Beiträge von Elvira

    „Danke Mama… ich bringe dir Aida dann am Freitag und am Samstag fahren Semir und ich den Rhein runter. Ist er nicht wundervoll? So romantisch und so…ich bin so glücklich…“ schwärmte Andrea am Telefon. „Du hörst dich wirklich sehr glücklich an. Semir ist genau der richtige Mann für dich und ein wundervoller Vater für Aida..“ gab Margot zu. „Mama… stell dir vor, er will mit mir den Rhein runterfahren bis nach Bingen. Da sind die schönsten Burgen und Schlösser und dann ist da der Loreley-Felsen und…“ schwärmte Andrea weiter. „Hey… Schatz… ich wünsche dir wundervolle Tage auf dem Schiff. Wie seid ihr den untergebracht?” wollte Margot wissen. „Das weiß ich noch gar nicht. Semir sagte mir es sei eine Überraschung. Ich bin so aufgeregt…“ lachte Andrea. „Na beruhige dich erst einmal. Du musst noch zwei Tage warten. Bring mir die Kleine und dann kannst du in Ruhe packen…“ lachte Margot durch das Telefon. „Also gut… ich bringe sie dir schon morgen. Aida freut sich sicher ein paar Tage bei euch zu sein.“ gab Andrea zu. Am Abend brachte sie Aida ins Bett und setzte sich zu Semir auf die Couch. „Weißt du was….?“ fragte sie. „Nein… was denn, mein Schatz?“ wollte Semir wissen. „Ich finde es super, wie du es immer noch schaffst mich zu überraschen. Diese Schifffahrt ist das deine Idee?“ harkte Andrea nach. „Ja sicher…“ behauptete Semir fest. „Ich liebe dich…mein Held…“ lachte Andrea und küsste ihn innig. „Du sag mal... hättest du etwas dagegen, wenn Ben und Susanne uns begleiten würden? Ich meine, es ist uns bleibt unser Hochzeitstag aber die Beiden brauchen auch so ein paar Tage für sich und Susanne ist doch fast wie du... sie ist auch so verträumt und...“ versuchte Semir ihr den kleinen Haken der Geschichte beizubringen. Andrea sah ihn erstaunt an. „Alle zusammen?“ wollte sie wissen und es klang enttäuscht. „Nein... die haben natürlich ihre eigene Kabine. Ich glaube bei den Beiden hat es nach dem Krankenhaus gefunkt...“ grinste Semir sie an. Andrea nickte. „Ich habe nichts dagegen. Aber der Job bleibt zu hause...“ stimmte sie zu. Semir schwor es. Am nächsten Morgen fuhr Andrea zeitig los um Aida zur Oma zu bringen. Margot wartete bereits. „Danke Mama… ich komme sie in zwei Wochen wieder abholen.“ versprach Andrea und verabschiedete sich am Nachmittag von ihrer Tochter und ihrer Mutter.

    „Und du hältst es für eine gute Idee? Ich meine okay… Semir und Andrea wissen, dass wir zusammen sind und ich denke Andrea hat nichts dagegen, aber was ist mit Semir?“ wollte Susanne wissen. „Er freut sich auch auf die Fahrt und zwar mit uns. Hör mal… du und Andrea liebt Burgen und Schlösser… Semir und ich die Autobahn… aber ich habe ihn dazu gebracht, das er diese Fahrt macht. Ich kenne ihn zwar noch nicht so genau, aber ich denke, er wird genau wie ich am Liebsten im Liegestuhl liegen anstatt die alten Gemäuer zu besuchen. Das überlassen wir euch..“ grinste Ben. Susanne nickte. „Das hört sich sehr gut an. Bisher wusste ich nicht, was ich tun soll, außer lange zu schlafen und fern zu sehen. Ich nehme deine Einladung gerne an.“ Stimmte sie zu. Ben grinste über beide Ohren. „Danke… es wird genial… glaub mir…“ versprach er und drückte Susanne einen dicken Kuss auf. „Ich weiß… Andrea hatte mir vor einigen Tagen erzählt, dass sie gern mal so eine Tour machen will. Und nun bekommt sie die von Semir zum Hochzeitstag… das ist ja wirklich süß.“ gab sie leise von sich. Ben nickte. „Ich weiß… deshalb habe ich ihm das ja auch vorgeschlagen…“ grinste Ben. „Ach du warst es… ganz schön schlau….“ lobte Susanne ihn. „so und nun machen wir Feierabend und widmen uns dem gemütlichen Teil…“ kam von ihm. Gemeinsam fuhren beide zu Ben um am nächsten Morgen zusammen ins Büro zu fahren. Schnell war der Tag der Abreise gekommen und die Vier trafen sich am Abfahrtsteg. Susanne und Andrea begrüßten sich mit dem üblichen Küsschen links, Küsschen rechts. Dann endlich ging es auf das Schiff „MS Rheingeist“.

    „So hier ist die Kabine für Frau und Herr Gerkhan…“ erklärte der Stewart und öffnete die Tür. Semir warf Ben kurz einen Blick rüber und nickte. Mal sehen, was Andrea zu der Ausstattung sagte. „Bitte treten Sie ein…“ kam mit einer galanten Verbeugung von dem Stewart. Andrea betrat die Kabine und staunte nicht schlecht. „Die Kabine hat gute 22 qm². Hier ist das Bad…. Es besteht aus Marmor und hat Dusche, WC und für die Dame einen Föhn. Dieser Raum ist das Schlafgemach mit einem großzügigen Doppelbett. Und natürlich die Sitzgruppe. TV, Radio, Internet, Minibar und für die Wertgegenstände einen Tresor. Die Räume verfügen außerdem eine individuell regulierbare Klimaanlage. Selbstverständlich ist unser Service auch auf die Kabinen zu bestellen.“ Zählte der Mann auf und sah Semir erwartungsvoll an. Dieser ahnte schon was der Mann wollte und zückte zehn Euro. „Vielen Dank, Herr Gerkhan. Kann ich noch etwas für Sie tun?“ wollte der Mann wissen. „Nein danke….“ Meinte Semir nur und lächelte den Mann freundlich an. „Dann wünsche ich einen angenehmen Aufenthalt und eine schöne Reise…“ verabschiedete sich der Stewart. Semir schloss die Tür hinter ihm und drehte sich zu Andrea um. Diese sah ihn strahlend an und stürmte auf ihn zu, nahm ihn in den Arm und drückte ihm einen Kuss auf. „Das ist so schön…“ stieß sie aus. „Hey… erdrück mich nicht….“ lachte Semir und hielt seine Frau einfach nur fest.

    Roman Sinndorf fühlte sich sehr sicher. Er lachte sich eins ins Fäustchen. Schon übermorgen hatte er für sich und seine Familie ausgesorgt. Obwohl.... was war von der Familie zu erwarten. Seine Frau und er waren schon lange nur noch auf dem Papier verheiratet. Im Bett lief nichts mehr. Wenn er mal nicht mehr wäre, war sie abgesichert. Seine Lebensversicherung lief bereits viele Jahre und so brauchte er nicht unbedingt Rücksicht auf sie nehmen. Seine Kinder werden ihm vermutlich fehlen, aber er war ja noch nicht zu alt um Neue zu machen. Mal sehen was kommt, so dachte er. Morgen würde er Paul Schweizer anrufen und sagen wo die drei Millionen den Besitzer wechseln. Doch er musste sich absichern... irgendwie absichern.... Und dann hatte er die Idee einen Brief zu schreiben und ihn zu hinterlegen. Er machte sein Testament für den Fall das etwas passieren sollte. „Ich, Roman Sinndorf lege folgendes fest. Meine Frau ist Alleinerbin. Sollte ich unerwartet eines unnatürlichen Todes, das beinhaltet auch eventuelle Unfälle, erliegen so ist der Polizei „kripo Autobahn“ Semir Gerkhan folgende Zeilen weiter zu leiten. 1. Der Mörder von Neumann ist ein Killer dessen Namen ich noch nicht kenne. Aber er wurde von Paul Schweizer angeheuert. Es ist gut möglich, dass dieser Killer auch mich zur Strecke gebracht hat. Paul Schweizer hat sich im Hyatt Hotel in Köln eingemietet. Vermutlich lebt er dort in Saus und Braus von dem Geld, welches er durch Drogen verdient hat. Ich wollte ihn zeigen, dass er nicht unverwundbar ist und forderte drei Millionen Euro von ihm. Doch anstatt mich zu bezahlen ließ er mich töten. ... Roman Sinndorf... Er las die Zeilen erneut und war zufrieden. Dann ließ er den Brief in seine Manteltasche gleiten. Wenn er sterben sollte, dann wird man diesen Brief finden und dann war auch Paul Schweizer dran.

    Am nächsten Morgen frühstückte Semir nach langer Zeit wieder gemeinsam mit Andrea und Aida. Seine Tochter sah ihn mit strahlenden Augen an und streckte die Ärmchen zu ihm aus. Er nahm sie auf den Arm und liebkoste sie. „Mein kleiner Engel...“ sagte er nur. Manchmal bereute er, dass er nicht die Zeit aufbringen konnte, die er benötigte. Wie kurz war das Leben doch, wenn man diese Zeit mit dem Kind nicht nutzte. „So... der Papa muss wieder arbeiten... sei brav, hörst du...“ fragte er lachend. Aida zeigte ihre Zähnchen und brabbelte fröhlich drauf los. Andrea nahm ihm Aida ab. „Fahr schon.... ich hoffe ihr könnt beweisen das Peter unschuldig ist und dass der wahre Mörder gefunden wird. Für das was er Peter angetan hat, muss er schon alleine ins Gefängnis...“ grollte sie. „Du magst Peter?“ fragte er. Andrea nickte. „Ja ich mag ihn. Aber besonders deshalb weil er Susanne so gut tut. Sie sind ein schönes Paar.“ meinte sie und gab ihm einen Kuss. „na dann werde ich mich besonders anstrengen. Nur keine Sorge... vor mir ist kein Verbrecher sicher..“ lachte Semir und fuhr zur PAST. Die Anderen waren bereits da und warteten auf ihn, was sehr selten vorkam.

    3. September 2009 20:15 Uhr Das Ende der Welt

    Bei einer Mordermittlung stoßen Ben und Semir auf den durchgeknallten aber liebenswerten Verschwörungstheoretiker Oliver Sturm, genannt Sturmi. Er ist einem Pharma-Skandal auf die Spur gekommen, bei dem es Experimente mit unbekannten tödlichen Viren gegeben haben soll. Da Sturmi aber auch über Ufo-Landungen, JFK und Prinzessin Diana Bescheid weiß, sind Ben und Semir zunächst skeptisch. Doch schon bald werden auf Sturmi Anschläge verübt. Und dann werden Ben und Semir in einem geheimen Labor auch noch selbst mit dem tödlichen Virus infiziert. Ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit und um ihr eigenes Leben beginnt: Gelingt es den beiden, die Verschwörung aufzuklären und ein Gegenmittel zu finden?

    Till lächelte und reichte Paul die Hand. „Du siehst für einen Toten sehr lebendig aus…“ lobte er ihn. „Ich habe noch eine Aufgabe für dich. Es hat mich heute jemand aus der Vergangenheit besucht. Roman Sinndorf. Und er meinte zu mir, dass ich ihm drei Millionen zahlen sollte für sein Wissen wegen Neumann Senior... du erinnerst dich doch sicher an den Bullen oder?“ wollte Paul wissen. Till nickte. „Ja sicher.... ich wollte eh mit dir darüber sprechen. Durch einen besonderen Zufall weiß ich nämlich, das die Bullen den Fall wieder aufrollen. Und ich finde der Gürtel schnall sich immer enger.“ Meinte Till und zog an seiner Zigarette. Paul sah ihn an. „Wie bitte? Woher wollen die denn....? Ach so... ja stimmt dieser Roman sagte mir, dass es Beweise gibt. Beweise die gegen die Schuld von Peter Neuman sprechen. Verdammt... es war doch alles sehr gut geplant. Aber darum kümmern wir uns ein anderes Mal. Beseitige mir Roman Sinndorf. Es passieren so viele Unfälle und bei einem solchen wird auch er das zeitliche segnen.“ lächelte Paul böse. „Du machst also da weiter wo du vor zehn Jahren aufgehört hast. Gut.... kein Problem. Den Preis kennst du. Die Hälfe vor und eine Hälfte nach Abschluss.“ kam von Till kalt. Paul ging zu seinem Tresor und holte das Geld raus. Er reichte es an Till, der es kurz nachzählte und dann einsteckte. „Achte in den nächsten Tagen auf die Schlagzeilen...“ lachte er hinterhältig und verschwand. Paul wusste genau, dass man sich auf Till Schuster verlassen konnte.

    Währenddessen saßen Semir, Chris und Peter noch im Büro der PAST und dachten über ihre nächsten Schritte nach. Doch die Müdigkeit machte alle etwas gereizter und so fingen sich die Männer an zu streiten über die Vorgehensweise. „Du bekommst nie die Akteneinsicht. Nicht von der Schranke... die ist so borniert und...“ fing Semir an. „Ich werde sie bekommen! Und wenn ich sie mir selbst besorge!“ fauchte Chris. Denn bisher waren nur die hälfte der Akten zur Einsicht frei gegeben worden. Peter sah die Beiden an. „Hey... wir sollten für heute Pause machen. ES war ein sehr langer Tag und es bringt nichts, wenn wir uns gegenseitig angehen.“ Schlug er vor. Semir und Chris sahen sich an. Beide hatten dunkle Ringe unter den Augen. „Also gut... wir machen Schluss. Morgen um zehn wieder hier?“ wollte Chris wissen. Semir nickte ergeben. Zunächst fuhr er dann Peter zu Susanne, anschließend nach Hause. Andrea schien noch wach zu sein, denn im Wohnzimmer war noch Licht. Als er das Wohnzimmer betrat, sah er sie auf der Couch liegen. Sie war eingeschlafen. Mit einem sanften Kuss weckte er sie und trug sie dann ins Schlafzimmer. Nur wenig später lag er neben ihr und sank in ihren Armen in den Schlaf.

    „So noch eine Runde und dann ist Feierabend. Mensch danke Ben… ohne dich hätte ich den Hochzeitstag vergessen und Andrea hätte mir die Hölle heiß gemacht. Sie wird sicher glauben, dass ich den Tag vergessen haben und dann… wenn ich ihr die Karten auf den Tisch lege, dann wird sie Augen machen….“ schwärmte Semir und hob die Karten hoch. „Na ich sag doch… das wird eine wunderschöne Fahrt.“ grinste Ben. „Und dann nur knapp 1200 Euro…. Von Köln nach Bingen. Eine Burgentour so richtig romantisch. Ich hoffe wirklich dass es eine sehr schöne Fahrt wird. Hin und zurück… das wird Andrea lieben. Sie ist doch so vernarrt in die alten Dinger.“ murmelte Semir versonnen. Ben lachte leise. „Ja das hoffe ich auch. Ist übrigens einer meiner billigsten Urlaube… Sechs Tage auf dem Wasser. Wird sicher genial werden… Und ich hoffe, dass Susanne und ich unsere Beziehung vertiefen können. Sie ist so süß und sexy und…“ kam von Ben schwärmend. Seit einigen Wochen waren Ben und Susanne sich näher gekommen. Ben lag im Krankenhaus mit Malaria und Susanne hatte ihm während er im Fieber lag, ihre Liebe gestanden. Nun sollte er Urlaub machen. Eine Rheintour, romantisch wie nichts anderes, sollte ausreichend sein um die Liebe zu vertiefen. „Was meinst du… ob wir vielleicht dann mal eine Frau Susanne Jäger bei uns haben?“ grinste Semir. „Na… mal sehen. Ich wäre der letzte, der nein sagen würde.“ grinste Ben zurück. Semir nickte. „Ihr passt sehr gut zusammen. Genau wie Andrea und ich… oder Tom und Petra…“ kam leise von Semir. Er sah seinen toten Partner Tom Kranich vor sich, wie er mit der Sekretärin Petra Schubert anbändelte. Doch bevor Tom sich offen dazu bekennen konnte, starb er eines gewaltsamen Todes. „Hey… Semir… alles okay?“ kam von Ben besorgt, der die Veränderung der Gemütsverfassung von seinem Partner sofort bemerkte. „Ja sicher… ich war nur ganz kurz in der Vergangenheit.“ kam als Erklärung. Semir sah aus dem Fenster.

    Der Abend kam und als Semir seine Haustür aufschloss wartete Andrea bereits auf ihn. „Hallo Schatz…“ begrüßte er sie und gab ihr einen Kuss. „Hey… Aida meine kleine süße Prinzessin..“ rief er als seine Tochter an seinem Hosenbein zerrte. Er nahm sie auf den Arm und drückte auch ihr einen Kuss auf die Wange. „Was hast du denn heute so gemacht? Hast du die Mama geärgert?“ wollte er wissen und grinste Andrea an. „Ich muss dich enttäuschen. Deine Tochter ist ein sehr braves Mädchen gewesen und hat mit der Mama sogar sauber gemacht..“ lachte sie und streichelte Aida die Wange. „Aida lieb…“ nickte das Mädchen. Semir gab Aida zu Andrea. „Das weiß ich doch, mein Schatz.. Sag mal… Andrea… könntest du Aida für zwei Wochen zu deiner Mutter geben?“ wollte Semir wissen und tat ziemlich gleichgültig. „Nun ja.. ich denke schon, aber warum denn?“ fragte Andrea verwundert. „Na wegen unserem Hochzeitstag. Ich habe mir überlegt, ob wir nicht mal für zwei Wochen wegfahren. Nur wir beide. Und da ich weiß dass du Burgen und Schlösser liebst habe ich uns eine Schifffahrt auf dem Rhein gekauft. Zwei Wochen nur Schlösser und Burgen im Überfluss.“ Erklärte Semir und sah seine Frau stolz an. „Du hast daran gedacht? Du hast wirklich an unseren Hochzeitstag gedacht?“ kam etwas ungläubig von ihr. Semir lächelte. „Was meinst du denn…?“ erwiderte Semir tadelnd. „Das ist ja eine super Überraschung und ich dachte schon du vergisst den Tag wieder.“ Erklärte Andrea ihre Verwunderung. „Ich? Unseren Hochzeitstag? Wie kann ich unseren schönsten Tag vergessen?“ behauptete Semir kopfschüttelnd.

    Also wenn ich das Monster im Loch Ness wäre, würde ich dem Typen aber sonst wohin beißen. Einfach ein Auto ins Wohnzimmer schieben... also wirklich.. :D:rolleyes:

    Solangsam kommt ja Bewegung in den "urlaub". Bin gespannt wie es weitergeht.

    So, liebe Leute, nachdem ich doch vor einigen Wochen eine Rheinrundfahrt gemacht habe, kam mir die Idee auch mal eine Schnulze zu schreiben. Zumindest ist es am Anfang sehr schnulzig… (hab mir richtig Mühe gegeben) Aber viel Wichtiger ist, dass ich euch mal einen Einblick in die rheinischen Burgen gebe. Denn der Fluss und seine Landschaften vor allem seine Burgen und Schlösser sind einfach nur wundervoll…. (schwärm) Aber wer mich kennt…. Erst das Vergnügen und dann….mal sehen   

    104. Erst die Erholung dann die Arbeit, oder Wo ist Ben? geschrieben 18.05.09

    Semir ließ sich auf seinen Stuhl fallen. „Mann… das nervt…“ stöhnte er und sah zu Ben. „Weiß gar nicht was du hast…. Ist doch toll gelaufen. Der Typ geht für ein paar Jahre in den Knast und gut ist…“ meinte er nur. Semir nickte. „Ich hab übrigens eine ganz tolle Idee, wie du und Andrea euren Hochzeitstag feiern könntet…“ verkündete Ben. Semir sah ihn erschrocken an. „Was? Oh verdammt…. Ich hab ihn schon wieder fast vergessen… Erzähl… für mich ist es schon wieder zu spät was zu besorgen…“ stöhnte Semir. Der Hochzeitstag war schon morgen und er hatte keine Idee, was er machen sollte. „Macht eine Kreuzfahrt. Du, Andrea und Aida. Das wäre doch was.“ kam Bens Vorschlag. Semir sah ihn enttäuscht an. „Ben… ich bin kein Millionär. Eine Kreuzfahrt kostet doch über sechstausend Euro pro Person… das kann ich mir echt nicht leisten…“ übertrieb Semir. Ben lachte leise. „ich dachte ja auch nicht an eine Luxusreise. Die von der Rheinschifffahrt bieten auch so was an. Von Köln bis nach Bingen und zurück. Den ganzen Rhein runter und wieder rauf. Und es ist nicht so teuer. Und damit du und Andrea es genießen können, werde ich auch mitfahren und das Kindermädchen für Aida spielen.“ schlug Ben vor. „Na ich denke Aida können wir zu den Großeltern geben, wenn ich mich dazu entschließe. Und ehrlich gesagt, würdest du irgendwie nur stören, wenn du dabei bist…“ lachte Semir. „Nein… du verstehst nicht… Susanne und ich… wir würden natürlich eine eigene Kabine nehmen. Überleg doch mal… du und Andrea und Aida in eine Kabine… Susanne und ich in der anderen. Vielleicht wird es schön romantisch…“ schwärmte Ben. Semir nickte. „Ich stelle mir das schon sehr schön vor, aber so eine Schifffahrt ist nichts für Aida. Die Großeltern werden sie sicher für die Zeit nehmen, da sehe ich gar keine Probleme.“ entschied Semir. „Gut… dann fahren wir vier halt. Wird sicher schön werden. Die Frauen sprechen über die Burgen und Schlösser und wir beide genießen die Tage ohne Autobahn und Abgase…“ grinste Ben. „Tja… ich weiß nicht… vielleicht reichen auch Blumen. Was soll ich denn ohne Autobahn…. machen…“ dachte Semir laut nach. Ben sah ihn an. „Das ist doch wohl nicht dein Ernst oder? Ich rede von Entspannen und abschalten… Du wirst sehen, danach wirst du richtig fit sein…“ versprach Ben. Semir ließ sich breit schlagen.

    „So meine Kleine… und nun wird ein bisschen geschlafen…“ sagte Andrea sanft zu ihrer Tochter. Aida sollte Mittagsschlaf machen und auch Andrea wollte sich etwas hinlegen. Sie war schon ganz nervös. Morgen war ihrer und Semirs sechster Hochzeitstag und sie war neugierig was er sich dieses Jahr hat einfallen lassen. Das wird sicher was ganz schönes sein, dachte sie bei sich. Sie überlegte sich, was Semir die letzten Jahre zum Hochzeitstag geschenkt hatte. Blumen…? Nein…. Semir brachte so selten Blumen mit. Schmuck? Wieder schüttelte sie den Kopf. Wenn Semir Schmuck kaufen sollte, dann würde das zu einer Katastrophe werden. Andrea lachte leise. Sie sah auf Aida und bemerkte dass die Kleine sehr schnell eingeschlafen war. Zufrieden ging sie in ihr Zimmer und legte sich auch hin. Mit den Gedanken bei ihrem Hochzeitstag schlief sie ein. In ihren Träumen sah sie Semir auf sich zukommen und ihr einen riesigen Blumenstrauß zu reichen. Sie trug darin ihr Hochzeitskleid während Semir in seiner Alltagsmontur in Jeans und T-Shirt war. „Ich liebe dich…“ sagte er so sanft wie er es eigentlich gar nicht sagen kann. Doch dann kam der Kuss. Andrea erlebte diesen Traum als wäre er Wirklichkeit. Andrea wachte eine Stunde später auf und dachte an ihren Traum. Sie lachte leise. Was für ein Wunschdenken… Semir hat bisher den Hochzeitstag immer vergessen. Jedes Jahr hatte sie ihm einen kleinen Hinweis gegeben, dass dieser Tag wieder anbrach. Doch diesmal wird sie ihn aber nicht daran erinnern. Diesmal nicht. Das schwor sie sich.

    Roman Sinndorf hatte nach einigem Suchen Paul Schweizer gefunden. Er sah ihn in einem Kaffee sitzen und Kaffee trinken. „du hast also deinen Tod nur vorgetäuscht. Dann hatte Peter die ganze Zeit Recht…“ sagte er leise zu sich selbst. „Was war ich für ein Idiot, dass ich glaubte er hätte seinem Vater auch nur etwas antun können.“ gingen seine Gedanken leise weiter. Er brauchte keine Angst zu haben, das Paul ihn hören konnte. Dennoch vergaß er seine Vorsicht und setzte sich an den Tisch. „Hallo Paul.“ Sagte er leise. Paul Schweizer sah auf. „kennen wir uns?“ fragte er. „Nun ich denke schon. Roman Sinndorf. Ich war mal mit dir in einer Truppe. Eigentlich giltst du als Tot. Doch dafür siehst du sehr lebendig aus. Hör mir genau zu. Ich weiß das du hinter dem Mord von Neumann Senior steckst. Du solltest wissen, das Peter raus ist und dich jagt. Bisher weiß nur ich wo du bist. Wenn du willst das es dabei bleibt, dann solltest du dir einen guten Preis überlegen.“ Gab Roman zu verstehen. Paul lachte verächtlich. „Du willst mich erpressen?“ fragte er höhnisch. Roman nickte. „Wenn du es so siehst.... in zwei Tagen. Drei Millionen. Das sollte bei deinem Verdienst doch wohl drin sein, oder?“ Ohne eine Antwort abzuwarten stand Roman auf und wollte gehen. „Wie erreiche ich dich?“ kam von Paul gepresst. „Ich rufe dich an. In deinem Hotel und dann machen wir einen Treffpunkt aus. Halte mich nicht für dumm.... ich sehe jeden deiner Schritte...“ warnte Roman seinen Feind und verließ das Lokal. Paul sah ihm wütend nach.

    Als Roman raus war, griff Paul zum Handy und wählte eine ihm bekannte Nummer. „Ja ich bin’s... wir müssen uns treffen. Hyatt Hotel...Zimmer 443“ sagte er nur und beendete das Gespräch. Er dachte über das nach, was Roman ihm gesagt hatte. Was konnte dieser Mann wissen? Er war damals nicht dabei. Woher sollte er seine Informationen haben? All diese Fragen mussten beantwortet werden, doch wer konnte die Antwort geben? Peter Neumann war frei, ja sicher... die zehn Jahre waren schließlich um. Sollte er Leute gefunden haben, die ihm glaubten? Wenn dann konnten es nur diese Typen sein, die kürzlich in seinem Haus waren. Das es Bullen waren, war zu erkennen. Bisher dachte Paul sein Plan würde aufgehen. Alle anderen waren Tot und wenn er auch in dessen Reihen war, dann musste man nicht nach ihm suchen. Dennoch machten sicht Zweifel stark. Er zahlte und verließ das Restaurant. Sich ständig im Rückspiegel versichernd dass er nicht verfolgt wird, fuhr er zum Hotel zurück. Sein Besuch wird sicher nicht lange auf sich warten lassen. Als er in seinem Zimmer war atmete er tief ein und aus. Nur wenig später klopfte es.

    Semir sah Anna an. „Tja… Hartmut hat sich die Kugel von damals schicken lassen. Er konnte einen Vergleich machen und wurde fündig. Die Kugel mit der Peters Vater erschossen wurde, stammt aus der gleichen Waffe, die bei einem Mord in Spanien verwendet wurde. Auch in Italien und auf Kuba gab es Mordfälle mit dieser Waffe. Es handelt sich um eine Walther PPK 38er Munition. Und wenn Hartmut Recht hat, dann ist es sehr unwahrscheinlich, dass Peter seinen Vater umgebracht hat. Allerdings gibt es von dem Täter lediglich ein Phantombild. Denn die die ihn gesehen haben, sind alle tot.“ gab Semir die Informationen von Hartmut weiter. „Also haben wir lediglich den vagen Beweis, dass Peter es nicht war. Nur den wahren Täter kennen wir immer noch nicht..“ stöhnte Anna. Ihr Telefon klingelte. „Engelhardt?“ meldete sie sich und sofort kam ein Lächeln auf ihr Gesicht. „Till… schön das du anrufst…“ sagte sie und sah Semir an. Dieser nickte und verließ das Büro.

    „Hallo Till…. Wie geht es dir?“ fragte Anna und genoss die Stimme ihres Freundes. „Du fehlt mir…“ säuselte er. „Ja… du mir auch. Wann kommst du denn zurück?“ wollte Anna wissen. „Schon sehr bald. Hast du dann einen Platz für einen Streuner?“ lachte Till Schuster. „Immer… Aber im Augenblick hat ich ziemlichen Stress.“ Gab Anna zu. „Immer noch dieser Kerl, der seinen Vater ermordete?“ wollte Till wissen. „Ja… aber nun ist es sicher das er die Wahrheit sagte. Er hat seinen Vater tatsächlich nicht getötet. Wir konnten eine der Kugeln untersuchen… Ach ich langweile dich mit meinem Job. Sag mir lieber wie das Wetter bei dir ist…“ lachte Anna. „Hier scheint die Sonne. Es ist herrlich warm und…. Nein… es ist dunkel hier. Ich bin nicht in Australien. Heute Morgen bin ich zurück gekommen und wollte dich überraschen. Wann kann ich dich abholen?“ kam von Till. „Du…bist hier?“ fragte Anna erstaunt. „Ja…. Ich wollte dich abholen und dann manchen wir uns einen wundervollen Abend. Wir beide allein…“ sinnierte Till. Anna schloss die Augen. Wie gerne würde sie nun in seinen Armen liegen, aber sie hatte Peter etwas versprochen und sie wollte das Wort nicht brechen. „Ich werde wohl die ganze Nacht durchmachen…. Vielleicht morgen. Ich habe ein Versprechen gegeben und ich würde es gern halten.“ kam traurig von Anna.

    Peter sah Susanne verliebt an. „Weißt du eigentlich dass ich dich mehr liebe, als meine Frau…oder vielleicht eher Exfrau. Ich denke nicht, dass sie mich noch will und ich kann es ihr nicht einmal verdenken. Ich würde nur gern meine Tochter Sophia sehen. Ein einziges Mal nur… aber ich weiß ja nicht einmal wo sie leben.“ Kam traurig von ihm. Susanne nahm ihn in den Arm. Sie sah durch das Glas in das Büro der Chefin. Sie schien gerade zu telefonieren. „Peter…. Deine Frau hat wieder geheiratet und sie hat eine weitere Tochter…“ erzählte Susanne leise. Peter nickte „Ja ich weiß…. Aber deshalb kann ich sie doch besuchen… ich meine…“ kam verzweifelt von ihm. Susanne nickte. „Wir fahren hin, wenn du mir versprichst mit der Vergangenheit abzuschließen. Wir können eine gemeinsame Zukunft haben, wenn du die Vergangenheit ruhen lässt.“ Bot Susanne an. Peter sah sie an. „du weißt wo sie leben?“ fragte er erstaunt. Susanne nickte. „Komm… wir fahren gemeinsam hin und ich werde versuchen, mit deiner Exfrau zu sprechen.“ Schlug sie vor. Peter nickte. Er fühlte ei n Zittern durch seinen Körper fahren.

    Semir sah zu Chris. „Was meinst du?“ wollte er wissen. „Was meine ich?“ kam von Chris, der völlig in Gedanken versunken war. „Ich meine über Peter. Er hat seinen Vater nicht ermordet. Wie grausam muss es sein, unschuldig im Gefängnis zu sitzen. Niemand glaubt dir…. Deine Frau verlässt dich, sie sagt deinem Kind, dass du tot bist, damit es nicht in Schande leben muss. Wie kann man so etwas wieder gut machen?“ wollte Semir wissen. Chris zog die Schultern hoch. „Ich denke mal, es muss verarbeitet werden, aber davon abgesehen würde ich vor Wut vergehen und versuchen heraus zu finden wer der wahre Mörder ist. Genau wie Peter jetzt. Wir müssen aufpassen. Ich weiß nicht warum, aber ich habe ein verdammt ungutes Gefühl. So… als wäre der Mörder gar nicht weit. Irgendwas haben wir übersehen. Lass uns doch noch einmal die Sachen durchgehen die wir herausgefunden haben…. Also….

    Chris zählte alles auf, was sie bisher hatten, doch er kam zu keinem anderen Ergebnis. Es war alles verdammt gut aufgebaut worden. „Das einzige was mir sauer aufstößt ist, dass wir den immer noch verschwundenen Mitwisser nicht gefunden haben. Was wenn er kein Mitwisser sondern Täter ist? Ich meine… wenn wir davon ausgehen, dass alle und ich meine wirklich alle die damals darin verstrickt waren tot sind, außer einen… dann ist doch klar, das dieser der Täter ist. Er hat alle Mitwisser beiseite geschafft, seinen Tod vorgetäuscht um nicht unter Verdacht gerät. Also kann nur er es gewesen sein. Ich sehe es folgendermaßen. Der Vater von Peter hat herausgefunden, dass Drogen aus der Asservatenkammer verschwinden, das ist ja aus den Aufzeichnungen ersichtlich. Er findet heraus wer es ist und droht diesem damit aufzuhören, weil er sonst den Vorgesetzten informiert. Das will der Typ natürlich nicht aber er erfährt dass es nicht nur Neumann ist, der was weiß und bringt einen nach dem Anderen um bzw. lässt ihn umbringen. Dann ist Neumann selbst dran. Und da der Täter weiß dass sich Neumann mit seinen Sohn gestritten hat, will er diesem den Mord in die Schuhe schieben. Er bestellt Peter zu einem unbekannten Ort und schlägt ihn nieder, dann ruft er den Vater an und dieser kommt natürlich. Er wird von dem Killer erschossen und dieser legt die Waffe in Peters Hand. Als Peter zu sich kommt, ist er bereits umstellt und flieht. Das macht seine Unschuld nicht gerade glaubhaft. Er wird geschnappt und verurteilt. Der Killer selbst ist noch frei…“ dachte Chris laut nach. Semir nickte. „Gute Theorie…aber es ist ein Fehler drin. Es gibt noch einen der etwas wissen kann…“ meinte er. „Ach wer?“ wollte Chris wissen. „Roman Sinndorf.“ Kam von Semir. „Aber Peter sagte doch, dass er damals noch gar nicht dabei war. Er war im Urlaub…“ erinnerte Chris ihn. „Ja sicher, aber das heißt nicht, dass er nicht Bescheid wusste. Schweizer ist für mich auch der Hauptverdächtige, aber…. Er muss einen Helfer haben. Hartmut muss sich noch einmal die CDs ansehen. Irgendwas haben wir übersehen….“ sinnierte Chris erneut.

    „Ja und was hast du?“ wollte Semir wissen, der gehofft hatte einmal den KTU-Mann enttäuscht zu sehen. „Nun ja…. Ich habe mir mal die Kugeln aus dem Neumann-Fall von vor zehn Jahren schicken lassen. Sie ist zwar sehr deformiert, aber…. Ich habe sie trotzdem überprüfen können. Vor zehn Jahren war es noch nicht so möglich und ich habe herausgefunden, dass vor drei Jahren ebenfalls ein Mann mit der gleichen Waffe erschossen wurde und zwar in Italien. Dieser Mord wurde durch einen gewissen Christian Weiland verübt. Der Mörder ist jedoch nie gefunden worden und es gibt auch nur eine sehr vage Beschreibung des Mannes. Also habe ich weiter geforstet und auch in Frankreich, Spanien und sogar auf Kuba gab es Morde wo eine solche Waffe, nämlich eine handliche Walther PPK, 38er Munition, die Tatwaffe war. Das einzige was wechselte sind die Namen des Täters oder des mutmaßlichen Täters. Also müsst ihr nun diesen Mann hier suchen…“ erklärte Hartmut und hielt Semir ein Bild vor die Nase. Semir sah es und stöhnte. „So sehen 80 % der männlichen Bevölkerung aus. Außer ich natürlich…. Damit können wir gar nichts anfangen.“ stieß er aus. Hartmut grinste. „Ich weiß…. Aber das ist dein Job. Ich bin nur für die Feinarbeiten da. Und jetzt werde ich mich mal für ein paar Stunden aufs Ohr legen….“ gab Hartmut bekannt und verließ die KTU.

    Susanne sah Peter an. „Was ist, wenn man deine Unschuld nicht beweisen kann?“ fragte sie. Peter zog die Schultern hoch. „Ich weiß es nicht. Susanne… glaubst du mir, das ich unschuldig bin?“ kam die Frage von Peter. Susanne sah ihn an. „Peter… ich weiß es nicht. Ich meine auf der einen Seite muss der Richter und der Staatsanwalt etwas gehabt haben, sonst wärest du nicht eingesessen. Aber deine Tat, Anna Engelhardt zu entführen, das hat nicht viel dazu beigetragen dir zu trauen oder?“ stellte sie die Gegenfrage. Peter stand auf. „Ja ich weiß… es war eine dumme Aktion. Ich dachte wirklich dass ich so meine Unschuld beweisen könnte. Aber…Susanne… ich weiß selbst nicht mehr was ich denken soll. Auf der einen Seite wäre ich froh, wenn diese ganze Sache endlich bereinigt ist. Aber… ich will wissen wer mir mein Leben und meine Laufbahn bei der Polizei versaut hat. Ich will keine Rache… ich will nur Gerechtigkeit…“ erklärte Peter. Susanne nickte. Sie liebte ihn. Auch wenn er sie nur benutzt hatte um an Anna heranzukommen. Doch sie spürte, dass er etwas für sie empfand. Konnte sie sich da so sicher sein? Sie wusste ja, dass er damals verheiratet war und eine Tochter hatte. Anna hatte ihm gesagt, dass seine Frau mit einem anderen Mann verheiratet war. „Peter….?“ Fing Susanne an. Peter sah sie an. „Ja…?“ wollte er wissen. „Ich möchte nur eines wissen. Hast du mich wirklich nur benutzt oder hast du mich auch geliebt?“ stellte sie die Frage. Peter schloss die Augen. „Weißt du…. Ich wollte dich am Anfang wirklich nur benutzen, aber je länger ich bei dir war, umso mehr spürte ich, dass ich dich wirklich liebe. Ich liebe dich… und ich muss zugeben, dass ich sogar in Versuchung war, für dich meine Isabelle zu verlassen. Ich liebe dich wirklich…“ schwor er und zog Susanne zu sich heran. Er küsste sie innig.

    Semir sah Peter an. „Tja… damit sind dann alle Verdächtigen außen vor. Ihr Vater hatte zwar jemanden hier angegeben, aber… der ist bei einen Unfall umgekommen. Schon ziemlich seltsam…“ murmelte er und griff zum Telefonhörer als es klingelte. „Gerkhan…!“ meldete er sich. „Wegener hier… hör mal… dieser Mann der verbrannt ist… ich habe da von einem Orthopäden eine Information bekommen. Und zwar besaß der Mann eine Hüftprothese. Die Dinger sind ja nummeriert und anhand der Nummer haben wir einen Namen. Es ist ein gewisser Erwin Hirther… eigentlich obdachlos.“ Hörte er den Gerichtsmediziner sagen. „Danke…“ sagte Semir leise und legte auf. „Es gibt noch jemanden, der in Frage kommt…“ sagte er und sah zu Chris und Peter. „Ach und wer?“ wollten die Beiden wissen. „Schweizer…“ meinte Semir nur. „Schweizer ist tot… er ist verbrannt. Semir… ich weiß dass du mir helfen willst, aber so ist es nichts…“ kam leise von Peter. „Nein… Schweizer ist nicht tot. Der Mann, der im Haus verbrannt ist, heißt Erwin Hirther und war ein Obdachloser. Was er im Haus von Schweizer gesucht hat bleibt unklar…“ berichtete Semir. Erneut klingelte das Telefon „Ja?“ fragte Semir nur. „Hartmut hier… Euer gesuchter Täter ist…“ fing Hartmut an. „Schweizer… wissen wir bereits…“ unterbrach Semir ihn. „Och Mensch…. Das meine ich aber gar nicht….“ grinste Hartmut.

    Paul Schweizer lehnte sich zurück. Er blies den Rauch seiner Zigarre in die Luft und formte manchmal sogar Ringe. „was hast du denn, Till. Niemand hat Spuren. Niemand kann uns etwas nachweisen. Alle die was wissen, sind tot. Sogar ich…“ lachte er. „Ich sehe das nicht so… was wenn die dahinter kommen, dass du noch lebst? Was wenn die herausfinden, dass ich damals geschossen habe? Was…?“ stieß Till Schuster die Fragen aus. Paul sah ihn an. „Niemand wird uns was nachweisen. Ich habe genügend Geld zusammen, dass wir uns absetzen können. Ein Wink des Himmels, dass du mit dieser Bullentante was angefangen hast. Wir sollten es vielleicht noch etwas ausweiten. Du könnstet an der Front für mich spionieren…“ lachte Paul der die Sache scheinbar ziemlich leicht nahm. Till schüttelte heftig den Kopf. „Ich mach mich vom Acker…. Diese Bullen die sich in den Fall geklinkt haben, scheinen einiges im Kopf zu haben. Ich setz mich ab nach Australien. Da bin ich sicher. Ich werde meine Konten hier auflösen und nichts wird mich wieder nach Deutschland bringen.“ Gab er bekannt. „Dann lebe wohl, Till. Ich hoffe doch, dass ich dich anrufen darf, wenn ich mal wieder einen Job habe?“ fragte Paul. „Ja sicher…. Wenn du mich buchen willst dann darfst du es gerne tun.“ Meinte Till und packe seine Tasche. „Ach weißt du… du kannst sofort einen Auftrag für mich übernehmen. Ich zahle dir eine halbe Million.“ erklärte Paul. Till sah ihn an. „Wer und wann?“ wollte er sofort wissen. „Es sind mehrere, aber dafür ist die Bezahlung ja auch hoch genug. „Ich will das du Peter Neumann ausschaltest und die Bullen, die an dem Fall dran sind. Und damit meine ich auch deine Herzdame…“ grinste Paul. Till nickte. „Ich habe damit keine Probleme. Das Wann suche ich mir aus. Also gut…“ meinte er nachdem er sich es überlegt hatte. „Wie immer die Hälfte bei der Auftragsannahme, der Rest nach Beendigung.“ Bestimmte Till. Paul war einverstanden und legte ihm einen Umschlag auf den Tisch. Till nahm ihn und fuhr nach Köln zurück.

    „Was ist denn?“ wollte Peter wissen. „Ich war bei Ihrer Frau. Oder besser Exfrau. Sie hat die Ehe annullieren lassen und ich denke ich kann sie sogar verstehen.“ Erklärte Anna leise. Peter sah sie an. „Annullieren?... Sie hat mich verlassen? Einfach so? Ohne mich zu fragen?“ kam von Peter ungläubig. „Ja… ich weiß es ist schwer, aber versetzen Sie sich in ihre Lage. Sie ist frisch verheiratet, hochschwanger und dann kommt heraus, dass der Mann angeblich seinen Vater umgebracht hat. Sie muss ihn für zehn Jahre eingesperrt sehen. Vermutlich macht sie ein Spießrutenlauf mit den Nachbarn und Freunden mit, weil sie Ihre Frau ist.“ versuchte Anna das was sie von Isabelle erfahren hatte Peter beizubringen. Peter sah sie nur verständnislos an. „Sie hat die Ehe annulliert? Deshalb hat sie mich nicht mehr besucht. Sie wollte mit einem Knasti nichts zu tun haben…. Ich hätte es mir doch denken können. Haben Sie meine Tochter auch gesehen?“ fragte er leise. Anna nickte. „Ja… sie eine sehr hübsche junge Dame.“ lächelte sie. Peter nicke „Ja sicher… und vermutlich weiß sie nicht einmal dass ich ihr Vater bin.“ kam bitter von Peter. „Oh doch sie weiß es… nur hat ihre Frau ihr gesagt, dass Sie bei einem Einsatz ums Leben gekommen ist. Aber nicht weil sie sich schämt, sondern weil sie damit das Leben Ihrer Tochter schützen wollte.. Sie hat Sie geliebt…“ „geliebt? Klar doch! Wie heißt es so schon… in guten und in schlechten Tagen…. Doch wenn so etwas passiert, dann streicht sie die Flaggen….! Und meiner Tochter wird erzählt, dass ihr Vater tot ist…. Ganz toll. Wo wohnt sie?“ fragte Peter wütend und gleichzeitig enttäuscht. Anna sah ihn an. „Ich werde es Ihnen nicht sagen. Peter… wenn alles vorbei ist, dann werde ich versuchen zwischen Ihnen zu vermitteln. Aber Ihre Frau ist neu verheiratet und hat eine zweite Tochter geboren. Für Sie ist als Familienvater kein Platz mehr da…“ Annas Worte klangen hart, aber sie wusste auch, dass Peter sie verstand. Er verließ mit gesenktem Blick das Büro. Anna sah ihm nach.

    Till packte seine Sachen. Er musste weg. Bisher wusste niemand dass er damit zu tun hatte und das sollte auch so bleiben. Er hatte Anna heute Morgen noch gesagt, dass er für längere Zeit nach Australien und könnte sich nicht melden. Der Flug ging in zwei Stunden. Er musste hier einfach alle Brücken abbrechen. In Australien konnte er neu anfangen. Dort würde ihn niemand suchen oder ausliefern. Niemals… Anna wird die Trennung schon verkraften. Sie war eine starke Frau. Till brachte sein Gepäck runter und fuhr los. Nur eine halbe Stunde später war er auf dem Flughafen und checkte ein. Die Zeit verlief für ihn viel zu langsam. Er musste schneller raus aus Deutschland. Wieder ging sein Gedanke zurück zu jenem Tag als der Unbekannte ihn anrief. Seine Nummer wurde weitergegeben an jeden, der einen Killer brauchte. Till war bekannt dafür, seine Aufträge gewissenhaft und stets erfolgreich zu beenden. Er hatte damals keine Skrupel einen Polizisten zu töten und würde sie auch heute nicht haben. Wieder sah er auf die Uhr. Eine Stunde noch… eine Stunde bis er endgültig in Freiheit war. Er flog natürlich erster Klasse und ließ sich von den Stewardessen versorgen. Dann endlich hob die Maschine ab. Till schloss die Augen. Nun würden sie ihn nicht mehr bekommen. Er braucht zehn Jahre lang keine Angst haben. Und ausgerechnet jetzt…. Wo er den Fall fast vergessen hat, fängt die Polizei an ihn wieder aufzurollen. Ausgerechnet jetzt, wo er eine Frau gefunden hatte, die ihm gefiel.

    „Nein.. leider nicht.“ Entschuldigte Anna sich. „Wonach suchst du denn?“ fragte Till weiter. „Es geht um den Fall, der mit Neumann zu tun hat….“ meinte Anna nur. „Ja und was hat er getan? Er hat seinen Vater umgebracht und dafür seine Strafe abgesessen. Damit ist der Fall doch erledigt.“ antwortete Till nur. Anna nickte. „Ja so sieht es aus, aber heute sind so einige Sachen an den Tag gekommen, die sagen, dass er tatsächlich unschuldig ist oder besser war. Und nun suchen wir den wahren Täter.“ Erklärte Anna. Till nickte. „Sehr interessant und was weißt du?“ wollte er wissen. Anna lächelte. „Ich will nicht mit dir darüber reden.“ gab sie bekannt und schlug die Akte zu. Sie lehnte sich zurück und schloss die Augen. „Weißt du was mir soeben in den Kopf gekommen ist?“ fragte er. „Mhhhhmmmmm…“ machte Anna. „Wir könnten doch auch mal für ein Wochenende weg fahren. Irgendwo hin, wo du nicht arbeitest… ich meine ich muss am Montag wieder weg und wir haben nicht einen Augenblick wo du nicht am arbeiten bist…“ erklärte Till. „mmmmhhhh…“ machte Anna weiter. Till sah sie schweigend an. Konnte es sein, das sie gerade am einschlafen war? „Dieser Fall liegt doch schon zehn Jahre in der Vergangenheit. Warum willst du ihn aufrollen?“ fragte er leise. „Weil es ein Polizist war, der ermordet wurde und dafür ein anderer Polizist ins Gefängnis ging.“ kam müde von Anna. Till zuckte zusammen. Nun wusste er was für einen Fall sie bearbeitete. Er sah Anna an. Sie schien zu schlafen und er nahm die Akte in die Hand. Till musste wissen, ob es eine Spur zu ihm gab. Ob ihn jemand gesehen hatte. Vor allem musste er morgen erst einmal verschwinden….

    Am nächsten Morgen kam Anna ausgeschlafen ins Büro. Semir, Chris und Peter saßen bereits am Schreibtisch. Die Akten waren ordentlich im Karton gestapelt. „Haben Sie was gefunden?“ fragte sie. Die Köpfe der Drei schüttelten sich. „Nichts… scheint alles sauber zu sein. Da war das, was Hartmut gefunden hat und das was von dem Anwalt bekannt wurde, sehr viel interessanter. Leider bringt es uns nicht weiter, denn der Mann, der den Anwalt besucht hatte, ist gestern bei einem Unfall tödlich verunglückt…“ gab Peter bekannt. Anna nickte. Der Fall war wie verhext. Alle Spuren schienen im Nichts zu enden. „Peter es tut mir ehrlich Leid. Ich dachte wirklich wir könnten den Mörder von Hans festsetzen. Aber es sind alle tot.“ sagte sie leise und traurig. Peter nickte. „Ich weiß…. Ihr habt alles getan. Schade….“ gab er zurück. „Na noch ist nicht aller Tage Abend. Ich weiß nicht, aber irgendwie habe ich ein sehr ungutes Gefühl….“ kam von Semir. Chris sah ihn an. „Lässt du uns daran teilhaben?“ wollte er grinsend wissen. „Nein… erst wenn ich genau weiß was mich stört…“ nickte Semir nur. Anna nickte Susanne zu. Es hieß sie wollte ihm sagen, was mit seiner Frau und seiner Tochter war. „Peter… darf ich Sie kurz sprechen… unter vier Augen…“ bat sie ihn. Peter nickte und ging mit ihr ins Büro. Susanne sah mit einem mulmigen Gefühl den beiden nach.

    „ich fasse es nicht…“ stammelte Hartmut als er das las. Doch nun schien wieder eine der Stellen beschädigt zu sein. „Nur keine Sorge… das krieg ich auch noch hin….“ drohte er der CD und nahm sie aus dem Laufwerk.


    Semir sah Chris an, als er die Akte von dem Anwalt überreicht bekam. „Tja… damit dürfte klar sein, dass du ein Opfer bist, Peter…. Die Frage ist nur, von wem?“ meinte Chris. Peter zog die Schultern hoch. „Wer sollte mir etwas wollen? Die Andren sind alle tot… wir können genauso gut einpacken. Verdammt…“ fluchte Peter. Chris lachte leise. „Einen Vorteil gibt es trotzdem… man kann den Ruf wieder herstellen und die Entschädigung des Staates für die zehn Jahre ist ja auch nicht zu verachten…“ meinte er nur. Peter nickte. „Ja ich weiß…aber mein Leben kann man mir nicht wieder geben. Zehn Jahre sind verloren… Zehn Jahre in denen ich meine Tochter nicht aufwachsen sehen konnte. Zehn Jahre die mir niemand zurückgeben kann. Außerdem wird der Mord an meinem Vater ungesühnt bleiben….“ Sagte er leise und sah aus dem Fenster. „Damit ist der Fall wohl erledigt…“ hängte er traurig an. Semirs Handy klingelte erneut. „Ja?“ meldete er sich. „Hartmut! Hast du was gefunden?“ fragte Semir direkt. Er schwieg eine Weile und schien einfach nur zu zuhören. Dann schloss er die Augen kurz und bedankte sich bei dem Kriminaltechniker. Er sah Peter an. „Der Mörder ist leider tot… so wie es aussieht war es Schweizer, der deinen Vater hat umbringen lassen. Hartmut hat eine weitere CD gefunden und darauf war so etwas wie ein Bericht über die letzten Einsätze. Dein Vater hatte Schweizer vermutlich beobachtet, wie er einiges von den beschlagnahmten Drogen für sich beanspruchte und vermutlich verkaufte. Außerdem scheint Schweizer vor diversen Razzien die Verdächtigen gewarnt…“ erklärte Semir. Peter sah ihn erstaunt an. „Schweizer?? Das glaub ich nicht… aber er ist ja tot… gut… dann brauche ich nur noch meine Familie wieder zu finden. Würdet ihr mir dabei helfen?“ bat Peter.

    Die Akten ergaben nicht wirklich was und am Ende des Tages waren noch sechs Akten übrig. Anna war müde. „Ich werde zwei Akten mit nach hause nehmen und heute noch durchsehen. Morgenfrüh kommt der Bote und holt sie wieder ab.“ Schlug sie vor. Auch Semir, Chris und Peter waren müde. „Gut… wir werden die restlichen vier noch machen und dann auch nach Hause fahren. Einen schönen Abend trotzdem…“ wünschte Chris Anna. „Danke…“ Anna ging zu Susanne, die gerade ebenfalls einpackte. „Wie läuft es denn bei Ihnen und Peter?“ wollte sie wissen. Susanne lächelte. „Nein… noch nicht… ich kann im Augenblick nichts darüber sagen. Aber er möchte seine Tochter sehen. Können wir und da nicht etwas überlegen? Wir können es ihm doch nicht ewig verheimlichen…“ gab Susanne zu bedenken. Anna nickte. „Ja ich weiß… aber ich werde es mir überlegen… Nur muss seine Exfrau mitspielen. Morgen… werde ich mich darum kümmern.“ lächelte Anna und verabschiedet sich. Till stand bereits auf dem Parkplatz und verzog das Gesicht als er die zwei dicken Akten sah. „Musst du schon wieder arbeiten?“ fragte er enttäuscht. „Nur eine Stunde…“ versprach Anna. „Okay… mehr werde ich nicht zulassen!“ ermahnte er sie und fuhr mit ihr nach Hause. Eine Stunde später saß sie auf dem Sofa und las die Akte. „Kann ich dir irgendwie helfen?“ bot sich Till an.

    10.12.1997: Heute kam Peter Neumann zu mir und wollte das ich ihn vertrete. Einen Vatermörder…. Hans Neumann ist von ihm erschossen worden. Wo soll ich denn ansetzen. Peter behauptet unschuldig zu sein.. wie oft habe das schon gehört, aber bei Peter bin ich fast bereit daran zu glauben….

    18.03.1998: Heute habe ich unerwartet Besuch bekommen, gerade wo ich den Fall fast gewonnen habe. Ich war in Eile und wollte den Besucher schnell abfertigen. Aber er ging nicht. Er behauptete neue Beweise zu haben, das Peter schuld ist. Sollte ich mich wirklich so getäuscht haben? Der Mann legte mir eine sehr große Menge Geld auf den Tisch und sagte ich sollte alles dafür tun, damit Peter ins Gefängnis geht. Ich habe meinen Job immer sehr geliebt und meine Klienten so gut es ging verteidigt. Aber ich bin gerade Vater und… ich muss meine Familie ernähren. Ja… ich habe das Geld genommen.

    22.03. 1998: Heute war das Urteil. Peter geht für zehn Jahre in den Bau. Mir wurde nahe gelegt die Praxis zu schließen und weg zu gehen. Ich werde nicht gehen. Ich nicht…

    Sinndorf legte die Akte auf den Tisch. Der Anwalt war korrupt. Er hat sich für die Verurteilung von Peter bezahlen lassen. Verdammt, nun war auch klar, warum Sinndorf nicht als Zeuge benannt wurde. Er hätte vermutlich Peter entlasten können, aber das hätte nicht in den Kram gepackt. Also gut… Wenn Peter es nicht war, dann muss der Mörder noch frei sein. Wer von den alten Kameraden käme dafür in Frage? Sinndorf fiel nur ein, das Schweizer mit Neumann ziemlichen Stress hatte. Eigentlich war das ein richtig handfester Streit. Hans wollte damals mit Sinndorf darüber sprechen. An dem Abend als er starb hatte er ihn, Sinndorf, angerufen, aber er hatte gerade keine zeit. Verdammt… wenn ich ihn angehört hätte, dann könnte er noch leben. Aber wenn Schweizer da mit drin steckte dann war es jetzt eh zu spät. Schweizer war tot. Und damit war eine Wiederaufnahme eh sinnlos. Gut… man könnte Peters Ruf wieder herstellen, aber er war zehn Jahre im Gefängnis. Er könnte nie wieder als Polizist arbeiten. Sinndorf dachte an Isabelle, Peters Frau. Wie würde sie es aufnehmen? Wusste sie dass er wieder frei ist? Und was war mit Sophia? Wird Peter zu ihr Kontakt aufnehmen? Er wusste doch, dass Isabelle ihrer Tochter erzählt hatte, dass Peter tot war. Das Kind würde vermutlich einen Schock bekommen. Doch er musste diesem Gerkhan Bescheid geben. Vielleicht findet er noch andere Sachen und wenn die richtig kombinieren, dann dürfte es … Sinndorf hörte auf nachzudenken und rief Semir Gerkhan an.

    „So… die Akten werden sicher gleich hier sein.“ Meinte Semir und holte sich eine Kanne Kaffee aus der Küche, als sein Handy klingelte. „Ja?“ meldete er sich. „Sinndorf hier… ich weiß… es ist eigentlich nicht meine Sache. Aber… ich habe den Anwalt der Peter damals vertreten hat aufgesucht. Der Mann ist seit einigen Tagen verschwunden und ich habe mir die Akten besorgt. Durch meine Position ist es sehr einfach…“ erklärte der Anrufer. Semir rollte die Augen. Ein Möchtegernpolizist. „und was haben Sie gefunden?“ wollte er wissen, obwohl es ihm nicht wirklich interessierte. „Der Anwalt hat sich schmieren lassen. Er hat Peter nicht verteidigt weil er Geld bekommen hat…“ erzählte der Politiker. „Wie war das?“ fragte Semir nach. Jetzt war er plötzlich sehr interessiert. „Ja… in den Akten steht drin, dass er sich hat schmieren lassen. Er scheint Tagebuch über den Fall geführt zu haben… Jeder Tag des Prozesses ist hier verzeichnet…“ kam von Sinndorf. „Okay… würden Sie mir die Akte bringen… es wäre sicher sehr hilfreich…“ bat Semir. Sinndorf versprach es. Semir ging nachdenklich ins Büro zurück wo Chris und Peter ihn an sahen. „Was ist denn mit dir?“ wollte Chris wissen. „Sinndorf hat mich eben angerufen… scheint ganz so, als ob der Anwalt von Peter geschmiert wurde…“ gab Semir bekannt. Doch es sollte nicht die einzige Ungereimtheit bleiben die ans Licht kam. In diesem Augenblick kamen die Akten und sofort stürzten sich Chris und Peter darauf. Auch Anna kam herein und machte sich mit an die Arbeit.

    Hartmut glaubte nicht, was er da las. Die letzte CD die er eingelegt hatte, enthielt das, was Peter immer beteuerte. Seine Unschuld konnte damit bewiesen werden. Hartmut wählte Semir an. „Hör mal… ich habe noch eine CD gefunden. Hier hat dieser Hans einen ziemlich starken Verdacht gegen einen seiner Kollegen aufgeschrieben. Aber er hatte scheinbar noch nicht die richtigen Beweise dafür. Der Eintrag ist kurz vor seinen Tod. Er hat sich mit einem gewissen Feddersen verabredet. Der Treffpunkt ist ein Café in der Kölner City. Ich habe auch eine Telefonnummer. Allerdings ist die nicht mehr aktiv. Ich habe das schon überprüft. Ich bin aber noch nicht durch. Die CD scheint einen kleinen Schaden zu haben, aber ich werde es schon noch knacken..“ versprach er. Semir bedankte sich und Hartmut machte sich wieder an die Arbeit. Es wurde immer sonderbarer. Scheinbar war Feddersen ein Vorgesetzter beim SEK. Wie ein Kriminalroman verschlang Hartmut die Informationen die er vor sich auf dem Bildschirm sah.

    „heute war es wieder soweit. Wir haben achtzig Kilo Heroin sichergestellt. Alle die im Raum waren, wurden verhaftet. Die Drogen wurden in die Asservatenkammer gebracht. Doch es kam nicht mehr als die Hälfe dort an. Ich habe Schweizer in Verdacht. Er ist seit einigen Wochen sehr sonderbar drauf und versucht immer wieder mit in die Asservatenkammer zu kommen. Mit Erfolg. Ich habe es bemerkt, dass bei den letzten Razzien immer wieder Drogen verschwunden. Ich habe ihn beobachtet und gesehen wie er nach einem erfolgreichen Zuschlag einiges eingesteckt hatte. In seine Tasche. Ich vermute er steckt mit der Drogenmafia unter einer Decke. Deshalb waren die großen Fische auch immer vorgewarnt. Ein Mann aus unseren Reihen ist ein Verräter….