Beiträge von Elvira

    Marlon sah wie Ben sich in den Wagen von seiner Exfreundin setzte. „Du wirst keine große Freude an sie haben. Ich werde mich mit dir beschäftigen... sag mir wie du heißt... na komm schon...telefoniere und sag mir wie du heißt...“ beschwor er den Mann in Gedanken. Tatsächlich nahm dieser sein Handy in die Hand. „Ben Jäger... Kripo Autobahn. Ich brauche mal einen Abschleppwagen in der Roderbeckstrasse 18, Tiefgarage...“ gab er durch. Marlon lachte leise, als er das hörte. „Ben Jäger.... sehr schön... dann wollen wir doch mal erfahren wo du wohnst....mein lieber Freund und Helfer...“ sagte er im Selbstgespräch zu Ben. Nur wenig später wurde der Wagen abgeschleppt. Der Mann, der sich Ben Jäger nannte stieg in den Abschleppwagen und fuhr einfach mit. Marlon rannte zu seinem Wagen und folgte dem LKW. Es ging zu einem riesigen Gelände. „Kriminaltechnische Untersuchung...“ las er auf einem Schild. „Oh... was wollt ihr denn nun machen? Den Wagen untersuchen? Schlaues Kerlchen...aber nicht schlau genug...“ lachte Marlon hämisch. Marlon beobachtete das Gelände eine Weile und sah wie Ben Jäger von einem Kollegen abgeholt wurde. Er selbst fuhr nach Hause. Es wurde Zeit, dass er sich um seinen Rivalen kümmerte. Doch dazu brauchte er zunächst Informationen.

    Fast zwei Stunden später war auch Ben in der PAST angekommen. „Hey… bist ja auch mal hier. Was sagt die KTU?“ wollte Semir sofort wissen. „Das Messer gibt es ca. eine Million Mal. Ein ganz normales Küchenmesser.“ stöhnte Ben. „Na wäre ja auch zu schön gewesen…“ stöhnte Semir ebenfalls. „Hast du was über diesen Wiesheu?“ harkte Ben nun nach. „Nicht viel… eigentlich gar nichts… ein ganz normaler bescheidener Bürger. Kein Knöllchen…gar nichts…“ gab Semir bekannt. „Einen Wohnsitz?“ wollte Ben wissen. „Ja…in Düsseldorf. Rheinstrasse 54. Ich hab die Kollegen in Düsseldorf gebeten ihn zu überprüfen. Das Ergebnis steht noch aus.“ Erklärte Semir weiter. „Wie machen wir dann weiter? Bewachung der Wohnung von Krüger?“ kam von Ben. „Ja .... wir beide werden das übernehmen. Ich denke es ist einfacher, als sie unter Schutz zu stellen. „Gut… dann werden wir uns mal hin begeben.. vielleicht können wir den Kerl ja auch auf frischer Tat ertappen. Das wäre ein toller Erfolg…“ grinste Ben. Semir nickte nur. „Dann mal los…“ Er griff zur Jacke und nur wenige Minuten später waren sie unterwegs. Den Wagen stellte Semir etwas abseits ab, aber so, dass er die Wohnung im Blickfeld hatte.

    Marlon saß im Internetcafé tippte auf seiner Tastatur herum. Er war fast ohne Probleme in die Daten der Polizei von NRW gekommen. Nun musste alles schnell gehen, denn diese Zugriffe wurden überwacht. Er tippte schnell den Namen Ben Jäger ein und hoffte auf ein schnelles Ergebnis.. es dauerte nur Sekunden bis der PC die Daten anzeigte. Marlon schrieb sich alles auf und verschwand dann von dem PC. Er hoffe es war zeitig genug. Doch selbst wenn nicht, dann wäre er nicht mehr hier, wenn die Polizei auftauchte. Da hier niemand einen Ausweis vorlegen musste um zu chatten war er sicher, dass sich keiner an ihn erinnern würde. Ein Trugschluss wie sich schnell herausstellen sollte. Marlon packte die Sachen ein, zahlte und verschwand. Dieses Café würde ihn nie wieder sehen. Als er sich im Hotel auf die Couch niederließ und seinen Laptop aufschlug lachte er insgeheim. „Kriminalhauptkommissar Ben Jäger.... du wirst dir demnächst wünschen nicht geboren zu sein. Aber erst lässt du die Finger von meiner Kim. Sie gehört mir.... nur mir...“ sagte er leise. Er überlegte sich, wie er seinem Rivalen zeigen konnte dass er es ernst meinte. Und dann kam ihm eine geniale Idee. Eine kleine Warnung an den jungen Kommissaren und schon war alles wieder im Lot. Er konnte sich um Kim kümmern und ihre Wünsche erfüllen. Niemand konnte das so gut wie er. Doch zunächst musste er sich eine Bleibe suchen. So fuhr er auf dem ländlichen Gefilde und wurde schon bald fündig. Ein altes Gemäuer. Es sollte scheinbar abgerissen werden, denn es war komplett eingezäunt. „Achtung Einsturzgefahr“ las er auf einem der Schilder. „Das passt perfekt... hier wird der junge Kommissar sein Leben verlieren...“ lachte Marlon leise. Er ging in das Haus und sah wie baufällig es war. Hier reichte eine kleine Explosion und alles würde in Schutt und Asche liegen. Doch erst wollte er noch einmal Kim besuchen. Als er vor dem Haus ankam musste er leise lachen. Nicht weit von Kims Eingang stand ein Wagen. Darin saßen zwei Männer und Marlon erkannte die Gesichter. Grinsend nahm er sein Handy in die Hand und bestellte zweimal Pizza Salami. Als Anschrift hinterließ er die Roderbeckstrasse 25, silberner BMW.

    Das Flugzeug stieg höher und höher und war mit direktem Kurs auf den Weg nach Italien. „So, jetzt kannst du uns nicht mehr entkommen.“, lachte Don Antonio und ließ Nico los, der sofort aufstand und zum Fenster ging. „Meinst du, das macht mich glücklich?“, fauchte er. „Nico, mein Junge, was ist los mit dir? Warum wendest du dich gegen die Familie?“, wollte Don Antonio wissen. „Meine Familie... meine Familie ist eine Bande von menschenverachtenden Verbrechern, die nur an ihren Profit denkt und ihn mit Gewalt zu vergrößern versucht.“, zischte er. „Ihr seid nichts anderes als reißende Wölfe, die des Blutes wegen töten.“ Diese Worte kamen Antonio jedoch als Kränkung seiner Ehre vor. Er sprang von seinem Sitz auf und schlug Nico mit der flachen Hand ins Gesicht, wobei dieser durch die Wucht in seinen Sitz zurückgeworfen wurde. „Nie wieder ... hörst du ... nie wieder. Die Familie ist heilig.“, schrie Antonio und sah Nico mit funkelnden, wütendem Blick an. Dieser wischte sich das Blut von der Lippe und wünschte sich, er wäre tot.

    „Einen Gangster? Es sieht aus, als ob hier eine Horde wild gewordener Elefanten durchgelaufen ist!! Wenn Sie dafür keinen sehr guten Grund haben dann werden Sie in kürze den Verkehr an einer Kreuzung regeln. Also wer fängt an?“, fauchte Kim wütend und sah Semir an. „Er kann nichts dafür… es ist meine Schuld.“, gestand Ben. „Quatsch! Meine ist es!“, widersprach Semir. Kims Blicke wanderten hin und her. „Schön… Sie sind sich also einig das Sie beide Schuld haben… sehe ich genauso. Was zum Teufel hat Sie geritten? Und kommen Sie mir bitte nicht damit, dass Sie hier nur Ihren Job machen!! Denken Sie eigentlich einmal an die Kosten die der Steuerzahler dafür hinblättern muss? Wissen Sie was es kostet wenn Sie hier wie Bescheuert in der Gegend herumballern?“, schrie Kim wütend. Semir sah zu Ben und zuckte die Schultern. „Ich…“, fing er an. Doch Kims Blick sagte ihm, es wäre besser nichts zu sagen.

    Nico hing seinen Gedanken nach. Was sollte nun aus ihm werden. Wie konnte man ihm nur helfen? Ben und Semir waren die einzigen, die es hätten schaffen können. Aber Ben…Moment… am Flughafen… er meinte Bens Stimme gehört zu haben, aber war das möglich? War das wirklich Ben? Er war tot… er hat doch gesehen, das Luciano ihn erschossen hatte. Er sah Ben auf dem Boden liegen. Tot…Ben ist Tot… er muss tot sein., irrten seine Gedanken umher. Doch was wenn nicht. Er sah Luciano an, der die Augen geschlossen hatte. Nico entschloss sich ins Blaue zu schießen und er hoffte das Luciano wirklich so von sich überzeugt war, dass er sich mit seiner Tat brüstete. „Das war Ben am Flughafen! Du hast ihn nicht umgebracht! Du hat mich gelinkt!“ fauchte er wütend. Luciano sah ihn grinsend an. „Bingo… aber er kann dir nicht helfen. Wir sind bald in Italien und dort wirst du nach unserer Pfeife tanzen.“ Lachte Luciano siegessicher. Nico schloss die Augen. Noch war nicht alles verloren… er lebte und er kannte Ben… Ben würde nicht aufgeben. Er konnte ihn retten. Er war nicht verloren.

    „Semir! Ben! Es ist absolut unmöglich. Der Hausbesitzer hat sich über Ihre Art und Weise beschwert und ich bin so ziemlich sauer um nicht zu sagen stinksauer! Was dachten Sie denn dabei? SEK? Dann die Villa von Don Antonio!“, stieß Kim wütend aus, als sie im Büro saßen. „Chefin… ich habe einen Anruf eines Freundes erhalten, der entführt wurde! Ben hatte mich vorher angerufen, dass er …“, erklärte Semir und unterdrückte die in ihm aufsteigende Wut. „Das ist mir völlig egal. Don Antonio hat gefordert Sie beide rechtmäßig zu bestrafen und das werde ich tun! Sie sind beide bis auf Weiteres vom Dienst suspendiert!“, gab Kim bekannt. „Lassen Sie mich doch erst einmal ausreden! Es ist sehr wichtig, denn der Mann wurde nach Italien entführt. Er gehört einer Mafiabande an und wollte mit der Gesellschaft nichts zu tun haben. Sie wollten ihn zwingen und haben auf Ben geschossen. Dann haben sie ihn entführt um ihn gefügig zu machen! Wenn Sie uns jetzt suspendieren, dann können wir ihm nicht helfen!“ schrie nun auch Semir wütend. Kim sah ihn an. „Herr Gerkhan… Sie und Ben sind bis auf weiteres suspendiert…“, wiederholte sie fest entschlossen. Semir sah zu Ben. Er war tief enttäuscht und hatte eigentlich gehofft, dass Kim Krüger einmal den Boss vergessen würde, aber es schien nicht so. Er stand auf und nickte. „Na dann… werde ich mal nach Hause fahren.“, sagte er. Kim sah ihn an. „Sie werden erst dann gehen, wenn ich die Sitzung für beendet befinde! Ich war noch nicht fertig…. Wie gesagt… Sie sind suspendiert. Das ist ja Urlaub für Sie… und was Sie im Urlaub machen… nun ja… dass kann ich Ihnen nicht vorschreiben.“, endete sie. Semir stutzte. Er dachte dass Anna vor ihm saß. „Aber….?“, fing er an.

    Nur wenig später fuhr Hartmut ab. Ben und Semir blieben bei Kim Krüger. „Sie können sich gern im Gästezimmer hinlegen. Es stehen ein Bett und eine Couch drin. Wer wo schläft können Sie unter sich ausmachen…“ kam müde von Kim. Semir und Ben nickten. „Wen haben Sie unter Verdacht?“ wollte Semir wissen. „Ein Exfreund von mir… Marlon Wiesheu. Wir sind seit drei Jahren auseinander und er…ich meine es ist möglich… aber warum sollte er es tun. Nach drei Jahren…warum?“ fragte sie leise. Semir sah sie an. „Vielleicht hat er wieder eine Enttäuschung erlebt und will sich nun irgendwie an Sie rächen. Warum haben Sie sich getrennt?“ wollte er wissen. „Er…hat einfach zu sehr geklammert. Ich meine… kennen Sie das, wenn ein Partner Sie einengt? Keine Luft zum atmen? So war meine Beziehung zu Marlon. Er klammerte mich dermaßen, dass ich es nicht mehr aushielt. Deshalb habe ich Schluss gemacht.“ erzählte Kim. Semir sah zu Ben. „Also wenn es dieser Wiesheu ist, dann bekommen wir ihn auch.“ Versprach er. „Dazu müssen wir ihn erst einmal finden.“ Gab Semir zu bedenken. „Das machen wir morgen… ich bin müde…“ ließ Kim verlauten. Die Uhr zeigte mittlerweile neun Uhr Abends. „Ja.. ich auch, aber ich habe auch Hunger… Wie wäre es, wenn wir uns erst einmal was kommen lassen. Ich gebe aus…“ schlug Ben vor. Kim und Semir waren einverstanden.

    Der nächste Morgen ging mit Anstellen zum Duschen und einem kräftigen Frühstück los. Kim dachte die ganze Zeit darüber nach, ob es wirklich Marlon Wiesheu war. Warum ausgerechnet jetzt? Sie waren seit drei Jahren auseinander und er hatte nie etwas von sich hören lassen. Warum sollte es plötzlich wieder losgehen? fragte sie sich. „Frau Krüger?“ riss Semirs Stimme sie heraus. „Was? Ja...okay... wir fahren zur Wache..“ stammelte sie. „Das meinte ich eigentlich nicht. Aber Sie verschütten Ihren Kaffee…“ gab er zurück und wies auf den Tisch. „Oh….“ Machte Kim nur und holte sich etwas zum wischen. „Sie sind in Gedanken. Haben Sie Zweifel?“ wollte Semir wissen. Auch Ben kam endlich an den Tisch. „Ja…nein…eigentlich nicht… Mir ist nur nicht klar, warum er jetzt anfangen sollte.“ erklärte Kim. „das finden wir schon noch raus. Wir werden Sie überwachen…“ schlug Ben vor. „Nein… das ist nicht notwendig…ich kann mich sehr gut allein wehren!“ verteidigte Kim sofort. „okay… dann eben nicht.“ murmelte Ben beleidigt. Semir grinste leicht. „Na dann…fahren wir zur PAST und lassen diesen Wiesheu überprüfen. Das heißt wenn Sie nichts dagegen haben, Frau Krüger…“ erklärte er. Kim nickte. „Ich will auch Gewissheit haben.“ gab sie zu. Zu Dritt verließen sie die Wohnung. Semir und Ben begleiteten Kim in die Garage. „Das darf doch wohl nicht wahr sein.“ stöhnte sie als sie am Wagen standen. Semir sah sie an. „Was ist denn?“ „Die Reifen. Sie sind alle platt.“ erklärte Kim und wies auf die Räder.

    „Schön, damit wäre ja nun geklärt, dass sie die Sache nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten.“ gab Semir von sich und sah Kim ernst an. Ben sah sich den Wagen an. „Schön sauber mit dem Messer.... vielleicht kann Hartmut die Herkunft des Messers bestimmen.“ murmelte er. „ Wir nehmen dann ihren Wagen und auf der PAST reden wir darüber.“ befahl Kim marschierte zum BMW. „Ich bleibe hier bei dem Wagen und werde ihn zur KTU bringen lassen.“ meinte Ben. Semir nickte. „Chefin…. Wer auch immer Sie auf den Kicker hat, meint es scheinbar ernst. Wir werden Sie unter Polizeischutz stellen…“ gab Semir bekannt. „Was? Nein… Gerkan… das ist nicht notwendig. Ich kann selbst auf mich aufpassen..“ widersprach Kim sofort. „Ich sehe es genauso… Wenn der Typ schon Autoreifen zersticht, dann ist eine Gewalttat Ihnen gegenüber sicher nicht ganz ausgeschlossen. Zumindest würde ich ihre Wohnung überwachen lassen.“ Meinte Ben. Semir nickte. „Das ist das Mindeste…Der Wagen kommt in die KTU. Vielleicht findet Hartmut heraus was für ein Messer es ist.“ Gab Semir den Befehl und rief umgehend die Kollegen an. Kim war damit einverstanden. „also gut… aber nur überwachen. Mehr nicht. Fahren wir..“ gab sie kein bei und stieg in Semirs BMW. „Ich bleibe hier und warte auf die Kollegen…“ schlug Ben vor. „Alles klar…pass aber auf dich auf…“ ermahnte Semir ihn. Semir lenkte den Wagen geschickt durch den Verkehr. Er sah häufig in den Rückspiegel um auszumachen, ob er verfolgt werden würde, doch niemand war wirklich als Verfolger auszumachen. Nur wenig später lenkte er den Wagen in die Parklücke auf dem Parkplatz der Autobahnpolizei. Kim stieg aus und betrat mit schnellen Schritten das Büro. Ein kurzes „Guten Morgen“ hatte sie für die bereits dort sitzenden Kollegen übrig, bevor sie ihr eigenes Domizil betrat.

    Marlon Wiesheu sah am nächsten Morgen Kim Krüger aus dem Haus kommen. Sie sah müde aus und dennoch wunderschön. Warum hast du mich nur verlassen… dachte Marlon bei sich und hängte sich an sie heran, als sie losfuhr. Er musste sie drei Jahre in Ruhe lassen. Das sollte doch mehr als genug sein, um ihr zu zeigen, dass er der einzige war, der ihr das geben konnte was sie brauchte. Marlon ließ einen gebührenden Abstand zwischen ihm und Kims Wagen. Immerhin war sie Polizistin und die so sagte man ja… konnten riechen, wenn sie verfolgt werden. Marlon sah wie sie nach einigen Kilometern sich zur Ausfahrt einreihte. „Whow…. Was für ein toller Arbeitsplatz… direkt an der Autobahn… sehr schön. Hast ja was aus dir gemacht…meine liebe Kim. Er ahnte, dass Kim sicher den ganzen Tag in diesem Revier sein wird. Also war es die Beste Gelegenheit, wenn er sich nun in ihrer Wohnung umsah. Er fuhr zu ihrer Wohnung zurück. Mit schnellen Griffen hatte er die Tür geöffnet und schlich in die Wohnung. Er durchwühlte alles, machte jedoch keine Unordnung. Auf dem Tisch lagen einige Bilder. Marlon nahm sie und sah sie sich an. Eines der Bilder zeigte Kim mit einem jungen und einem älteren Mann. Eifersucht machte sich bei Marlon breit, als er sah, dass der jüngere Mann den Arm um Kim gelegt hatte. War das ihr neuer Freund? Oder war der ältere der Neue? Hatte sie ihn wegen diesen Beiden verlassen?

    Kim sah müde auf den Schreibtisch. Semir kam fast zeitgleich mit ihr ins Büro. „Frau Krüger? Sie sehen so müde aus…ist alles in Ordnung?“ wollte er sofort wissen. „Ja sicher… nur etwas wenig geschlafen…danke …“ lächelte sie. Semir nickte nur und ging dann in das eigene Büro. Drei Stunden später kam die Post. Ein kleiner Brief ohne Absender erregte ihr Interesse. Doch es war lediglich ein kleiner Zettel darin. „Ich liebe dich…“ stand dort. Kim lachte leise. Wie nett, dachte sie. Nur wer war der heimliche Verehrer? fragte sie sich. Sie legte den Zettel weg und schnell war er in Vergessenheit geraten. Der Alltag forderte sie mehr als sie zugab und heute war sie froh als der Tag endlich zu Ende war. Gegen 17 Uhr fuhr Kim nach Hause. Sie schloss die Tür auf, warf die Schuhe auf den Boden und zog sich im Flur aus. Als sie ins Esszimmer kam, erstarrte sie. Auf dem Tisch lag ein Totenkopf, wie aus einem Klinikschrank. „Ein kleines Geschenk für dich…“ stand dort. Kim sah erschrocken auf den Schädel. „Das darf doch wohl nicht wahr sein. Sie griff zum Handy und rief Ben an. „Ben! Bitte kommen Sie einmal zu mir und bringen Sie Hartmut und Semir mit. Es war jemand in meiner Wohnung.“ sagte sie durch. „Chefin? Alles in Ordnung?“ wollte Ben wissen. „Ja bitte kommen Sie her.“ mehr erklärte Kim nicht. „Ich bin schon fast da.“ kam von Ben. Das Gespräch war beendet. Nur zwanzig Minuten nach diesem Telefonat, standen Semir, Ben und Hartmut vor der Tür. Kim öffnete ihnen. „Kommen Sie bitte in die Küche.“ bat sie die Männer und gab den Weg frei. „Das stand bei mir auf dem Tisch, als ich hier kam.“ Sie wies auf den Totenkopf. Semir nickte Hartmut zu und der betrachtete den Schädel. „Schöne Arbeit“ meinte er nur und erntete von Semir einen schiefen Blick.


    „Frau Krüger? Haben Sie etwas verändert? Die Figur angefasst oder so?“ wollte Hartmut wissen. „Nein…ich….ich hab sie gesehen und diesen Brief hier gelesen. Mehr nicht…“ erklärte Kim. „Die Tür wurde aber nicht aufgebrochen oder?“ fragte Semir. „Nein…. Außer mir hat auch keiner einen Schlüssel. Ich hab schon nachgeschaut ob jemand ein Fenster eingeschlagen hat oder so….aber …“ erklärte Kim nachdenklich. „Kennen Sie die Handschrift?“ kam von Ben. „Ich …ich bin mir nicht sicher…ich meine es könnte sein, aber...ich…ich bin mir nicht sicher…“ erklärte Kim nachdenklich. „Gut… dann fange ich mal an zu pinseln. Türe, Boden Tisch….“ zählte Hartmut auf und öffnete seinen Koffer. Er machte sich an die Arbeit während Semir und Ben mit Kim ins Wohnzimmer ging. „War es das erste Mal, dass Sie nette Post bekommen haben?“ wollte er wissen. Er sah Kim an. „Ja…das heißt nein…seit ein paar Tagen bekomme ich ständig Anrufe. Wenn ich mich melde dann gibt es nur ein Gestöhne. Ich habe den Stecker gezogen, damit ich überhaupt schlafen konnte.“ erklärte sie. Ben sah sich in der Wohnung um. Kim wohnte richtig gut. Er sah aus dem Fenster in den Garten. Doch er bemerkte nicht, dass man ihn genau beobachtete. Er ging zurück zu Kim und Semir. „Frau Krüger… wir sollten eine Fangschaltung am Telefon legen, wenn der Typ oder wer auch immer Sie terrorisiert, dann kriegen wir ihn auch.“ meinte er nur. Semir nickte. „Ja und am Besten gehen Sie auch nicht ohne Schutz aus dem Haus. Die Drohung ist dort doch sehr deutlich zu lesen.“ schlug dieser vor.

    Marlon Wiesheu senkte das Fernglas. Er hatte diesen hübschen dunkelhaarigen Mann am Fenster gesehen. „So….das ist also dein Neuer…na warte…. Der wird sich nicht lange an dir erfreuen können…“ drohte er wütend. Er stieg in seinen Wagen und fuhr nach Hause. Der nächste Schritt musste nun sehr genau geplant werden. Er musste Kim zeigen, wie sehr er sie noch liebte. Dieser Mann dort würde ihn nicht aufhalten können. Notfalls wird er aus dem Weg geräumt. Marlon packte sich seine Kamera ein und fuhr zurück zur Wohnung von Kim Krüger. Er brauchte unbedingt Bilder von dem Mann, den er als ihren Freund hielt. Als er dort angekommen war kamen sie gerade aus dem Haus. Marlon sah wie der junge hübsche Mann seine Kim berührte. Auch wenn es nur ein Händeschütteln war… Niemand durfte Kim berühren. Niemand außer ihm. Schnell machte er Fotos von dem Mann. Er musste mehr erfahren. Mehr über diesen Mann und mehr über das was ihn mit Kim verband. Vermutlich ist er einer von ihren Kollegen. Vielleicht ist er der Grund gewesen für die Trennung vor vier Jahren? Ja….das muss es sein. Er und dieser Kleine der bei ihm steht. Der war auch viel zu nah bei Kim. Sie sollen weg gehen…dachte er. Doch keiner von den Beiden tat was er dachte. Er musste andere Schritte unternehmen. Schnell musste es gehen. Er sah wie die Männer in einen Wagen stiegen. Schnell merkte er sich Typ und Kennzeichen. So bekam er noch mehr raus. Mit dem Kennzeichen war er in der Lage herauszufinden wer das Auto fuhr. Wozu hatte er einen hervorragenden Computerkurs gemacht. Einer der nicht über das Amt finanziert wurde und von speziellen Spezialisten ausgeführt wurde. Der Titel der Schulung lautete „ wie hacke ich geheime Seiten.“ Marlon war ein sehr gelehriger Schüler.

    Für Semir fing der Morgen entspannter an. Aida seine mittlerweile dreijährige Tochter weckte ihn mit einem feuchten Schmatzer mitten auf die Nase. „Hey... du ertränkst mich ja..“ lachte Semir etwas verschlafen und knuddelte mit der Kleinen. „Na...hast du schon Hunger? Wo ist denn die Mama?“ fragte er. „Mama...üche...“ gab Aida von sich. „in der Küche.... dann sollten wir auch hin oder?“ wollte er wissen. Aida nickte heftig. „Aida...Hummer...“ brabbelte die Kleine. „Ja der Papa auch... der hat ganz großen Hunger auf die kleine Prinzessin...“ knurrte er und fing an der Kleinen spaßeshalber herum zu knabbern. Aida lachte und gluckste laut. Sie kannte das Ritual und für Semir war es mal eine Möglichkeit sich ausgiebig mit seiner Tochter zu beschäftigen. Doch eine viertel Stunde später saßen alle am Frühstückstisch. „Was machst du denn heute?“ fragte Semir seine Frau kauend. „Ich fahre heute mit Aida zu Mama und anschließend muss ich alles noch für Aidas Geburtstag fertig machen. Du hast doch wohl nicht vergessen, dass sie in drei Tagen drei wird...“ wollte Andrea wissen. „Natürlich nicht .... wie könnte ich ...denn...“ murmelte Semir und in Gedanken schellte er sich. Natürlich hatte er den Geburtstag vergessen. Diese Termine konnte er einfach nicht behalten. „Wollen wir grillen?“ fragte er beiläufig. Andrea nickte. „Wenn die Sonne scheint sehr gern... du bist schließlich ein Weltmeister im Grillen...“ lachte Andrea.

    Ben kam an diesem Tag sogar früher als Semir ins Büro und Susanne sah ihn erstaunt an. „Whow…das muss ich rot im Kalender anstreichen…“ grinste sie. Ben sah sie an. „Wieso machst du dich darüber lustig? Wenn Semir hier wäre, würdest du es doch auch nicht tun, oder?“ gab er kühl zurück. „nein.. aber das du vor ihm da bist…was ist passiert?“ wollte Susanne wissen. Ben lächelte gequält. „Das ist ein Wetteinsatz… Semir hat mal wieder gewonnen…“ stöhnte Ben. „Oh….wann lernt du dann, dass man mit Semir nicht wettet…Weiß der Teufel warum, aber er gewinnt immer wieder…“ lachte Susanne zurück und holte Ben einen Kaffee aus der Küche. „hier…. Damit du wenigstens Wach bist…“ hängte sie an. Ben nahm das schwarze Gebräu liebend gern an. „Tja.. .wenn ich dann schon hier bin, dann kann ich ja auch anfangen zu arbeiten… wir müssen den Fall mit dem ausgesetzten Hund noch beenden… Der Bericht muss geschrieben werden.“ Stöhnte Ben leise. Susanne sah ihn an. „Ach und der Wetteinsatz war dass der jenige der verliert den Bericht schreibt?“ wollte sie wissen. Ben nickte leicht. „Ja…..“ gab er zu. „Na dann ist es kein Wunder dass Semir gewinnt….“ lachte Susanne laut los.

    18.03.2010 "Cyberstorm"

    Als einzige von sechs Mitarbeitern der Computerspielefirma Gametrack überlebt die junge Programmiererin Lara einen Mordanschlag. Sie behauptet jedoch, keine Erklärung für die grausame Tat zu haben. Ein mysteriöser Mord an fünf Kollegen einer Computerspielefirma gibt Ben und Semir Rätsel auf.

    Die einzige Überlebende ist die Programmiererin Lara. Während der Ermittlungen verliebt sich KTU-Spezialist Hartmut in die junge Frau. Als der Verfassungsschutz auftaucht und Lara als gefährliche Hackerin outet, begibt diese sich zusammen mit Hartmut auf die Flucht. Kurz darauf brechen in Köln plötzlich alle wichtigen Versorgungssysteme aufgrund eines Hackerangriffs zusammen. Lara ahnt, dass es zwischen diesem Vorfall und den Morden eine Verbindung gibt und auch Ben und Semir machen eine interessante Entdeckung. Sie kommen schon bald einem perfiden Plan auf die Spur, der die ganze Stadt ins Chaos stürzen könnte.

    Zur Info: Die junge Programmiererin Lara wird von Cosma Shiva hagen gespielt. Auch RTL-Reporter Kai Ebel hat in dieser Folge eine Gastrolle. In weiteren Rollen, Vasilis Spiliopoulos, Daniel Lommartzsch, Raphael Vogt und Sebastian Kroehnert

    Kim betrat die Polizeistation. Sie bemerkte sofort die Augen die auf ihr gerichtet waren. Gestern hatte sie noch ein paar tolle Leute kennen gelernt und heute musste sie eine Polizeistation leiten. Sie lachte in Gedanken an den Flirtversuch eines Musikers, der meinte Indianer und Polen seien die besten Liebhaber und stellte sich als Winnetou Kowsloswki vor. Was für ein Esel. So ein dummer Anmachspruch hatte sie schon lange nicht mehr gehört aber irgendwie konnte sie darüber nur lachen. Auch wenn sie zugeben musste, dass der Mann nicht schlecht aussah. Dass sie ihm gleich wieder gegenüber stand ahnte sie nicht. „Guten Tag….“ Begrüßte sie ein dicker Polizist. „Guten Tag… ich bin Kim Krüger… Ihre neue Dienststellenleiterin.“ Stellte sich Kim vor. Sofort trat Schweigen im großen Büro ein. Eine junge Frau kam zu ihr. „Ich bin Susanne König… Ihre Sekretärin. Darf ich Ihnen Ihr Büro zeigen?“ fragte sie freundlich. Kim nickte nur. Dann ging es durch das große Büro. Hier schien es einiges an Arbeit zu geben.

    Drei Jahre später:

    Kim lag entspannt auf ihrer Couch und sah fern, als das Telefon sie unterbrach. „Krüger.“ Meldete sie sich. Doch anstatt einer Antwort bekam sie nur ein Stöhnen zu hören. „Hallo? Geht es Ihnen nicht gut?“ fragte sie nach. Ein Lachen kam. „Wer sind Sie? Was wollen Sie?“ harkte sie nach. Doch ein Klick zeigte ihr, dass der Anrufer aufgelegt hatte. „So ein Idiot…“ knurrte sie wütend und sah weiter fern. Es dauerte keine zehn Minuten bis das Gerät wieder klingelte. Wieder stöhnte der Anrufer. „Verdammt was soll denn der Blödsinn!“ fauchte sie wütend und knallte den Hörer auf. Es ging weiter... ständig klingelte es. Kim hatte gegen drei Uhr morgens genug davon und zog den Stecker raus. Doch an Schlaf war nicht mehr zu denken. In drei Stunden musste sie raus. Völlig gerädert von der durchwachten Nacht fuhr sie um sechs bereits ins Büro. Dort angekommen ließ sie die Kaffeemaschine das herrliche Gebräu machen um einiger Maßen wach zu werden. In ihrem Büro lagen einige Akten die bearbeitet werden müssten. Doch wirklich in Fahrt kam Kim nicht. Ständig überlegte sie, wer diese Person war, die dort stöhnte? Vielleicht war diese Person in Gefahr und es war kein Luststöhnen, sondern ein Hilferuf. Wenn dann...sie dachte nicht weiter nach. Allein der Gedanke daran, dass sie dieser Person hätte helfen können, es aber nicht tat, ließ ein schlechtes Gewissen aufkommen.

    Nico saß in seinem Zimmer auf dem Bett und überlegte, wie er von hier entwischen konnte. Immer wieder ging er zum Fenster und sah in den Garten hinaus. Da liefen zwei Wachen hin und her und kamen erst nach etwa sieben Minuten wieder. Wenn Nico es geschickt anstellte, dann könnte er den richtigen Augenblick abpassen und ... Mensch, sein Handy ... wieso hatte er nicht vorher daran gedacht. Luciano hatte es ihm doch nicht abgenommen. Noch nicht. Doch bald würde er diesen Fehler sicher bemerken. Nico hatte nur eine Chance. Semir, ja er musste ihm helfen. Schnell sah er sich um, horchte an der Tür und wählte die Nummer des Deutschtürken. „Gerkhan?“, meldete sich der Hauptkommissar. „Semir? Nico hier.“, flüsterte der Italiener. „Nico, wo zum Teufel steckst du?“, kam es von Semir. „Bei Don Antonio... Semir, sie wollen mich nach Italien bringen.”, flüsterte Nico und hörte dann Schritte auf der Treppe. „Ich muss Schluss machen.“, meinte er und schaltete sein Handy aus, ließ es dann in der Tasche seiner Strickjacke verschwinden. Plötzlich stand Luciano vor ihm. „Los, her damit.“, forderte der Italiener und streckte die Hand aus. „Was denn?“, fragte Nico und tat unschuldig. „Das Handy. Los her damit.“, erwiderte er und schlug Nico mit der flachen Hand ins Gesicht. Sofort ging dieser zu Boden und spürte, wie Blut aus seiner Lippe floss. „Also los.“, forderte er nochmals und stieß seinen Cousin den Fuß in die Seite. Nico schrie kurz auf, krümmte sich dabei. Luciano reichte es. Er zog Nico hoch und fummelte in dessen Taschen herum, bis er das Handy fand. „Soll ich mal nachsehen, wen du angerufen hast?“, fragte er nur und drückte schon die Wahlwiederholung.

    Semir sah Ben erschrocken an. „Das war Nico ... er ist bei Don Antonio im Haus.“, erzählte Semir. Sofort wendete Ben den Wagen und trat das Pedal bis zum Anschlag durch. „Cobra 11 an Zentrale ... erbitten dringend Verstärkung und SEK. Sind auf dem Weg zum Haus von Don Antonio im Westteil von Duisburg ... Ende.“, gab Semir durch und sah dann zu Ben rüber. Dieser sah mit wutentbranntem Gesicht auf die Straße. Er wollte Nico unter allen Umständen aus den Klauen dieser Männer holen. „Den schnapp ich mir jetzt!“, fauchte Ben wütend. Semir hielt ihn fest. „Wir warten auf das SEK.“, sagte er. „Semir! Bis das SEK da ist, sind die weg! Verstehst du es nicht, die wollen ihn nach Italien bringen! Was wenn die jetzt in diesem Augenblick abhauen? Was machen wir dann? Nach Italien reisen und dort mitmischen?“, fauchte Ben seine Fragen heraus. Semir sah ihn warnend an. „Ben.. wenn du dich nicht in den Griff kriegst, dann werden wir den Fall abgeben müssen. Und ja… wenn sie Nico raus bringen, dann fahren wir nach Italien… muss ja keiner wissen was wir dort machen.“, grinste er. Ben stieß verächtlich Luft durch die Nase aus. „Semir.. das wird die Chefin nie zulassen…“, gab er zu bedenken.

    Nico sah Luciano an. „Du hast also deinen Bullenfreund angerufen. Reichte es nicht, dass einer tot ist? War es wirklich notwendig? Du hast einen weiteren Mord auf dein Gewissen.“, lachte Luciano. „Ich habe nie einen Menschen ermordet. Du warst derjenige der es getan hat! Du hast es getan!! Du hast Ben ermordet!! Lass Semir in Ruhe!!“, schrie Nico. Luciano lachte nur. „Komm… Don Antonio wird es sicher gern wissen, dass er gleich sehr viel Besuch bekommt.“ Luciano zog Nico brutal hinter sich her bis zum Arbeitszimmer des Onkels. „Don!!“, rief Luciano schon vorher sehr aufgeregt. Antonio sah ihn an. „Was gibt es Luciano?“, wollte dieser wissen und sah von den Papieren auf. „Nico hat den Bullen informiert ,wo er sich befindet, nehme ich an. Wir müssen damit rechnen, dass hier gleich die Hölle los geht.“, gab Luciano zu bedenken. Antonio wandte seinen Blick zu Nico. „Warum tust du das? Nico... was habe ich dir getan? Warum bist du so anders?“, kam von dem Don mit einem vorwürflichen Ton. „Ich will nichts mit der Familie zu tun haben! Warum lasst ihr mich nicht mein Leben leben?“, stellte Nico die Gegenfrage. „Das werden wir später besprechen. Okay... Luciano bringe ihn zum Privatflugplatz und dann verlassen wir Deutschland. Sollen die Bullen doch hier alles auf den Kopf stellen. Sie werden nichts finden. Gar nichts. Nur einen Haufen Asche…“, sagte Antonio leise.

    Nein Marlon…. Nein… versteh mich doch mal… ich will nicht mehr. Hörst du… es hat mit uns keinen Sinn! Du engst mich dermaßen ein, dass ich nicht atmen kann!“ gab Kim wütend von sich. Sie löste sich mit einer energischen Bewegung von ihrem Freund. „Aber … Kim… du kannst nicht einfach gehen… ich liebe dich doch.“ Widersprach Marlon Wiesheu. Er sah sie traurig an. „Bitte… lass mich nicht allein…“ fing er an zu weinen. Kim Krüger sah ihn an. Der Blick war kalt. Eiskalt. „Nein… ich ziehe heute noch aus. Ich werde nach Köln versetzt. Zur Autobahnpolizei. Dort übernehme ich ein Revier und ich bekomme dort auch eine Wohnung gestellt. Und nun lass mich einfach in Ruhe!“ fauchte Kim ihn an. „Kim...bitte gib uns noch ne Chance... bitte...“ flehte der Mann weiter. „Nein! ES ist aus!!!“ gab sei kalt von sich. Marlon sah ein, dass es keinen Sinn hatte. Doch er wollte auch nicht einfach aufgeben. Diese Frau gehörte ihm. „Du wirst mich nie vergessen, hörst du… dafür werde ich sorgen. Ich finde dich und dann…“ drohte er. Kim sah ihn an. „Marlon….solltest du etwas gegen mich unternehmen, werde ich dich verhaften lassen. Lass mich einfach in Ruhe und verschwinde aus meinem Leben.“ Sie ging packen.

    Marlon sah ihr nach, als sie mit den Koffern die Wohnung verließ. „Kim…bitte….“ Rief er ihr nach. Doch sie sah sich nicht einmal um. „Ich finde dich! Und dann wirst du auch erkennen, dass ich der einzige für dich bin!!“ schrie er hinterher. Doch Kim drehte sich nicht um. „KIM!!!“ schrie er weiter. „verdammt noch mal… haltet endlich die Schnauze! Wie soll man denn schlafen hier!!“ kam aus der Nachbarwohnung. Marlon murmelte eine Entschuldigung und ging zurück in die Wohnung. Er rief Kim über Handy an. Doch sie ging nicht ran. „So… du willst mich also ignorieren… gut… dann wirst du mich von einer anderen Seite kennen lernen. Du wirst in der neuen Stadt sicher nicht glücklich werden.“ drohte er seiner Exfreundin. Dann nahm er sich eine Flasche Bier und trank sie in einem Schluck aus. Er dache an die Zeit mit Kim. Es waren immerhin fast eineinhalb Jahre zusammen. So was kann kein Zufall sein. Sie waren füreinander bestimmt. Marlon trank noch zwei Flaschen. Und je mehr er trank umso fieser wurden seine Gedanken.

    Das nutzte der Kommissar sofort und sprang den Kerl an, warf ihn auf die Couch, bekam ihm am Hals zu fassen und drückte ihm die Kehle ab. „Sag ihm, er soll die Waffe weglegen oder ich bring dich um.“, zischte Ben und sah zu Marco. Luciano war so überrascht, dass er dem Angriff nichts entgegen zu setzen hatte. „Na los.“, fauchte Ben und drückte weiter zu. „Tu, was er sagt.“, röchelte Luciano, aber wenigstens hörbar. Marco sah ihn an. „Na los.“, kam es als nächstes von ihm. Marco ließ den Arm sinken und warf die Waffe vor sich zu Boden. Sofort hob Nico die Waffe auf und richtete sie auf Marco. Ben ließ von Luciano ab, zog ihn hoch und stieß ihn zu Marco. „Und jetzt, werde ich meine Kollegen anrufen.“, zischte Ben und griff zum Telefon. Nico sah zu ihm und war einen Moment unaufmerksam. Das registrierte Luciano sofort und schlug seinem Cousin die Waffe aus der Hand, nahm sie an sich und drückte sie Nico in die Seite. „Finger weg vom Telefon, Bulle.“, schrie Luciano und schoss in Bens Richtung. Dieser ließ das Telefon fallen, als er den heftigen Schlag in der Bauchgegend verspürte. Schreiend ging er zu Boden und hielt sich an der Schulter. „Ben!!!“, stieß Nico aus. „Halts Maul. Mir reicht es jetzt. Du kommst mit mir nach Hause...nach Italien.“, schrie Luciano und zerrte seinen Cousin zur Wohnung raus. „Was ist mit dem Bullen?“, fragte Marco. „Lass ihn hier verrecken.“, zischte der Italiener zurück und schloss die Tür hinter sich.

    Luciano stieß Nico in den Kofferraum des Lamborghinis in der Tiefgarage. „Und halt ja die Klappe.“, schrie er und schlug auf die Kofferklappe. Marco sah ihn an. „Okay, warum hast du mich nicht den Bullen erledigen lassen?“, fragte er und sah Luciano an, der mit schnellen Schritten auf ihn zukam. „Nein... nicht hier.“, meinte Luciano und sah seinen Kompagnon mit feurigen Augen an. „Wo dann und wann?“ „Wenn ich dieses Pack richtig einschätze, dann werden sie alles versuchen, um den da...“, er deutete auf den Kofferraum, „zurück zu holen. Hier in Deutschland haben wir die halbe Polizei auf den Hals, wenn wir sie beide kalt machen. Aber in Italien... da sind sie auf unserem Grund und Boden ... da werden wir es ihnen zeigen.“, lachte er und zeigte auf den Wagen. „Los, einsteigen. Wir fahren.“, meinte Luciano und stieg selbst in den Lamborghini. Marco stieg ebenfalls ein und fuhr mit den Beiden aus der Tiefgarage mit quietschenden Reifen ab.Ben stöhnte auf, wandte sich in seinen Schmerzen. Er presste seine Hand auf die Wunde und sah sich um. Das Telefon lag nicht weit von ihm entfernt. Er musste nur hingelangen. Mit all seiner letzten Kraft zog er sich hoch und griff mit seinen blutverschmierten Händen nach dem Telefon. „Semir? Sie haben Nico.“, hauchte Ben in den Hörer. „Bitte...komm schnell... ich... ich.“, dann wurde er ohnmächtig und geräuschvoll knallte das Telefon auf den Boden.

    Semir horchte auf, als das Telefon klingelte. „Gerkhan?“, meldete er sich und horchte sofort, dass Ben verletzt war. „Semir? Sie haben Nico.“, hörte er die schwache Stimme durchs Telefon. „Ben, was ist mit dir? Bitte antworte mir.“, forderte Semir. „Bitte... komm schnell... ich ... ich.“, dann ein dumpfer Schlag und er hörte nichts mehr. „Ben...Ben!!!“, schrie der Deutschtürke ins Telefon, doch keine Antwort. „Scheiße.“, stieß Semir aus und schnellte vom Sofa hoch, doch das war keine gute Idee. Denn sofort machten sich heftige Kopfschmerzen und ein Übelkeitsgefühl in ihm breit. Dennoch nahm er sich zusammen, schnappte sich seine Autoschlüssel und sein Handy, wählte die Nummer von der Zentrale. „Hotte, Dieter... fahrt sofort zu Bens Wohnung und ruft vorsichtshalber ein Krankenwagen.“, forderte er durchs Telefon. „Semir, ist was passiert?“, fragte der beleibte Polizist. „Fragt bitte nicht, macht es einfach.“, erwiderte Semir und legte auf. Mit eingeschaltetem Blaulicht fuhr er quer durch die Stadt und kam noch vor Dieter und Hotte bei Ben an. Schnell hatte er den Wagen geparkt und hastete die Treppen hinauf, wobei er zwei Stufen mit einmal nahm.

    Ben legte auf und sah Nico an. „Also gut… du wirst mir alles erzählen. Das war Semir… er wurde heute Nacht bedrängt und niedergeschlagen. Von einem sehr guten Bekannten. Kennst du Marco Degusso?“, wollte er von Nico wissen. Nico schloss die Augen und nickte. „Ja… er ist ein Freund von meinem Cousin. Ben… was ist mit Semir?“, harkte nun Nico nach. „Werden wir gleich feststellen. Du wirst mit mir dorthin fahren. Und dann werden wir Tacheles reden!“, grollte Ben wütend. Nico nickte nur und griff zum Autoschlüssel.Wenig später waren sie bei Semir. „Verdammt… was wollten sie von dir?“, harkte Ben nach, als er Semir auf dem Sofa liegen sah. „Sie wollen, dass ich die Füße still halte, ansonsten würde meine Familie darunter zu leiden haben. Tja, und Marco Degusso fand es natürlich lustig mich zu schlagen. Der Andere sagte mir gar nichts. Er fand es wiederum lustig mich zu würgen. Ich hab erst einmal klein beigegeben, um Andrea und Aida zu schützen. Aber die stelle ich sofort unter Schutz.“, erklärte Semir dann den Vorfall vom Vorabend.Andrea hörte schweigend zu. Sie hatte Aida auf dem Schoss und fütterte sie. Also war es wieder einmal soweit..., dachte sie. Personenschutz, weil irgendwelche Verbrecher sie wieder einmal bedrohte. Wie sollte denn Aida so verstehen, was ein normales Leben war. „Semir…“, fing sie an. „Andrea… die Kerle waren von der Mafia. Die spielen nicht. Ich werde kein Risiko eingehen. Du und Aida werdet ab sofort unter Polizeischutz gestellt. Ende der Debatte. Ich will nicht das dir oder ihr etwas passiert.“, sagte er sofort. Andrea nickte. Sie hatte gelernt auf ihn zu hören. Denn er hatte meistens Recht. Warum konnten diese Verbrecher nicht einfach…sie schüttelte den Kopf. Wie naiv dachte sie denn…? tadelte sie sich selbst.

    Nachdem Andrea und Aida von den Kollegen in eine sichere Wohnung gebracht wurden und Semir sich selbst notdürftig mit Pflaster versorgt hatte, standen er und Ben wie erschlagende Statuen vor Nico und sahen abwartend auf ihn runter. „So Nico, nun mal los. Was wollen diese Typen von meiner Familie und vor allem, was soll das Ganze?“, fragte Semir und schien durch diese Ereignisse sehr gereizt zu sein, denn seine Stimme entsprach eher der eines bissigen Rottweilers. Nico sah zu beiden hinauf und merkte, dass er nicht mehr anders konnte, als alles zu erzählen. „Mein Name ist Nico Fiancelli, mein Großvater ist der gefürchtetste Mafiapate in Mittel- und Oberitalien. Mein Vater kontrolliert für ihn die Toskana und Rom. Ich soll sein Nachfolger werden, doch ich floh... heimlich, mit dem nächsten Nachtzug aus Rom nach München und von dort aus weiter bis nach Köln.“, erzählte Nico und sah dabei auf die leere Spieldecke von Aida, die immer noch im Wohnzimmer lag. Ben sah Semir erschrocken an, denn bisher hatte Nico nie über seine Vergangenheit geschweige denn seine Familie so offen geredet. „Meine Familie ist grausam... gegen sich selbst und andere Menschen. Und mein Cousin ist einer der Grausamsten. Ich habe mit ansehen müssen, wie er eine ganze Familie in ihrem eigenen Haus einsperrte, es mit Benzin übergoss und anzündete, nur weil sie kein Schutzgeld für ihre Pension zahlen wollten.“, fuhr Nico fort und zitterte bei den Gedanken sofort wieder am ganzen Körper. Das Bild und die Schreie der vier Menschen konnte und würde er niemals vergessen. Er musste schlucken, um die Tränen zu unterdrücken, die sich wieder in ihm aufbauten.

    Semir sah, wie bestürzt und nervlich fertig der Junge war. Er setzte sich neben ihm und sah ihn von der Seite an. „Aber was wollen die Kerle von uns?“, fragte er dann. „Luciano soll mich zurückbringen. Als Ben und ich den Unfall hatten... das war sein Werk... er ... er hat mir gedroht, sollte ich nicht freiwillig mitkommen, würden meine Freunde von ihnen so lange terrorisiert werden, bis ich mit ihnen nach Italien gehe... Semir, Ben, ich will euch nicht in Schwierigkeiten bringen. Aber ich will auch nicht nach Italien zurück.“, flehte er regelrecht und sah immer wieder zwischen den Beiden hin und her. Ben kniete sich vorsichtig vor ihn und packte seine gesunde Hand auf die Schulter seines Freundes. „Nico, keine Sorge, jetzt können wir dir helfen. Wir werden dafür sorgen, dass sie dich nicht kriegen werden.“, meinte der junge Hauptkommissar. „Aber... aber sie werden euch nicht in Ruhe lassen, bis sie das haben, was sie wollen.“, erwiderte Nico. „Keine Sorge,“, kam es von Semir. „Wir haben schon ganz andere Dinge durchgestanden.“, meinte er mit einem kurzen Zwinkern, doch innerlich wusste er, dass dies ein harter Kampf werden würde. Sie hatten ja schon mit den deutschen Mafiabossen zu kämpfen und die Italiener waren einfach ein anderes Schwergewicht, mit dem sie sich da anlegten.

    Don Antonio saß in seinem prachtvollen Haus in einer abgeschiedenen Ecke von Duisburg und rauchte eine seiner teuren Zigarren. Der weißhaarige Mann sah auf, als Luciano und Marco in den Wintergarten traten und sich vor ihm aufstellten. „Und? Hat er die Warnung verstanden?“, wollte der Pate gleich wissen. „Si Signore, aber ich glaube kaum, dass er es bereitwillig tun wird.“, meinte Marco mit leichter Nervosität in der Stimme. „Es sollte besser für dich sein, dass er sich daran hält. Ansonsten wirst du meine nächste Jagdtrophäe sein.“, zischte der Mann und deutete auf die Geweihe an der Wand, die er in all den Jahren geschossen und erlegt hatte. Marco schluckte und verschwand dann. Luciano blieb vor dem Mann stehen, vor dem er keine Angst hatte. Wie auch, war er doch mit ihm verwandt. „Und Luciano? Hat sich Nico zur Rückkehr zu meinem Bruder und meinem Enkel entschlossen?“, fragte Don Antonio. „Nein Großvater, noch nicht.“, lachte er. „Aber bald wird er das tun. Ich werde mir heute Nacht diesen anderen Polizisten vornehmen, mit dem er zusammen seine alberne Musik macht und gleich werde ich in Nicos Wohnung gehen und dort mal ein bisschen umräumen.“ „Gut... sehr gut. Lass ihn wissen, dass wir ihn ständig beobachten und dass die Familie über alles geht.“, meinte der Don und schickte seinen Verwandten wieder fort.

    Ben ließ sich auf sein Bett sinken. Sein Arm schmerzte und auch der Kopf schien etwas abbekommen zu haben. Er zog sich mühsam aus und legte sich hin. Doch die Ruhe dauerte nicht lang, denn Übelkeit überkam ihn. Er stand schwankend auf und rannte zur Toilette. Nur kurz darauf hörte man das Würgen. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, wenn er wie der Arzt verlangte im Krankenhaus geblieben wäre, aber Ben hatte seinen Dickkopf durchgesetzt und sich nach Hause bringen lassen. Gehirnerschütterung und ausgekugelte Schulter… mehr hatte er durch den Unfall nicht erlitten. Ein Wunder, wenn man bedachte wie der Wagen aussah. Nico schien überhaupt nicht verletzt worden zu sein. Oder gab er es einfach nicht zu? Ben schwor sich, ihn gleich morgen Früh anzurufen und nachzufragen, wie es ihm ging. Dann legte er sich wieder hin. Nur wenige Augenblicke später wirkten die Tabletten die ihm der Arzt gegeben hatte. Ben fiel in einen tiefen Schlaf.

    Nico lief nervös auf und ab. Ständig hatte er die Worte seines Cousins im Ohr, der ihn schwor dass er wieder nach Italien ging. Nico wusste genau, dass es keine leere Drohung war. Luciano war keiner der nur bellte… er biss auch zu. „Okay… wenn du den Kampf willst, dann sollst du ihn haben.“, sagte er leise zu sich. Dann rief er sich ein Taxi. Er wollte Semir alles erzählen, denn ohne Hilfe konnte er nichts machen. Er brauchte sehr viel Hilfe. Die Mafia ließ nicht mit sich spielen. Das Taxi ließ auf sich warten oder kam es ihm nur so vor? Vielleicht war er nur zu nervös. Er sah auf die Uhr. Es war schon fast vier Uhr. Die Nacht war also um. Semir dürfte auch schon schlafen. Endlich kam das Taxi an. Nico dachte kurz nach und schickte es dann mit einem entschuldigenden Lächeln wieder weg. Er ging zurück in seine Wohnung und legte sich schlafen. Morgen würde er Semir und Ben alles erzählen. Sie sollten ihm helfen, Ruhe vor der Familie zu finden.

    „Los, setz dich.“, fauchte ihn der Mann hinter ihm an und stieß Semir auf das Sofa zu. „Und die Hände bleiben auf den Knien.“, zischte der Mann mit italienischem Akzent. Semir sah die Beiden mit gemischten Gefühlen an. „Was wollen sie?“, fragte Semir erneut und sah zu den beiden Italienern hoch, doch einen erkannte er sofort. Der mit der Waffe war doch Marco Degusso, den Kerl, den Semir verhaftet hatte. „So sieht man sich wieder, Bulle.“, stieß dieser aus und schlug mit dem Griff seiner Waffe Semir gegen die Schläfe. Benommen ging der Polizist zur Seite. „Hör auf.“, zischte Luciano und richtete Semir wieder auf, kniete sich dann vor den Deutschtürken und packte ihn am Hals. Semir röchelte und sah den Mann mit weit aufgerissenen Augen an. „Hör zu Bulle, mein Freund hier und dessen Freunde erwarten in den nächsten Tagen ein sehr wichtiges Geschäft. Wenn du und deine Familie noch weiter leben wollt, sorgst du besser dafür, dass ihr uns nicht in die Quere kommt.“ „Oder sonst?“, fragte Semir röchelnd und spürte dann, wie der Druck fester wurde. Er musste seinen Kopf weiter nach hinten lehnen, um überhaupt noch atmen zu können. „Willst du das wirklich wissen? Soll ich mich mal nach oben gegeben und es dir an deiner Frau demonstrieren?“, fragte der Italiener gefährlich leise. „Lassen sie meine Familie in Ruhe.“, zischte Semir, soweit es seine Luftreserven zuließen. „Wirst du dann die Füße still halten?“, wollte Marco dann wissen und hielt immer noch die Waffe dicht an Semirs Kopf. Dieser nickte. Was blieb ihm in diesem Moment auch anderes übrig. „Gut, und ich will für dich hoffen, dass du dein Wort hältst, sonst kommen wir wieder.“, meinte Luciano und ließ vom Deutschtürken ab. Dieser lehnte sich sofort nach vorne und schnappte nach Luft. Als er einen Blick riskierte, schlug ihn Marco erneut mit dem Knauf seiner Waffe nieder und dieses Mal blieb Semir regungslos liegen. Sein Gegner hatte ihn an der Schläfe getroffen und die Wunde war aufgeplatzt, Semir außer Gefecht gesetzt. Vom dem Trubel, der unten im Wohnzimmer herrschte, bekam Andrea nicht viel mit, auch Aida schlief tief und fest.

    Semir hielt Andrea im Arm und sah Johanna an. „Warum haben Sie mir nicht gesagt, dass Sie mit Ann-Katrin zusammen arbeiten?“ wollte er von ihr wissen. „Weil ich Angst hatte, das Sie mich verraten. Ihre Frau war in Gefahr und es gibt Männer....wie Sie... die dafür alles tun, um ihre Liebste oder ihren Liebsten aus den Fängen zu befreien. Deshalb konnte ich nichts sagen. Weder zu Andrea noch zu Ihnen. Andrea...es tut mir Leid, dass ich das Andere...nicht verhindern konnte...“ entschuldigte Johanna sich. Andrea nickte. „Schon gut...es ist ja nicht wirklich was passiert...“ lächelte sie nur. Semir streichelte ihr Gesicht. „Wenn der Kerl nicht tot wäre, würde ich ihn jetzt umbringen...“ schwor er. Andrea küsste ihn. „Ich liebe dich mein Held...“ meinte sie nur. „Komm wir werden jetzt nach Hause fahren und es uns gemütlich machen. Und das nächste was ich bei uns installiere ist eine Alarmanlage...Ich will nicht noch einmal so eine Überraschung erleben...“ kam von Semir. Andrea nickte müde. Auch wenn sie die letzten Tage keinen Stress hatte und viel schlafen konnte, war sie hundemüde. „aber ich koche heute nichts mehr für dich...“ meinte sie nur. „Wo ist denn Tom und Ann-Katrin?“ wunderte sich Semir plötzlich. „Da kommen sie...scheint als hätten sie sich vertragen...ein schönes Paar, findest du nicht?“ lächelte Andrea und wies zur Tür des Hauses. Semir sah hin. „Ja...ein schönes Paar....aber sehr anstrengend....“ stöhnte er.

    Ann-Katrin und Tom traten zu Semir und Andrea. „Johanna...danke für deine Hilfe....“ lächelte Ann-Katrin. Johanna nickte. „Kein Problem... ich bin jetzt arbeitslos....hab kein Dach über den Kopf und muss Harz IV beantragen...“ meinte die sie nur. Ann-Katrin lachte. „Ich lass dich nicht allein.... du kannst bei mir wohnen und machst für mich die Wohnung sauber...ich habe immerhin ein ganzes Haus für mich allein...das sind viele, viele Zimmer...“ gab sie zu. Johanna sah sie an. „Wirklich? Das ist toll....ich bin froh, dich als Schwester zu haben..“ strahlte sie. Semir und Tom sahen sie erschrocken an. „Sie ist deine Schwester?“ stießen sie zusammen aus. Ann-Katrin nickte. „Ja...sie ist sehr viel älter als ich...aber...wir haben den gleichen Vater..... also sind wir Halbgeschwister...“ „Du hast deine eigene Schwester für dich spionieren lassen?“ wollte Tom wissen. „Als ich undercover in einem der Bordelle war, hab ich Johanna gefunden.... wir haben uns auf Anhieb verstanden und viele Parallelen festgestellt. Bis wir eines Tagen auf unseren Vater kamen. Da hat sich herausgestellt, dass es ein und die selbe Person ist....“ nickte Ann-Katrin. „Das fass ich ja wohl nicht...du wusstest wie gefährlich Prinz und Taubner sind und lässt deine Schwester in der Hölle zurück...da sieht man wieder wie rücksichtslos du bist. Ann-Katrin...das ist unverantwortlich...das ist...“ fauchte Tom wütend. Ann-Katrin hörte ihm schweigend zu. „Was soll das denn jetzt, Kranich? Ich bin nicht unverantwortlich und auch nicht rücksichtslos...ich habe immerhin deinen Kollegen hier befreit und nicht du...!“ fauchte sie zurück. „er ist unser Kollege und wir hatten uns abgesprochen! ..“ gab Tom zurück. „Haben wir nicht... du hast mich hinter die Tür gestellt, wie ein...“ schrieen sich die Beiden an. Johanna zog sich kopfschüttelnd zurück und auch Andrea und Semir gingen ein Stück zur Seite. „Die Beiden lieben sich ganz schön..“ lachte Andrea. Semir nickte. „Aber nicht so doll wie wir uns beide...geh schon mal zum Mercedes... ich komme gleich... muss nur noch was erledigen..“ grinste er. Andrea sah zu Ann-Katrin und Tom und nickte. „Viel Glück...“ wünschte sie ihrem Mann. Dieser ging zu den beiden Streithähnen zurück. „Semir...diese Frau ist einfach..“ fauchte Tom und suchte nach dem richtigen Wort. „Tom....küss sie einfach und dann ab ins Körbchen...“ schlug Semir grinsend vor. Dabei stieß er seinen Partner zu Ann-Katrin und hielt diese gleichzeitig fest. „Aber...“ sagte sie. „Schnauze halten und küssen!“ fauchte Semir und drückte beide Köpfe zusammen. Ann-Katrin und Tom beugten sich der Gewalt. „Endlich Ruhe...“ stöhnte Semir.

    Ende