Der Wecker von Andrea klingelte um sieben. Sie drehte sich um und ließ ihren Arm auf die Seite fallen, wo Semir eigentlich schläft. Doch es war leer. Die Sehnsucht nach diesem Mann… nein Chaoten… war unglaublich. Sie ertappte sich wie sie sich nach ihm sehnte. „Nein… er hat seine Strafe verdient. Er ruft ja nicht einmal an. Wenigstens das hätte er tun können. Aber er bettelt ja nicht einmal um Vergebung… Und was Susanne erzählt geht es ihm verdammt gut, bei Ben. Wut kam auf. Wenn er nicht anruft, dann brauche ich das auch nicht tun…. dachte sie stur bei sich und weckte Aida. „Mama…. Papa gehen…“ kam von dem quirligen Mädchen. „Papa ist schon arbeiten…mein Schatz. Wir können ja nachher mal zur PAST fahren und ihn besuchen. Mal sehen wie es ihm geht und was er sagt, wenn wir da auftauchen…“ sprach sie sanft mir ihrer Tochter. „Aber jetzt geht es erst einmal Frühstücken und dann in die Krabbelgruppe, mein Schatz. Dann muss die Mama noch was arbeiten und dann fahren wir zu Papa… „ versprach sie und zog Aida an. Nur eine Stunde später war sie im Jugendhaus und kümmerte sich dort um die Jugendlichen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. Für Andrea war dies auch eine Möglichkeit nicht an Semir zu denken.
Laurence sah Mattes an. „Und? Wie weit ist das nächste Geschäft?“ wollte er wissen. „Tja... da gibt es derzeit wohl ein Problem. Die Bullen sind durch den Unfall sehr aufmerksam geworden. Es scheint so, als würden sich die Untertanen unseres Kunden gegenseitig umbringen. Ich würde dir raten, erst einmal die Füße still zu halten. Wir können die ersten Bäume frühestens in zwei Wochen wieder verkaufen. Solange muss der Kunde halt warten.“ Gab Mattes von sich. „Mir kommen die Bullen sicher nicht in die Quere. Ich will am Samstag das nächste Geschäft machen. Also sieh zu, dass du das Holz zusammen bekommst!“ fauchte Laurence zurück. „Und was machen wir denn die Bullen dazwischen kommen?“ wollte Mattes wissen. „Dann leg sie um! So einfach ist das. Wenn du erst mal einen abknallst, dann halten die Anderen schon still. Ansonsten zwingen wir sie dazu.“ Empfahl Laurence und steckte sich eine seiner Havannas an.
Leonard brachte seine Frau und die kleine Tochter zum Flughafen, überreichte ihr die Tasche mit dem Geld, das für die Operation benötigt wurde, und küsste sie zum Abschied mit voller Leidenschaftlich. „Kommt mir gesund wieder.“, schluchzte er und umarmte seine beiden Liebsten, als wäre es das letzte Mal, dass er sie sehen würde. „Ich lieb dich so sehr.“, hauchte Corinna und küsste ihren Mann auf die Wange, bevor sie in der Menschenmenge verschwand und in den Flieger stieg, der sie in die Vereinigten Staaten brachte. Schweren Herzens sah Leonard, wie der Flieger in den Himmel stieg. „Hoffentlich kommt ihr bald wieder.“, meinte er nur und verließ dann auch den Flughafen. Gerade als er das Gebäude verlassen hatte, klingelte sein Handy. „Leonard hier.“, meldete er sich. „Hier ist Mattes. Wir brauchen dich wieder. Laurence will das nächste Geschäft abwickeln und er will, dass du die Ladung aus dem Wald wieder zum Sägewerk bringst. Da Ole verschwunden zu sein scheint, bekommst du seinen Anteil ausgezahlt.“, kam die Stimme von Mattes aus dem Telefon. Leonard verdrehte seine Augen. Noch einmal würde er das nicht machen, obwohl, die doppelte Summe klang schon verlockend. Doch er hatte, was er wollte. „Vergiss es Mattes. Ich will nicht mehr. Meine Familie ist wichtiger, als die Geschäfte eines dahergelaufenen Iren.“, zischte der Mann in sein Handy und war schon im Begriff aufzulegen. „Du weißt, was Laurence dann mit dir macht. Er hasst es, sich um Quertreiber kümmern zu müssen.“, drohte Mattes. „Ha, das machst du doch und du hast doch auch noch Spaß daran.“, zischte Leonard zurück, überlegte aber dann kurz und intensiv. „Okay, ich mach’s. Sag mir nur wieder wann und wo.“ „Braver Junge.“, höhnte Mattes und nannte ihn Treffpunkt und Uhrzeit.