Einfache Klasse...Bericht und Tonspur.... danke Steffi
Beiträge von Elvira
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Robert sah ihn an. „Ben hat mich das auch gefragt. Aber mir fällt wirklich keiner ein. Was ist mit Ben? Haben Sie eine Spur?“ wollte Robert nun wissen. „Leider nein. Nur das der Tote im Wagen nicht Ben ist. Das hier ist der Tote in seinem Wagen… kennen Sie ihn?“ wollte Semir wissen und hielt Robert ein Bild hin. Dieser sah es an. „Nein… den kenne ich überhaupt nicht. Haben Sie einen Namen?“ wollte er im Gegenzug wissen. „Leider nein…aber wir werden herausfinden wer das ist. Und dann wissen wir auch wo Ben ist. Wir versuchen heraus zu finden, ob Bens Verschwinden und Ihr Unfall einen Zusammenhang haben. Die Maschine stand ja bei uns auf dem Parkplatz. Dort kommt keiner so einfach ran. Also muss die Maschine schon vorher manipuliert worden sein. Unser Techniker hat einiges gefunden... Erzählen Sie mir bitte den Unfall aus Ihrer Sicht..“ bat Semir. „Ja sicher… also ich bin von dem Parkplatz und da war alles in Ordnung. Die Maschine hat einwandfrei funktioniert. Dann war ich auf der Autobahn, auch alles soweit in Ordnung. Ich setzte zum Überholen an und auf einmal knackte es so komisch. Ich dachte erst ich hätte in den falschen Gang geschaltet, aber plötzlich ging gar nichts mehr und….danach lag ich im Graben. Das nächste was ich mitbekommen habe, war wie ich im Wagen lag und Ben auf mich zukam.“ erzählte Robert. „Okay… würden Sie denn jemanden zutrauen, Sie umbringen zu wollen?“ harkte Semir nach. „Nicht das ich wüsste… sicher habe ich aufgrund meiner Tätigkeit ein paar Feinde. Menschen die Kredite haben wollten, die ich absagen musste, aber….dafür einen Mord auf sich nehmen…das würde ja auch nicht helfen.“ dachte Robert laut nach. „Aus der Vergangenheit? Vielleicht jemand den auch Ben kennt?“ kam die nächste Frage von Semir. Robert dachte nach. „Mir fällt eigentlich nur einer ein…Kai… Er, Ben und ich gehörten einer Clique an. In der Schulzeit….“ erklärte er. „Was hat es mit diesem Kai auf sich?“ kam nun von Kim.
„Ich hab hier zwei Kais die mit Ben und Robert in der Schule waren. Ein gewisser Kai Hufnagel... und Kai Laufwald.... beide wohnhaft in Köln. Hufnagel ist Immobilienmakler, sehr erfolgreich, verheiratet und hat drei Kinder. Kai Laufwald sitzt seit dem 16. Lebensjahr aufgrund eines Unfalls im Rollstuhl und ist arbeitsunfähig.“ zählte Susanne auf, als sie zurück kamen. Semir nickte. „Druck mir bitte die Adressen aus.“ bat er. Es dauerte keine Minute bis Susanne diesen Wunsch erfüllt hatte. „Frau Krüger... ich werde die beiden Herren besuchen...“ meinte Semir als er Kim Krüger ansah. „Ja tun Sie das....ich werde die Herren aus der Kartei überprüfen, die Jäger festgenommen hat und die jetzt wieder auf freiem Fuß sind...“ nickte sie nur. Die Aufgaben waren verteilt. Semir fuhr nach Köln zu Kai Hufnagel. Das Wohnhaus von diesen Herren war der Prunk. Ein riesiger Spielplatz zierte den Vorgarten und das Lachen der Kinder war deutlich zu hören. Semir sah dem Treiben ein wenig zu und ging dann zur Türe. Er klingelte. Nach knappen fünf Minuten öffnete eine zierliche Frau. „Guten Tag...Gerkhan Kripo Autobahn.... ich möchte mich gern mit Herrn Hufnagel unterhalten...“ bat Semir freundlich. Die junge Frau nickte und ließ ihn eintreten. „Mein Mann ist im Arbeitszimmer...bitte kommen Sie...“ Semir folgte der jungen Frau. Das Haus war sehr geschmackvoll eingerichtet. Wenig später stand er in einem großen Arbeitszimmer, auch hier lagen Spielsachen herum. „Guten Tag... meine Frau sagte mir, dass Sie mich sprechen wollen? Habe ich ein Stoppschild übersehen?“ scherzte der Mann. „Nein....ich bin von der Kripo.... es geht um Ben Jäger..“ erklärte Semir kopfschüttelnd. „Ben Jäger? Sagt mir jetzt nichts....“ kam nachdenklich von Hufnagel. „Er war mit Ihnen in der Schule...“ klärte Semir ihn auf. „Ach....Benni....! Ja sicher... wie geht es dem den alten Haudegen?“ lachte Hufnagel laut. „Das weiß ich leider nicht.... er ist verschwunden....“ gab Semir leise zu. „Verschwunden? Von der Autobahn?“ fragte Hufnagel verwirrt. Semir schüttelte den Kopf. Er erzählte Hufnagel die Geschichte und dieser Mann sah ihn geschockt an. „Das ist....ja widerlich...wie kann ich Ihnen dabei helfen?“ wollte er wissen. „Haben Sie Ben oder Herrn Esslinger die letzten Tage gesehen?“ fragte Semir. „Nein...keinen von Beiden. Mein Beruf und meine Familie sind im Augenblick das einzige was für mich zählt. Wir waren zwar in der Schule ziemlich unschlagbar...aber das ist ja auch ne ganze Weile her....Ben und Robert waren immer eng verbunden. Und Kai....Kai Laufwald... die Drei waren unzertrennlich bis zu diesem Unfall jedenfalls.“ erklärte Hufnagel.
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Semir legte den Hörer auf. Tränen flossen. Er hatte es geahnt Ben lebte… nun musste er ihn nur finden. Semir rannte in das Büro von Kim, die erschrocken aufsah. „Chefin… ich habe eben….Ben lebt!! Er lebt!!“ stieß er freudig aus. Kim lächelte. „Woher wollen Sie das wissen?“ fragte sie sachlich. „Dr. Wolters… der Pathologe… er konnte ausschließen, das der Tote…Ben ist… wir müssen ihn suchen…sofort!!“ forderte Semir auf. „Semir… Sie werden sich erst einmal ausruhen. Sie sind seit über 40 Stunden im Dienst. Sie müssen schlafen und danach können Sie sich auf den Fall konzentrieren. Wir werden Ben finden, aber nicht in Ihrem Zustand. Bitte… legen Sie sich etwas hin…“ kam so sanft wie man es nicht kannte von Kim. „Nein.. ich muss nicht schlafen… ich muss Ben suchen…ich fahre in die Pathologie. Der Arzt sagte er hat mit Hilfe eines Kollegen sogar das Gesicht rekonstruieren können. Ich will wenigstens das machen…“ forderte Semir, der gar nicht merkte wie aufgedreht er war. Kim nickte. „Also gut… Sie fahren in die Pathologie und schauen sich den Mann an. Aber danach geht es schlafen...ist das klar? Und das ist keine Bitte sondern ein Befehl.“ Ermahnte sie ihn. Semir nickte. „Ja Chefin… ich tue was Sie wollen…“ versprach er und verschwand in Richtung Pathologie. Er betrat die Räume mit sehr großer Unsicherheit. Was erwartete ihn nun? Er hatte Angst… Angst dass es doch Ben ist, in dessen Gesicht er schauen musste. „Ah…Herr Gerkhan.. das ist Philipp Cornell aus Chicago. Er hat das Gesicht hergestellt. Sehen Sie nur… das ist nicht Ben Jäger oder?“ wollte Wolters wissen .Semir sah sich das Gesicht an. Es waren ein fremdes… es war nicht Ben Jäger. Er ging mit langsamen Schritten auf den Schreibtisch zu. „Das ist nicht Ben… er ist es nicht… er ist es wirklich nicht…“ stammelte er. Er spürte gar nicht wie er schwankte und das er vermutlich umgekippt wäre, wenn Wolters ihn nicht festgehalten hätte. „Danke… das ist…das ist…eine wunderbare Nachricht… ich…“ erklärte Semir leise. „Schon gut… ich bete, dass Sie ihren Partner bald finden.“ nickte Wolters.
Semir fuhr zur PAST zurück. Er hatte sich ein Bild von dem Toten machen lassen und ging zu Kim ins Büro. „Sie sollten sich hinlegen!“ ermahnte sie ihn erneut. „Ja…ich mach das gleich… hier… das ist der Tote im Auto. Das ist nicht Ben…er lebt… wir müssen ihn suchen… Chefin… wir müssen ihn finden..“ erklärte Semir erneut. „Ja werden wir auch. Wir fahren morgen direkt ins Krankenhaus und werden diesen Esslinger fragen ob er den Mann kennt. Während dessen macht Susanne dann einen Suchlauf durch die Kartei. Sie legen sich jetzt in den Bereitschaftsraum und schlafen. Ich werde Ihrer Frau sagen, dass Sie heute nicht nach Hause kommen…“ befahl sie. „Ich kann auch nach Hause fahren…ich bin soweit okay…“ meinte Semir nur. „Nein… Sie schlafen ja schon fast im Stehen. Sie schlafen hier im Haus. Ihre Autoschlüssel!“ befahl Kim und hielt ihm ihre Hand hin. Semir gab ihr die Schlüssel. „Aber Sie wecken mich… bitte… Ben wartet auf mich..“ flehte er regelrecht. Kim nickte. „Zum Frühstück…gute Nacht Semir..“ lächelte Kim. Semir verschwand. Die Freude darüber dass Ben nun doch nicht im Wagen verbrannt war, hielt ihn eine Weile wach. Doch dann überkam ihm die Müdigkeit.
Der nächste Morgen kam und Semir wurde von Susanne geweckt. „Komm frühstücken…“ sagte sie leise. Semir stand auf, duschte kurz und kam dann nach oben. Kim sah ihn an. „Sehr gut… so und nach dem Frühstück werden wir uns Robert Esslinger vornehmen…“ teilte sie mit. „Sie kommen mit?“ fragte Semir irritiert. „Ja sicher… Ich lasse Sie nicht allein fahren. Immerhin wissen wir dass es nicht Jäger ist. Wir müssen seinem Vater Bescheid sagen…“ dachte sie laut nach. „Ja…. Und wir müssen alles überprüfen… die Kerle die er verhaftet hat und die vielleicht jetzt wieder auf freiem Fuß sind. Überhaupt die Fälle die er bearbeitet hat.. vor allem die beim LKA….“ Kam kauend von Semir. Susanne nickte. „Ich kümmere mich darum..“ versprach sie. Nach dem Frühstück ging es los. Semir und Kim betraten das Krankenzimmer wo Robert Esslinger lag. „Oh… Sie sind der Kollege von Ben…“ erkannte er Semir wieder. „Ja… Herr Esslinger…. Ben war vorgestern bei Ihnen richtig?“ fing Semir direkt ohne Umschweife an. „Ja… wir haben uns über den Unfall unterhalten und über die Vergangenheit…“ nickte Robert. „Über die Vergangenheit? Gab es denn da so etwas Interessantes?“ harkte Semir nach. „Was heißt Interessantes. Sagen wir mal so… der Unfall hat mich an etwas Unschönes erinnert. Etwas wo auch Ben dabei war. Wo ist er überhaupt?“ kam nun von Robert die Frage. „Ben ist seit gestern verschwunden….“ erklärte Kim. „Kennen wir uns auch, schöne Frau?“ grinste Robert. Semir sah zu Kim. „Das ist Kim Krüger… meine Vorgesetzte.“ erklärte er. „Was heißt Ben ist verschwunden?“ stutzte Robert plötzlich. „Er ist gestern nicht zur Arbeit erschienen. Und von ihm wusste ich, dass er vorgestern Sie besuchen wollte.“ kam leise von Semir. „Ja… er war hier… wie gesagt, wir haben uns unterhalten und dann ist er um neun weg…“ erzählte Robert. „Um neun…. Dann können wir die Zeit wo er verschwunden ist eingrenzen. Hatte er gesagt, ob er noch woanders hin gehen wollte?“ forschte Semir nach. „Nein… nichts… er meinte nur, dass er früh Dienst hätte und alles tun wird um meinen Unfall, von dem er und auch ich überzeugt sind, dass es ein Anschlag auf mich war, aufklären wird.“ nickte Robert. „Nun da sind wir ebenfalls dran. Hätte denn jemand einen Grund Ihnen zu schaden?“ wollte Semir als nächstes wissen.
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07.01.2010 In bester Absicht
Chris Ritter ist der neue Partner von Semir Gerkan im Cobra 11-Team. Ein toter Schichtleiter einer Autobahnbaustelle gibt den beiden Ermittlern an Chris' erstem Arbeitstag Rätsel auf. Das Opfer heißt Felix Lottner. Die Ermittlungen führen die beiden zu einer Autobahnbaustelle. Dort erleben sie, wie Baustellenleiter Rudolf Schneider mit seiner Ex-Frau, Monika Kühn, über offene Alimentezahlungen streitet. Rudolf Schneider bereut inzwischen den größten Fehler seines Lebens: vor seiner Verantwortung als Vater davongelaufen zu sein. Schneider will diesen Fehler unbedingt wieder gut machen. In bester Absicht machte er finanzielle Versprechen, die er jedoch nur erfüllen konnte, indem er sich auf ein scheinbar harmloses Verbrechen einließ. Doch dieses harmlose Verbrechen hat nun ein erstes Opfer gefordert: Felix Lottner. Der geschockte Schneider berichtet den Polizisten, das Lottner bedroht wurde. Während die neuen Partner versuchen, den Mörder zu finden, stellen sie fest, wie sehr sie sich erst aneinander gewöhnen müssen. Zu unterschiedlich sind ihre Vorgehensweisen und Ermittlungsmethoden. Als sie schließlich den Täter dingfest machen, kommen sie einem raffinierten Verbrechen auf die Spur, das sie zurück auf die Autobahnbaustelle führt. Jetzt müssen die neuen Partner sich bewähren und verhindern, dass noch mehr Menschen in den Strudel der Gewalt mitgerissen werden.
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Der Tag verging ohne das Semir eine Spur fand. Auch Hartmut hatte nicht viel zu vermelden. Und während Semir sich in seinem Büro verkroch gab es am Flughafen früher als erwartet ein Wiedersehen. Wolters holte seinen Berufskollegen Dr. Philipp Cornell ab. „Philipp…nice to see you…“ begrüßte er den Amerikaner. „Ich spreche sehr gut Deutsch.. Grüß dich Roland….der Fall den du mir da am Telefon geschildert hast klingt sehr interessant..“ meinte Cornell nur. Wolters nickte. „Ja ist er. Und traurig weil der Tote angeblich ein Polizist ist…“ erklärte er. „Ein Mann mit Ehre… nun ob er es ist, werden wir herausfinden. Meine Geräte warten schon auf Arbeit…“ meinte Cornell nur. Wolters lud die Geräte ein und ab ging es in die Pathologie. Wolters zog die Leiche aus dem Kühlfach. „Oh…. Kein schöner Tod….“ Meinte Cornell nur. Dann fing er an, die Leiche lang zu ziehen. Es knackte als er die Beine in die Länge zog. Wolters sah ihn skeptisch an. „Was soll das werden?“ fragte er verwundert. „Nun… wenn er in dieser Lage gestorben ist, dann könnte man wenn die Knochen auseinander sind, in den Ecken wo sich der Körper berührte noch eine kleine Lücke finden aus der man DNA entnehmen kann. Und die kann man dann analysieren. Sie sagten doch, dass Sie wollen, dass der arme Kerl identifiziert wird. Also werden wir mal an der Stelle suchen….“ murmelte Cornell während er seine Arbeit machte. Es dauerte eine ganze Weile bis er endlich etwas gefunden hatte. „Hier… da könnte es klappen. Ein keiner Hautfetzen… aber es reicht. Im Übrigen werden wir gleich mal das Gesicht rekonstruieren, das ist bei diesem Herrn sicher einfacher als bei den anderen die ich sonst bei mir habe…“ meinte Cornell. Wolters sah ihn nur an. „Das Gesicht? Sie können es wieder herstellen?“ fragte er nach. „Nun… nicht zu 100 % aber immerhin so, dass man eine gewissen Ähnlichkeit bekommt. Die Materialien habe ich im Koffer. Sie können diese schon mal da vorn auf den Tisch ausbreiten. Ich komme gleich mit dem Kopf dorthin. Und dann werden wir sehen ob es Ben Jäger ist oder nicht.“ versprach Cornell.
Cornell brach den Kopf vom Körper ab und beim Knacken verzog Roland Wolters das Gesicht. Er fand es etwas brutal, aber er bewunderte Cornell dem es tatsächlich gelungen war, etwas Haut zu finden, die für eine DNA – Analyse ausreichte. Das Stückchen lag nun in der Zentrifuge und wurde von der Maschine bearbeitet. Die Analyse dauerte sicher noch einige Zeit. Bis dahin konnten sie das Gesicht rekonstruieren, so versprach Cornell jedenfalls und Wolters glaubte es. Die Amerikaner waren viel weiter als alle anderen. Auch wenn es sehr viel von einem Mac-Gyver-Fall hatte. Denn in einer der Folgen hatte Wolters das schon mal gesehen. Damals hatte er es belächelt, aber es schien tatsächlich zu funktionieren. Die beiden Pathologen merkten nicht wie die Nacht sich zum Tage wandelte. Von Müdigkeit war bei beiden keine Spur. Sie wollten die Ergebnisse bald haben. Gegen Mittag des nächsten Tages war Cornell fertig. „Das ist ja genial…“ stieß Wolters bewundernd aus. „Nun brauchen wir nur noch ein Foto von diesem Jäger um die Ähnlichkeit abzugleichen. Leider lässt sich das Gesicht nicht ganz herstellen, aber es sollte reichen.“ meinte Cornell. Wolters nickte. Auch die DNA –Analyse war fertig. Es war laut dieser Analyse nicht Ben Jäger. Doch wenn er es nicht war? Wer war dann der Tote? „Dann lassen wir doch mal den Kollegen hier auftauchen. Er kann zu 100 % ausschließen das es nicht Jäger ist…“ murmelte er und griff zum Telefon. Er wählte Semir Gerkhan an. „Gerkhan!!“ hörte er die niedergeschlagene Stimme. „Dr. Wolters hier… es geht um die verkohlte Leiche von gestern Morgen…. Ich kann nun 100 % ausschließen, das es Ben Jäger ist. Der gute Mann im Auto war es nicht…“ erklärte der Arzt. „WAS? Ist das sicher?“ wollte Gerkhan wissen. „Ich hatte auch meine Zweifel, aber ich wollte nicht aufgeben und habe einen Kollegen aus den USA geholt. Er konnte sogar das Gesicht wieder herstellen. Es ist wichtig, dass Sie herkommen. Sie wollten Gewissheit und die werden Sie nun bekommen…“ erklärte Wolters weiter. „DANKE…. Das ist die beste Nachricht…. Die ich heute…Danke..“ stieß der Mann am anderen Ende aus und legte auf. „Gern geschehen…“ murmelte Dr. Wolters. Er sah zu Cornell der immer noch das Gesicht modellierte. „Er sieht fast lebend aus…“ murmelte er. Es war unheimlich was man mit etwas Knetmasse machen konnte. Sein amerikanischer Kollege schien ein wahrer Künstler zu sein. „Es ist sehr einfach, wenn man es kann. Aber die Forensik ist etwas ins Stocken geraten. Nicht jeder Kollege ist dem Fortschritt gegenüber so offen wie wir. Viele bangen um ihren Job, was absolut dumm ist, denn es gibt eben keine Roboter die die Feinheiten von Menschen kopieren können. Die Frage die sich nun allerdings stellt, ist warum dieser Mann sterben musste. Aber das werden die Kollegen der Polizei sicher herausfinden. Mit diesem Gesicht. Dr. Wolters nickte nur. Er dachte wieder an das Telefonat. Der Mann am anderen Ende schien vor Freude regelrecht aufzuspringen. Er hörte es deutlich. „Ich hoffe sehr, dass der Mörder gefunden wird und dass Ben Jäger wirklich noch lebt. Ein so junger Mensch, der nur wegen seinem Job getötet werden soll ist …“ er suchte nach dem richtigen Wort. „In Amerika ist es sehr viel schlimmer. Dort wird die gesamte Familie manchmal umgebracht. Blutrache… und da sind die Polizisten sehr viel Härter als hier. ..“ meinte Cornell nur ohne sich in der Arbeit zu unterbrechen. Wolters rieb sich die Augen. Nun spürte er doch ganz deutlich dass er müde war.
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Semir blätterte die elektronische Akte durch, die er auf dem Bildschirm sah. Er stieß auf Bens Schulausbildung, alles das kannte er schon. Nichts Neues. Resigniert stützte er seine Arme auf den Tisch. Conrad... nur noch Bens Vater konnte nun helfen. Andrea war bereits wieder nach Hause gefahren. Er hatte sie darauf aufmerksam gemacht, dass sie heute nicht auf ihn warten sollte. Er würde sicher sehr lange arbeiten und den Mörder von Ben oder aber Ben finden. In den nächsten Tagen wird er mit Schlaf die wenigste Zeit verbringen. Andrea hatte ihn ermahnt nicht all zu viel Hoffnung zu machen, Ben lebend zu finden, doch sie wusste genau, dass er sich aufopfern wird. Semir fuhr und versuchte sich auf den Verkehr zu konzentrieren. Er erreichte das Büro von Konrad Jäger innerhalb einer halben Stunde. „Guten Tag... ich möchte gern zu Herrn Jäger...“ bat er an der Anmeldung. „Haben Sie einen Termin?“ wollte die junge Frau wissen. „Nein... ich bin von der Polizei...würden Sie ihm das bitte ausrichten? Es geht um Ben Jäger..“ erklärte er und zeigte seinen Ausweis vor. „Tut mir Leid, aber Herr Jäger hat keine Zeit... der Terminplan ist voll und...ich kann unmöglich dort noch einen Platz für Sie finden..“ lächelte die Frau freundlich. „Hören Sie... es geht um Leben und Tod... ich muss mit Conrad Jäger sprechen!“ forderte Semir deutlicher. „Ich sagte doch, ohne Termin geht das nicht!“ widersprach die Frau. Semir sah sie an. „Das werden wir ja sehen..“ meinte er und ging in Richtung Fahrstuhl. „Ich rufe den Sicherheitsdienst!!“ beschwerte sich die Frau. Semir hob nur die Hand und stieg in den Fahrstuhl. Er kannte sich zum Glück hier aus und wusste wo er Conrad Jäger finden konnte.
„Annie...was bist denn du so aufgeregt?“ wollte Sonja Felshuber, die persönliche Sekretärin von Konrad Jäger wissen. „Ach nur keine Sorge... ich wimmele den schon ab...“ beruhigte sie die junge Frau in der Empfangshalle als die Fahrstuhltür aufging und ein älterer Mann aus dem Fahrstuhl trat. „Gerkhan, Kripo Autobahn! Wo finde ich Conrad Jäger?“ wollte der Mann wissen und zeigte ihr den Ausweis. „Nehmen Sie einen Augenblick Platz.... ich werde Herrn Jäger informieren, dass Sie hier auf ihn warten... Das kann allerdings etwas dauern. Er ist gerade in einer sehr wichtigen Besprechung..“ lächelte Sonja ihn an. „Bitte sagen Sie ihm es geht um seinen Sohn… es geht um jede Minute..“ gab der Polizist von sich. Sonja lächelte. „Ja sicher… einen Kaffee? Es dauert sicher nur ne Stunde…“ erwiderte sie. „Ich hab keine Stunde!!“ fauchte der Polizist und stürmte ins Büro von Conrad Jäger. „Das geht nicht so!!“ begehrte die Sekretärin auf und versuchte ihn wieder aus dem Büro zu ziehen. Conrad Jäger sah ihn an. „Herr Gerkhan… ist was mit Ben?“ kam die erstaunte Frage von dem Vater seines Partners. „Ich muss Sie sprechen…bitte…Herr Jäger… es ist wirklich wichtig..“ kam regelrecht flehend von Gerkhan. Conrad Jäger nickte und bat die Gesprächsteilnehmer sich etwas zu gedulden. Die Männer erhoben sich und verließen den Raum. „Frau Felshuber! Ich will nicht gestört werden!“ befahl er. Die Sekretärin nickte und schloss die Tür. „Setzen Sie sich. Ist was mit Ben?“ wollte Conrad wissen. „Ja… Herr Jäger… der Wagen von Ben wurde ausgebrannt gefunden. Eine Person saß am Steuer und..“ kam stockend von Semir. „Sie wollen mir jetzt aber nicht sagen, dass Ben tot ist?“ kam erschrocken von Conrad Jäger. „Wir…wir müssen…derzeit davon ausgehen…ich…wir haben…“ Semir stockte. Er konnte nicht weiterreden. Conrad schoss die Augen. „Mein Gott...“ stieß er aus und rieb sich die Augen. „Ist…ist es sicher, dass es sich bei dem Toten…um meinen Sohn handelt?“ harkte er nach. „Ich weiß es nicht… aber…Herr Jäger… es tut mir Leid…“ Semir stand auf und verließ das Büro.
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Leonard hatte sich in die Stadt durchgeschlagen und suchte nun eine Möglichkeit, um zu seiner Familie zu kommen. Er wusste, dass, wenn Semir wieder halbwegs auf den Damm war, würde er nach ihm suchen und er würde ihn finden. Vorher musste er unbedingt mit Corinna sprechen, ihr alles erklären, dass er es nur für sie und Celine getan hatte und dass das mit Ole... kein Unfall war, sondern Notwehr. Aber wer würde ihm schon glauben? Seine Frau würde ihm glauben, aber Semir? Nein, dafür war er zu sehr Polizist. Er hatte zwar gesagt, er würde ihm helfen, aber galt dies noch? Leonard musste so schnell wie möglich weg, doch nicht, ohne sich von seiner Familie zu verabschieden und Corinna von dem restlichen Geld zu erzählen, dass er gut versteckt hatte.
Semir erwachte langsam und musste heftig husten. Etwas war auf seinem Gesicht und er wollte es los werden. Seine Hände gingen hin und rissen das Etwas vom Gesicht. „Nein… alles okay… atmen Sie… es ist nur Sauserstoff…“, hörte er jemanden sagen und wandte sich diesem zu. Ein Mann in Weiß stand vor ihm. „Ganz ruhig…okay?“, fragte er. Semir nickte leicht. „Sehr gut… wissen Sie was passiert ist?“, wollte der Arzt weiter wissen. Wieder kam ein Nicken von Semir. Wieder musste er husten. „Ich…krieg keine Luft.“, stieß er schwer atmend auf. Der Arzt nickte. „Sie haben ein wenig zuviel Rauch eingeatmet. Ich werde etwas mehr Sauerstoff zufügen. Versuchen Sie ganz ruhig zu atmen.“, bat der Doc. Semir nickte nur. „So wenn wir gleich im Krankenhaus sind, werden Sie in ein Sauerstoffzelt gelegt und dann müssen wir Ihr Blut untersuchen.“, erklärte der Doc und erst jetzt realisierte Semir dass er im Krankenwagen lag. „Wo ist mein Kollege?“, fragte er. „Die kommen sicher nach. Ihr Kollege wurde ebenfalls verwundet und muss versorgt werden.“, lächelte der Doc und zog eine weitere Spritze auf. Diese setzte er Semir. „Wofür war die?“, harke Semir nach. „Kreislaufstabilisierung. Sie sollten etwas schlafen. Das tut gut.“, kam als Antwort. Semir spürte wie er müde wurde.
Kim hatte Andrea informiert und Aida zu Corinna gebracht. „Ich hoffe es geht ihm gut…“, sagte ihre Freundin. Andrea sah sie an. „Ich denke es geht ihm jetzt sicher besser. Aber wenn ich mit ihm fertig bin, dann wird es ihm schlecht gehen…“, fauchte sie. Corinna sah sie entsetzt an. „Was ist denn überhaupt passiert? Ich meine er hat doch sicher einen Grund, warum er ..“, fing sie an Semir zu verteidigen. „Er findet einen Grund. Ich muss los…“, gab Andrea von sich. Corinna nickte nur. Eine halbe Stunde später stand sie bereits in der Ambulanz. Sie kam mit Semir gemeinsam an und als sie ihn auf der Liege sah mit der Sauerstoffmaske machte sie sich doch Sorgen. „Semir?“, fragte sie und sah ihn an. Er schlief. „Was ist mit ihm?“, wandte sie sich an den Arzt. „Rauchvergiftung… er lag im Kofferraum eines Wagens, der Feuer gefangen hatte. War ziemlich knapp. Aber wir kriegen das schon hin.“, lächelte der Arzt beruhigend. „Das ist gut…wann wird er aufwachen?“, wollte Andrea wissen. „Ich denke in einer Stunde. Er ist etwas geschwächt, aber sonst in Ordnung.“, kam vom Doc. „Ja noch...“, drohte Andrea leise, kaum hörbar.
„Chefin… ich will zu Semir…und dann werde ich mir diesen Leo schnappen.“, fauchte Ben. „Ich dachte, er hat Ihnen geholfen. Warum wollen Sie ihn jagen?“, fragte Kim etwas verwundert. „Weil ich immer noch einen Mörder suche, nicht das ich ihn dafür halte aber er weiß was. Außerdem kann er sich als Kronzeuge gegen Laurence und seinen Komplizen zur Verfügung stellen. Die Beweise sind zwar ausreichend und…“, erklärte Ben. Kim legte ihm den Arm auf die Schulter. „Sie werden Ihre Wunde am Arm versorgen lassen und dann werden wir zu Semir gehen. Ich denke mal dass Andrea bereits da ist. Aber den Anpfiff von der Staatsanwaltschaft werden Sie sich selbst abholen. Und glauben Sie ja nicht, dass ich Sie dort verteidigen werde. Den Mist haben Sie sich selbst eingebrockt.“, stellte Kim fest. Ben nickte. „Ja schon gut… das überlebe ich schon.“, lachte Ben, der sich keine Gedanken darüber machte. Er kannte Schrankmann ja nicht wirklich. Außerdem war er sich sicher, ein Lob zu bekommen, weil er die Männer schließlich stellen konnte mit Hilfe des SEKs. „Kommen Sie!“, befahl Kim. Ben stieg ein und gemeinsam fuhren sie ins Marienhospital.
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Andrea sah Semir an. „Geht es wieder?“ fragte sie besorgt. Semir nickte leicht. „Danke... du bist wundervoll... Ich werde Bens Mörder finden. Und dann werde ich...meinen Abschied nehmen. Ich kann nicht mehr. Nicht noch einen Partner. Ich will nicht mehr...“ kam sehr bestimmt von ihm. Andrea nickte. „Ich verstehe dich. Aber im Augenblick haben wir noch keine Gewissheit, ich meine noch ist es nicht sicher, dass es wirklich Ben ist...“ versuchte sie ihn zu überzeugen. „Andrea... Ben hätte nie jemanden mit seinem Wagen fahren lassen. Selbst mich hat er nur sehr selten ans Steuer gelassen...“ widersprach Semir. „Ja sicher.... nicht freiwillig, aber was wenn Ben entführt wurde und der Kerl einfach einen anderen Toten ins Auto gelegt hat und ihn verbrennen ließ? Warte die Obduktion ab...Semir... ich fühle das Ben noch lebt... er lebt... hörst du... er lebt...“ redete sie auf ihn ein. So am Boden zerstört hatte sie Semir das Letzte mal gesehen, als Tom Kranich starb. Semir nickte nur traurig. Doch dann stockte er. Er sah sie an. „Du hast Recht...Ben lebt... es kann jeder gewesen sein, der dort im Wagen verbrannte. Die Chance ist gering, aber ...warte...“ kam von Semir. Er sprang auf und rannte regelrecht zu Susanne an den Schreibtisch. „Susanne...ich brauche Bens Akte.... und dann fahre ich zu seinem Vater.... ich muss Gewissheit haben.....“ stieß er aus. Susanne sah zu Andrea und diese nickte nur. „Ja sicher... ich gebe sie dir... Semir...bitte verrenn dich nicht...“ sagte sie leise. Semir grinste leicht. „Nur keine Sorge... ich weiß genau was ich tue...“ versprach er und verschwand in seinem Büro.
Dr. Wolters sah sich die Ergebnisse an. Die Laborleute konnten keine DNA sicherstellen. Hätte ihm auch gewundert. So war es nicht einmal sicher, ob es Ben Jäger war, der im Auto verbrannte. Wie sollte er das seinem Kollegen beibringen? Ein Polizist der Autobahn und vermutlich aufgrund seines Berufes getötet. Vor seinen Augen sah er den Kollegen stehen, die Augen sahen ihn hoffnungsvoll an und baten regelrecht um die Erklärung dass es nicht Ben Jäger war, doch er konnte es nicht sagen. Es stand nicht fest. Doch Wolters war kein Mann, der sich von Mikroskopen zum Narren halten ließ. Vor wenigen Monaten hatte er einen Kurs in den USA gemacht. Die Forensik war dort viel weiter und dort konnte man selbst von einer verkohlten Leiche DNA finden die ausreichte um alle Zweifel auszuschließen. Er musste mit Dr. Cornell sprechen. Dieser Mann hatte ihm einiges erzählt. Vielleicht war es ihm möglich herzukommen. Die Telefonnummer…wie war die noch mal… Er suchte in seinen Taschen. Endlich fand er sie und rief an. „ Dr. Cornell ...hier ist Dr. Wolters aus Köln…. Ich war vor einigen Monaten bei Ihnen in dem Forensik-Simposion. Ich brauche Ihre Hilfe…“ bat er. Der Angerufene schien interessiert und als Dr. Wolters berichtete um was es ging, versprach Cornell nach Deutschland zu kommen. Schon am nächsten Tag würde er am späten Abend landen und sich um die Erkennung des Toten kümmern. Dr. Wolters legte auf. Er sah auf die Uhr. Es war schon weit nach Acht Uhr abends. Zeit um nach Hause zu gehen. Und nun machte er sein Ritual, welches er seit einigen Jahren machte. Er verabschiedete sich von seinen wie er sie nannte „Gästen“. Dann schloss er die Türen und fuhr nach Hause.
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Hartmut machte sich an die Arbeit. Er nahm das Auto komplett auseinander und tatsächlich fand er etwas. Ein Brandsatz oder zumindest den Rest davon. Also war es tatsächlich kein Unfall. Man hatte den Wagen absichtlich in Brand gesetzt. Doch warum? Warum musste Ben sterben? Hatten irgendwelche Gangster einen solchen Hass auf ihn, dass sie ihm so grausam sterben ließen? Ob Ben wohl mitbekommen hatte, wie sich das Feuer ausbreitete? Fragen über Fragen beschäftigten ihn. Und sicher hätte er sich noch mehr gestellt wenn sein Telefon nicht geklingelt hätte. „Freund! KTU!“ meldete er sich. „Krüger hier! Was ist mit dem Wagen von Jäger?“ hörte er die Chefin fragen. „Frau Krüger... ich bin dabei. So wie es aussieht, hat man einen Brandsatz am Wagen angebracht. Fingerabdrücke sind noch nicht komplett ausgewertet und es wird auch sehr schwierig werden... zumindest bei dem Teil des Fahrzeuges welches vollends ausgebrannt ist. Aber ich konnte welche im Kofferraum sichern. Wie gesagt...die Auswertung läuft. Bisher gab es keine Übereinstimmung.“ erklärte Hartmut sachlich. „Herr Freund... ich will das der Wagen komplett untersucht wird...wenn sich herausstellen sollte, dass Jäger umgebracht wurde, werde ich den gesamten Polizeiapparat in Bewegung setzten den Täter zu bekommen. Also finden Sie mir bitte etwas. Ich melde mich wieder..“ Es knackte. Hartmut ließ den Hörer sinken. „Ja klar... meint ihr eigentlich ich bin Superman?“ stieß er wütend aus und machte sich wieder an die Arbeit. Auch er wollte herausfinden was passiert war. Vielleicht gab es ja doch eine geringe Chance, dass Ben noch lebte.
Susanne sah auf als Semir aus dem Büro von Kim kam. Seine Augen waren gerötet und sie ahnte dass etwas Schreckliches passiert sein musste. War etwas mit Andrea? Sie stand auf und ging zu ihm. „Semir? Was ist denn?“ fragte sie sanft. Semir sah sie an. „Ich...es geht um Ben...“ stieß er leise aus. „Was ist mit Ben?“ wollte sie wissen. „Er...er hatte einen tödlichen Unfall...sein Wagen wurde ausgebrannt gefunden und...bitte entschuldige...aber...ich will nichts weiter sagen...noch nicht..“ erklärte er leise. „Ist Ben tot?“ harkte Susanne dennoch nach. Semir nickte traurig. „So hat es den Anschein...aber... die Ergebnisse der Obduktion stehen noch aus. Semir ging in sein Büro und stützte am Tisch den Kopf auf seine Arme. Susanne sah wie der Körper zuckte. Sie musste Andrea anrufen. Nur sie konnte Semir wirklich trösten. Aber sie war schwanger... wie würde sie reagieren? War das nicht zu viel für sie? Susanne wählte sie an. „Hallo Andrea... Susanne hier..“ meldete sie sich, als sie ihre Freundin hörte. „Ist was mit Semir?“ kam sofort die Frage. „Nein...nicht direkt.. Andrea... könntest du bitte herkommen? Semir braucht dich.“ sagte sie leise und sah in Semirs Büro. „Ich bin eh gleich da, weil ich mit Semir was besprechen wollte...was ist denn los?“ wollte Andrea wissen. „Das kann ich dir nicht sagen.. bitte komm..“ bat Susanne. Sie legte auf. Nur fünf Minuten später war Andrea im Büro. Sie sah zu Semir, der regelrecht auf dem Schreibtisch lag. „Was hat er denn?“ fragte sie und ging mit knetenden Händen zu ihrem Mann hinein. Susanne sah von draußen zu, wie sie ihn in den Arm nahm und wie er ihr erzählte was die Vermutung war. Andrea drückte Semir fest an sich. Der Körper des Hauptkommissars zuckte unter den Weinkrämpfen und in diesem Augenblick beneidete Susanne Andrea, dass sie so stark war.
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Leonard fand endlich eine Axt, mit deren Klinge er in den Zwischenraum der Klappe fuhr und so die Kofferklappe aufdrücken wollte. Dank seiner Kraft würde ihm auch das irgendwann gelingen. Doch viel Zeit sollte ihm nicht mehr bleiben. Das Feuer griff bald durch sich zur Seite senkende und brennende Holzbretter auf den Wagen über. „Scheiße, wir müssen uns beeilen.“, schrie Ben und half, trotzt seiner Verletzung mit, Semir zu befreien.
Semir war mittlerweile wieder wach und er roch etwas. Es war Rauch…. Panik ergriff ihn, denn längst hatte er seine Unterkunft als Kofferraum eines Wagens ausgemacht. Rauch in einem Auto war nie gesund. Sollten sie ihn hier hineingelegt haben um ihn zu verbrennen? Die Fesseln verhinderten, dass er sich bewegen oder auch nur etwas zu seiner Befreiung machen konnte. Laut zu schreien durch den Knebel verhindert. Er spürte einen Hustenreiz. Doch er hörte auch, dass jemand etwas tat um den Kofferraum zu öffnen. „Semir?!“, hörte er jemanden rufen. Das Auto ruckte heftig, doch scheinbar war der Kofferraum sehr gut gegen Aufbrechen gesichert und gab nicht nach. „Mmmmhhhhh…“, machte Semir, hatte aber keine Hoffnung dass dies draußen gehört wurde. Die Luft wurde immer dünner. Spürte er da nicht schon Hitze?
Ben presste seine Hand immer noch auf die Wunde, während Leonard versuchte den Kofferraum zu öffnen. „Das klappt nicht..“, stieß er aus. „DOCH!!! Machen Sie weiter!!“, befahl Ben. Die Kugeln flogen ihnen um die Ohren und Ben dankte dem Herr Gott, dass sie nicht ernstlich getroffen wurden. Abgesehen von seiner Wunde am Arm. Und dann endlich hörte er die schönste Musik die er sich denken konnte. Martinshorn… nur wenig später war auch das Blaulicht zu sehen. „Die Kavallerie ist da…!“, stieß er erleichtert aus. „Okay… die Typen sind abgelenkt…. Lass uns die Karre aufbrechen und Semir rausholen!“, hängte er an, denn die Schützen nahmen nun die Kollegen aufs Korn, doch wenn er und Leonard dachten dass es einfach wäre Semir rausholen und dann ab durch die Mitte hatte er sich geirrt. Denn als Leo dachte er, hätte es geschafft, knackte es plötzlich. Ben drehte sich in die Richtung. Vor ihm und Leon standen vier Mann mit Waffen. Sie richteten sie auf sie. Ben hob die Hand. „Hören Sie… Laurence… ich will nur meinen Partner… er verbrennt sonst bei lebendigem Leib…Bitte…von mir aus hauen Sie ab… aber…“, versuchte Ben. Laurence lachte leise.
„Leo…Leo…Leo….hast du dich auf die falsche Seite gestellt? Das ist wirklich schade für dich. Und auch für Corinna und Celine… die armen beiden werden allein sein. An deinem Grab stehen und weinen…“, tadelte Laurence seinen ehemaligen Mitarbeiter. „Meine Familie hat dir nie etwas bedeutet!“, fauchte Leonard zurück. „Weg vom Wagen!!“, befahl Laurence und unterstrich den Befehl mit der Waffe. Leonard sah zu Ben und dieser nickte. Die Flammen hatten den Wagen erreicht. Langsam aber sicher züngelten sie sich an der Karosserie entlang. „Hören Sie…bitte lassen Sie mich meinen Kollegen aus dem Wagen holen…bitte….“, flehte Ben regelrecht. Laurence sah ihn an. „Weißt du… ich finde verbrennen ist ein schönerer Tod, als die Säge in sich zu spüren… findest du nicht? Überlege mal…der Rauch ist so dicht, dass man innerhalb weniger Minuten das Bewusstsein verliert. Bei der Säge bekommt man jeden Augenblick mit. Das Feuer erreicht einen erst, wenn man tot ist… die Säge macht es langsam und auch nach den ersten Schnitten ist man immer noch am Leben….“, höhnte Laurence und sah auf den Kofferraum.
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Dr. Wolters hatte Dienst in der Pathologie und sah sich die verkohlte Leiche an. Ein Diktiergerät am Mund haltend ging er um den Tisch herum. „Männliche Leiche, vom Alter her ca. 30 Jahre alt. Stark verkohlt. Keine Gewalteinwirkung zu erkennen. Der Körper ist stark verkrümmt und kann lediglich auf eine Größe geschätzt werden. Schätzung zwischen 180 und 190 cm. Haare sind keine vorhanden. Wir versuchen eine Stelle zu finden, an der man DNA abnehmen kann um einen Vergleich anzustreben. Eine Röntgenaufnahme des Gebisses wurde angefertigt und an die ansässigen Zahnärzte gemailt. Weitere Ergebnisse folgen...“ sagte er leise während der Arbeit. „Der Tote saß auf dem Fahrersitz als das Feuer ausbrach, hat aber anscheinend keine Reaktion gezeigt. Die Arme lagen locker auf dem Schoß das ist auch beim Verbrennen nicht verändert. Somit wird vermutet, dass die Person betäubt wurde.“ gab er ins Mikro. „Dr. Wolters?“ fragte ein Mann, der gerade eintrat. „ja?“ gab der Arzt zurück. „Semir Gerkhan...“ stellte der Mann sich vor und trat an den Tisch. Wolters sah Tränen in den Augen. „Sie kannten den Mann?“ fragte er nach. „Ich...ja...wenn...wenn er es ist...war, dann war er mein Partner..... haben Sie etwas gefunden, was auf die Identität hinweist?“ wollte Gerkhan wissen. „Nur dieses Goldkettchen...bisher... Ben J. ist eingraviert. Mehr leider nicht. Wir haben alles bereits veranlasst. Gebissabdruck ist gemacht worden und wir versuchen gleich noch etwas Haut zu finden, die sich zur Analysezwecken eignet.“ erklärte Wolters mit belegter Stimme. Gerkhan nickte nur traurig. „Würden Sie mir...bitte die Ergebnisse schnellstens zukommen lassen..?“ bat er leise. „Selbstverständlich...“ versprach Wolters. Gerkhan verschwand mit hängendem Kopf.
Semir saß in seinem Wagen vor der Pathologie. Er hatte die Augen geschlossen und weinte vor sich hin. Wenn es wirklich Ben war, der dort drin lag, dann würde er...dieser Fall noch und dann war Schluss. Mit Ben verlor er nun den vierten Partner. Erst Andre, dessen Körper nie gefunden wurde, dann Tom....Chris und nun Ben? Sollte das wirklich so sein? Semir dachte an die Tage wo er Ben kennen gelernt hatte. Sie mussten sich zusammen raufen und erst in einer gefährlichen Situation wusste Semir das Ben der richtige Partner war. Er war einer mit dem man Pferde stehlen konnte. Semir lachte bitter denn genau das hatte er mit Ben gemacht, als sie den ersten Fall zusammen hatten. Ben war ein verdammt guter Polizist und... er durfte einfach nicht tot sein. „Reiß dich zusammen...noch ist es nicht sicher.“ ermahnte er sich selbst, startete den Motor und fuhr zur PAST. Die Kollegen mussten informiert werden. Wenig später in der PAST ging er direkt in Kim Krügers Büro, die nur mitbekommen hatte, das Semir weggefahren war. „Herr Gerkhan... bisher habe ich nichts gesagt, wenn Herr Jäger sich seine Dienstzeiten so legt, wie sie ihm gerade passen. Aber... sollte er nicht innerhalb der nächsten zehn Minuten hier auftauchen, dann kann er sich auf ein Disziplinarverfahren einstellen!“ fauchte sie los. Semir sah sie nur an. Nun schien auch sie zu merken, dass etwas nicht stimmte. „Was ist los?“ fragte sie sofort. „Ich...Ich hab einen Anruf bekommen...Ben...“ fing Semir leise an. „Nun lassen Sie sich doch nicht jedes Wort aus der Nase ziehen? Was ist mit Jäger?“ fauchte Kim los. „Ben...hatte einen tödlichen Unfall...“ vollendete Semir. „Wie bitte?“ kam nun völlig geschockt von Kim Krüger. Sie ließ den Stift mit dem sie gerade noch rhythmisch auf den Tisch geklopft hatte fallen. „Er...hatte einen Unfall...und ist...verbrannt...Ben ist tot..“ erklärte Semir erneut. Dabei rannen Tränen über sein Gesicht. „Oh mein Gott... sind Sie sicher? Ich meine es kann ja auch sein, dass der Wagen gestohlen wurde und...“ erklang hoffungsvoll von Kim. „Ich will es auch nicht wahrhaben...aber...diese Leiche trug Ben Armkettchen...er ist tot...“ schluchzte der sonst so hart aussehende Mann.
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Georg lief in seiner Zelle auf und ab. Was war wohl mit dem Polizisten? Was war mit Semir? Er hatte mehrmals den Beamten gebeten sich bei Jan Richter zu erkundigen, doch leider wurde es nicht ernst genommen. Verdammt er wollte doch nur wissen, ob er sich nicht mehr getan hatte, als das Bein kaputt zuschlagen. Warum verstand man nicht, dass er sich Sorgen machte? In diesem Augenblick kam Jan in seine Zelle. “Wie geht es Semir?” fragte Georg sofort. “Er wurde operiert. Sein Bein ist zweimal gebrochen und sonst ist er unverletzt. Danke… dass Sie ihn nicht allein gelassen haben..” kam von dem Kriminalkommissar. “Ich hatte es versprochen. Ich halte meine Versprechen immer.” Erwiderte Georg. “Das wird sich garantiert auf Ihre Verhandlung auswirken. Semir wird Ihnen helfen, dass Sie nicht all zu hart bestraft werden. Und die kleinen Neckereien zwischen Ihnen und Semir sind sicher auch vergessen. Sie waren da, als er Sie brauchte und das ist ein großer Vorteil.” Lächelte Jan. “Darf ich Semir besuchen?” wollte Georg wissen. Jan schüttelte den Kopf. “Leider nicht. Aber sobald er raus ist, wird er Sie sicher besuchen kommen. Semir übermittelt sein Dankeschön selbst. Ich habe die Beute übrigens sicher stellen lassen. Wo ist die andere Beute?” wollte Jan wissen. Doch nun lächelte Georg. “Das hab ich vergessen.” grinste er breit. Jan nickte. “Wenn Sie sich kooperativ zeigen, ist es ein Vorteil für Sie…” erinnerte Jan ihn. “Mein Junge … ich habe viel in meinem Leben gelernt. Es ist nicht gut, wenn man alles ausplaudert…” gab Georg von sich. “Okay… Semir wird übrigens mindestens zwei Wochen im Krankenhaus bleiben. Aber er wird sich erholen.” Versprach Jan. “Sagen Sie ihm, dass ich ihn sehr achte. Er war es wert, sich verhaften zu lassen. Ich hätte auch abhauen können aber…ich…” versuchte Georg zu erklären. Jan nickte. “Ich werde es ihm ausrichten. Er wird bis zur Verhandlung sicher wieder auf den Beinen sein, zumindest auf einem Bein…” versprach Jan. Georg hielt ihm die Hand hin. Jan ergriff sie und verabschiedete sich. Dieser alte Mann war ihm sehr sympathisch, dennoch vergaß er nicht, dass es ein Verbrecher war.
Semir erwachte am nächsten Morgen und sah sich verwundert um. Dann spürte er den Gips um sein Bein. “Guten Morgen, Herr Gerkhan….wie geht es Ihnen?” hörte er eine Frau fragen. Sein Kopf drehte sich langsam in die Richtung. “Danke… ganz gut. Wo ist Georg?” wollte er wissen. “Wer ist Georg?” fragte die Krankenschwester. “Schon gut… vergessen Sie es einfach…” murmelte Semir und schloss noch einmal die Augen. Die Schwester fühlte den Puls und lies sich die Temperatur anzeigen. “Die Werte sind alle okay. Wie sieht es mit den Schmerzen aus?” wollte sie wissen. “Ich merke im Augenblick nichts. Nur ich hab Hunger wie ein Bär…” lächelte Semir müde. “Frühstück kommt gleich. Dann können Sie sich satt essen. Besuch steht auch schon vor der Tür. Ihre Kollegen machen sich große Sorgen um Sie…” erklärte die Schwester und ließ Jan und Andrea eintreten. “Hey… Schatz wie geht es dir?” wollte Andrea wissen. “Danke es geht so.. ich habe wohl ein paar blaue Flecken und es pocht so im Bein und…” fing Semir an zu klagen. Die Schwester sah ihn erstaunt an. Er zwinkerte ihr kurz zu und sie nickte nur lachend. Dann verließ sie das Zimmer. “Was ist mit Georg?” fragte Semir. “Der sitzt. Ich soll dir Grüße ausrichten und das er sich geehrt fühlt, von dir verhaftet worden zu sein.” Richtete Jan ihm aus. “Er ist kein schlechter Kerl. Er hat mir erzählt warum er es getan hat und ich kann ihm glaube ich sogar verstehen.” murmelte Semir leise. “Egal was er für Gründe angegeben hat. Er ist ein Verbrecher und er wird seine gerechte Strafe bekommen.” Kam überzeugt von Jan. Semir nickte. “Ja ich weiß…. Aber ich werde auf jeden Fall aussagen. Jan… er hätte einfach gehen können, als das Loch groß genug war. Aber er hat es nicht getan. Er ist bei mir geblieben. Jan… er hätte mich ohne Weiteres erschlagen können, erschießen können oder sonst was. Aber er tat es nicht. Er hat …” versuchte Semir zu erklären. Jan legte ihm die Hand auf die Schulter. “Semir ich weiß….aber es muss sein.” Sagte er leise. Semir wusste es selbst, dennoch wollte er Georg helfen.
Sechs Wochen später war die Verhandlung von Georg. Auch Semir musste aussagen und gab sein Bestes. “Herr Gerkhan war es nicht so, dass Sie sich von Herrn Paschner häufiger überwältigen lassen haben?” fragte der Staatsanwalt. “Ja ist richtig, Aber er hat mir auch das Leben gerettet. Und zwar zweimal…. Das sollte auch hier Berücksichtigung finden..” erklärte Semir. Der Richter nickte. “Wir werden es bei der Urteilsfindung berücksichtigen.” meinte er nur. Semir wurde entlassen, dennoch blieb er im Saal. Die Verhandlung selbst dauerte einige Stunden bis der Richter das Urteil verkündete. Georg Paschner musste für sechs Jahre hinter Gitter. Semir sah Georg an. Er wusste, dass hier eine Freundschaft entstanden war. Georg lächelte ihn an und nickte. Er wurde abgeführt. Dennoch wusste Semir, dass es ein Wiedersehen geben wird.
Ende -
Bei Tagesanbruch waren die Mannschaften wieder bei der Arbeit. Die Brocken wurden nach und nach abgetragen und nach sechs Stunden waren sie endlich soweit, dass man Semir behandeln konnte. Der Notarzt ließ sich abseilen. Auch Jan wurde ins Loch gelassen. Er öffnete die Handschellen und ließ Paschner abführen. “Ich will gemeinsam mit Semir das Loch verlassen! Ich hab es ihm versprochen!!” schrie Georg. Jan sah ihn an. “Wir holen ihn jetzt raus. Sie dürfen oben auf ihn warten. Bitte...” kam leise von ihm. Georg war einverstanden. Langsam wurde er hoch gezogen, während der Notarzt sich um Semir kümmerte. “Wenn ich das richtig sehe, ist das Bein oberhalb des Knies gebrochen, außerdem das Schienbein. Ein offener Bruch. Der wird kein Problem machen. Der Blutverlust ist da schon schlimmer und natürlich die Wundverunreinigung. Er muss schnell raus hier.” zählte der Arzt auf, als Semir ein tiefes Stöhnen von sich gab. “Hey... Partner...alles okay... du bist gleich raus hier..” sprach Jan beruhigend auf ihn ein. “Jan.... “ kam gequält über Semirs Lippen. Der Notarzt zog eine Spritze auf. “Sie werden gleich schlafen und keine Schmerzen haben. Anschließend werden wir das Bein behutsam schienen und Sie ins Krankenhaus bringen. Von alledem werden Sie nichts mitbekommen, okay...?” fragte der Arzt. “Ich bekomme keine Luft...” stieß Semir leise aus. “Wird gleich besser...” versprach der Arzt und setzte ihm die Spritze. Für Semir verschwand die Welt in bunten Farben. “So und nun werden wir ihn raus bringen…” hörte er wie durch Watte. Das sein Bein mit einer Vakuumschiene versorgt und er nach oben gezogen wurde spürte Semir nicht.
Georg sah wie Semir aus dem Loch gezogen wurde und wollte hingehen, als die Beamten in Uniform ihn festhielten. “Ich will nur kurz….bitte…” flehte er regelrecht. Jan nickte den Beiden zu. Er ging mit Jan zur Trage auf der Semir schlief. “Hey… das wird schon…” versprach Georg und griff zu Semirs Hand. “Es war mir eine Ehre, dich als Gegner zu haben…” sagte er leise. Anschließend wurde er von den Kollegen abgeführt. Jan sah ihnen nach. Doch er hatte keine Zeit sich um Georg zu kümmern, denn nun brauchte Semir ihn. Als der Krankenwagen abfuhr hängte Jan sich ran. Nur wenige Minuten später waren sie im Hospital angekommen. Es ging auf die Notaufnahme und Semir wurde umgehend in den OP gebracht. Für Jan hieß es nun zu warten. Er hoffte inständig, dass Semir wirklich nur das Bein gebrochen hatte. Während er wartete rief er Andrea an um sie zu informieren, was passiert war und was mit Semir war, soweit wie er es wusste. Andrea wollte umgehend vorbei kommen, doch Jan sagte ihr, dass er heute sicher nicht mehr ansprechbar sein würde und sie sich keinen Gefallen tat ihn jetzt zu sehen. Dennoch ließ Andrea es sich nicht nehmen zum Krankenhaus zu fahren. Sie brauchte nur zehn Minuten bis sie bei Jan saß. Nervös gingen die Beiden auf und ab, nahmen sich Kaffee und sahen immer wieder zu der Tür hinter der Semir behandelt wurde. Dann nach einer schier unendlich langen Zeit wurde das Bett mit Semir heraus gefahren. Sofort war Andrea bei ihm und streichelte sein Gesicht. Der Arzt sah sie an. “Er ist mein Verlobter…” sagte sie mit Tränen in den Augen. “Nur keine Sorge… die Brüche sind nicht kompliziert. Er hat ansonsten tatsächlich keine Verletzungen und dürfte ins spätestens zwei Wochen wieder nach Hause. Aber laufen wird er die nächste Zeit nicht können. Der Gips geht bis zum Oberschenkel.” erklärte der Arzt. Jan nickte ihm zu und bedankte sich. “Er wird heute schlafen. Sie sollten morgen früh wieder kommen, dann ist er auch wach.” Lächelte der Arzt. Andrea und Jan verließen das Krankenhaus nachdem Semir auf sein Zimmer gebracht wurde.
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“Georg?” fragte Semir leise. Er hatte starke Schmerzen nicht nur im Bein, welches immer noch eingeklemmt war. “Ich bin hier mein Junge... mit dir verbunden.” Lachte Georg. “Ich möchte das du gehst...du kannst ....du kannst mir nicht helfen...” kam von Semir. “Ist mir egal...” murmelte Georg. “Ich möchte dass du gehst...” bat Semir erneut. “Jetzt pass mal auf.... ich habe früher auch mal unter Tage gearbeitet und ich war auch schon verschüttet worden, ich habe eingeklemmt in Schutt und Asche gelegen, nur mein Freund Manni war da.... er hat mich nicht verlassen und ich werde dich auch nicht verlassen. Außerdem ist das Loch wieder dicht. Hier trink was...” erklärte Georg. “Du bist kein schlechter Kerl...” lachte Semir leise. “Kannst du dich etwas aufrichten?” wollte Georg wissen. “Ich denke schon....dieser verdammte Brocken scheint nur oben aufzuliegen. Mein Fuß ist eingeklemmt und das Gewicht des Steins drückt halt auf das Bein. Wenn es zu retten ist, dann....dann werde ich sicher...ne ganze Weile im Rollstuhl sitzen.” murmelte Semir. Er wusste genau, wenn er nicht bald hier raus kommen würde, wären die Schäden irreparabel. “Weißt du was....als Marga starb, da dachte ich es ist vorbei. Das war dein Leben. Ich wollte nicht mehr leben... nicht ohne meine Marga. Aber dann wusste ich, dass ich für Rosi da sein musste, meine Tochter... sie ist mein Ein und Alles. In wenigen Monaten werde ich Opa werden. Zwillinge. Dafür mache ich die Brüche. Ich habe niemanden verletzt. Ich wollte lediglich Geld haben, damit sie und die Kinder in aller Ruhe leben können. Das habe ich erreicht. Ich weiß, dass sobald wir hier raus sind, einfahre. Vermutlich für den Rest meines Lebens.” erzählte Georg. Semir hörte schweigend zu als sein Mitgefangener sein Leben erzählte. Vorsichtig hob Georg seinen Oberkörper an um ihm das Trinken zu ermöglichen. “Du hast nicht zufällig was zu essen im Rucksack oder?” wollte Semir wissen. “Leider nein.... Hunger ist ein böser Begleiter...” murmelte Georg und trank selbst einen kleinen Schluck. “Georg... wenn wir hier raus sind, dann werde ich vor Gericht sagen, dass du mir das Leben gerettet hast. Ich weiß zwar nicht, wie viel man dir dafür erlässt, aber...ich... ich kann nicht verhindern dass du rein musst. Ich würde es gern tun. Die Schuld die ich dir gegenüber habe ist unbezahlbar...” kam leise von Semir.
Georg merkte, dass der Mann dort unter den Trümmern starke Schmerzen “Ich würde gern mit dir tauschen... versuch wach zu bleiben. Wenn du schläfst, dann....dann könnte es sein, das du niemals wieder aufwachst..” ermahnte er seinen neuen Freund. “Semir.... es war mir eine Ehre... Du bist ein Gegner, den sich kein Verbrecher wünschen sollte. Du bist ein guter Polizist. Hast du Familie? Also ich meine Frau und Kind?” wollte Georg wissen. Er versuche Semir wach zu halten. “Nein...ich ... ich will heiraten....ich will Kinder aber...ich ...” Georg hörte sofort das die Stimme sich veränderte. Wie viele Stunden war der arme Kerl nun schon unter dem tonnenschweren Stein begraben. Wenn Georg es richtig gesehen hatte, dann wurde dieser dicke Block, der sein Bein festhielt tatsächlich von kleinen Steinen gehalten. So war zwar nicht der direkte Kontakt da, aber es dauerte sicher nicht lange. Diese kleinen Steine, konnten das Gewicht nicht lange halten. Semirs Handy klingelte. Georg nahm es. “Ja?” fragte er. “Jan Richter hier... Paschner was ist mit meinem Kollegen?” wollte der Anrufer wissen. “Jan... es geht Semir nicht gut. Er hat starke Schmerzen, kann man mir nichts geben, damit ich es ihm geben kann?” wollte Georg wissen. “Würden wir gern tun, aber das Loch ist wieder zu. Erde ist nachgerutscht. Georg... können wir von der anderen Seite ran? “ harkte Jan nach. “Ich weiß es nicht. Ich kann hier nicht weg. Der Schlüssel von den Handschellen ist mir in den Staub gefallen und ich bin ja mit Semir verbunden. Aber auf der anderen Seite scheinen nur die Brocken zu liegen, die vorher runter gekommen sind. Wie lange braucht ihr denn noch?” harkte Georg nach. “Für heute kommen wir nicht weiter. Es ist zu dunkel. Wie geht es Semir?” wollte Jan erneut wissen. Georg sah auf seinen Freund. “Er schläft scheinbar. Oder ist bewusstlos. Ich weiß es nicht genau, aber es wird dringend Zeit, dass er hier rauskommt...” wiederholte Georg. “Wir sind dabei.” Versprach Jan. Georg hörte ein leises Piepsen... “Der Akku ist gleich leer... das wird das letzte Gespräch sein, was wir führen können.” gab er bekannt. “Also gut... wir holen Sie und Semir raus. Georg beendete das Gespräch. Er sah auf Semir und versuchte ihn mit dem Wasser das Gesicht etwas zu säubern. “Hey... hörst du mich? Lass mich bloß nicht allein. Ich ....” versuchte er nach den richtigen Worten zu suchen. Doch von Semir kam nichts. “Also gut... du ziehst es vor zu schweigen... dann versuchen wir etwas zu schlafen.” murmelte Georg. Er legte sich nah bei Semir am Boden. Nur wenig später schlief auch er ein.
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Kuno und Karlo waren bereits am Sägewerk wo sich Laurence aufhielt angekommen. „Du weißt aber das Laurence noch ein Werk hat… oder?“, wollte Karlo sich vergewissern. „Ja sicher.. das sind unsere Jungs auf den Weg hin. Niemand von der Bande wird uns entkommen. Und dieser Typ, der uns informieren sollte, wird auch noch sein Fett weg kriegen. Glaub mir… ich lasse mich nicht verarschen... von niemanden.“, drohte Kuno. Karlo nickte. Er kannte Kuno schon so lange und er wusste auch, dass Kuno keine halben Sachen machen würde. „Also gut… jagen wir die Hütte in die Luft.“, lachte er, stieg aus und brachte die ersten Sprengladungen an. Kuno beobachtete ihn dabei. Dieses Feuerwerk wird Laurence nicht vergessen und vielleicht nicht einmal überleben, dachte er. Mit dem Fernglas beobachtete er das Gelände.
Ben und Leonard schlichen sich an die Gebäude ran. „Wo können die Semir versteckt haben?“, fragte Ben flüsternd. „Hier auf dem Gelände überall. Die Häuser sind ziemlich verzweigt. Um ihn zu finden müssten wir eine Hundertschaft haben. Wie lange dauerte es bis Laurence oder Mattes wieder zurück waren?“, wollte Leonard wissen. Ben zuckte die Schultern. „Zehn oder fünfzehn Minuten, glaub ich. Ich habe nicht auf die Uhr gesehen. Dieser Mattes hatte mich fest im Griff. Semir hatte sich gegen Laurence gewehrt, aber genau wie ich keine Chance. Er ist dann aus dem Haus verschwunden. Mehr weiß ich nicht.“, gab Ben leise von sich. „Das ist eine verdammt große Zeitspanne. Das heißt Sie wissen nicht, ob er mit Semir aus dem Haus ist? Er könnte auch eine Etage höher gegangen sein? Die Zeit, die er benötigte, um Semir zu fesseln, falls er es tat, darf auch nicht außer Acht gelassen werden. Also gut… wir müssen Schritt für Schritt vorgehen und fangen an der Säge an. Als Sie ankamen, lag Semir schon da?“, harkte Leonard weiter. Ben musste lächeln. Ihm gefiel der Mann, der wie ein Detektiv dachte. „Ja er lag schon da. Laurence ist dann mit ihm dort lang gegangen und danach weiß ich nichts…“, nickte Ben und wies in die Richtung.
„Sie wollen was? Lassen Sie mich raten... Herr Gerkhan ist der Ansicht, das dort illegal Holz verarbeitet wird, richtig? Und lassen Sie mich weiter raten...“, fing Schrankmann an. Kim sah sie an. „Frau Schrankmann...“, fiel sie dazwischen. „Sie sollen mich ausreden lassen! Die Antwort und mir ist so ziemlich egal was Sie erklären... ist Nein!! Lesen Sie es von meinen Lippen ab.. N E I N!!“, betonte Schrankmann. Dr. Martin Reichel sah von einer Frau zur Anderen. „Wir sollten Frau Krüger ausreden lassen...“, schlug er vor. „Ich kenne Gerkhan... er ist absolut unfähig und er bringt sich ständig selbst in Gefahr... er ist extrem teuer, hat keinen Respekt und Vorschriften sind für ihn lediglich ein Buch mit sieben Siegeln...“, fauchte Schrankmann. „Das mag sein, aber seine Aufklärungsquote ist 100 % und da sollte man sicher mal ein Auge zudrücken..“, regte Reichel an. „Ein Auge?!? Ich habe schon mehr als ein Auge zugedrückt. Tut mir Leid... aber es gibt keinen Durchsuchungsbefehl...“, bestimmte Schrankmann. Reichel stand auf. „Frau Staatsanwältin Schrankmann.... ich bin Oberstaatsanwalt und damit Ihr Vorgesetzter und ich geben Frau Polizeirätin Krüger die Zustimmung. Sie bekommen die Durchsuchungsbefehle, wenn Sie mir einen extrem „wichtigen Grund nennen.“, Reichel sah Kim an. Diese nickte. „Ich kann Ihnen zwei nennen. Ben Jäger, der sich undercover in der Bande befindet und Semir Gerkhan, der vermutlich in die Fänge dieser Holzhändler ist. Was das bedeutet, muss ich denke ich mal nicht näher erläutern.“, gab sie von sich. Reichel nickte. „Warten Sie fünf Minuten, dann bekommen Sie die Durchsuchungsbefehle. In der Zeit informieren Sie das SEK...“, bestimmte Reichel.
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tja Chris auch jetzt verfolge ich deine Story...und sie gefällt mir immer mehr....also weiter bitte!!!!
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Anna sah Jan an. “Sobald er am Loch ist werden Sie ihn rausziehen.” Befahl sie. “Aber was wenn er ...Semir braucht mit Sicherheit das Wasser. Paschner kann nicht entkommen.” gab Jan zu bedenken. Anna nickte. “Das weiß ich, wenn Paschner nicht mehr drin ist, können Sie durch und Semir helfen. Ich will nicht das Paschner die Gelegenheit bekommt, Semir als Geisel zu nutzen.” ermahnte sie ihn. Jan verstand. “Gib mir die Pulle, aber bevor du zugreifst, will ich dir sagen, dass ich mit der Handschelle an Semir gebunden bin. Der Schlüssel ist weg. Wenn du mich herausziehen willst, fügst du ihm Schmerzen zu...” warnte in diesem Augenblick Georg und eine Hand erschien im Loch. Anna sah Jan erschrocken an. “Paschner was soll das? Wir arbeiten mit Hochdruck an der Rettung von Semir, aber ....” fing sie an. “Chefin...nicht wahr? Ich weiß wie die Polizei arbeitet, daher habe ich mir diesen Trick einfallen lassen. Semir ist ziemlich fertig und ich denke er braucht mich hier...” kam von Georg. Anna sah Jan an. “Er ist verdammt gerissen. So hat er eine Geisel, die sich nicht wehren kann....” murmelte sie leise. “Er ist nicht meine Geisel! Er braucht meine Hilfe. Geben Sie mir jetzt endlich das Wasser!” forderte Georg Paschner. Anna nickte. Jan reichte die Flasche durch. “Ich gehe nach oben und schau wie weit sie sind.” meinte Anna. Sie verschwand die Treppen wieder hoch, während Jan vorsichtig weiter machte. Es dauerte sicher nicht lange, bis er ebenfalls bei Semir war.
“Was soll das heißen, wir können ihn nicht rausholen?” fragte Anna wenig später als sie neben dem Einsatzleiter der Feuerwehr stand. “Wir haben eben festgestellt, dass hier mit schwerem Gerät nichts zu machen ist. Das gesamte Gebiet wird gerade evakuiert. Sobald wir hier größere Gerätschaften auffahren wird die gesamte Straße einstürzen. Es tut mir wirklich Leid, aber...” versuchte der Mann sachlich zu erklären, doch damit war er bei Anna an der falschen Adresse. “Sie werden weiter graben und wenn es sein muss mit den Händen. Mein Kollege liegt dort unten und ist eingeklemmt. Also sehen Sie zu, dass Sie ihn rausholen!” fauchte sie ihn an. “Aber......!” fing der Mann erneut an. “Kein Aber! Ich will das Sie meinen Mann da unten raus holen, ansonsten können Sie sich einen neuen Job suchen, ist das angekommen?” fauchte sie wütend. “Ja sicher.... Sei übernehmen die Verantwortung!” maulte der Mann zurück. Es dauerte Stunden bis die ersten Brocken aus dem Loch geholt wurde, doch die Dunkelheit war da, bevor die Männer an die Verschütteten herangekommen waren. Gegen Mitternacht mussten die Arbeiten eingestellt werden. Die Männer der Bergungsmannschaft waren alle fertig. Auch Anna musste einsehen, das sie damit Semir nicht helfen konnte. “Sobald der Tag anbricht will ich alle hier wieder sehen1” forderte sie die Männer auf und ging dann zu Jan, der immer noch unten im Schacht damit beschäftigt war an Semir heran zu kommen. “Wie weit sind Sie?” fragte sie. “Ich bin durch, das Loch ist groß genug, dass ein Arzt hinein kann. So kann er Semir wenigstens die Schmerzen betäuben.” Murmelte Jan. Anna nickte und forderte den Notarzt an. Dieser kam wenige Minuten später. Jan wollte durch das Loch, als erneut Sand nachrutschte und das mühsam gegrabene Loch wieder verschloss. “Verdammt...” fauchte Jan wütend. Das Ergebnis der Arbeit von Stunden war innerhalb Sekunden zu Nichte gemacht worden.
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Doch, er wurde beerdigt... man sieht sein Grab am Ende der Folge "Blinde Liebe".
Ein allgemeiner Irrtum.. die stehen dort nicht am Grab von André sondern am Grab des Mädchens was da erschossen wurde.. Dieser Maria Burger
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Kim sah Susanne an. „Das ist das gesamte Gelände?“, fragte sie. Susanne nickte. „Ja… es gibt mehrere Gebäude und wir wissen nicht wirklich ob Semir und Ben hier sind. Aber es ist eines von zwei Sägewerken hier, von denen eines in Betrieb ist. Das Andere wird nicht mehr genutzt. Allerdings hatte Semir hier soweit ich weiß bereits nachgesehen…“, erklärte sie .Kim nickte. „Also gut… das was außer Betrieb ist, denke ich wäre besser geeignet für die Gangster, aber ich vermute das dieser Boss sehr clever ist. Seine Taten kann er in einem lebenden Betrieb viel besser verschleiern. Okay…. Wir müssen einen Durchsuchungsbefehl erwirken. Ich fahre persönlich zum Staatsanwalt und hoffe nur, das Schrankmann noch nicht aus ihrem Urlaub zurück ist.“, stöhnte Kim, griff ihre Jacke und fuhr ab.
„Und wie wollen sie das anstellen?“, fragte Ben seinen Fahrer misstrauisch. Ehrlich gesagt wusste Leonard das selbst nicht. „Tja, da heißt das Zauberwort einfach Improvisieren und auf Gut Zufall hoffen.“, erwiderte Leonard und steuerte den Wagen so dicht ans Sägewerk, wie nur irgendwie möglich. „Und was nun?“, fragte Ben und sah Leonard abwartend an. Dieser wusste ehrlich gesagt nicht, was nun zu tun ist. „Ich weiß es nicht. Haben sie nicht ein Handy bei, damit wir ihre Kollegen verständigen können?“, fragte er und hörte nur ein verächtliches Lachen von Ben. „Das Handy wurde mir von Mattes abgenommen.“, fluchte Ben und sah sich um. „Außerdem würden die Kollegen ewig brauchen, bis sie hier sind. Wer weiß, was dieser Laurence bis dahin mit Semir anstellt.“, meinte er nur und sah hach vorn. Leonard erwiderte nichts, sondern stieg aus seinem Wagen. „Wo wollen sie hin?“, fragte Ben, doch der Mann ging einfach auf das Gelände zu, geduckt, und zwängte sich durch ein Loch im Zaun. „Hey, was machen sie dort?“, zischte Ben leise, denn der Betrieb war belebt und keiner von beiden wusste, inwieweit die Männer Laurence Befehlen unterstanden und ob sie in der ganzen Sache mit drin steckten.
Kim kam in der Staatsanwaltschaft an und suchte das Büro von Dr. Martin Reichel, derzeitiger zweiter Oberstaatsanwalt und die Urlaubsvertretung von Staatsanwältin Schrankmann. Endlich fand sie es, klopfte und öffnete die Tür. In diesem Moment schwand ihr das Lächeln im Gesicht, denn sie sah dort eine ihr nicht ganz passende Szene. „Gute Tag, Frau Krüger.“, begrüßte sie Staatsanwältin Isolde Maria Schrankmann aus dem Sessel hinter ihrem Schreibtisch. Vor dem Tisch stand, mit einem geknickten Kopf, Oberstaatsanwalt Martin Reichel. „Ich dachte... eigentlich wollte ich...“, kam es stockend von Kim, die überrascht zwischen den beiden Juristen hin und hersah. „Kommen sie zum Punkt, Frau Kriminalrätin.“, kam es unfreundlich von Frau Schrankmann. „Ich dachte, sie wären noch im Urlaub, Frau Schrankmann und Herr Dr. Reichel mein Ansprechpartner.“, verteidigte sich Kim. „Tja, die Fluglotsen in Italien hatten für die nächsten Tage einen unbefristeten Streik angekündigt und da habe ich einfach einen Flieger ein paar Tage früher genommen.“, erwiderte die kühle, reservierte Frau und setzte ihre Brille auf die Nasenspitze. „Aber eigentlich sind sie noch freigestellt, also werde ich das Anliegen von Frau Krüger übernehmen.“, meinte der Oberstaatsanwalt keck und führte die Polizistin aus dem Büro, ehe Frau Schrankmann etwas erwidern konnte. „Frau Krüger, was kann ich für sie tun?“, fragte der nette und zuvorkommende Mann. Kim lächelte ihn an und er tat es ihr gleich. Manchmal hatte sie das Gefühl, dass er ein Interesse an ihr hatte und deshalb ihren Bitten nur nachgab, weil er sich was davon erhoffte. „Herr Reichel, ich brauche einen Durchsuchungsbefehl für die beiden Sägewerke in Bergheim.“, meinte sie und sah ihn abwartend an. Doch bevor er etwas erwidern konnte, kam Frau Schrankmann aus ihrem Büro geschossen, in ihrem Gesicht war abzulesen, dass sie scheinbar genau im Bilde über die Situation war.
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danke für die Feeds... leider bin ich derzeit im KH und kann nciht weiter einsetzen, denn die Story hab ich auf dem heimischen PC vergessen.... wenn alles klappt bin ich am Montag wieder daheim. Bis dahin ausharren.....
