Till fuhr nach Hause zurück. Er wollte heute nicht mehr mit Anna sprechen und musste sich überlegen wie er alle drei erledigen konnte. Sicher waren sie Paul schon auf der Spur. Doch Till wusste genau, wenn sie Paul schnappten, dann war er ebenso geliefert. Sobald Paul in die Enge getrieben wurde, würde es nicht lange dauern bis er ihn verrät. Der Boden hier wurde einfach zu heiß. Till überlegte sich ob es nicht vielleicht besser wäre Paul zu beseitigen und dann das Weite zu suchen. Wie konnte er auch ahnen, dass die Tage seiner Freiheit bereits gezählt waren. Till sah sich in seinem Schrank um. Er hatte hier noch einige Bauteile die ausreichen eine Bombe zu basteln. Doch wen sollte er nun beseitigen? Wenn er die Polizisten beseitigte hatte er sicher eine Weile Ruhe, aber was wenn Anna dann den Fall übernimmt und dort weitermachte, wo ihre Männer unterbrochen wurden? Sie würde ihn vermutlich jagen und dann….? Till entschloss sich Paul Schweizer zu beseitigen. Es war einfacher diesen Nichtsnutz zu töten, als sich den gesamten Polizeiapparat auf den Hals zu hetzen. Der Plan stand fest. Er wusste welchen Wagen Paul fuhr und er musste nur die Bombe am Auto befestigen und genau wie bei diesen Sinndorf bei einer gewissen Temperatur zünden. Ein bedauerlicher Unfall…. Till grinste zufrieden. Und wenn die Bullen ihn doch finden, dann sind sie halt auch dran. Einer nach dem Anderen….
Am nächsten Morgen fuhr Paul Schweizer los. Er musste sehen, dass er aus der Stadt kam, bevor die Polizei irgendwelche Spuren entdeckte. Er konnte nicht sicher sein, dass dieser Roman nicht doch etwas sein Wissen an die Polizei weiter gegeben hatte. Somit war es besser, wenn er Deutschland verlässt. Er stieg in seinen Wagen und fuhr los. Rasant ging es auf der Autobahn, die zu diesem Zeitpunkt recht leer war, was sicher daran lag das Ferien waren. Paul gab Gas. Die Temperatur des Wagens stieg an. Paul achtete nicht darauf denn er kam nicht auf den Gedanken, dass er nun selbst ein Opfer seines Killers werden sollte. Wie auch…. War seine Zahlung doch stets prompt und immer sehr großzügig ausgefallen. Paul grinste leicht, als er auf dem Beifahrersitz das Flugticket sah. Für Till hatte er auf dem Bahnhof einen Koffer deponiert und ihm den Schlüssel geschickt. Mit dem Geld konnte sich auch der Killer ein schönes Leben irgendwo auf der Welt leisten. Paul war sich sicher, nie wieder etwas von Till zu hören. Das konnte er auch, doch nicht so wie er sich es dachte. Als er den KM 403 erreicht hatte, bekam er nicht einmal den Knall mit. Der Wagen fuhr wie ein Feuerball weiter. Nichts was Paul identifizieren konnte würde übrig bleiben. Oder etwas doch?
Semir traf als erstes in der PAST ein. Nach ihm kam Susanne, die ihn fünf Minuten später die Liste überreichte. „Hier… das sind die letzten Verbindungsnachweise, die mit diesem Herrn Kontakt hatte.“ Sagte sie und verschwand wieder. „Wo ist denn Peter?“ rief Semir hinter ihr her. „Er kommt gleich mit Chris zusammen. Chris hat ihn heute Morgen schon sehr früh abgeholt. Ich weiß aber nicht wohin…“ erklärte Susanne. Semir zog die Schultern hoch. Er kannte es ja, das sich Chris absonderte und ihn nicht immer unterrichtete. Semir sah sich die Nummern an. „Susanne… hast du die Nummern überprüft?“ fragte er hoffnungsvoll. „Ja sicher…. Zumindest einen Teil. Bin aber noch nicht durch. Allerdings ist mir eine Nummer aufgefallen, die er mehrmals angerufen hatte. Aber das ist eine Preepaidkarte. Keine Chance den Besitzer heraus zu finden.“ Rief Susanne ihm zu. „Tja… wenn die Chefin kommt dann werde ich ihr das mal vorlegen…“ murmelte Semir. „irgendwie müssen wir die Leute kontaktieren. Können ja wohl schlecht anrufen und sagen, dass sie in einem Mordfall der vor zehn Jahren passierte verwickelt sind.“ hängte er an. Endlich kamen auch Chris und Peter ins Büro. „Oh…hallo… schön dass ihr auch noch mal kommt.“ Knurrte Semir. „Was ist dir denn über die Leben gelaufen? Hat Andrea dich wieder mal…“ fing Chris an. „Kein Wort… Andrea ist nicht dran schuld. Nein… ich habe die Liste bekommen. Der Typ hat ganz schön telefoniert. Hier sieh dir den Haufen an.“ Semir hob die Blätter hoch.
„Das gibt es doch gar nicht…“ stöhnte Dieter Bonrath als er und Hotte zur Unfallstelle kamen. „Das ist schon der zweite Wagen. Wieso müssen wir das machen? Das ist doch eher wohl Chris und Semirs Sache…“ maulte Hotte. „Ja sicher… du kannst die Beiden ja mal informieren. Von dem Wagen und dem Fahrer ist nicht mehr viel übrig.“ Stöhnte Dieter während Hotte das Mikro nahm Er forderte Semir und Chris an, die versprachen umgehend zu ihnen zu kommen. Das Umgehend dauerte eine knappe Stunde. „Mann… da seid ihr ja endlich… ich verhungere ja schon…“ begrüßte Hotte die Beiden. „Ja schon gut… Was haben wir denn?“ fragte Semir. „Der Wagen hier…. stand in Flammen. Ein Autofahrer hat uns informiert. Nach seinen Angaben gab es einen Knall und der Wagen fuhr wie ein Feuerball weiter bis er von der Leitplanke gebremst wurde. Der Fahrer hatte keine Chance.“ erklärte Dieter recht sachlich. „Tja…. Ich würde sagen, dass es Arbeit für Hartmut gibt. Lasst den Wagen bitte umgehend in die KTU bringen. Ich muss wissen auf wem der Wagen zugelassen war.“ Forderte Semir und ging wieder zu seinem Wagen. „Wollt ihr schon wieder gehen?“ fragte Hotte enttäuscht. „Ja sicher… wir können hier nichts tun…“ erklärte Semir grinsend und schon waren die Beiden verschwunden.
Anna kam ins Büro und sah auf ihrem Schreibtisch die Verbindungsnachweise der Chipcard die Semir und Chris gefunden hatten. Sie sah sich die Nummern an und stutzte plötzlich. Immer wieder las sie die eine Rufnummer. Sie kannte diese Nummer doch. Keine andere war ihr im Augenblick so geläufig. Konnte sie sich nicht täuschen? Vielleicht war die Nummer nur ähnlich. Anna nahm ihr Handy und sah in das Telefonbuch. Bei dem Eintrag Till stoppte sie. Sie verglich Ziffer für Ziffer. Es war also kein Irrtum. Es war Tills Handynummer die immer wieder von dem vermeintlichen Mörder von Neumann angerufen wurde. Was hatte Till denn mit diesem Mann zu tun? Es war eine Frage die nur Till beantworten konnte. Sie musste mit ihm sprechen. Kurz entschlossen wählte sie ihn an. „Hallo Schatz… ich wollte nur wissen wo du warst. Du warst so schnell weg…“ sagte sie, als er sich meldete. „Ja… ich hatte einen Termin und der hat sich etwas hingezogen. Was gibt es denn?“ hörte sie ihn fragen. „Nichts . Ich sehne mich einfach nur nach dir.“ erklärte sie. „Nun ein paar Stunden musst du noch ausharren. Wir sehen uns heute Abend…. Versprochen und dann wird es wieder einer dieser wunderbaren Abende…“ kam leise lachend von ihm. „Ich freu mich schon….“ gab sie zu.
Peter saß bei Susanne und ging mit ihr die Nummern durch. „Weißt du was ich mir vorstellen kann…“ fragte er leise. Susanne schüttelte den Kopf. „Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass wir da weitermachen, wo wir aufgehört haben. Wir passen doch sehr gut zusammen und ich finde es schade wenn es vorbei wäre…“ erklärte er. Susanne sah ihn entsetzt an. „Peter… willst du nicht mehr mit mir zusammen sein?“ fragte sie besorgt. „Nein… das ist es nicht. Ich will nicht nur mit dir zusammen sein. Ich will für immer mit dir zusammen sein. Für immer verstehst du… Ich weiß das ich nie wieder meinen Job als Polizist ausführen kann. Dafür bin ich einfach zu lange schon raus. Aber ich bin auch ein guter Hausmann. Ich mache sauber… versorge die Kinder… koche für dich…“ erklärte er weiter. Susanne lachte. „Willst du mir einen Heiratsantrag machen?“ harkte sie ungläubig nach. Peter zuckte mit den Schultern. „Was spricht denn dagegen? Wir passen sehr gut zusammen oder nicht? Willst du denn nicht mit mir zusammen sein?“ wollte er wissen. Susanne sah ihn liebevoll an. „Meinst du denn du kannst ohne deine Exfrau und ohne deine Tochter leben?“ wollte sie wissen, weil sie ahnte, das Peter Isabelle und Sophia sicher nachtrauern würde. „Nun... sie hat sich entschieden ohne mich zu leben und ich werde mich damit abfinden. Außerdem.... Sophia bleibt meine Tochter. Isabelle will mir regelmäßig Fotos schicken und mich informieren wie es ihr geht. Mehr geht nicht. Auch wenn ich sie gern in den Arm nehmen würde, aber Isabelle hat da schon Recht. Es wäre für Sophia sicher sehr schlimm. Eigentlich kennt sie mich ja auch gar nicht.“ Erklärte Peter. Susanne nickte. „Ja sicher.... aber bitte lass mir noch etwas Zeit. Wir können es ja erst einmal ohne Trauschein versuchen.“ lächelte sie ihn an. Peter war einverstanden.