Beiträge von Elvira

    Marcel Wehners saß in seinem kleinen Büro der Asservatenkammer. Ein Job den niemand gern machte. Doch für Marcel war es neben seiner Pension das einzige was ihm von seinem damaligen Polizistenjob noch blieb. Niemand verstand, dass er sich hier einmummelte und den ganzen Tag las oder ein Pläuschchen mit den Kollegen hielt, die er alle kannte. Egal ob sie bei der Kripo in der Stadt, auf dem Land oder auf der Autobahn waren. Selbst die Polizeischüler waren ihm bekannt. Marcel hatte fast 70 Jahre auf dem Buckel, doch das sah man ihm nicht an. Er war immer noch fit und konnte manchen jüngeren Kollegen in die Tasche stecken. „Hallo Marcel....auch wieder hier?“ riss ihn eine Stimme aus den Gedanken. Der Kopf ruckte zu dem Besitzer der Stimme hoch. „Semir!!! Das ist ja eine Freude....Mensch was machst du denn hier?“ strahlte Marcel und rannte den kleinen Mann regelrecht um. „Ach nun ja....du weißt doch....ich bin überall und nirgends....“ lachte Semir zurück. Marcel musterte den jungen Mann an der Seite des Kriminalhauptkommissaren. „Wer ist das? Dein Sohn?“ harkte er nach. Semir lachte. „Nein...ich habe lediglich zwei Töchter das ist Ben Jäger...mein Dienstpartner. Ben...das ist Marcel Wehners...ein sehr erfahrener Kollege...“ stellte Semir die Beiden vor. Die Männer reichten sich die Hand. „Hast du schon wieder so einen jungen Hüpfer wie Jan an der Backe...“ lachte Marcel. „Ja...aber er hat es drauf...“ lobte Semir und wies auf Ben. „Was kann ich für dich tun?“ wollte Marcel nun wissen. Semir sah zu Ben. „Siehst du...er weiß wenn wir hier sind, dann nie um ein Pläuschchen zu halten. Aber du hast Recht...erinnerst du dich an den Fall Westerwald? Hans Westerwald...?“ wollte Semir wissen.

    Hans Westerwald betrat den Raum in dem seine Goldmaschine, wie er sie nannte stand. Sie war nutzlos, solange die Druckplatten nicht da waren. Hans überlegte wie er sie sich besorgen könnte und was passierte wenn die Polizei dieser Gina auf den Spuren war? Wenn die Druckplatten in die Hände von der Polizei gerieten, würden die sicher schnell herausfinden, dass es die alten waren. Die die er bereits vor vier Jahren hatte und die eigentlich in der Asservatenkammer der Kripo liegen sollte. Hans hatte so einiges dafür hingeblättert um sie zu bekommen. Ein junger Beamter, der sich noch die Sporen verdienen musste war sein Opfer. Hans hatte Glück der Mann war ein Spieler und konnte sein Hobby geheim halten. Zumindest vor seinen Kollegen, doch Hans hatte es herausgefunden und ließ dies als Druckmittel wirken. Mit Erfolg. Michael Reinders ließ sich erpressen und lieferte ihm die Druckplatten aus. So war es Hans möglich, die gleiche Qualität an Blüten herzustellen wie damals als seine Bande aufflog. Allerdings galt Hans Westerwald nicht als Samariter. Zum Dank für die Platten ließ er Reinders einen Unfall haben. Einen tödlichen versteht sich. Michael Reinders verunglückte auf dem Nachhauseweg auf der Landstraße. Er geriet mit 100 km/h auf der gerade trockenen Strecke von der Fahrbahn ab und prallte frontal gegen eine Mauer, die zur Lärmdämmung aufgebaut war. Michael Reinders war sofort tot. Für Hans gab es niemanden mehr, der gegen ihn aussagen konnte. Westerwald fühlte sicher, doch dann erfuhr er von einem Spitzel, dass sich eine Kröte vom LKA in seine Bande geschleust hatte. Schnell fand er raus, wer es war. Doch er ließ diesen Kerl im Glauben immer noch das Vertrauen zu genießen. Bis zum Zugriff. Damals…war dieser komische Kommissar dabei..dieser Kerl der sich nicht kaufen ließ…wie hieß er denn noch mal….Westerwald überlegte stark. Gerkan..richtig….so war der Name. Aber diesen hatte er schnell gezeigt, dass niemand gegen ihn ankam. Er war unschlagbar. Während seine Leute sich um Gerkan kümmerten nahm er sich den Verräter vor. Dann wurden die Beiden in ein Raum gebracht und Westerwald sah den Verräter an. Seine Leute hielten Gerkan, der gefesselt war fest. Er sollte zusehen wie sein Kollege starb. Westerwald drückte eiskalt ab. Anschließend setzte er sich nach Belgien ab.

    Semir...ich stecke zwar nicht bei dir im Haus, aber das halte ich für keine gute Idee...absolut keine gute Idee..das könnte in die Hose gehen. Bleib lieber brav sitzen und überlass Ben das ganze....Sonst ist der gebrochene Arm das kleinste Übel was dir passieren könnte....

    Kim sah auf, als die Tür aufging. „Frau Krüger…haben Sie einen Augenblick Zeit?“ bat Semir. Kim nickte und legte den Kugelschreiber weg. „Das ist Lukas Springer von der Sitte Köln…er braucht unsere Hilfe. Aber nicht nur das..es geht auch um den aktuellen Fall von uns. Wir denken er hängt zusammen…“ erklärte Semir kurz und knapp. Kim sah Lukas an und nickte ihm freundlich zu. Lukas reichte ihr die Hand. „Bitte setzen Sie sich doch…was kann die Kripo Autobahn für die Sitte tun?“ wollte sie wissen. „Es geht um Hans Westerwald..“ fing Lukas Springer an zu erklären. „Hans Westerwald? Der Fälscher?“ harkte Kim nach. Lukas nickte. „Ja genau der….Semir hat mir erzählt, das wieder Blüten aufgetaucht sind, die seine Handschrift tragen. Ich bin mir sicher, dass er das Geld in den Bars und Kneipen verteilt und so in echtes Geld umtauscht.“ Gab Lukas zum Besten. „Nun…das ist nicht ganz so….“ lächelte Kim. Lukas sah zu Semir und Ben. „Wir haben eine Betrügerin festgenommen, die Westerwald ausgenommen hat….leider war es Falschgeld…“ grinste Ben. „Ach so….nun ja…also mein Antrag auf Amtshilfe ist bereits unterwegs hier her. Ich selbst bin Westerwald ja bekannt, genau wie Semir und wir müssen unbedingt jemanden in der Bande haben, der mich unterstützt und…die Wahl fiel auf Ben…“ erklärte Lukas nun. „Sei wollen diesen Westerwald stellen…das ist ja gut…und auch akzeptabel. Aber warum soll Ben bitte in die Bande eingeschleust werden und wie?“ wollte Kim wissen. „Ähm…also das warum…ist einfach zu erklären. In die Clubs von Westerwald kommen nur Leute die nach Geld riechen und ich glaube dass Ben sich auf diesem Parkett sicher bewegen kann. Immerhin ist er ein Sohn eines Multimillionärs und das prägt doch….oder?“ Lukas wandte sich unsicher an Ben. „Ja sicher…klar doch..mir sieht man den Goldjungen an..“ grinste dieser. Susanne brachte ein Schreiben rein. „Von der Sitte…“ erklärte sie kurz. Kim nickte und las das Schreiben durch. „Nun… Wenn ich zustimmen…und ich sage wenn!!... dann werden Sie sich einen Weg suchen, der möglichst ohne Sach- und Personenschaden von Statten geht…“ ermahnte sie. Semir sah zu Ben und nickte dann. „Klar Chefin..“ bestätigte er. „Okay… dann lassen Sie sich die Akte von Susanne raussuchen, Semir.. und Sie Ben nehmen sich noch einmal diese Dame vor….erklären Sie ihr, dass es besser wäre, wenn sie uns hilft…“ schlug Kim vor. Ben nickte. „ich werde es versuchen..“ versprach er. „Gut…dann an die Arbeit…meine Herren..“ lächelte Kim und warf die Beiden freundlich aus dem Büro. Semir ging zu Susanne und bat sie die Akte von Hans Westerwald heraus zu suchen und auf seinen PC zu legen. Es dauerte keine zehn Minuten bis er sie hatte.

    „Diese Frau, die mit Westerwald zusammen war und ihn ausgenommen hat, wo ist die?“ wollte Lukas wissen, als er mit den beiden im Büro zusammen saß. „Sie wurde den Kollegen der Kripo Köln übergeben. Verdacht auf Betrug in mehreren zumindest aber in zwei Fällen. Mitführen von illegalen Betäubungsmitteln und Körperverletzung. Da sie einen festen Wohnsitz hat, wird man sie sicher bis zur Verhandlung auf freien Fuß setzen. Ben weiß aber wo sie wohnt..“ erklärte Semir. „Oh….die hat es ja wohl faustdick hinter den Ohren. Wen von euch hat sie geangelt?“ grinste Lukas. Ben sah ihn leidig an. „Mich…aber ich kam ihr auf die Schliche als sie mir KO-Tropfen ins Glas tat..“ erklärte er. „Oh..sie hat sich also tatsächlich den reichen Jungen gesucht….sie hat wohl einen guten Blick dafür. Dann vermute ich wirklich dass sie Westerwald die Blüten abgenommen hat oder?“ harkte Lukas nach. „Ja einiges. Die Summe beläuft sich auf gut 17.ooo Euro und die Druckplatten.“ Bestätigte Semir und starrte auf den Bildschirm. „In welcher Kneipe war sie denn?“ wollte Lukas wissen. „Keine Ahnung ich hab sie im Bolle Bolle kennen gelernt..“ kam von Ben. „Kann ich die Platten noch mal sehen?“ bat Semir plötzlich. Ben nickte und gab sie ihm. Semir nahm sie und sah sie sich an. „Ben…das ist nicht witzig….! Das sind die Platten die ich schon vor vier Jahren in der Hand hielt..“ maulte Semir enttäuscht. „Du irrst dich..die Dinger habe ich aus der Wohnung von Michelle Junghans geholt…nicht aus der Asservatenkammer!“ verteidigte Ben sich. „Aber du hast Recht…es kann nicht sein…die, die ich meine sind sicher in der Asservatenkammer….das müssen Neue sein…“ murmelte Semir nachdenklich. „Vielleicht sehen die nur gleich aus..ich meine so sicher kannst du doch gar nicht sein…“ mutmaßte Ben. „Nein..nein…siehe hier... fühl mal an dieser Stelle….diese Delle hier…das sind die Druckplatten von damals…“ kam sicher von Semir. Ben sah ihn an. „Wenn du Recht hast, dann.....ich will es gar nicht aussprechen...dann ...“ antwortete er. Semir nickte. „Dann steckt ein Kollege mit diesem Westerwald unter einer Decke.“ kam von Semir. „Lass uns zur Asservatenkammer fahren...ich muss wissen, ob es tatsächlich die alten Platten sind..“ bestätigte Ben. „Ja...ich auch..“ gab Semir zurück.

    ja das würde mich auch mal interessieren, warum junge soldaten solche Überfälle begehen...aber ich denke das niels nichts sagen wird...er stellt jetzt auf stur und ....wie geht es eigentlich Semir? Wäre gut wenn du es mir sagen könntest.....der trägt ja immer noch den Gürtel oder?

    Semir saß immer noch nervös neben Stroganof, als dieser sich immer wieder umsah und nervös mit der Waffe in der Hand auf Semir zielte. „Hören sie, wir können das noch alles ...“ „Du sollst doch die Schnauze halten, hab ich gesagt.“, zischte der Pole in gebrochenem Deutsch. „Los, fahr an der nächsten Abfahrt raus und dann in den Wald rein.“, wies er an. Semir nickte und tat, was von ihm verlangt wurde. Er hatte kein gutes Gefühl dabei und das sollte sich auch bestätigen. Mittlerweile waren sie schon mehrere Stunden unterwegs gewesen und hatten Nordrhein-Westfalen sicher schon verlassen. Der letzte Wegweiser lautete ... Bremen 190 Kilometer... Wilhelmshaven... 30 Kilometer. Jetzt war er doch Ben viel näher, als er eigentlich wollte. Der Wagen hüpfte auf den unebenen Waldboden hin und her. „Stop.“, schrie der Pole und Semir hielt an. Dann sah er abwartend zu Stroganof hinüber. „Los, Handschellen her und aussteigen.“, befahl er. Widerwillig tat Semir, was verlangt wurde und stieg aus. Stroganof kam ebenfalls aus dem Auto raus und dirigierte Semir mit der Waffe im Rücken zu einen der Bäume. „Arme nach vorne um den Baum herum.“ „Was soll das, Stroganof?“, fragte Semir, doch der Pole drückte ihm nur die Wangen zusammen. „Schnauze hab ich gesagt. Los, Arme nach vorn.“, befahl er. Semir blieb nichts anderes übrig, als zu gehorchen. Die Handschellen klickten und schon musste er den Baum zwangsumarmen. Doch damit noch nicht genug. Stroganof holte aus dem Verbandskasten zwei Streifen von der Pflasterrolle und klebte sie Semir in X-Form über den Mund. „Hier hört dich zwar keiner ... aber wir wollen auf Nummer sicher gehen.“, lachte er und fuhr dann mit dem BMW von Semir davon. Der Deutschtürke stand da und atmete aus. Verdammt... hier würde ihn keiner finden und die Sonne brannte auch noch erbarmungslos auf ihn runter.

    Ben betrat das Hotel erneut… es war kurz vor acht und sicher hatte es schon Abendessen gegeben. Doch das war in diesem Hotel nicht schwer auch danach noch etwas zu bekommen. „Guten Abend, Herr Jäger…“, wurde er begrüßt. „Ich würde gern noch was zu Essen aufs Zimmer bekommen... ist das möglich?“, fragte Ben freundlich. „Ja sicher… gar kein Problem. Suchen Sie sich etwas aus der Speisekarte aus und ich werde es Ihnen bringen lassen.“, lächelte der Portier. „Danke… ich nehme Hummer in Weißweinsoße und Salat der Meere, was es auch immer ist.“, bestellte Ben. „Nun Salat der Meere sind verschiedene Algen, die auch für den Verzehr bestimmt sind… sehr nahrhaft…“, erklärte der Mann. Ben verzog das Gesicht… „Dann doch lieber den grünen Salat…“, änderte er schnell ab. „Selbst verständlich“, lächelte der Mann und verschwand in die Küche, während Ben zum Aufzug ging. An der Türe wurde er von einem jungen Mann angesprochen. „Guten Abend… Herr….?“, meinte der Mann. Erst jetzt erkannte Ben den Pagen. „Oh hallo… Jäger... Ben Jäger.“, lächelte Ben. „Ja sicher Herr Jäger… ist alles zu Ihrer Zufriedenheit? Mein Vater würde mir den Kopf abreißen, wenn ich Scheiße baue, verstehen Sie?“, wollte der Junge wissen. Ben nickte. „Ja es ist alles Bestens… ich fühle mich sehr wohl in diesem Haus…“, bestätigte Ben. „Das freut mich sehr… wenn Sie Fragen haben, dann wenden Sie sich bitte Vertrauensvoll an mich..“, bat der Junge.

    Ben sah ihn an. Das war es doch. „Ich hätte da etwas… Wo kann man sich hier ein Boot mieten? Ich meine so ein kleines Ding wo man so ein paar Tage auf dem Wasser bleiben kann?“, wollte Ben wissen. Er sah nicht, wie es in den Augen aufblitzte. „Ich werde sehen was ich machen kann. Mein Vater hat ein tolles Schiff… Wenn Sie es wünschen, dann kann ich Sie als Kapitän begleiten…“, schlug der Junge vor. Ben nickte. „Warum eigentlich nicht?“, meinte er dann. „Sagen Sie mir Bescheid, wann Sie los wollen, dann richte ich alles her…“, strahlte der Junge. „Werde ich… mal sehen… vielleicht nächste Woche und dann für die ganze Woche… der Preis geht natürlich zusätzlich zum Zimmer….“, lachte Ben und war froh, dass es so einfach war, hier an ein Schiff zu kommen. Semir würde Augen machen, wenn er total braun wieder kam.

    „Das sind vielleicht zwei Früchtchen..“ lachte Semir als sie die Mädchen wieder zuhause abgeliefert hatten. „Die Jungend von heute..sie haben es nicht einfach..“ nickte Ben. „Was heißt denn nicht einfach? Die Kinder in dem Alter haben abends zuhause zu sein und nicht irgendwo an der Autobahn. Das ist brandgefährlich!“ widersprach Semir. „Nein…das ist mir schon klar, aber die Mädchen wohnen weit ab von jeder Zivilisation und wollen auch mal was erleben. Das sie ausbrechen ist kein Wunder. Das meine ich..“ erklärte Ben weiter. „Das ist immer noch kein Grund, sich so in Gefahr zu bringen. Wenn Ayda das machen würde, dann wäre ich verdammt wütend…das glaub mir mal…“ gab Semir zu verstehen. Ben lachte. „Ja…du würdest sie vermutlich auch von der Disco abholen…“ meinte er nur. „Ja..würde ich auch…aber da brauche ich gar keine Angst zu haben, denn Ayda wird gar nicht erst diese Läden betreten..“ drohte Semir. „Ach…willst du deine Tochter einsperren wenn es soweit ist?“ wollte Ben wissen. „Idiot…nein…aber..“ suchte Semir noch einem Grund. „Ich weiß schon..es ist sicher nicht einfach, Kinder groß zu ziehen, nur sollte man immer daran denken, dass es eigene Persönlichkeiten sind, die dort aufwachsen...und diese Persönlichkeiten entfalten sich erst, wenn man sie laufen lässt..“ grinste Ben. „Wo hast du das denn gelesen?“ wollte Semir wissen. „In der Zeitschrift „Eltern“ als ich neulich beim Zahnarzt war..“ gab Ben zu. Sie kamen bei Hartmut an. „Hey…da seid ihr ja…ich wollte euch gerade anrufen… diese Blüten die du, Ben mir gebracht hast...sind eine wahre Meisterleistung…alles stimmt bis auf ein kleiner Fehler an denen mal die Blüten erkennen kann… aber sonst…1 A…. diese Dinger hatten wir vor einiger Zeit in der Asservatenkammer gehabt..ich hab mir davon eine weg gelegt…und die Dinger sind identisch..Semir…du musst dich an den Fall eigentlich noch erinnern können…das war dieser Westerwald….vor ungefähr vier Jahren….“ erklärte Hartmut. Semir sah Ben an. „siehst du…ich hab es doch gewusst..“ nickte er. „Das ist also die gleiche Qualität?“ wollte er noch einmal wissen. Hartmut nickte. „Eindeutig….sogar die Farbe ist die Gleiche…was mir allerdings auffällt ist, das die Druckplatten diesmal etwas genauer sind….bei den alten Blüten hatten wir hier eine kleine Abdriftung in der Ecke…und bei der neuen Blüte ist das nicht mehr. Klar…die Druckplatten waren ja auch eingezogen worden… und dieser Westerwald scheint nun ein neues Paar zu haben..besser noch als vorher….“ erklärte Hartmut. „Danke…dann sollten wir mit der Chefin sprechen..“ meinte Semir nur. „Okay…“ kam von Ben und schon waren die Beiden wieder verschwunden.

    Ben und Semir betraten die PAST. „Hier… die Akte von Westerwald. Ach so..Semir… du hast Besuch…ein gewisser Lukas Springer ist da…“ gab Susanne bekannt. „Lukas? Whow…der war ja schon lange nicht mehr hier. Steckt bestimmt wieder in der Klemme und ich soll ihm helfen..“ grinste er Ben an. Dieser sah ihn nur fragend an. „Wer ist das?“ wollte er wissen. „Erkläre ich dir gleich…komm…“ lachte Semir und ging ins Büro. „Lukas!!! Was machst du denn hier?“ begrüßte Semir seinen Freund. „Semir….freut mich dich zu sehen. Wo ist denn Chris?“ wollte Lukas wissen. „Chris? Du weißt es nicht oder?“ kam von Semir. Die Freude wandelte sich in leichter Trauer. „Was denn? Hat er Urlaub und du musst mit einem jungen Spund wie mich damals Dienst schieben?“ lachte sein Besucher. „Nein..Chris ist tot…er wurde vor zwei Jahren von einem Drogenhändler erschossen..Sander Kalvus….das ist Ben..mein neuer Dienstpartner…vom LKA zur Kripo Autobahn gewechselt..“ stellte Semir Ben vor. Die Männer reichten sich die Hand. „Lukas Springer ist Leiter der Sitte bei der Kripo Köln….“ ergänzte er noch. „Ah…und was machen Sie dann hier?“ wollte Ben nun wissen. „Du….ich bin Lukas….“ lachte der Mann von der Sitte…“nun ja..ich brauche Hilfe…diesmal geht es um einen alten Bekannten von dir, Semir. Hans Westerwald..“ erklärte Lukas. Ben und Semir wechselten einen schnellen Blick. „Was hast du denn mit dem Geldfälscher zu tun?“ harkte Semir nach. „Er scheint sich jetzt auf die Prostitution zu konzentrieren. Ihm gehören drei Clubs in Köln. Angebliche Saunaclubs…allerdings geht dort die Post ab. Er soll Minderjährige beschäftigen. Ausreißerinnen die sich von ihm bequatschen lassen und dann in seinem Bordell der Prostitution nachgehen. Ich habe ein junges Mädchen vor gut vier Wochen befreien können. Sie hat mir alles erzählt. Nur kommt da nicht jeder rein.“ erklärte Lukas weiter. „Ach und wer kommt rein?“ warf Ben seine Frage ein. „Leute die viel Geld haben und sich die exklusiven Clubs von Westerwald leisten können. „Ja gut…du wirst sicher von ihm erkannt werden, genau wie ich…ah…Moment…du willst Ben als Undercover in die Häuser einschleusen?“ kam etwas irritiert von Semir. Lukas grinste breit. „Wie schön, dass du auch die Worte hörst die man nicht ausspricht…ja…ich weiß das Ben, dein neuer Partner hier, der Sohn von Konrad Jäger ist, der die Jäger AG leitet. Also Multimillionär und damit genau das was Westerwald reizt.“ bestätigte er Semirs Verdacht. „Ähm…hab ich das was mitzureden?“ wollte Ben wissen. Semir sah zu Lukas. „Na klar…aber weißt du wer noch…die Krüger….“ grinste Semir. Lukas sah ihn an. „Wer ist Krüger?“ wollte er wissen. Doch weder Ben noch Semir sagten etwas darauf. „Komm…“ befahl Semir und zog Lukas zu Kims Büro.

    Semir grinste leicht und wandte sich an die Frau. „Frau Junghans…. Wenn Sie uns nichts sagen, dann können wir Ihnen nicht helfen. Westerwald wird sich sein Eigentum zurück holen wollen….also?“ wollte er wissen. „Aber…ich… ich hab doch nur….ich meine…ich wusste doch nicht, dass es ein Verbrecher war…bitte… Sie müssen mich beschützen…bitte…“ flehte die Frau plötzlich. Ben lachte leise. „Michelle…was und wen haben Sie ausgenommen? Und bitte ohne Lücken…Sie werden dafür zwar bestraft, aber sicher ist das besser als zu sterben…“ schlug er vor. „Es waren acht Männer...ich kenne aber keine Namen…nicht mehr…ich vergesse sie immer….“ erklärte sie. Ben nickte. „Sie haben die Masche immer wieder abgezogen, oder? In der Kneipe ansprechen…sich einladen lassen..und dann zu dem Mann nach Hause…wo es meist zu einem weiteren Drink kam… Dann haben Sie die KO-Tropfen ins Glas getan und als die Männer schliefen, haben Sie die Geldbörsen geleert…war das so?“ wollte Semir wissen. Michelle nickte. „Okay… und wie war das bei Westerwald?“ harkte Ben nach. „Ich habe bei ihm genau die gleiche Masche abgezogen….aber als wir bei ihm waren, da… da hat er….er hat sofort angefangen mich anzugrapschen und….dann ging es auch schon los…er war brutal und schien gar nicht interessiert daran zu wissen, was ich wollte. Es dauerte eine ganze Stunde bis er abließ…dann kam das Getränk..und…ich hab ihm die Tropfen gegeben…danach…bin ich auf Streifzug gegangen und hab das Geld und diese Dinger gefunden...“ erklärte Michelle nun bereitwillig. „Das lag einfach so rum?“ kam erstaunt von Semir. „Nein….nein..ich hab mich beim Anziehen an die Wand gelehnt und…die hat plötzlich nach gegeben. Ich bin in einen Raum gefallen und dort stand eine sonderbare Maschine….und diese Geldscheine…ich hab mir das Geld eingesteckt…“ endete sie mit ihrer Erzählung. „War das alles?“ wollte Ben nun wissen. Michelle nickte. „Ja….das war alles…“ bestätigte sie. „Wo war das Haus? Oder besser gesagt die Villa?“ fragte Semir nach. „Das weiß ich nicht genau….es war dunkel…und…ich weiß nur, dass sie nicht zentral gelegen ist…ich musste eine Stunde laufen, bis ich einen Bus fand…“ kam leise von Michelle. „Und mehr wie das Geld und die Druckplatten haben Sie nicht mitgenommen?“ harkte auch Ben nach. Michelle sah ihn an. „Nein…“ sagte sie fest. „Dennoch…wenn Sie sagen, dass Sie von dem Geld nichts in Umlauf gebracht haben, können wir sie lediglich 48 Stunden festhalten. Dann muss der Haftrichter entscheiden, ob Sie in Haft bleiben oder nicht…“ erklärte Semir. „Aber, was ist wenn….Sie sagten doch dass er gemein und brutal ist…was wenn er mich…?“ fragte sie ängstlich. „Alles Weitere liegt nicht in unserer Hand. Sie werden von der Kripo Köln abgeholt und dort können Sie dann Ihr Anliegen vortragen… Ach einen guten Rat, der kostet auch nichts….lassen Sie sich am besten nicht mehr in den Kneipen sehen, wo Sie bereits waren..“ lächelte Semir. Susanne hatte die Kollegen mittlerweile verständigt.

    Semir und Ben übergaben Michelle und machten sich mit dem Fall Westerwald vertraut. Wenig später saßen sie in ihrem Büro und Ben drehte die falsche Banknote in den Fingern. „Gute Arbeit würde ich sagen..wenn ich nicht vor kurzem einen Lehrgang gemacht hätte, würde ich ihn sicher nicht erkennen..“ gab er nachdenklich von sich. „Ja…Westerwald liebt besondere Qualität. Aber wir sollten die Blüten mal von Hartmut untersuchen lassen. wenn er den Vergleich mit damals machen kann, dann weiß ich wenigstens, ob ich Recht habe. Und wenn ich Recht habe, dann haben wir eine verdammt harte Nuss zu knacken..soviel steht fest…“ erklärte Semir leise. Sie fuhren los. Die Fahrt zur KTU ging zunächst schweigend von sich, bis Ben die Ruhe unterbrach. „Wie war dein Wochenende?“ wollte er wissen. „Wunderbar… ich war mit Ayda im Zoo…..und da wollte sie doch glatt ein Nashorn als Haustier mitnehmen..ich musste sie überreden, es dort im Gehege zu lassen..“ erzählte Semir stolz. „Oh…dann weiß ich ja, was ich ihr zum nächsten Geburtstag schenken kann...“grinste Ben. „Untersteh dich….wo soll ich das Vieh denn hinstellen?“ wollte Semir wissen und lachte laut. Ben sah ihn an. „Dein Garten ist doch groß genug…ich meine…da einen kleinen Swimmingpool für das Tierchen bauen und schon ist der Drops gelutscht…“ schlug Ben vor. „Nee..lass mal..über einen Hund kann ich noch nachdenken, aber kein Nashorn..“ lehnte Semir vollends ab. „Ich kaufe auch nur ein ganz kleines..“ versprach Ben. Semir schüttelte den Kopf. „Ben nein….diese Tiere gehören nach Afrika und nicht in meinen Garten…“ Ben sah auf die Straße als er am Straßenrand zwei Mädchen sah. „kennen wir die Beiden nicht?“ murmelte er und wies auf die Kinder. Semir sah ihn. „Allerdings…“knurrte er und fuhr rechts ran. Ben kurbelte das Fenster runter und lächelte freundlich. „Hallo Mädels…einsteigen bitte!“ meinte er nur, stieg aus und öffnete die hintere Tür. Die Mädchen stiegen ohne Murren ein und wurden nach Haus gebracht.

    Semir lachte auf, als er sein Handy in der Hand hielt, nachdem er Ben weggedrückt hatte. „Dieser ....“, meinte er nur und sah auf den von Kim beschrieben und in der Akte stehenden Rastplatz hinaus. Er saß in seinem BMW und beobachtete die Raststätte gegenüber mit Argusaugen. Das Foto des Verdächtigen hatte er bei sich und sah immer wieder drauf. Auf dem ersten Blick eine normal wirkende Persönlichkeit, doch der Akte war zu entnehmen, dass er sehr brutal bei den Autodiebstählen vorzugehen pflegte. Semir konnte nur da sitzen und warten. Das Wetter machte ihn fertig, trotzdem er beide Fenster weit geöffnet hatte. Dennoch machte sich allmählich eine gefährliche Müdigkeit breit, die die Hitze nun einmal mit sich brachte. Langsam merkte der Deutschtürke, wie er immer schläfriger wurde und ihm mit jeder Sekunde mehr und mehr die Augen zufielen. Dann kam er aus der Raststätte und sah sich um. Michail Stroganof wollte seine Brille aufsetzen, als er den kleinen Mann im BMW schräg vor ihm entdeckte. Nein... sie hatten ihn gefunden. Doch der Mann schien zu schlafen. Die Gelegenheit... das war die Gelegenheit, sich diesen kleinen Bullen zu schnappen und mit ihm vor den sicher schon unterwegs seienden Kollegen zu fliehen. Sich umsehend, erlangte Michail langsam den BMW. Er zog seine Waffe und stieg auf der Beifahrerseite ein. Dann stieß er den Fahrer mit der Waffe an.

    Semir schrak auf, als er anstupst wurde und wollte zu seiner Waffe greifen. „Lass die Hände dort wo sie sind…!“, drohte sein Gast und presste ihm die Waffe an den Hals. „Okay… ganz ruhig Stroganof…nur nicht nervös werden.“, kam gepresst von Semir. „Halt die Klappe… wir werden nun mal eine kleine Spritztour machen… Wo sind deine Kollegen?“, wollte der Mann wissen. „Nicht hier….“, stieß Semir ehrlich aus. Es stimmte sogar. Die Kollegen standen weiter vorn an der Straße und riegelten die Ausfahrt ab. Doch genau dort mussten sie lang, wenn Stroganof entkommen wollte. „Fahr los!“, befahl der Mann. Semir nickte. Stroganof zog ihm seine Waffe aus dem Halfter und presste ihm seine in die Seite. „Versuch erst gar keine Tricks… ich knall dich ab!“, warnte er seinen Fahrer. Semir nickte nur. Er reihte diesen Stroganof genau dort ein. Sie kamen an der Ausfahrt an und natürlich sah Stroganof die Polizisten. Sofort hatte Semir die Waffe am Kopf. Sein Hilfesuchender Blick wandte sich an seine uniformierten Kollegen.

    Mark Reinbach sah den Mann am Steuer. Die Waffe am Kopf. Er selbst war gerade frisch von der Polizeischule und stolz, dass er bei so einem wichtigen Einsatz dabei sein konnte. Doch hier stieß er an seine Grenzen. Was sollte er nun tun. Er hob die Hände und kam langsam auf den Wagen zu. „Was soll das denn? Lassen Sie den Mann gehen…!“, versuchte er. Scheinbar wusste er nicht einmal, das Semir ein Kollege war. Doch als er antworten wollte stieß Stroganof ihm die Waffe fest in den Hals. Nur der Blick von dem Mann ließ Reinbach ahnen, was er mitmachte. „Du wirst mich fahren lassen… keine Verfolgung ist das klar? Ich drücke ab!!“, fauchte der Mann auf dem Beifahrersitz ihn an. Mark nickte. Er merkte sich das Kennzeichen, um es dem Kollegen von der Kripo weiter zu geben. Er sah dem Wagen nach als dieser auf die Autobahn fuhr. Nur wenig später hing er am Funk. „Conrad 4 an Conrad 18!“, rief er. „Conrad 18 hört!“, kam die Antwort. „Stroganof ist gerade mit einer Geisel unter Waffengewalt entkommen. Er fährt auf die A 1 in Richtung Bremen weiter!“, stieß er aus und schloss die Augen. Sicher würde nun ein Donnerwetter folgen. Er hatte Fehler gemacht. Er musste dafür gerade stehen. „Conrad 18 verstanden. Informieren Sie den Beamten der Kripo Autobahn. Er müsste auf dem Parkplatz stehen und das Dilemma eigentlich mitbekommen haben. Es handelt sich um Semir Gerkhan, Ruf Cobra 11.“, gab der Mann am anderen Ende durch. „Conrad 4 an Cobra 11...“, rief Mark nun den Mann der Kripo. Er meldete sich nicht. Mark wiederholte den Ruf mehrmals, doch es kam keine Antwort. Dann richtete er sich wieder an Conrad 18. „Sehen Sie bitte nach… silberner BMW mit dem Kennzeichen D- DB 3308!“, gab er durch. Die Antwort sollte ihm nicht gefallen. „Conrad 18… das ist der Wagen mit dem Stroganof gefahren ist… die Geisel ist demnach Semir Gerkhan…“, stieß der Mann am anderen Ende der Leitung aus. „Verdammt.“, stieß Mark aus.

    „Na komm…wir werden die Dame mal mit diesem Kerl konfrontieren….ich lasse ihn vorladen und dann eine Gegenüberstellung..“ schlug Semir vor. „Wo willst du ihn denn finden?“ harkte Ben nach. „Ach so…..stimmt….verdammt…daran hab ich nicht gedacht…“ murmelte Semir. „Vielleicht kann Susanne helfen?“ gab Ben zur Hilfe. „Stimmt...ich ...bin gleich zurück...“ meinte Semir und rannte zu Susanne. „Susanne….ich brauche alles was du über einen Hans Westerwald hast…Anschrift und so…“ befahl er freundlich. „Okay..ich sag dir Bescheid wenn ich was hab…“ lächelte Susanne und machte sich an die Arbeit. Semir ging zu Ben zurück. „Ich will mich mal mit ihr unterhalten….bist du dabei?“ fragte er Ben. „Ja klar…“ lachte dieser. Gemeinsam betraten sie den Verhörraum. „Ich bin Semir Gerkan…Frau Junghans….mein Kollege hat mich informiert, dass Sie Falschgeld in Umlauf bringen….“ Fing Semir an. „Das ist nicht wahr…ich habe keinen Cent davon ausgegeben!“ widersprach die Frau sofort. „Sie hätten es aber gemacht..oder etwa nicht….woher haben Sie das Geld?“ kam mit scharfer Stimme von Semir. Michelle zuckte zusammen. „Ich……. Von einem Mann…ich hab…“ stammelte sie. „sie hat es bei einem Freier geklaut..“ warf Ben ein. „ich bin keine Nutte!!“ schrie Michelle wütend und stand auf. Sofort stand die Beamtin hinter ihr und drückte sie wieder auf den Stuhl zurück. „Ben…ich glaub das siehst du falsch… sie ist keine Nutte…sie ist eine Betrügerin und hat sich mit dieser Sache ganz schön in die Scheiße geritten…“ wandte Semir sich an ihn. „Meinst du wirklich?“ wollte Ben wissen und schien zu ahnen was Semir damit bezwecken wollte. Das hatte schon mal funktioniert. Die beiden philosophierten über Michelle während sie dabei saß. „Weißt du….ich denke sie war bei Hans Westerwald und hat ihn betäubt. Dann hat sie die Blüten gesehen und sie eingesteckt. Dumm nur, das Westerwald das sicher krumm nehmen wird und sie jagt…er lässt sich nichts gefallen. Hat ja schon zwei Morde auf sich genommen…nun ja…ich befürchte, dass wir nicht viel machen können…“ kam nun von Semir. „Nun ja…. Noch sitzt sie hier…und hier kommt er sicher nicht an sie ran..“ gab Ben nachdenklich zurück. „Nein…du siehst das falsch…sie hat einen festen Wohnsitz und bisher sind keine Anzeigen außer die von dir vorliegend…und darin ist nur ein Versuch des Raubes festgehalten….also darf sie gehen…“ berichtigte Semir ihn. „Oh….nun dann…sollten wir sie gehen lassen...“ nickte Ben.

    Michelle sah die Beamten an. Was hatten diese Kerle vor? Wollte man sie wirklich gehen lassen? Sie konnte nach Hause und dann wieder auf die Piste gehen...noch einmal und dann Koffer packen und weg. „Nun..weißt du….ich habe Westerwald ja schon einmal was zu tun gehabt….er hat eiskalt einen Kollegen erschossen… ich denke nicht, dass er Skrupel hat eine Frau zu erschießen…er wird sich bestimmt mit ihr Vergnügen, bevor er sie tötet…“ erklärte der Mann weiter, der sich mit Gerkan vorgestellt hatte. „Warst du dabei, als er den Kollegen tötete?“ wollte Jäger wissen. „Ja…ich stand daneben…ich dachte jeden Augenblick, dass ich der nächste bin…ich war gefesselt und hatte die Waffe im Nacken….das war kein gutes Gefühl..und Westerwald hat es genossen….“ bestätigte Gerkan. Michelle fühlte sich verunsichert. Warum redeten die Beiden in ihrem Dabeisein über solche Dinge. „Weißt du was...ich hab mal eine Exfreundin von Westerwald gefunden…sie lag an der Autobahn….die Kehle war durch geschnitten und der Gerichtsmediziner hat festgestellt, dass sie Stunden vor ihrem Tod mehrfach vergewaltigt wurde. Von mindestens vier Männern…das muss du dir mal vorstellen…das war kein schöner Anblick…sie hatte Bisswunden überall am Körper...grausam…wirklich grausam….“erzählte Gerkan weiter. „Habt ihr das Westerwald nachweisen können?“ harkte Jäger nach. Die Männer nahmen gar keine Notiz von ihr. „Nein….es war nur sicher, dass es seine Freundin war…und als ich ihn fragte, ob er es getan hatte, sagte er mir…das er mit Frauen die ihn betrügen und belügen umspringen kann, wie er es für richtig hält…“ endete die Erzählung des Mannes. Michelle sah ihn an. Auch er sah zu ihr. Sofort senkte sie wieder den Blick. „Das ist schade.. ich meine sie ist ja eigentlich eine Hübsche…was meinst du wird Westerwald mit ihr machen?“ harkte Ben Jäger nach. Wieder ging der Blick von Gerkan zu ihr. Er maß sie ab. „Nun…sie ist gut gebaut..ich denke mal, sie wird länger zu leiden haben, als die Exfreundin… Westerwald hat sicher mehr als nur vier Männer heute…und alle werden ihren Spaß haben… vielleicht hat sie ja auch Glück und wird in eines der von Westerwald betriebenen Bordelle verkauft….“ mutmaßte Gerkan. „Verdammt…was wollt ihr von mir!!“ schrie Michelle die es nicht mehr aushielt wie Luft behandelt zu werden.

    Weißt du was Jenni...es ist nicht gut, wenn du immer so lange wartest bist es weiter geht. Ich weiß..du hattest deine Probleme...aber dann solltest du die STorys wirklich erst daheim am PC fertigstellen und anschließend einstellen. Damit geräts du nicht unter Druck, falls du mal an einer Stelle stecken bleibst und die Leser werden nicht ungeduldig. Außerdem....es ist mühsam, wenn man sich erst wieder einlesen muss... Nimm es als guten Rat einer guten Freundin :D:P

    na dem Lukas scheint es ja etwas besser zu gehen....zum glück....aber wer ist diese Max Prahl? Und vor allem was will der? Warum lässt du die Frage denn offen? Da hilft nur eins... Chris....weiter bitte!!! :D:D:D

    Endlich geht es mal weiter...aber mit so einem kleinen Stück komme ich nicht zu Recht...mehr bitte..ich muss doch wissen, ob Semir da nun rauskommt oder nicht....hilf mir und gib mir Klarheit Jenni

    .Letzte Wiedeholungsfolge .26.08.2010 Begraben

    Der Schwerverbrecher Wolf Mahler ist aus dem Gefängnis ausgebrochen und will sich nun an Ben rächen, den er für den Tod seiner Tochter Melanie verantwortlich macht. Er entführt Ben und begräbt ihn lebendig. Semir setzt alles daran, seinen Partner zu finden, doch die Luft in Bens unteririschem Gefängnis wird langsam knapp. Als Ben auf seinem morgendlichen Weg zur Arbeit auf der Autobahn abgedrängt und nach einem Crash entführt wird, sieht Semir direkt einen Zusammenhang zu dem Gefängnisausbruch von Wolf Mahler und einem Fall, den Ben vor seiner Zeit bei der Autobahnpolizei betreut hat.

    Melanie Mahler, die Ex-Frau des flüchtigen Schwerverbrechers, sagte seinerzeit auf Druck Bens gegen ihren Mann aus. Die Verhaftung ging schief, Wolf nutzte Tochter Anna als lebenden Schutzschild. Ein Querschläger tötete das Mädchen und Wolf ging hinter Gitter. Seit dieser Zeit lebt Melanie unter falschem Namen im Zeugenschutz. Jetzt will Wolf seine Frau wiederfinden und glaubt, über Ben an sie heranzukommen.
    Während Semir Melanie findet und verzweifelt versucht, seinen Partner aufzuspüren, ist Wolf mit Hilfe seines Kumpels Frank schon längst auf Melanies Fersen. Und für Ben, den Wolf nicht mehr braucht, wird die Zeit langsam knapp. Denn für die Rache an dem Polizisten hat Wolf sich etwas Besonderes ausgedacht: Ben wird lebendig begraben. Die Suche nach Ben wird zu einem Rennen gegen die Zeit, denn sowohl Wolf als auch Melanie spielen ein Spiel nach ihren eigenen Regeln. Erst als Semir Ben in letzter Sekunde retten kann, finden die beiden heraus, was hier wirklich gespielt wird.

    Am nächsten Morgen traf Semir vor Ben ein. Er grinste breit und dachte nur, wie immer… „Guten Morgen Susanne…“ begrüßte er die Sekretärin. „Hallo Semir… na dein Wochenende war wohl gut gewesen, was? Du strahlst so..“ gab sie zu. Semir nickte. „Ja...ein sehr schönes...aber viel zu kurzes Wochenende….“ bestätigte Semir. „Ben ist wohl noch nicht da….hat er so lange Dienst gemacht?“ grinste Semir und sah sich um. „Ben ist bereits im Verhör…er hat sich linken lassen….also fast…von einer Frau…die wollte ihn wohl ausnehmen..“ gab Susanne bekannt. „Ach echt? Das ist ja interessant…wann war das denn oder warte…am Freitag...als er auf die Piste ging, richtig?“ grinste Semir. Susanne nickte. „Ja...die Frau hat es faustdick hinter den Ohren… hat vermutlich die Masche wohl schon öfter abgezogen…aber es liegt nichts gegen sie vor. Ben war natürlich in ihrer Wohnung und hat die durchsucht… und hat das Falschgeld gefunden…in einer ziemlich großen Menge…alles zweihunderter….eine super Qualität..“ erzählte Susanne. Semir sah sie erstaunt an. „Zweihunderter? Bist du sicher?“ harkte er sofort nach. „Ja…hier...ich hab noch einen in der Schublade..“ meinte sie und zog eine der Plastiktütchen heraus. Darin war ein Zweihunderteuroschein. Semir sah ihn sich genau an. „.. in welchem Raum?“ wollte er wissen. Susanne sah ihn an. „Ben ist im zweiten Raum..“ sagte sie. Semir ging hin und klopfte kurz an. Nach einem kurzen „Ja“ betrat er ihn und sah Ben am Tisch sitzen. Ihm gegenüber saß eine hübsche Blondine. „Morgen…“ begrüßte er seinen Partner. „Morgen Semir…darf ich dir Vorstellen Michelle Junghans….hab sie gestern verhaftet als sie mich betäuben wollte... mit KO-Tropfen. Ich hab es gesehen und konnte dann die Gläser vertauschen so dass sie in den Dornröschenschlaf fiel…“ klärte Ben ihn kurz auf. Semir nickte. „und was sagt sie?“ wollte er wissen. „nichts...sie zieht es vor zu schweigen...“ stöhnte Ben leise. „Kommst du mal kurz…“ bat Semir ihn. Ben nickte, erhob sich und verließ mit Semir den Raum. Vor der Tür sah Semir ihn ernst an.

    „Diese Blüte…hat Susanne mir gerade gegeben…“ erklärte er. „Ja und?“ wollte Ben wissen. „Diese Blüte ist wenn ich das richtig sehe, aus dem Besitz von einem gewissen Hans Westerwald…er ist oder besser er war der Fälscherkönig vom Rhein….“ Erzählte Semir und hob die Blüte hoch. „Bist du sicher? Ich meine…das steht ja kein Name drauf… wie kommst du darauf?“ harkte Ben nach. „Ich…habe vor ungefähr vier Jahren schon einmal das Vergnügen gehabt, mit Westerwald zusammen zu treffen. Schmerzhaft, glaub mir…Damals haben wir mit dem LKA die Bande von ihm ausgehoben und dabei fast drei Millionen Euro in Blüten sichergestellt. Sie wurden vor einem Jahr vernichtet, aber die Qualität dieser Blüte ist genau wie die von Westerwald. Er wurde damals nicht geschnappt. Bis heute dachte ich, dass er vielleicht umgekommen ist…aber scheinbar hat er sich abgesetzt und nun ist er wieder da…“ dachte Semir laut nach. „Ja und was willst du jetzt tun? Diese Michelle schweigt eisern. Es liegt nichts gegen sie vor. Ich vermute sie macht es wie bei mir, mit falschen Namen. Da kann man lange suchen bis man da einen Zusammenhang findet. ..“ erklärte Ben. „Wir müssen erfahren woher sie die Blüten hat…wenn ich nämlich richtig vermute ist der Fälscherkönig wieder da…“ gab er bekannt. „Wie hieß denn dieser Fälscherkönig, von den du da sprichst?“ wollte Ben wissen. „Ich hatte mit Hans Westerwald schon vor vier Jahren zu tun gehabt. Damals hatten wir eine ziemlich schmerzhafte Begegnung…. Ich kann dir nachher mal erzählen, was das für einer ist…was machen wir mit ihr?“ wollte Semir wissen. „Wie schon gesagt…gegen ihr liegt außer das sie versucht hat mich zu betäuben…dass sie Falschgeld im Besitzt hat, was sie allerdings abstreitet und die Druckplatten. Aber sie sagt ja auch nicht woher…. Wir sollten sie ins kalte Wasser werfen und fragen ob der Mann von dem sie es hat, Hans Westerwald heißt…“ schlug Ben vor. „…dieser Westerwald…was ist das für ein Typ?“ fragte Ben nach. „Der ist eiskalt… hat damals einen Kollegen vom LKA erschossen, als sich dieser in seine Bande einschleuste. Der arme Kerl ist nur 32 geworden und hinterließ zwei Kinder und eine hochschwangere Frau. Westerwald hat sich einen üblen Ruf zugelegt und gilt als extrem kalt. Ich hatte wirklich gedacht, dass ich nie wieder was mit ihm zu tun bekomme…aber nun…“ stieß Semir aus. „Du sagtest eben was von schmerzhafte Begegnung...was hat er getan?“ harkte Ben nach. Semir sah ihn an. „Dieser Mann…vom LKA…war ein Freund von mir….ein sehr guter Freund…. Westerwald hat ihn eiskalt erschossen, als ich ihn stellen wollte….Genickschuss… ich stand unmittelbar daneben…“ kam leise von Semir. Ben sah ihn erschrocken an. „Oh…“ machte er nur.

    Oh oh....das sieht nun irgendwie ganz übel aus...für Semir und Familie....ich hoffe nur der Kerl hält sein Wort und lässt Aida und Andrea gehen...Semir reicht...(wäre natürlich in meinem Sinne) als Geisel....hoffe nur er ist vernünftig und macht keine Dummheiten...man weiß ja nie, wie der Kerl reagiert..was sind das denn fürPillen die er einwirft? Würde mich interessieren ob es nur Drogen sind, oder ob es Medizin ist....

    Also Bitte Antwort...im dritten Teil

    Christoph Herlitz, Sohn des gleichnamigen Schreibwarenhändlers, fuhr mit seinem Mercedes-Oldtimer vor dem Hotel „Meerblick“ auf der Insel Wangerooge vor und parkte ein. „Tja, da wären wir also.“, meinte er zu sich und holte seine Sporttasche vom Sitz und schritt auf den Eingang zu. Er war ein hochgewachsener, junger Mann mit leicht gebräuntem Teint, kastanienbraunen Augen und ebenso braunem Haar, dass er schulterlang trug. Ein kleines, dünnes Bändchen zierte sein linkes Handgelenk, auf dem sein Name eingraviert war. Auf der Rückseite, der seiner Freundin. Mit langen Schritten und einem Lied auf den Lippen, das er vor sich hinpfiff, schritt er auf die Rezeption zu. „Hallo, was kann ich für sie tun“, fragten ein älterer Herr mit graumelierten Haaren und ein Knollnase. „Christoph Herlitz. Ich hatte ein Zimmer mit Meerblick gebucht.“, erwiderte der junge Mann, der kaum älter als 30 sein durfte. „Oh ja, dürfte ich dann hier noch eine Unterschrift von ihnen bekommen und dann noch zehn Euro für die Kurtaxe. Damit können sie sich frei am Strand bewegen und alle anderen Attraktionen auf der Insel zu einer Ermäßigung nutzen.“, meinte der Mann hinter der Rezeption. „Danke, das werde ich gerne nutzen... und ... ich würde es sehr begrüßen, wenn niemand weiß, wer ich bin und dass ich hier wohne.“, meinte Christoph und reichte dem Mann einen Zwanziger rüber. Dieser grinste nur, nahm den Schein und nickte kurz. „Natürlich gerne... unter welchem Namen darf ich sie dann in unser Gästebuch eintragen?“, fragte er und drehte ein kleines, mit Seiten und Unterschriften versehenes Buch dem Millionenerben hin. Dieser nahm den Kugelschreiber und unterschrieb mit Benjamin Jäger. „Gut Herr Jäger. Willkommen im Meerblick.“, meinte der Mann dann und reichte Christoph den Schlüssel hinüber. Dieser nickte, nahm seine Tasche und stieg die Stufen zu seinem Zimmer in den dritten Stock hinauf.

    Ben kam mit seinem Auto gut voran. Die Autobahnen waren nicht voll und so kam er nach einigen Stunden schon in Wilhelmshaven an, suchte die Fähre, die ihn nach Wangerooge bringen sollte und wartete nun in der Schlange auf das Eintreffen der Fähre. Sein Autoradio hatte er mit den Songs seiner Lieblingsband gefüttert und trommelte den Rhythmus auf seinem Lenkrad mit. Schon in anderthalb Stunden würde er am Strand der ostfriesischen Insel Mädels aufreißen, obwohl er Paula doch nicht vergessen konnte. Im nächsten Urlaub, so schwor er sich, würde er nach Italien fahren und sie besuchen. Leider hatte sie eine Beziehung mit ihm nicht eingehen wollen. Schade eigentlich....sie war Zucker... dachte er während der Fahrt auf der Fähre. Die Überfahrt selbst dauerte nicht lang und schon sah Ben die kleine Insel. Natur pur. Einfach nur relaxen und die Mädchen ansehen... ob es hier auch Strandpartys gab?, fragte er sich. Ein Signal ertönte und machte die Menschen am Bord darauf aufmerksam, dass es Zeit war die Autos zu besetzen um auf die Insel zu fahren. Ben setzte sich und wartete geduldig bis er von Bord fahren konnte. Dann endlich war es soweit. Er fuhr an der Küste entlang und sah den schönen langen Strand. Okay... das Wasser sah nicht so aus, als wäre es warm, aber es brachte mit Sicherheit die gewünschte Abkühlung. Dann kam er am Hotel an. „Meerblick...“, dachte er leise. Er konnte sicher sein, dass dies kein leeres Versprechen war. Hier auf der Insel hatte man überall Meerblick. Ben hievte seinen Koffer aus dem Wagen und betrat das Gästehaus.