Semir fuhr auf der einsamen Landstraße in Richtung Bergheim. Als er die Hälfte der Strecke gefahren war bemerkte er im Spiegel, dass er nicht allein auf dieser Strecke war. Noch maß er ihm keine Bedeutung bei, doch plötzlich rauschte aus einem der Nebenwege ein Auto vor ihm auf die Straße. Semir bremste ab und fluchte verhalten. Der Wagen vor ihm schien kein Gaspedal zu haben. Semir hupte doch das schien der Fahrer völlig zu ignorieren. „Mann fahr doch!!“, fauchte er wütend und hupte erneut. Dann setzte er zum Überholen an. Doch der Wagen vor ihm schien ihn ärgern zu wollen. Denn er zog wieder vor Semir. „Verdammt…“, fluchte er und sah in den Rückspiegel,. „Hey… von Sicherheitsabstand wohl auch noch nichts gehört was?“, grummelte er. Doch dann bekam er doch ein sehr mulmiges Gefühl. Diese Typen… könnte doch… nein… oder doch? fragte er sich. Er griff zum Funkgerät. „Cobra 11 an Zentrale. Ich befinde mich auf der B410 in Richtung Bergheim. Werde von zwei Fahrzeugen bedrängt. Vermute dahinter die Holzdiebe, die ich gerade verfolge. Bitte um Verstärkung!“, gab er durch. „Zentrale hat verstanden. Verstärkung ist unterwegs.“, kam als Antwort. „Na, dann beeilt euch…“, stieß er aus. Der Wagen hinter ihm stieß ihn an. „Hey… lass das!!“, schrie Semir und lenkte gegen. Doch nun bremste auch der Wagen vor ihm. „Verdammt. Leute beeilt euch! Die nehmen mich in die Zange!“, schrie er ins Funkgerät.
Leonard ging wieder zu Andrea und Corina. „Wo ist denn dein Mann hin?“, fragte er und tat als wüsste er nichts. „Der musste zu einem Einsatz. Ist sicher gleich zurück.“ lächelte Andrea ihn an. „Das ist gut… ich wollte ihn noch was fragen. Wegen dem Fall, den er gerade hat. Ich finde den Beruf sehr interessant und wenn ich nicht so füllig wäre, hätte ich auch zur Polizei gehen können.“, gab er zurück. Corina nickte. „Es war sein Traum. Aber er hat die Sportprüfung nicht bestanden. Vielleicht wäre dann die Heilung von Celine schneller da gewesen. Ich meine wenn man für die Regierung arbeitet, dann hat man ja sicher auch Vorteile.“, erklärte Corina. Andrea lachte leise. „Nein… du hast davon keine Vorteile. Im Gegenteil es hat manchmal sehr viele Nachteile. Aber wir sind hier zum feiern. Ich denke allerdings, dass die Kinder so langsam müde werden. Wir sollten sie nach oben ins Bett bringen.“, schlug Andrea vor.
Semir versuchte aus der Umklammerung durch die beiden großen Fahrzeuge zu entkommen, lenkte nach links und nach rechts, doch immer wieder stieß der hintere Wagen in Semirs Hecke, dass dieser wieder in seine alten Position zurückweichen musste. „Verdammt, lasst das. Ich will nicht schon wieder meiner Chefin Rede und Antwort stehen müssen.“, schrie er nach hinten. Dann sah er rechts im Waldgebiet eine kleine Schneise, die den Berg zur nächsten Kurve runterführte. „Eine Chance.“, dachte er und zog das Lenkrad nach rechts rüber. Sein Wagen holperte über den nächtlichen Waldboden und die Scheinwerfer leuchteten auf das grün schimmernde Moos, was gespenstisch wirkte. Er hörte, wie sich Äste in den Lack kratzten und Sträucher unter den Rädern knackten. „Verdammt, was macht der denn da?“, zischte Mattes und riss ebenfalls das Steuer rum. „Oleg, Gregor... fahrt die Straße weiter. Schneidet ihm in der Kurve den Weg ab.“, schrie er in sein Handy am Armaturenbrett. „Klar Mattes.“, kam es wieder zurück und schon beschleunigte der Wagen, schoss haarscharf um die enge Bergkurve.