Ben saß schweigend an seinem Schreibtisch. Er dachte darüber nach, ob es Sinn machte im Krankenhaus anzurufen um nach den Zustand von Carla zu fragen. Sie war auf dem Weg der Besserung doch sie wusste nicht wer er war. Was sollte es dann bringen, wenn er bei ihr war? „Ben…? Hey…ist alles in Ordnung?“ wollte Semir wissen. Sorgenvoll sah er seinen Partner an. Ben nickte. „Bis gestern war es noch…Semir ich dachte wir könnten wenn sie wach ist einfach dort weiter machen, wo wir aufgehört haben..aber sie kennt mich nicht….und vielleicht ….ich meine wenn sie mich nicht kennt…wie soll sie mich da lieben..? Sie hat alles vergessen…alles was zwischen uns war….“ kam klagend von Ben. Semir nickte. „Warum hilfst du ihr dann nicht, sich wieder daran zu erinnern? Du hast doch Bilder von dir und ihr…Bilder aus ihrem Leben…und wenn es wahre Liebe ist, dann wird sie sich daran erinnern….“ versuchte Semir ihn aufzumuntern. Ben sah ihn an. „Du hast Recht…verdammt…und ich sitze hier und blase Trübsal…ich werde ihr zeigen wie ….ihr Leben ist….und wie es war…danke Semir…danke…“ stieß er aus, erhob sich und rannte raus. Doch nur wenige Sekunden später war er wieder da. „Aber….wir haben doch Dienst…“ gab er von sich. Semir lachte leise. „Mach schon…“ befahl er als das Handy von Ben klingelte. Er sah auf das Display…“Das…ist das Krankenhaus….“ Stieß er aus und reichte Semir das Handy. „Was soll ich damit?“ wollte dieser wissen. „Geh du ran…ich….ich hab Angst…das….“ Stammelte Ben. Er sah Semir flehend an. Dieser lachte und meldete sich. „Gerkan…Apparat Jäger….“ Gab er durch. „Herr Gerkan….ist Herr Jäger auch in der Nähe?“ wollte der Anrufer wissen. „Nein…wer ist denn da?“ wollte Semir wissen. „Dr. Freiwildt….ich bin der Psychologe von Frau de Cossa und wollte Herrn Jäger ausrichten, dass Frau de Cossa wünscht ihn zu sehen…“ erklärte der Anrufer. „Frau de Cossa will Ben sehen?“ fragte Semir nach und sah Ben an. „Ja…es geht ihr sehr gut und sie will ihn sehen. Würden Sie es ihm ausrichten?“ bat der Arzt. „Warten Sie…er kommt gerade rein…“ grinste Semir und reichte das Handy weiter. Ben strahlte vor Freude. „Ja..?“ fragte er ins Handy. Er räusperte sich nervös. „Das ist toll…ja sicher komme ich….ich werde Bilder mitbringen und dann….ja sicher…ich danke Doc…danke…“ stammelte Ben. Das Gespräch war beendete. Ben sah Semir an, nahm ihn in den Arm und drückte ihm ein Kuss auf die Stirn. „Sie will mich sehen!!! Sie will mich sehen!! Sie hat mich nicht vergessen…“ lachte er. „Ist ja gut….“ wehrte Semir sich.
Ben fuhr rasant nach Hause und sammelte alles zusammen wo Carla und er drauf waren. Er stöpselte seine Digitalkamera an den PC und lud die Bilder hoch. Dann druckte er ein paar aus damit Carla sie bei sich behalten konnte. Außerdem packte er das Bild ein, auf dem Carla „ich liebe dich“ geschrieben hatte. Damit musste ihr doch klar sein, dass es mehr war als nur Illusion. Ben fuhr zum Krankenhaus und traf auf dem Flur Wolfgang. Dieser sah ihn traurig an. „Hey… was ist denn? Geht es Isabella schlechter?“ wollte er sofort wissen. „Nein…mit Isabella geht es Bergauf…nur wird sie vermutlich nie wieder laufen können…und sie lehnt das Baby ab…sie will es nicht….ich versteh es nicht…sie wollte doch immer Kinder haben….“ klagte Wolfgang. Ben legte ihm die Hand auf die Schulter. „Gib ihr doch etwas Zeit….was sagen denn die Ärzte?“ wollte er wissen. „Die sind sich nicht sicher….sie sagen Isa müsste dazu in den MRT aber…da sie schwanger ist, kann man sie nicht röntgen, weil das Baby geschädigt wird…aber wenn sie zu lange wartet, wird sie nie wieder laufen können…ich muss mich entscheiden….zwischen meinem Kind und meiner Frau….was soll ich tun, Ben?“ wollte Wolfgang von seinem Freund wissen. „Wolfgang….wenn man deine Frau operieren muss, damit sie wieder laufen kann, dann aber das Kind verliert…ist es schlimm….aber denke an Isabella… was will sie? Nicht du musst dich entscheiden…ihr müsst es gemeinsam tun….versteht ihr…ihr seid verheiratet und ihr müsst euch entscheiden. Auch wenn es sich hart anhört…aber ihr könnt danach auch noch Kinder bekommen. Triff die Entscheidung die ihr gemeinsam wollt….“ sprach Ben ihm Trost zu. „Sie will nicht mit mir reden…sie will einfach nicht mehr mit mir reden….ich …weiß nicht was ich tun soll…“ weinte Wolfgang. Ben nickte. „Das kann ich zwar nicht nachvollziehen, aber wenn du willst, spreche ich mit ihr….“ bot Ben sich an. Wolfgang nickte. „Versuch dein Glück…aber vermutlich wird sie dich nicht einmal ansehen…“ gab dieser resigniert zurück. „Vielleicht kann deine Frau mir sogar helfen, bei Carla. Isabella braucht eine Aufgabe…man muss ihr zeigen, dass sie gebraucht wird….das ist der Schlüssel…bin gleich zurück…“ versprach Ben und verschwand im Zimmer wo Isabella Hilgers lag.