Beiträge von Elvira

    „Semir... kann ich jetzt Feierabend machen? Ich hab heute noch was vor?“, stöhnte Ben, als Semir um den Wagen der Frau herumschlich, den sie gerade raus gewunken hatten. „Moment ja... also, linkes Bremslicht defekt, Reifen abgefahren und Telefon am Steuer... da kommt eine Menge auf sie zu, junge Dame.“, posaunte Semir eine seiner berühmten Standpauken. Die junge Dame, ein junges Mädchen von ungefähr 23, ziemlich arrogant und gleichgültig wirkend, lehnte an ihrem Cabrio und hörte nur mit genervten Augenrollen zu und kaute auf ihrem Kaugummi herum. „Wenn sie meinen...“, maulte sie und sah genervt zu Ben rüber, der etwas auf seinem Klemmbrett eintrug. Semir konnte eigentlich seine Wut nicht mehr zurückhalten und dann platzte ihm der Kragen. „Ihnen ist schon klar, dass ich Ihnen den Führerschein abnehmen kann, oder? Sie haben noch Probezeit! Meinen Sie, die Gesetze zählen nicht für Sie?“, fauchte er die Frau an. „Hey… beruhige dich mal… Opa… ich hab doch nichts getan. Jeder telefoniert beim Fahren!“, behauptete die junge Frau. „Ach ja? Ich nicht!! Für diese Beamtenbeleidigung gibt es noch einmal extra eine Anzeige… Da wären wir dann bei ca. 250 Euro und 6 Punkte in Flensburg!“, fauchte er die junge Frau an. „Och….das macht nichts…das zahlt mein Papa, ohne mit der Wimper zu zucken.“, kam von der Frau die sich nun eine Nagelfeile aus der Tasche zog und ihre Nägel manikürte. Semir sah verzweifelt zu Ben, doch der grinste nur. „Gut… dann können Sie Ihren Herrn Papa anrufen und sich abholen lassen. Der Führerschein ist eingezogen!“, bestimmte Semir und steckte den Führerschein der jungen Frau ein. Er stapfte wütend zum BMW und drehte sich noch einmal um. „BEN!!! Komm!“, befahl er. Ben nickte und verabschiedete sich noch freundlich. Die junge Frau stand einfach nur da und sah dem Wagen nach. Doch dann stieg sie ein und fuhr los. Es schien ihr völlig egal zu sein, dass sie nun keinen Führerschein mehr hatte.

    Ben sah Semir an und stieg ein. „Hast du dich jetzt ausgetobt? Meinst du nicht, dass du mit der Maßnahme übertrieben hast?“, wollte er wissen, als Semir anfuhr. „Oh nein…ganz sicher nicht. Wie willst du sonst so einer verzogenen Göre Manieren beibringen. Weißt du, wie sie mich genannt hat? Opa! Die hat Opa zu mir gesagt!“, empörte Semir sich weiter. „Ach du…lass mich doch bitte am Ebertplatz raus. Du musst doch eh dort hin oder?“, grinste Ben. Semir sah ihn an. „Nee… eigentlich nicht…ich meine das ist ein ziemlicher Umweg und…also gut…“, gab Semir nach, als Ben ihn ansah. „Aber nur wenn du mir verrätst, mit wem du verabredet bist…“ Ben rollte die Augen. „Also gut… ich hab eine Freundin, ja… sie heißt Rosa und ist eine wunderbare schöne Frau. Wir haben uns beim Auftritt kennen gelernt. Sie singt wunderschön und sie ist wunderschön…“, schwärmte Ben verträumt. Semir lachte leise. „Na, was ist Liebe schön…“, grinste er nur. „Aber bitte Semir… behalte das für dich okay?“, bat Ben. Semir nickte „Ja sicher… gar kein Problem…“, grinst er nur.

    Der Abend kam und Rosa wartete bereits auf Ben. Dann kam er endlich rein. Sie sprang auf und fiel ihm regelrecht um den Hals. Ein inniger Kuss folgte. Ben löste sich nur sehr langsam von ihr. „Hast du mich vermisst?“, fragte er leise. „Und wie…Ben…ich liebe dich…“, säuselte sie. „Ich dich auch… aber jetzt essen wir und dann werden wir es uns vor dem Kamin so richtig schön gemütlich machen. Bei mir in der Wohnung, einverstanden?“, wollte Ben wissen. „Ja sehr gern… der Tisch ist da hinten in der Ecke und ich habe dir eine Überraschung mitgebracht.“, versprach sie. „Eine Überraschung? Was ist es?“, wollte Ben sofort wissen. „Na… wer ist denn da so neugierig?“, lachte sie herzlich und zog ihn zum Tisch. Das die Leute im Restaurant über die beiden tuschelten war ihnen egal. Ben bestellte das Essen und die Getränke und der Kellner brachte alles nach einigen Minuten. Der junge Hauptkommissar registrierte, dass die Leute immer wieder zu seiner Freundin sahen, was an ihrem auffällig schweren Kleid liegen durfte, doch ihm gefiel es und er gab nie etwas auf das Getuschel anderer Leute. „Rosa... dein Kleid...“, fing er an und nahm ihre Hand. „Gefällt es dir?“, fragte sie sofort und sah an sich hinunter. „Es... es ist wunderschön und du bist noch viel schöner.“, meinte er mit verliebten Blicken in seinem Gesicht. Sie sah ihn ebenfalls verliebt an und beide küssten sich über den Tisch hinweg und genossen einfach den zusammen verbrachten Abend.

    „Oh man… der arme Kerl….stellt dir mal vor… du verabschiedest dich von deiner Frau und deinem ungeborenen Kind und freust dich auf das Wiedersehen… und dann kommen ein paar Typen daher und machen das ganze Glück kaputt. Kein Wunder das er seinen Dienst nicht mehr aufnehmen kann.“ fauchte Semir wütend als sie ins Auto stiegen. „Ja…ich finde es auch mehr als grausam. Aber das Schicksal fragt nicht nach Glück und Leid… es ist einfach da.“ kam von Ben. „Wir sollten noch mal schauen, ob wir in der Akte von diesem Mayer noch was finden. Vielleicht eine Spur zu den Komplizen…“ meinte Semir nachdenklich. „Ja das werden wir auch… aber erst nach dem Essen. Was meinst du? Würdest du diesem Berger oder Haffner zutrauten, ihre Kompetenzen zu übertreten? Dieser Mayer…der war so zugerichtet, dass eine Identifizierung nicht möglich war. Wer könnte es so anrichten? Doch nur einer gewesen sein, der genau weiß wie die Polizei arbeitet. Wer außer ein Polizist könnte das wissen?“ fragte Ben nach. „Stimmt zwar, allerdings haben wir keine Beweise. Und nur weil Berger seine Frau und Haffner seine Schwester verloren hat, können wir nicht behaupten, dass einer der Männer oder gar Beide hinter diesem Mord stecken. Aber wir werden es in Betracht ziehen. Sobald wir die Anderen haben…“ lächelte Semir und lenkte den Wagen sicher durch den Verkehr. Die Rückfahrt dauerte eine gute halbe Stunde. Als sie im Büro ankamen gingen sie die Akte von Mayer noch durch. „Hey… hier steht dass er Kontakt mit einem gewissen Torben Sander und einen Andreas Fintner hatte. Um was wetten wir dass die Typen auch bei uns in der Kartei sind…?“ grinste Ben. Semir zog die Schultern hoch. „Ich denke wir finden sie ganz sicher dort. Du übernimmst Sander und ich Fintner…“ schlug der Hauptkommissar vor. Nur wenig später hatten sie die Daten. „Bingo…..dieser Sander ist kein unbeschriebenes Blatt. Raub….Vergewaltigung… Erpressung….Drogen…alles vertreten und weißt du was… Er hat ne Kneipe….und zwar die wo wir letztens waren. Na das würde doch mal für ein Verhör reichen..“ grinste Ben. „Und ein Feierabendbier…“ stimmte Semir zu.

    Manfred duckte sich, als er den Wagen der Kollegen sah. Verdammt…was wollten die hier? Vermutlich haben sie herausgefunden, das Fintner und Sander in dem Raub mit drinnen hingen und nun…vielleicht vernehmen….verdammt… wenn die jetzt anfangen ihn dazwischen zu funken, dann….dann konnte er seine Rache vergessen. Die Kerle werden anfangen zu begreifen, dass….dass alles zu spät ist und versuchen zu fliehen. Er musste es verhindern… er musste verhindern, dass er seine Rache nicht ausüben konnte. Also gut…bleib ruhig… Manni…bleib ganz ruhig. Die Beiden machen nur ihren Job…mehr nicht. Ich warte einfach bis sie wieder rauskommen und bis die Kneipe geschlossen ist. Dann werde ich mir einen nach dem Anderen holen und….ja….das ist ein guter Plan… stimmte Manfred sich selbst zu. Er setzte sich gerade hin und wartete. Seine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt. Nach einer guten Stunde stieg er aus und ging in den Hinterhof. Er wollte sehen, wo er am Besten einsteigen konnte, als ihm Ralf Steingassner über den Weg lief. „Hey…was machst du hier, du Penner!“ fauchte Steingassner ihn an. Manfred zog seine Waffe. Es war eigentlich zu schnell, aber….dieser Mistkerl war dabei, als Jenni starb. Vielleicht hatte er sogar geschossen. Manfred musste keine Angst haben, dass der Schuss gehört wurde. Der Schalldämpfer auf der Waffe ließ das Geräusch verstummen. „Hallo du Mörder!“ sagte er leise und drehte sich zu Ralf um. Dieser bemerkte die Waffe. „Hey.. .ganz ruhig….was soll das? Wer sind Sie?“ fragte er und hob abwehrend die Hände. Manni lachte leise. „Ich bin der Mann, dem du alles genommen hast… ich hatte mal eine Frau…und die war schwanger…es wären nur wenige Tage gewesen, bis mein Kind zur Welt gekommen wäre…aber du und deine Freunde haben sie mir genommen… nun nehme ich mir dein Leben…“ erklärte er leise und zielte auf Ralf. Dieser drehte sich um und wollte weglaufen. Manfred drückte eiskalt ab. Die Kugel traf Ralf ins Bein und er sank zusammen. Manfred ging langsam auf ihn zu. „bitte… nicht…ich… ich hab nicht geschossen…ich schwöre…“ weinte der Mann. Manfred legte erneut an. Diesmal ging die Kugel in die Schulter. Ralf schrie, weinte und flehte. „Wer hat meine Frau getötet?“ fragte er. Ralf wimmerte. „Es…es war…Torben……ich schwöre… er…er hat abgedrückt…“ kam es leise von ihm. „Danke….dann ist er der nächste der daran glauben wird. Du wirst dich vor dem höchsten Gericht verantworten… der Richtspruch ist „schuldig“,“ erklärte Manfred und drückte ein drittes Mal ab. Diesmal ging die Kugel in den Kopf.

    oh du bist ja sooooo rückslichtsvoll... er darf schreien.. wie nett...

    aber genau das liebe ich...so ein Psycho......bin ja mal auf Semirs Reaktion gespannt... der würde sicher gern in den Monitor kriechen und Lerch eine Verpassen....

    oh man ich leide mit Ben......um Lena....das ist ja ziemlich mysterios.....dieser Code war ja auch nicht gerade ne Hilfe...und sonst keine Hinweise.....übele Aussichen würde ich sagen. ABer wie ich dich kenne haben die Beiden schon sehr bald eine Lösung gefunden.

    „Oh man… die sind ganz schön brutal vorgegangen. Hier steht dass ein Zeuge aussagte, dass die Frau die erschossen wurde wohl ihre Wehen bekam und weil sie dabei schrie schoss einer der Bankräuber mehrmals auf sie. Ein Schuss traf ins Herz und ein weiterer traf das Baby. Die Frau war sofort tot.“ las Semir vor. Er ließ die Akte sinken. „Wie grausam können die Menschen sein. Es ist unfassbar…“ stieß er aus. Ben nickte. „Wie wollen wir vorgehen? Unseren Kollegen besuchen?“ wollte er wissen. „Nein…wir haben noch ein Video vom Bankraub anzusehen und danach fahren wir dann zum Kollegen…“ schlug Semir vor und legte eine Videokassette ein. Wenig später flimmerten Bilder über den Schirm. „Oh mein Gott…sieh dir diese Brutalität an…“ fauchte Semir und ballte seine Hände zu Fäusten. Ben sah ihn besorgt an. „Fällt dir was an den Typen auf…der links steht?“ wollte er wissen. Semir sah ihn. „Das ist Collins…diese Tätowierung…“ kam von ihm. „Ganz genau… damit ist ja wohl klar, warum er so reagierte. Vermutlich hatte er Angst, dass wir hinter seine Tat gekommen sind und deshalb die Waffe…“ mutmaßte Ben. „Gut…dann werden wir den Kollegen Berger mal befragen…“ meinte Semir und stand auf. Nur wenig später waren sie unterwegs.

    „Kollege Manfred Berger ist derzeit beurlaubt…seit der Sache mit seiner Frau…“ erklärte Anthony Haffner. „Wie ist Herr Berger mit dem Tod seiner Frau umgegangen?“ wollte Semir wissen. „Mein Schwager….Jennifer war meine Schwester. Es war sehr schwer… Er war bei dem Einsatz vor der Bank dabei und…er hörte den Schuss oder besser die Schüsse. Wir hatten alle eine große Angst um Jenni, aber auch die Hoffnung… es klingt ziemlich makaber…aber wir hatten die Hoffnung, dass es eine andere Geisel erwischt hatte. Als die Gangster sich dann mit Hilfe einer Geisel die Fluch erkauften…und wir…in die Räume stürmten, da….Manfred sah seine Jenni am Boden liegen. Blutüberströmt… von mehreren Kugeln getroffen und…es gab keine Hoffnung mehr. Sie war tot und das Baby auch. Manfred ließ sich nur widerwillig von der Leiche trennen.“ Anthony machte eine Pause. Semir sah die Tränen, die ihm aus den Augen traten. „Es tut mir Leid, dass wir Sie damit wieder konfrontieren, aber….es gibt vermutlich zwei Beteiligte des Überfalls die eines unnatürlichen Tod starben. Den einen habe ich bei einer Kontrolle versehentlich erschossen…. Und der Andere…ist in der Wohnung aufgefunden worden. Sein Schädel war entsetzlich zugerichtet worden und…“ erklärte Semir. Anthony nickte. „Ich habe davon in der Zeitung gelesen. Ich kann nicht sagen, dass es mir Leid tat..“ meinte Anthony nur. „Mir schon….“ kam leise von Semir. „Er war ein Verbrecher und er hat einen Mord begangen. Bitte entschuldigen Sie, wenn ich es anders sehe als Sie, aber glauben Sie mir…es war die gerechte Strafe für diesen Mistkerl. Vermutlich hat er meine Schwester erschossen.“ Kam wütend von ihm. „Nein hat er nicht. Wir haben die Videoaufnahme des Raubüberfalls gesehen. Es war ein Anderer und genau deshalb sind wir hier…“ erklärte Ben nun. „Wie können wir helfen?“ wollte Anthony wissen. „Wo finden wir Manfred Berger?“ kam die direkte Frage von Ben. „Vermutlich auf dem Friedhof oder in seiner Wohnung. Ludwig-Gies-Strasse 9 in Köln Chorweiler…“ kam von Anthony. „Danke…“ murmelte Ben und zog Semir mit aus dem Büro.

    „Herr Berger?“ fragte der Mann als Manfred die Tür öffnete. „Ja…wer sind Sie?“ wollte er wissen. „Gerkan Kripo Autobahn. Das ist mein Kollege Ben Jäger. Es geht um den Bankraub….vor drei Monaten…“ erklärte der Mann und zeigte den Ausweis vor. Manfred nahm ihn und prüfte ihn genau. „Was kann ich für Sie tun?“ wollte er wissen und ließ die Männer eintreten. „Wir bearbeiten gerade einen Fall, bei dem leider ein Mensch ums leben kam….“ Fing Gerkan an. „Sie meinen den Mann, den Sie erschossen haben? Tut mir Leid, aber wenn Sie von mir ein Bedauern hören wollen, dann muss ich Sie enttäuschen. Ich finde es nur gerecht, wenn einer der Kerle tot ist.“ Kam kalt von Manfred. „Es ist nicht nur einer tot. Als wir das Umfeld von Herrn Collins überprüft haben, wurde eine weitere Leiche gefunden. Sie konnte als Maik Mayer identifiziert werden. Er und Collins haben mit weiteren Kameraden die Bank überfallen, in der Ihre Frau gerade Geld abheben wollte. Sie wurde bei dem Überfall getötet…“ erklärte Gerkan. „Sie wurde hinterhältig ermordet! Sie wurde von einem dieser Dreckskerle abgeknallt!! Sie hatte nichts getan außer dass sie die Wehen bekam und unser Kind zur Welt bringen wollte…“ schrie Manfred und ließ seinen Tränen freien Lauf. „Ich würde alles dafür geben, wenn ich….wenn ich…gehen Sie bitte…ich … ich kann Ihnen nicht helfen…“ erklärte er. Die beiden Männer nickten. „Danke….wir finden allein heraus. Es tut uns sehr Leid…das mit ihrer Frau…aber leider kann man es nicht rückgängig machen.“ erklärte Gerkan und sie verließen das Haus.

    ja ja....soviel zu harmlos sein....lol du machst mir ja Konkurrenz....super geschrieben...aber viel zu kurz....viel viel viel zu kurz..

    Ben hat richtig zu leiden und erinnert mich in deiner Story doch sehr an Semir in meinen Storys.. niemals aufgeben und sich unterordnen...gefällt mir wirklich

    Manfred Berger lehnte sich zurück. Er schloss die Augen und sah wieder den Mann vor sich, den er erschlagen hatte. Das war nicht richtig….das war Selbstjustiz und er war Polizist. Das war falsch….gingen die Worte durch seinen Kopf. Das schlechte Gewissen meldete sich, dachte er ironisch. Ja sicher…war es falsch. Er hätte den Mann verhaften und vor Gericht stellen lassen sollen. Doch als er das Gesicht erkannte und als er wieder seine tote Frau vor sich sah, da war der Schmerz groß. Er war so groß… Tränen flossen. Doch dann kam ein anderer Gedanke. Er hätte ihn ja nicht einmal verhaften können. Denn seit dem Tod seiner Jennifer war er vom Dienst beurlaubt. Er durfte an diesem Fall nicht mitarbeiten. Befangenheit…nannte sein Dienstvorgesetzter es. Befangen…nein… er war nicht befangen…er wollte die Mörder seiner Frau auch hinter Gitter bringen, aber was…wenn der Richter sie frei sprach? Was wenn der Richter die Schuld woanders suchte? Vielleicht bei Jenni selbst….Groteske Fragen gingen durch seinen Kopf. Jetzt waren noch drei Mann frei. Drei Mörder von Jenni und niemand konnte sie aufhalten den nächsten Bruch oder Raub zu machen. Er sah auf die Uhr. Es war bereits 22 Uhr und er spürte wie er müde wurde. „Na…dann werden wir jetzt mal schlafen gehen..“ ermahnte er sich selbst, erhob sich und legte sich auf die Couch. Im Bett schlief er nicht mehr, seit Jenni nicht mehr da war. Allein in diesem großen Bett wollte er nicht liegen. Die Müdigkeit übermannte ihn und er schlief ein.

    Am nächsten Morgen riss sein Handy Semir aus dem Schlaf. „Ja Semir hier!“ meldete er sich mit verschlafener Stimme. „Susanne hier… Semir die Gerichtsmedizin hat soeben angerufen. Der Tote wurde identifiziert. Ich habe alles bereits zusammen getragen. Also… ist … oder besser es war Maik Mayer…“ hörte er Susanne sagen. „Ach und wie kommt es dass wir es wissen? War er als vermisst gemeldet?“ unterbracht Semir sie. „Nein… er ist in unserer Kartei. Maik Mayer war vorbestraft. Schwerer Raub, Körperverletzung, Erpressung und noch einiges Andere. Ach so… die Gerichtsmedizin konnte auf dem Körper der Leiche noch Spuren sichern, die nicht von dem Toten stammen. Vermutlich sind es Hautpartikel. Die Analyse läuft bereits. Sobald das Ergebnis vorliegt, bekommst du natürlich als erster Bescheid.“ Endete Susannes Vortrag. „Danke Susanne… das ist verdammt gute Arbeit.“ lobte Semir und beendete das Gespräch. Dann stand er auf, duschte und fuhr zu Ben, der schon auf ihn wartete. Als sich dieser auf den Beifahrer fallen lies verkündete Semir ihn direkt das was er von Susanne erfahren hatte. „Wir haben den Toten identifiziert. Maik Mayer… gab er bekannt. „Whow…wie kommt es dass sie ihn doch identifizieren konnten?“ wollte Ben wissen. „Das weiß ich auch nicht genau. Aber ich denke wir sollten mal anfangen die damaligen Beteiligten am Bankraub heraus zu finden. Klar ist, dass Collins mit drin steckte. Die Beute war damals fast 200.000 Euro. Und den wird er sicher nicht allein gemacht haben. Die Akten warten schon auf uns.“ Lachte Semir und fuhr zur PAST. Dort angekommen sahen sie mehrere Akten auf dem Tisch liegen. „Na dann fang du mal an… ich besorge und Kaffee…“ schlug Ben vor und verschwand in der Küche. Semir nickte und nahm die erste Akte.

    Der nächste Morgen brach an. Manfred Berger betrachtete sich im Spiegel. Er hatte seinen schwarzen Anzug an. Ein Blick auf die Uhr zeigte ihm, dass seine Frau sicher gleich nach Hause kommen würde, wenn sie noch lebte. Seit gut zwei Monaten jagten seine Kollegen eine Bande von Bankräubern, die sie erschossen hatte, als sie in die Bank ging und Geld abholen wollte. Eiskalt erschossen… es gab dafür keinen Grund. Doch nicht nur seine Frau starb an diesem Tag. Sondern auch sein ungeborenes Kind. Wütend ballte er seine Faust und malte sich aus, was er machen würde wenn er die Kerle in die Finger bekäme. Jennifer war eine so tolle Frau gewesen, das…. Er schüttelte den Kopf. „Bist du fertig?“ riss ihm die Stimme seiner Schwiegermutter aus den Gedanken. „Ja… sicher. Fahren wir zum Grab…“ lächelte er und wischte sich eine Träne weg. Nur eine halbe Stunde später standen sie auf dem Nordfriedhof in Köln. Hier war sie begraben… seine Jennifer. Immer wieder ertappte er sich, wie er zu ihr sprach. „Hey… mein Schatz… ich…vermisse dich so….Gott wenn du wüsstest wie ich dich vermisse. Aber ich schwöre dir, dass ich die Kerle bekomme, die dich mir genommen haben. Ich werde sie alle der gerechten Strafe zuführen…das schwöre ich dir.“ versprach er leise. „Manni….das hat doch alles keinen Sinn….“ riss ihn die Stimme seiner Schwiegermutter aus dem Zwiegespräch. „Oh doch…Tanja … ich finde die Kerle. Sie sind damals entkommen, aber ich weiß dass sie wieder zuschlagen und dann werde ich sie dort hin bringen, wo sie hingehören.“ drohte er erneut. Niedergeschlagen fuhren sie wieder nach Hause. „Was hast du vor? Manni…denk daran du bist Polizist…Jenni war auch Polizistin und sie liebte ihren Job. Sie würde nie von dir verlangen, dass du sie rächst. Das bringt dir nichts ein…hörst du…das bringt gar nichts…“ redete Tanja…die Mutter von Jennifer auf Manfred ein. Dieser nickte nur. Zuhause zog er das Bild von Andreas Fintner hervor. „Du wirst der nächste sein…“ sagte er leise.

    jaja....so eine Maschine ist ja auch eine Augenweide..und Ben ist halt davon fasziniert...okay...vermutlich nicht nur wegen der Maschine.....lol mal sehen wie weit dies geht oder besser wie weit er geht..knistern tut es ja schon mal...

    ja da hatte Ben wirklich Glück...aber was ist mit Lena? Was passiert weiter? Wie will Ben sie befreien? Irgendwie denke ich das ist nicht so einfach.....ich hätte gern heute Abend noch was zum Lesen..ist das machbar Jenni? wäre echt nett..... :D

    Hast du ne Glaskugel oder sowas?


    Du weißt doch, ich habe hellseherische Fähigkeiten....mal sehen was mir die Glaskugel noch so verrät (oder besser gesagt .... deine Teile...) ich sehe zum Beispiel, dass ich heute Abend noch was zu lesen bekomme.....und hat meine Glaskudel recht???? :D:D:D

    Oh nein Elli ... kein Blut !!

    Anne ich bin unschuldig!!! Ich habe hier nichts getan.....nicht in dieser Story!!! Ich schwöre :D:D:D

    „Lena…ich übernehmen…du hast Pause..“ befahl Andreas als er unten stand. Lena wollte gerade die beiden Neuankömmlinge bedienen. Doch sie wusste genau, dass wenn sie den Befehl nicht ausführte, nicht gut war. Sie nickte und verschwand. „N’abend…was darf es sein?“ wollte er von den beiden Männern wissen. „Kölsch?“ wandte sich der jüngere Mann an den Älteren den Andreas tatsächlich als Gerkan ausmachte. Dieser nickte nur. „zwei Kölsch….Gaffel…bitte..“ forderte der Jüngere. Andreas nickte und zapfte das Bier vom Fass ab. „So... und nun ist Feierabend…. Auch für dich Semir….schalte ab. Andrea würde direkt nach Hause kommen wenn sie wüsste wie du dich benimmst…“ hörte Andreas den jüngeren sagen. „Ja sicher….es hängt mir einfach nur nach. Ben…. Dieser Typ…ich meine warum hat er die Waffe gezogen….ich kapiere es einfach nicht. Er hatte nichts im Wagen….gar nichts was mit einem Verbrechen in Verbindung gebracht werden könnte. Gar nichts…“ kam von Gerkan. „Es ist passiert. Ein kleiner Unfall. Und was den anderen Toten angeht. Sobald wir die Identität haben, können wir auch nachforschen, was der eine mit Marvin Collins zu tun hatte. Oder aber wir werden echte Polizeiarbeit leisten müssen und die Fälle die in letzter Zeit bzw. seit Marvin Collins letzten Deutschlandbesuch passiert ist.“ kann von dem Mann, den Gerkan mit Ben angesprochen hatte. Andreas tat desinteressiert hörte aber sehr genau hin, was die Männer zu besprechen hatten. Nach zwei Stunden verließen die Männer nach zwei Bier die Kneipe. Andreas ging zurück zu Torben der bereits auf ihn wartete.

    „Tja…..die haben noch ne Leiche gefunden. Wenn ich richtig zugehört habe, dann war das in der Wohnung wo Marvin unterkommen sollte. Das war doch Maiks Wohnung oder?“ wollte Andreas wissen. Torben nickte. „Ja stimmt Andy….das heißt…Maik ist auch tot…es kann nur Maik sein. Haben die Bullen was dazu gesagt?“ harkte er nach. „Nein…die wissen es scheinbar noch nicht. Haben was von unidentifizierbar gequatscht.“ erklärte Andreas weiter. „Wir müssen genauer wissen. Vielleicht kommen die noch mal rein. Dann werden wir sie fragen..“ dachte Torben laut nach. „Nicht nötig. Ich habe den vollen Namen von diesem Gerkan…Semir Gerkan… wir wäre es, wenn wir anonym anrufen und ihn irgendwohin bestellen. Dann befragen wir ihn und …“ schlug Andreas vor. „Du willst ihn ausquetschen? Das macht uns doch nur verdächtig…“ wandte Torben ein. „Nicht wenn er uns nicht erkennt…. Meine Stimme hat er nun gehört, aber deine kennt er nicht. Nimm dir zwei der Jungs und dann quetsch ihn aus. Du sollst ihn ja nicht totschlagen, sondern nur herausfinden, was er weiß bzw. was für eine Spur er hat. Außerdem bekommt er dann auch eine kleine Quittung für den Tod von Marvin.“ lächelte Andreas. Torben dachte nach. „Also gut…aber nur wenn wir nicht anders weiter kommen.“ schlug er ein. „Gut…aber nicht gleich. Lassen wir ihm noch etwas Zeit. Es schien mir als wissen die noch nicht all zu viel. Es könnte sich aber in wenigen Tagen ändern. Wenn wir bis Sonntag nichts von Maik hören, dann werden wir unseren Freund fragen.“ kam leise von Andreas.

    Ben und Alessandro saßen in der Notaufnahme, wo die Schusswunde von Nico behandelt wurde. Ben war nervös und das bemerkte auch der italienische Commissario. „Na geh schon….. Nico und ich kommen nach…“, lachte der sympathische Mann. Ben sah ihn an, nickte und verschwand. Als er dann bei Semir ankam, war er sehr erstaunt, das sein Partner so viel Besuch hatte. „Darf ich auch noch dazu kommen?“, fragte er vorsichtig. Andrea sah ihn an und sprang ihn um den Hals. „BEN!!! Gott sei Dank….du bist unverletzt. Was ist? Habt ihr deinen Freund gefunden?“, wollte sie sofort wissen. „Ja….wir haben es geschafft. Nico wurde angeschossen aber….“, erklärte Ben und sah das Semir wach war. „Hey Partner…“, sagte er leise. „Semir… wie geht es dir?“, wollte Ben wissen und trat ans Bett. „Danke… ich erhole mich. Paolo hat mir gesagt, was passiert ist und seine Söhne haben ein schlechtes Gewissen, weil sie mich nicht Statusgemäß behandelt haben. Ich hab versucht ihnen zu erklären, dass ich ihnen nichts nachtrage, aber….“, lächelte Semir leicht. Er war immer noch erschöpft. „Du musst italienisch lernen…genau wie ich.“, meinte Ben und sah Paula an. „Hallo Ben….“, hauchte sie. Ben nahm sie in den Arm und küsste sie vor der versammelten Mannschaft. Ein Raunen ging durch den Raum. Paula löste sich etwas unbeholfen und sah ihre Brüder an, die auf Italienisch tuschelten. „Was denn? Ich bin…also ich habe…es verbindet nun mal…“, entschuldigte sie sich. Ihr Vater antwortete ihr ebenfalls etwas auf Italienisch. „Paula ... Penso che proprio perché la famiglia per informarli che si desidera sposarsi ...”, grinste er. “N. papà .... io amo lui, ma non sposarsi ... ... ma io non ...”, empörte sich Paula. Ben sah sie an. “Was ist denn?”, wollte er wissen. Paula sagte ihm, was ihr Vater dachte. „Oh nein….ich heirate nicht….ich bin froh, wenn ich wieder in Deutschland bin.. Paula… hast du keine Lust Urlaub in Köln zu machen? Es ist ein wunderschöne Stadt… und…“, fing er an. Paula nickte und zog ihn nun an sich. „Egal was meine Familie sagt….ich liebe dich, Ben Jäger…“, flüsterte sie ihm ins Ohr.

    Auch Alessandro und Nico kamen ins Zimmer. Doch nun wurde den Ärzten das Zimmer zu voll. Der Besuch wurde bis auf Andrea, Ben und Nico, der hier als Patient eingebettet wurde aus dem Zimmer komplimentiert. „Das war verdammt knapp, Semir…aber jetzt, wo Andrea hier ist, wirst du sicher schnell wieder auf den Beinen sein…“, meinte Ben und sah seinen Partner an. „Das denke ich… Ben… wir müssen doch nicht sofort zurück, oder? Ich meine, wir könnten doch noch ein paar Tage anhängen… ich würde gern mit Andrea noch nach Venedig fahren…“, meinte Semir leise. Andrea sah ihn freudig an. „Ja…eigentlich haben wir glaub ich noch ein paar Tage. Außerdem musst du erst wieder ganz gesund sein. Ich denke, das krieg ich hin. Das ist eine sehr gute Idee… du und Andrea und ich mit Paula an der Seufzerbrücke… in einer Gondel und einer der Gondoliere singt O Sole Mio…“, lachte Ben. Alessandro sah die Beiden an. „Hört mal… ich muss noch schnell was erledigen… ihr kommt hoffentlich ohne mich zu Recht…oder?“, fragte er nervös. Ben sah ihn an. „Was hast du denn vor?“, wollte er sofort wissen. „Meine Familie… ich darf sie endlich auch mal wieder in die Öffentlichkeit bringen. Jetzt wo Don Marcello samt Konsorten hinter Gittern sitzen und Luciano tot ist, bedroht uns keiner mehr…“, erklärte Alessandro und verschwand.

    Francesca sah auf, als Alessandro den Raum betrat. Etwas an seiner Haltung sagte ihr, dass es vorbei war. Dennoch stand sie nur zögerlich auf und nahm ihn in den Arm. „Es ist vorbei….wir haben sie alle gestellt…“, sagte er leise. Francesca sah ihn an. Ihre Hände fingen an zu zittern und streichelten sein Gesicht. „Ist das wahr? Ist das wirklich wahr?“, fragte sie nach. Alessandro nickte und drückte sie fest an sich. „Si… es ist wahr… wir haben alle hinter Gitter gebracht. Luciano ist tot… und… Francesca…ich bin so glücklich…endlich können wir auch ein normales Leben führen. Unsere Kinder können wieder draußen spielen, ohne das wir Angst haben müssen, dass sie entführt werden oder erschossen…wir können wieder eine Familie sein.“ Francesca fing an zu weinen. Sie weinte vor Glück. Endlich war dieses düstere Kapitel abgeschlossen. Seit vier Jahren wartete sie darauf, ein normales Familienleben zu führen. „Wie? … ich meine, wie hast du das geschafft?“ wollte sie schluchzend wissen. „Ich habe gute Freunde gefunden und mit ihnen war es irgendwie ein Kinderspiel.“, lachte er und wischte ebenfalls eine Träne weg. Francesca nickte nur. „Das sind gute Freunde…“, stieß sie aus. Die Tage jedoch vergingen viel zu schnell und der Tag des Abschieds kam. Alle versammelten sich auf dem Flughafen. Alessandro kam mit seiner Frau und seinen Kindern zum Abschied. Semir war fast vollständig genesen beugte sich zu den Kindern. „Du hast eine tolle Familie.“, sagte er und streichelte den Kindern über den Kopf. „Nein… nicht nur… ich habe auch tolle Freunde gefunden. Danke…. Ihr habt mir geholfen, meinen schlimmsten Feind zur Strecke zu bringen, auch wenn es bei euch nicht ganz ohne Schaden zuging. Semir… schone dich die nächsten Tage…“, meinte Alessandro und verabschiedete sich von seinem neuen Freund mit einer brüderlichen Umarmung. Auch Paula und Ben sahen sich an, dass hier der Abschied länger dauerte, war klar… wenn Verliebte sich verabschieden, musste man sehr viel Zeit mitbringen. Ben bekam die Blicke, die Andrea und Semir austauschten, nicht wirklich mit, denn er war zu sehr mit sich und Paula beschäftigt.

    „Die Identität des Toten konnte noch nicht ermittelt werden. Nicht einmal die Zähne sind drin. Die Finger sind abgetrennt worden. Fingerabdrücke also genauso wenig möglich wie ein Zahnabdruck. Klar ist nur, dass Collins noch nicht in der Wohnung war. Er ist nachweislich erst kurz vor dem Tod nach Deutschland gekommen. Das einzige was klar ist, dass der Tote bereits seit mindestens sechs Monate in dieser Wohnung war.“ erklärte Ben. „Scheint ganz so, als wisse der Täter genau wie die Polizei vorgeht. Die Frage ist nur, warum er sich so eine Arbeit macht. Haben wir gar keine Hinweise?“ wollte Kim wissen. „Nein…es ist auch nicht sicher, ob der Tote überhaupt was mit Collins zu tun hat. Wir haben aber noch einen Zettel gefunden. Dort standen vierNamen drauf. Torben, Andreas, Ralf und Maik drauf. Wer damit gemeint ist…keine Ahnung. Susanne versucht heraus zu finden wer damit gemeint ist…“ erklärte Semir. „Der einzige der uns das sagen kann… ist durch meine Kugel gestorben…“ hängte er leise an. „Herr Gerkan…Noch einmal...es war ein Unfall…tragisch aber so was passiert. Finden Sie heraus, was die Namen zu tun haben. Aber für Heute ist Feierabend!“ befahl Kim. Ben sah zu Semir. „Wir gehen ein Bier trinken…was hältst du davon?“ schlug er vor. Semir nickte. Sie verließen Kims Büro und nahmen ihre Jacken aus dem Ihrigen. „ich kenne da ne gemütliche Kneipe in der Altstadt… da sind nicht nur die Bierchen hübsch anzusehen…“ grinste Ben. Sie fuhren los.

    Andreas und Torben sahen sich an. „Ich frage mich echt wo Maik bleibt. Eigentlich wollte er vor drei Wochen zu mir kommen. Doch seit dem hab ich ihn nicht mehr gesprochen und auch nicht mehr gesehen. Er geht nicht ans Handy, meldet sich überhaupt nicht.“ knurrte Torben. „Aber er sollte doch Marvin vom Flughafen abholen oder?“ kam nachdenklich von Andy. „Ja sicher….du scheinst nicht auf dem Laufenden zu sein. Marvin ist tot. Er wurde bei einer Routinekontrolle der Polizei erschossen. Ein Bulle hat ihn abgeknallt. Stand doch in allen Zeitungen….“ Erklärte Torben und wies auf eine alte Tageszeitung. Andy nahm sie und las. „Verdammt…“ fauchte er. „angeblich hat er seine Waffe gezogen? Dieser Bulle wollte ihn …wie hier steht nicht töten, sondern nur kampfunfähig schießen. Klar…dieser Mistkerl ballert Marvin ab und darf auch noch weiter Dienst machen. Das nennt man nun Gerechtigkeit. S. Gerkan…..so heißt der Mistkerl. Und hier steht sogar noch was über unseren Raub….“ lachte Andreas. Doch das Lachen erstarb als er las, wer die Tote war. „Oh verdammt!!“ stieß er aus. Torben sah ihn an. „Was denn?“ wollte er wissen. „Hast du den Teil gelesen? Über unseren Bruch? Die haben wohl den Anteil von Marvin gefunden und… diese Tussi die du erschossen hast….das war eine Bullenbraut…“ erklärte Andreas. „Was???“ kam entsetzt von Torben. „Oh…das wird übel… wenn die herausfinden wer wir sind, dann….“ Andreas ließ die Zeitung sinken. Er sah aus dem Büro in den Kneipenraum wo gerade zwei Männer an die Theke traten. „Fuck…!“ stieß er aus. Torben sah ihn erneut an. „Was hast du jetzt?“ stöhnte er. „Sieh mal wer uns besucht…“ kam von Andreas. Torben sah in den Raum. „Ja und?“ wollte er wissen. „Der Typ da unten…das ist S. Gerkan…sieh dir das Bild in der Zeitung an…“ meinte Andreas nur. Torben nahm die Zeitung und überprüfte es. „Du hast Recht…. Was wollen die hier? Meinst du die wissen was?“ fragte er ängstlich. „Keine Ahnung. Warten wir einfach mal ab…“ beruhigte Andreas ihn. „Aber für den Mord an Marvin….. da wird der Junge da unten noch seine Strafe bekommen, das schwöre ich dir. Marvin war mein und dein Freund, vergiss das nicht.“ ermahnte Andreas Torben und ging hinunter. Er wollte den Bardienst übernehmen um zu erfahren warum die Bullen hier waren.

    „Das stinkt vielleicht…“ meinte auch Ben, der sich die Nase zuhielt. „Ja … wenn du deinen Schreibtisch nicht bald sauber machst, bei dir auch..“ grinste Semir. „Na…ich habe so was nicht auf dem Tisch liegen oder?“ wollte Ben wissen und hob einen BH hoch. „Stimmt… oder du findest ihn nur nicht… Tja… wir fangen am Besten mal mit den Schubladen und Schränken an..“ stöhnte Semir und ging zum Schrank. Er öffnete ihn und schrie leise auf als ein menschlicher Körper der lediglich an der Form noch als so etwas zu erkennen war. Maden waren überall an seinem Körper und Semir spürte ein Würgen. Er hielt seine Gefühle nicht zurück und übergab sich. Ben kam zu ihm und sah ebenfalls auf das Etwas am Boden. „Oh…sonderbares Gepäck… ich ruf die Spusi.“ erklärte er. Semir nickte. „Der scheint nicht gerade seit ein paar Stunden tot zu sein.“ stieß er aus. „Das ist vermutlich der Gestank den wir hier riechen. Nicht der Müll…er ist das“ kam von Ben mit belegter Stimme. „Ich muss raus!!“ stöhnte Semir und verschwand auf den Balkon. Ben hörte ihn würgen. Es erging ihm nicht anders. Er leistete Semir Gesellschaft auf dem Balkon. „Man….das ist echt übel….Wer er wohl ist?“ fragte Semir leise, als er fertig war. Ben nickte nur. „Das muss die Pathologie herausfinden.“ stimmte dieser zu. Eine knappe viertel Stunde später waren Hartmut und die Gerichtsmediziner vor Ort.

    Der Leichnam wurde weg gebracht und der Arzt kam zu Semir und Ben, denen es mittlerweile besser ging. „Der Mann ist vermutlich zwei Wochen tot. Todesursache sind mehrere Schläge auf den Kopf mit einem dumpfen Gegenstand. Von der Art der Einschläge würde ich glatt vermuten, dass der Täter mit einem Hammer zugeschlagen hat. Genaueres kann ich euch nach der Obduktion sagen. Tja... und was die Identität angeht...da müsst ihr ran...“ meinte er nur. Semir nickte. „Machen Sie ein Gebissabdruck und lassen Sie es zu allen Zahnmediziner schicken. Vielleicht finden wir dann etwas. Mit Identifizierung ist ja nichts...“ kam gepresst von Semir. „habe die Ehre meine Herren...“ murmelte der Arzt und verschwand. Semir sah Ben an. „Und... geht es wieder?“ wollte er wissen. Ben nickte. „Wollte ich dich auch gerade fragen.“ murmelte er. Semir und Ben fuhren ab. Doch zwei Stunden später rief Hartmut an. „Die Gerichtsmedizin hat mir soeben Info gegeben, dass der Tote wohl nicht identifiziert werden kann…“ gab er durch. „Was wieso?“ wollte Semir wissen. „Nun ja… ohne Gebiss ist kein Abdruck drin und ohne Finger keine Abdrücke…. Wir haben gar nichts …“ erklärte Hartmut sachlich. „Wie bitte? Soll das heißen, dass der Mörder genau wusste wie die Polizei vorgeht?“ stieß Ben erstaunt aus. „So scheint es jedenfalls. Tja Jungs… das nenne ich doch mal stilvolle Polizeiarbeit wie es früher so ist. Und weil ich diese kniffligen Fälle liebe, helfe ich euch sogar…“ meinte Hartmut. „Super…dann versuch mal dein Glück und sag mir Bescheid…“ gab Semir durch. „Der Chefin wird es freuen… in der Wohnung nichts…. Nicht mal Fingerabdrücke…..da scheint es jemand daran gelegen zu sein, es uns so schwer wie nur möglich zu machen.“ stöhnte Semir.