Beiträge von Elvira

    Marie Schaffner schrecke hoch, als es klingelte. Sie ging zur Tür und sah durch den Spion. Zwei Männer standen vor der Tür und in der Mitte ihre Tochter. Sofort zog sie die Tür auf. „Ilona!!“ sagte sie überrascht. „Mama... ich will bei dir sein...“ fing das Mädchen an. „Komm rein...wer ist das?“ wollte sie wissen und zeigte auf die Männer. „Das sind Herr Gerkhan und Herr Jäger von der Autobahnpolizei. Sie haben mich her gebracht.“ Erklärte Ilona. Marie bat die Männer in die Wohnung. „Frau Schaffner... wir haben Ihre Tochter an der Autobahn aufgegriffen. Sie wollte per Anhalter zu Ihnen. Angeblich wie ihr Vater sie angefasst hat.“ Erklärte der Kleinere der Polizisten. „Ilona? Hat er es wieder getan?“ fragte Marie erstaunt. „Ja... ich hab die Tür verschlossen, aber wenn er rein gekommen wäre, dann hätte er vermutlich mehr gemacht als sonst. Er ist...“ fing Ilona an. Marie nickte. „Du bleibst bei mir.“ Legte sie fest. Dann sah sie Semir und Ben an. „Ich möchte eine Anzeige aufgeben... können Sie das auch machen?“ wollte sie wissen. „Im Grunde genommen nicht. Sie müssen sich an einer der hiesigen Dienststellen wenden. Da wir aber Ihre Tochter aufgegriffen haben, müssen wir selbst eine Anzeige aufnehmen. Dann vereinfachen wir es doch und schließen es zusammen.“ schlug Semir vor. Marie war einverstanden.

    Sie nahmen die Anzeige auf und fuhren anschließend zur PAST zurück. „Das Kind kann einem Leid tun. Ihre Mutter will nichts wirklich von ihr wissen und der Vater will sie als Frauersatz.“ meine Semir auf der Rückfahrt. „Ja wir werden die Anzeige schreiben und die Kollegen der Stadt werden sich drum kümmern. Wir müssen versuchen diesen Mörder zu finden.“ kam von Ben zurück. „Ja die Frage ist nur wo wir anfangen. Das tote Mädchen kann uns nichts mehr sagen und diese Tamara liegt im Koma. Wer weiß ob sie es überhaupt schafft. Wir sollten morgen früh mal ins Krankenhaus fahren und uns mit dem Arzt unterhalten…“ schlug Semir vor. „Klar doch… und nun Feierabend mit den trüben Gedanken. Wir schreiben den Bericht und fahren nach Hause.“ kam von Ben zurück. Semir war einverstanden. Der Bericht und die Anzeige waren schnell geschrieben und die Beiden wussten nicht, dass der nächste Morgen mit einer schrecklichen Nachricht beginnen würde. Ben holte Semir ab und sie waren gerade auf der Autobahn, als das Funkgerät ertönte. „Cobra 11 für Zentrale!“ kam durch. „Ja, Guten Morgen… Cobra 11 hört…“ kam fröhlich von Semir durch. „An der Anschlussstelle Königswinter ist ein ca. 16jähriges Mädchen tot aufgefunden. Spurensicherung ist bereits vor Ort.“ kam durch. Semir sah Ben entsetzt an.

    „Die Kleine ist vergewaltigt worden. So wie es aussieht hat sie sich sehr heftig gewehrt. Weder Ausweis noch sonst irgendeinen Hinweis auf die Identität.“ Erklärte der Gerichtsmediziner, als Semir auf ihn zukam. „Verdammt… wurde sie erwürgt?“ fragte er heiser. „Nein… sie wurde erstochen. Semir beugte sich zu dem Sack und öffnete ihn. Das Gesicht der Toten erinnerte ihn an Bonney und an Tamara, die als einzige bisher als Überlebende davon gekommen war. „Danke Doc…“ sagte er und ging zu Ben.

    „Man… ich hasse manchmal meinen Beruf.“ fauchte Semir. Er und Ben waren bis zum späten Abend noch im Krankenhaus gewesen, um der Großmutter von Tamara zu unterstützen, denn bei Tamara kam es zu schweren Komplikationen. Die Ärzte schafften es jedoch sie ins Leben zurück zu holen. Für die Oma war es zu viel. Sie bekam ein Schwächeanfall und sollte für die Nacht ebenfalls im Krankenhaus bleiben. Nun musste Semir und Ben noch den Hund der Oma versorgen und hatten jetzt endlich Feierabend. Die Fahrt führte an der A57 in Richtung Neuss. „Wo sollen wir bloß anfangen?“ fragte Ben leise. „Ich weiß es nicht. Es war eben schon hart, das Mädchen da so zu sehen… an den Schläuchen angeschlossen, dem Tod näher als dem Leben.“ kam von Semir. Ben sah auf die Straße. „Hey… da steht doch ein Mädchen… sieh mal!“ sagte er plötzlich Semir folgte seinem Blick und bemerkte auch das Mädchen welches am Straßenrand stand und ein Schild hoch hielt. Er bremste ab. „Hey… ich möchte nach Düsseldorf….“ sagte das Mädchen, als Ben die Scheibe herunter gedreht hatte. Ben sah Semir an und dieser nickte. Er stieg aus und öffnete die hintere Tür. „Weißt du wie gefährlich es ist, wenn man trampt?“ fragte er. Das Mädchen nickte. „Es kann nicht schlimmer sein, als bei seinem saufenden Vater zu sein.“ kam bitter von ihr. „Wie heißt du?“ fragte Semir. „Ilona. Meinem Vater gehört das Restaurant am Rasthof.“ erklärte sie. Semir sah zu Ben. „Steig ein!“ forderte er sie auf. Ilona stieg ein. „Wo willst du genau hin?“ wollte Ben wissen. „Nach Düsseldorf zu meiner Mutter.“ kam von dem Mädchen. Semir fuhr los. „Warum fährst du nicht mit der Bahn?“ harkte Semir nach. Das Mädchen lehnte sich zwischen die Vordersitze und bemerkte nun das Funkgerät und das Blaulicht. „Oh ne....“ stieß sie aus. Ben sah sie an. „Was denn?“ lächelte er. „Ihr seid Bullen...“ stellte Ilona fest. „Ja ganz genau und du kannst froh sein, dass du bei uns im Wagen sitzt. Also warum fährst du nicht mit der Bahn?“ wiederholte Semir. „Weil mein Vater nicht will, dass ich zu meiner Mutter fahre. Dabei ist er eh die letzte Zeit nicht zuhause. Ständig ist er unterwegs mit seinen Freunden und grölt von seinen Abenteuern. Ich bin allein und kann sehen wie ich meinen Tag rum bekomme. Das Restaurant leitet er zwar super, aber er selbst hat wahrscheinlich keine Ahnung was dort abgeht.“ erklärte Ilona. „Und du denkst bei deiner Mutter bist du besser aufgehoben?“ wollte Ben wissen. „Ja sicher. Da packt er mich wenigstens nicht an.“ fauchte sie und verschränkte schmollend die Arme vor der Brust.

    Semir und Ben wechselten sofort einen Blick. „Er packt dich an? Wie?“ kam sofort von Semir. „Nun ja... er fasst mich da an, wo ich nicht will. Ich hab es ihm gesagt und seit dem hört er auf. Dafür ist er immer öfter mit seinen Freunden unterwegs.“ erklärte Ilona. „Okay... wir fahren dich zu deiner Mutter unter der Bedingung, dass du nie wieder per Anhalter versuchst irgendwo hinzukommen. Versprochen?“ bot Semir an. Ilona nickte. „Ich hab mich auch gar nicht wohl gefühlt bei dem Gedanken bei Fremden im Auto zu sitzen. Es passiert irgendwie viel. Aber ich denke mir wird es nicht passieren... ich kann auf mich aufpassen. Aber ich verspreche es. Wenn ich bei Mama bin, dann fühle ich mich sicher.“ lächelte Ilona und war froh, dass die Männer sie nicht zu ihrem Vater brachten. „Wenn dein Vater dich angefasst hat, wie kommt es, dass deine Mutter nichts unternommen hat?“ harkte Ben nach. „Ich weiß nicht.. ich habe es ihr nie erzählt. Sie hatte uns ja verlassen und von daher bekam mein Vater das Sorgerecht. Seit sie getrennt sind, geht es mit ihm nur noch bergab. Er trinkt sehr viel und dann wird er unausstehlich. Das war auch ein Grund von meiner Mutter weg zu laufen. Sie hat nur vergessen, dass es da noch jemanden gibt. Mich... aber sie hat mir erklärt warum sie mich nicht mitgenommen hatte. Ich habe hier meine Freunde, meine Schule und sie wollte erst einmal einen Start schaffen. Danach hätte sie mich geholt.“ erklärte Ilona selbstbewusst.

    ich kann mich meinen Vorfeedern nur anschließen.... mach schnell weiter und verrate uns wie es ausgeht

    Die Story ist genial... gut geschrieben, sehr interessantes und doch trauriges Thema und ich verstehe die Mutter auch irgendwie... welche Mutter würde nicht alles für ihr Kind machen....

    Als die Beiden einige Kilometer weiter fuhren, sahen sie vor sich zwei Laster mit Holz beladen. Ben sah an den langen Dingern empor, als Semir sich hinter die Wagen hängte und gemütlich die Geschwindigkeit hielt. Angestrengt sah Ben zu seinem Partner, der teilnahmslos auf die Autobahn sah. „Sag mal, ist dir denn gar nichts aufgefallen?“, fragte der junge Hauptkommissar seinen Partner, der nur stirnrunzelnd zu Ben hinübersah. „Ne, was denn?“, fragte Semir. „Die Stämme waren nicht markiert.“, meinte der junge Mann dann. „Ach, die werden schon markiert sein.“ „Semir, die sind aber nicht markiert. Alle beiden Ladungen nicht.“, erklärte Ben, als sie am zweiten Laster vorbei waren.

    Mattes und seine Mitarbeiter brausten auf der linken Spur immer dichter an die beiden Lastwagen heran. „Okay, ihr wisst, was zu tun ist?“, fragte Mattes seine Kompagnons über Funk und bekam jeweils eine zustimmende Antwort. „Gut, dann nehmt ihr die Räder unter Beschuss und werft die Molotowcocktails auf die Ladeflächen. Sie sollen sehen, dass sich niemand ungestraft in unsere Geschäfte mischt.“, meinte Mattes und zündete den Cocktail an, öffnete schon das Fenster.

    „Was macht der denn da?“, fragte Semir und zeigte auf den schwarzen Geländewagen neben den Lastern. Plötzlich brach auf beiden Hängern Feuer aus und Schüsse zerfetzten die Reifen der großen Ungetüme. „Verdammte Scheiße.“, schrie Ben aus und suchte in seinem Fußraum Deckung, als die schweren, brennenden Holzstämme auf die Autobahn und nach hinten wegrutschten. Semir riss die Augen auf und das Steuer rum. „Verdammt noch mal.“, stieß Semir aus und schwenkte das Steuer dermaßen rum, das Ben mit dem Kopf an das Schubfach schlug. „Oh man, kannst du nicht aufpassen.“, zischte Ben hervor. „Entschuldige, ich sehe nur Bäume.“, schrie Semir und steuerte gegen die schwankenden Hänger mit dem brennenden Holz. „Jetzt oder nie.“, dachte er und beschleunigte seinen BMW. Er musste an diesen Beiden vorbei. So trat er das Pedal durch und schaffte es wirklich am ersten Laster vorbei. „Sind wir vorbei?“, kam es fragend aus Bens Versteck. „Noch nicht ganz.“, erwiderte Semir und war auf halber Höhe des zweiten Lasters. Doch da sah er nur noch, wie einige der Stämme zur Seite rutschten und auf den BMW hinunterfielen. „Unten bleiben.“, schrie Semir und ging selbst in Deckung, lenkte seinen Wagen unter den Hänger durch. Das Metall knirschte und wurde wie ein Streichholz weggebogen. Die Scheibe zerbarst und einige brennende Holzteile fielen in den Wagen hinunter. „Shit.“, stieß Semir erschrocken aus. Der BMW schrammte an der Leitplanke entlang, durchbrach sie nach einigen Metern des Mitgeschleiftwerdens und raste die Böschung hinunter. Nach einigen hundert Metern kam er zum Stehen und zwei leicht verkohlte Köpfe kamen aus dem Innern des Wracks zum Vorschein. „Verdammt, warum müssen Montage immer so beschissen anfangen?“, fluchte Ben und schüttelte sich den Staub aus den Haaren. Semir sortierte ihm die leicht angekokelten Holzspäne aus den Haaren und von der Schulter. „Tja, Berufsrisiko.“, meinte Semir und hustete kurz. Plötzlich explodierten die beiden Lastwagen und die großen, schweren Baumstämme schlugen um den Wagen herum ein.

    Nur wenig später waren sie bei Familie Wagner an der Tür. Als Semir klingelte bellte ein Hund und es hörte sich nach einem verdammt großen an. Eine ältere Frau öffnete die Tür. „Wir kaufen nicht!“ blaffte sie und wollte die Tür wieder schließen. „Wir sind von der Polizei. Es geht um… Tamara..“ erklärte Semir bevor die Tür ganz zu ging. Die Frau sah ihn an. „Was ist mit meiner Enkelin?“ kam nun ängstlich. Semir erzählte es ihr, als sie eingelassen wurden. „Mein Gott… die Kleine ist doch schon gestraft. Ihre Eltern sind bei einem Unfall ums Leben gekommen, als sie vier war. Seit dem wohnt sie bei mir…Bringen Sie mich zu ihr….bitte?“ fragte die alte Frau. Semir nickte. „Ja sicher…“ erklärte er und sie fuhren zu dritt in die Klinik. Während der Fahrt erzählte Ben der Frau wie er Tamara gefunden hatte. Die Magda Wagner weinte. „Warum tut ein Mann meiner Tamara so etwas an. Aber sie war doch mit Bonney zusammen, konnten die Beiden sich denn gar nicht verteidigen?“ fragte sie leise. Ben sah zu Semir und dieser nickte. „Bonney ist tot…“ erklärte er leise. „Oh mein Gott… die armen Eltern.“ stieß Magda aus. Im Krankenhaus wurden sie zum Bett von Tamara gebracht. Sie lag im künstlichen Koma um den Körper die Ruhe zu geben um zu heilen. Magda streichelte ihrer Enkelin über das blasse Gesicht. „Mein Gott… mein Engel… mein kleiner Engel…“ sagte sie mit weinerlichen Stimme. Ihr Blick wanderte zu Semir. „Haben die Männer…ich meine…wurde sie…?“ fragte sie besorgt. Semir nickte nur. Er wusste genau was die Oma wissen wollte.

    Am Rasthof Nievenheim saß Ilona auf der Bank und hatte ihre Beine angezogen. Was fiel ihrem Vater eigentlich an, sie so anzufahren? Sie hatte sich doch nur verspätet. Fünf Minuten und er macht einen Aufstand als wäre sie für Tage weg gewesen. Ilona wollte weg. Zu Mama nach Düsseldorf. Seit der Trennung durfte sie nur noch alle zwei Wochen zu Mutter und würde doch am Liebsten bei ihr sein. Sie musste dort hin, aber ihr Vater würde ihr sicher nicht das Geld geben, damit sie hinfuhr. Murrend ging sie wieder in das Restaurant, was ihrem Vater gehörte. „Hast du deine Schularbeiten fertig?“ wollte er wissen, als er sie sah. „Ja.. hab ich…“ gab wie bissig zurück. „Geh auf dein Zimmer! Du bist eh nicht dazu fähig mir hier zu helfen!“ blaffte ihr Vater sie an. Ilona sah ihn an. „Ich weiß warum Mama dich verlassen hat. Sie kann deine Sauferei genauso wenig ertragen wie ich…“ schrie sie ihren Vater an, als sie seine Fahne bemerkte. Der Vater holte aus und schlug ihr die flache Hand ins Gesicht. Ilona sah ihn mit tränenerfüllten Augen an. Noch nie hatte ihr Vater sie geschlagen. Es wurde Zeit, dass sie verschwand. Sie ging in ihr Zimmer, nahm ihren Rucksack mit den Schulsachen und einen weiteren mit Klamotten von ihr. Sie sah auf das Bild ihrer Mutter auf ihrem Schreibtisch. „Mama… ich komme zu dir. Ich will hier nicht mehr sein…“ weinte sie leise. Nun musste sie nur noch warten, bis ihr Vater schlief. Doch das dürfte nicht mehr lange dauern. Nur eine Stunde später war Schluss und das Restaurant schloss. Sie hörte ihren Vater die Treppen rauf poltern. „Ilona!!!“ schrie er. Doch Ilona machte nicht auf. Sie hatte ihr Zimmer verschlossen damit er nicht zu ihr hinein kam, wie er es schon öfter gemacht hatte. Sie wartete noch etwas und verließ das das Zimmer. Ihr Vater schnarchte in seinem Bett. Leise öffnete sie die Haustür und verschwand auf den großen dunklen Parkplatz. Nun musste sie nur noch eine Mitfahrgelegenheit und dann ab zu ihrer Mutter.

    „Haben wir eine Spur?“ wollte Kim wissen, als Ben und Semir sie unterrichteten. „Nein… das verletzte Mädchen liegt noch im OP. Ob sie es überhaupt überlebt ist sehr fraglich. Ben und ich fahren gleich ins Krankenhaus und befragen den Arzt.“ erklärte Semir. Kim nickte. „Es waren vermutlich Anhalterinnen, die mal wieder Geld sparen und ein Abenteuer erleben wollten. Immer wieder bezahlen einige es mit ihrem Leben.“ stöhnte Kim. „Den Bericht der Obduktion sollte auch gleich kommen. Wenn wir „Glück“ haben, dann finden die Ärzte Spermaspuren und wir haben den Typen in der Datenbank.“ kam von Ben leise. „Finden Sie diesen Kerl. Und zwar schnell, bevor es noch mehr Mädchen erwischt. Ich werde die Kollegen verstärkt Streife fahren lassen und die Parkplätze überwachen. Mehr können wir nicht tun.“ erklärte Kim. Semir und Ben verschwanden.

    In ihrem eigenen Büro ließ Semir sich auf seinen Stuhl nieder. Ben sah ihn an. „Was hast du?“ wollte er wissen, denn er sah, das Semir nachdenklich war. „Ich denke gerade daran, dass dieses Mädchen vermutlich nur überlebt, weil du eine schwache Blase hast…“ kam leise von Semir. „Ja wenn sie überlebt. Bis dahin sollten wir versuchen etwas zu finden. Wir haben gar nichts… Wir wissen nicht einmal wie das Mädchen heißt. Außer Bonney haben wir keinen Namen. Die Frage ist nur, heißt das Mädchen im Krankenhaus Bonney, heißt die Tote so, oder hat das Haustier des Mädchens diesen Namen…“ klang verzweifelt von Semir. Ben nickte. „Susanne kann ja mal die Vermisstenlisten durchgehen. Ich meine wenn die Beiden ausgerissen sind, dann müssten die Eltern, wenn sie verantwortungsbewusst sind eine Vermisstenanzeige aufgegeben haben.“ dachte Ben laut nach. „Ja wenn… und was wenn nicht?“ wollte Semir wissen. Susanne kam herein. „Der Arzt aus dem Krankenhaus hat gerade angerufen. Die Operation ist gut verlaufen… und hier… der Obduktionsbericht!“ gab sie an. Semir griff sofort hin. „Hoffentlich kommt sie durch..“ stieß Ben aus und schaute Semir über die Schulter. „Fünfzehn Jahre alt, sie wurde tatsächlich vergewaltigt und anschließend erwürgt. Keine Spermaspuren gefunden. Wäre ja auch zu schön gewesen. Der Tod trat zwei Stunden vor dem Fund ein.“ las Semir vor. Ben seufzte. „Was für Schweine…“ stieß er aus und sprach Semir damit aus der Seele. „ich habe übrigens die Vermisstenanzeigen durchgesehen. Die Beiden sind nicht darunter.“ erklärte Susanne. Semir nickte nur.

    „Unbekannte Tote auf dem Rastplatz in der Mülltonne gefunden!!!“ lauteten am nächsten Morgen die Schlagzeilen in der Tageszeitung. Und auch Antonia Runge las sie. „Gott… nein….!“ stieß sie aus als sie das Bild sah. „Bonney…..!!“ hängte sie an. Torben ihr Mann sah sie an. „Wie bitte?“ wollte er wissen. „Bonney… sie ist tot…“ kam tonlos von Antonia. „Das ist ein sehr schlechter Scherz, meine Liebe…“ maulte Torben. „Aber es ist kein Scherz… bitte wir müssen sofort zur Polizei… bitte…“ fing Antonia an zu weinen. Nun merkte auch Torben, das seine Frau es ernst meinte. Er sah in die Zeitung und sah das Bild seiner gerade 15jährigen Tochter. „ich rufe die Polizei an…“ erklärte er leise und griff zum Telefon. Nur eine halbe Stunde später klingelte es an der Tür. Torben ging hin und öffnete. „Gerkhan, Kripo Autobahn. Das ist mein Kollege Jäger. Herr Runge?“ fragte der Mann vor der Tür. „Ja.. bitte kommen Sie doch rein…“ bat Torben mit einer fahrigen Bewegung. „Sie kennen das Mädchen?“ wollte Semir wissen. „Meine Tochter… meine kleine Bonney…“ weinte die Frau auf der Couch. Semir sah Ben betroffen an „Es tut mir sehr Leid…“ sagte Ben leise. Torben nickte und nahm seine Frau in den Arm. „Was ist passiert?“ wollte er wissen. Wieder wanderte Semirs Blick zu Ben. Sollte er die ganze Wahrheit sagen? „Ihre Tochter wurde erwürgt.“ sagte er dann. „Was ist mit ihrer Freundin? Sie war mit Tamara doch unterwegs nach Hamburg. Sie wollte meine Schwester dort besuchen…“ erklärte Torben. „Ihre Tochter war allein als man sie fand. Aber kurz zuvor haben wir ein schwer verletztes Mädchen gefunden. Sie kämpft um ihr Leben.“ gab Ben bekannt. Torben sah sie an. „Wieso denn an der Autobahn? Sie wollten doch mit dem Zug fahren…“ weinte Antonia. „So wie wir bisher erfahren konnten, müssen sie per Anhalter gereist sein….“ erklärte Semir und sah besorgt auf die Frau. „Ich habe es ihr so oft schon gesagt, dass es viel zu gefährlich ist…“ weinte sie. Torben sah ihn an. „Ich werde mich um sie kümmern. Finden Sie den Mörder meiner Tochter…“ forderte er.

    Semir nickte. „Sagen Sie… dieses andere Mädchen…?“ fragte er. „Tamara? Tamara Wagner… sie und Bonney sind seit dem Kindergarten befreundet…Sie haben alles zusammen gemacht.“ erklärte Torben. Auf Bens Anraten wurde ein Arzt gerufen, um seiner Frau ein Beruhigungsmittel zu geben. „Wissen Sie… Bonney hatte immer ihren eigenen Kopf. Den hat sie von mir…“ lachte Torben verbittert. „ich hätte sie doch fahren sollen… dann würde sie noch leben….“ hängte er an. Semir sah zu Ben. „Sie wollten sie fahren? Darf ich fragen, warum Sie es nicht getan haben?“ wollte Ben wissen. „Mir kam ein Termin dazwischen. Sehr wichtig… ich habe einen verdammt hohen Preis für dieses Geschäft bezahlt. Einen viel zu hohen….“ erklärte Torben weiter. Nun flossen auch bei ihm die Tränen. „Können Sie uns sagen wo Tamara gewohnt hat? Wir müssen die Eltern auch noch informieren…“ bat Ben. Torben nickte. „Riekenstrasse 8. Bitte entschuldigen Sie…ich würde mich jetzt gern um meine Frau kümmern….“ erklärte Torben. Semir und Ben nickten und gingen zur Tür, als diese aufging. Ein 15jähriges Mädchen kam herein und Semir hatte das Gefühl als würde Bonney vor ihm stehen. Torben sah zu ihr. „Maja…“ stieß er aus. „Das ist Bonneys Zwillingsschwester“ erklärte er schnell. Semir und Ben nickten. „Was ist los?“ wollte das Mädchen wissen. „ist was mit Bonney?“ harkte sie nach. Torben nickte. Semir und Ben verließen bedrückt das Haus. Doch als sie die Tür schlossen, hörten sie wie das Mädchen anfing zu schreien. „Ich werde alles daran setzten diese Mistkerle zu kriegen, das schwöre ich dir…“ drohte Semir und ballte die Faust.

    och nee.... die arme Kleine... was hat sie denn.. also den Symptomen nach zu urteilen, würde ich sagen, hier ist ene lange Nacht für Mama und Papa angebrochen.... Fieber, halsweh geschwollener Hals... da ist wohl ein Krankenhausaufenthalt für die Kleine vorprogrammiert.

    Leonard stellte sich in die Nische hinter der Tür und hatte seinen Koffer dicht an seinen Körper gepresst. Er wusste, dass dieser Mann, den er erst seit dem ersten Transport kannte, geldgierig war und auch nicht vor Mord zurückschrecken würde. Er hörte, wie die Tür aufging und am Schatten der morgendlichen Sonne sah er die Silhouette von Ole mit einem Gegenstand in der Hand, der nach einem Messer oder ähnliches aussah. Leonards Atem ging stoßweise, er hörte die quietschenden Schritte auf dem Fliesenboden und sah, wie Ole immer weiter in das Innere des Häuschens trat. „Jetzt.“, dachte er nur, holte mit dem Koffer aus und schlug seinem Partner mitten ins Gesicht. Einen kurzen Schrei ausstoßend ließ Ole das Messer fallen und fasste sich an seine Nase, aus der sofort Blut strömte. Dann stand Leonard vor ihm, packte ihn am Arm und schleuderte ihn über seine Schulter zu Boden. Ole blieb benommen liegen, rappelte sich dann aber wieder auf und stellte sich Leonard. Doch dieser holte noch einmal aus und schlug derart kräftig zu, dass Ole mit seinem Kopf gegen das Waschbecken stieß. Ein lautes Knacken war zu hören, das Genick war gebrochen. „Tut mir Leid, aber ich habe eine Familie, die mich und das Geld braucht.“, zischte Leonard und durchsuchte den Toten nach den Wagenschlüsseln. Nachdem er sie gefunden hatte, fuhr er mit seinem und Oles Anteil zu seiner Familie.

    Laurence saß in seinem Büro und zählte das bei den Versteigerungen erwirtschaftete Geld. „Was doch so ein wenig Holz für Mäuse einbringen kann.“, lachte er. Just in diesem Moment kam Mattes reingestürmt und stemmte sich aufgeregt auf den Tisch seines Bosses. „Chef, ich habe gerade erfahren, dass da jemand in unserem Revier unsere Ware fällt.“, kam es heftig atmend von ihm. Sofort ließ Laurence die Scheine fallen. „Was? Wer? Kennst du die?“, wollte er wissen. „Allem Anschein nach, einer der österreichischen Kunden, die bei der letzten Versteigerung waren.“, erwiderte Mattes. Laurence dachte angestrengt nach. Dann machte es Klick bei ihm. „Die wollen sich ihr Holz jetzt wohl billiger verschaffen.“, dachte er laut. „Nimm dir sofort vier Männer und die beiden Jeeps, beobachte sie und fangt sie ab, wenn sie auf der Autobahn sind. Lasst den Laster mitsamt der Fracht hochgehen. Als Warnung für jeden, der sich mit Laurence O'Reilly anlegt.“, befahl er und sofort machte sich Mattes mit seinen Leuten auf den Weg.

    Um sich etwas von ihren Gedanken an Semir abzulenken, ging Andrea am nächsten Morgen zu Corinna. Sie hatte eine Tochter im Alter von Aida und die beiden Kinder spielten sehr oft zusammen, das heißt sofern es der kleinen Celine gut ging. Die Kleine litt an einer sehr seltenen Krankheit, die in Deutschland nicht behandelt werden konnte. Die beiden Frauen hatten sich in der Schwangerschaftsgymnastikstunde kennen gelernt. Und noch mehr… sie waren fast Nachbarn. Corinna und ihre Familie, das war ihr Mann Leonard und die kleine Celine, wohnte in einem der anonymen Hochhäuser in der näheren Umgebung. Andrea bekam fast regelmäßig mit, wie Celine immer mehr abbaute. Dennoch ging sie mit Aida möglichst oft zu ihnen, damit die Kinder spielen konnten. Aida verstand es natürlich nicht, wenn ihre Freundin im Bett lag und schlief. Doch an diesem Morgen schien etwas anders zu sein.

    „Semir, Ben! Leichenfund an der A1 bei KM 259. Rastplatz Friedberg. Eine Frau hat dort eine unbekleidete Mädchenleiche gefunden!“ kam über Funk. Benn griff zum Mirko. „Cobra 11 übernimmt!“ gab er durch und Semir trat das Pedal durch. Wenig später waren sie am Fundort. Die Gerichts-mediziner waren bereits vor Ort und hatten die Leiche abgedeckt. „Hat sie Papiere bei sich?“ wollte Semir von dem Arzt wissen. „Nein. Nicht einmal Klamotten hatte sie an. Sie scheint sich sehr heftig gewehrt zu haben. Zumindest haben wir Abwehrspuren an den Handgelenken. Und auch an der Innenseite der Oberschenkel.“ gab der Mann bekannt. „Vergewaltigt worden?“ stellte Ben die Zwischenfrage. „Kann ich nicht sagen, schließe ich aber nicht aus.“ erklärte der Arzt. „Todesursache?“ harkte Semir nach. „so wie es aussieht ist sie erwürgt worden. Vermutlich mit einem Gürtel oder mit einem Seil. Todeszeitpunkt ist noch nicht so lang her… Die Leichenstarre ist noch nicht eingetreten und der Körper noch recht warm. Ihr habt den Bericht heute noch auf dem Tisch.“ kam von dem Arzt. „Sie war doch etwa in dem gleichen Alter wie das Mädchen auf der Toilette oder?“ wollte Ben wissen. Semir nickte. „Hoffe nur, die Kleine überlebt es.“ Stieß er aus. Die Spurensicherung suchte alles ab, machte Fotos, nahm Fingerabdrücke. „Wir sollten mal die Zeugin befragen.“ Meinte er anschließend und ging zu der Frau. „Semir Gerkhan, Kripo Autobahn. Sie haben die Leiche gefunden?“ fragte er. Die Frau nickte. „Es ist so schrecklich. Ich wollte nur den Ascher leeren und da…nur weil ich so umweltbewusst bin und den Inhalt nicht auf die Straße kippen wollte…“ stieß die Frau aus. Semir nickte. „Haben Sie oder Ihr Mann jemanden wegfahren sehen, als sie auf den Rastplatz kamen?“ fragte er weiter. „Nein… hier war niemand. Der Platz war leer.“ erklärte die Frau weiter. „Ist vor Ihnen ein Wagen von der Straße gefahren? Vielleicht ist es Ihrem Mann aufgefallen?“ mutmaßte Semir. Nun kam der Mann dazu. „Nein… nichts. Ich meine man achtet ja auch nicht unbedingt darauf, dass ein Wagen vor einem auf den Rastplatz fährt oder nicht. Man will einfach nur schnell ans Ziel kommen.“ beklagte der Mann und sah mitleidig auf seine Frau. „Danke… falls Ihnen doch etwas einfällt, rufen Sie mich bitte an.“ bat Semir und reichte dem Mann seine Karte. Dieser versprach es. Semir und Ben fuhren zur PAST zurück.

    Währenddessen kämpften die Ärzte im Krankenhaus um das Leben von Tamara. „Die Mistkerle habe ganze Arbeit geleistet! Saugen!!!“ stieß der Arzt aus während er versuchte die Hauptwunde zu lokalisieren. „DA…. Ich hab sie! Okay… Jetzt nur kurz nähen und dann hoffe ich schafft die Kleine es.“ gab er an das OP-Team. Doch dieses „Nur Kurz“ dauerte fast eine halbe Stunde. Der Kreislauf ging in den Keller und Dr. Neuroth musste schnell machen. „Halt durch Kleine… wir kriegen dich schon wieder hin…“ redete er mit Tamara. Der Narkosearzt sah ihn an. „Ich kann nicht noch einmal nachschießen. Der Kreislauf macht schlapp… Beeile dich!“ ermahnte er den Operateur. Dr. Neuroth nickte. „Bin gleich fertig. Die Blutung steht. Drei Messerstiche… ich hoffe nur ich habe alle Wunden lokalisiert und dicht gemacht.“. gab er von sich und es hörte sich wie ein Flehen an. Zehn Minuten später lag das Mädchen auf der Intensivstation. Dr. Neuroth sah die Schwester an, die für das Mädchen zuständig war. „Sobald sich der Zustand verschlechtert informieren Sie mich.“ ermahnte er die Frau. Sie nickte und machte sich an ihre Arbeit. Das Piepen der Geräte erfüllte den Raum mit dem schlafenden Mädchen.

    „Halt doch mal da vorn an…Semir… ich hab etwas zuviel Wasser getrunken…“ stöhnte Ben und es hörte sich verdammt gepresst an. „Ben… wir sind vor einer Stunde losgefahren. Außerdem ist der Platz gesperrt. Vermutlich läuft da nicht mal mehr das Wasser.“ Kam grinsend von Semir. „Mir egal… ich schleppe auch Wasser wenn es sein muss. Nur ich muss dringend da hin…“ forderte Ben erneut. „Schwache Blase was … … aber wie du willst…“ gab Semir grinsend von sich und fuhr auf den Rastplatz. Ben stieg aus, obwohl der Wagen nicht einmal stand und rannte ins Toilettenhäuschen. Er ließ schnell seine Last ab und wollte gerade wieder zum Auto gehen, als er ein leises Wimmern aus der Damentoilette hörte. „Hallo?“ fragte er. „ist alles in Ordnung?“ Es kam keine Antwort. Nur dieses Wimmern war zu hören. Ben nahm sein Handy und rief Semir an. „Ich bin’s…kannst du mal kurz kommen?“ fragte er. „Was ist… soll ich dich abhalten oder was?“ höhnte sein Partner. „Nein.. komm bitte…es ist sehr wichtig…“ flehte Ben regelrecht. Nur wenig später kam Semir herein. „hör mal…“ bat Ben. Semir horchte und hörte auch das Wimmern. „Was stehst du denn hier rum..!“ fauchte er und trat die Tür auf. Ihnen bot ein Bild des Schreckens. Auf dem Boden lag ein junges Mädchen mit einer Stichwunde im Bauch in ihrem Blut. Sofort waren Ben und Semir bei ihr und pressten etwas von dem T-Shirt was am Boden lag auf die Wunde. „Ganz ruhig… ganz ruhig…“ sprach Ben auf das Mädchen ein, während Semir den Notarzt rief. „Bonney…..“ stieß das Mädchen aus. „Hey… bleib bei mir… sieh mich an… Bist du Bonney?“ fragte Ben und versuchte das Mädchen wach zu halten. Doch es war vergebens. Das Mädchen fiel in die Bewusstlosigkeit. Hilflos sah Ben zu Semir, der den Verbandskasten aus dem Wagen geholt hatte. „Sieht übel aus…“ stieß er aus, als er die Wunde notversorgte. Schon hörten sie den Notarztwagen kommen. Keine zehn Minuten später war das Mädchen mit dem Helikopter unterwegs ins Krankenhaus. Doch der Arzt schien nicht viel Hoffnung zu haben, dass dieses Mädchen die Messerattake überleben würde.

    Bonney rannte weiter. Sie wollte zur Straße, zurück zur Autobahn. Jemanden anhalten und dann …zur Polizei. Was die Männer wohl mit Tamara gemacht haben? War sie schon tot? Sie erreichte endlich die Straße. Völlig erschöpft und frierend kauerte sie an der Leitplanke und weinte. Ein Auto hielt an. Sie sah nicht mehr hin. „Hilfe….“ stieß sie aus. „Aber sicher helfen wir dir…“ höhnte ein Mann. Bonney sah ihn an und erstarrte. Es war einer der Männer die ihr das Schlimmste angetan hatten, was man einer Frau antun konnte. Der Mann zerrte sie ins Auto und während der Fahrer Gas gab, befassten er und sein Freund sich mit dem Mädchen. Das Martyrium dauerte fast zwei Stunden. Als Bonney aus dem Auto gezerrt wurde, lebte sie nicht mehr. Die Männer warfen das tote Mädchen einfach in die Mülltonne am Rastplatz. Lachend stiegen sie ein und fuhren weiter. Eine weitere Stunde später fuhr eine Familie diesen Rastplatz an. Die Frau wollte den Ascher ausleeren und benutzte die Mülltonne. Sie stieß einen Schrei aus als sie die Leiche entdeckte. Der Mann rief die Polizei an. Anschließend versuchte er seine Frau zu trösten und über die schreckliche Entdeckung hinweg zu kommen.

    4,15 Mio. ( 14,4%) haben gestern die Folge Operation Gemini gesehen. das sind 2.28 Mio in der werberelevanten Gruppe und brachte RTL 20,3 Marktanteile ein.

    Alarm für Cobra 11- Die Autobahnpolizei war damit an Platz 2 der meistgesehenen Serie am gestrigen Donnerstag.

    Erst dachte ich...whow was für ein durchtriebenes Früchtchen diese Lisa und was für ein Asi- Anwalt. Der halt sich ja wohl auch für was Besseres gehalten Nun ja.... Wie war das... parken auf einem Behindertenparkplatz...“ komm ich schieß dir ins Bein..“ lol Semir...eine sehr gute Lösung..... Das Ben davon nicht begeistert war ist doch logisch. Dann lieber ne Runde drehen und zu einem Mord kommen. Auch kein schlechter Tausch.

    Tja und das Semir da mit der Lisa ja ziemlich hart getroffen… besser umgekehrt.. sie hat ihn hart getroffen? Hihi….ich habe mit ihm gelitten, gedanklich… tja und wie war das als die Beiden auch noch die Mörder laufen lassen mussten… „ich kauf dir auch ein Döner….“ Und die Antwort „will kein Döner…“ lol und der gute Papa Ben… „Dann bekommst du ein Lahmacun…“ lol…..

    Ich habe die Luft angehalten, als Ben angeschossen von dieser Brücke ins Wasser stürzte.... ich dachte...ne...nicht schon wieder. Und wo war Semir...natürlich hatte er das Pech und fand Lisa, die unter Beschuss der Verfolger in Panik geriet. So ein süßer VW-Käfer ist also nichts für unseren Herr Hauptkommissaren. Aber fahren kann das Ding.... und sogar auf dem Dach landen. Das die Flüchtenden in der Höhle nicht gerade sicher waren schien doch wohl sonnenklar. Dennoch war die Spannung sehr gut platziert. Diese Stasiakten erregen ja immer noch Aufsehen. Tja und als Semir dann den Mistkerlen auch noch in die Falle ging .... das hätte sehr böse enden können.

    Ha... von Hotte Mund-zu-Mund-Beatmung zu bekommen ist ja wohl auch nicht gerade wünschenswert, da greift unser halbtote Ben doch lieber zur Waffe.... sehr gut gemacht... Dann lieber sterben als von Hotte beatmet werden. Auch in dieser Folge war wieder alles vertreten.... Action, Spaß und Spannung. Mal sehen was die Quoten morgen sagen....

    Gut fand ich auch, dass Lisa sich am Ende mit ihrem Vater wieder vertragen hat. Ist doch besser als diesen Streit niemals zu begraben.

    Übrigens der Alte Bekannte war in einer früheren Folge auch schon zu sehen und zwar in "faule Äpfel" dort spielte er einen skrupelosen Verbrecher und Unternehmer. Der Schauspieler heißt Karl Kranzkowski

    Die neue STaffel ist schon wieder zu ende und es geht weiter mit Wiederholungen. Und zwar mit Gedeon Burkhard und den Anfang macht "Ausgeliefert"

    Bei einem Gefangenentransport gelingt drei Schwerverbrechern die Flucht. Die Gangster suchen bei einer unbescholtenen Kleinfamilie Zuflucht und nehmen die Mutter als Geisel. Chris und Semir geraten bei der Suche in arge Zeitnot, als sie erfahren, dass die Flüchtenden unliebsame Zeugen in der Vergangenheit skrupellos umgebracht haben.

    Chris und Semir eskortieren einen Gefangenentransporter auf seinem Weg zum neuen Hochsicherheitsgefängnis. Unterwegs gelingt drei der extrem gefährlichen Häftlinge die Flucht: Meinhardt, Bauer und Kirschner - alle zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Dabei erschießen sie einen der JVA-Beamten. Die Cops geben sich eine Mitschuld an der Flucht und dem Mord und setzen alles daran, die drei Gangster wieder einzufangen, bevor sie weiteres Unheil anrichten können. Meinhardt, Kirschner und Bauer, der bei der Flucht angeschossen wurde, müssen nun dringend von der Bildfläche verschwinden, als ihr Blick auf eine friedliche Reihenhaussiedlung fällt. Dort feiert Sandra Wolters derweil nichts ahnend mit ihrer 12-jährigen Tochter Katrin gerade deren Geburtstag, als es an der Türe klingelt. Chris und Semir haben in der Zwischenzeit erfahren, dass einer der JVA-Beamten den Gangstern bei ihrer Flucht geholfen haben muss. Doch als sie ihn in seinem Haus verhören wollen, finden sie nur noch seine Leiche - der JVA-Beamte hat sich offenbar erhängt. Meinhardt eröffnet der entsetzten Sandra, dass er mit ihr einen kleinen Ausflug machen will, während seine beiden Kumpel mit ihrer Tochter hier warten sollen. Sandra fährt Meinhardt notgedrungen mit ihrem Wagen zu der Stelle, wo vor vier Jahren ein Kaufhaus stand. Aber das hat längst zugemacht und mittlerweile ist dort das Polizeipräsidium eingezogen. Meinhardt starrt ungläubig auf das Gebäude, das vor Polizisten nur so wimmelt - wie kommt er nun an die Beute von damals ran?

    Währenddessen hatten sich Semir und Ben über die Pasta hergemacht. Semir genoss es wenigstens, dass Ben, wenn er auch ein Ordnungsfeindlicher Chaot erster Klasse war, doch ein Talent beim Kochen hatte. Doch Ben dachte derweil über andere Dinge nach. Was sollte das erst werden, wenn Semir weiter in diesem Putzrausch durch seine Wohnung und sein Leben fuhr? Ob das auf Dauer gut gehen würde? Ben war sich dieser Sache nicht sonderlich sicher, doch vorerst würde er es einfach genießen, nicht aufräumen zu müssen. „Sag mal, ist irgendwas?“, unterbrach Semir seinen Gedankengang. „Was?“ „Na, du wirkst so nachdenklich.“, präzisierte der Deutschtürke seine Aussage etwas. „Och nichts, es ist nichts.“, meinte Ben abwiegelnd und aß den letzten Kanten vom Baguette. Semir jedoch ahnte, dass seinen Kollegen etwas im Kopf rum ging, doch er wollte ihn nicht dazu drängen. „Komm, lass uns ins Wohnzimmer gehen. Im Fernsehen läuft gerade ein Boxkampf, den sollten wir uns ansehen.“, meinte Ben und stand auf, doch Semir sah ihn nur schief an. „Und was ist damit?“, er zeigte auf den Esstisch und das Geschirr. „Was soll damit sein?“, fragte Ben und zuckte mit den Schultern. „Ben, das kann doch hier nicht so liegen bleiben.“ „Warum nicht?“, protestierte Ben. „Geh, schau Boxen. Ich komme gleich. Bring nur schnell das Geschirr in die Spüle.“, meinte Semir und schnappte sich die Teller. Äußerlich ruhig, ballte Ben innerlich die Fäuste. Dass dieser Rauswurf von Semir auch für ihn Folgen hatte, hätte er nicht gedacht. Doch es sollte noch schlimmer werden.

    Der Holztransporter fuhr in Richtung Köln. „Ja… ich hab die Ladung. Aber es war ganz schön teuer… 2 Millionen…. Ich finde dass Laurence etwas übertreibt. Es muss doch ne Möglichkeit geben billiger an Holz zu kommen..“ meinte Roland ins Telefon. Er hörte eine Weile zu. „Ja… natürlich ist es erste Qualität. Wie wäre es wenn wir anfangen unser eigenes Süppchen zu kochen? Es gibt doch genug Holz in Deutschland….“ Gab er durch. Wieder musste er hören. „Illegal? Was ist denn daran illegal? Wir holen uns das Holz aus dem Wald, aus nem Park ist doch völlig egal…. Ich wäre dabei. Jetzt haben wir einen Transporter und können dabei sehr viel Geld sparen.“ lachte Roland. „Also gut… wir reden später. Ja… der Transporter ist direkt vor mir. Wir sind in drei Stunden da.“ gab er durch. Er beendete das Gespräch und grinste. Er fand seinen Plan in den deutschen Wäldern zu holzen viel angenehmer. Das er damit direkt einen Krieg anzettelte für den er einen hohen Tribut zahlen sollte. Er grinste leicht. Sein Boss wusste ja nicht, dass er 250.000 Euro für sich behielt. Die Fahrt ging langsam vor sich hin. Der Transporter durfte nicht auffallen. Auch wenn es recht selten passierte, das Holz in Deutschland transportiert wurde, welches noch nicht als Schrank oder im Papier verarbeitet war, so musste man die Bullen nicht wecken. Sollten die ruhig schlafen, dachte er bei sich.

    „So… alles fertig. Wer gewinnt?“ wollte Semir wissen, als er aus der Küche kam. „Was? Ach so… nun ja… Vitali Klitschko liegt an Punkten vor. Ich denke mal, dass er seinen Gegner bald auf die Bretter schickt. Semir…. Willst du Andrea nicht anrufen und fragen, ob sie dir verzeiht?“ fragte Ben zaghaft. „Hab ich schon versucht. Als ich in der Küche war. Sobald ich sie anrufe, drückt sie mich weg. Ich hab es auch auf Festnetz versucht. Sie legt auf, sobald sie meine Stimme hört. Sie ist richtig wütend auf mich. Und das Schlimmste ist, das ich es auch noch verstehen kann…“ murmelte Semir. „Willst du ein Bier?“ fragte Ben und ging in die Küche. „Ja bitte…“ stöhnte Semir. Ben stand in seiner Küche und staunte. Wenn die Flächen vor Sauberkeit strahlen könnten, würde er vermutlich sehr viel Strom sparen, dachte er bei sich. Er nahm das Bier aus dem Kühlschrank und ging zu Semir zurück.
    Dieser saß völlig in Gedanken versunken im Sessel. „Hey… es wird wieder. Ich kann ja mal versuchen mit Andrea zu reden. Sie wird mir sicher zuhören.“ Schlug Ben vor. Semir sah ihn an. „Ich weiß nicht… vielleicht beruhigt sie sich ja von selbst. Schon allein wegen Aida.“ Kam leise von Semir. Er nahm einen Schluck. „Ich bin müde. Morgen ist früh Tag.“ stieß er nach der Flasche aus und verschwand im Bad. „Oh nee…“ hörte Ben kurz darauf. Er rollte mit den Augen. Was war denn nun schon wieder. Semir kam zurück. Ich hab keine Zahnbürste…“ erklärte er. Ben musste lachen. „Ich hab noch eine im Schrank…. Sie gehört dir…“ gab er bekannt. „Danke….“ kam von Semir und schon ging er wieder ins Bad. Nur eine halbe Stunde später kam Ruhe in die Männergemeinschaft. Zumindest hoffte Ben das, doch als er endlich einschlief hörte er ein leises Knurren, oder war das Rauschen? Nein… es war… „OH nein….!“ stieß er aus. „Jetzt sägt der auch noch….“ Hängte er an, als er dem Geräusch nachging. Die Tür zu Semirs Zimmer stand auf und man hörte sehr deutlich, dass der Mann schlief. Ben schloss die Tür und schlurfte in sein Zimmer zurück. Auch hier schloss er die Tür. Endlich war Ruhe und er konnte auch schlafen.

    Auf ein Neues... hoffe doch diesmal auf etwas mehr Feeds :D

    Bonney und Tamara beide 15 Jahre alt, standen an der A1 und hielten Schilder hoch. „Wenn nicht bald jemand anhält, dann können wir vergessen nach Hamburg zu komme….“ maulte Bonney. Tamara sah ihre Freundin an. „Hey.. es ist immer noch die günstigste Art zu reisen, oder?“ lachte sie. Es machte ihr Spaß mit ihren Reizen zu spielen. Nach drei Stunden hielt tatsächlich ein Auto an. Die beiden Mädchen sahen in den Wagen. Es waren drei Männer darin. „Wo soll es denn hingehen?“ wollte der Fahrer wissen. „Wir wollen nach Hamburg..“ kam von Tamara. „Schade… wir fahren nur bis nach Münster. Aber bis dahin können wir euch mitnehmen…“ schlug der Fahrer vor. Tamara sah Bonney an. „Na komm schon. Wir warten schon seit drei Stunden. Steig ein..“ forderte sie ihre Freundin auf. Und obwohl Bonney ein sehr mulmiges Gefühl hatte stieg sie mit ein. Die Fahrt ging los. Für Bonney und Tamara war es die letzte Fahrt ihres Lebens. Der Fahrer fuhr auf einen abgesperrte Rastplatz und grinste seinen Freunden zu. Ein kurzes Nicken genügte und die Mädchen wurden aus dem Wagen gezerrt. Beide schrien um ihr Leben, doch die Männer machten kurzen Prozess. Sie knebelten die Mädchen und vergingen sich an ihnen. Bonney schaffte es irgendwie sich von ihrem Peiniger zu befreien und rannte nackt wie sie war weg. An Tamara verschwendete sie keinen Gedanken. Nun zählte nur noch sie. Nur noch weg hier… weg von diesen Männern…

    Tamara ließ es einfach geschehen. Sie sah wie Bonney weglief. Sie selbst konnte sich gegen drei Männer nicht wehren. Ihre Gedanken gingen nach Hause. Wenn sie doch nur den Zug genommen hätte, dann wäre dies hier alles nicht passiert. Sie zählte nicht die Minuten und versuchte das was ihr gerade passierte einfach zu ignorieren. Irgendwann würden die Männer sicher aufhören ihr das anzutun. Vielleicht würde sie dann nicht mehr leben. Sie hatte die Augen geschlossen. Diese Gesichter der Männer wollte sie nicht mehr sehen. Nie wieder. Vielleicht hatte sie Glück und kam mit dem Leben davon. Aber die Männer wussten sicher, dass sie ihre Peiniger beschreiben konnte. Warum sollten sie sie leben lassen. Das sie so leichtsinnig war, als Tramperin zu fahren nur um Geld zu sparen wurde ihr jetzt zum Verhängnis. Hoffentlich hören sie bald auf… dachte sie nur und versuchte die Gedanken in eine andere Richtung zu lenken. Es gelang nicht immer, dennoch spürte sie kaum das was mit ihr geschah. „Mach sie alle!“ hörte sie und riss die Augen auf. Das Messer kam auf ihr zu und ein scharfer Schmerz durchzuckte ihren Körper. „Los weg hier!!“ fauchte der Zweite. Die Männer verließen den Ort des Grauens und ließen Tamara einfach liegen.

    2. Kapitel:
    Spießer und Putzfraujunkie

    „Kann ich bei dir wohnen?“ fragte Semir kleinlaut. Ben lachte. „Es ist also tatsächlich so, dass sie dich rausgeworfen hat. Deine Frau ist wirklich sehr gut… bewundernswert…“ grinste er. „Also gut… du kannst dich hier für eine Weile aufhalten. Aber …. Kein Wort über meine Lebensgewohnheiten, ist das klar?“ legte Ben fest. Semir nickte. „Ja sicher… Wo ist das Gästezimmer?“ harkte er sofort nach. „Da hinten…. Aber… das Zimmer ist schon lange nicht mehr benutzt worden. Also… es ist nicht sauber, wenn du weißt was ich meine…“ erklärte Ben leicht grinsend. Semir nickte. „Ich kann ja Ordnung schaffen…“ stöhnte er, schnappte seine Koffer und betrat sein „Domizil“. Als er das Licht anmachte bekam er große Augen. „Hat hier der Dritte Weltkrieg stattgefunden?“, fragte Semir und wagte es nicht, sich zu bewegen. Vor ihm lagen Berge von Wäsche auf dem Boden, das Bettzeug hing benutzt aus dem Bett heraus und Semir war sich nicht sicher, aber seinem Gefühl nach bewegte sich was unter der Wäsche. „Ben!“, rief er ins Wohnzimmer und sofort glitt Ben auf seinen Socken zu seinen Partner und nun auch noch Mitbewohner hin. „Jo?“, fragte er und Semir deutete nur ins Zimmer rein. „Oh.“, kam es von Ben. „Oh? Mehr nicht.“, zischte der Kleine und zog die Augenbrauen hoch. „Ja, ich bin nicht auf Gäste eingestellt.“, entschuldigte sich Ben und sah das Chaos gelassener, als es Semir tat.

    „Das sieht man.“, kam es von ihm und sofort fing er an, die Kleiderstücke aufzuheben und seinem Partner ins Gesicht zu werfen. „Wenn ich hier drin schon schlafen soll, will ich wenigstens treten können und nicht Angst haben, hier auf einen Hamster zu treten, der die Wäsche hier als Winterquartier benutzt hat.“, maulte Semir nur. Ben drehte genervt mit den Augen und brachte die Sachen zur Waschmaschine. Warum hatte er das eigentlich nicht gleich gemacht? Ach ja, immer kam ihm etwas dazwischen. Meist war es die wenige Zeit, die er morgens hatte oder die fehlende Lust, die er abends nach einem langen Dienst nicht mehr aufbrachte. „Mein Gott, wie das hier riecht.“, hörte er Semir fluchen. Schon bereute Ben wieder seine Gutmütigkeit. „Das kann ja was werden.“, dachte er und setzte eine große Maschine an.

    Semir brauchte nicht lange, bis er die Sachen aus dem Zimmer geräumt hatte. Als er noch Single war, hatte er für so was immer ein Händchen und war darin sehr schnell. Während Andreas Schwangerschaft hatte er ja auch, neben der Arbeit, den ganzen Haushalt geschmissen. So verwunderte es keinen, dass das Zimmer nach einer guten Stunde bewohnbar und das Bett frisch bezogen war.„Wow, wozu brauche ich eigentlich eine Putzfrau, wenn ich dich habe?“, meinte Ben scherzend, als er das saubere Zimmer sah. „Sehr witzig.“, stieß Semir aus, der wegen der Sache mit Andrea nicht gerade zu scherzen aufgelegt war. „Komm schon, nimm dir die Sache nicht so zu Herzen.“, versuchte Ben seinen Freund aufzumuntern und legte ihm in Freundschaft den Arm um die Schultern und knuffte ihn kurz. Semir sah ihn zweifelnd mit seinen braunen Augen an. „Du wirst sehen, morgen sieht die Welt schon viel besser aus. Wenn sie erstmal eine Nacht ohne ihre menschliche Wärmflasche verbracht hat, wird der Streit schnell vergessen sein.“, sagte Ben vorher. „Ha, Madame Benjamina die Wahrsagerin.“, kam es sarkastisch von Semir. „Nein, ich glaube, so leicht ist Andrea dieses Mal nicht zu besänftigen.“ Niedergeschlagen saß Semir auf dem Bett und betrachtete seinen Ehering, den er mit seinen Fingern hin- und herdrehte. Irgendwie kam ihm dieser Spruch bei der Hochzeit „Lieben und ehren, bis das der Tod sie scheidet“ nicht mehr so selbstverständlich vor. In ihm regten sich ernste Zweifel, ob Andrea ihm jemals verzeihen würde. Ben spürte die seelische Angespanntheit seines Kollegen. „Na komm, ich mach uns erstmal was zu essen und dann machen wir einen Männerabend. Wirst sehen, morgen ist ein neuer Tag.“, meinte er lächelnd und stieß Semir an, der nur nickte und ihm dann in die Küche folgte.

    „Ben… was wenn er nie wieder meine Zärtlichkeit spüren will?“ fragte Andrea besorgt. Sie stand mit dem Partner und Freund ihres Mannes vor der Tür. „Andrea… er wird sicher nicht immer so bleiben. Aber im Augenblick…ich meine ich kann es sehr gut verstehen und….ich denke es ist nicht einfach auch nicht für ihn. Du solltest es langsam angehen lassen.“ Gab Ben besorgt von sich. Er kannte das Ehepaar Gerkhan als ein liebevolles zärtliches Paar. Ein Paar welches sich selten stritt und wenn dann waren sie schnell wieder versöhnt. Andrea nickte. „Ich weiß…aber ich liebe ihn doch…“ weinte sie. Ben nahm sie in den Arm. Es dauerte fast eine Stunde bis die Tür sich öffnete. „Frau Gerkhan…kommen Sie herein..“ bat der Arzt sie. Andrea nickte. Langsam trat sie auf das Bett zu. „Hi…“ sagte sie zu ihrem Mann. Sie stand nur da und berührte ihn nicht. „Andrea… ich…es tut mir Leid…Ich …“ Semir suchte nach den richtigen Worten, doch sie kamen einfach nicht. „Semir…ich weiß… du musst nichts sagen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, was du durch gemacht hast und ich hätte dich nicht küssen sollen… aber…ich liebe dich doch und ich habe mir so große Sorgen gemacht.“ weinte Andrea leise. Semir nickte. „Du darfst mich ruhig küssen… ich bin gefesselt und kann mich nicht wehren..“ lächelte er nervös. Andrea sah den Arzt an. „Tun Sie es ruhig… es war zwar eine Hau-Drauf-Aktion … aber ich denke das war die schnellste Art ihn wieder zurecht zu biegen..“ lächelte er. Andrea beugte sich zu ihm. Dr. Fletscher beobachtete Semir sehr genau. Er sah wie er anfing zu zittern als Andrea ihn berührte aber es war nicht mehr so heftig, wie er eigentlich gedacht hatte. Zufrieden nickte er als sie sich löste. „Das ging doch schon mal gut… In ein paar Tagen wird alles wie vorher sein.“ lächelte er und verschwand.

    Es dauerte tatsächlich noch eine Woche bis Semir sich den Zärtlichkeiten seiner Frau ohne Bedenken hingeben konnte. Er wurde nach gut vier Tagen in der Klinik entlassen und musste in die Praxis von Dr. Fletscher kommen. Stets dabei war Andrea, die ihn unterstützte. Doch das Schlimmste hatte Semir noch vor sich. Er musste vor Gericht aussagen. Dort sah er Jasmin noch einmal in die Augen. Er sah die Kälte in dieser Frau, die so viele Menschen auf dem Gewissen hatte um ihr eigenes Leben zu finanzieren. Sie wurde zu einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe verurteilt. Auch Katrin war im Gerichtssaal. Nach der Verhandlung gingen die Vier essen und machten sich einen recht entspannten Abend. Irgendwann gegen Mitternacht waren Ben und Katrin dann verschwunden. Semir ahnte schon was geschehen ist und lächelte die Königin seines Herzens an. „Gehen wir türkisch kuscheln?“ fragte er spitzbübisch. Andrea war einverstanden.

    Ende.

    Sie fuhren mit Vorschriftsmäßig die Autobahn entlang. „Nur kein Aufsehen erregen.“, hatte ihnen ihr Chef eingebläut und daran hielten sie sich auch. Sie wollten kein Ärger, sie wussten was er mit Versagern anstellte. Und sie brauchten das Geld. Es war gute Ware, was sie dort hinten auf dem Laster hatten. Gute, beste Ware, die an den Meistbietenden versteigert werden. Da würde sicherlich wieder eine Menge Geld für sie abfallen. Doch erstmal mussten sie sicher am Ziel ankommen. Doch darin sahen sie keine Gefahr. Sie hörten den Polizeifunk ab und wussten, wo kontrolliert werden würde. Leonard sah immer wieder nervös in alle Spiegel, während er seinen großen Neunzigtonner über die Autobahn steuerte. „Mensch Leon, mach dir keine Sorgen. Konzentrier dich lieber auf die Straße.“, kam es ruhig von Ole. „Ole, ich habe so ein komisches Gefühl, als wenn uns dieser Wagen dort schon seit dem letzten Rastplatz verfolgt. Ich meine, er könnte überholen, tut es aber nicht.“, erklärte der Fahrer nervös. Ole winkte nur gelassen ab. „Sicher einer dieser selten gewordenen Autofahrer, die es nicht eilig haben.“, meinte er und schloss wieder die Augen. „Nein, das ist mir zu verdächtig.“, erwiderte Leonard und sah immer wieder in den Rückspiegel.

    „Falke 12 an Zentrale.“, meinte der zivile Zollbeamte Wolfgang Kreisler. „Zentrale hört.“, kam es erwidernd durch den Funk. „Haben hier Laster mit einer Ladung Holz in Richtung niederländische Grenze vor uns. Ist bei euch ein Holztransport gemeldet?“, wollte er wissen und wartete gespannt auf die Antwort. Karen, die in der Zollzentrale saß, blätterte in den Seiten des Computers nach, doch es war kein entsprechender Eintrag vorgesehen. Bevor sie jedoch dies der Streife melden konnte, kam Zollkommissar Thorsten Müller auf sie zu und sah, dass sie etwas suchte. „Ist irgendwas, Frau Mehring?“, wollte er wissen. Sie drehte sich erschrocken um, fing sich aber schnell wieder. „Ja, Falke 12 hat gerade einen Holztransport gemeldet, der sich auf die Grenze zu bewegt, aber ich finde keine Autorisierung eines solchen Transportes im Computer.“, meinte sie. „Oh, dann muss ich vergessen haben, ihn einzutragen.“, sagte er und griff ihrer statt an das Funkgerät. „Zentrale an Falke 12 ... Holztransport ist in Ordnung. Setzen sie ihre Streife fort.“, kam es erklärend aus dem Funkgerät. Wolfgang hob erstaunt seine Augenbrauen in die Luft und schlug die Stirn in Falten. So recht konnte er das nicht glauben, aber Vorschrift war Vorschrift. „Verstanden Zentrale, setzen Streife fort. Ende.“, verabschiedete er sich und überholte dann den LKW mit schnellem Tempo.

    „Siehst du, jetzt hat er auch die Nase voll von deinem Geschleiche.“, meinte Ole lachend und klopfe Leonard auf die Schulter. „Mag sein, dass ich mich geirrt hab. Der Job heute ist nur sehr wichtig für mich.“, erklärte er mit niedergeschlagener Stimme. „Geht es deiner Tochter wieder schlechter?“, fragte Ole besorgt. „Ja leider, wenn sie nicht bald eine vernünftige Behandlung bekommt, wird sie dieses Jahr nicht überleben.“, kam es traurig von Leonard zurück, dessen Augen sich mittlerweile mit Tränen gefüllt hatten. „Das Geld habe ich beinahe zusammen. Nur noch zwei Aufträge und sie wird wieder gesund. Ich bete dafür.“, fügte er hinzu und fuhr dann von der Autobahn ab.