Ben fuhr in die Wohnung von Michelle Junghans. Es lag zwar nichts gegen diese Frau vor, dennoch hatte Ben das ungute Gefühl, dass sie etwas zu verbergen hatte. Die Wohnung war exklusiv eingerichtet. Er musste sie fragen, was sie arbeitete. Aus dem horizontalen Gewerbe war sie jedenfalls nicht. Aber was, wenn sie auch bei anderen Männern diese Masche abgezogen hatte? Was wenn sie es alles gestohlen hatte? Ihr etwas nachzuweisen würde schwer fallen. Ben suchte weiter. Nach einer geraumen Weile fand er im Schlafzimmer in einer Schublade mit Unterwäsche einige Geldnoten. Ben nahm einen der Scheine und hielt sie ins Licht. Falschgeld! Es war eindeutig Falschgeld. Sofort nahm er einen seiner Tütchen und packte alles Geld hinein. Dann ging er ins Bad. Er wusste genau wo er suchen musste, denn Leute die etwas verstecken wollen ziehen die Spülung der Toiletten als sicheres Versteck vor. Er öffnete den Kasten und sah tatsächlich eine kleine weiße Tüte an die Rückseite geklebt. Langsam löste er sie und setzte den Deckel wieder auf. Ben fuhr zur PAST zurück und ging zu Michelle Junghans, die in einem der Verhörräume saß. Er warf das Geld auf den Tisch. Michelle sah ihn trotzig an. „Und? Sind Sie fündig geworden?“ fauchte sie ihn an. „So kann man das sehen…das Geld hier…ist sicher nicht Ihrs oder?“ wollte Ben wissen. Michelle schwieg. „Michelle….das hier ist Falschgeld….und ich denke, dass Sie es einem ihrer Kunden abgenommen haben…also warum reden Sie nicht mit mir?“ wollte Ben wissen. Michelle sagte nichts. „Also gut….haben Sie von dem Geld etwas in den Verkehr gebracht?“ harkte Ben nach. Wieder kam nur schweigen. Ben stöhnte auf. „Wie kann man nur so hübsch und gleichzeitig so stur sein?“ wollte er wissen. Michelle sah ihn an. „Von irgendwas muss ich doch leben..“ erklärte sie. „Was wollten Sie denn bei mir? Denken Sie wirklich, das ich Geld auf dem Tisch liegen habe? Wie viele Männer haben Sie bereits betäubt und ausgeraubt?“ wollte er wissen. Michelle zuckte mit den Schultern. Sie sagte nichts. „Die Kerle wollen doch alle nur das eine…nur Sex…egal wie…“ stieß sie plötzlich aus. „Sie animieren die Männer doch. Da müssen Sie sich nicht wundern. Also von wem haben Sie das Geld gestohlen?“ wiederholte Ben seine Frage. Michelle schwieg eisern.
Hans Westerwald tobte in seiner Villa. Noch nie hatte es jemand gewagt, so mit ihm umzugehen…schon gar keine Frau!!, dachte er. „Boss….wir haben in der Kneipe nachgehört…aber von einer Gina haben die noch nichts gehört und können sich an die Kleine auch nicht erinnern..“ gab Malik von sich. „Dann sucht sie!!! Diese Schlampe wird sicher noch mal so ein Ding abziehen!!! Ganz sicher!!“ brüllte Hans ihn an. Malik nickte. „Wir haben ein paar Jungs am Rhein laufen, die die Augen offen halten…“ erklärte er ruhig. Er kannte Hans Ausraster und konnte damit umgehen. „Nimm dir ein Aspirin….dann sind die Kopfschmerzen nicht so heftig..“ grinste er und verschwand. Hans sah ihn wütend nach. Wie sollte er diese Frau finden? Und vor allem wo? Vielleicht zog sie diese Sache noch einmal ab…mit einem anderen Typen? Er musste selbst auf die Piste, nur dann konnte er sich wieder erkennen. Ja…er würde heute wieder auf die Piste gehen und nach dieser Schlampe Ausschau halten. Sobald sie auftaucht wird er ihr folgen und sie dann in ihrer Wohnung stellen. Ja...das war eine gute Idee…das war es… dachte er nur. Entschlossen drückte er seine Zigarette aus. Er schwor sich auf die Suche nach Gina oder wie sie sonst hieß zu gehen und er wird sie finden. Wie gut, dass er ein fotografisches Gedächtnis hatte, was Gesichter anging. So konnte er sie beschreiben und seine Männer instruieren in den Clubs und Bars entlang des Rheins Ausschau nach der Schlampe halten.
