„Was können wir nun gegen diesen Don Marcello tun?“, fragte Ben den Commissario und sah mit seinen Augen immer wieder zu der Reporterin hinüber, die ihn ebenfalls flirtend anlächelte. „Ehrlich gesagt... ist es ziemlich schwierig, ihn da wieder rauszuholen, ohne, dass man nicht eine direkte Verbindung in die höheren Kreise der Familien hat.“, erklärte Alessandro und sah die ganze Sache ziemlich pessimistisch, doch Semir wollte sich mit dieser Antwort nicht zufrieden geben. „Es muss doch eine Möglichkeit geben, den Jungen dort wieder rauszuholen und die ganze Familie ins Kittchen zu stecken.“ „Das ist hier nicht so einfach... hier herrschen andere Gesetze, als in Deutschland. Hier haben die Familien mehr Einfluss auf Justiz und Politik, als in anderen Ländern. Selbst die Polizei ist vor ihren korrupten Methoden und Einschüchterungsterror nicht sicher.“, erwiderte Alessandro mit bitterer Stimme und musste unweigerlich an seinen toten Partner denken.
„Dann müssen wir diese Leute eben aus der Reserve locken!“, meinte Semir nachdenklich. Alessandro sah ihn an. „Wie wollen Sie das bitte machen? Wollen Sie ihn nach Deutschland entführen? Sie kommen an diesen Nico nicht mehr ran. Lassen Sie ihn einfach hier und fahren wieder nach Hause. Es wäre sicherer und gesünder für Sie.“, empfahl Alessandro. Doch er tat dies um zu testen wie ernst es den Beiden mit ihrer Idee war. „Darauf können Sie lange warten! Ich werde Nico nicht diesen Schweinen überlassen. Er ist nicht wie sie. Er will nicht töten!!“, fauchte Ben wütend. Alessandro lächelte leicht. „Es ist Ihnen also ernst. Gut… dann können Sie mit meiner Hilfe rechnen. Ich warte schon lange auf die Gelegenheit Don Marcello in den Arsch zu treten.“, nickte er.
Semir sah Ben an als Alessandro gegangen war. „Was hältst du von ihm?“, wollte er wissen Ben zuckte mit den Schultern. „Er schient genau wie wir darauf erpicht zu sein, diesem Don eins auszuwischen. Macht einen sehr vernünftigen Eindruck.“, nickte Ben. „Ja das denke ich auch. Mal im Ernst… was wollen wir machen?“, wollte Semir wissen. „Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich es Nico schuldig bin… Er darf nicht hier bleiben.“, sagte Ben leise und sah aus dem Fenster. Und dann hatte er die Idee. „Was hältst du davon, wenn wir ihm Konkurrenz machen?“ fragte er plötzlich. Semir sah ihn erstaunt an. „Konkurrenz? Worin?“, harkte Semir nach. „Schutzgeld… wir kassieren Schutzgeld von den Leuten die an Don Marcello zahlen. Was meinst du wie lange er zusehen wird?“, grinste Ben. „Ben… der Kerl knallt uns ab! Das ist Wahnsinn!! Absoluter Wahnsinn!“, begehrte Semir auf. „Ja ich weiß… aber …“, kam nun wieder von Ben. „Ben… das ist zu gefährlich. Was meinst du wohl wo seine Leute morgen sind? Die werden das Hotel beobachten und darauf warten, das wir abfliegen. Das ist was die tun. Wenn wir nicht fliegen, dann werden Sie uns vielleicht ne Bombe schicken oder schlimmer noch… sie werden sich Andrea und Aida vornehmen!!“, meinte Semir besorgt. „Semir… Andrea und Aida sind sicher. Die werden sich an uns halten. Und das ist auch schon schlimm genug.“, stöhnte Ben leise.
Nico sah den zitternden Mann der vor ihm auf dem Boden kniete an. „Bitte… tut mir nichts… ich habe doch keine Geld mehr… ich bin pleite… bitte… verschont uns…mich und meine Familie… bitte… ich habe doch alles getan…“, weinte der Mann. Nicht weit von ihm saßen seine Frau und zwei Kinder, von denen eins gerade mal ein Jahr als war. „Du hast eine schöne Frau! Schick sie auf den Strich! Verkauf deine Kinder! Don Marcello will Geld sehen! Er ist sehr ungehalten über deine Zahlungsunfähigkeit. Aber er ist gnädig. Nur ich bin nicht er…“, lachte Luciano und drückte dem Mann die Waffe an den Kopf. Es knallte und Nico zuckte zusammen. Die Frau weinte lautlos und sah Luciano erschrocken an. Ihr Mann war tot. Luciano sah sie an. „Wo ist euer Geld?“, fragte er sie nun. Doch sie schüttelte nur den Kopf. „Gut… dann such dir das Kind aus was nun sterben soll!“, forderte Luciano die Frau auf. Diese sah die beiden Männer mit wimmernden Blicken und bebenden Lippen an. Fest drückte sie die beiden Kinder an sich.