Beiträge von Elvira

    „Was können wir nun gegen diesen Don Marcello tun?“, fragte Ben den Commissario und sah mit seinen Augen immer wieder zu der Reporterin hinüber, die ihn ebenfalls flirtend anlächelte. „Ehrlich gesagt... ist es ziemlich schwierig, ihn da wieder rauszuholen, ohne, dass man nicht eine direkte Verbindung in die höheren Kreise der Familien hat.“, erklärte Alessandro und sah die ganze Sache ziemlich pessimistisch, doch Semir wollte sich mit dieser Antwort nicht zufrieden geben. „Es muss doch eine Möglichkeit geben, den Jungen dort wieder rauszuholen und die ganze Familie ins Kittchen zu stecken.“ „Das ist hier nicht so einfach... hier herrschen andere Gesetze, als in Deutschland. Hier haben die Familien mehr Einfluss auf Justiz und Politik, als in anderen Ländern. Selbst die Polizei ist vor ihren korrupten Methoden und Einschüchterungsterror nicht sicher.“, erwiderte Alessandro mit bitterer Stimme und musste unweigerlich an seinen toten Partner denken.

    „Dann müssen wir diese Leute eben aus der Reserve locken!“, meinte Semir nachdenklich. Alessandro sah ihn an. „Wie wollen Sie das bitte machen? Wollen Sie ihn nach Deutschland entführen? Sie kommen an diesen Nico nicht mehr ran. Lassen Sie ihn einfach hier und fahren wieder nach Hause. Es wäre sicherer und gesünder für Sie.“, empfahl Alessandro. Doch er tat dies um zu testen wie ernst es den Beiden mit ihrer Idee war. „Darauf können Sie lange warten! Ich werde Nico nicht diesen Schweinen überlassen. Er ist nicht wie sie. Er will nicht töten!!“, fauchte Ben wütend. Alessandro lächelte leicht. „Es ist Ihnen also ernst. Gut… dann können Sie mit meiner Hilfe rechnen. Ich warte schon lange auf die Gelegenheit Don Marcello in den Arsch zu treten.“, nickte er.

    Semir sah Ben an als Alessandro gegangen war. „Was hältst du von ihm?“, wollte er wissen Ben zuckte mit den Schultern. „Er schient genau wie wir darauf erpicht zu sein, diesem Don eins auszuwischen. Macht einen sehr vernünftigen Eindruck.“, nickte Ben. „Ja das denke ich auch. Mal im Ernst… was wollen wir machen?“, wollte Semir wissen. „Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich es Nico schuldig bin… Er darf nicht hier bleiben.“, sagte Ben leise und sah aus dem Fenster. Und dann hatte er die Idee. „Was hältst du davon, wenn wir ihm Konkurrenz machen?“ fragte er plötzlich. Semir sah ihn erstaunt an. „Konkurrenz? Worin?“, harkte Semir nach. „Schutzgeld… wir kassieren Schutzgeld von den Leuten die an Don Marcello zahlen. Was meinst du wie lange er zusehen wird?“, grinste Ben. „Ben… der Kerl knallt uns ab! Das ist Wahnsinn!! Absoluter Wahnsinn!“, begehrte Semir auf. „Ja ich weiß… aber …“, kam nun wieder von Ben. „Ben… das ist zu gefährlich. Was meinst du wohl wo seine Leute morgen sind? Die werden das Hotel beobachten und darauf warten, das wir abfliegen. Das ist was die tun. Wenn wir nicht fliegen, dann werden Sie uns vielleicht ne Bombe schicken oder schlimmer noch… sie werden sich Andrea und Aida vornehmen!!“, meinte Semir besorgt. „Semir… Andrea und Aida sind sicher. Die werden sich an uns halten. Und das ist auch schon schlimm genug.“, stöhnte Ben leise.

    Nico sah den zitternden Mann der vor ihm auf dem Boden kniete an. „Bitte… tut mir nichts… ich habe doch keine Geld mehr… ich bin pleite… bitte… verschont uns…mich und meine Familie… bitte… ich habe doch alles getan…“, weinte der Mann. Nicht weit von ihm saßen seine Frau und zwei Kinder, von denen eins gerade mal ein Jahr als war. „Du hast eine schöne Frau! Schick sie auf den Strich! Verkauf deine Kinder! Don Marcello will Geld sehen! Er ist sehr ungehalten über deine Zahlungsunfähigkeit. Aber er ist gnädig. Nur ich bin nicht er…“, lachte Luciano und drückte dem Mann die Waffe an den Kopf. Es knallte und Nico zuckte zusammen. Die Frau weinte lautlos und sah Luciano erschrocken an. Ihr Mann war tot. Luciano sah sie an. „Wo ist euer Geld?“, fragte er sie nun. Doch sie schüttelte nur den Kopf. „Gut… dann such dir das Kind aus was nun sterben soll!“, forderte Luciano die Frau auf. Diese sah die beiden Männer mit wimmernden Blicken und bebenden Lippen an. Fest drückte sie die beiden Kinder an sich.

    Ben sah in die Runde der Kollegen. „Ben… glaub uns doch… niemand hat Marlon Wiesheu etwas verraten. Die meisten kannten den Namen doch gar nicht. Es muss etwas Anderes gewesen sein. Was ist mit der Aufzeichnung aus der Wohnung der Chefin… vielleicht finden wir dort etwas?“ schlug Hotte vor. Ben nickte. Bisher hatten sie sich die Aufnahmen nicht angeschaut. „Also gut… wir werden sie uns ansehen, aber wenn wir nichts finden, dann fordere ich den Verräter auf sich zu stellen…“ grollte Ben wütend und ging ins Büro. Er sah Band für Band durch. Bis zu dem wo Semir niedergeschlagen wurde. Als Marlon ihm die Waffe über den Kopf zog verzog Ben das Gesicht. Doch dann sah er wie Marlon Semir eine Spritze setzte. „Verdammt….“ Stieß er aus, nahm das Band und rannte damit zu Hartmut, der zufällig in der Kantine saß. „Vergiss das Essen! Es gibt Arbeit…bist eh zu dick.“ sagte er zu dem Techniker und zerrte ihn von seinem Tisch weg. „Ben!! Ich hab heute noch gar nichts gegessen!“ protestierte Hartmut und griff noch zum Apfel der auf dem Tablett saß. „Komm…Semir braucht deine Hilfe und die Chefin!!“ gab Ben bekannt. Hartmut trottelte hinter ihm her. In der KTU sah er Ben wütend an. „Das kannst du nie wieder gut machen!“ schwor er wütend. „Ja sicher…. Also hier…auf dieser Aufnahme scheint Marlon Wiesheu Semir etwas zu spritzen .Die Kamera ist sehr gut eingestellt und zeigt genau die Spritze, aber ich kann nicht erkennen was er da spritzt…“ erklärte Ben das Problem. Hartmut nickte, schob das Band rein und ließ es auf seinen PC spielen. Dann stoppte er es an der Stelle. „Oh… das ist ein Chip…so sieht es jedenfalls aus. Ein Mikrochip. Normalerweise bekommen das Hunde oder Katzen um sie wieder zu finden. Die Dinger sind richtig toll. Einige Eltern wollten damit sogar ihre Kinder überwachen lassen…“ erklärte Hartmut das Prinzip. Ben sah ihn sprachlos an. „Du meinst.. das ist…ein Sender?“ fragte er erstaunt. „Ja… ein Gerät was auch über größere Entfernungen stets funktioniert.“ bestätigte Hartmut. Ben sah ihn an. „Dann muss ich mich bei den Kollegen entschuldigen…“ sagte er leise und verschwand.

    Semir wurde langsam wach. Er spürte die Fesseln an den Händen und Beinen und sah sich um. Kim Krüger saß in einem Käfig vor ihm. „Frau Krüger…. Sind Sie in Ordnung?“ fragte er heiser. „Ja.. Gerkan.. Marlon…er ist wahnsinnig geworden. Er will Sie und Ben als Trauzeugen für die Hochzeit mit mir…“ stieß Kim aus. „Meine liebe Kim… ich bin nicht wahnsinnig… ich liebe dich. Das ist alles. Und die Liebe wird heute für immer und Ewig besiegelt…“ verkündete Marlon. „Ich werde dich nie heiraten! Nie! Hörst du!!“ schrie Kim nun wütend zurück. Marlon sah sie an. „Du schreist mich an? Du? Tu das nie wieder hörst du… nie wieder…!“ warnte Marlon sie. „Ich schreie dich an, wann ich will!!!“ kamen von Kim die Wiederworte. Marlon schloss den Käfig auf und trat ein. Mit einer wütenden Bewegung zerrte er Kim von dem Bett und schlug auf sie ein. Sie versuchte sich zu wehren, doch Marlon war viel stärker als sie. Nach knappen fünf Minuten ließ er von Kim ab, die wimmernd am Boden lag. „Lass sie du verdammter….Mistkerl!!“ schrie Semir und zerrte völlig vergebens an den Schellen. Marlon sah ihn an. „Du wirst noch lernen, was es heißt mir die Frau zu nehmen. Du wirst sie niemals wieder berühren…Aber erst werde ich deinen Freund holen…“ versprach Marlon. Er verließ den Käfig und schloss sorgsam ab.

    Sie stiegen aus und gingen zum Häuschen, als sie Schreie aus der Damentoilette hörten. „Hey.... da scheint was nicht zu stimmen...“ stieß Semir aus und griff zur Waffe. Ben tat es ihm nach. Sie stellten sich links und rechts neben die Tür und Ben trat sie auf. Mit einem lauten Knall flog die Tür gegen die Wand. Köpfe ruckten herum. Zwei Männer hielten eine Frau fest und zerrten an der Kleidung. Die Frau war unter zwanzig, so schätzte Semir und es schien hier alles andere als freiwillig zu sein. „Okay... Jungs... ihr hattet euren Spaß. Polizei! Lasst die Frau los und hoch die Hände!“ forderte Semir auf. Die Männer lachten leise. „Wie willst du Zwerg uns denn festnehmen? Mit einem Zauberspruch?“ grinste einer der Männer. Sie waren eindeutig alkoholisiert. „Nein...mit Hilfe meines Kollegen...“ grinste Semir zurück als Ben ebenfalls eintrat. Das Grinsen verschwand aus dem Gesicht der Männer. „Okay...hören Sie...es war alles ein Spaß. Dieses Luder mag es auf die harte Tour....wirklich...sie hat gesagt, wir sollen so tun...“ redete sich der Mann raus. „Klar doch...an die Wand und abstützen! Beine auseinander!“ forderte Semir weiter auf. Die Männer taten es und Ben legte den Beiden die Handschellen an. Dann orderte er Kollegen an und ging zu der Frau, die am Boden hockte und einfach weinte. „Sind Sie in Ordnung?“ fragte er besorgt. „Nein...diese Mistkerle...sie wollten....sie haben versucht....Gott wenn Sie nicht gekommen wären, dann...“ schluchzte sie heftig. Ben rief einen Krankenwagen, damit man sich um die Frau kümmern konnte. Zwanzig Minuten später war alles erledigt. Die Kollegen übernahmen die Männer und der RTW die Frau. Semir und Ben fuhren zurück zur Wache. „Man... die Frau kann froh sein, dass wir da waren...“ stöhnte Semir. „Ja...die Kerle sahen nicht aus, als machten sie Spaß. Auch wenn die Frau selbst getrunken hatte, ist es kein Freifahrtschein für Besoffene sich das zu holen, was die Frau nicht freiwillig gibt...“ stieß Ben aus. Der Rest der Nacht war ruhig und gegen acht am Morgen fuhren Semir und Ben nach Hause.

    Torben sah den silbernen BMW mit dem von Oliver genanntem Kennzeichen und hängte sich an den Wagen ran. Er fuhr nach Köln rein und auch wieder raus. Zügig kamen sie voran. Sie fuhren nach Weiden rein und in der Kantstrasse waren sie am Ziel. Torben sah das schmucke Haus, was dem Polizisten gehörte. „Als Bulle hat man es wohl sehr gut...“ meinte er anerkennend. Sein halbes Leben hatte er hinter Gittern verbracht. Mit 18 das erste Mal dann mit 20...und mit 25....immer wieder und nun war er fast 40 und hatte nichts gelernt, außer dass es besser war sich anzupassen. Doch Torben wollte sich nicht anpassen. Er war jemand der sich auflehnte und sich gegen alles wehrte was ehrlich war. Wegen Mordversuch hatte er das letzte Mal acht Jahre bekommen, da war er gerade 30. Er hatte seine damalige Frau im Bett mit einem Anderen erwischt, als er gerade Freigang hatte. Nur ein Zufall war es zu verdanken, dass es nicht wegen Mordes gewesen war. Und so ein Bulle konnte sich ein Haus leisten.... eine Familie.....Verachtung machte sich in Torben breit. Doch dann grinste er. Seine Akte war lückenlos....alle Boshaftigkeiten, die es gab, waren darin vermerkt. Für jeden der das las, war ganz klar...Torben war ein unverbesserlicher Verbrecher, der nur seinen Vorteil bedachte. Und bisher schien Torben die Rolle des Schlimmen Fingers doch sehr angepasst zu spielen. Er dachte an Horst Kohlhoff, der wegen Pädophilie im Knast war. Angeblich war er geheilt, aber Torben wusste auch, dass seit seiner Entlassung kein Kontakt mehr zu Kindern bestand. Aber nun...was wenn er...nein...das wird er nicht....dafür würde Torben schon sorgen. Den Kindern wird niemand was tun und auch der Frau nicht.... das würde er auch Oliver und den Anderen erklären. Sobald sie diese Familie in der Gewalt hatten musste er auf die Kinder und auf die Frau aufpassen, das versprach er sich. Er griff zum Handy und rief Oliver an. „Ich steh jetzt vor dem Haus des Bullen. Hat ne hübsche Familie.... wir sind in der Kantstrasse 5 in Köln Weiden.“ gab er durch. „Das ist sehr gut...okay... dann werden wir morgen zuschlagen....ich denke er wird keine Probleme machen, wenn wir ihn vor die Wahl stellen uns Jäger auszuliefern oder seine Familie zu verlieren...“ hörte er Oliver lachen. „Oliver...ich werde es nicht zulassen, dass du der Frau oder den Kindern etwas antust....wenn dann werde ich sofort aussteigen, damit das klar ist und Horst kommt nicht in die Nähe der Kinder!“ warnte Torben. „Klar doch....hey...ich bin kein feiger Mörder der sich an Kindern und Frauen vergeht...nur um den Bullen friedlich zu halten. Du wirst schon sehen...er wird ganz friedlich sein.“ lachte Oliver. „Er ist allein...wieso sollte er den Helden spielen? Gegen uns vier hat er keine Chance...“ gab Torben von sich. „Stimmt...aber ich liebe es, wenn er noch kleiner ist...verstehst du...und das wird er. Und nun mach dir nicht in die Hose...“ fauchte Oliver wütend. Dann hörte er das knacken. Das Gespräch war beendet. Dann wählte Torben eine Handynummer an und wartete bis sich jemand meldete. „es geht los...“ gab er lediglich durch und beendet das Gespräch wieder.

    Finde die Folge bisher recht gut. Vor allem das unser „Cyborg“ Hartmut mit dem „Schwarzen Haaren“ eine Hauptrolle hatte war echt gelungen. Das musste doch wohl den heimlichen Hartmutfans richtig gefallen haben (nach Navar schiel).

    Sehr gut gefallen hat mir Vasillis...als gnadenloser Killer....(so böse kann er doch gar nicht sein...) Das keiner verletzt wurde, bei der wilden Schießerei ist schon etwas merkwürdig...aber egal. Cosma Shiva hat mir auch in der Rolle sehr gut gefallen. Allerdings würde ich ihr die Computerspezialistin nicht wirklich abnehmen...sie ist nicht der Typ dafür.

    Sehr gut war die Action...Bens kleiner Ritt auf dem Wagen am Schluss auch nciht von schlechten Eltern.. Und wieder was gelernt... niemals das Pseudonym als Passwort verwenden..... :D

    Nun ja... mal sehen was die Quoten morgen verraten, aber von mir aus kann es so weiter gehen...

    Semir lag benommen am Boden. Er wollte gerade das Zimmer von Kim verlassen, als direkt auf der Türschwelle eine Faust seine Nase küsste. Blut schoss raus und er fand sich am Boden wieder. Vor ihm stand Marlon Wiesheu, die Waffe auf ihn gerichtet. Er hörte wie durch Nebel was dieser Mann zu Krüger sagte. Langsam bekam er sich jedoch wieder im Griff. Er sah Marlon an. „Sie kommen damit nicht durch…“ sagte er leise und wischte sich das Blut weg. „Oh…du hast mich zu meiner Geliebten gebracht… das ist der Grund weshalb ich dich heute verschone. Als Dank sozusagen. Du wirst als Trauzeuge fungieren…“ lachte Wiesheu. „Ein toller Witz… Sorry dass ich nicht lache. Was meinen Sie damit? Ich habe Sie zu Krüger geführt?“ wollte Semir plötzlich wissen. Marlon grinste ihn böse an. „Nun es ist ganz einfach. Ich habe dich niedergeschlagen und einen keinen Chip unter die Haut gespritzt. Hast du es nicht bemerkt? Den keinen Einstich an deinem Oberarm? Nun ja… wie dem auch sei… ich habe dich immer im Blick gehabt. Egal wo ich war. Und nun werden wir drei von hier verschwinden. Los hoch!“ befahl Marlon kalt. Semir sah dass der Hahn der Waffe gespannt war. Jeder Widerstand war ohne Zweifel tödlich. Kim zog sich nur sehr zögernd an. Doch sie wusste auch, dass Marlon nicht lange Geduld hatte. „Marlon…bitte gib auf…“ bat sie. „Komm meine Süße…“ lächelte er und wollte sie küssen. Für Semir war dies eine Gelegenheit einzugreifen. Er sprang auf die Beine und ging Marlon an, doch dieser schien ein Auge im Hinterkopf zu haben, denn bevor Semir zuschlagen konnte hatte Marlon sich umgedreht und ihm die Waffe auf die Brust gesetzt. Sofort stand Semir still und sah ihn an. „Nicht doch…“ lächelte Marlon sanft dann schlug er zu. Semir ging stöhnend zu Boden und verlor die Besinnung.

    Ben rief bei Semir an. Er hatte herausgefunden, das Marlon sich in einem Hotel in der Kölner Innenstadt eingemietet hatte. Auch wenn es bereits elf am Abend war, musste er es einfach mitteilen, doch Semir ging nicht ans Telefon. „Schläfst du schon oder was?“ fragte Ben leise und wählte Kim Krüger an. Doch auch sie ging nicht ran. „Gut… dann komme ich eben vorbei und schmeiße euch aus dem Bett oder besser gesagt Betten..“ grinste er leicht, setzte sich ins Auto und fuhr zur Schutzwohnung. Beschwingt nahm er die Treppen um nur wenig später vor der aufgebrochenen Tür zu erstarren. „Semir?“ rief er und zog seine Waffe. Er stieß die Tür auf. „Polizei!!“ rief er laut und vernehmlich. Niemand reagierte darauf. Dann sah er das niemand mehr hier war. Verdammt, dachte er nur. So wie es hier aussah, war klar, das man die Beiden geholt hatte. Doch woher wusste Marlon Wiesheu, und Ben war sich ziemlich sicher, dass er sich Semir und Kim geholt hatte, wo Kim Krüger war? gab es doch einen Maulwurf in der PAST? Ben schüttelte den Kopf. Er wollte keinem Kollegen Korruption vorwerfen, aber es war sicher, dass jemand Kim Krüger verraten hatte. Aus welchen Gründen auch immer. Ben ließ die Spurensicherung kommen und fuhr selbst zur PAST. Er wollte die Kollegen direkt damit konfrontieren. „Kollegen!! Hört mir bitte mal zu!!“ rief er als er im Büro stand. Die Köpfe ruckten zu ihm. „Kim Krüger und Semir wurden vermutlich entführt. Aus der Schutzwohnung in der wir sie gebracht hatten! Nur die Kollegen hier in der Station wissen, dass sie dort war!! Also muss es einen Verräter geben! Ich gebe dieser Person nun die Gelegenheit sich zu stellen!“ sagte er laut an. Hotte und Dieter sahen sich an. „Ben… du glaubst doch wohl nicht das einer von uns…?“ fragte er erstaunt. „Es tut mir Leid Hotte… aber derzeit sieht es so aus.“ gab Ben leise von sich. „Nein… das ist nicht möglich…vielleicht gibt es dort eine andere Möglichkeit? Ein Sender vielleicht?“ versuchte Dieter die Kollegen zu verteidigen. „Dieter… wie denn? Wir haben alles Mögliche unternommen um die Chefin zu schützen und in zwei Schutzwohnungen untergebracht. Beide wurden entlarvt! Und das wussten nur die Leute hier in der Station.“ blieb Ben bei seiner Meinung. „Trotzdem…ich kann es nicht glauben…“ widersprach Hotte.

    Marlon schleppte Semir ins Haus. Kim saß gefesselt im Wagen und musste warten bis er wieder kam. Er legte Semir in einem kleinen Käfig ab und versperrte die Tür mit einem Vorhängeschloss. Dann ging er zu Kim. „Komm meine Liebe…ich habe für dich was ganz besonderes ausgedacht. Alles ist vorbereitet..“ lächelte er, zog sie aus dem Auto und zerrte sie ins Haus. Kim sah wo Semir lag. „Was soll das Marlon? Was willst du damit erreichen?“ fragte sie. „Ich liebe dich Kim. Du wirst mich heiraten… so einfach ist das. Aber bis dahin muss ich den Pastor und den zweiten Trauzeugen holen. Da du sicher nicht so brav hier warten wirst werde ich dich ebenfalls einsperren. Aber du hast es bequemer…sieh nur… ein schönes Bett für dich. Geh dort freiwillig rein… ich möchte nicht böse werden…“ bat Marlon mit ernster Stimme. Kim sah ihn an. „Marlon…bitte…“ sagte sie erneut. Marlon nahm die Waffe und richtete sie auf den bewusstlosen Semir. „Geh rein, oder ich erschieße ihn!“ drohte er. Er spannte den Hahn. Sofort ging Kim in den großen Käfig und setzte sich auf das Bett. Marlon verschloss die Tür ebenfalls mit einem Vorhängeschloss. Kim sah wie er zu Semir ging und sein Handy nahm. „Wie ist die Nummer von deinem neuen Freund? Diesem Ben Jäger?“ wollte er wissen. Kim sah ihn an. „Ben Jäger ist ein Kollege… er ist nicht mein Freund…“ berichtigte sie sofort. „Ich habe dich gesehen und ihn!! Er hat dich umarmt…genau wie der hier!“ fauchte Marlon und trat nach dem bewusstlosen Semir. „Lass ihn!! Ich habe …seine Nummer ist gespeichert…“ sagte Kim schnell um Semir vor noch mehr Schmerzen zu bewahren. Doch Marlon deutete das falsch. „Du magst es nicht, wenn ich ihn quäle oder? Das ist gut zu wissen. Aber solange er schläft wird er nichts spüren…“ gab Marlon grinsend von sich. Er zerrte Semir aus dem Käfig und machte ihn an der Wand gegenüber von Kims Käfig fest. Mit Handschellen die in der Wand eingelassen waren. „Das Haus hier, gehörte einmal einen Bärentöter… er hat seine Felle oder besser seine Tiere immer hier aufgehängt…ist das nicht genial… ich nutze es nun für deinen Freund hier…“ lachte Marlon der scheinbar den Hang zur Wirklichkeit verlor.

    Torben sah Oliver an. „Also gut...wir sind dabei...wann?“ fragte er nach. „Ich denke nächste Woche...ich will erst noch was über diesen Gerkan herausbekommen...seine Dienstzeit...wann er mit Jäger zusammen ist... und wo er wohnt. Das weiß ich nämlich nicht... aber wenn wir ihn beobachten lassen, dann finden wir es sehr schnell raus. Machst du das Horst?“ wollte Oliver wissen. „Ja....klar...er kennt mich ja nicht...bist du sicher dass er allein Dienst macht? Nicht das Jäger dabei ist...der erkennt mich sofort...“ gab Horst zu bedenken. „ Das denke ich nicht. Die beiden hängen wohl immer zusammen, aber du kannst dir ja nen Bart wachsen lassen, oder die Haare schneiden lassen...verändere dich etwas...ist doch schon ne Weile her...“ grinste Oliver. „Ich habe ne bessere Idee. „Mich kennt keiner... ich kann die Überwachung übernehmen, wenn du mich mit Infos fütterst wo ich Herrn Gerkan finde und wie er aussieht.“ warf Torben ein. Oliver grinste breit und nickte dann. „Okay....du besorgst dir einen unauffälligen Wagen. Damit fährst du zur Autobahnpolizeiwache Neuss. Dort macht er seinen Dienst mit Ben Jäger zusammen. Er ist etwa 165 cm, lichten Haarwuchs und knappe vierzig Jahre alt. Fahren tut er einen silbernen BMW mit dem Kennzeichen D-BM 3308 und Jäger fährt einen silbernen Mercedes mit dem Kennzeichen D-DB 2408.“ erklärte Oliver der sehr gut vorbereitet war. „Okay...dann fahre ich morgen los und werde mich umsehen..“ versprach Torben. Oliver war zufrieden. „Was genau willst du denn tun, wenn wir die Gerkans haben?“ wollte Rolf Volkmann wissen. „Weißt du....ich habe vor, Ben Jäger aus der Reserve zu locken...ihn fertig machen bis er mich anwinselt....und glaub mir...ich werde es schaffen und wenn es soweit ist, bekommt er von mir eine Kugel...genau hier hin...“ Oliver legte den Zeigefinger an die Schläfe. „Und Gerkan?“ harkte Horst nach. „Gerkan... nur Mittel zum Zweck, aber ich kann ihn natürlich nicht laufen lassen.... er würde uns sofort jagen, wenn er frei wäre. Aber ich will mich auch nicht mit Frau und Kind belasten....also werden wir, sobald Gerkan uns Jäger geschenkt hat, mit den beiden Bullen abhauen und dann im einem verlassenen Haus oder so verstecken. Ich hab da schon etwas...ein kleines Kloster was niemand mehr bewohnt. Ich habe mich dort umgesehen...es ist sehr alt und es hat Kerker....dort können wir die Familie Gerkan gut unterbringen und Jäger auch...“ grinste Oliver. Torben sah ihn an. „Nein...keine Frau...keine Kinder.... die Männer okay...aber ich mache nicht mit, Frau und Kinder zu quälen oder einzusperren...“ stellte er sich gegen den Plan. Oliver sah ihn an. „Also gut...ohne Frau und Kinder.“ nickte Oliver.

    Gegen zehn kam Semir in der PAST an. Ben war auch schon da. „Hey...hallo...und hast du endlich mal schlafen können?“ wollte Ben sofort wissen. „Ja...wie ein Baby. Das Zimmer ist völlig ruhig und Andrea ist deswegen auch nicht wütend. Sie hat Verständnis dafür, dass ich das Gästezimmer nutze. Aber nächste Woche, habe ich versprochen, werde ich mich um die Kinder kümmern und essen kochen und aufräumen... dann hat Andrea eine Woche wo sie sich erholen kann..“ erzählte Semir stolz. „Whow....das ist ein toller Plan und ich wünsche dir, dass er wirklich funktioniert. Aber ich will auch was von meinem Patenkind haben...!“ gab Ben zurück. „Klar doch....der Kleine ist einfach zum knuddeln....er sieht aus wie ich...“ strahlte Semir. Sofort hörte man den Stolz eines überglücklichen Vaters heraus. „Na komm...dann lass uns mal eine Runde drehen damit der Dienst schnell herum ist...noch zwei Tage pardon...zwei Nächte und dann haben wir frei....“ gab Ben von sich und zog sich die Jacke an. „Was machst du denn in der Freien Woche?“ harkte Semir nach, als sie im Wagen saßen. Ben fuhr diesmal. „Nun ja.... ich werde meinen alten Herrn besuchen und Julia und ihren Mann....ich werde lange schlafen und essen und mich um meinem Paten kümmern..“ zählte Ben auf. „Sehr schön...das wird eine tolle Woche...“ lachte Semir. „Ja....ich hoffe nur die Bösen gönnen uns die Woche.... ich sehe allerdings schwarz...“ stöhnte Ben. „Na...sei doch mal optimistisch und sag dir...es wird alles gut gehen... und du wirst sehen, es geht gut. Zwei Nächte noch und dann eine Woche....eine Woche mit der Familie... Ruhe... Erholung.... und dann kommt der Tagesdienst. Dann ist mehr los...“ schwärmte Semir weiter. Er schloss die Augen. „Ja....dann können wir am Tag über die Autobahn jagen....heute ist alles ruhig. Wollen wir den Parkplatz da vorne noch mal kurz überprüfen und dann zurück zum Revier...“ schlug Ben vor. „Ja...machen wir das...“ nickte Semir. Ben reihte sich ein und fuhr ab. „Wenn wir schon mal hier sind, können wir uns ja auch erleichtern..“ meinte er als er am Toilettenhäuschen vorbei fuhr. „Ja...dann halt an...“ grinste Semir.

    Erstmal ein herzliches Danke schön an den sympathischen "Killer" Vasilis und natürlich auch an dich Steffi für das Interview und Nicky für die Bilder... ich freu mich immer wieder wenn ihr etwas online stellt....

    Ihr leistet klasse Arbeit... :thumbup:

    Alessandro Borsellino saß in einer Ecke des Cafés Venezia, unweit des Colosseums, und trank ein Glas Rotwein, während er auf Paula wartete. Nervös tippte der Mann mit dem dichten Drei-Tage-Bart und der markanten, kurzen Narbe über der linken Augenbraue mit seinen Fingern auf dem runden Tisch herum, spielte ab und zu mit dem leeren Weinglas herum und sah immer wieder auf sein Handy. Er hatte in seinen 36 Lebensjahren und den 8 Jahren als Commissario beim Direzione Investigativa Antimafia, des Kriminalamtes zur Bekämpfung der Mafia und des Organisierten Verbrechens allgemein, gelernt, dass überall, selbst in diesem, seinen Lieblingscafé, die Mafia gegenwärtig sein kann. Es verging in Rom kein Tag, wo man nicht wenigstens die Leiche eines Informanten fand, entweder ein Mafia- oder ein Polizeispitzel. Meist wurden beide von der Mafia ermordet, weil der Spitzel bei der Polizei von den Beamten aufgedeckt wurde und dadurch eine Gefahr für die Mafiosos wurde. Selbst die Staatsanwälte, jedenfalls die meisten, und auch die Richter und Anwälte waren vor den Anschlägen der „ehrenwerten Gesellschaft“ nicht sicher. Diejenigen, die den Mut aufbrachten, Anklage gegen die verhafteten Bosse zu erheben, wurden von den Anhängern dieser Familie ohne Wimpernzucken unschädlich gemacht. Das Volk hatte schon lange genug von diesen Anschlägen, doch die Zweige der Familien reichten bis in die Justiz und Politik hinauf. „Ciao Alessandro.“, kam es plötzlich hinter ihm hervor. Er drehte sich um und sah in die vorwitzigen, blauen Kulleraugen der kleinen, zierlichen Reporterin mit dem langen, blonden Haaren mit den schwarzen Strähnen am Haaransatz. Er stand auf und küsste seine Bekannte auf beiden Wangen. „Ciao Paula.“, erwiderte Alessandro und bot ihr seinen Stuhl ansetzte sich ihr gegenüber. Sie grinste vorwitzig und nahm den restlichen Schluck aus Alessandros Weinglas, der sich noch auf dem Boden befand. „Guter Geschmack.“, meinte sie und bestellte sich auch einen und dazu ein kleines Wasser. „Also Paula, was hast du für mich?“, wollte der Commissario wissen und zupfte an seinem Bart herum, während er auf den Kellner wartete und sich in der Umgebung, sie saßen auf der Straßenterrasse, umsah. „Alessandro, ich habe gerade mit einem Informanten gesprochen... er behauptet, dass er etwas gegen Don Marcelleo für die Polizei hat.“, fing sie an und wartete dann, bis der Kellner wieder weg war. „Sein Name ist Stefano... er will mit uns sobald wie möglich sprechen.“, meinte Paula. Alessandro ließ sie ausreden, fuhr aber dann dazwischen. „Moment... was hat er denn herausgefunden? Bevor ich mich da in ein Abenteuer stürze, will ich wissen, worum es geht.“, meinte er und nippte an seinem Weinglas, das nun wieder gefüllt war. „Na gut, pass auf.“, meinte sie und fing an zu erzählen. „Don Marcello hat seinen Enkel aus Deutschland entführen lassen und dessen Freunde, zwei deutsche Kollegen, sind hier, um ihn wieder zurückzubringen. Anscheinend waren sie gestern bei dem Don oben in seiner Villa und zwar nicht freiwillig.“, erklärte sie und sah den Commissario nun abwartend an, dessen Unterkiefer hin und herging, weil er nachdenklich mit den Zähnen knirschte. „Hm, dann sollten wir mal wirklich mit den beiden Kollegen aus Deutschland reden und zwar, bevor sie wieder Besuch von Don Marcellos Männern kriegen.“, meinte Alessandro und warf einige Euro-Münzen auf den Tisch, nahm Paula an der Hand und führte sie zu seinem Wagen, der etwas abseits in einer Seitenstraße geparkt war. Er hoffte inständig, dass dieses Gespräch nicht belauscht worden ist, denn in Rom war man nie sicher... und so konnte er es auch dieses Mal nicht sein.

    Semir hatte ausgiebig geduscht und trat wieder ins Zimmer, wo Ben nachdenklich im Sessel saß und aus dem Fenster sah. „Hey... na komm, lass den Kopf nicht so hängen.“, meinte der Deutschtürke und setzte sich neben seinen Partner. „Semir, ich habe Angst ... Angst um uns und um Nico. Diese Männer sind hier noch unberechenbarer, als bei uns.“, murmelte Ben und seine Augen strahlten tiefe Besorgnis über den Vorfall von heute Nachmittag aus. „Wir brauchen Hilfe...“, kam es von Semir. „Aber wie? Wir kennen hier niemanden. Wir sind hier für die doch wie Freiwild. Wenn wir über die nächste Straße gehen, können die uns locker über den Haufen schießen.“, erwiderte Ben. „Hey, mach dir den Kopf nicht so schwer. Komm, lass uns erstmal im Hotelrestaurant essen gehen. Ich hab einen Bärenhunger.“, meinte Semir lächelnd. Ben nickte zustimmend und hörte dann, wie sein Magen laut knurrte. Beide lachten laut und verließen ihr Zimmer.

    Im Restaurant des Hotels suchten sie sich einen Tisch aus, von dem man alles überblicken konnte. Semir bestellte ein Hühnchengericht, während Ben eine Pizza nahm. „Weißt du… wenn wir es richtig anstellen, dann können wir auch gewinnen..“, meinte Semir kauend. Ben nickte nur und biss in die Pizza. „Wirklich… wir sollten zur Polizei gehen und denen sagen, das und dieser Marcello entführen ließ. Die Kollegen werden ihn verhaften und gut ist.“, grinste Semir. Ben nickte nur. „Das ist etwas schwieriger als Sie denken, meine Herren…“, kam plötzlich eine Stimme hinter Semir. Mit einer schnellen Bewegung ruckte er herum. Er konnte sich nicht von Angst freisprechen, als er den hochgewachsenen Mann sah. „Wer sind Sie? Was wollen Sie?“, fauchte Semir sofort. „Ich will lediglich mit Ihnen reden. Aber nicht hier. Auf Ihrem Zimmer wenn Sie nichts dagegen haben.“, bat der Unbekannte. Semir sah zu Ben. Dieser zog die Schultern hoch. „Sind Sie allein?“, fragte Semir heiser. Angst, dass dieser Mann von der Mafia war, schien sehr groß zu sein. „Nein nicht ganz. Ich habe noch eine weibliche Begleitung. Ich will Ihnen nichts tun, aber ich finde wir sollten reden.“, bat der Mann erneut. Semir aß fertig und nickte dann. „Okay… reden wir.“, meinte er dann.

    Auch Ben machte Schluss und fuhr nach Hause. Er schaltete den Fernseher an und hörte nur mit halben Ohr die Nachrichten. Nachdem er sich etwas zu essen gemacht und einen Tee getrunken hatte schaltete er den Kasten aus und legte sich ins Bett. Es dauerte keine Fünf Minuten bis er eingeschlafen war. Der Nachtdienst war anstrengend gewesen, obwohl nichts los war. Aber genau das war es ja, was Semir am Schreibtisch einschlafen ließ, Langeweile...warten darauf, dass das Telefon klingelte, oder das die Kollegen einen Hilferuf absetzten... doch nichts....die Acht Stunden gingen einfach nicht rum. Ben hatte obwohl es untersagt war am PC gespielt und auch Semir lugte mit müden Augen auf seinen Bildschirm wenn es wieder rumste. Ben sah ihn mitleidig an, es musste schwer sein, wenn man in der Nacht arbeiten musste aber am Tag nicht die Ruhe bekam, die man brauchte um neue Kraft zu tanken, aber das war wohl so, wenn man eine Familie hatte Und Semir hatte zwei Kinder. Aida konnte sicher verstehen, wenn man ihr sagte, dass der Papa schlafen musste. Aber Basti...sein Patenkind verstand es nicht. Er schrie halt wie es ein Baby macht. Alle drei oder vier Stunden wollte er sein Recht haben, Hunger, Windeln wechseln....und dann bekam Andrea schließlich auch Besuch am Tag. Da war die Idee das Gästezimmer, welches nicht direkt am Wohnzimmer und auch nicht an den Kinderzimmern grenzte, das Beste. Er selbst hatte schon des Öfteren das Zimmer genossen. Ben schlief mit den Gedanken an Semir und seiner Familie noch einmal ein und erwischte sich dabei, dass er selbst an eine Familie dachte. An Kinder...an einer Frau...die auf ihn wartete wenn er Feierabend hatte. Doch erst einmal musste er die Richtige finden. Die richtige Frau. Und das war nicht so einfach. Er wusste nie, ob die Frau nur das Geld, was er einmal von seinem Vater erben würde wollte oder ihn wirklich liebte. Sein Wecker riss ihn aus seinem Traum heraus und ließ ihn aufstöhnen. Müde kroch er aus dem Bett und ging duschen. Anschließend aß er eine Kleinigkeit und fuhr zur PAST.

    Semir lag friedlich im Gästezimmer und schlief während Andrea sich um die Kinder kümmerte. Sie ging einkaufen mit Ayda und Bastian und besorgte alles für das Essen um Semir nachher etwas tolles kochen zu können. Schade das er ausgerechnet in dieser Woche Nachtdienst hatte, aber so stand es nun einmal im Dienstplan und mit wem hätte er tauschen sollen? Doch nächste Woche hatte er frei...die ganze Woche und da konnten sie einiges nachholen. Ausgehen, während der Babysitter sich um die Kinder kümmerte. Essen gehen...Kino....eine Fahrt auf dem Rhein...einfach nur super.. dachte Andrea während sie den Wagen voll packte. Andrea fuhr zurück. Sie brachte Bastian und Ayda zum Mittagsschläfchen ins Bett und machte sich dann daran das Essen vorzubereiten. Semir musste spätestens um vier wieder aufstehen und dann hatte er großen Hunger. Sie sehnte sich die nächste Woche herbei, wo er frei hatte und mit den Kindern zusammen sein konnte. Er war so ein liebevoller Vater und gab sich alle Mühe, wenn er die Zeit hatte, doch die war sehr knapp bemessen. Niemand konnte voraussagen, ob die Woche wo er eigentlich frei hatte, tatsächlich frei blieb, denn es konnte immer sein, dass ein Notruf ihn aus der wohlverdienten Ruhephase holte. Doch noch hoffte sie auf eine entspannte Woche. Die Zeit verging im Fluge und als Andrea gerade die Kartoffeln vom Herd nahm kam Semir in die Küche. Er war bereits geduscht und sah erholt aus. „Hast du gut geschlafen?“ wollte Andrea wissen. „Ja...wie ein Murmeltier...“ bestätigte Semir und küsste seine Frau. „Aber ich habe ein schlechtes Gewissen dir gegenüber...“ gab er leise zu. „Aber warum denn?“ harkte Andrea nach. „Nun ja....weil ich im Gästezimmer schlafe...ich meine...Basti ist auch mein Sohn...und wenn er schreit, dann sollte ich auch mal aufstehen...“ erklärte Semir. „Semir...Schatz...du musst arbeiten und im Augenblick hast du Nachtdienst. Das ist doch schon sehr anstrengend...mach dir mal keine Gedanken...ich schaff das schon...“ beruhigte Andrea ihn und küsste ihn erneut. „Aber...ich hab zu wenig Zeit für euch...nächste Woche, da wirst du verwöhnt werden...und dann werde ich die Kinder versorgen... kochen...aufräumen....“ versprach Semir. Andrea lachte auf. „Semir....versprich nichts was du nicht halten kannst. Und nun wird gegessen...holst du Bastian und Ayda runter?“ bat Andrea während sie den Tisch deckte. Semir nickte und verschwand. Nur wenig später saß die gesamte Familie am Tisch und aßen. Ayda erzählte ihrem Vater was sie im Kindergarten gemacht hatte und Semir hörte aufmerksam zu. Seine Tochter hatte viel zu erzählen.

    „Brauchen Sie noch was?“ wollte Semir wissen, als er den Tisch abräumte. „Nein danken… Sie sind ein wunderbarer Koch… Ihre Frau kann sehr stolz auf Sie sein.“ lobte Kim ihn. „Danke…ist ja nichts Besonderes. Ich koche sehr gern…“ lächelte Semir dem der Lob etwas peinlich war. „Sie brauchen sich gar nicht zu verstecken. Ich hoffe nur dass Jäger etwas findet. Eine Spur zu Marlon Wiesheu, damit ich weiß ob er dahinter steckt oder nicht. Bisher bin ich mir nicht sicher, es ist schon wahr, die Handschrift sie war seiner sehr ähnlich. Ich meine vielleicht gibt es ja mehr Personen die die gleiche Handschrift haben. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass er mich jetzt nach drei Jahren bedrängen sollte. Was hat er davon. Er kann doch andere Freundinnen haben.“ Erklärte Kim. „Als Sie mit ihm zusammen waren….hatte er Sie gebeten ihn zu heiraten?“ wollte Semir wissen. „Nein…also nicht direkt. Für ihn war klar, dass wir für immer zusammen bleiben. Die erste Zeit war ja auch sehr schön und…er war sehr fürsorglich. Auch auf der Polizeischule. Alle haben mich beneidet. Aber als wir dann zusammen zogen, da änderte er sich. Er kontrollierte mich, öffnete meine Post und wollte ständig von mir einen Bericht haben, mit wem ich zusammen kam.“ erzählte Kim. Semir merkte dass es dieser Frau, die er für eiskalt hielt gut tat sich zu öffnen. „Und dann haben Sie ihn verlassen?“ fragte Semir nach. Kim nickte. „Ja… für mich war das kein Leben mehr. Ich brauche meine Freiheit. Er war ziemlich fertig, als ich ging.“ gab sie zu. „Das kann ich verstehen. Aber das würde mich nicht dazu bringen, eine Frau zu beherrschen.“ nickte Semir. Kim lachte leise. „Das hört sich seltsam an. Ich meine, Sie sind ein Türke und wenn man den Vorurteilen glauben würde, haben Frauen bei Ihnen und Ihren Landsleuten keine Rechte…“ sagte Kim. „Das sind wie Sie schon richtig sagen, Vorurteile. Es ist nichts wahr. Die Frauen sind bei uns sogar was Besonderes. Sie versorgen uns, gebären uns Kinder und sie gehen auch arbeiten. Die Mädchen gehen zur Schule und machen eine Ausbildung. Wir beherrschen die Frauen nicht. Außerdem bin ich in Deutschland groß geworden.“ grinste Semir. „Ich bin müde und werde mich nun hinlegen. Warten Sie noch auf Jäger?“ wollte Kim wissen. „Nein…. Er kommt morgen früh erst wieder. Ich werde mich auch hinlegen.“ gab Semir bekannt.

    Kim ging in ihr Zimmer und zog die Gardinen zu. Den Balkon ließ sie auf Kipp stehen. Ein kurzer Blick auf den Balkon ließ sie jedoch zusammen zucken. Als dann das was sie entdeckte an die Fensterscheibe sprang schrie sie laut auf. Sofort stand Semir im Zimmer. Die Waffe im Anschlag. Doch er sah nur Kim am Fenster stehen. „Was ist?“ fragte er. „Frösche….ich hasse Frösche…“ stieß sie aus und zeigte auf das Fenster. Semir rollte die Augen. „Wegen den Viechern schreien Sie?“ wollte er wissen. „Ja…aber jetzt bin ich mir ganz sicher das Marlon dahinter steckt… er weiß dass ich Frösche hasse…“ sagte sie leise. Semir berührte ihre Schulter. „Sie sollten sich schlafen legen..“ gab er den Rat. Kim nickte. Sie legte sich hin und zog die Decke bis ans Kinn. Semir lächelte und verließ den Raum. Doch nur wenige Sekunden später wurde er zurück geschleudert. Er landete am Boden und stieß ein leises Stöhnen aus. „Hallo Kim…“ ertönte die Stimme Marlons, der nun das Zimmer betrat. Die Waffe hatte er auf Semir gerichtet. „Marlon? Was soll das?“ wollte Kim wissen und setzte sich auf. „Oh…ich will dich ehelichen. Du bist für mich bestimmt… das weißt du doch…nur werden wir die Trauung vollenden…“ gab der Mann bekannt. „los aufstehen!“ fauchte er sie an. „Marlon… lass das… es ist vorbei… Seit drei Jahren ist es vorbei… ich will dich nicht heiraten!“ versuchte Kim so ruhig wie möglich von sich zu geben, doch die Stimme zitterte.

    Danke für den Link!

    Aber es könnte doch auch sein, dass schon am 29. April die Wiederholungen starten, denn die letzte neue Folge läuft am 22. April und in dem Artikel steht ja eigentlich nicht direkt, dass es erst am 13. Mai damit losgeht, oder?

    Aber warten wir lieber einfach mal ab... ;)

    *Ab dem 13. Mai ist dann wieder alles beim Alten: RTL sendet dann um 20.15 Uhr eine Wiederholung der deutschen Serie «Alarm für Cobra 11»* = Originaltext von Quotenmeter

    Ähm..der Satz hier sagt es eigentlich aus...aber sobald es bekannt ist, wird die Inhaltsangabe auch auf dieser Seite zu lesen sein...

    Semir brachte die Koffer von Kim in die Wohnung. „Welches Zimmer möchten Sie? Ich würde Ihnen vorschlagen das zu nehmen was nach hinten geht... da kommt so leicht niemand rein..“ meinte Semir nur. Kim sah sich die Wohnung an. „Sie wollen doch nicht wirklich auch hier bleiben, oder?“ fragte sie erstaunt. „Natürlich... ich beschütze Sie gemeinsam mit Ben. Wir werden uns ein Zimmer teilen. Nur keine Angst... wenn dieser Marlon Wiesheu denkt an Sie heran zu kommen, hat er sich geschnitten...“ lächelte Semir „Wenn...ich denke nicht, dass er es versuchen wird. Nicht hier. Ich meine noch ist es nicht ganz sicher...“ beruhigte Kim sich. „Chefin... Sie sagten doch, dass alles nach Wiesheu ausschaut. Und der ist verschwunden. Ich meine er könnte es sein.“ Gab Semir zu bedenken. ES klingelte an der Tür. Semir ging hin und sah durch den Spion. Niemand war zu sehen. „Keiner da....?“ murmelte er und öffnete vorsichtig die Tür. Auf der kleinen Matte stand ein Karton. Semir nahm ihn und trug ihn vorsichtig hinein. Kim sah ihm zu. „Was ist das?“ fragte sie. „Keine Ahnung... aber bevor wir öffnen, werde ich erst einmal fühlen, ob ich Drähte spüren kann... nicht das uns dieses Paket um die Ohren fliegt...“ sagte er leise und machte sich an die Arbeit. Doch es war nichts zu spüren. Er öffnete es dennoch vorsichtig und nur wenig später schrie er auf. Kim kam angerannt. „Was ist los?“ fragte sie als Semir die Tür der Küche fest geschlossen hielt. Der Kerl nervt mich…. Er hat uns Schlangen geschickt…“ stieß Semir aus. „Aber wie?“ fragte Kim entsetzt. „Ich weiß es nicht. Scheinbar beobachten wir ihn und er uns. Wir brauchen einen Schlangenexperten.“ gab er zu und telefonierte. Nur eine Stunde mussten sie ausharren, bis die gefährlichen Tiere aus der Wohnung gebracht wurden. „die Tiere waren alle ohne Giftzähne. Aber immerhin wäre ein Biss recht schmerzhaft gewesen.“ meinte sie nur und verschwand mit den Tieren.

    Am nächsten Morgen klingelte Ben Semir und Kim aus dem Bett. „Hey… ich schlag mir die Nacht über die Ohren und du machst auf lau…“ grinste er als Semir die Tür öffnete. „Ja danke… wir haben unliebsame Post bekommen…“ gab Semir bekannt. „Wie bitte?“ fragte Ben nach. „Ja... ein Karton mit Schlangen. Tödliche Schlangen… wir konnten sie zwar dingfest machen, aber wenn ich daran denke, die hätten uns…“ erzählte Semir. „Machen Sie nicht so einen Wind, Gerkan… Sie haben doch gehört, dass die Schlangen keine Giftzähne mehr hatten.“ Holte sie ihren Kollegen zurück. „Ja aber wenn also ich meine wenn…“ fing Semir an. Ben grinste nur. „Du solltest solche Schauermärchen erzählen, wenn niemand dabei ist…“ gab er den Tipp. Doch schnell wurde er wieder ernst. „Aber das heißt der weiß wo wir sind. Woher?“ wollte Ben wissen. Semir zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich meine… er könnte uns gefolgt sein, aber das glaub ich weniger. Ich habe ständig in den Spiegel gesehen. Ich wurde nicht verfolgt.“ dachte er laut nach. Okay… dann müssten wir ja eine undichte Stelle haben, oder aber der Kerl hat sich bei uns eingehackt…ich frag Susanne mal.“ schlug Ben vor. Semir nickte nur.

    Marlon lachte leise. Sicher werden die Drei gleich wieder umziehen. Und schon in der neuen Wohnung würde er die Frösche loslassen. Kim wird sich freuen, wenn sie diese niedlichen Tierchen sieht, dachte er bei sich. Tatsächlich wurden die Sachen aus der Wohnung gebracht und ins Auto geladen. Wieder ließ er sich Zeit mit der Verfolgung. Schließlich wusste er ja wo er suchen musste. Der kleine Chip unter der Haut von dem Kleinen zeigte wo sie waren. Das war besser als jede Observierung. Und das schöne war, niemand wusste es. Sobald sie mit den Tieren beschäftigt sind, wird er sich die Beiden holen. Und dann ist der letzte dran. Der zweite Trauzeuge. Dieser Kleine wird sicher weniger Probleme machen. Er sah dass das Signal zum Stillstand kam. „Da seid ihr jetzt… sehr schön…wunderbar.“ lachte er und fuhr zu der Adresse. Nun musste er nur noch den richtigen Augenblick abwarten. Wo waren sie in dem großen Haus…Im Erdgeschoss? Oder eher unterm Dach? Dachte er bei sich. Und dann sah er wo seine geliebte Freundin war. Das trifft sich sehr gut. Das Gerüst war perfekt aufgestellt und er kam an sie heran. Heute Abend wird die kleine Kim Besuch bekommen. Besuch den sie überhaupt nicht mag, lachte er in Gedanken und bezog seine Stellung vor dem Haus.

    Semir fuhr zu Yvonne, eine von Andreas Freundinnen die einen Blumenladen hatte. „Hallo Semir.....“ begrüßte sie ihn. „Hallo Yvonne.. ich brauche einen großen Strauß Rosen.“ bat Semir. „Oh....da hat Andrea ja verloren..“ lachte Yvonne. „Warum das denn?“ wollte Semir wissen. „Sie hatte mit mir gewettet, dass du den Tag vergisst...“ gab Yvonne zu. „Ach...ich vergesse doch nicht den Hochzeitstag...aber bitte...tu mir ein Gefallen...ruf sie nicht direkt an und sag, dass ich hier war okay? Ich will sie überraschen...“ lächelte Semir und bezahlten den Prachtstrauß. „Schon klar...einen schönen Tag wünsche ich dir....“ lachte Yvonne. Semir legte die Blumen vorsichtig auf den Rücksitz und winkte Yvonne noch einmal zu. Er fuhr nach Hause. Ein Blick auf die Uhr zeigte ihm, dass seine Frau und auch die Kinder sicher schon wach waren. Dennoch schloss der die Tür leise auf. „PAPA!!“ hörte er Ayda rufen und schon hatte er seine Tochter an seinem Bein. Semir konnte sie nicht hochnehmen, weil er die Blumen noch trug. „Süße....du überfällst mich ja..“ lachte er und versuchte Ayda mit einer Hand zu greifen. Doch die Kleine rannte schon wieder in Richtung Küche wo vermutlich Andrea und Sebastian waren. „MAMA!!! PAPA IST DA!!!“ verkündete die Kleine. Andrea sah um die Ecke und entdeckte natürlich den großen Blumenstrauß. „Oh Semir....ist der schön......ist der für mich?“ fragte sie unsinniger Weise. „Nein...die Blumen sind für meine Angebetete...“ grinste Semir und küsste sie innig. „Für wen denn sonst....“ hängte er an. „Semir...die sind wunderschön....du hast ihn also nicht vergessen...unseren Hochzeitstag...ich liebe dich...“ strahlte Andrea und stellte die Blumen in die Vase. „Du siehst müde aus...war der Dienst sehr anstrengend?“ wollt Andrea wissen. „Geht so...Routine aber ich hab die letzte Zeit zu wenig geschlafen...und...Andrea....ich...“ versuchte Semir zu erklären. Andrea streichelte sein Gesicht. „Du ziehst solange Basti noch schreit ins Gästezimmer?“ wollte sie wissen. „Ja...ich...ich brauche einfach Schlaf... gerade wenn ich Nachtschicht hab...“ nickte Semir. „Kein Problem...ich mach dir das Bett gleich fertig, dann gibt es was zu essen und dann....gehst du ins Bett...“ zählte Andrea auf. „Du bist die wundervollste Frau, die sich ein Mann wünschen kann....“ lobte Semir sie und küsste sie erneut. Sebastian fing an zu weinen. „Oh...er ist schon wieder da...“ lachte Andrea und löste sich. „Ich hole ihn....“ gab Semir zurück und holte seinen Sohn aus seinem Bettchen. „Na du kleiner Quälgeist.....wie geht es dir denn heute?“ fragte er sanft und wiegte das Baby in seinem Arm. Der Kleine sah ihn an, die großen braunen Augen, die noch nicht viel gesehen hatten, erkannten sofort den Papa und beruhigte sich schnell. „Du bist ganz schön verwöhnt....mein Sohn....“ lächelte Semir ihn an.

    „So...und du willst dir diesen Jäger also vornehmen? Weil er dich eingebuchtet hat... und nun bist du grade raus und willst dich direkt an den Bullen rächen, der dich in den Knast gebracht hat...du spinnst doch völlig!“ stieß Torben Schneider aus und sah Oliver Hampe an. „Weißt du warum? Weil er mir mein Leben versaut hat...! Jawohl...wenn er nicht gewesen wäre, dann...dann...“ suchte Hampe nach den richtigen Worten. „Du bist schneller in den Knast als du denkst, wenn du den Kerl nicht in Frieden lässt.. Was willst du denn tun? Ihn töten?“ wollte Torben weiter wissen. „Darauf wird es auslaufen...ja...aber vorher wird er winseln...er wird mich anwinseln und um sein Leben betteln...ich werde sein Umfeld komplett zerstören...“ drohte Hampe Torben schüttelte den Kopf über diesen Starrsinn. „ Ich weiß genau was ich machen will...dieser Jäger hat mir den Stoff zu besorgen, den er mir vor drei Jahren versaut hat. Weißt du was er getan hat? Weißt du das? Erst fängt er mit meiner Freundin ein Techtelmechtel an und dann wendet er das, was die dumme Kuh sagt gegen mich an...nee... nicht mit mir...“ drohte Hampe. „Du denkst er bringt dir das was du willst...wie willst du das den anstellen? Du kommst keine drei Meter an ihn ran..ohne das er dich wieder festnimmt..“ zweifelte Torben. Hampe grinste. „Ja..da könntest du Recht haben, deshalb habe ich mir auch was Tolles ausgedacht. Lena ist eh von der Bildfläche verschwunden. Was die Tusse macht ist mir ziemlich egal....aber weißt du was..Jäger wird freiwillig zu mir kommen...“gab er von sich. Torben schüttelte den Kopf. „und den Plan wirst du uns doch sicher sagen...ich meine Horst und Ralf wollen es sicher auch wissen...“ meinte er und sah die anderen Beiden an. Oliver sah ihn grinsend an. „Ich habe da etwas ganz Besonderes....eine Familie, die ihm sehr nahe steht...ein Kollege bei der Autobahnpolizei...wo Jäger hin gewechselt hat... er jagt jetzt Autobahnraser...“ lachte er. „Du willst einen Kollegen von Jäger schnappen um an ihn heran zu kommen?“ wollte Horst Kohlhoff, ebenfalls von Ben ins Gefängnis gebracht, wissen. „Ja...das hat einen besonderen Hintergrund. Dieser Gerkan....ist gerade Papa geworden und der Pate ist Jäger....was meinst du wird er für das Balg tun? Richtig....Alles... und darauf setze ich. Ich werde drohen, die Familie zu erschießen, wenn er nicht kommt....und dann werden wir uns absetzen. Mit Gerkan und Jäger...“ grinste Oliver. „Du willst beide mitnehmen? Die Bullen werden uns jagen!“ stieß Rolf aus. „Deshalb nehme ich beide mit....so brauchen die Anderen länger uns zu finden. Und bis sie uns gefunden haben... oder denken uns gefunden zu haben, werden wir längst über alle Berge sein. Jäger und Gerkhan werden tot sein....“ strahlte Oliver. „Du bist wahnsinnig...aber genau deshalb bin ich dabei...“ grinste Torben. „Ja...und ich auch....“ kam von Rolf Volkmann und Hort Kohlhoff. „Super...ich wusste dass ich mich auf euch verlassen kann. Alles ist vorbereitet..“ erklärte Oliver. „Woher weißt du denn, dass Gerkan gerade Papa geworden ist? Hast du die Geburtsanzeigen gelesen?“ lachte Torben. Oliver schüttelte den Kopf. „Nein...meine Schwester lag mit Andrea Gerkan in einem Zimmer....daher weiß ich das... und sie hat mir erzählt, dass auch Ben Jäger unter den Besuchern war....“ erklärte er.

    Semir schrie auf und sah sich irritiert um. Er war nicht in seinem Wagen sondern saß am Schreibtisch. Völlig erschrocken sah er Ben an, dem die Tür aus der Hand ins Schloss gefallen war und ihn weckte. „Entschuldige...ich wollte dich nicht wecken..“ kam sofort von Ben. „Schon gut….boah…verdammt…welchen Tag haben wir?“ stieß Semir etwas atemlos aus. „Welcher Tag? fragte Ben irritiert. „Ja…welcher Tag...“ nickte Semir erneut. „Heute ist der 6. April….warum?“ harkte Ben nach. „Hey… alles okay?“ hängte er an. „Ja…nein…oh man… ich hatte eine Alptraum…“ stieß Semir aus. „Alptraum…aha…und was ist passiert?“ wollte Ben neugierig wissen. „Andrea und ich haben gestritten und…ich bin dann weg. An einer Ampel setzen sich vier maskierte Männer ins Auto und bemerken dass ich ein Bulle bin...und…und…dann drückte der eine mir die Waffe an den Kopf und dann knallte es.“ erzählte Semir. „Du scheinst die letzten Nächte ziemlich wenig Schlaf zu bekommen. Ist es dem Kleine?“ wollte Ben besorgt wissen. „Ja…er schläft noch nicht durch und…alle drei Stunden…ich bin schon am überlegen, ob ich die Zeit über im Gästezimmer schlafen. Andrea hat es mir auch schon vorgeschlagen. Ich glaube ich werde es ab heute tun.“ nickte Semir. „Aber nur weil die Typen in deinem Traum in deinem Auto stiegen fragst du mich doch nicht nach dem Datum oder?“ kam skeptisch von Ben. „Nein…unser Streit…der fing an, weil ich unseren Hochzeitstag vergessen habe…“ erklärte Semir. „Aber das hast du nicht...oder?“ harkte Ben nach. „Nein...er ist heute...ich muss gleich noch Blumen kaufen....boah...das war verdammt hart....“ stieß Semir aus und wischte sich über die Stirn. „Hey...es war ein Traum....vielleicht unbewusst dein schlechtes Gewissen wegen dem Hochzeitstag..“ versuchte Ben seinen Kollegen zu beruhigen. Semir nickte. „Da könntest du Recht haben....Wie spät ist es?“ fragte Semir. „Gleich neun Uhr...noch ne halbe Stunde und wir haben Schluss...dann einfach nur schlafen und heute Abend wieder hier...“ erklärte Ben. Semir nickte nur. Er zeigte es nicht, aber der Traum ließ ihn nicht los. Er trank den Kaffee, den Ben ihn hinstellte. „Ich fahre jetzt zum Blumenladen und hole für Andrea einen großen Rosenstrauß...“ verkündete er und erhob sich. „Alles klar...bis heute Abend und gib meinem Patenkind einen dicken Kuss.“ meinte Ben nur.

    Andrea stand am morgen früh auf. Sebastian schien noch zu schlafen. Sie sah stolz auf den kleinen Jungen und lächelte zufrieden. Wie süß er doch war...er sah aus wie Semir. Das Kinn...die Augen....und sogar die Gestik im Schlaf, erinnerte an ihren geliebten Mann. Dieser hatte Nachtdienst und würde sicher bald kommen. Ob er wohl heute an den Tag gedacht hatte? Der Tag an dem das Glück vollendet wurde? Vor sieben Jahren hatten sie sich das Jawort gegeben. Das verflixte 7. Jahr....dachte Andrea dann und erinnerte sich was ihre Mutter über dieses für viele Ehen gefährliche Jahr . Doch dann lachte sie leise. Selbst wenn Semir es vergessen hätte, könnte sie es ihm verzeihen, denn im Augenblick stand er unter großem Stress und da war es sehr gut denkbar, dass er es vergaß. Sie würde es ja bald erfahren. Sebastian meldete sich. „Hallo mein Kleiner....hast du gut geschlafen?“ fragte sie sanft und nahm das Baby vorsichtig hoch. „Oh ….da hat aber jemand ganz großen Hunger...“ lachte sie, als der Kleine direkt den Mund öffnete, als sie ihn leicht berührte. Sie setzte sich in den bequemen Stuhl und stillte Sebastian. Nur wenig später kam auch Ayda ins Zimmer und gab ihrem kleinen Bruder einen Kuss auf die Stirn. „Bastian....“ sagte sie dabei. Andrea lächelte leicht. Ayda schien nicht einmal eifersüchtig zu sein. „Darf ich ihn binden?“ fragte die mittlerweile vierjährige. „Wickeln....hmmm....du kannst schon mal alles hinstellen. Eine Windel, Salbe, Puder, Tücher...und dann kommt die Mama gleich mit Basti zu dir...okay?“ wollte Andrea wissen. Ayda nickte und ging zum Wickeltisch. Sie stellte alles erforderliche auf die Ablage und rief dann „FERTIG, Mama!!“ Andrea nickte. „ich komme gleich mein Schatz...Bastian hat ganz großen Hunger....“ gab sie zurück.

    Im Büro sah Semir zu Ben. „Der ist doch völlig bescheuert. Wieso können manche Kerle nicht damit leben, wenn die Frau sich trennt?“ fragte er. Ben zog die Schultern hoch. „Ich weiß es nicht. Aber ich habe große Sorge, dass wir es bald erfahren könnten. Dieser Typ scheint echt durchgeknallt zu sein. Allerdings gibt es keine Akte über ihn. Also hält er sich im Rahmen der Gesetze auf. Das wiederum heißt aber auch, dass er sich damit auskennt. Vielleicht war er Polizist oder aber er ist noch einer...“ murmelte Ben nachdenklich. „Nee aber er war mit ihr auf der Polizeischule. Die hat er abgebrochen. Ich habe mir die Akte kommen lassen. Dieser Wiesheu ist unzurechnungsfähig und jähzornig … so steht da hier. Ähm.... Moment... ah hier... eine gewaltfreie Lösung fiel Herrn Wiesheu bei der Prüfung zu einer Geiselbefreiung nicht ein. ... So schreibt es ein Psychologe und rät ihn nicht bei der Polizei aufzunehmen. Das wurde dann auch nicht gemacht. So schnell kann es gehen.“ Grinste Semir. Susanne kam herein und brachte die Schlüssel der Wohnung mit. „So... dann wollen wir mal. Wo ist die Chefin?“ wollte Semir wissen und stand auf. „Sie müsste in ihrem Büro sitzen...“ meinte Susanne nur. Semir wollte gerade raus, als Ben, der auf der Tastatur herum tippte auflachte. „Semir... ich hab die Adresse von diesem Wiesheu... was ein dummer Tippfehler doch manchmal für Auswirkungen hat. Er wohnt in Neuss.“ Lachte er. „Tippfehler?“ fragte Semir irritiert. „ja... anstatt Wiesheu habe ich nur Wiesheu angegeben...und das hat wohl auch der Kollege der die Daten angelegt hat getan. Marlon Wiesheu.... wohnhaft in der Cleversche Straße 3 in Neuss Norf... Auf zum Feind...“ schlug Ben vor. Semir sah ihn an. „Ähm....du willst da hin? Was ist mit der Chefin? Die können wir nicht allein lassen, nachher kommt sie noch auf dumme Ideen...“ gab Semir zu bedenken. Ben nickte. „Gut... dann bleib du hier und ich fahre hin. Nur keine Sorge... ich will mich nur umsehen...“ lachte Ben und verschwand.

    Kim sah wie Ben abfuhr aber sie sah Semir nicht im Wagen sitzen. Dennoch hoffte sie, dass beide im Wagen waren und verließ auf leisen Sohlen ihr Büro. „Oh...Chefin... wollten Sie weg?“ riss Semirs Stimme sie aus ihren Gedanken. „Ähm ...Semir... ich dachte ... dass Sie und Ben...also...“ erklärte Kim nervös. Semir schüttelte den Kopf. „Nein wir wollten Sie nicht ganz allein lassen. Wo wollten Sie denn hin?“ fragte Semir. „Das würde ich gerne von ihnen wissen, wo Ben alleine hin ist. Sagte ich nicht, dass wir Marlon nicht unterschätzen dürfen?“ stellte sie die Gegenfrage. „Ben überprüft nur die Meldeadresse von ihrem Schatten, mehr nicht.“ behauptete Semir. „Ach ja, mehr nicht. Wieso ist er alleine unterwegs und nicht mit ihnen?“ kam die nächste Frage von Kim. „Chefin, lenken sie nicht vom Thema ab. Sie wollten gerade raus, also wohin?“ stellte Semir forsch fest. „Nun gut, ich wollte zu Marlons alter Adresse in Düsseldorf. Da können wir ja dann gemeinsam hinfahren. Wenn sie schon mal hier sind. Ich hoffe nur Ben macht keine ungeplanten Alleingänge.“ sagte sie leise. „Ben ist unterwegs nach Neuss. Die alte Adresse, die Sie ja wohl kannten, hat er im Computer gefunden.“ gab Semir leicht wütend von sich. Kim nickte. „und was machen wir jetzt?“ wollte sie wissen. „Wir beide fahren in die Schutzwohnung. Frau Krüger.... Sie werden künftig ohne mich oder Ben keinen Schritt mehr machen. Der Typ hat Sie ja wohl auf dem Kicker oder?“ befahl Semir. Kim konnte dem nur beipflichten.

    Marlon sah wie einer der Beamten weg fuhr. „Na... wohin willst du denn allein?“ fragte er erstaunt als er sah, das es der neue Freund von Kim war. „Ich würde dir ja gern folgen, aber...nein... mit dir beschäftige ich mich ...halt warte... ja erst werde ich dich holen und dann Kim und dann den anderen .... das ist gut... das ist sehr gut...“ sagte er leise zu sich selbst und hängte sich an Ben Jäger ran. Es verwunderte ihn nicht wirklich, dass dieser zu seiner alten Wohnadresse fuhr. Damit hatte er schon viel früher gerechnet. Aber lieber spät als gar nicht. Marlon achtete darauf, dass er nicht auffiel. Schließlich wollte er seinen ersten Trauzeugen nicht bei einem Unfall verlieren. Mit einem gebührenden Abstand folgte er dem grauen Mercedes und kam in der Middelsfährer Straße an. Er sah wie der junge Kommissar ausstieg und zum Haus ging. „Mein lieber Freund... dort wirst du keinen mehr antreffen.“ lachte Marlon. Doch er wollte noch nicht zugreifen... erst wenn er sich sicher war wo Kim steckte, konnte er anfangen einen nach dem Anderen zu holen. Doch vorher wollte er noch etwas psychologischer vorgehen. Die Nerven sollten zum Zerreißen gespannt sein. Ob Kim wohl immer noch Angst vor Fröschen hatte? Das wollte er herausfinden. Wo fand man am meisten Frösche? So selten wie die Tiere schon waren... er dachte nach. Und dann hatte er die Lösung... ein Freund von ihm hatte einen Gartenteich angelegt und dort würde er sich ein, zwei oder drei Exemplare finden. Gesagt getan. Er fuhr hin und holte sich die Tiere ab. Nun musste er sie nur noch zu Kim bringen. Scheinbar haben die Bullen noch nicht gemerkt, dass einer von ihnen ein Verräter sein wird. Um Ben Jäger, dem neuen Freund würde er schon später kümmern. Er sah auf seinen Monitor und wusste wo er hin musste.

    Nico saß in seinem Zimmer welches für ihn ein Gefängnis war. Kein Telefon. Kein Handy, Kein Computer. Das einzige was er hatte war ein Fernseher und ein Radio. Essen bekam er ins Zimmer gebracht. Wie konnte er hier weg kommen? Wo sollte er hin? Sein Onkel und Luciano hatten ihm alles abgenommen. Ausweis, Geld... einfach alles. Er saß hier fest. Ob Ben und Semir ihn retten würden? Wenn ja … Wie wollten sie es anstellen? Sie konnten nicht einfach herkommen und ihn befreien. Vielleicht sollte er so tun, als ob er doch zur Familie zurückkehren will. Und dann… wenn es die Situation ergab, fliehen. Den Gedanken verwarf er jedoch sehr schnell. Luciano würde ihm nie vertrauen. Er würde ihn gern abschießen. In den Rücken… heimtückisch… Seine Tür ging auf. „Los komm! Ich habe eine sehr schöne Überraschung für dich.“, sagte Luciano und winkte ihm zu. Nico stand langsam auf. Wenn Luciano sagte eine schöne dann war es genau das Gegenteil…

    „Er schläft.“, meinte Felipe auf und traf Semir mit einem heftigen Tritt in die Seite, sodass dieser, von den Schmerzen erwacht, sich stöhnend zusammen krümmte. „Ich korrigiere... er hat geschlafen.“, lachte Felipe und winkte dann die beiden Männer zu sich. „Los, es geht nach oben ... Don Marcello will mit euch reden.“, zischte er und zog Semir eigenhändig am Kragen hoch, was nicht schwer war, da der Deutschtürke noch immer von der Schlafdroge ziemlich benebelt war. Ben jedoch wehrte sich gegen den Griff seiner „Begleiter“, wand sich und trat aus, doch bald musste er einsehen, dass es keinen Sinn hatte. Der Griff der Beiden war einfach zu fest, als das er sich hätte befreien können.

    Don Marcello saß auf der großen, steinernen Terrasse, die einen wunderbaren Blick auf die hügelreiche Umgebung und die nicht allzu weit entfernte Stadt bot, und ließ sich sein Essen schmecken, während Luciano mit Nico im Schlepptau nach draußen trat. „Ah... setz dich mein Junge und iss mit mir... der Fisch ist frisch und ausgezeichnet.“, meinte der alte Mann und wies auf einen Platz neben ihn. Doch Nico weigerte sich. „Ich habe keinen Hunger und ich werde mich nicht neben dich setzen.“, zischte er und verschränkte die Arme wie ein bockiges Kind, doch sein Großvater gab Luciano nur einen Blick und dieser zwang Nico auf den Stuhl und presste ihn auf die Schultern am Sitzpolster fest. „Warum wehrst du dich so sehr dagegen? Du gehörst zu uns... unser Blut fließt in deinen Adern. Wehr dich nicht länger.“, riet ihm Don Marcello und sah ihn mit seinen festen Blick an, der Nico erstarren ließ und wie ein hypnotischer Blick zu wirken schien. Er konnte sich kaum dagegen erwehren, geschweige denn, diesem Blick ausweichen. Nico wich diesem Blick endlich aus, sah auf die entfernten Hügel hinaus. „Warum ... warum könnt ihr mich nicht einfach mein Leben leben und mich in Ruhe alt werden lassen?“, fragte Nico mit Verzweiflung in der Stimme. „Mein lieber Junge... du gehörst zu uns ... und du gehörst mir. Seit dem Tag deiner Geburt bist du ein Teil von mir. Dein Vater ist mein Sohn und du bist sein und irgendwann auch mein Erbe. Ich will, dass du dich dessen bewusst wirst und mich stolz machst. Aber wehe, du solltest mich hintergehen...“, drohte der Don und hielt Nico das Fischmesser symbolisch gefährlich nahe unter die Nase.