Beiträge von Elvira

    Semir zerrte wütend an der Handfessel. „PASCHNER!! Das hat ein Nachspiel... noch lachen Sie, aber ich werde Sie schon noch kriegen..“ drohte Semir wütend und versuchte an sein Handy zu kommen. Nun bereute er es, Rechtshänder zu sein. Alles war in der rechten Hosentasche und Paschner schien nicht dumm zu sein. Er hatte die Hand soweit oben gefesselt, dass er nicht an die Taschen kam. Semir konnte weder die Waffe ziehen um Jan mit einem Schuss zu informieren, noch die Schlüssel oder das Handy herausholen. Er musste hier ausharren. Der Regen wurde stärker und hier oben ging auch ein mittelmäßiger Wind der die Regentropfen direkt in sein Gesicht klatschen ließ. „JAN!!!“ schrie Semir aus voller Brust und hoffe dass sein Partner ihn hören würde. Doch eine ganze Weile geschah nichts. „JAN!!!“ wiederholte Semir immer wieder. Und dann endlich... nach einer halben Stunde stand sein Partner bei ihm. „Was ist denn passiert?“ fragte er erstaunt als er Semir dort hocken sah. „Frag lieber nicht...“ grollte dieser. Jan befreite seinen Kollegen aus der misslichen Lage nachdem er auch hier ein Foto gemacht hatte. Der Blick von Semir auf dem Bild sagte alles aus.

    Wenig später standen sie in der Wohnung von Paschner. Semir nahm sich sämtliche Schubladen vor, die er nur fand. Irgendwo musste ein Hinweis liegen wo dieser alte Mann erneut zuschlägt. Irgendwo musste ein Hinweis sein… „SEMIR!! Hörst du jetzt mal!!“ riss Jan ihn aus seine Gedanken. „Was denn?“ fragte er wütend zurück. „Hier ist ein Plan von was weiß ich. Aber es scheint als hat er noch mehr vor.“ Erklärte Jan. Semir ging hin und riss Jan das Papier aus der Hand. „Das ist die Köln-Messe….. warte…!“ meinte er nachdenklich und rief Andrea an. „Andrea….was ist derzeit in der Köln -Messe Interessantes?“ fragte er nach. „Moment…. Also wir haben hier die Messe für Möbel, Computermesse, Edelsteinmesse, die Farbmesse….“ Zählte sie auf. „Stopp!! Edelsteinmesse?“ harkte Semir nach. „Ja…. Sie findet dieses Jahr ausnahmsweise in Köln statt.“ Erklärte Andrea weiter. „Danke du bist ein Schatz…“ murmelte er und beendete das Gespräch. „Die Edelsteinmesse…. Dort wird er als nächstes zuschlagen. Und dort werde ich ihn dann bekommen. Diesmal wird er mich nicht fesseln und überwältigen….das schwöre ich dir…“ drohte Semir. Jan nickte. „Und wie willst du ihn schnappen?“ wollte er wissen. Semir zog die Schultern hoch. „Genau weiß ich es nicht. Wenn ich vor Ort stehe und weiß wie es ausschaut, dann weiß ich es…“ kam nachdenklich von Semir. Jan grinste nur. „Dann sollten wir die Chefin informieren.“ schlug er vor und fuhr mit Semir zurück zur PAST.

    10. Kapitel:
    Das Richtige oder das Falsche?

    Andrea wachte am nächsten Morgen auf und sah, dass Semir immer noch nicht zurück war. Jetzt stiegen doch wieder die Sorgen in ihr hoch. Wieder griff sie zum Handy und wählte die Nummer ihres Ehemannes. Doch wieder nur die Mailbox, zum fünften Mal. „Semir, wo steckst du?“, fragte sie sich selbst und dachte nach. Dann wählte sie die Nummer von Susanne. „Ja Susanne, ich bin's. Sag mal, hat Semir sich bei euch gemeldet?“, fragte Andrea und packte sich im Nacken. „Nee, wieso?“, fragte die Sekretärin. „Er ist die Nacht nicht mehr zurückgekommen. Er wollte nur raus nach Bergheim.“, erklärte Andrea ihrer Freundin. „Ich schicke sofort Dieter und Hotte los, die sollen sich da mal umsehen und dann rufe ich dich an, sobald sie was gefunden haben.“, meinte Susanne. „Gut, danke.“, beendete Andrea das Gespräch.

    Leonard sah auf die Straße hinaus. Immer noch kämpfte sein Gewissen mit seinen Gefühlen. Corinna kam langsam an ihn heran. „Schatz, was hast du?“, fragte sie und küsste ihn auf den nackten Oberarm. „Hm? Nichts, ich dachte nur gerade an den gestrigen Abend.“, log er und sah weiter zum Fenster hinaus. Von hier aus konnte er das Dach von Semirs Haus genau erkennen. Was würde nur aus Andrea und der kleinen Aida werden, wenn Semir etwas passierte? Nein, er musste ihm helfen. Auch wenn er dafür einige Jahre einwandern würde. Mit einem Mord hatte er sich schon sein Leben zerstört, ein weiterer sollte nicht auf seinen Schultern lasten. Für die Zeit, in der er weg war, würde es Corinna und der Kleinen an nichts fehlen. Die Versteigerungen hatten ihm weitaus mehr Geld eingebracht, als für die Operation notwendig war. Damit sollte seine Frau mindestens vier bis fünf Jahre über die Runden kommen. „Ich muss weg.“, meinte er und zog sich schnell an. „Jetzt schon? Wollen wir nicht erst frühstücken, bevor ich auch los muss?“, fragte Corinna leicht enttäuscht. „Tut mir Leid, Süße, aber das machen wir morgen, ich verspreche es.“, erwiderte er, drückte seiner Frau einen schnellen Kuss auf die Stirn und verschwand.

    Ben saß auf einem Stuhl, gefesselt und wurde von seinen Entführern über Dinge ausgequetscht, die er selbst nicht kannte. „Also, was hat Laurence vor?“, fragte Kuno und stand mit einer glimmenden Zigarette vor ihm. Karlo stand daneben und wartete nur darauf, dass der Junge nichts sagte. „Hören sie, ich bin nicht der, für den sie mich halten. Ich weiß gar nichts.“, versuchte Ben den beiden zu erklären, doch scheinbar wollten die nichts davon hören. „Du weißt nichts? Hör zu, Laurence hat zwei meiner Leute auf dem Gewissen. Entweder du packst jetzt aus, sagst mir, was du weißt, oder du wirst spüren, wie heiß eine brennende Zigarre sein kann.“, fauchte Kuno und riss Bens Kopf an seinen Haaren nach hinten. Dieser schrie kurz auf. Der Mann hielt Ben die glühende Zigarrenspitze vor die Nase. Sollte er sagen, dass Laurence Sprengstoff und Waffen aus der Asservatenkammer der Polizei stehlen wollte, um die Konkurrenz entgültig auszuschalten? Konnte er das mit seinem Gewissen als Polizist verantworten?

    „Verdammt!!“ fauchte Paschner und rannte los. Semir rappelte sich auf „PASCHNER!! BLEIBEN SIE STEHEN!!“ rief er ihm hinterher. Doch Paschner schien genau zu ahnen, das Semir nicht allein war, denn er rannte nach oben auf das Dach. Semir hinterher. „Ich warne Sie…Paschner machen Sie es nicht noch schlimmer!!“ schrie Semir ihm hinterher. Wie ein junger Mann oder eher ein Hochleistungssportler rannte Paschner über die Flachdächer die es hier in Köln zu Hauf gab. Doch Semir ließ sich nicht abhängen. Paschner schien ihn ärgern zu wollen und wartete immer wieder bis Semir ihn fast erreicht hatte um dann auf das nächste Dach zu springen. Ausgerechnet jetzt musste es anfangen zu regnen. „PASCHNER!! BLEIBEN SIE STEHEN!!“ schrie Semir laut und rannte über die Dächer dem alten Mann nach. Er musste höllisch aufpassen, denn der Nieselregen machte die Dächer extrem glatt. Semir atmete schon ziemlich heftig und wunderte sich etwas über die Konstitution des alten Mannes. Immerhin war Paschner 72. Er war gerade mal die Hälfe und pfiff bereits aus dem letzten Loch. „Was ist mein Junge? Geht die Puste aus?“ verhöhnte ihn der Fliehende. Semir sah ihn an. „Was soll das? Geben Sie auf! Ich bekomme Sie... Paschner!“ fauchte Semir ihn an. „Oh.... nun wenn das so ist, dann sollte ich vielleicht weiter laufen.... oder besser noch springen?“ lachte der Alte. Semir spürte wie er wütend wurde. So ein alter Mann machte sich nicht über ihn lustig... nicht über Semir Gerkhan. Er rannte wieder los. Paschner lachte und tat das Gleiche. Gleich hab ich dich...“ murmelte Semir, denn er sah das das Dach endete. „Okay... das war es!“ meinte er zu Paschner der nicht weit von ihm am Rand stand. Doch wenn er glaubte, dass der Alte aufgab, hatte er sich getäuscht. Paschner nahm Anlauf und wartete sogar, dass Semir auf Armlänge herankam. Dann sprintete er los und sprang!!! „NEIN!!!“ stieß Semir aus. Diesen Sprung konnte Paschner nicht überleben. Doch als Semir den Dachrand erreichte, sah er wie Paschner sich geschmeidig abrollte und ihm zuwinkte. „Und Junge....? Kannst du das auch?“ verhöhnte er ihn weiter. „Na warte... dir werde ich zeigen, was ich kann...“ grollte Semir, nahm Anlauf und sprang ebenfalls. Doch sein Sprung war zu kurz. Er konnte gerade noch die Regenrinne greifen und sich festhalten. „AUA!!!“ stieß er aus und versuchte Halt zu finden. Die Regenrinne hielt ihn nicht lange. Die Feuerleiter...er musste an die Feuerleiter... dachte er nur. Allerdings hatte er nicht mehr die Kraft sich dort rüber zu hangeln. „JAN!!! HILFE!!!“ schrie Semir aus voller Brust.

    Paschner hörte den Hilferuf. Nun stellte sich ihm die Frage was er tun sollte. Den Polizisten abstürzen lassen? Oder die Gefahr eingehen verhaftet zu werden? Doch der Gedanke weilte nur kurz. Bisher war es zu keinen Toten gekommen. Egal was er auch tat. Und das wird es hier auch nicht geben. Paschner rannte zurück an die Stelle wo der junge Mann hing und griff beherzt zu. „Na komm Junge....!“ sagte er und hielt den Mann am Handgelenk fest. „Paschner!!“ stieß dieser aus. „Ja sicher... komm!“ befahl er und zog mit einem Ruck den Mann hoch. Dieser blieb kurz liegen um sich zu erholen. Georg nutzte die Gelegenheit, nahm die Handschellen von seinem geretteten Gegner, ließ die Schelle ums rechte Handgelenk einrasten und die Zweite um das Geländer der Feuertreppe. Entsetzt sah der Polizist ihn an. Zum zweiten Male wurde dieser von Paschner angekettet. „Was soll das?“ fauchte er wütend. „So spielt das Leben. Ich möchte nicht dass du dich noch verletzt...“ lachte Georg, tätschelte das Gesicht dem Mannes und erhob sich. „Paschner!! Ich warne Sie!! Machen Sie mich los!!“ forderte der Polizist ihn auf. „Semir..... das ist nicht gut. Sie würden doch hinter mir her rennen und wo das enden kann, haben wir beide doch eben gesehen. Ich wünsche Ihnen ein langes Leben.“ lachte Georg und verschwand. Wenige Meter später drehte er sich zu Semir um und winkte ihm lachend zu‚ Semir sah ihm nach. Bereits zum zweiten Mal war er von diesem Greis überrumpelt worden.

    Georg traf am Abend bei seiner Tochter ein. „Hallo Papa… komm rein… und dann sag mir warum die Polizei hinter dir her ist…“ bat Rosi. „Aber Rosi Schatz… reg dich bitte nicht auf. Ich werde dir alles sagen. Weißt du… seit Mama nicht mehr ist.“ erklärte Georg. „Papa…bitte… lüg mich nicht an. Bitte…“ kam leise von Rosi. „Okay… aber du regst dich nicht auf. Der Polizist hat sicher gesagt, was er wollte oder? Wie hieß er denn?“ fragte er nach. „Gerkhan… Semir Gerkhan. Er sagte, dass du wegen Einbrüche und Diebstahl gesucht wirst. Ist das wahr?“ fragte sie leise. Georg nickte. „Ja… es ist wahr. Ich habe Einbrüche gemacht. Aber ich habe niemanden verletzt. Nur etwas Geld genommen. Mehr nicht. Aber nicht für mich.. sondern für dich und das Baby…oder besser die Babys…“ lächelte er und streichelte den Bauch seiner Tochter. „Papa… wie soll es mir helfen, wenn du im Gefängnis bist?“ wollte sie wissen. In der Stimme schwang Angst mit. „Nur keine Angst…. Ich habe meine Brüche hinter mir… ich mache nichts mehr. Aber der junge Mann… dieser Gerkhan, er wird mich sicher eines Tages verhaften. Er ist ein sehr kluger Mann. Und es wird mir eine Ehre sein, von ihm verhaftet zu werden. Aber ich mache es ihm nicht einfach….“ Lachte Georg. Rosi sah ihn strafend an. „Papa, warum tust du das? Ich versteh es einfach nicht.“ gab sie leise von sich. „Nennen wir es einfach ein letztes Spiel.“ grinste Georg. Rosi schüttelte den Kopf. „Papa…. Du weißt genau, dass ich diese Spielchen nicht mag, denn du kannst nur verlieren. Willst du den Polizisten denn wirklich so reizen? Was wenn er auf dich schießt? Was wenn er….?“ Fragte sie ängstlich. Georg nahm sie in den Arm. „Er wird nicht auf mich schießen. Ich will ihm nur mal etwas von seinem Hochmut nehmen. Er denkt er ist schlau und ich weiß genau wo ich ihn packen muss, damit er so richtig wütend wird.“ kam von Georg nur. Er schien einen Narren an Semir Gerkhan gefressen zu haben.

    Dieser fuhr mit Jan gerade die Straße entlang. Er sagte kein Wort. „Mensch Semir…. Es tut mir Leid okay?“ versuchte Jan ein Gespräch anzufangen. Semir antwortete nicht. Es fing an zu regnen. „Semir…. Was soll ich tun? Eine öffentliche Entschuldigung schreiben? Sag endlich was!!“ fauchte Jan ihn an. Semir schwieg eisern. Andrea meldete sich über Funk. „Semir! Paschner hat noch eine Wohnung im Maarweg 18. Das ist das alte Hochhaus, was seit einiger Zeit nicht mehr bewohnbar ist. Die Risse vom letzten Erdbeben, was wir hatten waren so groß, dass die Stadt das Gebäude hat räumen lassen. Aber Paschner wurde eben von einer Streife gesehen und sie wollten wissen was sie tun sollen..“ hörten sie sie sagen. Semir griff zum Mikro. „Wir sind unterwegs. Die Kollegen sollen ihn erst einmal im Auge behalten.“ gab er durch. Semir gab Gas und fuhr in Richtung Maarweg. Immer noch sprach er mit Jan kein Wort. „Kannst du mir nicht verzeihen? Oder willst du nicht?“ wollte Jan erneut wissen. „Jan…das mit dem Foto war nicht okay! Aber da du es nicht allein gemacht hast, werde ich jetzt mal drüber wegsehen. Noch einmal so eine Sache und du gehst zu Fuß!“ drohte Semir. Jan nickte und versprach es. Semir hielt vor dem Haus an. „So… dann sollten wir mal sehen, was unser Freund zu sagen hat…“ murmelte Semir und stieg aus. „Semir! Warte!!“ befahl Jan. Gemeinsam gingen sie zunächst zum Streifenwagen. „Der Verdächtige ist noch drin. Wir sind ihm nicht gefolgt, wie angeordnet“ berichtete einer der Beamten. „Danke…. Wir übernehmen jetzt.“ murmelte Semir und verschwand mit Jan ins Haus. Sie liefen die Stufen hoch. „Hoffe nur der wohnt nicht ganz oben…“ stöhnte Jan. Doch das Klingelschild sagte etwas anderes aus. „Achter Stock. Wenn der Fahrstuhl geht, kein Problem.“ Murmelte Semir. Sie ließen die Türe öffnen und sahen am Fahrstuhl das Außer Betrieb Schild. „Na super… Sport ist Mord…“ stöhnte auch Semir. Dennoch nahm er die Treppen. „Ich warte hier unten. Nicht dass er entkommt….“ grinste Jan. „Du bist nur unsportlich…“ lachte Semir zurück. Nur wenig außer Atem stand er vor der Tür die das Klingelschild Paschner trug. Er horchte an der Tür. Dabei lehnte er sich so fest an, damit er alles hörte. Vor allem ob jemand sich in der Wohnung befand. Doch ausgerechnet in diesem Augenblick wurde die Tür geöffnet. Semir flog im wahrsten Sinne mit der Tür ins Haus.

    „Das du auch mal wieder kommst. Was wolltest du eigentlich von Hartmut?“ wollte Semir wissen als Jan das Büro betrat. „Nur etwas abklären. Hast du der Chefin alles gebeichtet?“ grinste Jan. „Ja hab ich… so und nun komm…wir besuchen Rosi Bauer…“ befahl Semir. Jan sah ihn an. „Wer ist das?“ harkte er nach. „Die Tochter von Paschner. Den Kerl bekomme ich, das verspreche ich dir!“ fauchte Semir wütend. „Oh …. Semir Gerkhan schwört Rache… Das hat dir gar nicht gefallen nicht wahr. Von einem Rentner erst verarscht und dann auch noch überrumpelt und gefesselt. Hat er dich auch verhöhnt?“ grinste Jan und ließ so Salz in die Ego-Wunde. „Wenn du jetzt auch darauf rum reitest, dann….“ fauchte Semir ihn an. „Was soll ich allein fahren? Das wird die Chefin aber gar nicht gut heißen…Alleingänge können gefährlich werden…“ Jan bekam sich nicht mehr ein. Wütend ließ Semir die Autotür zuknallen.. Mit quietschenden Reifen verließen er und Jan den Parkplatz. „Quäl das Auto nicht so. Es kann nichts dafür…“ bat Jan. Semir sagte nichts, er starrte einfach nur auf die Straße vor ihm. „Okay.. Semir… es ist nicht lustig, aber du ziehst mich auch immer auf. Wenn ich zu spät komme, oder wie letztes wenn ich vom Zahnarzt gequält wurde. Da wundere dich nicht, wenn ich eine Chance bekomme dich zu ärgern, dass ich es nicht mache…“ versuchte Jan die Wogen zu glätten. Semir grinste. „Das ist ja auch was ganz Anderes!“ behauptete er. „Was ist denn das anders?“ wollte Jan wissen. „Na da bin ich nicht derjenige der geärgert wird…“ lachte Semir. Er hielt wenig später in Nippes in der Kempener Straße an. „So hier soll sie wohnen. Ob Paschner das Haus für seine Tochter gekauft hat?“ mutmaßte Semir. „Gehen wir sie fragen…“ meinte Jan und stieg aus. Semir folgte ihm. Sie klingelten und kurz darauf stand eine junge hochschwangere Frau vor ihnen. „Semir Gerkhan, Kripo Autobahn, das ist mein Kollege Jan Richter. Frau Bauer dürfen wir kurz mit Ihnen sprechen?“ bat Semir freundlich.

    Rosi sah die beiden Männer an. „Kripo Autobahn? Was kann ich denn für Sie tun?“ wollte sie wissen. „Es geht um Ihren Vater Georg Paschner… er wird verdächtigt mehrere Einbrüche gemacht zu haben und dabei nicht unerheblich hohe Beute in seinen Besitz gebracht. Können wir uns nicht drinnen unterhalten?“ bat der kleinere Polizist. „Ja sicher… kommen Sie…“ nickte Rosi und wies die Richtung. Die Beiden gingen voran. Rosi schloss die Tür. „Was gibt es denn? Was wollen Sie von meinem Vater?“ fragte sie nervös nach. „Frau Bauer… wir suchen Ihren Vater. Er ist vor mir geflohen und ich würde ihn gern befragen.“ Erklärte der Kleinere. „Herr Gerkhan…richtig?“ fragte Rosi nach. Der Mann nickte. „Ich muss Sie leider enttäuschen. Mein Vater und ich…. Wir haben nie ein besonderes Verhältnis zueinander. Ich habe ihn seit Jahren nicht mehr gesehen.“ erklärte sie mit fester Stimme. Der Mann nickte. „Meine Karte… wenn er auftaucht, oder sich sonst irgendwie meldet, dann rufen Sie mich an. Egal um welche Zeit…“ bat er. Rosi versprach es. „Sind Sie ganz allein im Haus?“ fragte der zweite Beamte. „Ja… mein Mann ist vor wenigen Tagen ausgezogen. Und meine Babys…nun ja… in wenigen Wochen bin ich mit zwei Kindern allein…“ erklärte Rosi traurig. „Weiß Ihr Vater, dass Sie schwanger sind?“ harkte Gerkhan nach. „Nein… er weiß es nicht. Er muss es auch nicht wissen. Ich würde mich gern hinlegen… mir ist nicht so gut…“ bat sie leise. Die Männer nickten. „Alles Gute für Sie…“ lächelte der Kleinere.

    „Tja… fahren wir zurück. Ich denke wir sollten die anderen mit denen Paschner zu tun hat vernehmen.“ schlug Semir vor. Wenn er geahnt hätte, was ihn in der PAST erwartete, wäre er sicher auf der Autobahn geblieben. So fuhr er zügig auf den Parkplatz. Sie stiegen aus und betraten das Büro wo plötzlich erst Ruhe war und als Semir hereinkam ein allgemeines Gelächter ausbrach. Semir sah Jan an. „Was ist?“ fragte er erstaunt. „Semir….. willst du meinen Krückstock haben? Oder besser eine Blindenfahne? Einen Blindenhund?“ fragte Hotte und hielt seinen Bauch fest. „Bitte?“ stellte dieser empört die Gegenfrage. „Nun ja… von so einem alten Mann überwältigt zu werden ist ja nicht gerade sehr rühmlich oder?“ schlug Dieter ein. Er wischte sich Tränen aus den Augen. Semir sah Jan an. „Du hast die Bilder?! Deshalb warst du bei Hartmut? Was bist du für ein Freund?“ fauchte Semir wütend und ging schnell in sein Büro. Er schlug die Glastüre so fest zu, das dass Glas einen Sprung bekam. Andrea sah die anderen an. „Das ist nicht fair, Jan….“ lachte sie leise. „Ich habe nichts getan… ich habe doch die Bilder nicht weiter geschickt…!“ verteidigte Jan sich. „Nein… du hast mir versprochen, dass ich die Bilder bekomme. Aber nicht das alle Kollege sich daran erfreuen dürfen. Ihr seid unfair.“ Tadelte sie die Kollegen. „Andrea… ich bitte dich… der Mann, der sich nie vertut und so viele Fälle löst, lässt sich von einem alten Mann überwältigen? Das ist einfach zu komisch!!!“ lachte Dieter. Semir kam wieder raus. „Wenn ihr euch ausgelacht habt, könnten wir vielleicht anfangen den Kerl zu fassen. Ach ja Dieter und Hotte… ich habe mich vielleicht überwältigen und fesseln lassen, aber ich habe keinen nagelneuen Porsche in die Presse geschickt!“ konterte Semir wütend und warf Andrea die Akte auf den Tisch. „Ich will von allen die mit Paschner zu tun hatten die Adressen!“ fauchte er sie an und verschwand wieder. Dieter und Hotte sahen sich an. „Das war nicht fair…“ maulte Dieter, der nun an seinen eigenen Fehltritt erinnert wurde.

    „Wo bleibt denn Semir nun?“, fragte Leonard und sah dauernd auf seine Uhr. Auch Andrea wurde langsam ungeduldig, hatte sie ihn doch schon einige Male auf seinem Handy angerufen. „Tja, ich weiß es nicht. Tut mir Leid.“, entgegnete sie. „Na komm, dann lass uns gehen.“, meinte Corinna und holte ihre Tochter. „Es ist schon spät und ihr beide müsst morgen ja auch wieder früh raus.“ Andrea nickte und deckte Aida noch mal vorsichtig zu. „Ich versteh nicht, wo Semir stecken kann.“, zischte sie. Aber ich, dachte Leonard und rieb sich leicht nervös die Hände. Gleich morgen würde er ins Sägewerk nach Bergheim fahren und nachsehen. Die Freunde verabschiedeten sich voneinander und Corinna und Leonard gingen mit ihrer gesunden Tochter nach Hause. Doch an Schlaf war nicht zu denken, jedenfalls nicht bei Leonard. Zu groß war die Sorge um den Polizisten. Wenn er von Laurence und Mattes entdeckt worden war, dann würde er schon vielleicht nicht mehr leben. Aber damit wären seine Probleme auch aus der Welt. Nein, das konnte er Andrea nicht antun. Jedes Mal, wenn er sie sehen würde, würde ihm bewusst werden, dass er ihren Mann mit auf dem Gewissen hatte. Leise schlich er sich aus dem Zimmer und holte sich ein Glas Wasser. Er musste diese Gedanken loswerden, doch sie verfolgten ihn noch weiter.

    Kuno und Karlo hatten kaum etwas über die nächste Versteigerung erfahren. „Gut, dann bereiten wir mal einen kleinen Überraschungsbesuch bei Laurence vor. Wir werden uns einen seiner Leute schnappen und ihn so richtig ausquetschen. Dann wird er uns alles sagen, was wir wissen müssen.“, meinte Kuno und schnappte sich seine Waffe. Mit Karlo und drei anderen Leuten stieg er in seinen Wagen und fuhr Richtung Bergheim. Sie brauchten nicht lange und schon standen sie in Sichtweite des Sägewerks und beobachteten das Treiben auf dem Hof genau. Scheinbar war da irgendwas am Laufen. „Da, der da wäre doch genau richtig, oder?“, meinte Karlo und deutete auf einen hochgewachsenen jungen Mann mit braunen, verwuschelten Haaren. „Allerdings, er sieht mir für unser Vorhaben genau richtig aus.“, entgegnete Kuno. „Nun müssen wir nur noch warten, bis er sich von den anderen entfernt und dann schlagen wir zu.“

    „Mattes, ich muss noch mal kurz in die Stadt. Ich weiß nicht, aber ich scheine da irgendwas vergessen zu haben.“, log Ben und hoffte, dass er raus konnte, um Semir zu informieren. „Was? Nein Felix, wir müssen gleich weg.“, fauchte der Österreicher nur. „Bitte, nur zehn Minuten.“, kam es von Ben. Genervt stimmte Mattes zu, obwohl er nicht wusste, warum, doch er tat es. So durchschritt Ben das Tor und lief schnell die Auffahrt hinunter, außer Sichtweite seines Gegners, wurde dabei aber von anderen Gestalten beobachtet. „Man, Semir, komm schon... melde dich.“, zischte er vor sich hin, als er das Handy am Ohr hatte. Doch Semir meldete sich nicht. „Verdammt.“, dachte er nur und sah mit ernstem Blick auf den Display seines Handys, nichts ahnend, dass er gleich andere Probleme haben sollte.

    Karlo schlich sich an den Mann, der eben an ihm vorbei ging. Er sah wie er sein Handy nahm und telefonierte, allerdings schien sich die Gegenseite nicht zu melden. Der Mann fluchte. Karlo grinste und stellte sich hinter den Mann. Mit einer schnellen Bewegung presste er ihm die Hand auf den Mund. Erst hielt der junge Mann still, doch dann fing er an sich zu wehren. Karlo lachte leise in sein Ohr. „Na… ganz ruhig… ganz ruhig… mein Freund. Ich will nur was von dir wissen. Du tust dir einen großen Gefallen, wenn du dich nicht wehrst.“, raunte er ihm ins Ohr. Kuno kam hinzu und richtete die Waffe auf den Mann. „Komm…“, forderte er Karlo hob den nicht gerade kleinen Ben hoch und zog ihn zu ihrem Wagen. Schnell fuhren sie ab, bevor einer der vermeintlichen Freunde des Mannes ihn suchten.

    Ben wusste nicht wie ihm geschah, als die Hand sich auf seinen Mund presste. Erst wenige Sekunden später trat er aus und versuchte sich zu befreien, doch dieser Kerl hinter ihm schien über Bärenkräfte zu verfügen. Ben hatte das Gefühl seine Rippen würden gebrochen werden. So ließ er seine Gegenwehr einfach sein. Was zum Teufel ging hier vor? Wer waren die Kerle. Dann stand ein weiterer vor ihm. Die Waffe die er auf ihn richtete ließ Ben alle Gedanken an Flucht vergessen. Er wurde in ein Auto gezerrt und musste einsteigen. „FELIX!!“, hörte er Mattes rufen. Doch der Mann mit der Waffe schüttelte den Kopf. Ben antwortete nicht. Schnell war der Wagen vom Gelände des Sägewerks verschwunden.

    „Rosi…meine Kleine wie geht es dir?“ fragte Georg als er seine Tochter hörte. „Papa… schön das du dich meldest. Danke es geht…. Die Beiden strampeln schon ganz schön…“ lachte sie leise. Georg war erstaunt. „Die Beiden? Du bekommst Zwillinge?“ fragte er nach. „Ja… in wenigen Wochen. Ich muss aufpassen. Nicht dass ich hier liege und niemand weiß dass ich meine Kinder bekomme…“ kam besorgt von seiner Tochter. „Das wird nicht passieren. Ich komme noch heute zu dir und werde mich im Keller bei euch einnisten. Wenn du damit einverstanden bist.“ versprach er. „Gerne Papa… aber nicht im Keller. Ich habe doch ein Gästezimmer. Du bist mir immer willkommen.“ hörte er von seiner Tochter. „Dann bin ich heute Nachmittag noch da. Aber bitte, versprich mir eins. Egal wer nach mir fragt. Du hast mich seit Jahren nicht gesehen und willst nichts mit mir zu tun haben… das ist sehr wichtig..“ bat Georg. „Papa…. Was hast du getan? Wer sollte nach dir fragen?“ wollte Rosi wissen. „Nein… meine Kleine… das erzähle ich dir nicht am Telefon. Ich komme zu dir und dann reden wir. Aber Frank wird nicht dabei sein.“ Gab er durch. „Papa…. Frank… er wird vermutlich bei seiner Freundin sein. Ich bin dabei mich von ihm zu trennen. Die Kinder bekomme ich auch ohne ihn groß“ versprach sie. „Rosi… du wirst die Kinder sicher allein groß bekommen. Frank ist ein verdammter Idiot. Er weiß nicht was er mit dir verliert. Ich werde dir beistehen. Aber egal wer nach mir fragt… du weißt nicht wo ich bin..“ instruierte er seine Tochter. „Du wirst mir aber sagen warum du das willst… Papa muss ich Angst um dich haben?“ wollte Rosi wissen. „Nein… mein Schatz. Absolut nicht… bis heute Abend und pass auf deine Goldstücke unter deinem Herzen auf.“ ermahnte er sie. Georg legte auf.

    „Hartmut! Ich brauche dringend deine Hilfe..“ stieß Jan aus als er die KTU betrat. „Ach das ist ja was ganz Neues. Was gibt es denn und wo ist dein Zwilling?“ fragte der Rotschopf. „Semir ist bei der Chefin und deshalb bin ich allein hier. Hier…“ Jan legte die Teile seines Handys auf den Tisch. Hartmut sah sich den Haufen an. „´Sorry… aber da kann ich auch nichts mehr machen. Das war dein Handy oder?“ fragte Hartmut. Jan nickte. „Ja… und dort ist ein Bild drauf, was unglaublich wichtig ist.. wirklich und ich weiß nicht wie ich daran kommen soll.“ erklärte Jan. „Ein Beweisfoto?“ harkte Hartmut nach. Jan grinste. „Ja…ein sehr wichtiges Beweisfoto sogar…“ gab er zurück. „Nun…. Dann wollen wir mal sehen… gib mir die Karte. Ich denke das kann ich ohne weiteres mit dem PC aufrufen….so… dann wollen wir doch mal sehen..“ murmelte der KTU-Mann und sah sich die Daten auf der Karte an. „So….hier sind die Nummern….soll ich sie für dich speichern solange du kein Handy hast?“ grinste Hartmut. „Ja mach das…wichtig sind die Bilder besonders das Bild…Hartmut, wenn du deinen guten Ruf nicht verlieren willst dann stell es wieder her…“ ermahnte Jan ihn. „Hey… mein Ruf ist mein Leben… was ist das denn für ein…Moment… oh ne… sag nicht dass es dieses Bild ist…Semir ist ja gefesselt…wie ist das denn möglich? Spielt ihr manchmal Räuber und Gendarm oder was?“ lachte Hartmut als er das Bild sah. Jan grinste. „Semir hat sich von einem Rentner überrumpeln lassen. Der Mann war 72 Jahre alt… und genau das Bild will Andrea sehen…“ erklärte Jan lachend. Hartmut nickte. „Unser Mr. Perfekt in der Falle… das ist ja genial….darf ich das als Hintergrund benutzen?“ fragte Hartmut. Jan stimmte zu. „Aber jetzt brauche ich erst einmal einen großen Ausdruck davon…sagen wir Plakatgröße… das wird unser Büro zieren…“ lachte Jan und freute sich auf seinen Plan. Hartmut sah ihn an. „Das ist nicht gut… also ein kleines Bild ja… aber nur für die Brieftasche… aber du kannst was Anderes damit machen…. Ich meine Andrea will es sicher haben, nimm es als Hintergrund auf dem Computer… nur du und Andrea und ich natürlich… Semir wird das vermutlich gar nicht lustig finden.“ gab Hartmut zu bedenken. Jan nickte. „Das denke ich auch… deshalb will ich das ja auch machen… er hält mir immer vor, dass ich zu spät komme und nun kann ich ihn packen…..Danke Hartmut… du bist ein As! Schick es mir per Mail. Ich werde es dann an die Kollegen senden… heimlich “ meinte er und verschwand.

    Es dauerte fast eine geschlagene Stunde bis Jan im Keller auftauchte. Grinsend lehnte er sich an den Türrahmen und zog sein Fotohandy heraus. Es blitzte. „Verdammt lass das!! Mach mich los!!“ fauchte Semir ihn an. Jan lachte und suchte in seiner Tasche… „Oh…ich glaub ich hab die Schlüssel vergessen…“ meinte er nur. „Jan…ich warne dich! Mach mich endlich los! Ich kündige meine Freundschaft zu dir! Ich…“ fluchte Semir wütend und zerrte an den Fesseln. „Semir…. Du musst das sehen… es sieht einfach zu komisch aus. Andrea wollte ein Bild davon..“ lachte Jan und tat seinem Kollegen den Gefallen ihn endlich zu erlösen. Semir rieb sich die Handgelenke. „Handy her!“ fauchte er seinen Freund an. Jan schüttelte den Kopf „Oh nein… du willst nur das Bild löschen… ist nicht mein Lieber…das lasse ich ausdrucken und dann an unserer Bürotür hängen….“ lachte Jan. „Ich will dein verdammtes Handy.. Jan…wenn du das Bild verbreitest dann….dann….“ suchte Semir nach einer entsprechenden Drohung. „Was dann? Dann wirst du das Gespött der PAST? Stimmt… und das ist genial!!“ lachte Jan und zog sein Handy. Semir ging sofort auf ihn los und versuchte das Handy zu bekommen. „Gib mir das verdammte Ding!!“ fauchte Semir und sprang hoch, weil Jan das Gerät nach oben hielt. „Das ist unfair!!“ kam wütend von Semir und bekam den Arm von Jan zu fassen. Mit einigen schnellen Griffen drehte er den Arm um und Jan stöhnte lachend auf. Schnell wechselte er das Handy in die andere Hand. „JAN!!! Das ist nicht lustig!!“ kam von Semir. Er packte den anderen Arm und bekam das Handy zu fassen. Jan zuckte zurück, das Handy flog in einem hohen Bogen durch die Luft und knallte gegen die Mauer. In vielen Einzelteilen landete es auf dem Boden. Wie zwei ertappte Jungs standen die Beiden vor den Teilen die eben noch ein funktionierendes Kommunikationsgerät war. „Tja…. Damit ist das Bild erledigt…“ grinste Semir zufrieden. „Das war mein Handy!!“ kam leise von Jan. Semir sah ihn zufrieden an. „Da hast du selbst Schuld… das Bild ist Geschichte…“ grinste er und verließ das Gemäuer mit einem zufriedenen Grinsen. Das Jan hinter ihm die Teile aufsammelte und dabei leicht verschmitzt grinsend seine Simkarte einsteckte entging ihm.

    „Semir…wie konnte Ihnen das passieren?“ fragte Anna tadelnd als Semir berichtete was passiert war. „Chefin der Mann hat mich einfach überrumpelt. Ich bekam keine Chance. Ich fühlte die Schelle um mein Gelenk und schon war ich an dem verdammten Rohr gefesselt. Aber ich werde gleich diese Rosi Bauer vernehmen. Das ist die Tochter von Paschner. Die wird sicher wissen wo ihr Vater steckt…“ erklärte Semir weiter. Ihm war der ganze Vorfall peinlich. Anna nickte. „Aber passen Sie auf, dass Sie dort nicht auch überrumpelt werden. Die Videoaufnahmen sind sehr gut geworden. Ach ja… sollten Sie noch einmal allein auf Fang gehen, bekommen Sie von mir ein Disziplinarverfahren. Sie wissen verdammt genau, wie gefährlich es werden kann. Auch wenn es diesmal glimpflich ausgegangen ist. Sie wissen nie, wer Sie als nächstes erwartet. Ist das angekommen?“ kam leicht angesäuert von Anna. Semir nickte. „Ja sicher…“ murmelte er nur. „Wo ist Jan?“ harkte Anna nach. „Er musste noch zu Hartmut und da er sagte, dass Sie mich sofort sehen wollten, da…hat er mich hier abgesetzt und ist dann zu KTU.“ Erklärte er weiter. „Ich? Ich wollte Sie sehen?“ kam erstaunt von Anna. „Ja Jan sagte mir, dass Sie mich sofort sehen wollten...“ nickte er. Anna schüttelte den Kopf. „Machen Sie den Bericht fertig.“ bat sie und entließ Semir damit. Dieser ging in sein Büro. Warum hatte Jan behauptet zu Hartmut zu müssen während er sich bei der Chefin melden sollte, wovon die scheinbar gar nichts wusste? dachte er nach. Er sah Andrea an und gab ihr schnell einen Kuss als sie zu ihm kam. „Na mein Held….hast du da sehr gefroren?“ fragte sie grinsend. „Weißt du was ich mich frage? Warum seid ihr alle so erpicht auf diese kleine Schlappe. Das hätte jeden passieren können! Ich bin doch kein Übermensch der keine Fehler macht!“ empörte sich Semir. „Ui…das von dir zu hören ist Gold wert. Auf das Bild bin ich schon gespannt“ lachte Andrea, gab ihm noch einen Kuss und verschwand wieder. „Du wirst dich wundern… es wird kein Bild geben…“ murmelte er leicht beleidigt.

    Semir ging in die Eisen, als er den riesigen Koloss mit Knarren und Knacken fallen sah und hörte. Sein BMW kam einige Zentimeter vor dem Stamm zum Stehen. Schweiß stand auf seiner Stirn, als er ausstieg und den Schlamassel sah. „Toll, war auch der Größte, der hier rumstand.“, dachte er und machte einige Schritte auf den Baum zu. „Und wie soll ich da jetzt vorbeikommen?“, fragte er sich wutschnaubend, wollte gerade zu seinem Handy greifen, als er etwas Hartes im Nacken spürte und wie ein Taschenmesser zusammenklappte. Stöhnend lag er am Boden und verlor das Bewusstsein. Oleg hatte ihm mit dem Knauf der Axt einen harten Schlag verpasst. „Gut, schafft ihn in den Wagen, fesselt und knebelt ihn und dann ab in die Lagerhalle mit ihm.“, wies Mattes die Beiden an. Er selbst kümmerte sich um den Wagen des Bullen, parkte ihn in einem Seitenweg, in dem der nur schwer zu finden sein würde.

    Nur wenig später saß Ben bei Laurence und trank Bier. „Wieso will Mattes erst Bier und dann ist er nicht da…“, fragte er wütend. Laurence lachte leise und wollte gerade zur Antwort ansetzen, als sein Handy klingelte. „Ja?“, meldete er sich kurz und knapp. Dann hörte er eine Weile zu. „Alles klar… wie besprochen…“, gab er durch und beendete das Gespräch. „Probleme?“, wollte Ben wissen. „Nein… jetzt nicht mehr…“, grinste Laurence. Ben verstand nicht genau was er meinte. „War das Mattes?“, fragte Ben weiter. Laurence nickte. „Er wird gleich hier sein.“, versprach Laurence und prostete Ben zu. Ben hob seine Flasche Kölsch an und nickte ihm zu. Dann trank er einen großen Schluck. „Sag mal… was würdest du sagen, wenn ich einen sehr lukrativen Job für dich hätte?“, wollte Laurence plötzlich wissen. „Nun, wenn es sich für mich lohnt… dann immer. Worum geht es?“, harkte Ben nach, der glaubte nun endlich eine Gelegenheit zu bekommen in den inneren Zirkel zu kommen. „Ich will nur wissen, ob du bereit bist, dabei mitzumachen. Egal was es ist.“, erklärte Laurence. „Ja sicher… ich bin dabei…“, versprach Ben.

    Semir kam langsam zu sich. Er spürte die Fesseln und den Knebel. Verdammt, dachte er bei sich. Er schien im Kofferraum zu liegen und der Wagen bewegte sich. Er versuchte sich zu erinnern und sah den großen Baumstamm vor sich auf der Straße liegen. Das war eine verdammt gut aufgebaute Falle… dachte er anerkennend. Der Wagen ruckte. Es schien als würde die Fahrt gleich zu Ende gehen. Tatsächlich stoppte der Wagen. Semir spannte sich. Er hatte versucht die Fesseln aufzubekommen, aber es war nicht möglich. Sie waren einfach zu fest. Der Knebel verhinderte nicht nur dass er Laute von sich gab, sondern erschwerte auch das Atmen. Dann ging der Deckel hoch. Eine Taschenlampe blendete ihn. Semir schloss die Augen. „Guten Abend… Bulle…“, höhnte der Mann und zerrte Semir aus dem Kofferraum. Dabei ging er nicht gerade sanft mit ihm um. Da Semirs Beine auch gefesselt waren, konnte er nicht stehen, aber das war dem Mann völlig egal. Mit einem Stöhnen ging Semir zu Boden. Er fühlte wie sich einer der Männer an den Fußfesseln zu schaffen machte. Dann wurde er auch schon auf die Beine gerissen. „Du läufst selbst klar? Und ich bete zu Gott, dass du eine Dummheit versuchst. Tu mir den Gefallen und du lernst mich richtig kennen.“, fauchte ihn der Mann ins Ohr. Ein Stoß in den Rücken ließ Semir langsam vorwärts gehen. Er würde mit Sicherheit nichts versuchen. Gegen Drei Mann und gefesselt hatte er keine Chance.

    Georg lag in seinem Wohnzimmer auf der Couch als er die kreischenden Bremsen hörte. Interessiert sah er aus dem Fenster und musste lachen. Was will der denn hier, dachte er sich dann. Er war nicht verwundert als es Sturm klingelte. „Ja…..Moment…ich komme…“ stieß er leicht gequält aus und ging langsam zur Tür. Er öffnete die Tür und sofort sprang der Mann in den Raum. „Herr Kommissar….was soll das denn?“ spielte Georg den Erschrockenen. „Wissen Sie das nicht?“ fragte der Polizist. „Nein… was soll das denn?“ wiederholte Georg erstaunt. „Sie haben mich verarscht! Sie sind nicht so gebrechlich, wie Sie gestern getan haben! Sie sind vermutlich nicht einmal schwerhörig!!“ fauchte der Polizist. „Herr Gerkhan….beruhigen Sie sich. Das ist nicht gut für Ihr Herz. Atmen Sie ein und aus…ganz langsam…so ist gut…“ grinste Georg und ließ den Polizisten vorbei. Die Haustür schloss er nicht. „Paschner!! Ich verhafte Sie wegen Einbruch und Diebstahl!“ verkündete der sympathische Kommissar. Georg lachte leicht. Er stützte sich auf den Gehstock. „Was sagen Sie denn da….wann soll ich denn so was gemacht haben?“ tadelte Georg. „Sie sind auf dem Video zu sehen! Sie lachen sogar in die Kamera!“ fauchte der Polizist. Georgs Lachen verschwand. Mit einem Male stand er ohne Stock aufrecht. „Oh…“ machte er nur. „Ja…oh… Wo ist die Beute?“ harkte der Polizist nach und zog die Handschellen aus der Tasche. Georg sah ihn an. „Sie wollen mich verhaften?“ fragte er höhnisch. Semir nickte heftig. „Oh ja….“ versprach er und trat an Georg heran, doch der ließ seinen Gehstock blitzschnell gegen Semirs Beine kommen worauf dieser strauchelte und lang hinschlug. Georg schnappte sich die herunter gefallenen Handschellen und rannte aus der Wohnung. Er hörte das Fluchen des Polizisten.

    Semir rappelte sich wütend auf. „Na warte!! Niemand macht das mit Semir Gerkhan…niemand… schon gar kein Rentner…“ fauchte er wütend und rannte hinter dem Flüchtenden her. „PASCHNER!! BLEIBEN SIE STEHEN!!“ schrie er wütend und sah wie der Alte im Keller verschwand. Sofort zog Semir seine Waffe und stieg die Treppe ebenfalls runter. „PASCHNER!! Das hat doch keinen Sinn! Geben Sie auf!!“ forderte er erneut. Doch Paschner schien nicht auf ihn zu hören. Semir stand in dem langen dunklen Gang des Hochhauses. Verdammt warum waren hier so viele Kellerräume… dachte er bei sich und ging vorsichtig weiter. Was besonders auffiel, war das die Kellertüren der einzelnen Räume nicht mit Holztoren sonder richtig stabile Eisentüren gesichert war. So konnte man hier als Einbrecher ein ziemlich dämliches Gesicht machen. „Paschner!!“ rief Semir und leckte sich nervös über die Lippen. Ob sein Gegner vielleicht den Keller auf einem anderen Weg verlassen hatte? Er sah sich aufmerksam um. Und dann hörte er ein Geräusch weiter vor ihm. Ein leichtes Grinsen huschte über sein Gesicht. So….das war es dann für dich…dachte er bei sich und betrat den kleinen dunklen Raum. Er griff zum Lichtschalter und schrie im gleichen Augenblick auf, als er kaltes Metall am Handgelenk spürte. Ein Ruck und schon flog er durch den halben Raum. Völlig geschockt wehrte er sich nicht einmal. Wieder hörte er ein Einrasten der Schelle. Diesmal um das andere Handgelenk. Dazwischen war eine stabile Eisenstange. „PASCHNER!! WAS SOLL DAS!!“ schrie er wütend und zerrte an den Fesseln. So war er noch nie überrumpelt worden. Das Licht ging an und vor ihm stand ein triumphierender Georg Paschner. „Schhhht….nicht so laut… die Nachbarn könnten das falsch deuten und die Polizei rufen…“ lachte der alte Mann. „Machen Sie mich los!!“ forderte Semir wütend. „Nein… ich muss erst einmal weg. Nur keine Sorge…. Hier kommen alle zwei Stunden ein paar Leute rein die Sie dann befreien können. Aber Sie dürfen nicht schreien… und passen Sie auf Ihre Beine auf… Sie könnten zum Stolpern kommen…“ lachte Paschner und tätschelte Semirs Gesicht. „Wir sehen uns sicher wieder…“ lachte er und verschwand. „PASCHNER!!“ schrie Semir wütend hinterher.

    Am nächsten Morgen waren Semir und Jan schon recht zeitig im Büro. Doch kaum hatten sie sich einen Kaffee genommen und wollten ihn genießen, als das Telefon schrillte. Andrea meldete sich freundlich und hielt den Hörer mit einem extrem verzogenen Gesicht vom Ohr. Semir sah sie an. Selbst auf diese Entfernung war die Anruferin nicht zu überhören. „Sie müssen sofort kommen!! Bei mir ist eingebrochen worden! Der ganze Geldautomat ist leer!“ keifte die Frau. „Beruhigen Sie sich doch bitte…“ versuchte Andrea zu ihr durch zu dringen, doch die Frau schien es nicht zu registrieren. „Ich bin überfallen worden…..ich brauche die Polizei hier!! Hilfe…bitte Hilfe!“ ging es weiter. „Okay… ich schicke Ihnen zwei Beamte…“ gab Andrea bekannt. „Nur zwei? Ich brauche eine Armee hier!! Nicht nur zwei Leute!!“ schrie die Anruferin. „Okay…. Wo sind Sie denn?“ versuchte Andrea herauszufinden wohin Semir und Jan fahren mussten. „Raststätte Binger….an der A4..schnell bitte…. Bitte… vielleicht ist der Täter ja noch hier!!“ erklärte die Anruferin erneut und legte auf. Andrea sah zu Semir. „Du tust mir jetzt schon leid…“ lachte sie. „Du kennst mich…mit solchen Frauen werde ich schon fertig oder überlasse sie Jan…der ist schließlich ungebunden…“ lachte Semir zurück. „Vergiss es…. Denn dann fährst du allein…“ drohte Jan. Sie fuhren los und waren eine knappe viertel Stunde später vor Ort. „Wo sind denn die Anderen? Sind Sie allein? Was wollen Sie denn ausrichten?“ fragte eine ziemlich aufgeregte Frau. „Guten Tag….ich bin Semir Gerkhan und das ist mein Kollege….“ stellte Semir sich vor. „Ja schon gut… hier! sehen Sie… der hat das Glas kaputt gemacht! Die Kosten…. So eine Scheibe ist verdammt teuer!!“ zeterte die Frau. „Beruhigen Sie sich….wir sind ja hier..“ lächelte Jan. „Beruhigen? Ich soll mich beruhigen? Ich will das der Täter geschnappt wird… und zwar sofort!“ keifte die Frau. „Frau….?“ warf Semir dazwischen. „Reden Sie nicht! suchen Sie den Täter …. Das ist mein Recht!“ forderte die Frau forsch. „Dann verdammt noch mal halten Sie die Klappe!“ schrie Semir zurück. Die Frau sah ihn erschrocken an. „Wie war das?“ fragte sie erstaunt. „Sie sollten mir endlich mal sagen, was passiert ist. Nicht nur fordern, sondern mithelfen. Wie sollen wir bitte den Täter festsetzen. Haben Sie Zeugen? Wissen Sie wie der Täter aussah? War es ein Mann oder eine Frau?“ fragte Semir direkt ruhiger. „Was weiß ich denn? Ich bin doch eben erst gekommen und habe das Dilemma gesehen…“ sagte sie. „Frau…?“ versuchte Semir es noch mal. „Binger….ich bin Beate Binger…“ kam leise zur Antwort. Semir sah zu Jan.

    „Also gut… Frau Binger…. Wann sind Sie hier gewesen?“ wollte Jan wissen. „Ich bin gerade mal ne Stunde hier. Der Mann muss gestern direkt nach mir angekommen sein. Er hat die Tür kaputt gemacht und dann den Geldautomaten einfach geknackt…“ erzählte Beate. „Woher wollen Sie das denn Wissen?“ fragte Semir nach. „Na ich hab es doch auf dem Band gesehen. Er ist hier rein und dann … er hat nicht einmal ne halbe Stunde gebraucht das Ding zu knacken. Alles kann man sehen…alles… und er lacht sogar in die Kamera…“ erzählte Beate stockend. „Auf einem Band?“ fragte Semir und Jan verwundert. „Ja sicher… gestern Morgen sind Kameras angebracht worden. Es war die erste Testnacht…“ erklärte Beate weiter. „Na super… das ist ein einfacher Fall…Okay. Dann würden wir das Band gern sehen.“ bat Semir. Beate nickte und zeigte den beiden Kommissaren das Band. In dem kleinen Raum sahen sie sich die Aufnahmen an. „Das darf doch wohl nicht wahr sein…“ stieß Semir aus, als er das Gesicht des Einbrechers sah. Jan lachte leise. „Ist das nicht unser schwerhöriger alte und sehr gebrechliche Mann, den wir gestern besucht haben?“ fragte er grinsend. Ein warnender Blick von Semir ließ ihn verstummen. „Ich fass es nicht! der hat mich verarscht! Der hat mich völlig verarscht!“ stieß Semir wütend aus. „Aber das hat er nicht umsonst gemacht.. . der wird mich kennen lernen.“ fauchte Semir. Jan lachte. Beate sah von einem zum Anderen. „Sie kennen den Mann? Dann verhaften Sie ihn! Aber schnell bevor er das Geld ausgeben kann!“ forderte sie die Männer auf. Semir nickte. “Worauf Sie sich verlassen können“ versprach Semir und verschwand. Jan rannte hinterher. „Was hast du nun vor?“ wollte er wissen. „Du wirst dich um die Spurensicherung kümmern und ich werde den alten Herren besuchen. Der wird was von mir zu hören bekommen, das schwöre ich… seine Geschichte von Gestern die wird er mir nicht noch einmal erzählen…“ fauchte Semir wütend und stieg in Jans Auto. „Hey.. das ist mein Auto!“ kam empört von Jan. „Der kommt heil zurück…versprochen…“ stieß Semir aus und ließ den Motor aufheulen. Jan sah ihm zweifelnd nach. Semir schien in seinem Ego verletzt zu sein.

    Semir rollte die Augen. Dieser Mann schien schon fast taub zu sein. „Vielleicht sollten wir ihnen das aufschreiben.“ murmelte er wieder an Paschner gewandt. „Sehen Sie… wir sind von der Polizei. Ich möchte mich mit Ihnen unterhalten, Herr Paschner…“ saget Semir lauter. „Unterhalten? Worüber denn?“ wollte Paschner wissen. „Das möchte ich Ihnen gern in der Wohnung sagen. Würden Sie mich und meinen Kollegen bitte hineinlassen?“ bat Semir freundlich. „Was soll ich einblasen?“ fragte der Alte. „Einlassen! Nicht Einblasen!!“ kam nun von Semir der wütend wurde. Zu Jan gewandt sagte er. „Der will mich verladen…“ Jan lachte nur leise. „Der kann dich nicht hören. Semir…vielleicht aufschreiben… oder aber er soll mal das Hörgerät einschalten.“ Schlug Jan vor. „Du scheinst es ziemlich witzig zu finden. Ich nicht… ich komme mir verarscht vor…“ raunte Semir ihn zu und wandte sich wieder an Paschner. „Herr Paschner!! Würden Sie mich und meinen Kollegen bitte in Ihre Wohnung lassen!!“ schrie Semir lauter. „Sie müssen doch nicht so schreien…ich bin nicht taub.“ fauchte Paschner ihn an. „kommen Sie rein meine Herren…“ bat er die Beiden nun. Semir und Jan folgten ihn. „Herr Paschner… können Sie uns sagen, wo sie gestern Abend waren?“ bat Semir. „Ich? Warum wollen Sie das wissen?“ kam die Gegenfrage. „Sie müssen es nicht sagen, wenn Sie nicht wollen. Aber ein Zeuge hat gesagt, Sie seien in einem Motel gewesen an der A3 und dort …“ erklärte Semir. „Warten Sie…. gestern….gestern….junger Mann…das ist so lange her…ich weiß es nicht…ganz ehrlich…“ kam von dem Alten. Semir lächelte milde. „Schon gut… Sie müssen sich nicht anstrengen. Vielleicht ist es auch eine Verwechslung…“ meinte er nur. Für ihn das dieser Mann ganz sicher nicht der Täter. „Ich würde gern einen Tee machen. Wollen Sie auch?“ fragte Paschner mit zittriger Stimme. „Danke.. wir haben zu tun…Nichts für ungut…“ Semir erhob sich. „Ich bringe Sie zur Tür…“ Paschner stemmte sich ächzend hoch und stöhnte auf. Semir war sofort bei ihm und half. „Wenn Sie lieber sitzen bleiben wollen, dann tun Sie das. Wir finden schon raus. „Danke…junger Mann…wirklich sehr nett. Sie sind ein sehr netter Mensch…“ kam lobend von Paschner. Semir und Jan verließen die Wohnung. „Siehst du…der war es garantiert nicht. Der kann ja nicht mal eine Tasse halten…“ meinte Semir nur und stieg in den Wagen.

    Georg stand am Fenster hinter der Gardine und sah den beiden Männern nach. Er lachte leise. Vor den beiden Polizisten hatte er nun Ruhe. Keiner von denen würde ihn verdächtigen. Vielleicht hatte er auch zu dick aufgetragen. Irgendwie gefiel ihm der Mann. Dieser Gerkhan hatte etwas an sich, was Georg tatsächlich vermuten ließ, das dieser Polizist es schaffen könnte ihn fest zu setzen. Aber erst wird er etwas mit ihm spielen…mal sehen wie es mit seinem Nervenkostüm gestellt ist. Georg wartete bis die Polizisten weg gefahren waren und ließ sich dann auf seine Couch nieder. „Der nächste Tresor ist ebenfalls einfach..“ murmelte er. „Das wird mein letzter Einbruch sein. Mit dem was ich habe, wird Rosi lange leben können.“ murmelte er weiter. Dann kramte er einen Plan heraus und sah sich den nächsten Tatort an. An der A4 gelegen, eine kleine Raststätte mit einem Geldautomaten. Dieser Automat war, so sagte oder besser versprach der Hersteller, gegen jeden Bruch sicher. Und genau das Gegenteil wollte Georg beweisen. Er würde den Geldautomaten erleichtern. Und da sich nach Mitternacht kaum jemand dort anstellte konnte er ruhigen Gewissens arbeiten. Und das schöne war, die Bank war sich so sicher, dass sie nicht einmal Kameras installiert hatten. Soviel Schwein hat man nur einmal…dachte Georg und ließ sich gelassen zurück fallen. Ein Kinderspiel. Niemand würde ihn auf die Schliche kommen. Niemand…

    Beate Winter sah den Technikern zu, wie sie Kameras in den Leuchen anbrachten. „Und die kann niemand sehen?“ fragte sie erstaunt. „Nein… gute Frau… sehen Sie… die Linse der Kamera ist so klein und sieht der Glühlampe doch sehr ähnlich bei Ihnen. Aber die Aufnahmen sind so perfekt, dass man darauf sogar Pickel sehen könnte…“ erklärte der Techniker. „Ich halte es für ziemlich übertrieben. Niemand würde sich einen Geldautomaten umschnallen und hier raus tragen…“ meinte Beate leicht abfällig. „Es hat niemand gesagt, dass man den Geldautomaten mitnimmt… aber was ist mit dem Geld? Es ist ja nichts anderes als ein Tresor und somit könnte ein Panzerknacker so wie es an der A3 gewesen ist, das Ding leer machen. Okay… die Kameras können das nicht verhindern, aber man bekommt dann wenigstens ein Gesicht des Täters und damit kann dann die Polizei gezielt nach dem Täter fahnden. Wir sind jetzt auch schon fertig. Einen angenehmen Restabend noch…schöne Frau…“ lächelte der Techniker, packte seine Sachen ein. Beate nickte und ließ noch ein Bier für die Techniker einpacken. Sie sah auf die Uhr. In zwei Stunden würde auch sie Feierabend haben. Und um genau 23 Uhr machte sie das Licht aus. Noch einmal sah sie zur Decke wo die Kameras waren. Man sah sie tatsächlich nicht. Wunder der Technik, dachte Beate nur. Aber sie war sich sicher, dass sowie niemand einen Geldautomaten aufbrechen könnte. Schon in zwei Tagen sollte die Alarmanlage installiert werden. Denn das war der letzte Sicherheitspunkt, der noch fehlte. Doch die Bank schien es völlig übersehen zu haben, dass es auch an der Autobahn Verbrecher geben könnte. Seit dem Einbruch im Motel an der A3 wurden sie allerdings aufmerksam und hatten es eilig wenigstens die Kameras einzubauen. Beate schüttelte nur den Kopf .Also ob Einbrecher so ein schweres Ding mitnehmen würden. Da könnten die gleich den Tresor ausräumen, der in Fort Knox steht… lachte sie und lösche das Licht. Nur wenig später war sie auf dem Weg nach Hause.

    Georg fuhr gegen Mitternacht los um seinen nächsten Bruch zu machen. Diesmal war ein Geldautomat dran. Da tat er niemanden weh, denn er war stets darauf bedacht niemanden zu verletzten. Bisher hatte er das auch immer geschafft. Auf dem Rastplatz stieg er aus und ging zu der Tür hinter der der Geldautomat stand. Natürlich war abgeschlossen, doch das Schloss machte für Georg kein Problem. Mit wenigen Griffen öffnete er sie und trat an den Automaten. „So mein Baby… und nun werde ich dich knacken…“ lachte er leise. Er streichelte den Automaten zärtlich. Anschließend stellte er sich hinter dem Automaten und hantierte dran. Dabei pfiff er ein Lied was ihm einfiel. Es dauerte fast zwanzig Minuten bis er es tatsächlich geschafft hatte den Automaten zu knacken. Mit strahlenden Augen sah er auf die Geldscheine die dort in dem Register lagen von wo aus sie bei Anforderung geholt wurde. Doch Georg war auch ein anständiger Räuber. Er ließ jeweils zwei Scheine jeder Größe liegen. „Nur für den Fall, das jemand das Geld noch braucht…“ lachte er. Als er die Tasche geschlossen hatte sah er ins Licht. Dass er damit in die Kamera schaute und sein Gesicht in jeder Einzelheit zu sehen war bemerkte er nicht. Für ihn waren die Kameras nicht da. Georg verließ den Ort seines Verbrechens, stieg gemächlich in sein Auto und fuhr zum Haus seiner Tochter. Da alle schliefen, konnte er sich im Garten seiner Tochter ohne Probleme herumlaufen und dann das Geld verstecken. Am besten dort wo er morgen den Spielplatz für seine Enkelkinder bauen wollte. Schaukel, Wippe, Sandkasten…alles kindgerecht. Und wenn er merkt dass das Ende kommt würde er Rosi sagen wo sie graben muss. Doch bis dahin wird er noch einiges heranschaffen können.

    Endlich geht es mal weiter.....aber....irgendwie habe ich den Eindruck dass eure Teile immer kürzer werden???


    Das geht nicht... mehr und bitte größér :D

    Super geschrieben. es ist für Ben bestimmt schwer sooooo früh aufzustehen.... lol wäre es für mich auch...ach ich vergaß... ich stehe ja immer um sechs auf.... ;)

    Georg stand zwei Stunden später wieder bei Manni im Laden und holte das Geld ab. Dies brachte er zum Grab seiner Frau und vergrub dort einen Teil. Einen weiteren Teil wollte er im Garten des Hauses von Rosi verstecken. Sie würde es irgendwann sicher braucht, wenn Frank nicht mehr da ist. Erst dann bekommt sie gesagt wo Georg seine Beute versteckt hatte. Schon in drei Wochen sollte Rosi gebären. Und das schlimme war, sie wusste nicht einmal dass ihr Mann sie betrog. Sollte er es ihr sagen? Sollte er ihr sagen, dass ihr Mann ein Mistkerl war, der nichts von Treue hielt. Gott. Er und Marga waren über fünfzig Jahre verheiratet. Fünfzig Jahre… eine Ewigkeit und nun musste er sie allein verbringen. „Ach Marga… warum bist du nur schon vorgegangen. Ich hätte dich jetzt gebraucht…“ sagte er leise als er am Grab stand. „Ja sicher… du sagst jetzt, dass ich es allein schaffen kann. Aber schon mal daran gedacht, dass ich es nicht allein schaffen will? Nein natürlich nicht… du denkst nur an dich. Dein Leben…ich meine mein Leben es ist so sinnlos ohne dich. Rosi bekommt ein Baby… schon in wenigen Wochen. Und du kannst sie nicht sehen…. Aber ich werde dem Kind Bilder von dir zeigen. Und den darauffolgenden Enkeln auch. Von ihrer Oma…. Damit sie dich kennen lernen. Und eines Tages werde ich sie hier zu dir bringen. Dann kannst du sie wenigstens sehen. Unser kleiner Engel von Damals wird Mama. Sie macht mich damit zu einem sehr glücklichen Opa. Aber Frank der Mistkerl… er betrügt sie. Ich werde gleich zu ihr fahren und dann werde ich ihm meine Meinung sagen. Ja wohl…. Ich werde ihm sagen, was ich von ihm halte. Ich komme morgen wieder meine Liebe und werde dir erzählen was er gesagt hat. Bis morgen und lauf mir ja nicht weg…“ lachte er leise. Jeder der an diesem alten gebrochenen Mann vorbei ging hatte Mitleid mit ihm.

    „Hmm…..sieht nicht wie 70 aus oder?“ murmelte Jan, als er die Aufnahme sah. „Nee… bewegt sich wie ein 20jähriger. Vielleicht hat er diese komische Krankheit. Greisenkrankheit… oder so… ich meine da sind Kinder die aussehen wie siebzig, obwohl sie erst zehn sind.“ gab Semir zu bedenken. „Das kannst du vergessen. Diese Kinder werden meist nur zehn Jahre alt. Nein… er ist schon so alt. Die Geburtsurkunde sagt das aus. Warte…. Er dreht sich gleich um und dann könnt ihr ihn genau sehen. Übrigens ist es auch den Akten vermerkt, dass er eine außergewöhnlich gute Konstitution hat. Außerdem hat er bereits mehrmals Tresore ausgeraubt und immer wieder sagten die Geschädigten, sie hätten einem alten gebrechlichen Mann lediglich geholfen. Er hat die Hilfe dann in seinen Vorteil ausgenutzt. Niemand hat ihm zugetraut das er es ist, der den Tresor oder besser gesagt die Tresore leer geräumt hat. Wie ihr seht, versteht er sein Handwerk.“ erklärte Andrea die den Beiden Gesellschaft leistete. „Tja…. Dann ist es der einfachste Fall, den wir je lösen mussten.“ Grinste Semir. Andrea sah ihn an. „Wieso?“ wollte sie wissen. „Nun der Mann ist doch wohl ziemlich gebrechlich… also stellen wir ihm eine Falle und schon haben wir ihn.“ Kam von ihm. „Semir…. Der Mann wird bereits seit einigen Jahren gejagt. Er steht im Verdacht einen Münzhändler in Köln überfallen zu haben. Dort hat er eine nicht unerhebliche Menge an sehr wertvollen Münzen mitgenommen. Fast drei Millionen!“ erklärte Andrea. „Whow… okay.. dann brauchen wir halt zwei oder drei Tage. Aber den bekomme ich…“ versprach Semir. Er ahnte nicht, dass sein Hochmut diesmal schwer zu leiden hatte. Genauso wie sein Ego. Andrea lachte leise. „Ja mein Schatz… das weiß ich. Ich habe übrigens die Akten von dem Münzraub angefordert. Sie werden in kürze hier eintreffen.“ sagte sie nur, küsste ihn und verschwand an ihrem Schreibtisch.

    „Nun dann werden wir mal zu seiner Adresse fahren.“ stöhnte Semir. Jan sah ihn an. „Denkst du wirklich, dass so ein alter Mann Einbrüche macht? Ich meine was war der 72 Jahre alt. Da geht man am Krückstock und nicht auf Einbruchtouren. Ist doch so oder?“ kam nun doch etwas unsicher von Jan. „Deshalb fahren wir ja auch hin. Ich denke auch nicht, dass uns so ein Alter im Trab halten kann. Ich bin eher der Ansicht, dass sich da jemand ein Scherz mit uns erlaubt. Maske auf oder so… Du wirst sehen. Wir werden dort einen alten gebrechlichen Mann sehen, der wie Espenlaub zittert und keiner Fliege was zu Leide tun kann..“ grinste Semir und setzte sich ans Steuer. Jan stieg ebenfalls ein. „Also gut… was willst du den alten Herren sagen? Entschuldigung aber Sie stehen im Verdacht Einbrüche zu begehen und Tresore zu knacken?“ lachte Jan. „Ja warum denn nicht? Es ist nur ein Verdacht. Ich denke auch, dass die Kollegen da ein völlig falsches Bild haben. Oder aber… es ist eine Verwechslung. Ja das ist es… da gibt es zwei Männer mit dem gleichen Namen. Der eine ist Alt und der andere Jung.. der Junge begeht Einbrüche und der Alte wird verdächtigt… es ist eine Verwechslung… genau das…“ nickte Semir bekräftigend. Sie kamen in der Straße an, wo Georg Paschner wohnte. „Wo war das genau?“ wollte Semir wissen. „Unter den Linden 27…das müsste hier irgendwo sein… hier ist 21….23….25 … und hier…nichts.. Das gibt es doch gar nicht… Die Straße geht nur bis 25…“ kam leicht irritiert von Jan. „Tja… also gut… er hat noch ne Tochter. Die Adresse steht auch in der Akte…“ murmelte Semir der ebenfalls verwundert ist. „Warte… vielleicht ist es 17 und nur ein Schreibfehler..“ dachte er laut nach, wendete und fuhr zur Haus Nummer 17. Sie stiegen aus und sahen tatsächlich auf dem Klingelschild den Namen Paschner. „Siehst du…. Also gut… dann klingeln wir mal.“ Grinste Semir und drückte den entsprechenden Knopf.

    Georg zucke zusammen als er die Klingel hörte. Er sah aus dem Fenster und sah die beiden Männer die vor der Eingangstür standen. Die sehen aus wie Bullen, dachte er und packte seine auf dem Tisch liegende Beute in die Tasche. Wieder schellte es schrill und laut. Georg ließ die Tasche unter seinem Bett verschwinden und ging zur Tür. Auf den Weg dorthin übte er das Zittern der Hände. Es klappte wunderbar… Langsam öffnete er die Tür und drückte seine Rücken durch. „Ja bitte?“ fragte er und sah die Männer ängstlich an. „Gerkhan, Kripo Autobahn….“ stellte sich der Mann vor. Georg sah dem Mann in die Augen. „Ich will kein Auto fahren…“ sagte er und wollte die Tür zumachen. Doch der Mann lächelte ihn freundlich an. „Nein… ich bin Polizist….ich möchte mich mit Ihnen unterhalten, Herr Paschner… Sie sind doch Herr Paschner oder?“ fragte der Mann nach. „Was? Junger Mann Sie müssen schon lauter sprechen. Ich kann Sie nicht hören…“ erklärte Georg und musste sich das Grinsen verkneifen. „Ja sicher… könnte ich zu Ihnen reinkommen?“ bat der Mann. „Was sagen Sie?“ harkte Georg nach und sah wie der Mann sich nach seinem Kollegen umdrehte. „Das ist Jan Richter und ich bin Semir Gerkhan…. Wir sind von der Kripo Autobahn und …“ versuchte der Mann erneut. „Ich brauche keinen Trichter! Und ich will kein Auto fahren. Kommen Sie wieder, wenn Sie nüchtern sind… Sie Flegel!!“ spielte Georg den Empörten.

    „Frau Hauscher… wer ist denn gestern bei Ihnen abgestiegen und heute Morgen wieder ausgecheckt?“ wollte Semir wissen. „Ich hab gestern nur einen Gast gehabt.. also der eingecheckt ist. Ich …eigentlich sind wir ausgebucht und nur weil mir der Alte Leid tat habe ich ihm eine Kammer vermietet, die eigentlich gar nicht vermietet werden darf...“ erklärte sie. „Okay… und der Gast ist heute Morgen wieder raus oder was?“ kam von Semir. „Nein…das heißt ich weiß es nicht… ich dachte erst das er vielleicht.. er sah so krank aus…“ erklärte sie weiter. Semir sah, dass hier keine Befragung etwas brachte. „Wo ist das Zimmer?“ wollte er wissen „Dort hinten im Gang… direkt hinter dem Tresor.. Er ist sehr alt…ich hoffe es erschreckt ihn nicht all zu sehr..“ Nadine setzte sich auf den kleinen Stuhl, der dort stand. Semir ging in Richtung Zimmer. Er klopfte an der Tür und horchte sofort. Keine Geräusche verrieten, ob der Bewohner zur Tür kam „Hallo? Gerkhan Kripo Autobahn….machen Sie bitte die Tür auf?“ bat er freundlich. Nichts passierte. Semir drückte die Klinke runter und öffnete die Tür. Das Zimmer war leer. „Hallo??“ fragte er noch einmal um sicher zu gehen. Aber hier war absolut niemand mehr. Semir sah sich um. Das Zimmer schien unbenutzt. Semir ging zu Nadine zurück. „Frau Hauscher…. Das Zimmer ist ungenutzt. Das Bett wurde heute Nacht nicht belegt. Können Sie mir den Mann beschreiben?“ bat Semir. Nadine nickte. „Ja sicher… ich schätze ihn auf 70 oder 75 Jahre. Graue Haare… blaue Augen. Er stützte sich auf einen Gehstock und trug einen kleinen Koffer bei sich…“ erklärte sie sachlich. „Und kam er mit einem Auto oder wie?“ harkte Semir nach. „Ich denke mal mit einem Auto, er sagte ja, dass er schon ziemlich lang gefahren ist und einfach nur ausruhen wollte.“ Kam von Nadine. Sie sah Semir an. „Sie glauben doch wohl nicht, dass der Alte den Tresor ausgeräumt hat. Herr Gerkhan… der Mann hatte so gezittert, das er sich nicht einmal ins Gästebuch eintragen konnte. Zumindest bei der Unterschrift. Ich habe deshalb darauf verzichtet. Aber Herr Müller war das sicher nicht.“ Sagte sie überzeugt. Semir lächelte „Herr Müller? Ich denke wir sollten ein Phantombild von Herrn …“ Semir warf kurz einen Blick ins Gästebuch. „Max Müller machen…“ meinte er nur. Max Müller, das war ein Name der mindestens eine Million Mal in Deutschland verteilt wurde. „Gut… dann komme ich heute noch auf das Revier. Ich bin mir sicher, dass der Alte sicher kein Verbrecher war. Er wollte ja nur schlafen und dann sehr früh weiterfahren…“ kam überzeugt von ihr.

    Nur wenige Stunden später war das Bild fertig. Semir bat Andrea die Datenbank nach dem Mann zu durchsuchen. Jan betrat das Büro. „Whow…“ kam von Semir. „Das ist Rekord… vier Stunden zu spät. Das hatte nicht einmal Tom geschafft.“ lachte er. „Ja lach du nur… mir tut das gesamte Gebiss weh. Der Zahnarzt hat mir zwei Zähne gebohrt und dann eine Wurzelbehandlung durchgeführt. Wenn er mir nicht eine Betäubung gegeben hätte, dann könntest du jetzt einen Mord aufklären.“ Erklärte Jan etwas nuschelnd. „Ach wie wäre es, wenn man öfter zum Zahnarzt geht. Dann würde es gar nicht erst dazu kommen.“ Grinste Semir. „Ja das kannst du vielleicht. Was ist denn los?“ wollte Jan wissen. „Wir haben einen Raub aufzuklären im Motel an der A3…. Unter Verdacht steht ein ca. 70jähriger Mann…“ erklärte Semir. Jan stieß ein sonderbares Lachen aus. „Ein 70jähriger Mann? Das ist doch wohl nicht dein Ernst…“ tadelte er seinen Partner. „Leider doch….“ kam von Andrea. Jan und Semir sahen sie an. „Hast du ihn gefunden?“ wollte Semir wissen. „Ja… ein gewisser Georg Paschner. Hoch gehandelt in den Verbrecherkreisen. Er gilt als der Beste seines Faches. Panzerknacker. Er wird wegen mehrfachen Diebstahls gesucht. Bisher konnte man ihm nichts nachweisen. Aber vor zwei Jahren wurde er von einer Kamera aufgenommen. Ihr könnt euch die Aufnahmen sogar ansehen…. Ich hab sie euch bereits auf dem PC geladen.“ Meinte Andrea. „Danke… mein Schatz… sehr gute Arbeit.“ lobte Semir seine Verlobte. Jan sah ihn an. „Schleim nicht so…. du liebst sie auch so.“ grinste er. Semir küsste Andrea. „Hör einfach nicht hin. Er ist nur eifersüchtig…“ lachte er. „Semir…“ tadelte Andrea ihn und verschwand.