Beiträge von Elvira

    Die Folge war auch wieder klasse...Alles vertreten...Action...Spannung und Spass... Ben unser Playmobilmännchen....ja die Haare haben sicher einiges an Haarspray abbekommen....aber nee..steht ihm gar nicht

    Es war sehr interessant mal mehr von Kim Krüger zu hören. Vor allem dass sie auch Gefühle zeigen konnte fand ich sehr gut. Ich musste lachen, als Ben sich mit dem Asiaten anlegte, der vor ihm tänzelte und durch die Brüllerei wohl Angst einflößen wollte und Ben holt nur aus und bumm..liegt der Kerl am Boden... einfach super....

    Eine Verfolgung die wirklich explosiv war....lol ein Bombenteppich ..nun ja...klar das die Helden ausgerechnet dann auf die Autobahn fahren...wo wäre sonst der Spaß?

    Der Eiswagen.......mal eben die Treppen runter.... na die sahen danach ziemlich legger aus...oder?

    Das hinter dem Mord allerdings eine Frau steckte, war für mich doch überraschend. Gut verpackt.... Nur wissen wir immer noch nicht den Namen von dem Gerkan-Zuwachs.....wie heißt die Kleine denn nun????

    Nun müssen wir 14 Tage ausharren bis die nächste Folge kommt....

    Kurze Info... am 1. April wird kein Alarm für Cobra 11 gesendet...

    Am 8. 04.2010 " Tag der Finsternis"

    Die Ermittlungen in einem Mordfall bringen Semir und Ben auf die Spur einer Bande, die einen Coup plant, der während der angekündigten Sonnenfinsternis stattfinden soll. Noch tappen die Polizisten allerdings völlig im Dunklen, was die Verbrecher planen.
    Auf einem Rastplatz werden Semir und Kim Krüger Zeuge einer Entführung. Als das Opfer sich selbst befreien kann und zu den Polizisten läuft, wird der Mann erschossen. Bei der Verfolgungsjagd können die Täter entkommen.
    Die anschließenden Ermittlungen bringen Semir und Ben auf die Spur einer Bande, die ein ungewöhnliches Verbrechen plant, das nur während der vier Minuten einer Sonnenfinsternis stattfinden kann! Nicolas Pesch, ein ehemaliger Schulfreund von Ben, stand mit den Tätern zufällig in Kontakt und kann den beiden daher wichtige Informationen liefern. Semir und Ben wissen trotzdem weder, was die Bande plant noch, wo der Coup stattfinden soll. Die Gangster wollen um jeden Preis verhindern, dass die Polizei ihnen so kurz vor dem geplanten Coup noch auf die Spur kommt und in diesem Zusammenhang wird Bens Freund Nico plötzlich zum entscheidenden Faktor.

    Ben und Nico kamen ungesehen vom Gelände. Doch als sie die Mauer passiert hatten fiel Ben ein, dass er jemanden vergessen hatte. „Scheiße!!! Semir ist noch drin!!!“, stieß er leicht atemlos aus. Nico sah ihn entsetzt an. „Ben… wenn …wenn Luciano das weiß, dann ist er bereits tot…“, kam leise. Ben warf noch einmal einen Blick auf das Gelände. Überall herrschte große Aufregung. Jetzt noch einmal da rein zu gehen, war mit einem Selbstmord zu vergleichen. „Hoffentlich ist er es nicht….ich muss mir Hilfe holen. Aber erst bringe ich dich weg!“, meinte Ben und zog Nico in das Auto, was sie sich geliehen hatten. Ben fuhr zu Alessandro, doch der hatte jede Menge Arbeit und so musste er, was nicht ganz unangenehm war, zu Paula fahren.

    Das Herz mache einen Freudenhüpfer als er vor ihr stand. „Hallo Paula…“, begrüßte er sie. „Ben… schön, Sie zu sehen. Wen bringen Sie mit und wo ist Semir?“, wollte sie wissen. „Dürfen wir erst einmal rein? Es ist wirklich dringend…“, erklärte Ben und sah sich um. Paula nickte und gab die Tür frei. „Was gibt es?“, wollte sie wissen. „Das ist Nico. Semir und ich wir waren heute Nacht in Don Marcellos Haus und haben Beweise gesichert. Ich habe Nico befreit, während Semir sich noch im Tresor einiges ansehen wollte. Nico und ich konnten gerade noch entkommen.“, berichtete Ben. Paula sah ihn an. „Ihr seid in die Villa von Don Marcello eingebrochen?“, fragte sie erstaunt. Ben nickte. „Ihr seid doch …“, fauchte sie. „Wusstet ihr denn nicht, dass dort alles Videoüberwacht wird? Mann… Marcello hat auch Leute bei der Polizei. Die können Sie verhaften, weil Sie einen Einbruch gemacht haben! Wir müssen Alessandro Bescheid geben. Was für Beweise?“, harkte sie nach.

    Semir erwachte langsam. Die Erinnerung kam mit dem ersten Augenaufschlag. Sofort schnellte er in die Höhe, das heißt er wollte, aber erst jetzt spürte er die Fesseln. Was zum Teufel…Betäubung… oh verdammt… den Einstich spürte er jetzt noch. „Na bist du wieder wach?“, wurde er gefragt. Semir drehte sich langsam um. In einer Ecke stand Luciano und sah auf ihn hinab. Semir bemerkte dass er scheinbar eine ziemlich große Beule an der Stirn hatte und aufgeplatzte Lippen. „Wer hat mir denn da vorgegriffen?“, fragte Semir höhnisch und bereute es auch gleich wieder. Luciano rannte auf ihn zu und traktierte ihn mit Tritten. „Du hast eine verdammt große Klappe für einen Bullen, der gleich sterben wird. Ich will dir mal was sagen. Dein Freund ist mit Nico abgehauen und ich stehe als Versager vor dem Don da! Das ist überhaupt nicht gut. Wo sind sie?“, fauchte Luciano ihn an. Semir zog die Schultern hoch. „Ich weiß es nicht…“, sagte er ehrlich. „Ach tatsächlich…mal sehen wann du es weißt. Packt ihn auf den Stuhl!!“, befahl er seinen Leuten. Diese zogen Semir brutal hoch und ließen ihn auf einen Stuhl fallen. Semir sah sich aufmerksam um. „Dieser Stuhl ist was ganz besonderes. Er ist elektrisch! Ja… da guckst du was? Das ist ein Stuhl der früher für Exekutionen benutzt wird. Man muss nur die richtigen Freunde an der richtigen Stelle sitzen haben, dann bekommt man auch das. Macht ihn fest!!“, kam der nächste Befehl. Semirs Arme wurden an die dafür vorgesehenen Lehnen gefesselt, die Beine am Boden. Dann wurde der Kopf fixiert. „Weißt du… ich bin nicht so brutal und jage dir gleich die volle Ladung durch. Langsam werden wir das erhöhen. Ich werde alles aus dir herauskitzeln wenn du es so willst. Also wo sind die Beiden?“, wiederholte Luciano. Semir sah ihn an. „Ich weiß es nicht!“, wiederholte auch er. Luciano nickte und trat an den Schaltpult. „Also gut… fangen wir mit einem kleinen Kribbeln an.“, meinte er und tippte etwas ein.

    Semir spürte etwas und zuckte zusammen. Es war nicht schmerzhaft, dennoch erschrak er sich. „Wo sind sie?“, kam zum dritten Mal die gleiche Frage. „Ich weiß es nicht!“, war die Antwort. Es wurde stärker. Semir spürte wie sich seine Nerven zusammenzogen. „Was habt ihr aus dem Tresor geholt?“, harkte Luciano nach. Semir antwortete nicht sofort. Der Strom der durch seinen Körper floss ging eine Stufe höher. Diesmal schmerzte er etwas. Semir verzog sein Gesicht.. „Wir haben nichts gefunden!“, log er. „Das glaub ich dir nicht! Was hast du auf dem Tisch gelegt!!“, schrie Luciano und betätigte erneut die Tasten. Semir schrie auf. „Was habt ihr gefunden?“ Semir bäumte sich auf. Die Schmerzen waren extrem. „Ein schwarzes Buch!!“, stieß er aus. Luciano schaltete die Maschine aus. „Ein schwarzes Buch? Verdammt….“, fluchte er. Er stellte sich vor Semir hin, der ihn ansah. „Wo ist es?“, wollte er wissen. Semir bekam wieder Oberwasser und grinste nur. „Wo ist es?“, wiederholte Luciano. „Dort, wo du es nie finden wirst…“ fauchte Semir. Luciano zog seinen Schlagring aus der Tasche und stülpte ihn über die linke Hand. „Wo ist es?“, kam erneut die Frage. „Weg!“, grinste Semir. Luciano holte aus. Der Schlagring riss bei Semir die Wange auf. Er stöhnte kurz auf und wollte mit der Hand die immer noch mit dem Stuhl verbunden war, sich wehren. Luciano beugte sich zu ihm. „Du bist mir ausgeliefert. Es wäre wirklich klüger wenn du dich unterordnest und mir alles sagst…ich habe noch nicht wirklich angefangen, also wo ist Nico und wo ist das schwarze Buch?“, kam wütend von Luciano.

    „Wir haben nicht mehr lange. Der Mann hat innere Verletzungen!“ befahl er. Die Rettungsmannschaften arbeiteten mit Hochdruck an der Bergung. Jetzt wo sie wussten, dass der Mann noch lebte, gaben sie noch mehr als sie ohnehin schon gaben. Dennoch dauerte es noch fast zwei Stunden bis sie ihn endlich geborgen hatten. Als Semir auf einer Schaufeltrage aus dem Loch gehoben wurde stand Ben mit wackeligen Beinen neben ihm. „Hey... Partner....“ sagte er leise. Doch Semir schlief tief und fest. „Wir haben keine Zeit zum Smalltalk... zumal er Sie auch gar nicht hört...Er muss sofort ins Krankenhaus!“ befahl Ralf und schob ihn erneut zur Seite. Ben antwortete nicht. Er hatte Tränen in den Augen. „Ben...?“ riss Andreas Stimme ihn aus seiner Trance. „Andrea...ich....Semir ist...“ erklärte er mit stockender Stimme. „Was ist mit ihm? Was ist mit Semir?“ wollte sie wissen. Sie war völlig aufgelöst. „Er...er wird gerade in die Uniklinik gebracht. Andrea...er ist schwer verletzt...genau wie die Chefin...“ gab Ben bekannt. Er hielt Andreas Hände fest als sie ihn völlig erstarrt ansah. Dann weinte sie hemmungslos und Ben hielt sie fest in den Armen. Am liebsten hätte er mit ihr geweint. „Wir fahren auch hin....komm...“ sagte er leise. Andrea nickte nur. Die Fahrt zur Uniklinik dauerten Ben und Andrea viel zu lang. Als sie auf dem Flur der Ambulanz standen war Semir bereits im OP. Andrea und Ben mussten nun warten.

    Andrea war sehr nervös und lief den Gang auf und ab. Ständig sah sie zur Tür, zur Uhr und wieder zur Tür, doch niemand kam heraus. Niemand kümmerte sich um sie. Ben sah sie besorgt an. „Andrea.... es wird alles gut. Ist sicher nur halb so schlimm. Du wirst sehen, er wird gleich schon wieder schimpfen und nach Hause wollen..“ sagte er doch die Stimme verriet ihn. Sie war voller Angst. Dann endlich ... nach fast zwei Stunden wurde die Tür geöffnet. Ein Bett wurde raus geschoben und Andrea sah Semirs blasses Gesicht. Er hatte die Augen geschlossen und lag ruhig atmend im Bett. Besorgt sah sie ihren Mann an. Der Arzt kam zu ihr. „Frau Gerkan?“ fragte er. Andrea nickte ohne den Mann anzusehen. „Keine Angst... es ist alles in Ordnung. Wir haben drei Rippenbrüche festgestellt. Sein rechtes Bein ist knapp unter dem Knie gebrochen, das linke am Oberschenkel, die linke Hand ist ebenfalls gebrochen, einen Bauchfellriss haben wir erfolgreich repariert. Eine schwere Gehirnerschütterung liegt ebenfalls vor, aber es wurden keine inneren Organe verletzt. Ihr Mann muss einige Schutzengel im Dienst haben...“ lächelte der Doktor. Andrea sah ihn nun an. „Wie lange...ich meine...wann....?“ fragte sie. „Er wird sicher morgen früh aufwachen. Sie können hier bleiben, wenn Sie wollen.“ Schlug der Arzt vor. Andrea schüttelte den Kopf. „Meine Tochter...braucht mich...“ sagte sie leise und sah dem Bett nach. Der Arzt nickte nur. „Ich denke er wird in sechs bis sieben Wochen weitestgehend wieder hergestellt sein. Allerdings ist dann Krankengymnastik angesagt.“ gab er bekannt und verschwand auch schon wieder. Erleichtert sah Andrea Ben an. „Fährst du mich bitte nach Hause...?“ fragte sie leise. Wieder liefen Tränen über ihr Gesicht. Ben nickte nur. „Ich werde bei dir bleiben...heute Nacht...“ schlug er vor. Andrea war damit einverstanden.

    Horst Kohlhoff brachte Semir in eine Art von Lagerhalle. In einer Ecke stand ein großes Drahtgittergeflecht, welches ziemlich stabil aussah und in der Hälfte geteilt. Es waren zwei Türen vorhanden. Kohlhoff öffnete eine der kleinen Gittertüren und stieß Semir hinein. Dieser ließ alles mit sich machen. Er war in Gedanken bei seiner toten Familie. Alles verloren....die Trauer hatte ihn voll im Griff. Was sollte es auch von Vorteil sein wenn er sich wehrte? Welchen Wert hatte sein Leben noch? Er hatte alles verloren für das es sich zu Kämpfen lohnte. Nichts war es mit dem Aufwachsen sehen der Kinder...wie gern hätte er gesehen, das Ayda heiratete und er Opa wird... oder sein Sohn anfing zu studieren...und etwas aus seinem Leben machte, worauf er als Vater stolz sein konnte...Alles vorbei...die kurze Zeit die er sich an Sebastian erfreuen konnte...vorbei....alles vorbei....ging es in seinen Gedanken weiter. Er verachtete sich selbst, sich aus dem Schlafzimmer wegen dem Knirps verbannt zu haben. Nur um Schlaf zu finden...nur weil er das Schreien von Basti....seinem Sohn....nicht ertragen konnte...es war doch gar nicht so schlimm....Tränen traten hervor und Semir schämte sich deswegen nicht. Er bekam nicht mit, das Kohlhoff versuchte ihn zu reizen. Dann wurde das Licht in der großen Halle gelöscht und Semir saß im Dunkeln. Er schluchzte leise und irgendwann schlief er in seinem Gefängnis ein. Die Träume die ihn heimsuchten waren wirr und voller Vorurteile. „Warum hast du uns nicht gerettet?“ warf Andrea ihn im Traum vor. „Warum hast du nichts getan?“ hörte er. Ayda sah ihn mit großen traurigen Augen an. „Papa...lieb....“ hörte er sie sagen. Und selbst Sebastian machte ihn mit seinen Blicken dafür verantwortlich was passiert war. „Ich konnte doch nichts tun...ich konnte nicht....vergebt mir...bitte..“ weinte Semir sogar im Schlaf. Er fuhr erschrocken hoch. Die Kleidung war vom Schweiß durchtränkt und er lief ihn in den Nachen. Vor wenigen Stunden noch war seine Welt in Ordnung. „Oh Gott...bitte...lass mich sterben.... bitte ich ...will zu meiner Familie...bitte....“ flehte er weinend. Doch seine Worte verhallten ungehört.

    Hampe sah Ben an und schlug unvermittelt zu. Wie ein Dampfhammer landete die Faust von Hampe in Bens Magen. Dieser krümmte sich und fiel zu Boden. Hampe traktierte ihn mit Fußtritten und jeder Tritt traf Ben empfindlich. Es vergingen einige Minuten bis Ben stöhnend und blutend am Boden lag. „Das tat gut....das tat sehr gut...“ stieß Hampe aus. Ben blutete aus einer Wunde an der Stirn und aus Mund und Nase. Die Rippen schmerzten und er würde sich nicht wundern, wenn mindestens zwei gebrochen waren. „Verdammter Feigling....“ stieß er aus und versuchte Luft in seinen geschundenen Körper zu pumpen. „Feigling? Ich? Oh nein... ich bin kein Feigling... weißt du was ich damals vorgehabt habe? Ich wollte mir mit dem Geld eine Hazienda in Mexiko kaufen... und mich dort zu Ruhe setzen. Mit 25 Jahren kann das niemand von sich behaupten...aber du hast alles kaputt gemacht...!!! Du Hast es mir versaut und ich musste für verdammt lange Zeit hinter Gitter....“ fauchte Hampe wütend. Ben lachte leise. „Ich bin stolz darauf, und nun kannst du Arsch mich zu meinem Kollegen bringen!“ forderte Ben. Dafür kassierte er zwei weitere Tiefschläge, die ihn fast an den Rand der Bewusstlosigkeit führte. „Du sollst deine verdammte Klappe halten!!“ schrie Hampe wie wild. Seine Komplizen schienen es sehr witzig zu finden und lachten mit jedem Schlag und Tritt den Hampe austeilte. Torben Schneider hingegen stand da. Scheinbar reglos sah er zu, doch in seinem Gesicht arbeitete es. Hart traten die Knochen an den Wangen hervor und man sah, dass er sich sehr zusammenreißen musste. „hey... Olli es reicht....wir wollen doch noch den Bruch machen und das Zeug aus dem Versteck holen....packen wir ihn zu seinen Kollegen und dann hauen wir ab...“ schlug er vor. Hampe sah ihn an. Er atmete heftig. „Du hast Recht...aber ich bin noch lange nicht mit ihm fertig....und mit seinem Kollegen auch nicht...“ knurrte Oliver Hampe und trat noch einmal auf sein wehrloses Opfer ein. Er traf ihn am Kopf. Ben verlor das Bewusstsein und streckte sich.

    Die Bergung von Semir erwies sich als schwerer und aufwendiger als bei Kim. Scheinbar hatte er beim Einsturz eine viel schlechtere Position gehabt als sie oder er hatte sie weggestoßen. Zumindest wurde es dunkler und die Rettungskräfte wollte gerade die Bergung aufgeben, weil sie nicht weiterkamen. „Wir haben ihn!!“ rief einer der Feuerwehrmänner. Ben sprang auf und rannte zu dem großen Loch. „SEMIR!!“ schrie er, wollte in die Grube springen doch die Feuerwehrmänner hielten ihn fest. Ben versuchte sich gegen den Griff der Männer zu wehren, vergeblich. „Der Arzt muss runter...“ riss ihn einer der Männer aus seiner Verzweiflung. Ben gab nach. Der Feuerwehrmann hatte Recht. Er konnte Semir nicht helfen. Langsam beruhigte er sich. „Lassen Sie mich los...bitte...ist okay...ich......“ stammelte er leise. Die Männer ließen ihn los, warfen jedoch stets einen wachsamen Blick auf ihn. Er sah wie der Arzt in die Trümmern gelassen wurde und wartete darauf, endlich zu erfahren was mit seinem Freund und Kollegen war. „Ich brauche hier etwas Licht!!“ schrie der Arzt hoch. Einer der Leute brachten einen Halogenscheinwerfer zum Einsatz und schaltete ihn an. Die Unfallstelle wurde hell wie am Tag. Ben saß einfach nur da und wartete.

    Semir erwachte kurz und spürte eine Berührung. Doch er war viel zu schwach um etwas zu sagen. „Ganz ruhig.... hören Sie mich?“ fragte eine leise Stimme. Semir nickte nur. „Okay... ich bin Ralf... Wer sind Sie?“ wollte der Mann wissen. Semir schloss die Augen. Es war schwer Worte zu finden. „Semir...“ stieß er aus. „Okay Semir.... wir holen Sie gleich raus. Wo haben Sie schmerzen?“ wollte Ralf wissen. Semir verzog seine Mundwinkel. Das Grinsen jedoch wurde eher eine Grimasse... „Besser...Sie...fragen...wo nicht..“ kam völlig fertig von Semir. „Schon gut.. nicht so anstrengen... ich bin gleich zurück...Nicht weglaufen...“ ermahnte ihn der Mann. Und dann hörte er wie Ralf wieder weg ging. „Sauerstoff und eine Infusion!!“ schrie er nach oben. Seine Anweisungen waren kurz und Knapp. „Wie schlimm ist es? Wann holen Sie ihn endlich raus?“ hörte er Ben fragen. Semir schloss die Augen. Er fühlte sich müde und völlig erledigt. Wenig später war Ralf wieder da. „Semir.... ich lege Ihnen jetzt eine Infusion an der Hand hier, die ich greifen kann. Sie bekommen von mir ein starkes Schmerzmittel und werden dann schlafen. Außerdem erhalten Sie eine Maske, damit Sie besser Luft bekommen. Können Sie mich ansehen?“ wollte Ralf wissen. Semir drehte den Kopf soweit es ihm möglich war. Es gelang Ralf ihm die Maske anzulegen. „So ist es gut....“ redete er beruhigend auf den verletzten Mann ein. „So und nun kommt das Medikament... Sie werden sich gleich leicht fühlen und dann in einen tiefen Schlaf fallen. Anschließend können wir Sie einfacher bergen.“ erklärte Ralf. Er wusste sehr genau, dass der Mann schnell geborgen werden musste. Nur wenig später wurde Ralf wieder hochgezogen.

    Andrea sah zu Susanne und Kim. „Herr Richter...noch einmal...warum haben Sie uns nicht gewarnt? Sie hätten doch wissen müssen, das Hampe alles versuchen wird an Jäger heran zu kommen...“ fauchte Kim ihn wütend an. „Ja....ich weiß...aber ich....“ versuchte Jan zu erklären. Andrea sah zu Boden. „Jan....diese Kerle...sie...sie haben Semir mitgenommen. Einer von ihnen sollte mich erschießen...da er es nicht getan hat...denke ich, dass es dieser Max war....aber Semir....er wird die Schüsse gehört haben....und...und denken...das ...das wir ...tot sind... er wird....er wird sich.....aufgeben...“ weinte Andrea. Susanne nahm sie in den Arm und versuchte zu trösten. Wütende Blicke gingen in Jans Richtung. „Hey...Andrea....bitte glaub mir...ich wollte nicht dass es so ausgeht....ich...“ entschuldigte er. Kim legte das Baby in die Wiege. „Mama.....ich hab Hunger....“ kam es kläglich von einer Tür. Andrea verschwand kurz und kam dann mit einem ca. vierjährigen Mädchen zurück. Sie hatte eine Brotstulle in der Hand und biss herzhaft hinein. Jan lächelte. „Sie ist wie meine Kleine...“ sagte er leise. „Das ist Ayda....und der kleine Knirps dort...ist Sebastian... ...“ stellte Andrea vor. Jan sah sie an. „Das sind eure Kinder?“ fragte er nach. Ein Nicken war die Antwort. „Herr Richter... würden Sie uns bitte erklären was nun anliegt? Wie wollen Sie Semir und Ben aus den Fängen der Bande befreien?“ wollte Kim wissen. „Nun das ist ganz einfach...sobald Max weiß wo die Drogen sind, werden wir mit dem SEK zuschlagen und die Truppe wieder hinter Gitter bringen...“ lächelte Jan beruhigend. Andrea schüttelte den Kopf. „Was hat dich so verändert Jan?“ fragte sie leise.

    Semir und Ben erreichten ihr Ziel und wurden aus dem Wagen gezerrt. „Was soll das Hampe...Sie wollen was von mir, okay....aber lassen Sie meinen Kollegen gehen!“ forderte Ben, der seinen Gegner erkannt hatte. „Oh...das ist nicht gut...sieh mal...seine Familie ist tot....und was denkst du wird er tun, wenn er die Chance hat mich zu töten?“ wollte Hampe wissen. Ben sah zu Semir, der einfach nur dort stand. Ben sah sich um. „Was wollen wir hier?“ fragte er, als er die Umgebung sah. „Nun... hier sind wir ungestört. Niemand kann sich uns nähern, ohne dass ich es weiß. Dein Freund wird hier in einem tollen Raum unterkommen....“ grinste Hampe. „Warum?“ fragte Ben fast tonlos. „Was warum?“ wollte Hampe wissen. „Warum haben Sie seine Frau und die Kinder erschießen lassen? Sie haben nichts getan...“ stieß Ben wütend aus. Wenn er nicht gefesselt gewesen wäre, hätte er sicher Hampe die Fäuste gezeigt. So konnte er nur fragen. Sein Blick ging zu Semir, der einfach nur teilnahmslos dort stand. Keine Reaktion auf gar nichts. „Lassen Sie ihn gehen...er ist eh fertig...“ bat Ben leise. Er konnte ahnen, was in Semir vorging. „nein....er wird hier blieben....er ist noch nicht fertig genug...“ grinste Hampe. „Kohlhoff! Bring unseren Freund hier weg...!“ befahl Hampe. Ben sah ihn an. „Lassen Sie uns wenigstens zusammen!“ versuchte er. Hampe schüttelte den Kopf. „Bitte... er kann doch eh nichts tun...“ flehte Ben. Er wollte Semir nicht allein lassen. „Nein...und weißt du warum? Weil du es willst...deshalb..“ lachte Hampe. Semir wurde weg gebracht. Hampe griff Ben in die Haare. „Und nun werden wir uns unterhalten...und vielleicht kannst du dann zu deinem Freund...“ schlug Hampe vor und zerrte Ben in eines der Gebäude. Ben wehrte sich nicht. Hampe stieß ihn mit einem heftigen Stoß in den Rücken in einen Raum. Ben sah sich um. „Sie sind feige....können Sie sich mit mir nur beschäftigen, weil ich gefesselt bin? Was wollen Sie mit der Rache erreichen, Hampe?“ wollte Ben wissen. „Ich will dich dafür bestrafen. Wenn du damals nicht gewesen wärst, dann hätte ich jetzt einige Millionen auf dem Konto....aber nun muss ich ganz unten anfangen...und das ist der Grund weshalb du hier bist...deine Strafe abholen...“ grollte Hampe.

    Da Chris für ein paar Tage ausfällt...setze ich die Fortsetzung rein...

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    „Alessandro... was ist hier passiert?“, fragte Paula sofort, die mit ihrer Fototasche am Tatort eingetroffen war und sah, wie fertig der Polizist war. „Was willst du denn hier?“, fragte er schroff, was aber an dem gerade gesehenem lag. „Hast du wieder mal den Polizeifunk abgehört?“, kam es dann vorwurfsvoll. Sie erschrak vor den harten Worten ihres guten Freundes, doch als sie einen kurzen Blick in die blutüberströmte Küche erhaschen konnte, wusste sie, warum er so reagierte. „Alessandro, bitte lass mich dir helfen. Nur wir beide gemeinsam können Don Marcello und seinen Mördern das Handwerk legen.“, meinte sie aufmunternd, doch er lachte nur verächtlich. „Wir beide? Nein, selbst wir beide nicht. Da brauchen wir schon etwas mehr Hilfe.“ „Dann nehmen wir doch die beiden Deutschen dazu. Sie wollen doch genauso wie wir, dass Don Marcello hinter Gittern landet. Wieso tun wir uns dann nicht zusammen und arbeiten gemeinsam gegen die Mafia in Rom?“, fragte sie und sah, wie Alessandro über die eben gehörten Worte nachdachte.

    „Don... er hat es getan.“, rief Luciano aus, als sie die Villa wieder betraten und sein Großvater aufsah. „Er hat soeben seinen ersten Familienmord begangen... zwei Kinder waren auch darunter.“, erzählte Luciano, als wäre das Massaker von vorhin so etwas wie ein Sport in seinen Kreisen. Der Don lächelte erfreut. „Was? Mein kleiner Nico hat zu sich selbst wieder gefunden? Bravissimo.“, stieß er aus und wollte seinen Enkel umarmen, dieser jedoch rannte raus und musste sich in die Blumenkübel erbrechen. Er ekelte sich über sich selbst. Die Beiden hatten ein Monster aus ihm gemacht.

    Don Marcello sah ihm leicht grinsend nach. Doch dann verschwand sein Lächeln. „Was ist mit den beiden Deutschen?“, wollte er schroff wissen. „Ich habe von Stefano erfahren, dass sie noch heute ausgecheckt haben. Die haben sehr große Angst vor uns.“, lachte Luciano. Der Don nickte zufrieden. „Das ist sehr gut. Nico wird es auch wegstecken. Hast du es überprüft? Ich meine dass die Beiden am Flughafen sind?“, harkte Marcello nach. „Nein… aber ich tue es sofort!“, kam leise von Luciano. „Lass das machen. Ich brauche dich für meinen jährlichen Empfang. Ich hatte da im letzten Jahr einen kleinen Jungen aus dem Hotel, der als Bedienung viel Flair in den Empfang gebracht hat. Mario heißt er. Ich will ihn auch in diesem Jahr haben.“, legte Marcello fest. Luciano nickte. „Ich werde den Jungen schon überreden“, drohte er. „Du wirst ihm sagen, dass ich es wünsche. Solltest du den Jungen anfassen, dann töte ich dich!“, warnte ihn Marcello. „Si Don….Entschuldigung…. das ist nicht so gemeint gewesen…“, kam kleinlaut von Luciano. Don nickte wohlwollend. „Das will ich auch gehofft haben. So und nun geh… ich muss den Empfang vorbereiten.“, befahl Don Marcello. Luciano verließ das Zimmer.

    Die Tage vergingen und Mario erzählte, dass Don Marcello ihn als Bedienung haben wollte. „Also gut… wie willst du uns reinbringen?“, wollte Semir wissen. „Das ist einfach... wenn die Leute empfangen werden, sind alle Hunde in den Zwingern. Die Bewachung ist verringert und so könnt ihr über das Gelände auf den Balkon vom Arbeitszimmer des Dons kommen. Niemand wird euch sehen, dafür werde ich sorgen… nur keine Angst das krieg ich schon hin. Wenn ihr im Zimmer seid sucht nach dem Tresor und verlasst das Haus auf dem gleichen Weg. Ihr müsst aber schnell machen, denn der Empfang selbst ist sehr schnell und sobald alle Gäste da sind, werden die Tiere wieder frei herum laufen und glaubt mir… das sind Bestien. Wenn sie dich haben, dann hast du keine Chance…“, prophezeite Mario. Semir sah Ben an. „Kling ja sehr verlockend. Also gut… um acht werden wir uns auf das Gelände schleichen und nach dem Buch suchen. Ich wollte schon immer mal nach dem berühmten schwarzes Büchlein suchen…“, grinste er. Ben nickte „Es wird kein Spaziergang. Wir haben keine Waffen, schon mal daran gedacht?“, gab er zu bedenken. Mario lachte leise und kroch zu einer kleinen Kiste. Er öffnete sie und holte zwei Pistolen raus. Semir sah ihn erschrocken an. „Woher hast du die?“, wollte er wissen. „Von Don Luciano… er hat sie mir geschenkt und meinte, wenn ich will kann ich sie auch benutzen um Nebenbuhler bei meiner Freundin auszustechen. Aber ich habe es nie getan… werde es auch nie tun. Ich will nämlich eigentlich zur Polizei…“, lachte der Junge offenherzig.

    Es vergingen scheinbar Stunden bis ein kleiner Lichtschimmer Kims Gesicht traf. „Semir…. Sie haben uns gefunden…“ sagte sie leise und merkte gar nicht, dass sie ihren Kollegen zum ersten Mal mit Vornamen ansprach. Doch von ihm kam nichts. „Semir? Gerkan? Was ist mit Ihnen?“ harkte sie nach. Es blieb ruhig. „Bitte nicht… Semir…!! Reden Sie mit mir!! Verdammt noch mal…das ist Befehlsverweigerung..!!“ sagte sie leise scherzend. „Chefin…ich…ich bekomme keine Luft…“ hörte sie leise. Nicht weit von ihr. Sie versuchte ihren Kopf zu bewegen, doch das brachte ihr nur Schmerzen ein. „Semir… halten Sie durch… sie sind bereits am Graben… ich sehe ein Licht..“ erklärte sie. „ich…kann nichts sehen… hier ist alles dunkel… ich…bin… müde…“ stieß Semir leise aus. „Semir… Sie werden jetzt nicht einschlafen…hören Sie? Ich befehle Ihnen nicht einzuschlafen!!“ versuchte Kim ihn wach zu halten, doch von Semir kam nichts mehr. Er schien erneut das Bewusstsein verloren zu haben. Es wurde verdammt noch mal Zeit, dass man sie raus holte. Es dauerte noch mal eine gefühlte Stunde bis eine nasse Zunge ihr Gesicht berührte und ein Gebell ertönte. „Hier!! Wir haben einen Verschütteten gefunden!!“ hörte sie wie durch Watte. „hallo hören Sie mich?“ wollte eine fremde Stimme wissen. „ja…ja….ich höre sie..“ Kim weinte. „Sind Sie verletzt?“ fragte die Stimme. „Mein Bein….ich….kann mich nicht bewegen…mein Kollege….er liegt nicht weit von hier…aber er antwortet nicht..“ gab sie von sich. „Nur keine Sorge… um den kümmern wir uns wenn wir Sie raus geholt haben.“ sagte diese Stimme. Kim nickte.

    Der Notarzt wurde in das Loch gelassen und kümmerte sich um die Verletzte. „Ich werde Ihnen etwas spritzen. Sobald die Leute den Stein hochnehmen, würden Sie sonst sehr starke Schmerzen haben. Wie heißen Sie?“ wollte er von der Verschütteten wissen. „Kim…Kim Krüger..“ antwortete die Frau. „Okay Kim… ich bin Lars… Sie werden von der Bergung nichts spüren….versprochen. und wenn wir Sie hier raus haben, dann kommt der Kollege dran. Ich kann ihn sehen..“ beruhigte Lars. Er verschwieg, dass er von dem Kollegen nicht mehr als den Kopf sah. Und dieser war noch halb durch einen Stein verdeckt. Der Mann konnte nur extrem schwer verletzt worden sein. Er spritzte Kim ein starkes Narkosemittel und ließ dann die Steine wegräumen. Trotz der großen Mannschaft die damit beschäftigt war, dauerte es eine halbe Stunde bis Kim befreit war. Sie wurde umgehend ins Krankenhaus gebracht. Die Rettung von Semir Gerkan dauerte sicher doppelt so lang wie die von Kim, denn er hatte sich eine tiefere Lage ausgesucht. Es lag viel mehr Schutt auf ihm, als erwartet. Lars Rieken wurde aus dem Loch gehoben und von einem jungen Beamten regelrecht überfallen. „Was ist mit meinem Kollegen?“ wollte er wissen. „Immer mit der Ruhe… so wie es ausschaut ist er schwerer verletzt, als die Frau eben. Sie hat auf jeden Fall ein Beinbruch und vermutlich drei Rippen gebrochen. Gehirnerschütterung ist immer drin und vermutlich noch einige Schürfwunden.“ Zählte der Arzt auf. „Was ist mit Semir?“ wollte der Mann erneut wissen. „Herr….?“ Fing der Arzt an. „Jäger…Ben Jäger..“ stellte sich der Mann vor. „Herr Jäger… ich will Ihnen nichts vormachen. Es sieht nicht gut aus. Ihr Kollege ist völlig verschüttet. Und so wie es aussieht ist er ohne Bewusstsein. Sobald die Kollegen der Feuerwehr die Steine weggeräumt haben, kann ich mich um ihn kümmern. Aber so lange müssen Sie warten… okay?“ erklärte Lars es sehr sachlich und ruhig. Er ahnte dass hier die Emotionen sehr hoch waren.

    Andrea zuckte zusammen, als sie die Schüsse hörte. Torben sah sie an. „Sobald wir weg sind, rufen Sie bitte diese Nummer an, Jan Richter...Sie kennen ihn doch oder?“ wollte er wissen. Andrea nicke unverständlich. „Wer sind Sie wirklich?“ fragte sie leise. „Max Traber...ich bin Kriminalhauptkommissar beim LKA....Jan Richter ist mein Vorgesetzter. Er wird Ihnen alles erklären....“ gab er leise von sich. „Was ist mit meinem Mann? Sie müssen ihm sagen, dass ich noch lebe...und die Kinder...er wird sonst durchdrehen... bitte passen Sie auf ihn auf...bitte...“ flehte sie leise. Tränen liefen ihr über das Gesicht. Max nickte und ging mit seiner Hand sanft durch ihr Gesicht. „Keine Sorge..sobald ich die Möglichkeit habe, werde ich es ihm sagen....versprochen...eine Bitte noch...halten Sie sich ruhig..und sorgen Sie dafür, dass die Kinder nicht schreien. Wenn Hampe herausfindet, dass Sie und die Kinder leben, dann...wird er es nachholen...“ erklärte Max. Andrea nickte. Sie war froh, das die Kinder durch die Schüsse nicht aufgewacht waren. Max lächelte beruhigend und verließ das Zimmer. Er rannte aus dem Haus und schloss die Tür. Kohlhoff brachte gerade Gerkan zum Wagen. Max sah genau, dass der Mann keine Gefahr war und völlig in sich kehrte. War es ein zu hohes Risiko, den Mann im Glauben zu lassen, dass seine Familie tot war? Max musste den richtigen Zeitpunkt abwarten um es ihm zu sagen. „Was ist? Erledigt?“ riss Hampe ihn aus seinen Gedanken. „Was dachtest du denn... sie schlafen für immer und ewig...“ grinste Max, der nun wieder in die Rolle des Torben Schneider fiel.

    Jan Richter saß in seinem Büro in Düsseldorf wie auf Kohlen. Eigentlich müsste Max den Deal jetzt durchgezogen haben und eine SMS schicken. Vielleicht konnte er nicht. Er wusste aber auch, dass der Deal bereits vor zwei Stunden über die Bühne gegangen ist. War etwas schief gegangen? Konnte er sich nicht melden weil er aufgeflogen ist. Verdammt dann waren die ganzen letzten zwei Jahre umsonst gewesen. Nein...das konnte nicht sein...es durfte einfach nicht. Sie hatten doch alles so gut durchgeplant. Jan stand auf und stellte sich ans Fenster. Von seinem Büro aus, konnte er bis zum Rhein sehen. Er dachte an seinen alten Kollegen Semir Gerkhan, der keine unerhebliche Rolle in seinem Leben spielte. Wie oft hatten sie sich mit Schrankmann angelegt. Sonderbar...seit er beim BKA war, konnte er mit ihr sehr gut umgehen. Nur die Autobahnpolizei schien ein rotes Tuch zu sein. Das Klingeln des Telefons riss ihn aus seinen Gedanken. „Richter...“ meldete er sich. „Ja...hier ist Andrea....ich...ich brauche dich hier...“ hörte er eine Frau schluchzen. „Was ist mit dir...bist du in Ordnung?“ wollte Jan wissen. War der Plan schief gegangen? „Ich...bin okay....die Kinder auch...aber...ich...Jan......bitte komm zu mir...Kantstrasse 5....“ schluchzte die Frau seines Expartners. „Ich bin schon unterwegs...“ versuchte er sie zu beruhigen. Nach dem Telefonat fuhr er umgehend nach Köln. Für ihn dauerte die Fahrt schon zu lange. Verdammt es waren fast sechs Jahre vergangen seit er seinen Dienst bei der Autobahn quittierte und zum BKA ging. Er hatte den Kontakt zu Semir und all den Anderen abgebrochen und wollte einfach ein neues Leben anfangen.... und wohin hatte es ihn gebracht...nach Düsseldorf zum BKA. Mittlerweile war auch Jan verheiratet und hatte eine dreijährige Tochter. Nach gut einer Stunde war er bei Andrea angekommen. Er sah sich um. Das Haus war wunderschön...groß mit Garten zum spielen. Der Garten machte den Eindruck eine regelmäßige Pflege zu bekommen. Mit etwas zittrigen Schritten ging er auf die Tür zur und klingelte.

    Andrea sah auf, als es klingelte. „Ich geh schon...“ kam von Susanne. Andrea nickte dankbar. Susanne kam von der Tür zurück. „Jan Richter...“ sagte sie nur. Andrea stand auf und fiel dem Mann der das Wohnzimmer betrat in die Arme. „Jan...bitte...hilf mir....bitte...“ weinte Andrea. Etwas berührt schluckte Susanne und sah weg. „Hey... schon gut....Andrea...bitte lass mich erst erklären...ich weiß dass es sich verdammt blöd anhört, aber ich weiß was passiert ist....“ kam leise von Jan. Andrea löste sich von ihm. „Du weißt es?“ fragte sie ungläubig. „Ja...wenn du....mir zuhörst, dann wirst du begreifen....wirklich....“ erklärte Jan weiter. Andrea setzte sich hin. Sie war blass und wirkte etwas fahrig. Eine dritte Frau kam mit einem Säugling auf dem Arm ins Wohnzimmer. „Kim Krüger....Kripo Autobahn...ich bin die Vorgesetzte von Ben Jäger und Semir Gerkan. Mir würde es sehr interessieren, warum wir nicht vorher informiert wurden...“ kam wütend von der Frau. Jan sah sie an. „Wo ist denn Frau Engelhardt?“ fragte er etwas irritiert. „Anna Engelhardt hat vor einem Jahr den Dienst quittiert...“ erklärte Andrea leise. Jan atmete tief ein. „Also gut.... es geht um einen Drogendealer der von einem jungen Kommissaren Ben Jäger vom LKA festgenommen und zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Dieser Mann ist jetzt seit gut acht Monaten wieder auf freiem Fuß und hat einem Kollegen, den wir ins Gefängnis geschmuggelt haben, erzählt, das er sich an Ben Jäger rächen wird und dann sein gestrecktes Koks aus dem Versteck holt um es zu verkaufen. Wir wissen, dass der Mann Nägel mit Köpfe macht und genau da setzten wir an. Unser Kollege wurde als Torben Schneider, der eigentlich in Aachen im Gefängnis saß nach Ossendorf gebracht. Der Echte war vor einem guten Jahr nach einer Messerstecherei verstorben.... Max Traber ist ein Kollege, der hofft an die Drogen zu kommen, die damals vor der Festnahme von Hampe verschwunden sind....“ fing Jan an.

    Semir und Ben stiegen über Säcke mit alter Wäsche und alte Möbel. Der Dachstuhl dieses Hotels schien kein Ende zu nehmen. „Wo ist denn der Ausgang?“, stöhnte Semir wütend. Mario lachte. „Wir sind doch schon da.“, sagte er und wies auf eine Tür im Boden. Semir sah ihn erstaunt an. „Wo genau sind wir jetzt?“, wollte er wissen. „Wir sind zwei Häuser weiter. Italien ist sehr schön, was die Baustruktur angeht. Hier werden Häuser miteinander verbunden. Und vor allem die Dachstühle. Wenn ihr hier durch geht, dann seid ihr weit vom Hotel weg und doch nicht so weit.“, grinste Mario über seine Wortgewandtheit. „Danke… du hilfst uns sehr damit. Könnten wir uns hier auch einrichten? Ich meine wir müssten dann mit Lebensmittel versorgt werden und so?“, wollte Ben wissen. Mario nickte. „Klar… ich bin froh, wenn ich Gesellschaft habe. Wohne ja gleich nebenan..“ grinste der Junge. Semir musste lachen. „Also gut… du holst unsere Sachen morgen hier hin. Es muss so aussehen, als seien wir weg. Verstehst du?“, wollte Semir wissen. Mario nickte. „Ja sicher… ihr seid hinter Marcello her, nicht wahr?“ wollte er wissen. Semir sah zu Ben. Jeder schien hier Bescheid zu wissen. „Ja…“, sagte Ben nur knapp. „Wollt ihr wissen, wie ihr ihn packen könnt?“, harkte der Junge nach. Semir und Ben waren sofort mit offenen Ohren dabei.

    „Wie?“, wollte Ben wissen und kroch etwas näher zu Mario hin. Dieser grinste nur. „Don Marcello hat eine entscheidende Schwachstelle, doch es ist schwer, an diese heran zu kommen.“, erzählte Mario und die beiden Deutschen steckten nun noch mehr die Köpfe mit dem Italiener zusammen, als es bisher der Fall war. „Welche denn?“, fragte Semir und ließ sich die Spannung nicht nehmen. „Er ist sehr gründlich in seiner Arbeit. Alles bei ihm muss aufgeschrieben und abgespeichert sein. Ich weiß von meinem Vetter, dessen Freund hat einen Bruder, der zu Don Marcellos Leuten gehört, und der hat erzählt, dass er alle seine wichtigen Dokumente in einem Safe in seiner Villa aufbewahrt. Dabei soll auch ein kleines schwarzes Büchlein sein, wo etliche Namen von Politikern, Staatsanwälten und Polizisten drin verzeichnet sind, die im Solde der Mafia stehen.“, erzählte der kleine Page und sah sich dann um, als er ein Geräusch vernahm. Sofort schreckten Semir und Ben auf. „Ist nichts, sicherlich nur eine Maus.“, meinte er. „Okay, also dieses Buch... wie sollen wir da ran kommen, wenn es im Haus von Don Marcello liegt?“, fragte Ben und tat die Sache schon als verloren ab. „In einigen Tagen gibt der Don einen seiner berühmten Empfänge... alles, was in Rom Rang und Namen hat, wird anwesend sein. Der Clou ist, dass sehr viele Dienstboten und Kellner gebraucht werden. Vielleicht kann ich euch reinschleusen und ihr könnt euch das Buch auf diesem Weg holen.“, meinte Mario.

    Alessandro kam am Tatort an und sah die Leichen der Familie noch unabgedeckt am Boden liegen. Die Carabinieres, die den Tatort absperrten, sahen betroffen und mit Wut im Bauch auf die kleinen, toten Kinderkörper und auch Alessandro, selbst Vater von zwei süßen Jungs, konnte den Anblick nicht lange ertragen. Wutentbrannt schlug er mit der Faust auf den Chromherd und hätte beinahe eine Beule hineingeschlagen. „Ich will alles. Jede einzelne Spur... jeden noch so kleinen Fingerabdruck.“, schrie er die Männer der Technik an und ging dann nach draußen, wo einer der Carabinieres auf ihn zukam. „Commissario, laut Aussagen einiger Zeugen aus den benachbarten Häusern, fuhr im 22 Uhr ein Wagen vor, zwei Männer im Anzug, der eine mit Handschuhen, stiegen aus und gingen geradewegs in das Restaurant. Die Nachbarn konnten sehen, wie der Wirt mit den Beiden aufgeregt sprach, bevor er geschlagen und in die Küche gezerrt wurde.“, endete der Vortrag des Polizisten. „Sicherlich wieder Schutzgeld. Verdammt, dieses Mal werde ich Marcellos Leute erwischen und sie mit meinen bloßen Händen töten.“, stieß der Römer aus und ballte wieder seine Fäuste. Diese Mafiapaten schreckten vor nichts zurück, wenn es darum ging, das fehlende Geld einzutreiben. Einige Restaurantbesitzer konnten zahlen, aber nur, weil sie an den wichtigen Touristenfallen drapiert waren. Ein Laden, wie dieser hier, in einer Seitenstraße, noch dazu einer stark befahrenen, war nur etwas für Stammkunden, Anwohner und Liebhaber der rustikalen Küche. Er warf genug ab, um davon leben zu können und die Rechnungen zu bezahlen, aber für Schutzgeld reichte es kaum.

    Semir wurde aus dem Haus gebracht. „Wir warten hier auf Jäger...“ meinte Hampe nur und stieß Semir zum Wagen. Schüsse hallten im Haus. Geschockt sah Semir den breit grinsenden Hampe und seine Komplizen an. „NEIN!!“ schrie er und riss sich los. Doch Hampe hatte damit gerechnet und stellte ihn ein Bein. Semir flog lang hin. Sofort hingen Kohlhoff und Volkmann an ihm. Sie drehten ihm die Arme auf den Rücken und zerrten ihn brutal zum Wagen. „NEIN!!! IHR VERDAMMTEN SCHWEINE!!! LASST MICH LOS!!“ schrie Semir wütend und versuchte sich mit Tritten von dem Griff zu befreien. „Halts Maul! Verdammt sorgt dafür das er ruhig ist!!“ fauchte Hampe und sah sich um. Die Gegend schien ausgestorben, zumindest ließ sich niemand blicken. Kohlhoff presste Semir seine große klobige Hand auf Mund und Nase. Die Luft wurde knapp. In Panik trat dieser um sich, doch er konnte sich nicht befreien. Dann wurde er ruhig und verdrehte die Augen. „Okay...das reicht...“ meinte Hampe. Semir hing im Griff von Kohlhoff und japste nach Luft. „Das nächste Mal wird er die Hand nicht wegnehmen....“ warnte Hampe ihn. Der Mann, der Andrea und die Kinder eingesperrt hatte kam aus dem Haus. „Erledigt..“ meinte er nur. Hampe grinste leicht. „Sehr gut...Tut mir wirklich Leid...aber das Risiko war einfach zu groß....“ gab er Semir zu verstehen. Kohlhoff stieß Semir in den Lieferwagen der vor der Tür stand und fesselte ihm die Hände auf den Rücken. Semir wehrte sich nicht. Er war völlig apathisch und ließ alles mit sich machen. Diese Kerle hatten ihm alles genommen. Alles was ihm wichtig war. Alles für das es sich für ihn zu leben lohnte. „Verdammt wo bleibt Jäger nur?“ grunzte Kohlhoff.

    Ben wachte auf als sein Handy klingelte. Ohne auf das Display zu schauen meldete er sich. „Egal wer dran ist, es wäre besser wenn du wieder auflegst oder einen verdammt wichtigen Grund hast mich zu stören...“ knurrte er wütend und verschlafen hinein. „Ben....du musst sofort zu mir kommen...bitte....es ist wichtig...“ hörte er Semir mit einer sonderbaren Stimme sprechen. Sofort war Ben hellwach. „Was ist? Ist was mit den Kindern? Oder mit Andrea?“ harkte er nach. „Bitte Ben...ich...... ich kann dir nicht mehr sagen...komm....schnell...“ kam von Semir ausweichend. „Okay...bin gleich da...“ gab Ben zurück. Er schwang sich aus dem Bett, zog sich auf die Schnelle an und fuhr nur zehn Minuten später zu Semir. Vor der Tür sah er Semir stehen. Dicht hinter einem weißen Lieferwagen parkte Ben seinen Wagen und stieg aus. „Semir? Was ist los? Hast du dich ausgesperrt oder was?“ wollte Ben grinsend wissen. Doch von Semir folgte keine Reaktion. Irgendwas stimmte nicht, meldete Bens kriminalistischer Instinkt. Und nur Sekunden später zeigte sich was nicht stimmte. Hinter Semir tauchte ein Mann aus dem Transporter auf der auf ihn zielte. „Einsteigen...ohne Tricks!“ forderte der Mann. Ben hob leicht die Hände. „Okay....nur keine Panik....alles ganz easy...“ gab er beruhigend von sich. „Gerkan...einsteigen!“ befahl der Mann. Ben sah wie Semir in den Wagen stieg. „Und nun du Jäger!“ kam der nächste Befehl. Ben tat es ebenfalls. Auch er wurde gefesselt. Er ließ sich neben Semir sinken und sah ihn aufmerksam an. Irgendwas war passiert. Semir war anders...er war völlig apathisch. Die Kidnapper stiegen alle vorn ein und so konnte Ben mit Semir sprechen. „Hey...was ist los? Wer sind die Kerle?“ fragte er. Semir sagte nichts. Ben sah ihn bei dem schummerigen Licht nicht richtig. „Semir.... was ist passiert?“ harkte Ben nach. Der Wagen ruckte an und die Fahrt ins Ungewisse begann. „Verdammt was ist passiert? Rede endlich mit mir!!“ fauchte Ben wütend. „Sie haben....sie erschossen....alle....“ kam leise von Semir. „Sie...haben mir....meine Familie....genommen...“ Ben hörte wie Semir schluchzte und auch er war völlig geschockt. Konnte es tatsächlich sein? Konnte es sein, das Andrea und die Kinder tot waren? „Oh...mein Gott...“ stieß er nur aus.

    Marlon und Ben kamen an dem Haus an. „Oh…verdammt…. Sie wollten türmen..“ stieß Marlon aus. Ben sah entsetzt auf das was ein Haus gewesen war. Trümmer… überall lagen Trümmer. „Meine Kim…..meine geliebte Kim…“ weinte Marlon. Ben stieg aus ohne das Marlon sich darum kümmerte. „SEMIR!! FRAU KRÜGER!!“ schrie Ben und grub mit bloßen Händen in dem Schutt. Aus dem Schutt war nichts zu hören, doch Ben rechnete auch nicht damit. Dann ertönte ein Schuss. Erschrocken drehte Ben sich um. Marlon hatte sich selbst gerichtet. „Feigling…“ stieß Ben verachtend aus und grub weiter. Er wusste genau, dass sollten die Beiden noch im Haus gewesen sein, und davon ging er aus, ist hier schnellste Rettung von Nöten. Verdammt…ohne Hilfe schaffte er das ganz sicher nicht. „SEMIR!! Hörst du mich?“ versuchte Ben verzweifelt. Es blieb still. Nach einer ihm schier unendlich dauernden Zeit trafen die Kollegen ein. Wie erstarrt sahen sie auf die Trümmer. „Gott… ich hoffe da war keiner mehr drin..“ gab Bonrath von sich. „Dieter!! Ruf die Feuerwehr! Die Rettung!! Die Chefin und Semir sind noch da drin!!“ stieß Ben aus. Dieter rannte umgehend zum Wagen zurück und tätigte den Notruf. Hotte ging zu Ben und grub einfach mit. „Verdammt…wo ist Wiesheu?“ wollte er wissen. „Im Wagen… er hat sich erschossen… als wir ankamen lag das alles schon im Schutt…“ gab Ben leise von sich und grub wie ein Besessener.

    Semir kam langsam zu sich. „Aua…verdammt… was war das denn.“ Stöhnte er. Er öffnete die Augen um sie im gleichen Augenblick wieder zu schließen. Staub war ihm in die Augen gekommen und sie brannten. „Frau Krüger?“ fragte er leise. Es kam zunächst keine Antwort. „Frau Krüger?“ wiederholte er und wollte sich aufrichten. Doch nun spürte er dass etwas Schweres auf seinem Körper lag. Was zu Teufel war passiert, fragte er und dann fiel es ihm wieder ein. Er und Kim Krüger wollten das Haus verlassen, wo sie Wiesheu festhielt. Er hatte die Tür geöffnet und hörte nur noch eine Explosion. Dieser Mistkerl hatte das Haus in eine Bombe verwandelt und er war nun…verschüttet. Doch was war mit Kim Krüger? „Chefin..? Hust…Hust…“ rief Semir. Wieder kam nichts. Verdammt es durfte nicht sein. Doch wie sollte er nach ihr suchen. Alles war stockfinster und er konnte sich nicht bewegen. Er versuchte es trotzdem und alles was dabei herauskam war ein stechender Schmerz. „ohhhh…..“ hörte er leise. „Frau Krüger?“ fragte er hoffnungsvoll. „Gerkan… was…was ist…passiert?“ wollte eine heisere Stimme wissen. „Das Haus ist…eingestürzt…was ist mit Ihnen?“ wollte Semir wissen. „Ich kann mich nicht bewegen… bin eingeklemmt…bekomme sehr schwer Luft…“ stieß Kim Krüger aus. „Versuchen Sie ruhig liegen zu bleiben… bei mir ist es genauso… irgendwie fühle ich mich eingeengt…“ versuchte Semir zu scherzen. Doch er wusste auch, dass er nicht ganz unverletzt war, zumal er einen starken Blutgeschmack im Mund hatte.

    Die Feuerwehr fing an die größeren Brocken mit einem Kran weg zu schaffen. Ben lief nervös auf und ab. Ihm gingen die Arbeiten viel zu langsam von Statten. Semir und Krim Krüger waren unter den Trümmern verschüttet und vielleicht… nein ganz sicher schwer verletzt, dachte er und ging zum Einsatzleiter. „Geht das nicht schneller? Verdammt da liegen zwei Menschen unter den Trümmern!!“ fauchte er ihn wütend an. „Guter Mann…. Wir machen unsere Arbeit so, wie wir sie machen können, um nicht noch mehr Probleme für die Menschen die verschüttet sind herauf zu beschwören. Gehen Sie ein Wenig spazieren.. in drei Stunden haben wir die Trümmer soweit, dass wir einen Suchhund durch schicken können. Wenn der anschlägt, dann leben die Personen auch noch…“ lächelte der Mann beruhigend. „ich kann nicht spazieren gehen!! Mein Freund liegt da unter dem Geröll!!“ fauchte Ben wütend zurück und vermutlich hätte er diesem Mann die Faust ins Gesicht gerammt, wenn Dieter und Hotte ihn nicht zurück zogen. „Ben.. komm….lass die Jungs ihre Arbeit machen. Die finden die Beiden schon.“ munterten sie ihn auf. „ich kann nicht einfach hier rum sitzen…ich muss sie suchen…Dieter, Hotte… ich werde von der anderen Seite versuchen an sie heran zu kommen…“ schlug Ben auf einmal vor und wollte los laufen. Doch Hotte stellte sich ihm in den Weg. „Ben… du wirst hier warten, bis die Spezialisten soweit sind! Wenn nicht, werde ich dich eigenhändig an den Wagen ketten, haben wir uns verstanden?“ drohte der dicke Polizist den jungen Hauptkommissaren. Dieser sah ihn erstaunt an. „Wie bitte?“ fragte er nach. Hotte wiederholte was er tun wollte wenn Ben nicht sitzen blieb. „Du hilfst weder der Chefin noch Semir wenn du durch drehst….also bitte versuch ruhig zu bleiben okay?“ kam nun sanft von Hotte. Ben verstand so langsam was Hotte meinte und musste ihm sogar Recht geben. Er brachte gar nichts, wenn er mit den bloßen Händen weiter grub. Die Männer wussten genau wie sie zu graben hatten um den Verschütteten zu helfen.

    Torben sah wie Kohlhoff Ayda aus Semirs Armen nahm und spannte sich. „Na komm meine Kleine...ich zeig dir mal was ..“ lächelte er. Semir sprang auf und schlug mit der Faust in Kohlhoffs Rippengegend. Mit einem Stöhnen ging der nicht gerade leichte Mann in die Knie und Ayda rannte zu ihrer Mutter. „SEMIR!!“ schrie Andrea und bevor Semir sich versah, hingen zwei weitere Männer an ihm und rissen ihm die Arme auf den Rücken. „Genug jetzt! Horst...du lässt die Kleine in Ruhe!!“ fauchte Oliver und sah Semir an. „Bleib friedlich..“ warnte er ihn. „Dieses Schwein soll meine Tochter in Ruhe lassen...!“ fauchte Semir zurück und versuchte sich zu befreien. „Er wird sie nicht mehr anfassen...Du hast mein Wort...“ versprach Oliver. Er wandte sich an den Mann, den er Torben nannte. „Bring die Frau und die Kinder ins obere Zimmer und schließ sie ein.. Und lasst ihn los!“ befahl er seinen Leuten. Semir rieb sich die Arme. Sein Blick blieb an Kohlhoff hängen und wenn Blicke töten könnten dann wäre dieser Mann umgekippt. „Setz dich!“ befahl Oliver. Semir sah Andrea an und nickte. Er nahm sie kurz in den Arm. „Pass auf die Beiden auf....wenn du ne Möglichkeit hast, Hilfe zu rufen, dann tu es...“ flüsterte er ihr zu. Andrea nickte kurz, nahm Sebastian und Ayda und wurde von dem Mann nach oben gebracht. „Darf ich den Kleinen bitte etwas zu essen geben?“ bat sie schüchtern. Sie wollte in die Küche, wo ihr Handy lag. Torben sah zu Oliver und dieser stimmte zu. „Okay...geben Sie mir den Kleinen...keine Sorge...ich pass auf ihn auf...“ lächelte Torben. Andrea sah den Mann prüfend an. Es war sonderbar, aber sie vertraute ihm. Sie ging in die Küche, machte für sich, Ayda und Sebastian etwas zu essen und vergaß auch nicht Trinken einzupacken. „Darf ich Sie bitten mich da hinten unterzubringen. Dort hab ich ein Badezimmer direkt angrenzend und alles was...ich für ihn brauche...“ bat Andrea leise. Torben nickte. Er sah in dem Zimmer nach und suchte nach Möglichkeiten zu fliehen, doch die gab es dort nicht. So war er zufrieden und sperrte die kleine Familie ein.

    Semir sah die Männer an, mit denen er nun allein im Wohnzimmer war. „Was wollen Sie von uns?“ wagte er zu fragen. Oliver lachte leise. „Wir wollen nur mit Herrn Jäger reden. Er schuldet uns noch ein Gefallen...“ erklärte er grinsend. „Ein Gefallen? Jetzt weiß ich wer Sie sind...Sie wurden von Ben vor drei Jahren festgenommen, als Sie mit Drogen gedealt haben. Zusammen mit Volkmann...Kohlhoff stand auch auf Bens Erfolgsliste...“ stieß Semir aus. Oliver applaudierte. „Nun ja... sagen wir mal...dass wir seine Kunden waren....“ nickte Oliver. „Was wollen Sie dann von mir und meiner Familie?“ kam die nächste Frage von Semir. „Ganz einfach... Du wirst Ben Jäger hierher beordern...und dann werden wir das einfordern, was uns zusteht.“ grinste Oliver. „Nein...“ kam bestimmt von Semir. „Nein?“ fragte Oliver nach. „Ganz richtig...Nein....“ bestätigte Semir. „Du weigerst dich?“ harkte Oliver nach. „Nein...ich sagte nur dass ich Ben nicht hierher ordern erde. Wenn ihr meine Hilfe wollt, dann nur wenn ich eine Gegenleistung habe...“ kam fordernd von Semir. Oliver lachte leise. „Und was wäre die Gegenleistung?“ wollte Oliver wissen. „Meine Frau und die Kinder werden frei gelassen...“ stellte Semir die Forderung. Oliver stand auf. „Nehmen wir mal an, ich lasse mich darauf ein...wie wollen wir dann sicher gehen, dass sie nicht deine Kollegen informiert?“ stellte Oliver die Frage. „Ich werde ihr sagen, dass sie es nicht darf. Sie wird sich daran halten....“ erklärte Semir. „Das ist mir zu unsicher...aber du hast Recht.....es ist stressig mit Kind und Kegel abzuhauen... ich mache dir einen Vorschlag... Du rufst ihn an und dafür schenke ich deiner Familie das Leben....klingt das nicht besser?“ schlug Oliver vor. Semir sah ihn an. Er hatte das Gefühl, das der Mann etwas im Schilde führte, was ihm sicher nicht passte. Doch er saß am längeren Hebel. „Also....?... ich warte auf deine Antwort...“ harkte Hampe nach. Semir gab klein bei. Er nickte und bekam sein Handy. Hampe legte ihm die Waffe an den Kopf. „Du wirst ihm nur sagen, dass er hierher kommen soll...kein Wort warum...ist das klar?“ drohte Hampe. Semir tat es.


    Andrea versorgte Sebastian und Ayda und legte sie zum Schlafen. „Mama....die Männer sind böse...“ kam wütend von Ayda. „Ja mein Schatz...ich weiß...aber Papa wird das schon machen..“ gab Andrea von sich und streichelte ihrer Tochter über den Kopf. Nur widerwillig legte sich die Vierjährige hin. „Und nun schlaf etwas...und wenn du wach bist, dann sind die Männer weg...“ versprach Andrea. Ayda legte sich neben Sebastian ins Bett. Sie gab ihrem Bruder einen Kuss. „schlaf gut...“ sagte sie leise und streichelte ihrem Bruder das Bäckchen. Andrea bekam Tränen. Wie süß Ayda sich doch um den Kleinen kümmerte. Sie sang den Beiden Schlaflieder vor und schon bald schliefen die Kinder. Andrea sah aus dem Fenster. Was wollten diese Männer von Semir? Was taten sie mit ihm? Überrascht sah sie wie Semir zu einem Auto gebracht wurde. Er war nicht gefesselt doch er weigerte sich nicht. Semir wollte sie und die Kinder in Sicherheit wissen und fuhr mit diesen Männern weg? Irgendwas stimmte hier nicht...Und wie auf Kommando ging der Schlüssel in der Tür. Andrea sah Torben an, der eintrat. Er richtete die Waffe auf Andrea. „Bitte...nicht....“ sagte sie flehend. Torben zog den Hahn zurück. „Oliver will, dass ich Sie und die Kinder erschieße...“ erklärte er, als würde er ein Geschäft abschließen. Andrea nickte geschockt. Langsam ging zu zu ihren Kindern und setzte sich zu ihnen. Beide schliefen bereits tief und fest. So würde also ihr Leben enden..., dachte sie.

    Auf diesen Augenblick hatte Semir gewartet. Kaum waren die Fesseln gelöst ging er in den Angriff über und schlug auf Marlon ein. Sicher hätte er es auch geschafft, wenn Marlon nicht den Elektroschocker eingesetzt hatte. Semir hatte ihn bereits unter sich begraben, als er schmerzerfüllt aufschrie. Marlon hatte ihm den Schocker an der Hand eingesetzt. Durch den Schmerz in der Hand reagierte Semir wie jeder normale Mensch auch. Er griff zu der Schmerzstelle und ließ Marlon Wiesheu los. Dieser setzte den Schocker ein zweites Mal an. Diesmal am Hals. Mit einem leisen Stöhnen sackte Semir zusammen und verlor das Bewusstsein. Marlon wälzte sich unter dem leblosen Körper weg. „Du verdammter Mistkerl....du verdammter Bulle....du...“ fauchte er wütend und traktierte den Körper des reglosen Mannes. Nach wenigen Minuten ließ er atemlos von ihm ab. Er zerrte ihn zum kleinen Käfig und warf ihn regelrecht durch die kleine Öffnung. „Das wird er nie wieder machen....“ stieß er zufrieden aus. Er stellte sich wieder vor Kims Käfig. „So meine Liebe... ich bin in wenigen Augenblicken zurück. Ich brauche nur deinen Freund holen... und dann können wir heiraten... ich liebe dich..“ säuselte er, als wäre nichts gewesen.

    Ben stand pünktlich um sieben an der Raststätte. „Und wie abgemacht... erst wenn wir Semir und die Chefin gefunden hätten, dürft ihr zugreifen...“ ermahnte er die Leute erneut über Funk. „Alles klar Ben... wir haben alles im Griff...“ beruhigte Dieter Bonrath ihn. Ben schloss die Augen und hoffte inständig, dass alles klappte. Doch Marlon Wiesheu schien nicht der Typ zu sein, dem die Pünktlichkeit in die Wiege gelegt wurde. So wurde seine Geduld auf eine harte Probe gestellt, dennoch ahnte er irgendwie, dass er beobachtet wurde. Vielleicht wollte Wiesheu nur sicher gehen, dass er allein war. „Ihr bleibt alle auf euren Plätzen. Denkt an die Sender die ich im Schuh und um den Hals trage. Verliert das Signal nicht und schlagt zu bevor der Kerl…Achtung er kommt…“ gab er flüsternd, kaum die Lippen bewegend durch. Ein Wagen hielt vor ihm. „Einsteigen!“ befahl der Fahrer. Ben tat es. „Wo ist sind meine Kollegen?“ fragte er. „Ich bringe dich hin…aber erst werden wir mal einen feinen Strip hinlegen… du ziehst dort in der Kabine alles aus….und das was in der Tüte ist an. Ich warne dich… wenn du nicht tun solltest was ich verlange, wird dein Freund einen grausamen Tod sterben und die hübsche Kim muss zusehen…“ ermahnte der Mann ihn. „Wiesheu… was soll das?“ wollte Ben wissen. „Tu was ich sage!“ fauchte der Mann zurück. Ben fügte sich. Er zog in der Toilette unter Aufsicht von Marlon, der eine Waffe auf ihn richtete alles aus. Sogar die Schuhe. „So ist es schon viel besser…“ lobte Marlon ihn. In einem Overall steckend verließ Ben das Haus wieder. Nun war nur der Sender in der Kette geblieben.

    Semir kam langsam zu sich. „Frau Krüger?“ fragte er, denn es war schon fast dunkel. „Ich bin hier… wie geht es Ihnen?“ wollte Kim wissen. „Ich fühle mich etwas zertreten, aber ansonsten geht es. Was ist mit Ihnen? Wo ist Marlon?“ stellte er die Gegenfrage. „Er holt Jäger.“ gab sie leise von sich. „Sehr gut…“ nickte Semir und richtete sich auf. „Was ist daran gut? Er will das Sie und Jäger unsere Trauzeugen sind. Der Mistkerl will mich zwingen ihn zu heiraten. Und er wird sicher einiges dafür aufbieten, damit ich ja sage..“ Kim lief wütend auf und ab. Semir lächelte leise. „Sie zeigen ja richtig Hassgefühle, gegen diesem Mann…“ lobte er sie. „Wir sollen uns überlegen wie wir hier raus kommen. Kann ich mal eine Haarnadel von Ihnen bekommen?“ bat Semir. Kim sah ihn an. „Wie?“ fragte sie. „Haben Sie eine Haarnadel?“ wollte Semir wissen. „Ja sicher…. Warten Sie…“ Kim zupfte an die zu einem Zopf gebundenen Haare und nestelte eine schmale Klammer heraus. „Sehr gut… damit sollten wir die Schlösser schnell knacken sollen. Sie werden als erstes raus und dann nichts wie weg hier..“ meinte Semir. Kim war einverstanden. Mit flinken Fingern schaffte Semir es tatsächlich das Schloss zu öffnen. Wenig später war auch er aus seinem Käfig befreit. Sie gingen zur Tür und wollten gerade öffnen, als Kim einen dünnen Draht bemerkte. „Gerkan!! Vorsicht!!“ schrie sie laut. Doch zu spät. Semir hatte die Tür bereits geöffnet. Mit einem lauten Knall fiel das Haus in sich zusammen und begrub Kim und Semir unter sich.

    war ne sehr witzige folge!!!

    kann es sein, dass die videomaterial von alten folgen hinzugefügt haben? ich weiß nicht mehr welche folge es war, aber es gab ja schonmal so ne folge wo einer die ampelanlage deaktiviert hat und mit Jan Richter "gespielt" hat. Ich meine mich auch zu erinnern, dass ich Jan auf nem ÜBerwachungsvideo gesehen habe. Da wo Hotte und der Rest der Kollegen sich die Unfälle im Revier anschauen, wird eine Unfallszene gezeigt und Jan telefoniert.

    Oder irre ich mich da?

    Nein du irrst nicht...das ist tatsächlich aus der Folge "Falsche Signale" mit Jan Richter....

    Ben lief wie ein gefangener Tiger auf und ab. Verdammt... irgendwo mussten die doch sein? Hartmut hatte eindeutig die Fingerabdrücke von Marlon Wiesheu in der Wohnung gefunden. Doch in seinem Hotel war er nicht mehr. Die Spuren verliefen im Sand. „wo können wir noch suchen? Susanne! Hast du alles überprüft? Grundstücke, die ihm gehören oder sonst was?“ fragte er mittlerweile zum sechsten Mal. Susanne rollte die Augen... „Ben ich habe alles gemacht, der Computer sucht noch...wir müssen Geduld haben...“ versuchte sie ihn zu beruhigen. Ben nickte nur. Er setzte sich an seinen PC und sah, dass eine Email eingegangen war. Mit einer dumpfen Vorahnung öffnete er diese. Den Text überflog er kurz. „Wenn du deinen Freund und deine Freundin wieder sehen willst, dann steh heute Abend um acht an der Autobahnraststätte Lustheide und halte eine aktuelle Tageszeitung in der Hand. Ich werde dich holen...wenn nicht... dann wird dein Freund noch mehr leiden, als du auf dem Video sehen kannst, welches dieser Nachricht angehängt ist.“ las er vor. Er öffnete den Anhang und sah Semir scheinbar bewusstlos in einem Käfig liegen. Oder war er bereits tot? Nein.... das konnte nicht sein, warum sollte er dann darauf bestehen, das er...wieso seine Freundin? Er war doch solo. Die Kamera schwenkte und zeigte Kim ebenfalls in einem Käfig. „Verdammt... also gut... Hotte, Dieter! Ich brauche das SEK!!“ stieß Ben aus als er durch das Büro rannte. „Wohin?“ wollte Dieter wissen, doch nun stoppte Ben... verdammt ja wohin? Er wusste ja nichts... „Vergiss es mit dem SEK...ruf mir Hartmut her!“ befahl Ben weiter und ging zurück in sein Büro. Er musste einen klaren Kopf bewahren.

    Kim sah Marlon. Semir war immer noch an der Wand gebunden war. „Zieh das Kleid an!“ befahl er Kim und reichte ein Brautkleid durch die Gitterstäbe. „Nein.... ich werde es nicht anziehen!“ widersprach Kim. Marlon lachte leise. „Zieh es an, oder ich werde mich mit ihm beschäftigen!“ drohte Marlon. „Marlon...gib auf... es bringt doch gar nichts. Du kannst mich nicht dazu zwingen! Lass uns doch reden...“ versuchte Kim und brachte es sogar zu Stande, dass ihr Stimme sich sehr davon überzeugt anhörte. „Reden? Warum sollten wir reden? Ich sehe keinen Anlass dafür. Zieh das Kleid an!“ forderte Marlon sie erneut auf. Doch Kim rührte sich nicht. „Also gut... ich habe dich gewarnt...“ gab er zurück, atmete tief ein und ging zu Semir. Dieser sah ihn nur an. „Sie werden damit nicht durchkommen. Egal was Sie auch vorhaben...“ kam ziemlich unsicher von Semir. Marlon lachte. „Wir werden sehen. Kim.... ich gebe dir genau fünf Minuten Zeit.... entweder hast du das Kleid an, oder dein Freund hier wird meinen Freund den Elektroschocker kennen lernen..“ drohte Marlon nach hinten. Kim ahnte, dass er es ernst meinte. „Also gut... lass ihn... ich tu was du verlangst...“ gab sie klein bei und zog das Kleid vor Augen der Männer an. Marlon bekam einen Glanz in den Augen. Tränen kamen hervor. „Du siehst zauberhaft aus...“ strahlte er. Er sah Semir an. „Ist sie nicht wundervoll?“ fragte er sie. „Ich werde nur deinen Freund versorgen und dann machen wir es uns bequem....meine geliebte Kim..“ strahlte er versonnen und löste Semir die Fesseln.

    Die Woche war schnell vorbei. Und endlich kam der erste Tag der freien Woche für Semir. Andrea sah auf die Uhr als es klingelte. Semir schlief bereits tief und fest. Sie erwartete keinen Besuch. „Mama ich mach auf...“ hörte sie Ayda rufen. „Nein...warte bitte....ich will erst sehen wer da ist..“ rief sie hinterher doch Ayda war schneller und öffnete die Tür. Davor standen vier Mann. Ayda sah die Männer an und spürte scheinbar das von diesen Vieren etwas ausging, was nicht gut war. Auch Andrea erstarrte. Dann wollte sie die Tür verschließen, doch einer der Männer stellte sich in den Rahmen und fing die Tür ab. „Aber Frau Gerkan....keine Panik....wir wollen nur mit Ihrem Mann reden... wo ist er?“ fragte einer der Männer. „Er … ist nicht da...“ sagte Andrea leise. Sie nahm Ayda auf den Arm, die sich ängstlich hinter ihr gestellt hatte. „Aber warum lügen Sie denn? Ich weiß dass er da ist.... sollen wir das ganze Haus durchsuchen?“ wollte der Mann wissen. Andrea schüttelte den Kopf. Sie hörte wie Sebastian anfing zu weinen. Der Mann der mit ihr sprach lächelte leicht. „Holen Sie den Kleinen... nicht dass er noch erstickt...und dann gehen wir zu Ihrem Mann...nur keine Sorge...es wird ihm nichts passieren. Weder ihrem Mann, ihren Kindern noch Ihnen....das verspreche ich. Wir brauchen nur die Hilfe von Ihrem Mann um einen alten Freund Hallo zu sagen...“ lächelte der Mann freundlich. Andrea nickte nur. Sie ging mit Ayda nach oben und holte Sebastian aus dem Bett. Dann ging sie mit den Kindern wieder nach unten. Es hätte keinen Sinn gehabt sich irgendwo einzusperren. Die Kerle wollten etwas und sie sahen nicht so aus, als würden sie sich durch eine versperrte Tür aufhalten lassen. „Fein...und wo ist Ihr Mann?“ kam erneut die Frage. „Im...Gästezimmer...da hinten...“ erklärte Andrea leise und wies in die Richtung. Zwei der Männer gingen in die Richtung und öffneten leise die Tür. „Was wollen Sie von uns?“ wollte Andrea wissen. „Wie ich schon sagte, es passiert Ihnen nichts. Wir wollen nur die Hilfe von Ihrem Mann.“ lächelte der Kerl erneut. „Dann könnten Sie ihn auch anrufen...oder ...auf die Wache gehen..“ widersprach Andrea. Es musste mehr sein, als nur Hilfe, die diese Kerle von Semir wollten.

    Semir spürte etwas Kaltes an der Wange. „Ayda...nicht....lass den Papa schlafen..“ kam verpeilt von Semir und er wischte das Etwas weg. Doch es kam wieder und je wacher Semir wurde um so mehr wurde ihm klar, dass es nicht seine Tochter war die ihn dort küsste. Er öffnete die Augen und sah hin. Die Mündung seiner eigenen Waffe starrte ihn an. „Hey... ganz ruhig... okay...kein Grund nervös zu werden...“ sagte er leise und hob die Hände. „Aufstehen, Anziehen und mitkommen!“ kamen die Befehle. Semir führte sie aus. Er sah sofort, dass hier Widerstand gefährlich war. Nachdem er angezogen war, wurde er aus dem Raum gestoßen. Im Wohnzimmer sah er Andrea mit den beiden Kindern auf dem Sofa sitzen. Sie hielt Sebastian eng an sich und Ayda versteckte sich hinter ihr. Sofort ging Semir zu ihnen. „Seid ihr okay?“ fragte er besorgt. Andrea nickte nur. „Herr Gerkan...wir kennen uns noch nicht...ich stelle mich und meine Leute mal kurz vor.... ich bin Oliver Hampe, das dort ist Rolf Volkmann, Horst Kohlhoff und Torben Schneider. Wir sind alte Freunde von Ben Jäger, der wohl die Stelle gewechselt hat.“ lächelte der Mann. Semir sah ihn an. Die Namen....zwei davon kannte er...hatte er bereits schon mal gelesen. Hampe...und Volkmann...das waren Männer die von Ben eingebuchtet wurden. „Was wollen Sie von Ben?“ fragte Semir heiser. „Das sollte Sie nicht interessieren. Aber wenn Sie ihn nicht herholen, dann werde ich mich erst mit Ihrer Tochter beschäftigen, dann mit dem Kleinen und zum Schluss Ihre Frau...“ drohte der Mann, der als Horst Kohlhoff vorgestellt wurde. „Lassen Sie meine Familie in Ruhe!“ fauchte Semir wütend. „Oh keine Sorge....deiner Familie wird nichts passieren, wenn du tust was ich sage...“ kam grinsend von Hampe. Hort Kohlhoff setzte sich auf die andere Seite von Andrea und lächelte Ayda an. „Hey... meine Süße...du bist aber eine ganz Niedliche...was...?“ lachte er und streckte seine Arme nach dem kleinen Mädchen aus. Ayda setzte sich auf Semirs Schoß und klammerte sich fest an ihrem Vater. „Horst...lass es!“ fauchte Torben Schneider. „Hey...ich bin doch lieb.......“ lachte Kohlhoff.

    RTL wollte die Zuschauer wieder einmal mit Action aus deutscher Produktion überzeugen. «Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei» begann den Abend um 20.15 Uhr und überzeugte 4,17Millionen Zuschauer. In der Werberelevanten Gruppe waren es 2,53 Mio. Das brachte einen Marktanteil von 19,8 % ein..

    Quelle: RTL . de