anna lächelte. „Semir… Nicht dass Sie sich wundern, warum ich nicht ausraste, wie Sie es gewohnt sind, aber ich bin verabredet und ich habe absolut keine Lust mich vorher aufzuregen. Sie sollten es trotzdem nicht allzu bunt treiben.“ erklärte sie noch bevor Semir raus ging.
Der LKW Fahrer dachte aber nicht im Traum daran, sich einfach geschlagen zu geben, er kletterte aus seiner Kabine heraus, torkelte ein paar Schritte, sah Semir und rannte dann los. Semir legte einen Spurt ein und erreichte den Crashpiloten wenig später. Er stürzte sich geradezu auf ihn und riss ihn zu Boden. Der Mann war jedoch stärker als erwartet und klammerte sich an Semirs Armen fest – genau an der heilenden Schusswunde. „AAAH!“, entfuhr es Semir und reflexartig schoss sein anderer Arm zu der Wunde: Zeit für den Verrückten um zu fliehen. Semir suchte Chris: „Na los, schnapp ihn dir!“, rief er ihm zu, während er sich aufrappelte. Chris sah wie Semir seinen Arm hielt und nahm die Verfolgung des LKW-Fahrers auf. Der Mann wollte sich in den angrenzenden Wald retten, Chris sprang mühelos über die Leitplanke, die die Autobahn von dem Wald trennte und wenige Meter danach den Flüchtenden zu Fall brachte. "Endstation Freundchen!" Der Kerl war muskulös und hatte wohl auch wenig zu verlieren, denn er rammte dem Polizisten ungehemmt das Knie in die Rippen, was Chris mit einem Keuchen die gesamte Luft aus seinen Lungen presste. Doch nach kurzer Rangelei hatte Chris den Kerl schnell unter Kontrolle gebracht, sodass dieser nun auf dem Bauch lag, sein Gesicht auf den Boden gedrückt wurde und er brüllte nun vor Schmerzen, als der Kommissar die Hände des Wahnsinnigen auf den Rücken zog, um sie dort in Handschellen zu legen. Der Polizist antwortete auf das Brüllen des Mannes nur darauf, in dem er noch brutaler mit ihm umsprang und ihn anschließend rücksichtslos auf die Beine zog. Der Mann fluchte wild vor sich hin, während ihn Chris vor sich her in Richtung seiner uniformierten Kollegen schob, die gerade ebenfalls den Unfallort erreicht hatten und dort den Lkw-Fahrer in Empfang nahmen.
Mit Blaulicht und Sirenengeheul trafen nun auch einige Krankenwagen und Feuerwehrleute ein, die sich ebenfalls sofort an die Arbeit machten, während Chris Blätter und Erde von seiner Kleidung abklopfte und zu Semir ging. "Alles in Ordnung?" fragte er, während er auf den Arm seines Partners blickte. Es war wirklich unglaublich! Jedes Mal, wenn eine Situation schon brenzlig genug war, wurde sie durch ein weiteres Ereignis noch brenzliger. In vielen Fällen war es ein einfacher Stau oder ein Auto, was eine Panne hatte, doch oft war es eben auch eine Baustelle, die den Autobahnpolizisten das Leben schwer machte. So auch heute. Baustellen waren in vielerlei Hinsicht gefährlich: sie waren stets Anlaufpunkt für Staus, Behinderungen auf Auffahrunfälle, doch betrachtete man sie in der Hinsicht, dass ein LKW ungebremst darauf zuraste, wurden sie noch um einiges gefährlicher. Für Chris und Semir waren solche Situationen nicht unbedingt etwas außergewöhnliches, richtig daran gewöhnen konnten sich die Autobahnpolizisten aber dennoch nicht. Beide wurden leicht panisch, als sie sahen, wie Schild nach Schild immer wieder ankündigte, dass die Baustelle näher kam und leider konnte keiner von beiden auf die Schnelle eine Lösung für das doch eher heftige Problem finden. Und so blieb den Personen im silbernen BMW nichts anderes übrig als den LKW weiter zu verfolgen und zu hoffen, dass alles mehr oder weniger gut ausging. Augen zu und durch – oder wie heißt es so schön? „Was für ein Wahnsinniger!“, kommentierte Semir das Geschehen und sah sich auf der Autobahn um, wobei ihm nicht zuletzt sein eigenes Auto ins Auge fiel. Seufzend bemerkte er, dass der Dienstwagen in diesem Zustand nun wirklich nicht mehr straßentauglich war. „Na super.“, ärgerte er sich und hörte die Chefin förmlich schon rummeckern, wie sie denn ohne ihre Erlaubnis einfach auf die Autobahn gefahren waren, den BMW geschrottet und die Autobahn ins Chaos versetzt haben. Keine guten Aussichten für einen ersten Diensttag. „Die Chefin wird uns den Kopf abreißen.“, sorgte sich Semir und setzte sich in Bewegung in Richtung Krankenwagen. Er wollte wissen, wie es um die Verletzten stand.
Semir überholte den LKW. „Na dann wollen wir doch mal sehen, wer der Stärkere ist“ feixte Semir übermütig und trat erneut in die Eisen. Die roten Bremslichter leuchteten auf, doch auch davon ließ sich der LKW-Fahrer nicht beeindrucken und schob den BMW geradezu an. Der arme 3er… er sah schon wieder ziemlich demoliert aus. „Und jetzt? Willst du ihn ausbremsen oder was?“ fragte Chris vorsichtig an. „Ja… David gegen Goliath…was meinst du?“ lachte Semir, der scheinbar seinen Spaß daran hatte. Chris war da etwas anders. „Semir…. Das ist doch wohl nicht dein Ernst!“ schrie er, als der LKW ein weiteres Mal auf den BMW knallte. „Scheiße…!“ stieß er aus. „Er ist stärker! Mach was!“ wiederholte Chris und Semir löste sich etwas. „Semir! Wir bekommen Probleme!“ kam nur wenig später von Chris. „Was? Warum? Es klappt… er wird langsamer…!“ grinste Semir. „Nein…das meine ich nicht… aber wenn du dich nicht erinnerst….hier nur wenig vor uns ist die Baustelle!“ erinnerte Chris ihn. Semir fluchte leise. Tatsächlich gab es nur knappe 5 km vor ihnen war die Dauerbaustelle. „Verdammt…..lass dir schnell was einfallen!“ ermahnte Semir seinen Partner. „Was? Wieso ich?“ maulte Chris. „Weil ich fahre!“ grinste Semir. Nun zog der LKW rechts am BMW vorbei. Semir trat das Pedal erneut durch und tat es ihm nach. 5 Kilometer bei schnellem Tempo auf der Autobahn waren schnell gefahren. Auf der Baustelle bemerkte man den Sattelzug erst spät, doch die Bauarbeiter konnten sich allesamt retten. Vollkommen wahnsinnig krachte der LKW in die Absperrung, kollidierte mit einem Baufahrzeug und raste weiter auf die Fahrstreifen in Richtung Mittelleitplanke.
„Woaaah!“, entfuhr es Semir erneut und er musste geschickt den herumfliegenden Teilen ausweichen. Seine Augen waren geweitet und mit großem Schrecken beobachtete er das Geschehen. Ohne es irgendwie verhindern zu können, crashte der LKW in die Leitplanke, stürzte zur Seite und blockierte damit die Gegenfahrbahn. Wie in Zeitlupe knallten mehrere Fahrzeuge in das umgestürzte Fahrzeug. Semir blieb schräg zur Fahrbahn stehen und sprang aus seinem Auto. In dem Moment gab es eine gewaltige Explosion. Reflexartig schützte Semir sein Gesicht vor der warmen Druckwelle. Nach ein paar Sekunden war die erste Hitzewelle davon. Semir griff schnell zum Funkgerät: „Cobra 11 an Zentrale. Schwerer Unfall auf der A4 an der Baustelle. Benötigen dringend Feuerwehr und RTW. Es sind beide Fahrstreifen betroffen. “, danach rannte er über die Autobahn zu dem brennenden LKW. Es sah wirklich übel aus, doch wie durch ein Wunder war der Fahrer noch am Leben. Semir hoffte, dass es auch den Autofahrern gut ging, doch der Unfall war schon heftig gewesen.
Chris nickte wissen. „Das klingt nach sehr viel Stress.“ meinte er nur und versuchte Ernst zu bleiben. Aber er konnte sehr gut mitfühlen wie es war, wenn die Schwiegermutter zu Besucht ist. Schließlich war er ja auch schon mal verheiratet. Doch zum Glück gab es nur wenige Begegnungen mit seiner. „Und wie hast du dich verteidigt?“ wollte Chris wissen. „Na gar nicht… ich kam überhaupt nicht zu Wort. Die hat Andrea und Aida dermaßen umsorgt... das ich… hey.. was ist das denn?“ fragte Semir plötzlich und sah in dem Spiegel einen LKW mit ziemlich hoher Geschwindigkeit an sicher heranrauschen und sogar überholen zu wollen. „Scheint es ja ganz schön eilig zu haben.“ Merkte er an und ließ von Chris das Blaulicht aufstellen. „Dann wollten wir ihm doch mal unser Discolicht zeigen.“ grinste dieser. Chris wartete darauf, bis Semir den Dienstwagen auf die linke Spur neben dem LKW und auf die Höhe des Führerhauses gebracht hatte. „HALLO!! WIR SINDS!“ rief Semir grinsend und Chris hielt die Polizeikelle aus dem geöffneten Fenster, was jedoch scheinbar den LKW-Fahrer wenig beeindruckte. Im Gegenteil, der Fahrer trat noch kräftiger auf das Gaspedal und donnerte mit seinem Sattelzug weiter über die Autobahn, die Beamten schlichtweg ignorierend. „Idiot!“ knurrte der Hauptkommissar verärgert, denn dem LKW-Fahrer hätte eigentlich klar sein müssen, dass er mit seinem schweren Gefährt nicht so einfach abhauen und den Autobahnpolizisten keinesfalls entkommen konnte. Doch während Chris sich über diesen Rowdy ärgerte, riss er plötzlich erschrocken die Augen auf. Der LKW war binnen weniger Herzschläge näher gekommen und scherte nur abrupt auf ihre Fahrspur hinüber. „SCHEISSE--- Der rammt uns!!“ schrie Chris und rückte näher an Semir heran. Im gleichen Moment riss er die Kelle zurück und hielt sich die Arme schützend vors Gesicht als der LKW sie mit voller Wucht rammte.
„Woaah!!“ stieß Semir aus, als der Wagen ihn rammte. Er erschrak kurz aber er konnte den Wagen schnell wieder unter Kontrolle zu bekommen. „Hey… mach was!“ schrie er Chris an. „Vielleicht hat er ja auch seine Schwiegermutter im Nacken sitzen.“ meinte dieser nur und grinste. „Du kannst mir glauben… er wird sich wünschen es wäre nur seine Schwiegermutter…“ drohte Semir diesem Kamikazefahrer. Semir konzentrierte sich auf den Verkehr. Auch er musste schneller fahren um auf gleicher Höhe mit dem Sattelzug zu bleiben. Allerdings erwies sich das als ein wenig schwierig, denn nicht allzu weit vor dem Polizeiwagen befand sich ein roter Skoda, der auf die linke Spur gewechselt hatte um andere Wagen zu überholen. Semir war ein wenig davon abgelenkt. „Verdammt, was hat der denn gefrühstückt?“, fragte Semir geschockt und drückte auf die Bremse, wechselte mit quietschenden Reifen auf die mittlere Fahrerspur und klemmte sich somit hinter den LKW. Schnell griff er zu seinem Funkgerät: „Cobra 11 an Zentrale. Verfolgen einen LKW auf der A4, Richtung Köln. Benötigen dringend Verstärkung.“, gab er kurz und bündig an die Zentrale durch. Ja, bei einem solchen Rowdy brauchte man wirklich Verstärkung, denn mit seiner Fahrweise gefährdete er nicht nur sich selbst, sondern vor allem auch alle anderen Verkehrsteilnehmer. „Zentrale hat Verstanden, Cobra 11.“, bestätigte der Kollege in der Zentrale. „So, du hast dich mit den falschen Leuten angelegt!“, presste Semir nun zwischen seinen Zähnen hervor, schaltete zwei Gänge tiefer um voll beschleunigen zu können und setzte erneut mit quietschenden Reifen zum Überholen an. Nur knapp verfehlte er den roten Skoda, dessen Fahrer erschrocken bremste und somit fast einen Auffahrunfall verursachte, doch zum Glück geschah nichts.
Ich habe irgendwie das Gefühl das Caro sich jetzt was ungutes für Ben ausdenkt.. :wacko: ![]()
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Hello Kevin
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Elvira