Marcel Wehners saß in seinem kleinen Büro der Asservatenkammer. Ein Job den niemand gern machte. Doch für Marcel war es neben seiner Pension das einzige was ihm von seinem damaligen Polizistenjob noch blieb. Niemand verstand, dass er sich hier einmummelte und den ganzen Tag las oder ein Pläuschchen mit den Kollegen hielt, die er alle kannte. Egal ob sie bei der Kripo in der Stadt, auf dem Land oder auf der Autobahn waren. Selbst die Polizeischüler waren ihm bekannt. Marcel hatte fast 70 Jahre auf dem Buckel, doch das sah man ihm nicht an. Er war immer noch fit und konnte manchen jüngeren Kollegen in die Tasche stecken. „Hallo Marcel....auch wieder hier?“ riss ihn eine Stimme aus den Gedanken. Der Kopf ruckte zu dem Besitzer der Stimme hoch. „Semir!!! Das ist ja eine Freude....Mensch was machst du denn hier?“ strahlte Marcel und rannte den kleinen Mann regelrecht um. „Ach nun ja....du weißt doch....ich bin überall und nirgends....“ lachte Semir zurück. Marcel musterte den jungen Mann an der Seite des Kriminalhauptkommissaren. „Wer ist das? Dein Sohn?“ harkte er nach. Semir lachte. „Nein...ich habe lediglich zwei Töchter das ist Ben Jäger...mein Dienstpartner. Ben...das ist Marcel Wehners...ein sehr erfahrener Kollege...“ stellte Semir die Beiden vor. Die Männer reichten sich die Hand. „Hast du schon wieder so einen jungen Hüpfer wie Jan an der Backe...“ lachte Marcel. „Ja...aber er hat es drauf...“ lobte Semir und wies auf Ben. „Was kann ich für dich tun?“ wollte Marcel nun wissen. Semir sah zu Ben. „Siehst du...er weiß wenn wir hier sind, dann nie um ein Pläuschchen zu halten. Aber du hast Recht...erinnerst du dich an den Fall Westerwald? Hans Westerwald...?“ wollte Semir wissen.
Hans Westerwald betrat den Raum in dem seine Goldmaschine, wie er sie nannte stand. Sie war nutzlos, solange die Druckplatten nicht da waren. Hans überlegte wie er sie sich besorgen könnte und was passierte wenn die Polizei dieser Gina auf den Spuren war? Wenn die Druckplatten in die Hände von der Polizei gerieten, würden die sicher schnell herausfinden, dass es die alten waren. Die die er bereits vor vier Jahren hatte und die eigentlich in der Asservatenkammer der Kripo liegen sollte. Hans hatte so einiges dafür hingeblättert um sie zu bekommen. Ein junger Beamter, der sich noch die Sporen verdienen musste war sein Opfer. Hans hatte Glück der Mann war ein Spieler und konnte sein Hobby geheim halten. Zumindest vor seinen Kollegen, doch Hans hatte es herausgefunden und ließ dies als Druckmittel wirken. Mit Erfolg. Michael Reinders ließ sich erpressen und lieferte ihm die Druckplatten aus. So war es Hans möglich, die gleiche Qualität an Blüten herzustellen wie damals als seine Bande aufflog. Allerdings galt Hans Westerwald nicht als Samariter. Zum Dank für die Platten ließ er Reinders einen Unfall haben. Einen tödlichen versteht sich. Michael Reinders verunglückte auf dem Nachhauseweg auf der Landstraße. Er geriet mit 100 km/h auf der gerade trockenen Strecke von der Fahrbahn ab und prallte frontal gegen eine Mauer, die zur Lärmdämmung aufgebaut war. Michael Reinders war sofort tot. Für Hans gab es niemanden mehr, der gegen ihn aussagen konnte. Westerwald fühlte sicher, doch dann erfuhr er von einem Spitzel, dass sich eine Kröte vom LKA in seine Bande geschleust hatte. Schnell fand er raus, wer es war. Doch er ließ diesen Kerl im Glauben immer noch das Vertrauen zu genießen. Bis zum Zugriff. Damals…war dieser komische Kommissar dabei..dieser Kerl der sich nicht kaufen ließ…wie hieß er denn noch mal….Westerwald überlegte stark. Gerkan..richtig….so war der Name. Aber diesen hatte er schnell gezeigt, dass niemand gegen ihn ankam. Er war unschlagbar. Während seine Leute sich um Gerkan kümmerten nahm er sich den Verräter vor. Dann wurden die Beiden in ein Raum gebracht und Westerwald sah den Verräter an. Seine Leute hielten Gerkan, der gefesselt war fest. Er sollte zusehen wie sein Kollege starb. Westerwald drückte eiskalt ab. Anschließend setzte er sich nach Belgien ab.