„Hey … kleine Maus...lach mich doch mal an..“ forderte der maskierte Mann Alexandra auf. „Lassen Sie mich bitte in Ruhe....bitte..“ weinte sie leise. Die Kinder Yvette und Timo sahen den Mann ängstlich an. Als sie vorgestern nach Hause kamen waren ihre Eltern nicht allein. Vier Männer waren dabei und die Kinder wurden ziemlich hart angepackt. Yvette und Timo wussten nicht was die Männer wollten, aber ihr Vater war sehr besonnen und bat die Familie in die Zimmer zu schicken. Doch nun war der Vater nicht zuhause. Alexandra hatte gekocht und die Männer aßen sogar mit. Doch nun bemerkte Yvette das einer der Männer ihre Mutter arg bedrängte. „Lass meine Mama in Ruhe...!“ fauchte die Kleine mutig. Doch der Mann lachte nur. „Ich kann auch dich nehmen..“ meinte er. „Nein..lassen Sie sie in Ruhe..bitte...mein Mann tut doch alles was Sie wollen..bitte....“ weinte Alexandra. Sie spürte ein Ziehen im Bauch und flehte innerlich, dass es aufhören möge. Sie rieb sich beruhigend über den Bauch und es brachte tatsächlich etwas. „Weißt du was...wenn dein Mann nicht das macht, was wir wollen, dann können wir richtig viel Spaß haben...“ lachte der Mann. Er fuhr langsam mit seiner Hand über die Brust von Alexandra. „bitte...nicht wenn die Kinder dabei sind...bitte..“ flehte sie leise. Der Mann sah zu Yvette und Timo die sich eng aneinander schmiegend in der Ecke saßen. „und wenn er alles macht, dann dürft ihr uns heute Abend schon wieder vergessen...“ lachte der Mann. Alexandra nickte. „er wird alles tun...ich weiß es...“ bestätigte sie. „Kümmere dich um deine Bälger und versorge sie....ich will keinen Ton hören. Es klingelte an der Tür. Timo sah erschrocken zu seiner Mutter. „Das ist bestimmt Peter...er wollte mit mir spielen..“ klagte der siebenjährige. Der Mann zerrte Alexandra hoch. „Schick das Kind weg!“ forderte er sie auf. Alexandra nickte und ging zur Tür. Tatsächlich stand Peter Martens vor der Tür. „ich wollte mit Timo spielen...“ erklärte der Junge. „Timo ist gerade weg...zu seinem Opa...er kommt erst in drei Tagen zurück..“ erklärte Alexandra. „Schade.... dann komm ich noch mal wieder..“ meinte der quirlige Junge und verschwand wieder.
Als nächster Zeuge wurde Markus Fink aufgerufen. Semir sah den Mann an. Er kannte ihn aus den Akten. Markus war bereits mehrmals wegen Raubüberfall und Drogenhandel verurteilt worden. Diesmal war er der Kronzeuge der Verteidigung und behauptete steif und fest, das Schrammel niemals etwas Böses getan hätte oder auch nur dazu im Stande wäre. „Seit wann kennen Sie Herrn Schrammel denn?“ fragte Schrankmann. „ich wüsste jetzt nicht was das zur Sache tut, aber wir kennen uns seit gut vier Jahren..“ erklärte Fink. „Ist es nicht so, dass Sie ihn im Gefängnis kennen gelernt haben?“ harkte sie nach. „Ja und? Was ist denn dabei...er saß wegen eines Justizirrtum im Gefängnis genau wie ich...mein Wiederaufnahmeverfahren läuft gerade an.“ grinste Fink. „Ja sicher... es ist immer ein Irrtum, wenn der Angeklagte hinter Gitter kommt. ER hat ja nie Schuld... Weshalb saßen Sie ein?“ wollte Schrankmann wissen. „ich? Nun ja...ich...“ Fing sah zu dem Anwalt von Schrammel. „Einspruch...das persönliche Vergehen des Zeugen steht hier nicht zur Debatte!“ gab der Mann von sich. Der Richter nickte. „Einspruch statt gegeben..“ kam von dem Mann in der Robe. „Also gut...dann formuliere ich die Frage anders..Ist es nicht so gewesen, dass der Angeklagte und Sie in einer Zelle saßen? Und ist es nicht so gewesen, dass Sie mit ihm sogar Fluchtpläne geschmiedet haben?“ fauchte die Staatsanwältin. „Muss ich mich dazu äußern? Ich kann doch hier nichts dazu sagen...das würde mich selbst belasten..“ grinste Fink, der scheinbar ganz genau seine Rechte und Pflichten als Zeugen kannte. Der Richter nickte. Schrankmann zog tief Luft ein. Irgendetwas stimmte hier nicht. „Herr Fink...ist es richtig, dass Sei an dem Tag, wo mein Mandant angeblich zwei Polizisten ermordet haben soll, zur Tatzeit bei Ihnen war?“ wollte der Anwalt wissen und legte dem Zeugen mit der Frage bereits die Antwort in den Mund. „Ja...das stimmt... wir hatten an dem Tag unsere Freundschaft besiegelt...“ nickte Fink. „würden Sie dem Gericht bitte sagen, von wann bis wann Sie zusammen waren und was dann passiert ist?“ bat der Anwalt. Fink tat es. „Wir waren bis um zwei zusammen. Also als die Polizisten erschossen wurden, waren wir immer noch bei unserem Treffen und deshalb kann er es gar nicht sein. Er ist ein Opfer der gesetzlichen Willkür..“ kam wütend von Fink. Es klang ernst gemeint.