Beiträge von Elvira

    Semir sah auf als Ben endlich einstieg. „Man...na endlich....was brauchst du denn so lange... war Mercedes soooo fesselnd?“ begrüßte Semir ihn. „Ja...ich hab dich auch Lieb... sie heißt Carla...Carla Maria Mercedes de Cossa“ berichtigte Ben ihn. „und ja... sie ist fesselnd....sie ist einfach die wunderbarste Frau die ein Mann haben kann...“ hängte er an. „Nun aber Mercedes passt zu ihr....Mercedes und Ben fahren in Mercedes spazieren...oder Ben steckt in Mercedes...“ lachte Semir. Auch Ben musste lachen. „Also erstens heißt es im Mercedes....du hast doch sicher mal die deutsche Rechtschreibung gelernt oder? Und zweitens...wenn ich in Mercedes stecke, dann erzähle ich es dir sicher nicht...“ gab er lachend zurück. „Oh man... wir sind seit sechs Monaten zusammen. Das ist die schönste Zeit seit....“ Bens Mine verfinsterte sich. Semir sah ihn an. Er wusste dass Ben an Saskia Ehrbach dachte. Seine Exfreundin die vor einigen Jahren ermordet wurde. „Hey....alles klar?“ riss er Ben aus den Gedanken. „Ja...ich dachte nur gerade an Saskia....seit ihrem Tod konnte ich einfach nicht mehr glücklich sein und nun...Carla ist meine Traumfrau...sie ist so schön....wie ein Engel....und...ich könnte mir sogar vorstellen das Leben mit ihr zu verbringen...“ gab Ben leise zu verstehen. „Du hast ein schlechtes Gewissen gegenüber Saskia?“ harkte Semir nach. „Ja... nein....also ich weiß nicht so genau...meinst du...?“ wollte Ben wissen und sah seinen Partner an. „Ben...Saskia ist seit zwei Jahren tot.... sie würde sicher nicht wollen, dass du ihr ein Leben lang nachtrauerst....ich denke sie hätte Verständnis dafür.“ nickte Semir bestätigend. „und in Carla hast du ja einen perfekten Engel gefunden...und ich muss zugeben sie ist wirklich sehr schön...“ hängte er an. „Danke.....wenn ich daran denke wie alles angefangen hat.....und nun....ich will sie fragen ob sie mich heiraten will...“ kam von Ben. „Dann bin ich aber Trauzeuge und für die künftigen Kinder der Pate...soviel steht fest...“ lachte Semir. „Apropos....Anfang... du hast mir immer noch nicht erzählt, wie es angefangen hat...“ hängte er an. Ben lachte leise. „Ja... aus gutem Grund...ich will nicht dass du dich über mich amüsierst..“ meinte er nur. „Na komm.....wer hat angefangen? Du ? Oder hat sie dich angebaggert?“ wollte Semir wissen. Bisher konnte er Ben dieses Geheimnis nicht entlocken und auch Carla schwieg eisern. „Bitte...ich sage es auch keinem weiter....versprochen...“ bettelte Semir. „Ja sicher....das klappt nie...Semir du bist wie eine Klatschpresse...ein unbedachtes Wort und schon weiß die ganze PAST Bescheid.....“ lachte Ben. „Nun erzähl doch.....ich schwöre beim Leben meiner Kinder, dass ich es niemanden sage....“ versprach Semir weiter. Ben schloss die Augen. „Also gut...du Quälgeist.... alles fing schon im Flieger an... du weißt ja... sie ist Stewardess...“ erklärte Ben nun, damit Semir endlich Ruhe gab.

    Sechs Monate zurück:

    Semir brachte Ben zum Flughafen. „Du weißt schon, dass es gar nicht nett ist mich drei Wochen allein zu lassen oder? Ich muss Dienst mit Hotte oder Bonrath oder noch schlimmer...mit allen Beiden machen...“ maulte Semir und stellte den Koffer auf den Transportwagen. „Ha....hast du Rücksicht darauf genommen? Vor vier Wochen als du mit deiner Familie nach Schweden bist?“ lachte Ben. „Das war ja auch Urlaub...und außerdem kennst du Hotte.....er ist ein sehr angenehmer Beifahrer, wenn du Kasselruther Spatzenmusik liebst..“ grinste Semir zurück. „Hey.....das ist nichts Anderes als jetzt. Wenn du mit Dieter unterwegs bist, denk bitte an die Geschwindigkeit...du kennst ihn ja...“ kam von Ben zurück. Sie stichelten sich noch bis zum Schalter. „Ja aber....ich meine du könntest doch....“ versuchte Semir als Ben sein Flugticket in der Hand hielt. „Nichts da...so mein Flieger geht gleich. Versuch bitte nicht zu viele Autos in den drei Wochen zu schrotten okay?“ bat Ben und verschwand in der Menge der Reisenden. Semir sah ihm nach. „Ich hab dich auch ganz doll lieb...du Verräter...“ lachte er leise. Er winkte noch einmal kurz um dann das Flughafengelände zu verlassen. Sein Dienst fing in kürze an und das so wusste er genau, wird in den nächsten drei Wochen kein Zuckerschlecken werden. Während Ben seinen Flieger bestieg und von einer hübschen jungen Stewardess begrüßt wurde. „Guten Tag Herr Jäger... bitte folgen Sie mir zu Ihrem Platz...“ lächelte sie ihn an. Ben nickte und konnte keinen Blick von ihr lassen. Sie ging vor ihm her in die 1. Klasse. Fasziniert starrte er auf ihre langen Beine, die von einer feinen Strumpfhose bedeckt war. Die Beine waren sehr schön und verdammt lang. Doch auch der Rest war nicht von schlechten Eltern. „Spanien?“ fragte er. Die junge Frau drehte sich zu ihn um. „So hier sitzen Sie...wie meinen Sie?“ wollte sie wissen. „Sie sind Spanierin?“ wiederholte er seine Frage. „Nein Deutsche mit spanischer Abstimmung.“ gab sie zurück. Sie streckte ihm die Hand hin. Er ergriff sie und schüttelte sie leicht. Die Frau lächelte. „Ich würde gern das Ticket haben....“ lächelte sie ihn an. „Ja Entschuldigung...sicher.....“ kam von ihm. „Wenn Sie genug gestarrt haben, setzten Sie sich bitte und versuchen Sie an etwas anders zu denken...“ lächelte sie ihn an und verschwand. Ben sah ihr einfach nur nach. Die Haare gingen bis zur Hüfte und wurden von einer Spange gehalten. Sie waren schwarz wie ihre Augen. Als sie ihn ansah, hatte er das Gefühl zu brennen. Es dauerte nicht lang und die Schönheit kam erneut zu ihm. „Darf ich was zu Trinken bringen?“ lächelte sie ihn an. „Ja...ein Wasser bitte...“ nickte Ben. Wieder hatte er das Gefühl auf einem Vulkan zu stehen und die Lava floss unter seinen Füssen. „Ich bin übrigens Carla Maria Mercedes de Cossa.....und für die 1. Klasse zuständig. Haben Sie sonst noch irgendwelche Wünsche?“ wollte sie freundlich wissen. Ben nickte doch er sagte nichts. Carla Maria Mercedes...der Name hallte in seinem Kopf. „Herr Jäger?“ riss ihre Stimme ihn aus den Gedanken. „Ja...? Was?“ fragte er irritiert nach. „Ob Sie noch einen Wunsch haben....?“ wiederholte sie. „Ihre Handynummer..!“ nickte Ben. „Wie bitte?“ lachte Carla Maria Mercedes. „Entschuldigung...ich wünschte ich hätte Ihre Handynummer..“ wiederholte Ben leicht grinsend. „Ja....das kann ich mir vorstellen....aber da müssen Sie sich bitte hinten anstellen...ich glaube das ist Nr. 5694...“ gab sie zurück und ging in die Kabine zurück, die für das Flugpersonal gedacht war. Ben lächelte leicht und nickte. Das war mehr als deutlich.

    genau und jeder hat mal angefangen. heike....das wird schon...je mehr du schreibst um so mehr kommst du in das Thema rein....bin gespannt wie es weiter geht....also nicht lange warten....schreiben...

    So hier mal etwa Anderes von mir....eine traurige Story....hoffe sie wird dennoch gelesen...

    Wenn Engel fliegen lernen

    Der Wecker riss Ben aus den schönen Träumen und brachte ihn mit dem piependen Ton in die brutale Wirklichkeit. Seine Hand tastete zu dem nervtötenden Wecker und mit einem leichten Schlag verstummte das Ding. Müde richtete er sich auf und hätte ihn am liebsten gegen die Wand geworfen. Doch damit war es ja nicht getan. Sein Dienst fing schließlich an. Wie sagte Semir immer...er muss die Welt retten. Eine Bewegung neben ihn ließ ihn aufhorchen. Er drehte sich zu der hübschen dunkelhaarigen Frau um, die neben ihn lag und sah sie einfach nur an. Sie schlief noch tief und fest...oder doch nicht? Als er sich diese Frage stellte schlug sie die Augen auf. „guten Morgen ….Tiger...“ schnurrte sie leise verschlafen. „Hey...meine Süße...hast du gut geschlafen?“ wollte Benn wissen, beugte sich zu ihr und küsste sie sanft. „Wie...eine Prinzessin.....“ gab sie leise zu. „Ich liebe dich....“ hauchte sie ihm ins Ohr. „ich weiß...aber ich muss leider zum Dienst....“ lächelte er. „Ich mach dir Frühstück...und Kaffee...gib mir nur ein paar Minuten zum duschen...“ schlug sie vor. „Oh ja...Kaffee von meiner Prinzessin....Carla Maria Mercedes de Cossa.....wundervoll...“ schwärmte er. „Weißt du eigentlich dass wir jetzt schon fast ein halbes Jahr zusammen sind?“ wollte sie plötzlich wissen. Ben grinste sie an. „Was? So lange schon? Oh...ich glaub dann wird es Zeit mir was Neues zu suchen...“ reizte er sie. Er wusste genau, dass Carla sehr eifersüchtig wurde und das liebte er an sie. Das spanische Temperament. Carlas braunen Augen zogen sich zusammen. „Wie bitte? Wage es ja nicht Ben Jäger..... ich kratze jeder Frau, die dich ansieht die Augen aus...du gehörst mir...nur mir.....ich habe doch schon zwei Nebenbuhlerinnen aber die nehme ich gern hin...weil das keine Konkurrenz für mich ist...“ fauchte sie leise. Ben lachte....er wusste dass die Töchter von Semir und Andrea gemeint waren. „Na ich würde aufpassen....“ lachte er und duckte sich gerade als das Kissen in seine Richtung flog. „Daneben!!“ lachte er laut und verschwand ins Bad. Nur wenig später stand auch Carla da...nackt wie Gott sie schuf. Ben sah sie abmessend an und dann in die kleine Duschkabine... „Ja...das passt...na komm wir können gemeinsam duschen...“ grinste er und lies das Wasser an. „Ben...du bist unverbesserlich...“ stöhnte sie nur. Doch dann genoss sie die Dusche mit ihm. Anschließend frühstückten die beiden ausgedehnt bis das klingeln an der Tür sie in den Alltag führte. Ben sah auf die Uhr. „Mist...das ist Semir....pünktlich wie ein Maurer...kann der nicht einmal im Stau stehen?“ stöhnte Ben und verabschiedete sich von Carla.

    Ach ja...das Thema Integration...ich hab es nie verstanden und werde es wohl nicht. Wenn solche Mistkerle wie Lerch als "geheilt" entlassen werden. Man weiß doch, dass solche Typen sich nicht ändern können oder gar wollen. Der Beweis ist ja bereits am Anfang erbracht worden. Der Wutausbruch von Semir kann ich mir sehr gut vorstellen....klasse geschrieben Gitti....wirklich gut...

    ich habe mir eine Sonnenblume geschnappt und die Blüten gerupft...er schießt.... er schießt nicht....er schießt.... er schießt nicht.....rate mal welche Frage zuletzt war.... :D:D:D

    Schnell weiter...und wir sind immer brav...also der nächste Teil zum Abendessen

    „Okay…. Ganz ruhig….“ nickte dieser und legte seine Waffe auf den Boden. „Sie auch….Mach schon..!“ forderte Manfred. Ben zögerte. Er sah kurz zu Semir und dieser nickte. „Und nun gehen Sie von diesen Individuen weg!“ forderte Manfred. „Nein…nicht wegen den Beiden… die sind mir egal und ich kann Sie verstehen…aber was würde Jennifer dazu sagen? Was würde sie davon halten, wenn ihr Mann im Gefängnis wegen Mordes sitzt, nur weil er ihren Tod rächen wollte…? meinen Sie sie würde es gut heißen?“ fragte Semir. Er sah genau dass Manfred anfing zu zweifeln. „Aber…ich…ich habe doch schon….zwei umgebracht…ich kann nicht mehr zurück…. Ich muss es zu Ende führen…“ kam leise von Manfred. Semir machte vorsichtig einen weiteren Schritt auf den Mann zu. Und vermutlich wäre auch alles gut gegangen, wenn Torben in diesem Augenblick nicht die Geduld verloren hätte. Er hechtete zu Semirs Waffe und hob sie auf. Dann richtete er sie auf Manfred und wollte abdrücken. Doch Ben war schneller und schlug sie ihm wieder aus der Hand, während Manfred erschrak und die Waffe ebenfalls hob. Ein Schuss löste sich. Semir spürte den Einschlag der Kugel in der Schulter und ging stöhnend zu Boden.

    Völlig erstarrt sah Manfred auf den Polizisten der zu Boden ging. Er ließ seine Waffe fallen. „Das wollte ich nicht…ich…ich wollte Sie nicht verletzen…ich…“ stammelte er völlig verwirrt. Er sah wie Ben sich mit Andreas und Torben rangelte und nahm seine Waffe auf. Doch bevor er in den Kampf eingreifen konnte bemerkte Torben, dass Manfred sich näherte. Er drehte sich zu ihm um und schoss eiskalt. Manfred spürte den Einschlag noch und schlug dann zu Boden. Andreas überwältigte Ben mit einem bösen Tiefschlag. Stöhnend lag Ben am Boden. Andreas nahm seine Waffe und richtete sie auf ihn. „Okay… wir haben gewonnen.“ stieß er aus und lachte Torben an. „Ja….der Mistkerl ist tot…nur die Bullen wissen nun unser Geheimnis...“ fauchte Andreas wütend. „Dann werden wir sie halt beseitigen..“ lachte Torben. Andreas sah ihn an. „Okay… die können sich eh nicht wehren…such mal nach den Handschellen und leg sie an!“ befahl Andreas während er auf Semir zuschritt. Dieser sah ihn nur kurz an. „Sie kommen nicht damit durch…“ stieß er aus. „Halt die Klappe…oder du bekommst ne zweite Kugel!“ lachte Andreas. Er zog Semir die Handschellen aus der Tasche und fesselte dem verletzten Mann die Hände auf den Rücken. Semir stieß einen leisen Schrei aus, denn der Wunde tat das nicht gut. „Halts Maul…ich will nichts hören..“ ermahnte er ihn erneut. Semir stieß vorsichtig die Luft aus. Die Wunde brannte.

    Keiner kümmerte sich um Manfred, denn alle glaubten er sei tot. Niemand nahm die Bewegung wahr mit der er zur Waffe griff und auf Andreas anlegte. Erst als der Schuss fiel und Andreas zu Boden sank erschrak Torben und vergaß Ben die Handschellen anzulegen. Doch dieser nutzte es sofort und überwältigte ihn. Er hebelte ihm die Beine weg. Schwer schlug Torben zu Boden. Sofort war Ben über ihn und schlug genüsslich mit der Faust zu. „Sie sind verhaftet!“ gab er bekannt und legte Torben die Handschellen an. Dann kümmerte er sich um Andreas. Doch hier erkannte er sofort, dass nichts zu machen war. Ein Blick zu Manfred zeigte ihm, dass dieser im Sterben lag. „Danke..“ stieß er aus. Anschließend nahm er seinem Kollegen die Handschellen ab und betastete seine Wunde. „Wie sieht es aus?“ fragte Semir stöhnend. „So… wie ich es beurteile ist die Kugel durch gegangen….“ murmelte Ben und drückte auf die Wunde. Semir schrie auf. „Kann aber auch sein, dass ich mich irre. Du musst sofort ins Krankenhaus…“ empfahl er. Semir nickte mit schmerzverzerrtem blassen Gesicht.

    „Was ist mit ihm?“ wollte Semir wissen und wies auf Manfred. „Nicht gut…die Kugel ist ziemlich dicht am Herzen.“ kam von Ben. Dennoch ging er zu Manfred. „ich….wollte….wollte …es nicht….“ stieß Manfred leise aus. „Schon gut…mein Kollege wird die Kugel überlegen. Nicht soviel reden…der Krankenwagen ist bereits unterwegs…“ beruhigte Ben ihn. „Für…mich…ist…es…zu spät….ich…ich werde zu Jenni und….meinem Kind….gehen…“ stieß Manfred aus. Ben legte ihm seine Jacke unter den Kopf. „Das ist doch Blödsinn…jeder Arzt bekommt Sie wieder hin….“ Versuchte er ihm Mut zu machen. „Nein….mein Freund….ich….ich…“ kam leise von Manfred. Der Körper verkrampfte sich. Nur wenig später war er tot. In der Ferne hörte Ben wie die Kollegen und der Notarzt kamen. Die Kollegen nahmen sich den Verhafteten an während der Arzt sich um die Verletzten kümmerte. Zunächst sah er nach Manfred doch er bestätigte Ben nur, dass der Mann verstorben war. Semirs Wunde stellte sich als Steckschusswunde heraus. Die Operation wurde im nächsten Krankenhaus angeordert. Nur zwei Stunden später lag er in einem Zimmer im Krankenhaus und erholte sich von der Narkose. Erst am nächsten Morgen wachte er auf und das erste was er spürte waren Schmerzen. Doch sie waren nicht so wie vorher. Er sah auf und bemerkte den fachmännisch angebrachten Verband. „Guten Morgen Partner…“ kam von Ben, der am Bett saß. „Ben… guten morgen… können wir gehen?“ wollte Semir wissen und setzte sich auf. Schwindel kam auf.

    „Du kannst dich ausruhen. Manfred Berger ist tot und die beiden Bankräuber im Gefängnis. Das einzige was ich nicht herausgefunden habe, ist warum Collins so reagiert hat. Aber ich denke es wird ein Geheimnis für immer blieben.“ Meinte Ben nachdenklich. „Ich denke eher, dass er Angst hatte, dass seine Mittäterschaft aufgeflogen ist. Lassen wir es…ich bin ziemlich fertig. Ich konnte Manfred verstehen. Ich glaube ich würde auch ausrasten, wenn Andrea oder Aida….nein… der Gedanke daran ist schon grausam. Weiß meine Frau, dass ich im Krankenhaus bin?“ wollte Semir wissen „Ja…sicher….sie wollte gleich noch her kommen..“ nickte Ben. „Dann ist es gut… mit ihr fahre ich nach Hause und lasse mich dann verwöhnen. Du wirst dann ein paar Wochen ohne mich zu Recht kommen…“ grinste Semir.

    Ende….


    so und nun wieder warten muss meinen Vorrat aufbauen

    Semir und Ben saßen in einer Raststätte und aßen zu Mittag, als Bens Handy ihn aus seinen Gedanken riss. „Hallo... Jäger?“, meldete er sich und schluckte schnell den Rest seines Brötchen hinunter. „Hallo mein Spatz...“, säuselte er und erregte damit die Aufmerksamkeit von Semir, der gerade noch etwas abwesend in seinem Kaffee gerührt hatte. „Heute Abend... ja, sicher und wohin wollen wir gehen?“, fragte Ben mit neugierigen Blicken. „Aha, klingt interessant. Soll ich dich abholen? ... Alles klar, bis um acht dann.“, verabschiedete sich Ben und Semir sah ihn mit neugierigen Blicken an. „Was ist?“, fragte Ben. „Wohin soll’s gehen?“, wollte Semir wissen und grinste vielsagend. „Herr Gerkhan... haben sie kein eigenes Privatleben?“, fragte Semirs Partner lachend. „Doch, aber deins ist im Moment viel interessanter.“ Ben verdrehte die Augen. Dann klingelte Semirs Handy. „Gerkhan!“, meldete er sich. „Ach Chefin. Was gibt es?“, fragte er freundlich. Ben beobachtete ihn und sah sofort wie das Gesicht von Semir sich verzog. „Moment Chefin…sie hat…“, fing Semir an, wurde scheinbar jedoch von Kim Krüger unterbrochen. „Ja aber…was? Nein… sie hat…“, erklärte er weiter, doch er kam nicht dazu den Satz zu beenden. „Ja…ja…Chefin…ich komme gleich rein… ja…“, er beendete das Gespräch. „Diese verdammte Zicke!!“, stieß er wütend aus. Ben sah ihn an. „Die Chefin? Sei froh dass sie das nicht mehr gehört hat.“, grinste er. „Nein… dieses junge Ding…was ich den Führerschein abgenommen habe. Sie ist die Tochter des Oberbürgermeisters von Düsseldorf. Ann-Marie von Dahmen. Die Tochter von Lothar von Dahmen und der hat sich bei der Chefin beschwert, dass ich als einfacher Polizist seine Tochter genötigt hätte. Du kannst dir ja wohl vorstellen, was das für mich heißt!“, fauchte Semir wütend und lenkte den Wagen auf den Parkplatz der PAST.

    Kim sah auf, als Semir eintrat. „Herr Gerkhan… Wie ich eben schon am Telefon sagte, hat sich Herr von Dahmen über Sie beschwert. Sie hätten unberechtigter Weise seiner Tochter den Führerschein abgenommen. Was ist da dran?“, wollte sie wissen. Jetzt schien sie sich etwas beruhigt zu haben. „Chefin… sie hat Schlangenlinien gefahren, sie hat telefoniert und sie hat mich beleidigt. Sie war total arrogant und eingebildet und ließ sich nicht auf das Bußgeld eingegangen! Was sollte ich denn tun? Vor dem Gesetz sind alle gleich und…“, verteidigte Semir seine Vorgehensweise. Kim nickte. „Gut… und was ist mit der Beleidigung?“, wollte sie wissen. „Sie hat mich Opa genannt. Das ist …für mich schon eine Beleidigung. Sie hat dauernd gesagt, ich sollte nicht so spießig sein. Wo sind wir denn hier, wenn das Gesetz nicht für die Tochter eines x-beliebigen Bürgermeisters gilt?“, fragte Semir wütend. „Der Mann fordert lediglich eine Erklärung für das Verhalten. Seine Tochter wurde kurz darauf von Kollegen erwischt und verhaftet, weil sie keinen Führerschein mehr hatte.“, kam weiter von Kim. Semir sah sie an. „Sie ist ohne Führerschein gefahren? Dafür geht die in den Bau… die sollte wirklich mal in ein Erziehungsheim!“, grinste Semir leicht. „Sie sollten den Bericht fertig schreiben, den ich dann Frau Schrankmann vorlegen kann, die ist nämlich gar nicht so erfreut.“, zog Kim ihn sofort zurück. „Ähm….ja sicher…“, nickte Semir und verließ das Büro.

    Ben saß auf seinem Stuhl und grübelte. Was zum Teufel war nach dem Essen? Wieso kann ich mich nicht daran erinnern? Rosa! Rosa muss es doch wissen. Doch wie wird sie reagieren, wenn er ihr sagte, dass er sich nicht an die Nacht erinnern konnte. Vielleicht war sie bei ihm. Er konnte doch nicht sagen…hallo Schatz… die Nacht war toll, nur erinnere ich mich nicht dran. „Die gibt mir den Laufpass!“, stöhnte er. „Wer?“, wollte Semir wissen, der gerade rein kam. „Was?“, fragte Ben. „Ben du machst mir wirklich Sorgen. Was ist los mit dir. Erst schläfst du wie ein Stein und dann kannst du dich nicht erinnern. Das ist doch nicht normal. Brauchst du Urlaub?“, wollte Semir wissen und sah ihn fest an. „Nein… ich bin okay. Ich fühle mich nur im Augenblick nicht so gut. Ich weiß auch nicht….“, kam von Ben leise. „Na komm…wir gehen erst mal frühstücken.“, grinste Semir. „Das Gespräch mit der Chefin ist wohl gut verlaufen was? Keine Vorwürfe? Keine Bestrafung?“, wollte Ben wissen. „Nein… also nicht wirklich. Sie wurde nach dem Einzug des Führerscheins noch einmal erwischt. Am Steuer. Und das ist eine Genugtuung für mich. Da kann ihr einflussreicher Vater auch nichts machen.“, erklärte Semir seine Gelassenheit.

    20.5.2010 " Tödliche Bewährung"

    Ein vorbestrafter Kleinkrimineller gerät unter Mordverdacht. Da die Beweislage eindeutig gegen ihn spricht, glaubt er den Täter selbst finden zu müssen, um seine Unschuld zu beweisen und so das Auseinanderbrechen seiner Familie zu verhindern.

    Der mehrfach vorbestrafte Rainer Goltz ist auf Bewährung entlassen worden. Er versucht seine Familie als Taxifahrer über Wasser zu halten, als er unfreiwillig seinem ehemaligen Zellengenossen Pohl und dessen Komplizen Hesse und Meiler nach einem spektakulären Raubüberfall zur Flucht verhelfen muss. Als Hesse den Zeugen Goltz beseitigen will, rettet Pohl ihm das Leben. Der 'Taximann' verspricht, nichts an die Polizei zu verraten. Semir und Tom vernehmen Goltz, doch der hält Wort. Aus Dankbarkeit bietet Pohl ihm einen Anteil von der Beute an. Obwohl Goltz ablehnt, steckt Pohl seinem Freund heimlich drei Diamanten zu. Diese entdeckt prompt Goltz' Frau Margit. Nur mühsam kann der überraschte Goltz sich herausreden. Goltz ist außer sich und gerät mit Pohl über dessen 'Präsent' in Streit.

    Inzwischen sind Tom und Semir Pohl auf die Spur kommen. Zu ihrer Überraschung entdecken sie in Pohls Villa den vermeintlichen Zeugen Goltz über dessen Leiche gebeugt. Goltz flieht und kann den Autobahnpolizisten entkommen. Jetzt wird er verdächtigt, sowohl an dem Raubüberfall, als auch an dem Mord beteiligt gewesen zu sein. Goltz vermutet zu Recht, das einzig Pohls Komplize Hesse der Mörder sein kann. Da er nichts mehr zu verlieren hat, fasst Goltz den Plan, Beute und Mörder selbst zu finden, um seine Unschuld zu beweisen.

    Andreas sah Torben an. „Irgendwer will uns ausschalten. Jetzt ist Ralf tot. Genau wie Collins und Maik….verdammt wir sind die nächsten… das ist ….Rache…das steckt dahinter. Und ich werde heute den beiden Bullen sagen, das wir den Überfall gemacht haben. Lieber im Knast sitzen, als eine Kugel schlucken.“ Stieß Torben aus. Andreas sah ihn an. „Du willst gestehen?“ fragte er ungläubig „Ja…ich werde es tun. Verdammt dieser Mistkerl…..der Ralf und die anderen umgebracht hat wird auch uns töten wollen. Wir können uns nicht wehren…“ gab Torben zu bedenken. Andreas nickte. „Ich weiß nicht….warten wir noch etwas ab. Wenn die Bullen hier auftauchen, können wir sicher was unternehmen.“ Meinte er nachdenklich. „Was heißt denn unternehmen.. Die Bullen müssen uns schützen….vor diesem Killer….die dürfen es gar nicht zulassen!“ fauchte Torben und schlug auf den Tisch. Es dauerte tatsächlich nur eine halbe Stunde bis Gerkan und Jäger bei ihnen waren. „Okay…. Meine Herren. Ich nehme an, Sie wollen dass wir Sie schützen oder?“ fragte Gerkan. In der Stimme lag etwas Wut was Torben sehr genau erkannte. „Ja sicher….das ist Ihre Pflicht!“ behauptete er. „Ist schon klar…. Aber eine Hand wäscht die Andere… also…. Erzählen Sie uns was passiert ist..“ schlug Jäger vor. Andreas sah zu Torben und dieser nickte. „Wir wollten einfach nur Geld haben. Eine Kneipe eröffnen oder in die Südsee… der Tod der kleinen Maus…war nicht vorgesehen… aber…als sie schrie…da…da …wir haben einfach ..“ suchte er nach Worten. „Sie hätten sie einfach frei geben sollen. Was wäre daran so schlimm gewesen?“ wollte Gerkhan wissen. „Aber…wir….“ verteidigte Andreas. „Wer von Ihnen hat geschossen?“ wollte Jäger wissen. Torben sah ihn an.

    „Er war es!“ erklang eine Stimme hinter Semir. Sofort drehte er sich um. Manfred Berger stand im Türrahmen und richtete eine Waffe auf Torben Sander. Semir stellte sich schützend vor ihm. „Das ist Selbstjustiz…. Sie wissen selbst, dass es verboten ist.“ erklärte er vorsichtig. „Gehen Sie mir aus dem Weg….“ befahl Manfred. „Hören Sie…Manfred…legen Sie die Waffe weg. Wir stellen die Beiden vor Gericht und sie werden ihre Strafe erhalten. Machen Sie sich doch nicht unglücklich..“ redete nun auch Ben auf den Mann ein. „Gehen Sie aus dem Weg!“ befahl Manfred erneut. Semir schüttelte den Kopf. „Das werde ich nicht…geben Sie auf. Wollen Sie auch im Gefängnis sitzen? Sie sind Polizist!“ ermahnte Semir den Mann. Auch wenn er den Schmerz verstand war es nicht in Ordnung nun selbst mordend durch die Gegend zu ziehen. Manfred Berger sah zu Ben, der sich langsam näherte. „Stehen bleiben!!“ fauchte Manfred sofort und die Waffe richtete sich auf Ben. Dieser hob die Hände. „Lassen Sie nun ihre Waffen fallen…ich will nur die Beiden…dann ist meine Rache vollzogen!“ forderte er. „Wir können das nicht zulassen. Manfred….wir wissen dass Sie alles verloren haben, aber…das hier ist der falsche Weg. Sie können mit dem Tod der Beiden ihre Frau nicht wieder ins Leben holen.“ redete Semir weiter. Er hoffte den Mann umstimmen zu können. Ben stand weiter weg als er. Wenn er den richtigen Augenblick abpasste, konnte er Manfred Berger entwaffnen. Aber erst einmal in Sicherheit wiegen. „Okay… ich lege meine Waffe nieder…sehen Sie….keine Probleme…“ redete er weiter und nahm mit Ben Blickkontakt auf. Dieser nickte kaum merklich. Semir tat einen Schritt zur Seite und schob Torben in Richtung Ben. Dann tat er einen Schritt auf Manfred zu. Dieser ließ es geschehen. Tränen liefen dem Mann über das Gesicht. „Hören Sie…ich will das Sie mir die Waffe geben…wir werden die beiden dem Gericht übergeben. Sie bekommen die gerechte Strafe…“ redete er auf den Mann ein. „Sie sollen Ihre Waffen ablegen…ich will Sie nicht verletzen. Sie sind beide gute Polizisten. Wollen Sie wirklich, dass dieser Abschaum der mir das Liebste der Welt genommen hat, dem braven Steuerzahler auf der Tasche liegt, indem sie als Insassen eines Gefängnisses weiter leben? Nein….das ist keine Strafe…. Legen Sie die Waffen ab!“ forderte Manfred. Er richtete die Waffe auf Semir, der ihm näher stand.

    „Bist nicht weit gekommen was?“ fragte Ben als Semir sich neben ihn setzte. „Nein nicht wirklich… Schrank Nr. 1 hat mich zu den Toiletten begleitet und mir klar gemacht, dass hier ohne Verstärkung nichts zu machen ist..“ murmelte Semir und zeigte sein Handgelenk, welches sich leicht bläulich färbte. „Ist es gebrochen oder was?“ wollte Ben wissen. „Nein…nur etwas zu fest gedrückt worden, aber das bekommt der Mistkerl wieder. Das schwöre ich. Was hältst du von diesem Fintner?“ harkte Semir nach. „Der Kerl lügt. Da bin ich mir ganz sicher. Er ist zusammen gezuckt, als wir ihm die Bilder gezeigt haben. Der kannte die Beiden und das nicht nur aus den Kindertagen.“ meinte Ben nachdenklich. „Gut…dann sollten wir unsere Freunde vom hiesigen Revier mal einen weiteren Besuch abstatten. Vielleicht sind die Beiden dort bekannt.“ Meinte Semir. Ben war einverstanden. „Dann direkt bevor wir zur PAST fahren. Dann können wir vielleicht das Wissen von denen nutzen.“ schlug Ben vor. Sie fuhren gemeinsam nach Hause. Als Semir seine Tür aufschloss erwartete ihn eine Überraschung. Andrea saß auf dem Sofa und sah ihn an. „Hallo Schatz…“ begrüßte sie ihn. „Andrea? Wie geht es…?“ fragte Semir und hatte doch Angst vor der Antwort. „Es geht ihm gut. Er ist über den Berg und teilt sich mit Papa ein Zimmer… ein Chaos sage ich dir. Schlimmer als du und Tom damals…“ lachte Andrea erleichtert. „Das ist eine gute Nachricht…eine sehr gute…“ stimmte Semir zu. „und wie geht es dir? Hast du die Sache überwunden?“ Wollte Andrea nun wissen. „Ja…ich hab es überstanden. Der Fall ist allerdings noch nicht geklärt…. Ich befürchte, dass die Kreise größer werden…“ meinte Semir nur. Andrea nickte. Semir ließ sich neben ihr auf die Couch fallen und nahm seine Frau in den Arm. Innig umschlungen küssten sie sich. „Ich hab dich so vermisst…“ gab er zu.

    Manfred sah auf den toten Ralf. „Das war Nr. 3….und nun fehlen nur noch zwei….die werde ich mir auch noch holen…einen nach dem Anderen…“ murmelte er. Ein Geräusch ließ ihn zusammen zucken. Es schien ihn zu wecken, denn entsetzt sah er auf seine Waffe. „Oh verdammt…“ stieß er aus, als er die Leiche sah. Er musste die Waffe los werden….ganz schnell…verdammt….. ermahnte er sich selbst und warf die Waffe in einem hohen Bogen über den ganzen Müll der hier lag. Schnell sprintete er zu seinem Wagen und fuhr los. Hoffentlich hat ihn keiner beobachtet. Niemand durfte ihn von der Rache abhalten. Niemand…aber was wenn die Kollegen von der Autobahn, die scheinbar den Fall bearbeiteten, bereits seine Spur hatten? Was wenn….er musste weg… er musste sich verstecken. Zunächst fuhr er ohne Ziel einfach durch die Stadt und dann fiel ihm die kleine gemütliche Hütte ein, die er und Jennifer von dem Schwiegervater bekommen hatten. Sie waren nur während der Hochzeitsreise kurz dort gewesen. Also gut…auf in die Hütte…meinte er nur. Einkaufen…er musste auf jeden Fall einkaufen. Feuerholz holen und Decken sowie Klamotten aus seiner Wohnung holen. Und Erinnerungsstücke. Nach und nach trug er alles zusammen. Dass ihn jemand vermissen würde, glaubte er nicht .Vielleicht Jennis Mutter, aber sobald die Luft rein ist, wird er sich bei ihr melden…beruhigte er sich in Gedanken. Er legte sich auf das schmale Bett und schlief bald ein. Nur in seinen Träumen war Jennifer bei ihm. Nur dort konnte er sie in den Arm nehmen und sein Kind sehen. Sein Kind, was nie leben durfte.

    Am nächsten Morgen bekam Semir einen Anruf von Andreas Fintner. „Sie wollen was?“ fragte Semir ungläubig. „Ich …. Ich will Polizeischutz… ich hab….hab…meinen Freund gefunden…er ist tot…. Er ist erschossen worden… im Hinterhof….und…ich …können Sie herkommen?“ bat Fintner. „Sie haben die Kollegen vom zuständigen Revier hoffentlich bereits informiert…“ riet Semir ihn. „Ja…sicher…aber….das sind….hören Sie…..Sie müssen zu mir kommen. Sie bearbeiten den Fall und damit sind Sie mein Ansprechpartner…“ forderte Andreas. Semir lachte leise. Es war doch wirklich sonderbar, wie Individuen sie Fintner und Konsorten sich mit den Gesetzen auskannte, wenn es darum ging sich selbst zu schützen. „Also gut…ich komme zu Ihnen. Aber ich will nicht wieder von Ihrem Gorilla in Empfang genommen werden!“ ermahnte Semir ihn. „Sie werden keine Schwierigkeiten bekommen…. Ich werde meine Leute darauf hinweisen…“ kam leise von Andreas. „Also gut…in einer halben Stunde…..“ Semir legte auf. Er sah Ben an. „Einer der Typen in der Kneipe von Fintner ist tot. Im Hinterhof…“ gab er bekannt. „Ach….verdammt da ist doch jemand auf Rache aus…was meinst du wer es ist? Ich meine es gibt nur zwei Leute die in Frage kommen oder?“ fragte Ben nachdenklich. „Du meinst die Familie von dieser Jennifer?“ wollte Semir wissen. Ben nickte. „Ganz genau…ich wette zehn zu eins, dass der Typ sich alle die am Bankraub beteiligt sind bzw. waren holen wird.“ meinte Ben nur. Semir nickte nachdenklich. „Dann sollten wir versuchen die restlichen Mitglieder der Bande zu schützen. Auch wenn ich dafür eigentlich keine Lust habe. Die Mistkerle haben zwei Menschen umgebracht. Eine unschuldige Frau und ein ungeborenes Kind. Dafür hätten sie den Tod verdient..“ meinte Semir leise. „Egal was du fühlst….sie müssen beschützt werden…“ konterte Ben. Semir musste ihm Recht geben. Persönliche Gedanken haben bei der Arbeit nicht immer was zu suchen.

    Er wälzte sich im Bett hin und her, als das Telefon neben ihn unaufhörlich läutete. Ein verwirrter Griff betätigte schließlich die Nachttischlampe und ein Kopf hob sich aus den Tiefen des Kissens hervor. Er betätigte den grünen Knopf seines Handys. „Stolberg?“, meldete er sich und hörte einfach zu. „Gut, ich bin gleich da.“, meinte er dann mit ruhiger Stimme und schwang sich aus dem Bett. „Morgen Chef.“, begrüßte ihn Florian Glade, sein junger Kollege, als Hauptkommissar Martin Stolberg am Tatort eintraf. „Wohl eher guten Abend.“, entgegnete er und ging neben seinem Kollegen her. „Überfall auf einen Kioskbesitzer. Der Täter ist noch auf der Flucht.“, meinte Florian. „Ist der Mann tot?“, wollte Stolberg wissen. „Äh... nein.“ „Warum sind wir von der Mordkommission dann hier?“, grummelte der Hauptkommissar. „Das Raubdezernat ist durch Grippeausfälle und Schwangerschaftsurlaub unterbesetzt und der Polizeichef hat angewiesen, dass wir den Kollegen aushelfen sollen.“, erklärte Kommissar Glade. „Ah, ich verstehe... Wo ist Sofia?“, wollte er von seinem Assistenten wissen und sah sich nach Sofia Lechner, der dritten im Bunde der Mordkommission um. „Sie befragt gerade den Sohn des Ladenbesitzers... er hatte die Nachtschicht übernommen, als sich der Überfall ereignete.“ „Konnte er den Täter beschreiben?“, wollte Stolberg wissen und stand dann direkt in dem Laden.

    „BEN!! Verdammt noch mal!!“, hörte er im Unterbewusstsein Semirs Stimme. Erschrocken setzte er sich auf und sah auf die Uhr. Es war bereits zehn Uhr… „Oh verdammt…“, stieß er aus und schlurfte zur Tür. „Das ist ja mal ganz toll, dass du die Tür öffnest… wirklich sehr schön… Vor zwei Stunden war Dienstbeginn! Du gehst nicht ans Handy! Und meldest dich nicht per Funk, oder Festnetz! Weißt du, was ich mir für Sorgen mache?“, faucht Semir ihn wütend an. „Ja beruhige dich erst mal. Ich hab Kopfschmerzen.“, gab Ben leise wieder. „Ja warum denn? Hast du die Nacht durchgemacht oder was?“, wollte Semir wissen. „Nein…. Ich war gestern mit Rosa aus und bin eigentlich zeitig ins Bett. Der Wecker hat vielleicht nicht geklingelt und… du kennst mich… wenn ich schlafe, dann schlafe ich…“, entschuldigte Ben sich. „Ja schon gut…na komm…. Ich mach einen Kaffee während du duschst. Und dann fahren wir zusammen auf Streife.“, meinte Semir nun schon etwas ruhiger. Ben nickte und ging ins Bad während Semir die Kaffeemaschine anschmiss. Während dieser Zeit sah Semir sich neugierig um. Scheinbar war Ben tatsächlich allein. Schon sonderbar…. Dann grinste er breit. „ Vermutlich war er bei ihr und hat sich dort einen schönen Abend gemacht und ist dann wieder abgedampft… Vielleicht war er gar nicht so lange hier, wie der tat.“, sagte er leise zu sich.

    „Sie können den Mann nicht beschreiben?“, fragte Sofia den Sohn. „Nein…er war maskiert. Er hatte eine Maske auf und eine Sonnenbrille… aber das war eine Markenbrille, das hab ich sofort gesehen. Kein billiges Ding, das hab ich sofort gesehen. Der Mann war ungefähr 190 cm groß… schlank. Aber mehr konnte ich nicht sehen. Die Waffe war eine schwarze Beretta wenn ich mich nicht irre…“, erklärte Kemal. „Hat der Mann was gesagt?“, harkte Sofia nach. Kenal schüttelte den Kopf. „Nein… er hat mit seiner Waffe gefuchtelt und damit seine Befehle gegeben. Ich hatte Angst… ich meine…er hätte vielleicht abgedrückt wenn ich …wenn ich nicht…“, erklärte er. Seine Hände zitterten immer noch. „Schon gut. Wie hoch war die Beute?“, wollte sie wissen. „Das war nicht viel… 360 Euro… ich meine, ich hab ja noch nicht viel verkauft und…ich…. Ich hab nicht immer alles Geld in der Kasse. Einen größeren Teil hab ich hinten. Das wusste der Kerl zum Glück nicht und ist mit dem Geld abgedampft. Danach hab ich die Polizei angerufen. Ich…“, erklärte Kemal. „Kemal..!“ rief plötzlich jemand. „Mein Vater…BABA!!! Tamam!“, rief Kemal zurück. Und kurz darauf kam ein grauhaariger Mann in den Raum. „Bist du okay, Kemal?“, fragte dieser besorgt. „Ja… ich bin okay… aber der Mann hat die Kasse geleert…“, erklärte Kemal und sah seinen Vater verschüchtert an. „Geld! Geld! Es ist wichtiger, dass dir nichts passiert ist. Geld kann man ersetzen. Aber dein Leben ist mir mehr wert, als alles andere…“, erklärte der Mann. Sofia sah ihn an. „Herr Ceylan…. Ist es schon öfter vorgekommen, dass man Sie überfallen hat?“, fragte sie an. „Nein… das war das erste Mal. Ich bin schon seit über zwanzig Jahren hier und nie hat man uns überfallen. Ich bin nur froh, dass nicht Fatima die Nachtschicht hatte.“, erklärte der Alte. „Fatima?“ harkte die junge Kommissarin sofort nach. „Ja… meine Frau…“, kam von Kemal. „Sie ist hochschwanger. In wenigen Tagen ist es soweit und wenn sie hier gewesen wäre, dann…“, Kemal schwieg. Er wollte nicht daran denken, was passiert wäre wenn.

    ich leg mich mit Susanne hin...bin auch völlig fertig. Du kannst so richtig schön gemein sein...Lass Ben leben und nimm Semir....obwohl...der macht ja schon bei mir ne Menge durch....na gut...nimm Ben ran....schön langsam....bitte...die Geschichte darf nicht so schnell enden...

    Semir und Ben betraten die Kneipe. „Okay… bestell du schon mal das Bier und lass die Finger von der hübschen Dame hinter der Theke…ich sehe mich mal um…und geh für Königstiger..“ grinste Semir. Ben sah ihn an. „Ich darf flirten…bin ja nicht verheiratet…pass aber auf dich auf. Wir wissen nicht zu was die Kerle im Stande sind. Oder wir gehen gemeinsam in die privaten Räume.“ kam von Ben. „Ich pass schon auf. Hab doch Erfahrung auf dem Gebiet..“ lachte Semir und schlug ihm auf die Schulter. Er deutete kurz nach oben auf eine Spiegelwand. „Das ist doch immer wieder der alte Trick…“ lachte er leise. Ben nickte. „Ja aber die können uns sehen. Wenn die wissen wer wir sind, dann könnte es zu einer Falle werden…Wir gehen beide in die Richtung oder gar keiner…“ forderte Ben. Semir sah ihn an. „Du hast Angst um mich?“ lachte er. „Nein…aber wir wissen nicht wie viele dich dort erwarten. Von daher ist es besser wenn wir zusammen bleiben.“ erklärte Ben. Semir musste zugeben das Ben Recht hatte. Was sie ganz sicher wussten, ist dass sie bereits beobachtete wurden, das ließ schon das Verhalten der Aufsicht erkennen, denn die beiden Männer der Marke „Kleiderschrank“ kamen direkt auf sie zu. „Wohin des Weges?“ fragte einer der Männer. „Gerkan, Kripo Autobahn…mein Kollegen Jäger. Wir würden gern mit Herrn Sander oder Herrn Fintner sprechen…“ bat Semir freundlich. Er hielt seinen Ausweis hoch. Die Männer nickten. „Folgen Sie uns bitte…“ sagte er eine freundlich. Semir und Ben gingen mit ihnen in den hinteren Bereich der Kneipe. Es ging eine Treppe hinauf bis zu einem kleinen Büro.

    Andreas Fintner sah die beiden Männer freundlich an, als sie das Büro betraten. „Meine Herren…was können wir für die Polizei tun?“ wollte er wissen. „Gerkan und Jäger, Kripo Autobahn…“ erklärte der Ältere. „Oh Autobahnpolizei…. Ich hoffe doch sehr, das nicht einer unserer Gäste betrunken auf der Autobahn gefahren ist…“ lachte Andreas. „Nein soweit uns bekannt ist nicht. Es geht um Marvin Collins und Maik Mayer…die Namen sagen Ihnen doch sicher etwas..“ erklärte Jäger, der nicht auf die Anspielung von Andreas einging. „Ähm…sollten sie es?“ wich er der Antwort aus. „Nun…sagen wir mal so…ich würde die Herren kennen, wenn ich bei dem Bankraub vor drei Monaten dabei war…“ lächelte Gerkan. „Ach echt? Und ich nehme an Sie haben auch Beweise dafür oder?“ wollte Andreas wissen. „Noch nicht…aber das ist nur eine Frage der Zeit…. Also kannten Sie die Beiden?“ wiederholte Gerkan die Frage. „Ich muss Sie enttäuschen…was Collins angeht, aber Maik und ich waren Schulkameraden….mehr nicht… Ich habe ihn bereits seit Jahren nicht mehr gesehen..“ erklärte Andreas. „Wir können Ihnen nicht nachweisen, dass es nicht so ist…aber sollte es anders sein, werden wir uns sicher wieder sehen..“ kam von Gerkan. Die beiden verließen das Büro und gingen in den Kneipenbereich. Dort tranken sie noch ein Bier, was Andreas von oben sehr gut sehen konnte. Nur wenig später sah er wie Gerkan in Richtung Toiletten verschwand. Er schien zu ahnen, dass er anfangen wird zu schnüffeln. „Ralf!“ rief er. Doch es kam niemand. „RALF!!“ schrei Andreas erneut. Wieder geschah nichts. „PAUL!!“ schrie er wütend. Ein Mann kam zu ihm. „Ja Boss?“ fragte der Gerufene. „Kümmere dich um die Beiden da unten, wenn sie anfangen hier herum zu suchen. Begleite sie auf die Toilette, nicht dass sie sich verlaufen…“ grinste Andreas und zeigte dem Mann die Männer. „Klar mach ich Boss…“ grinste Paul und verschwand.

    „Okay… dann bestell uns noch ein Bier…ich seh mich mal um..“ raunte Semir Ben zu, als sie am Thesen saßen. „Pass auf dich auf…“ ermahnte Ben ihn. „Klar doch…du kennst mich…“ lachte Semir. „Ja genau deshalb. Ich habe keinen Bock dich von der Toilettenwand abzukratzen…“ kam Ben nun wieder auf das Thema, was schon vor dem Gespräch statt gefunden hatte. Semir schüttelte nur den Kopf und verschwand in Richtung Toiletten. Allerdings kam er nicht weit. Bevor er sich auch nur in dem Gang umsehen konnte stellte sich jemand in den Weg. Semir sah den Mann an und erkannte den „Kleiderschrank 1“. „Kann ich Ihnen helfen?“ fragte er freundlich. „Nein eigentlich nicht…ich will nur zu den Toiletten…“ erklärte Semir, der einsah seinen Plan sich heimlich umzusehen, nicht klappen würde. „Dann werde ich Sie dort hin bringen. Wir wollen doch nicht, dass sich die Polizei verirrt…“ lächelte der Mann ihn an. Semir nickte resigniert. Der Mann grinste ihn an und packte sein Handgelenk. Der Griff allein tat schon weh. „Was soll das? Lassen Sie mich los!“ forderte Semir den Mann auf. Tatsächlich ließ er Semir wieder los. „Was sollte das?“ fragte dieser und rieb sich das Gelenk. „Nur zur Warnung… die Toiletten befinden sich hier…also einen angenehmen Aufenthalt…“ grinste der Mann. Semir verschwand in den Toilettenräumen und kam nach knapp fünf Minuten wieder raus. In Begleitung ging es zurück in den Schankbereich. „Trinken Sie einfach ein Bier und fahren Sie dann heim zu Mama ins Körbchen…“ empfahl der Mann ihn. Semir sah ihn nicht an und ging einfach zu Ben.