Beiträge von Elvira

    Lothar der Steward war mit seinem Leben nicht wirklich zufriednen. Allerdings hatte er eine in seinen Augen, geniale Idee, sein Gehalt etwas aufzubessern. Er war neben den Kunden auf dem Schiff Zugriff auf die Tresore auch in den Kabinen. Er durchsuchte eine nach der Anderen. Dabei achtete er jedoch darauf, nicht zu viel von dem einzelnen zu nehmen, damit es nicht direkt auffiel. Bisher ging alles gut. Nun durchsuchte die Kabine von Ben und Susanne. „Mist… hier ist ja fast nichts zu holen…“ fluchte er leise. Doch dann fand er eine kleine Tasche im Schrank. Er öffnete sie und strahlte. Ein Griff und er hatte Bens Handy in der Hand. „Geiles Teil…“ nickte er und sah sich das Gerät näher an. „Das bringt mir einiges ein.“ murmelte er und steckte es ein. Als nächstes suchte er in den anderen Schränken und öffnete den Tresor. Doch hier war nichts zu finden. „Kleine Beute….. nun gut… muss auch mal sein.“ murmelte er und richtete die Kabine wieder ordnungsgemäß her. Dann ging er in die von Semir und Andrea. Doch hier fand er absolut gar nichts. Etwas enttäuscht ging er in seine Kabine und hockte sich vor seinem Laptop. Wireless Lan sei dank… hier konnte er ins Internet gehen und sich mal um den Wert des Handys kümmern. Er gab die Marke ein und ließ sich den Neuwert des Handys anzeigen. Er drehte das Handy und sah, dass es an war. Mit einem Knopfdruck ließ er sich das Telefonbuch anzeigen. Es waren wenige Einträge zu lesen. Zu Anfang stand Konrad Jäger dann Telefonnummer. Lothar sah auf. Konrad Jäger? … Konrad Jäger….? überlegte er und dann machte es Klick. Konrad Jäger der Baulöwe. Im Internet ließ er sich alles über Konrad Jäger anzeigen. Er las den Bericht und stieß dann auf ein Bild. „Wie schön dass es Internet gibt…“ lachte er. „Dann werde ich bald sehr reich sein. Dank Konrad Jäger…“ gab er leise von sich und sah auf das Bild, das Konrad Jäger mit seinem Sohn zeigte. Daneben war der Freund Gerkhan zu entdecken. „Dich werde ich auch einbinden…“ lachte er zufrieden und bastelte einen ziemlich ausgeklügelten Plan für seinen nächsten Coup…

    „Und auch um die Kapelle regt sich das Mythos des spukhaften Spielers. Ja Sie lachen meine Herren, aber wenn Sie eine Nacht mal von diesem Jungen der durch eine kräftige Ohrfeige taub und stumm geworden ist, kam immer her um hier in der Burg zu spielen. Aber eines Tages das wurde er von einem der Spieler die in großer Schar und in altertümlicher Tracht m einen Tisch standen bemerkt. Sie luden ihn ein und er bekam einen Schock. Er konnte diese Einladung nicht annehmen und verstand die Zeichen dieser Spieler nicht. Sie wollten ihm einen Schatz zeigen. Als das Licht verloscht und die furchterregende Dunkelheit den armen Jungen umgab, rannte er so schnell er konnte heim. Von da an kam er nie wieder in die Burg. So… das war auch schon die Führung und ich hoffe sehr dass es Ihnen gefallen hat. Erzählen Sie ihren Freunden davon. Ich wünsche Ihnen eine schöne angenehme Weitereise.“ verabschiedete sich der alte Mann. Andrea sah Semir an. „Und… war es so schlimm?“ wollte sie wissen. Semir nickte. „Ich konnte meine Neugier sehr zurück halten….“ Grinste er und bekam von ihr einen kleinen Seitenstoß. Susanne kam zu ihr. „Das nächste Mal gehen wir wieder allein von Bord… mit Ben ist es eine Katastrophe!“ stöhnte sie leise. Andrea nickte. „Ja… die Männer haben einfach keinen Hang zur Phantasie einer Frau… als Burgfräulein in die Geschichte einzugehen oder… sich als Prinzessin zu sehen…“ lachte Andrea zurück. Sie gingen zum Schiff zurück.

    Die Fahrt ging weiter. „Willst du dein Leben lang diesen Kahn über den Fluss fahren?“ wollte Lothar wissen, der auf die Brücke kam. „Ja… das ist nämlich mein Traum Ich bin so lange auf hoher See gewesen und habe so viele Stürme mitgemacht, dass ich es liebe wenn es ruhiger angeht. Und das geht nur auf diesem Fluss. Das liebe ich…“ lachte Roland. Lothar sah ihn entsetzt an. „Du wirst alt… für mich gibt es nichts Schöneres mal auf einen der großen Schiffe zu fahren. Aber wie du willst… ich mach mich mal an das Essen ran…“ kam von Lothar und dann verschwand er. Roland sah ihn nach. Lothar war ein Träumer, der dachte auf dem Schiff die große Karriere eines Steward alá Sascha Hehn auf dem Traumschiff zu starten. Es war natürlich lächerlich, denn so etwas gab es nur im Fernsehen. Er lenkte sein Schiff den Rhein runter. Für ihn gab es nichts Schöneres. „Meine Damen und Herren, wenn Sie Ihren Blick nach Rechts wenden, sehen Sie die Martinsburg, die Endes des 14. Jahrhundert die kurmainzische Zollburg war. Die malerische Baugruppe wurde gemeinsam mit der Stadtbefestigung errichtet. Das Spitzbogentor in der Ostmauer zeigt einen zierlichen Gusserker mit dem Wappen. Der Nordflügel enthielt wohl die Haupträume. Der Wohnturm im Nordwesten entstand im 14. Jh. Und wurde im 18. Jh. Verändert. Der Südtrakt ist ebenfalls gotisch. Der Südwest- und Westflügel errichtete Erzbischof Franz Lothar von Schönborn 1719 bis 1721. Darin eingebaut ist der Hauptturm. An seinen Fenstern sieht man außen kleine Konsolsteine für die nach unten klappenden Holzläden. Das Dach stammt aus dem 18. Jh.“ kam der nächste Vortrag.

    Anna legte den Telefonhörer auf. Sie hatte sich nicht verguckt. Es war tatsächlich Tills Nummer. Wie war er in dieser Sache verstrickt? Sie überlegte. Es gab einen Auftragskiller... konnte Till einer sein? Nein... dieser Mann war liebevoll und zuvorkommend. Der hätte doch nie...oder doch? Anna schüttelte energisch den Kopf um die Gedanken zu verdrängen. Ihr Freund war mit Sicherheit kein Killer. Das Telefon riss sie aus den Gedanken. „Engelhardt!“ meldete sie sich. „Ja... Semir hier. Chefin, das Auto was ausgebrannt ist, ist ein Mietwagen. Dieser war auf Peter Steiner gemietet worden. Allerdings hat die Angestellte der Firma eindeutig Paul Schweizer erkannt. Wir müssen davon ausgehen, das Paul Schweizer im Wagen saß.“ Hörte sie den Hauptkommissaren sprechen. „Kann er nicht wieder seinen Tod vorgetäuscht haben?“ fragte sie hoffnungsvoll. „Das ist durchaus möglich, aber er wusste ja nicht, dass wir ihm auf den Fersen sind.“ Erklärte Semir. „Vielleicht doch. Semir.... Sie haben mir doch einen Teil der Liste auf den Tisch gelegt. Eine dieser Nummern kenne ich... sie gehört Till...“ antwortete sie leise. „Chefin? Sind Sie sicher?“ harkte Semir nach. „Ja... ich habe ihn angerufen und...“ fing sie an. „Chefin! Das war nicht klug...“ bekam sie von Semir die Schelte. „Nur keine Sorge, Semir... ich habe nichts von dem Verdacht gesagt. Till ist in seiner Wohnung. Markenburger Allee 13, Penthouse... Vielleicht könnten Sie und Chris... also ich meine... vielleicht können Sie ja...“ gab sie zu verstehen. „Ja sicher Chefin.... wir werden nachhören.“ Versprach Semir. Anna legte auf.

    Semir steckte sein Handy ein und sah nachdenklich aus. Chris registrierte das natürlich. „Was ist?“ wollte er sofort wissen. „Die Chefin... sie hat eine der Telefonnummern auf der Liste erkannt.“ gab Semir bekannt und sah ihn schief an. „Ja und? Wer ist es?“ harkte Chris nach. „Till Schuster... Der Freund unserer Chefin.“ Ließ Semir verlauten. „Ach....!“ machte Chris erstaunt. „“Herr Schuster hat mehrmals mit Paul Schweizer telefoniert. Wenn ich eins und eins zusammenzähle, dann komme ich nur darauf, das Schuster unser Killer sein muss.“ Dachte Semir laut nach. „Nun... die können sich auch so irgendwie kennen. Das ist kein Indiz....“ meinte Chris nur. „Ja sicher.... Susanne soll ihn mal überprüfen.“ riet Semir. Chris nickte und gab es an die Sekretärin weiter. „Ja hallo Chris hier.... Susanne überprüfe doch mal bitte Till Schuster. Du weißt schon.... alles was er bisher gemacht hat, wo er überall war und alles private.....“ gab er durch. Susanne versprach schnell die Ergebnisse vorzulegen. „Tja und was machen wir jetzt?“ wollte Semir wissen. „Wir werden Herrn Schuster einen Besuch abstatten. Mal sehen wie er uns die Verbindung zu Paul Schweizer erklären kann.“ grinste Chris. Semir zog die Schultern hoch und gab Gas.

    Till sah nachdenklich aus dem Fenster nachdem er mit Anna telefoniert hatte. War sie ihm auf die Schliche gekommen? Eigentlich konnte es nicht sein, aber ihre Stimme hörte sich nicht so an, wie sonst. Irgendwas war passiert. Was konnte es gewesen sein....? Ob die Kollegen von Anna bereits den Wagen entdeckt hatten? War Schweizer mit dem Leben davon gekommen? Fragen über Fragen gingen ihn durch den Kopf. Es klingelte und Till erschrak. Als er die Tür öffnete stand dort der Kurier und überreichte ihm einen Umschlag. Till quittierte den Empfang und öffnete den Brief. Es kam ein kleiner Schlüssel zum Vorschein. Till grinste. „Warum eigentlich nicht...“ sagte er sich leise. Er wusste ja wohin der Schlüssel gehörte und wollte sich das Geld holen. Damit konnte er sich einen Lebensabend irgendwo auf der großen Welt bereiten. Keine Sorgen.... keine Verbrechen... keine Polizei. Vielleicht sollte er mal über das Heiraten nachdenken und über Kinder.... Warum nicht. Er war noch nicht jenseits der 50 und somit nicht zu alt um eine Familie zu gründen. Doch erst musste er weg. Irgendwie hatte er das dumpfe Gefühl nicht mehr lange unbesorgt bleiben zu können. Die Kollegen von Anna konnten ihm gefährlich werden. Er musste umgehend weg. Till packte seinen Koffer und wollte gerade die Wohnung verlassen, als es klingelte.

    Semir drückte den Klingelknopf während Chris an der Tür lauschte. Er nickte zum Zeichen das er was gehört hatte. „Schuster! Machen Sie bitte auf!!“ rief Semir und klopfte an die Tür. Tatsächlich öffnete sie sich. „Was gibt es denn?“ wollte Till Schuster wissen. „Wir haben da ein paar Fragen wegen dem Fall, den wir gerade bearbeiten.“ erklärte Chris freundlich. Till nickte und ließ die beiden Kommissare rein. Sofort fiel den Beiden natürlich der gepackte Koffer auf. „Sie wollen verreisen?“ fragte Semir. „Ja… geschäftlich. Ich muss nach Mailand…“ erklärte Till und packte weiter. „Herr Schuster…. Kennen Sie einen Paul Schweizer?“ wollte Chris wissen. Till sah ihn an. „Nein….Wer ist das?“ wollte Till wissen. „Nun ja… der Herr Schweizer ist tot. Wir vermuten dass er der Mörder ist, den wir jagen, oder aber der Auftraggeber des Killers, der Herrn Neumann senior erschossen hat.“ erklärte Semir ruhig und beobachtete Till sehr genau. „Nein…. Der Name sagt mir gar nichts. Wieso wollen Sie denn wissen ob ich den Herrn kenne?“ harkte Till nach. „Nun ja…. Wir haben den Verbindungsnachweis von Herrn Schweizer und er hat sehr oft mit Ihnen telefoniert.“ lächelte Chris ihn an. Tills Grinsen erlosch. Doch es dauerte nicht lange und er hatte seine Fassung wieder. „Tut mir Leid…. Aber ich kenne keinen Schweizer.“ meinte er und schloss den Koffer. „Ich muss leider… mein Flieger geht in kürze und ich denke Sie wissen wie lange man braucht zum einchecken..“ kam süffisant von Till. „Nun…. Ich denke Sie sollten den Flug verschieben. Wir müssen uns zunächst einmal auf dem Revier unterhalten. Außerdem denke ich Sie wollen sich doch eh von Anna Engelhardt verabschieden und dann können wir die Befragung dort weiterführen.“ lächelte Semir ihn an. Till nickte. „Ja sicher….“ murmelte er und verließ mit den beiden Männern das Haus. Niemand der Beiden sah, dass er eine Waffe am Bein trug. Klein… kaum sichtbar…. Aber genauso tödlich wie eine Große.

    Till fuhr nach Hause zurück. Er wollte heute nicht mehr mit Anna sprechen und musste sich überlegen wie er alle drei erledigen konnte. Sicher waren sie Paul schon auf der Spur. Doch Till wusste genau, wenn sie Paul schnappten, dann war er ebenso geliefert. Sobald Paul in die Enge getrieben wurde, würde es nicht lange dauern bis er ihn verrät. Der Boden hier wurde einfach zu heiß. Till überlegte sich ob es nicht vielleicht besser wäre Paul zu beseitigen und dann das Weite zu suchen. Wie konnte er auch ahnen, dass die Tage seiner Freiheit bereits gezählt waren. Till sah sich in seinem Schrank um. Er hatte hier noch einige Bauteile die ausreichen eine Bombe zu basteln. Doch wen sollte er nun beseitigen? Wenn er die Polizisten beseitigte hatte er sicher eine Weile Ruhe, aber was wenn Anna dann den Fall übernimmt und dort weitermachte, wo ihre Männer unterbrochen wurden? Sie würde ihn vermutlich jagen und dann….? Till entschloss sich Paul Schweizer zu beseitigen. Es war einfacher diesen Nichtsnutz zu töten, als sich den gesamten Polizeiapparat auf den Hals zu hetzen. Der Plan stand fest. Er wusste welchen Wagen Paul fuhr und er musste nur die Bombe am Auto befestigen und genau wie bei diesen Sinndorf bei einer gewissen Temperatur zünden. Ein bedauerlicher Unfall…. Till grinste zufrieden. Und wenn die Bullen ihn doch finden, dann sind sie halt auch dran. Einer nach dem Anderen….

    Am nächsten Morgen fuhr Paul Schweizer los. Er musste sehen, dass er aus der Stadt kam, bevor die Polizei irgendwelche Spuren entdeckte. Er konnte nicht sicher sein, dass dieser Roman nicht doch etwas sein Wissen an die Polizei weiter gegeben hatte. Somit war es besser, wenn er Deutschland verlässt. Er stieg in seinen Wagen und fuhr los. Rasant ging es auf der Autobahn, die zu diesem Zeitpunkt recht leer war, was sicher daran lag das Ferien waren. Paul gab Gas. Die Temperatur des Wagens stieg an. Paul achtete nicht darauf denn er kam nicht auf den Gedanken, dass er nun selbst ein Opfer seines Killers werden sollte. Wie auch…. War seine Zahlung doch stets prompt und immer sehr großzügig ausgefallen. Paul grinste leicht, als er auf dem Beifahrersitz das Flugticket sah. Für Till hatte er auf dem Bahnhof einen Koffer deponiert und ihm den Schlüssel geschickt. Mit dem Geld konnte sich auch der Killer ein schönes Leben irgendwo auf der Welt leisten. Paul war sich sicher, nie wieder etwas von Till zu hören. Das konnte er auch, doch nicht so wie er sich es dachte. Als er den KM 403 erreicht hatte, bekam er nicht einmal den Knall mit. Der Wagen fuhr wie ein Feuerball weiter. Nichts was Paul identifizieren konnte würde übrig bleiben. Oder etwas doch?

    Semir traf als erstes in der PAST ein. Nach ihm kam Susanne, die ihn fünf Minuten später die Liste überreichte. „Hier… das sind die letzten Verbindungsnachweise, die mit diesem Herrn Kontakt hatte.“ Sagte sie und verschwand wieder. „Wo ist denn Peter?“ rief Semir hinter ihr her. „Er kommt gleich mit Chris zusammen. Chris hat ihn heute Morgen schon sehr früh abgeholt. Ich weiß aber nicht wohin…“ erklärte Susanne. Semir zog die Schultern hoch. Er kannte es ja, das sich Chris absonderte und ihn nicht immer unterrichtete. Semir sah sich die Nummern an. „Susanne… hast du die Nummern überprüft?“ fragte er hoffnungsvoll. „Ja sicher…. Zumindest einen Teil. Bin aber noch nicht durch. Allerdings ist mir eine Nummer aufgefallen, die er mehrmals angerufen hatte. Aber das ist eine Preepaidkarte. Keine Chance den Besitzer heraus zu finden.“ Rief Susanne ihm zu. „Tja… wenn die Chefin kommt dann werde ich ihr das mal vorlegen…“ murmelte Semir. „irgendwie müssen wir die Leute kontaktieren. Können ja wohl schlecht anrufen und sagen, dass sie in einem Mordfall der vor zehn Jahren passierte verwickelt sind.“ hängte er an. Endlich kamen auch Chris und Peter ins Büro. „Oh…hallo… schön dass ihr auch noch mal kommt.“ Knurrte Semir. „Was ist dir denn über die Leben gelaufen? Hat Andrea dich wieder mal…“ fing Chris an. „Kein Wort… Andrea ist nicht dran schuld. Nein… ich habe die Liste bekommen. Der Typ hat ganz schön telefoniert. Hier sieh dir den Haufen an.“ Semir hob die Blätter hoch.

    „Das gibt es doch gar nicht…“ stöhnte Dieter Bonrath als er und Hotte zur Unfallstelle kamen. „Das ist schon der zweite Wagen. Wieso müssen wir das machen? Das ist doch eher wohl Chris und Semirs Sache…“ maulte Hotte. „Ja sicher… du kannst die Beiden ja mal informieren. Von dem Wagen und dem Fahrer ist nicht mehr viel übrig.“ Stöhnte Dieter während Hotte das Mikro nahm Er forderte Semir und Chris an, die versprachen umgehend zu ihnen zu kommen. Das Umgehend dauerte eine knappe Stunde. „Mann… da seid ihr ja endlich… ich verhungere ja schon…“ begrüßte Hotte die Beiden. „Ja schon gut… Was haben wir denn?“ fragte Semir. „Der Wagen hier…. stand in Flammen. Ein Autofahrer hat uns informiert. Nach seinen Angaben gab es einen Knall und der Wagen fuhr wie ein Feuerball weiter bis er von der Leitplanke gebremst wurde. Der Fahrer hatte keine Chance.“ erklärte Dieter recht sachlich. „Tja…. Ich würde sagen, dass es Arbeit für Hartmut gibt. Lasst den Wagen bitte umgehend in die KTU bringen. Ich muss wissen auf wem der Wagen zugelassen war.“ Forderte Semir und ging wieder zu seinem Wagen. „Wollt ihr schon wieder gehen?“ fragte Hotte enttäuscht. „Ja sicher… wir können hier nichts tun…“ erklärte Semir grinsend und schon waren die Beiden verschwunden.

    Anna kam ins Büro und sah auf ihrem Schreibtisch die Verbindungsnachweise der Chipcard die Semir und Chris gefunden hatten. Sie sah sich die Nummern an und stutzte plötzlich. Immer wieder las sie die eine Rufnummer. Sie kannte diese Nummer doch. Keine andere war ihr im Augenblick so geläufig. Konnte sie sich nicht täuschen? Vielleicht war die Nummer nur ähnlich. Anna nahm ihr Handy und sah in das Telefonbuch. Bei dem Eintrag Till stoppte sie. Sie verglich Ziffer für Ziffer. Es war also kein Irrtum. Es war Tills Handynummer die immer wieder von dem vermeintlichen Mörder von Neumann angerufen wurde. Was hatte Till denn mit diesem Mann zu tun? Es war eine Frage die nur Till beantworten konnte. Sie musste mit ihm sprechen. Kurz entschlossen wählte sie ihn an. „Hallo Schatz… ich wollte nur wissen wo du warst. Du warst so schnell weg…“ sagte sie, als er sich meldete. „Ja… ich hatte einen Termin und der hat sich etwas hingezogen. Was gibt es denn?“ hörte sie ihn fragen. „Nichts . Ich sehne mich einfach nur nach dir.“ erklärte sie. „Nun ein paar Stunden musst du noch ausharren. Wir sehen uns heute Abend…. Versprochen und dann wird es wieder einer dieser wunderbaren Abende…“ kam leise lachend von ihm. „Ich freu mich schon….“ gab sie zu.

    Peter saß bei Susanne und ging mit ihr die Nummern durch. „Weißt du was ich mir vorstellen kann…“ fragte er leise. Susanne schüttelte den Kopf. „Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass wir da weitermachen, wo wir aufgehört haben. Wir passen doch sehr gut zusammen und ich finde es schade wenn es vorbei wäre…“ erklärte er. Susanne sah ihn entsetzt an. „Peter… willst du nicht mehr mit mir zusammen sein?“ fragte sie besorgt. „Nein… das ist es nicht. Ich will nicht nur mit dir zusammen sein. Ich will für immer mit dir zusammen sein. Für immer verstehst du… Ich weiß das ich nie wieder meinen Job als Polizist ausführen kann. Dafür bin ich einfach zu lange schon raus. Aber ich bin auch ein guter Hausmann. Ich mache sauber… versorge die Kinder… koche für dich…“ erklärte er weiter. Susanne lachte. „Willst du mir einen Heiratsantrag machen?“ harkte sie ungläubig nach. Peter zuckte mit den Schultern. „Was spricht denn dagegen? Wir passen sehr gut zusammen oder nicht? Willst du denn nicht mit mir zusammen sein?“ wollte er wissen. Susanne sah ihn liebevoll an. „Meinst du denn du kannst ohne deine Exfrau und ohne deine Tochter leben?“ wollte sie wissen, weil sie ahnte, das Peter Isabelle und Sophia sicher nachtrauern würde. „Nun... sie hat sich entschieden ohne mich zu leben und ich werde mich damit abfinden. Außerdem.... Sophia bleibt meine Tochter. Isabelle will mir regelmäßig Fotos schicken und mich informieren wie es ihr geht. Mehr geht nicht. Auch wenn ich sie gern in den Arm nehmen würde, aber Isabelle hat da schon Recht. Es wäre für Sophia sicher sehr schlimm. Eigentlich kennt sie mich ja auch gar nicht.“ Erklärte Peter. Susanne nickte. „Ja sicher.... aber bitte lass mir noch etwas Zeit. Wir können es ja erst einmal ohne Trauschein versuchen.“ lächelte sie ihn an. Peter war einverstanden.

    Paul Schweizer fühlte sich nicht mehr sicher. Irgendwie wird die Polizei, die gerade sein altes Zimmer durchsuchte zu aufdringlich. Man sollte ihnen ganz klar die Grenzen aufzeichnen. Er wählte Till Schuster an. „Ja ich bin es... wir müssen uns noch mal treffen... am üblichen Ort.“ sagte er lediglich und beendete das Gespräch wieder. Er wusste genau, dass Till es sich nicht nehmen lassen würde zu kommen. Schließlich ging es diesmal auch wenn er es nicht wusste um einen sehr großen Auftrag mit mehreren Toten. Paul wollte sich auf gar keinen Fall einbuchten lassen. Die Drei dort im Zimmer werden die ersten sein, die leider das zeitliche segnen. Und jeder der sich ihm in den Weg stellt, wird beseitigt. Er hatte genügend Geld um jede Summe zu zahlen, die Till fordern würde. Er sah wieder zum Hotel und bemerkte wie die drei Polizisten herauskamen. Er fuhr dicht an sie vorbei und sah sie kurz an. Dennoch waren es Blicke die jeden hätte töten können, wenn sie in der Lage gewesen wären. Diese Drei haben sich soeben den schlimmsten Feind geschaffen. Zehn Jahre war alles gut gegangen und nun? Sollte er nun für diese Taten in den Knast gehen? Niemals..., dachte er bei sich. Er sah auf die Uhr. Es war schon fast Abend. Zeit sich für das Treffen vorzubereiten. Wie gut, dass er noch eine Wohnung in Köln hatte, so war er nicht obdachlos. Dort hatte er auch sein Geld in einem Tresor liegen. Er nahm sich mehrere Bünden 100er heraus und steckte sie in eine Umschlag. Um zehn wollte er sich mit Till treffen und den Plan besprechen.

    Die Zeit flog dahin. Zumindest kam es Till so vor. Kurz vor neun sah er auf die schlafende Anna Engelhardt neben ihm. Er schälte sich sanft aus ihrer Umarmung und stand auf. „Willst du noch weg?“ fragte sie verschlafen. Er küsste sie. „Ja... ich hab noch einen Termin. Dauert sicher nicht lange...“ sagte er leise. „Schlaf du nur weiter...“ hängte er an und verschwand. Das Treffen fand erneut in dem Restaurant statt, wo sein letzter Auftrag ebenfalls angefangen hatte. Er wartete eine Weile und bestellte sich ein feines Gericht. Als er fertig war, sah er seinen Auftraggeber auf ihn zukommen. Eine kurze kühle Begrüßung. „Was ist es diesmal? Eine Geliebte? Eine Ehefrau?“ fragte Till höhnisch. Paul Schweizer schüttelte den Kopf. „Etwas Größeres...“ sagte er geheimnisvoll. Till nickte. „Wenn die Bezahlung stimmt, dann jage ich sogar eine Polizeistation in die Luft...“ lachte er. Paul sah ihn an. „Genau das verlange ich. Es geht um drei Männer. Sie sind bei der Polizei und kommen mir etwas zu dicht auf die Fersen. Beseitige sie. Wie ist mir ziemlich egal. Hauptsache sie hören auf.“ gab Paul kühl an. Till nickte. „Name, Adresse?“ wollte er wissen. „Kripo Autobahn. Einer von ihnen ist Peter Neumann. Die Namen der anderen Beiden weiß ich nicht.“ Sagte Paul nur. „Semir Gerkhan und Chris Ritter...“ vollendete Till die Namensliste. Paul sah ihn an. „Was?“ fragte er erstaunt. „Ich kenne die Leute...“ grinste Till und genoss die Verwirrung seines Gegenübers.

    „Verdammt.... ist die Liste schon da Susanne?“ rief Semir durch das Büro. „Semir! Vor morgen wird das sicher nichts werden!“ kam als Antwort von der hübschen Sekretärin zurück. „Tja... dann würde ich sagen machen wir Feierabend. Morgen ist auch noch ein Tag.“ stöhnte Peter. Chris war wie Semir damit einverstanden. „Also gut… fahren wir nach Hause…“ stimmte er zu. Die kleine Gruppe löste sich auf und jeder fuhr zu sich nach Hause. Susanne und Peter fuhren gemeinsam ab. Semir und Chris blieben noch einen Augenblick auf dem Parkplatz stehen. „Was meinst du?“ wollte Semir wissen. Chris sah ihn an. „Ich weiß gerade nicht was du meinst.“ Gab er zu. „Ich meine was du zu den Beiden sagst, glaubst du, dass die beiden irgendwann mal heiraten?“ fragte Semir. „Nun… warum nicht. Ist ein schönes Paar. Aber erst sollten wir dafür sorgen, dass er freigesprochen wird. Und das wird keine einfache Arbeit werden. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es ein verdammt tiefer Sumpf ist, in dem wir gerade herumstochern.“ prophezeite Chris. Semir nicke. „Ja ich weiß. Und ich habe das Gefühl, dass wir schon sehr bald mit dem unbekannten Gegner ein Stelldichein haben werden.“ Meinte er nur. Anschließend stiegen sie in ihre Wagen und fuhren jeweils nach Hause.

    Als Semir zuhause war, lagen Andrea und Aida bereits im tiefen Schlaf. Leise betrat er das Kinderzimmer. Seine kleine Tochter lag darin und schlief tief und fest in ihrem Bettchen. Er berührte sanft das schlafende Gesicht. Ein leichtes Lächeln huschte über sein Gesicht. Sein Glück war unbeschreiblich. Doch er hatte auch erlebt, wie schnell so etwas zerstört werden konnte. Wieder waren die Gedanken da, als er sie fast verloren hatte. Sekunden später wäre Andrea… Er schüttelte den Kopf um die Gedanken wieder loszuwerden. Leise verließ er das Zimmer und schloss die Tür. Dann ging er ins Schlafzimmer wo seine Frau im Bett lag. Leise zog er sich aus und legte sich neben ihr. Eigentlich wollte er Andrea nicht wecken, doch es schien ein Gen der Frauen zu sein, auf Bewegungen und Geräusche selbst im Schlaf aufmerksam zu werden. Sie sah ihn verschlafen an. „hallo Schatz…“ murmelte sie und schmiegte sich an ihn. Er küsste sie sanft auf die Stirn. „Ich wollte dich nicht wecken… schlaf einfach weiter..“ sagte er leise. „Mmmmh…..“ machte Andrea und versank wieder in der Traumwelt. Auch bei Semir wurde der Tribut eines harten Tages gefordert. Er schlief in kürzester Zeit ein.

    „Man hört die Beiden gar nicht. Nur dieses Rauschen des Wassers. Es ist einfach nur wundervoll“ bekam auch Ben zu hören. Er und Susanne lagen ebenfalls im Bett. „Nun ja… du solltest nicht darauf hören was Semir und Andrea machen. Die beiden sind verheiratet und wie ich Semir kenne wird er die Zeit hier mit Andrea genießen. Die Ruhe… ist in unserem Beruf so selten. Das weißt du doch genauso. Ich meine wie oft …“ erzählte Ben. Susanne lachte leise und küsste ihn. „Das interessiert mich derzeit überhaupt nicht.“ sagte sie. Ben nickte. Er würde auch lieber was Anderes machen als mit ihr zu reden. Und scheinbar hatte sie die gleichen Gedanken. An Schlaf war lange nicht zu denken. Und so fiel auch das Frühstück aus. Aber zum nächsten Landgang waren alle vier anwesend. Semir wollte Andrea den Gefallen tun und die nächste Tour mitmachen. Aber auch Ben musste mit. Dieser tat es nur murrend. Als sie die Burg fast erreicht hatten kam die Durchsage wieder über den Lautsprecher. „Meine Damen und Herren, wir erreichen in kürze das Lahneck mit ihrer wunderbaren Burg. Die Burg wurde vor 1244 für den Mainzer Erzbischof errichtet und sicherte das kurmainzerische Territorium. Im 30jährigen Krieg wurde sie stark beschädigt und blieb anschließend unbewohnt. 1803 gelangte die Ruine in nassauschen Besitzt bevor sie 1850 in Privatbesitz des Eisenbahndirektors Moraty überging, der sie 1852 teilweise wieder aufbauen ließ. Die Burg Lahneck ist ein interessantes Beispiel für die Kombination von mittelalterlichem Wehrbau und historisierender Restauration. Ihr inneres birgt prächtige Möbel und wertvolle Sammlungen. Sie werden gleich den Rundgang machen und dabei auch die schmucke Kapelle, den Rittersaal mit kostbarem Mobiliar und Bildern oder die alte Gesindeküche entdecken. Und trotz der Umbaumaßnahmen, die hier stattgefunden haben, fühlt man wie es früher gewesen sein musste. Und das schönste ist, das au der Terrasse des für seine böhmische Küche berühmte Restaurant nicht nur das Essen genießen kann sondern auch den Blick auf die Lahnmündung und Schloss Stolzenfels.“ Ein Knacken verriet, dass die Vorstellung beendet war. Andrea sah Semir an. „Hört sich sehr gut an…“ sagte sie und Semir konnte nur zustimmen. Beide freuten sich auf den Landgang.
    Nur wenige Minuten später begann die Führung: „Hier im Burggarten können Sie zu dem kleinen Nordwest-Turm im erhöhten Vorgarten kommen. Die hohen Herrschaften haben hier immer ihr Frühstück zu sich genommen und die Aussicht genossen. Wenn Sie sich nach links wenden, sehen Sie die letzte Kanone die aus dieser Zeit stammte. Die Kleine die Sie am Eingang gesehen haben, wurde nur zu Festlichkeiten genutzt oder auch zu Salut-Zwecken. Um die normalen Bürger zu Teil werden lassen, was gerade gefeiert wurde, kam es auf die Anzahl der Böller an. Die große hier links hatte da schon größere Kaliber zu schlucken und konnte schon mal eine Stunde an Ladezeit in Anspruch nehmen. Allerdings ist nichts nachgewiesen, dass eine dieser schweren Kugeln jemals ihr Ziel erreicht hat. Bitte folgen Sie mir jetzt in den Burghof.“ Kam von dem alten Herren, der die Führung machte. Die Leute betraten einen recht romantisch wirkenden Hof. „Hier können Sie einiges an Gebäudeteilen sehen, die sehr interessant sind. Rechts ist die Burgküche mit sehr mittelalterlichen Feuerstellen. Direkt daneben sind das Verlies und der Burgfried, welches der höchste Turm der Burg ist. Weiter rechts kommt die Ullrichkapelle wo Sie sich wenn Sie möchten auch ins Gästebuch eintragen können. Bitte folgen Sie mir jetzt in den Rittersaal!“ bat der Mann. Die Reisenden gingen hinter ihm her. Nur wenig später standen sie in einem prunkvollen Raum.

    „Die Ritterrüstungen die Sie hier sehen wurden nur bei den Turnieren getragen. Wie Sie sehen sind sie allesamt klein, was daher rührt das die Menschen im Mittelalter nicht so groß wurden, wie es heute ist. Die Ritter hatten damit eine ziemlich schwere Last zu tragen. Man sagt sogar, dass einige der Ritter in ihrer Rüstung erstickten, weil sie keine Luft bekamen. Bitte folgen Sie mir in die alte Küche!“ ging die Tour weiter. In der Küche staunte Andrea nicht schlecht über die schlichte und doch funktionelle Einrichtung. „Zu Zeiten des Ritters Embrichos war dies eigentlich der größte Wohnraum der Burg. Allerdings wurde er immer kleiner je mehr Umbauten stattfanden und ist nun der Kleinste geworden. Was die moderne Frau heute allerdings sicher als Praktisch empfindet. Früher war der Burgbrunnen in der Küche der Mittelpunkt. Ritter Embricho ließ sich hier seinen Haferschleim zubereiten. Die Küchengeräte sind alles Originale, wie sie damals zu Zeiten der Ritter benutzt wurden. Und nun kommt das Highlight der Tour. Der Burgfried. Wie schon gesagt, ist es der größte Turm der Burg und damit auch der sagenumwobenste. Um die gesamte Burg kursieren Geschichten die ein Fünkchen Wahrheit in sich trugen. Doch bevor ich Sie ihnen erzähle genießen Sie den wunderbaren Ausblick, den Sie von hier oben haben!“ empfahl der alte Mann. Andrea und Semir sowie Ben und Susanne ließen es sich nicht zweimal sagen. „Wunderschön…“ stöhnte Andrea leise und auch Semir konnte ihr nur zustimmen. Eine viertel Stunde später hob der Mann die Hand. „so und nun kommen wir zu dem Teil, den ich persönlich am Schönsten finde. Die Geschichten die sich um die Burg drehen. Die Sage der weißen Frau zum Beispiel. Auf dieser Burg lebte einst ein Ritterfräulein und verliebte sich in einem Ritter aus dieser Umgebung. Die Liebe ging auch von ihm aus, aber der Vater der Frau verbot ihr den Umgang mit ihrem Liebsten. Sie trafen sich heimlich und eines Tages, als der Vater mal wieder fort war, rief sie ihren Geliebten zu sich… doch sie wusste nicht, dass die Lahn Hochwasser hatte und als der tapfere Ritter zu ihr wollte ertrank er im Fluss. Sie wartete vergeblich auf seine Ankunft. Sie wartete mehrere Tage bis man ihr erzählte dass er tot war. Dann ging sie in eben diesen Turm und stürzte sich in den Tod. Seither taucht sie immer wieder auf um uns auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen…“ erzählte der Mann und man hörte die Inbrunst die er in diese Worte legte.

    „Dann entschuldigen Sie bitte die Störung…“ entschuldigte Dieter sich. Wenig später saß er mit Hotte im Wagen. „Die Unterlagen sind bei uns nicht vollständig. Wieso stand denn in der Akte nicht, dass der Mann gar nicht laufen kann. Der arme Kerl hat durch einen Unfall mit ner Straßenbahn beide Beine verloren. Damit scheidet nun der achte schon aus. Hotte… ich glaube wir verzetteln uns ziemlich. Vielleicht müssen wir doch anders vorgehen….ich meine…“ kam von Dieter. „Mensch Dieter… der Fall ist doch schwerer als ich dachte. Aber ich habe absolut keine Lust mich von Semir und Ben auslachen zu lassen. Solche Diebstahlserie werden wir doch wohl noch aufklären können. Wie heißt der nächste Verdächtige?“ fragte Hotte nach. „Walther Geißendorfer…. Bregenzer Strasse 3 in Dormagen…. Glaubst du wirklich, dass wir die Lösung finden, bevor Semir und Ben zurück sind?“ wollte Dieter wissen. Hotte lacht leise auf. „Ich hoffe es sehr….du kennst die Beiden…. Die lösen die Fälle immer so schnell, dass ich manchmal denke, die inszenieren die Dinger. Wie kommen die so schnell auf eine Lösung? Ich meine die denken doch nicht anders oder doch?“ harkte Hotte nach. Dieter zog die Schultern unwissend hoch.

    „Was haben Sie bisher?“ fragte Kim Krüger als sie von Dieter und Hotte den Bericht haben wollte. „nun ja… uns liegen drei Anzeigen vor. Immer wieder dieselbe Masche. Die Autofahrer machen Pause und dann schlagen die vier zu. Wir haben zwar Größen, aber die Typen sind alle maskiert. Von der Größe er sind sie zwischen 175 und 190 cm groß. Sie sollen nicht älter als 30 sein. Das sind zwar nur ca. Angaben und damit fällt der Verdacht auf über 180 Personen. Wir filtern diese gerade raus… also welche noch frei sind, welche wir direkt ausschließen können. Wir werden den Rest gleich auswerten.“ berichtete Dieter. Kim nickte. „Gute Arbeit…. Ich hoffe dass ich auch bald Ergebnisse bekomme. Wichtig ist auch, dass wir die Parkplätze verstärkt kontrollieren. Sie werden jeden Tag die A1 entlangfahren, zwei weitere Kollegen die A3 und andere die A4. Ich denke mal wenn wir Präsens zeigen wird es die Kerle schon vertreiben.“ meinte Kim nur. „Also meine Herren….. an die Arbeit.“ Hängte sie an. Hotte und Dieter erhoben sich. Sie gingen an ihren Schreibtisch und lasen sie die Informationen durch, die sie von den Verdächtigen zusammentragen konnten. „Wenn wir darunter unsere Burschen haben, dann ist die Beförderung auf jeden Fall fällig…“ meinte Dieter. Hotte stimmte dem wortlos zu. „Na dann los! Fahren wir die Jungs mal ab.“ kam von Dieter und griff zum Autoschlüssel.

    Die Fahrt ging weiter und schon wurde die nächste Burg angepriesen. „Meine Damen und Herren, in Kürze erreichen wir das Schloss Stolzenfels die Sie links der Fahrtrichtung sehen können. Einst als Grenzfeste vom Trierer Erzbischof Arnold von Isenburg (1242 - 1259) gegründet, diente sie später als Zollstation. Die Zerstörung im pfälzischen Erbfolgekrieg beendete 1689 ihre militärische Geschichte. Erst 1823, als die Stadt Koblenz die Ruine dem späteren preußischen König Friedrich Wilhelm dem IV. schenkte, begann für Stolzenfels eine neue Ära, der das Schloss im Wesentlichen sein heutiges Aussehen verdankt. Nach Plänen der Architekten Schinkel und Stüler entstand von 1836 bis 1842 eine Sommerresidenz, die als eines der herausragendsten Zeugnisse deutscher Romantik gilt. Stolzenfels bezaubert bis heute Gäste aus aller Welt. Von seiner herrlichen Terrasse genieß man eine unvergleichliche Aussicht auf das Rheintal, die schon Europas Hochadel verzückte. Seit den Tagen der Hohenzollern sind Möbel und Dekoration der herrlichen Räume nahezu unverändert erhalten geblieben und unmittelbar erfahrbar. Leider ist das Schloss derzeit nicht zu besichtigen, da es gerade renoviert wird.“ gab der Sprecher durch. Das Schiff verlangsamte seine Fahrt und die Reisenden machten Bilder von diesem schönen Schloss. „Ist es nicht herrlich…“ schwärmte Andrea. Susanne konnte ihr nur beipflichten. Sie sahen zu ihren Männern die sich im Liegestuhl räkelten. „sag mal… kann es sein, das die Beiden nicht wirklich viel Interesse an der Reise haben?“ lachte Andrea leise. Susanne sah sie kurz an. „Ja… ich denke sie wollen nur dort liegen und den Tag genießen. Gönnen wir es den Beiden doch einfach… die Nacht wird noch hart genug…“ gab sie zu bedenken. Andrea lachte auf. „Da ist was dran.“ antwortete sie und sah verschwörerisch auf ihren Mann.
    Der erste Tag auf dem Wasser verging recht schnell. Andrea und Semir verschwanden in ihrer Kabine. „Weißt du was mir eingefallen ist, als wir an dem Messeturm vorbei sind?“ fragte er und nahm Andrea in den Arm. „Nein… was denn?“ wollte sie wissen. „Nun ja… als wir noch nicht verheiratet waren und du dich mit diesem Deutsch-Kanadier eingelassen hattest.. diesen O’Connor. Er hatte dich entführt und wollte dich in den Tod reißen. Von ganz oben wollte er springen und dich mitnehmen. Und als Tom…als er entdeckt wurde, bist du tatsächlich gefallen…“ erinnerte Semir sich. Andrea streichelte ihn sanft. „Ja und du hast mich gerettet. Ich hatte noch nie solche Angst. Ich dachte ich würde fallen und dann…“ nickte sie leicht. Die Erinnerung an diesem Fall war wieder da. Dieser Psychopath der sie in allen Situationen beobachtet und auf Video aufgenommen hatte. Es war extrem Nervenaufreibend. „Aber wir sind jetzt hier und der Typ ist Geschichte. Was hältst du davon, wenn wir mal versuchen ein Geschwisterchen für Aida hinzubekommen?“ grinste er sie an und küsste sie. Andrea ließ sich liebkosen und genoss die volle Aufmerksamkeit ihres Mannes, der viel zu selten so abschalten konnte wie er es gerade tat. „Das wäre wundervoll… einen kleinen Sohn in den Armen zu halten. Ich liebe dich….“ schnurrte sie wie eine Katze. Die Nacht gehörte nur ihnen allein. Semir küsste sie innig. „Ich weiß… ich auch…“ gab er zurück.

    Messer im Bauch? Das soll verdammt ungesund sein... hab ich mal irgendwo gelesen.... :D Lass uns nicht zu lange warten, bis zum nächsten Teil.... die Spannung ist nicht zum aushalten..... also... Jenni Urlaub unterbrechen und weiter!!! Man muss Proritäten setzen!!!

    Edit am 02.08.

    Tja.... posten schient im Augenblick Mangelware... aber ist nicht nur bei euch so... ich hab auch keine Feeds... klasse geschrieben... einfach nur genial. Man kann sich als Leser regelrecht hineinversetzen...

    Andrea sah Semir an. „Na los… wir wollen uns die Festung ansehen… komm schon…“ lachte sie und zog ihren Mann aus dem Liegestuhl. „Von hier sieht sie sehr gut aus, warum müssten wir denn auch noch da rein?“ maulte Semir und schloss die Augen. Susanne lachte, denn Ben hatte scheinbar die gleiche Einstellung wie Semir. „Was hältst du davon, wenn wir die Männer hier lassen und wir die Führung mitmachen?“ schlug sie vor. Andrea sah auf Semir und nickte dann. „ja… du hast Recht… Ihr seid ja echte Kulturbanausen…“ lachte sie und machte sich mit Susanne bereit zum Landgang. Nur wenig später waren sie zu Fuß unterwegs zur Burg. „Sieh dir das mal an… wie gigantisch dieses Steintor ist…“ schwärmte Andrea. Nur eine halbe Stunde später standen sie in dem großen Hof der von den Gebäuden eingerahmt wurde. Ein älterer Mann stellte sich vor die Gruppe und hob die Hand. „Meine Damen und Herren… herzlich willkommen auf der Festung Ehrenbreitstein. Ich bin Moritz und führte Sie heute durch die lange Geschichte der Festung, die im 16. Jahrhundert begann. Diese Festung ist ursprünglich eine kurtrierische und wurde später eine preußische Befestigungsanlage gegenüber der Moselmündung. Die barocken Vorgängerbauten, der auf einer um das Jahr 1000 errichtete Burg war zeitweilig die Residenz der Kurfürsten von Trier und wurde 1801 von französischen Revolutionstruppen geschleift. In ihrer heutigen Gestalt wurde die Festung zwischen 117 und 1828 unter der Leitung des preußischen Ingenieur-Offiziers Carl Schnitzler neu errichtet. Sie ist Teil eines Systems militärischer Befestigungen um die Stadt Koblenz herum, welches auch als Festung Koblenz bezeichnet wird. Von der preußischen Armee bis 1918 militärisch genutzt, diente die Feste Ehrenbreitstein im System der Koblenzer Festungswerke der Sicherung des Mittelrheintals und der gesamten Verkehrsinfrastruktur, d. h. Bahnwege und Flussübergänge bei Koblenz. Heute ist sie Eigentum des Landes Rheinland-Pfalz und beherbergt das Landesmuseum Koblenz, die Jugendherberge Koblenz sowie das Ehrenmal des Heeres und verschiedener Verwaltungsstellen. Seit 2002 ist die Festung Teil des UNESCO-Weltkulturerbes oberen Mittelrheintals. Das Vorgelände der Festung wird zur Bundesgartenschau 2011 in Koblenz des Veranstaltungsraums sein. Bitte folgen Sie mir in das innere der Gebäude. Ich bitte Sie nichts anzufassen. Fotos dürfen gemacht werden…“ der Mann drehte sich um und ging los. Die Reisenden schlossen sich ihm an. Während sie weiter gingen hielt der Mann den Vortrag über dieses Mauerwerk.

    „Was Sie hier sehen, ist ein Teil der bronzezeitlichen Wehranlage, genauer gesagt ein Pfahlgraben aus dem 10 Jahrhundert v. Christus. An der nur etwas 30 Meter breiten Stelle sicherte die nach hinten mit Erde verstärkte Palisade den südlichen Teil des Bergsporns gegen die einzige Zugangsmöglichkeit im Norden. Aus der Römerzeit stammen die Funde von Pfeilschleudergeschossen, die eine nicht näher bestimmbare römische Nutzung des Felsens erkennen lassen.“ ging der Vortrag über das Gemäuer weiter. Andrea und Susanne lauschen den Worten und sahen sich die dazu gehörenden Gegenstände genau an. „Bitte folgen Sie mir weiter in die Räume mit den gigantischen Kanonen…“ rief der Mann. Susanne und Andrea gingen zu der Gruppe und weiter ging es auch mit dem Vortrag. „Hier sehen Sie die größte der Kanonen die 1524 von Meister Simon aus Frankfurt am Main gegossen wurde. Sie ist zwölf Tonnen schwer und über 5 Meter lang. Sie trägt den schönen Namen Greif… und war als Belagerungskanone gedacht. Mir ihr konnte man Kugeln mit einem Gewicht von 80 kg verwenden sowie eine Menge von 40 kg Schwarzpulver. Angeblich jedoch kam sie nie zum Einsatz was jedoch durch die vier Beschusszeichen an der Außenseite und Schwarzpulverresten in der Kanone widerlegt werden konnte. 1799 wurde die Kanone nach Paris in den Invalidendom gebracht, 1940, nach der Eroberung Frankreichs durch das Deutsche Reich kam sie zurück, wurde aber 1945 wieder von der französischen Besatzungsmacht nach Paris gebracht und 1984 kam sie während der Amtszeit des französischen Staatspräsidenten Francois Mitterand der auf dem Ehrenbreitstein einen entsprechenden Vertrag mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl unterzeichnete als Dauerleihgabe auf die Festung Ehrenbreitstein zurück. Seit 1956 ist hier das Landesmuseum Mainz und Trier untergebracht. Während des Höhenfeuerwerkes „Rhein in Flammen“ wird alljährlich am zweiten Samstag im August von der Festung Ehrenbreitstein gegenüber von Koblenz abgeschossen. Hunderttausend Besucher entlang der Rhein- und Moselpromenaden und auf den Schiffen des größten Schiffskorsos Europas verfolgen dieses Spektakel. Des Weiteren finden hier in der Festung auch historische Veranstaltungen statt, wie die Historienspiele. Diese Spiele lassen eine 3000jährige Geschichte von Kelten, Römern und Rittern bis zu den Preußen lebendig werden. Musikkonzerte von Klassik über Rock bis hin zur mittelalterlichen Musik werden ebenfalls auf der Festung ausgerichtet. Ich bedanke mich herzlich bei Ihnen, dass Sie an dieser Führung teil genommen haben und wünsche Ihnen einen wunderbaren Aufenthalt…“ endete der Vortrag nach einer einstündigen Führung durch die Gemäuer. Andrea und Susanne machten Fotos und machten sich dann mit der Traube an Begleitern auf den Weg zum Schiff zurück. Wieder an Bord erzählten sie ihren Männern was es zu sehen gab.

    „Peter … es tut mir so Leid…“ sagte Susanne im Auto. Peter weinte. „Wie kann sie mir das antun? Sophia ist doch auch meine Tochter…“ fragte er klagend. „Ich weiß. Aber ich kann auch deine Exfrau verstehen. Die Ehe war viel zu kurz. Du und sie… ihr kanntet euch doch eigentlich nicht. Und deine Tochter … wenn sie älter ist, dann kannst du sie doch…“ versuchte Susanne. Peter schüttelte den Kopf. „Nein… Isabelle hat schon Recht. Ich tue Sophia nicht gut. Vergessen wir diese Familie. Ich wünsche meiner Exfrau und meiner Extochter alles Gute. Lass uns bitte fahren, bevor ich völlig vergehe…“ sagte er mit einem bitteren Lächeln. Susanne nickte und fuhr ab. Nur eine halbe Stunde später waren sie wieder im Büro, wo es scheinbar gerade heiß herging. Peter sah sofort zu Semir und Chris. „Wir haben eben einen Einsatz gehabt… Roman Sinndorf ist tot.“ Erklärte Semir. „Was? Warum? Wie?“ fragte Peter. „Er ist verbrannt. In seinem eigenen Wagen. Wir wollten gerade aufbrechen und seiner Frau …“ hängte Chris an. „Ich fahre mit!“ bestimmte Peter und schon waren die Drei unterwegs. „Habt ihr denn herausgefunden ob es Mord war?“ fragte Peter heiser. Semir nickte. „Es war ein Sprengsatz am Wagen angebracht. Du kannst also davon ausgehen, dass es Mord war. Das war der letzte Zeuge in deinem Fall.“ gab er leise zurück. „Warum zum Teufel? Roman wusste doch von nichts etwas. Er hat uns doch geholfen… warum er?“ kam fragend von Peter. „Wir vermuten, dass er auf seiner Weise den Täter finden wollte, oder sogar gefunden hat. Dann würde dieser sinnlose Mord nicht weiterhin sinnlos bleiben.“ kam von Chris.

    Elena Sinndorf legte den Brief ihres Mannes auf den Tisch. Fassungslos starrte sie auf die Zeilen. Das kann doch gar nicht sein…. Warum denn ? fragte sie sich. Es klingelte. Elena sah auf die Uhr. Es war gerade mal vier… die Kinder kamen erst um sechs zurück. War es doch Roman? Sie ging zur Tür. Drei Männer standen davor. „Ja bitte?“ fragte sie und versuchte ihre Angst, die sie plötzlich verspürte zu unterdrücken. „Gerkhan, Kripo Autobahn. Meine Kollegen Chris Ritter und Peter Neumann…“ stellte der Kleinste der Männer sie vor. „Was kann ich für Sie tun?“ wollte Elena wissen. „Es geht um Ihren Mann, könnten wir vielleicht einen Augenblick hereinkommen?“ bat der Größere den der andere als Chris Ritter vorgestellt hatte. Elena spürte das es unangenehm wurde und nickte. Die Männer gingen ins Wohnzimmer. „Würden Sie mir bitte sagen, was los ist? Ist was mit Roman?“ wiederholte sie. Der Mann, der sich als Gerkhan vorstellte nickte. „Frau Sinndorf…. Ihr Mann… ist heute bei einem Unfall ..“ erklärte er und sah hilfesuchend seine Kollegen an. Er räusperte sich. „Es tut mir wirklich sehr Leid…. Aber…“ wieder machte er eine Pause. Elena ließ sich in den Sessel fallen. „Er ist …. Tot?“ vollendete sie seine Antwort. Ein schweigsames Nicken war die Antwort. Elena atmete tief durch und ging dann zum Schreibtisch ihres Mannes. Sie öffnete die oberste Schublade und nahm den Brief heraus. All dies geschah unter den sonderbaren Blicken der drei Männer die sie beobachteten. „Das soll ich Ihnen geben. Roman…. Er hat mich heute verlassen wollen. Hier steht vermutlich der Grund, warum er starb…“ sagte sie tonlos. „Bitte gehen Sie jetzt…!“ forderte sie. „Frau Sinndorf… können wir Sie wirklich allein lassen?“ wollte Gerkhan wissen. Elena nickte nur. Die Männer gingen.

    Semir sah die Frau besorgt an. Sie schien gefasst. Er nahm den Brief und verließ mit Chris und Peter das Haus. „Die arme Frau…“ meinte Peter. Chris nickte „Was steht denn da drin?“ wollte dieser von Semir wissen. „Ich weiß nicht… sehen wir mal nach.“ Semir öffnete den Brief und las. „Das gibt es ja wohl nicht… Roman Sinndorf hat Paul Schweizer erpresst. Drei Millionen für sein Schweigen. Er hat also irgendwie herausgefunden, dass Paul Schweizer Neumann senior umgebracht hat und wollte sich sein Schweigen bezahlen lassen. Klar das Paul Schweizer das nicht mitmacht. Allerdings denke ich nicht, dass Schweizer sich selbst die Hände schmutzig gemacht hat. Also muss es einen Killer geben und der wird vermutlich auch deinen Vater umgebracht haben, Peter.“ gab Semir von sich. „Steht auch drin, wo sich Schweizer befindet?“ wollte Peter wissen. Semir warf erneut einen Blick auf den Brief. „Hyatt Hotel….“ sagte er kurz. „Dann werden wir dort mal auffahren.“ Fauchte Chris. Semir nickte. Sie fuhren los. Doch als sie dort angekommen waren wunderte es nicht wirklich, das Herr Paul Schweizer bereits ausgecheckt hatte. „War ja wohl klar.“ Stieß Peter aus. „Wie lange ist es her, dass der Gast raus ist?“ fragte Chris freundlich an der Rezeption. „Keine zehn Minuten. Eigentlich müssten Sie sich begegnet sein. Wollen Sie sein Zimmer sehen?“ kam die Gegenfragen. Die Drei nickten und wurden durch den Hoteldetektiven begleitet ins Zimmer gelassen.

    Semir, Chris und Peter zogen sich Handschuhe an und untersuchten das Zimmer. Alles war recht sauber allerdings schien Paul den Müllkorb nicht ganz berücksichtigt zu haben. Ein Zettel mit einer Handynummer lag darin. Semir nahm den Zettel und hob ihn hoch. „Vielleicht jemand der uns helfen kann, wo sich Paul Schweizer versteckt.“ Meinte Semir. Chris nickte. „Den werden wir dann gleich mal überprüfen lassen. Hoffentlich ist es keine Preepaid...“ murmelte er nur. „Versuchen wir mal unser Glück.“ Kam von Semir. Er rief Susanne an. „Ja Susanne ich bin es. Würdest du mir bitte mal eine Handynummer überprüfen? Sie lautet: 0176- 77-15-433. Ich müsste wissen wem das Handy gehört und besorge mir bitte von dem Provider die Verbindungsnachweise. Ich danke dir...“ Semir legte auf. „Nun dauert es sicher nicht sehr lange...“ grinste er. Tatsächlich klingelte nach zehn Minuten das Handy. „Semir... die Karte ist auf einen gewissen Michael Werner ausgestellt. Allerdings gibt es den gar nicht. Tut mir Leid. Ich bekomme aber auf jeden Fall den Verbindungsnachweis.“ erklärte Susanne. Enttäuscht beendete Semir das Gespräch.

    So nachdem ich meine Migräne fast überstanden habe, konnte ich den Teil wenigstens verfolgen... Fußballspielen... Ja ja Männer und das runde Leder... Gut geschrieben. ABer wann konnt hier mal Spannung auf? Ich warte...wo ist Otto? Hunde spielen auch gern Fußball...

    Das Schiff fuhr sehr ruhig auf den alten Rhein entlang. Das war das, was Roland Weihrauch, der Kapitän des Schiffes so liebte. Hier gab es keinen extremen Seegang wie er es von den Kreuzfahrten mit den großen Kähnen auf hoher See kannte. Jahrelang war er auf den Kreuzfahrtschiffen gefahren, die wirklich um die Welt gingen. Die Teilnehmer waren stinkreich und genauso geizig. Er wollte es ruhiger haben und bot sich bei dem Rheinschifffahrtsbetreiber als Kapitän für die Rheinkreuzfahrten an. Mit offenen Armen wurde er dort empfangen. Und nun war er Tag für Tag hier auf dem alten Fluss unterwegs und pries die alten Burgen und Schlösser und die anderen Schönheiten dieser Gegend an. Und genau diese kurzen Fahrten riefen immer mehr Teilnehmer auf den Plan. Mittlerweile war die Route, die er nun fuhr für zwei Jahre ausgebucht. Er sah seinen Stewart an, „Na… und was sagst du zu unseren Gästen?“ wollte er wissen. „Sind ein paar sehr spendable Leute dabei. Zum Beispiel ein gewisser Herr Jäger und seine Frau oder Freundin und sein Freund Gerkhan mit seiner Frau. Die waren als einzige ziemlich großzügig mit Trinkgeld.“ erklärte Lothar. Roland lache. „Ja sicher.. Aber es freut mich für dich. Die Trinkgelder der letzten Fahrten waren ja nicht so rosig. Nun gut… unsere Arbeit ruft. Mach dich fertig. Wir erreichen gleich die erste Burg.“ befahl Roland freundlich. „Hast du den Text schon geladen?“ wollte Lothar wissen. „Ja sicher…“ nickte Roland und drückte den Knopf.

    „Meine Damen und Herren, wir möchten Sie darauf hinweisen, dass wir nun das malerische Rhein-Tal durchqueren und wenn Sie an Burgen und Märchen interessiert sind, werden Sie auf dieser Reise feststellen, dass die Sagen um den Rhein die Romantik für die Schifffahrt schlechthin darstellt. Das Rhein-Tal selbst wird von Weinbergen und Felsen eingerahmt und bietet somit das schönste Flusspanorama, welches Sie bei einer Kreuzfahrt in Deutschland erleben können. Jedes malerische Dörfchen wird von einer kleinen Burg, jeder Weinberg von einem Schlösschen bekrönt. Über 2000 Jahre alte Baudenkmäler können Sie während dieser Fluss-Kreuzfahrt besichtigen. Sei es die noch komplett erhaltene Marksburg in Braubach oder die mächtige Burgruine Rheinfels, die mittelalterlicher Liebfrauenkirche in Oberwesel oder die neugotische Apollinariskirche in Remagen. Das deutsche Eck in Koblenz oder die Brücke von Remagen aus dem 1. Weltkrieg. Aus jeder Epoche der bewegten Rheingeschichte finden sich bei einer Kreuzfahrt großartige Bauwerke. Die Rhein-Kreuzfahrt, die Sie vor sich haben ist das perfekte Urlaubsziel für Genießer, Kulturliebhaber und Freunde des stilvollen Reisens. Wir wünschen Ihnen noch einmal einen wunderbaren Aufenthalt. Nun fangen wir an Ihnen die schönen Burgen zu beschreiben. Da die Reise jedoch nicht nur aus Vorträgen besteht, werden wir Ihnen nur die wichtigsten Eckdaten zu dem jeweiligen Bauwerk geben. In Kürze werden wir die erste Burg auf der linken Seite sehen. Es ist die „alte Burg die sich direkt an der Mündung zur Mosel befindet. Sie bildet turmbewährt mit der Balduinbrücke ein sehenswertes Stück des alten Koblenz. Um 1185 von den Herren von der Arken errichtet, durch Erzbischof Heinrich von Vinstingen von Trier ab 1277 erweitert wurde sie mehrfach umgestaltet. Sie diente zeitweilig als Residenz der Erzbischöfe und beherbergt jetzt Teile der Stadtbibliothek sowie das Stadtarchiv. Sehenswert ist auf jeden Fall die Wendeltreppe aus Sandstein. Leider steht sie nicht auf der Besichtigungstour unserer Route. Doch nicht verzagen, schon rechts sehen Sie die Festung Ehrenbreitstein. Auf dem Ehrenbreitstand stand seit dem 11. Jahrhundert eine kurtrierische Burg, die im 17. und 18. Jahrhundert zur Festung ausgebaut wurde. Dieses Bollwerk hielt selbst dem Ansturm der französischen Truppen stand und musste erst 1799 nach einjähriger Belagerung wegen Hungers kapitulieren. Die Preußen bauten die Festung zwischen 817 und 1828 wieder auf und machten sie zu einer der mächtigsten Wehranlagen Europas, zur Stein gewordenen Wacht am Rhein. Heute ist der Ehrenbreitstein zu Fuß oder mit dem Sessellift für jedermann leicht zu erstürmen. Wie die Soldaten hier einst lebten und welche Funktionen die einzelnen Befestigungen hatten, wird in den Führungen anschaulich demonstriert. Machen Sie sich bereit für die Stürmung der Ehrenbreitstein…“ es knackte im Lautsprecher.

    „Das gibt es doch gar nicht…“ murmelte Semir. Chris sah ihn an. „Was denn? Hat Schuster Leichen im Keller?“ fragte er grinsend. „Das weiß ich nicht… aber dieser Typ ist ein absolut unbeschriebenes Blatt. Nicht einmal Falschparken. Außer dem Unfall mit der Chefin ist nichts vermerkt. Das gibt es doch gar nicht…“ murmelte Semir erneut. Chris lachte auf. „Sag mal… siehst du in jedem einen Verbrecher? Es gibt auch brave Bürger.“ erinnerte er Semir. „Ja sicher… aber der Typ sagte doch selbst, er käme viel herum. Kannst du dir alle Vorschriften auf der Welt merken? Da muss doch was zu finden sein…“ gab Semir zurück. Chris zuckte mit den Schultern. „Dann such du, ich hol mir einen Kaffee.“ stöhnte er und verließ das Büro. Er hörte wie Semir auf der Tastatur herum hämmerte. Susanne sah ihn an. „Habt ihr schon etwas?“ fragte sie hoffnungsvoll. Chris schüttelte den Kopf. „Leider noch nicht. Wir stehen auf der Stelle.“ Antwortete er. „Schade...“ kam enttäuscht von Susanne die Peter ansah. „Susanne... bitte. Lass uns zu meiner Exfrau fahren. Ich will nur mit ihr reden... bitte...“ flehte Peter. Susanne sah zu Chris. Dieser nickte. Er selbst war geschieden und er wusste wie schlimm es war, seine Kinder nicht sehen zu können. „Also gut... aber du wirst deiner Exfrau keine Szene machen.“ Ermahnte sie ihn. Peter versprach es. „Ich will nur mit ihr reden....“ sagte er leise. Susanne und er fuhren zu Isabelle.

    Isabelle saß gerade mit ihren Kindern am Tisch und servierte das Mittagessen als es klingelte. Erstaunt sah sie auf die Uhr. Sie erwartete niemanden. „Soll ich hingehen, Mami?“ fragte Sophia. „Ja bitte....“ lachte Isabelle. Sophia ging zur Tür und öffnete. „Hallo... ich bin Sophia....“ hörte sie ihre Tochter sprechen. „Hallo.... ist die Mama da? Ich bin Peter und das ist Susanne... wir würden gern mit der Mama reden...“ hörte sie einen Mann, dessen Stimme sie sofort erkannt hatte. Ihr fiel der Teller aus der Hand. Ihre zweite Tochter sah sie erschrocken an. „Ist alles in Ordnung Mama?“ fragte sie. „Ja sicher Kleines... ich bin gleich wieder da...“ sagte Isabelle und ging zur Tür. „Sophia... geh bitte essen...“ befahl sie sanft ihrer ältesten Tochter. Sie wartete bis Sophia in die Küche gegangen war. „Bist du wahnsinnig hier aufzutauchen?“ fauchte sie Peter an. „Isa....bitte... ich wollte nur mit dir reden...“ erklärte ihr Exmann. Isabelle sah ihn an. „Peter... es ist nicht gut, wenn Sophia dich sieht... Sie ...“ versuchte sie zu erklären. „Ich weiß... du hast ihr erzählt, dass ich tot bin. Ich finde es okay... ich wollte sie nur sehen. Wenigstens einmal in ihrem Leben...“ gestand der Mann. Isabelle sah die Tränen in seinen Augen. „Komm rein....“ bat Isabelle und gab den Weg frei. Sie hatte Mitleid mit Peter. „Versteh mich bitte nicht falsch, aber nach deiner Verhaftung... da war... es war so grausam für mich. Ich habe mich für dich geschämt. Erst durch diese Frau habe ich erfahren, dass du unschuldig bist. Peter.... bitte. Sophia hält dich für tot. Ich meine... wie soll sie damit aufwachsen, einen mutmaßlichen Vatermörder als Vater zu haben. Sie hätte ein Spießrutenlauf in der Schule mitgemacht... Es war einfacher....“ erklärte Isabelle. Peter nickte. „Ich verstehe dich Isabelle…. Es war richtig. Aber ich möchte mit ihr in Kontakt bleiben. Ich meine… du kannst ihr doch sagen, dass ich ein verschollener Onkel bin, oder ich bin ein guter Freund von dir… oder…“ versuchte Peter. Isabelle sah ihn an. „Peter… bitte geh. Bitte… mach es mir nicht so schwer. Geh und lass uns unser Leben.“ Kam kalt von Isabelle. Peter sah sie traurig an. „Es tut mir wirklich Leid, Isabelle. Du warst früher nicht so hart…“ sagte er und nickte Susanne zu und ging aus dem Haus.

    Am 10.09.2009 Episode "Das Kartell"
    Ben und Semir sind in einem außergewöhnlichem Fall gefordert: Undercover wollen sie ein Heroin-Kartell sprengen. Der entscheidende Kopf der Bande ist "der Afghane", von dem niemand weiß, wie er wirklich heißt oder aussieht.

    Mit Hilfe eines Koffers voller Heroin gelingt den Ermittlern die Kontaktaufnahme zu dem Kartell. Doch natürlich werden die beiden "Neuen" misstrauisch beäugt und müssen, um tatsächlich als Geschäftspartner akzeptiert zu werden, eine Reihe von gefährlichen Prüfungen über sich ergehen lassen. Trotz allem wissen Ben und Semir immer noch nicht, wer "der Afghane" ist.

    Stattdessen bekommen es Ben und Semir mit Carmen Winkler zu tun: Eine attraktive, kluge, aber scheinbar eiskalte Frau, in die Ben sich ernsthaft und gegen alle Vernunft zu verlieben droht. Carmen mischt entscheidend bei dem Kartell mit. Doch überraschend entpuppt sich Carmen als Undercover-Ermittlerin des LKA. Zumindest gibt sie das vor und will die Autobahncops glauben lassen, dass sie auf ihrer Seite kämpft...

    „Wir sind auch noch da...“ erinnerte Ben sie. Semir sah ihn an „Spielverderber...“ raunte er ihm zu und grinste breit. „Hey.. .dafür habt ihr eure schöne Kabine. Was war das denn mit dem Messeturm?“ kam neugierig von Susanne. „Oh... ich hab es dir ja nie erzählt. Also, damals waren Semir und ich gerade zusammen. Ich hatte mich von meinem Freund O’connor getrennt und dieser Typ war krankhaft eifersüchtig. Er versuchte Semir umzubringen und hat ein Auto explodieren lassen. Und auf dem Messeturm hat er mich entführt. Er wollte mir keinen neuen Freund gönnen und mich mit in den Tod nehmen. Tom und Semir hatten mich damals gerettet. Er, also Patrick hatte mich runter gestoßen und ich hing an einem Stück Plane da oben... wo du dieses Fenster siehst...“ Andrea wies in die Höhe. „... Semir nahm ganz heldenhaft den Feuerwehrschlauch und hat sich zu mir runterfallen lassen. Der Schlauch wäre fast gerissen und wir waren dann auf Höhe eines Fensters, wo Tom uns rein zog. Patrick wurde verhaftet. Tja und wir waren zusammen...“ erzählte Andrea zu Ende. Susanne sah Semir an. „Du bist ja wirklich ein Held...“ grinste sie. Semir zuckte mit den Schultern „Nun ja…“ kam leise verlegen aus seinem Mund.

    Das Schiff nahm Fahrt auf und der Kapitän „Wir begrüßen Sie ganz herzlich auf der MS Rheingeist. Wie Ihnen aus unserer Fahrtroute bekannt ist, werden wir Ihnen die schönsten Burgen zwischen Köln und Bingen näherbringen. Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt an Bord unseres Schiffes und hoffen sehr, dass es Ihnen gefällt. Heute Abend werde ich Sie jeden einzeln beim Kapitänsdiner persönlich begrüßen. Doch nun genießen Sie zunächst die wundervolle Fahrt.“ Es knackte kurz im Lautsprecher. Andrea sah zu Susanne. „Wollen wir uns dahinten hinsetzen? Mir scheint die beiden Herren haben was zu bereden…“ lächelte Andrea. Susanne war einverstanden. Semir und Ben warteten bis die Frauen außer Hörweite waren. „Und wie weit bist du denn bei Susanne?“ wollte Semir wissen. Ben zog die Schultern hoch. „Wir sind mal gerade zwei Stunden hier auf dem Schiff und noch keine Minute allein. Wie weit soll ich denn dann schon sein…“ gab Ben zurück. „Dann halt dich ran… du hast nur sechs Tage…“ lachte Semir und schlug Ben auf die Schulter. „Na komm gehen wir zu unseren Frauen…“ meinte Ben und rieb sich die Schulter. Semir nickte und gemeinsam gingen sie zu den Liegestühlen. „Wir haben verdammt schönes Wetter…“ lobte Semir und ließ sich neben Andrea in den Liegestuhl nieder. Sie nahm seine Hand. „Eine wunderschöne Reise mit schönem Wetter. So gehört sich das, für Engel…“ lachte sie.

    „Oh man… ausgerechnet jetzt machen Semir und Ben gemeinsam Urlaub. Aber nicht nur das… sie nehmen auch noch die Sekretärin mit und wir müssen unseren Schreibkram selbst machen…“ maulte Hotte. „Gönne es den Beiden doch einfach. Die haben nun wirklich mehr als Genug zu tun.“ spielte Dieter den Gönner. „Ja sicher und wer denkt an uns? Wir arbeiten doch genauso viel…“ setzte Hotte dem entgegen. „Ja sicher… aber sieh es doch mal von der positiven Seite…. Immerhin machen wir deren Job und könnten befördert werden.“ Gab Dieter zu bedenken. Hotte grinste leicht. „Stimmt … daran hab ich noch gar nicht gedacht. Wenn wir den Fall mit dem Überfall gelöst haben bevor die zurück kommen, dann ist es für uns einem sehr großen Sprung nach vorn…“ sinnierte Hotte plötzlich. „Ja genau… und dann können wir denen auch mal zeigen, was wir leisten können. Die werden uns auf die Schulter klopfen und sagen… Dieter, Hotte… werden die sagen… das habt ihr ganz toll gemacht und zur Belohnung dürft ihr jetzt viel öfter solche Fälle lösen. Und dann kann die Krüger uns auch nur befördern. Mensch Dieter…. Vielleicht werden wir doch noch Hauptkommissar… das wäre doch was… Hauptkommissar Hotte Herzberger mit seinem Partner Hauptkommissar Dieter Bonrath. Na…. Wie klingt das?“ Hotte sah strahlend zu Dieter.

    Wo bleiben die Feeds???

    Chris saß Semir gegenüber und rieb sich die Augen. „Verdammt… wo sollen wir denn nur noch suchen. Wir wissen, dass Peter seinen Vater nicht umgebracht hat. Wir wissen dass der Vater von Peter einem Kollegen Drogendeals nachweisen konnte. Wir vermuten dass er deshalb sterben musste. Wer drückte ab? Warum wollte man Peter den Mord in die Schuhe schieben? Wo steckt Schweizer?“ stöhnte er leise. Semir sah aus dem Fenster zum Schreibtisch von Susanne. Dort saß Peter und hielt ihre Hand. Semir musste schmunzeln. „Die beiden passen wirklich sehr gut zusammen. Schon das ist ein Grund nicht aufzugeben. Ich werde es nicht tun.“ Prophezeite Semir. „Na ich auch nicht. Aber anstatt an das Pärchen zu denken überlege lieber mal wo wir noch ansetzen können!“ maulte Chris. Semir nickte. „Nun… wenn ich mir das so überlege…. Dieser Schweizer steckt auf jeden Fall dahinter. Aber ausgerechnet heute…. macht die Chefin früher Schluss um diesen Till Schuster zu treffen. Irgendwie passt der Typ nicht zu ihr. Hotte ist da auch der Meinung.“ Murmelte Semir. „Das ist ihre Entscheidung. Daran wirst weder du noch Hotte was ändern.“ Gab Chris zurück. „Ja stimmt…. Aber weißt du was? Wir haben jeden überprüft, nur diesen Schuster noch nicht.“ Dachte Semir laut nach. Chris lachte auf. „Du spinnst. Die Chefin lyncht dich, wenn sie dahinter kommt…“ prophezeite ihn. „Ach was sie nicht weiß….macht sie nicht heiß. Und ich bin ganz sicher, dass du mich nicht verrätst…“ grinste Semir und gab den Namen Till Schuster in den Computer ein.

    Roman Herzog kam auf dem alten Rasthof an. Die Gebäude verfielen immer mehr. In dem alten Restaurant waren schon fast keine Scheiben mehr vorhanden. Die Tankstelle war verwüstet. Vermutlich hatten hier ein paar Jugendbanden ihre Kräfte ausprobiert. Roman fuhr auf den alten Parkplatz. Sein Kontrahent war noch nicht da. Roman malte sich schon aus was er mit den drei Millionen machen würde. Er wollte gerade aussteigen, als er ein sonderbares Klicken vernahm. Was war das? Doch er kam nicht mehr zum nachsehen. Er hörte nicht einmal den Knall, spürte nicht die Hitze die das Feuer auslöste als der Wagen in Flammen aufging. Nur wenig später kam Paul Schweizer aus dem Gebüsch. Er grinste als er den Feuerball sah. „Tut mir echt Leid, Roman… aber ich lasse mich nicht erpressen. Niemand wird mich zu Strecke bringen.“ Sagte er leise und verschwand wieder. Till hat ganze Arbeit geleistet. Er hatte dafür einen Bonus verdient. Paul dachte darüber nach seinem Killer eine weitere Vergütung zukommen zu lassen. Er nahm sein Handy und rief Till an. Doch dieser drückte ihn weg. „Na du verdammter Hund… was soll das denn?“ fauchte Paul. Er stieg in seinen Wagen und fuhr ab. Nur wenig später waren die Feuerwehr und die Polizei vor Ort.

    Till Schuster sah auf das Geld, was Paul ihn gegeben hatte. Es war zwar nicht viel. Aber er wusste wen und wo dieser Jemand wohnte. Er wusste auch was für ein Auto dieser Jemand fuhr. Till wollte umsteigen. Erschießen ist einfach langweilig geworden. Paul ließ ihm da freie Hand und das war gut so. Am Abend saß Till in seiner kleinen Wohnung und bastelte sich einen kleinen aber feinen Sprengsatz zusammen. Es dauerte ganze zwei Stunden bis er mit seiner Bastelei zufrieden war. Er packte die Sachen zusammen und fuhr zu seinem Opfer. „Wie leichtsinnig doch manch einer ist. Das Auto auf der Straße zu parken… tse… was da alles passieren kann…“ lachte er leise und stieg vor dem Haus aus. Er befestigte seine Bombe und stellte die Zeituhr so ein, dass es nach dem Starten des Motors höchstens eine halbe Stunde brauchte bis sie zündete. Von dem Besitzer wird nichts übrig bleiben, da konnte er sich ganz sicher sein.

    Am nächsten Morgen rief Roman seinen Exkollegen Paul Schweizer an. „So es ist soweit…. Paul. Ich finde wir sollten uns auf dem stillgelegten Autohof treffen. Drei Millionen Euro und komm allein!“ befahl Roman. Er legte den Brief für die Polizei in die Schublade seines Schreibtisches. „Okay… und wann?“ hörte er die heisere Stimme von Paul Schweizer. „Um drei…. Ich warte höchsten bis fünf nach. Keine Tricks.“ warnte er noch mal. „Schon gut… drei Millionen tun mir nicht weh. Also gut… ich komme. Aber danach werden wir uns nie wieder sehen….“ gab Paul durch. Roman lachte leise. „Ich habe auch keine Lust dazu.“ Dann legte er auf. ER schrieb seiner Frau ein paar Zeilen und verabschiedete sich von ihr. „Es tut mir Leid liebe Elena, aber mit uns hat es einfach keinen Sinn mehr. Ihr seid gut versorgt und es wird euch an nichts fehlen. Ich habe dich wirklich geliebt. Sofern mir etwas passieren sollte, bitte ich dich den Brief, den ich in der obersten Schublade meines Schreibtisches gelegt habe, an die Polizei genauer an Peter Neumann und den Leuten der Kripo Autobahn zu übergeben. Sie werden schon wissen, was sie damit zu tun haben. Ich habe dich sehr lange geliebt, doch wir haben uns durch den ganzen Alltagsstress einfach auseinander gelebt. Gib den Kindern einen Kuss von mir…. Dein Roman… Er faltete den Brief und kuvertierte ihn ein. Dann legte er ihn auf den Küchentisch. Wie gut das Elena und die Kinder noch schliefen. So konnte er ungesehen aus dem Haus gehen. Er fuhr nur eine halbe Stunde später los.

    Auch Ben und Susanne wurden in ihre Kabine gebracht. Um Semir nicht in Bedrängnis zu bringen, hatte Ben eine baugleiche Kabine gebucht. Sie lag direkt neben der von Semir und Andrea. Susanne bekam große Augen als ihr die Kabine gezeigt wurde. „Das ist wunderschön….“ sagte sie leise und sah ihren Freund an. „Bekomme ich denn gar keine Belohnung dafür?“ fragte er enttäuscht. Susanne lachte leise und zog ihn auf das Bett. „Du bist unverschämt, Ben Jäger… aber ich liebe dich. Singst du mir was?“ wollte Susanne wissen. „Na nicht jetzt. Ich hätte was anderes vor…“ kam schelmisch grinsend von ihm. „Nicht jetzt…. Semir und Andrea warten auf uns. Wir wollen die Abfahrt an Deck erleben…“ lachte sie und stand nach einem sehr innigen Kuss auf. „Gut… gehen wir nach oben…“ stimmte Ben ein und gemeinsam gingen sie an Deck. Das Schiff sollte innerhalb der nächsten viertel Stunde auslaufen. Alle vier standen an der Reling als das Schiff endlich ablegte. Sie fuhren langsam den Strom aufwärts und kamen an dem Messeturm vorbei. „Sieh mal... da Oben haben wir mal gehangen. Weißt du noch?“ fragte Semir und sah Andrea an. „Oh ja... ich erinnere mich verdammt genau. Eine solche Angst.... dieser Typ war ja auch absolut krank...“ stieß sie aus und zauderte. Semir nahm sie in den Arm. „Ja... damals haben Tom und ich dich gerettet. Ich wäre fast selbst noch abgeschmiert....“ lachte Semir und hielt seine Frau einfach nur fest. Sie schmiegte sich an ihn. „Es ist wunderschön... so ganz allein nur du und ich..“ sagte sie leise und küsste ihn zärtlich. Ein Räuspern unterbrach die Beiden.

    In der PAST ging es allerdings heiß her. Dieter und Hotte mussten die Touren machen, die eigentlich von Semir und Ben erledigt wurden. So mussten die Beiden zu einem Überfall fahren, der auf einem der Rastplätze passiert war. Also die Beiden dort ankamen sahen sie einen Wagen und zwei Personen die darin gefesselt waren. Dieter befreite die Beiden und sah sie sich an. „Was ist denn hier passiert?“ fragte er. „Wir sind überfallen worden. Wir haben hier nur mal gerade etwas Pause machen wollen und dann … dann sind vier Mann aus dem Wald und haben uns alles genommen, was nach Wert aussieht. Mein Mann wollte sich zur Wehr setzen, aber…. Diese Mistkerle haben Waffen gehabt und uns bedroht… ich…wir konnten gar nichts machen.“ Beklagte sich die Frau. Dieter machte sich Notizen. „Haben Sie die Männer erkannt?“ wollte Hotte erfahren. „Nein… die waren alle maskiert.“ Erklärte der Mann. „Das ist schade. Wie groß waren die Männer denn? Waren es nur Männer oder vielleicht auch eine Frau dabei?“ harkte Dieter nach „Nein… definitiv nur Männer…“ kam bestimmt von der Frau. „Also gut… gleich kommen Leute von der Spurensicherung. Die werden Ihren Wagen untersuchen um Fingerabdrücke zu sichern. Was wurde denn gestohlen?“ harkte Hotte nach. „Das Radio ist weg, unsere Videokamera, Digitalkamera, unsere Handys und das Laptop meines Mannes.“ zählte die Frau auf. „Sie müssten auf jeden Fall mit aufs Revier kommen, damit wir die Anzeige aufnehmen können.“ bat Hotte. Die beiden Opfer nickten nur.

    Liebe Elli, kurze Anmerkung, der Titel des Pilotfilms heißt "Das Ende der Welt".
    Bei dem Titel "Am Ende der Welt" handelt es sich um den dritten Teil von Fluch der Karibik. ;)

    Liebe Grüße,
    Dennis

    Danke Schön Dennis.... vielleicht sollte man den dritten Teil von "Fluch der Karibik" nicht gleichzeitig schauen und den fast identischen Titel von cobra einsetzen.... :D