Beiträge von Elvira

    oh man Lukas tut mir echt leid.....aber irgendwie will ich nicht glauben, dass ihr ihn in den Rollstuhl bringt...nee..ihr nicht..obwohl...er könnte Semir dann auf der Autobahn unterstützen..ich meine ein Motor ran..etwas turnen..und schon..geht es mit 100 Sachen im Rollstuhl über die Autobahn... :D:D:D

    Stelle es mir gerade bildlich vor...

    Also gut...kein Eisenmangel....aber Blutverlust..soll ja auch schlimm sein...und zu Ben? Jenni..willst du mich vor dem Fantreffen noch nervlich am Boden sehen?

    Also was Ben angeht denke ich folgendes: Er hat auch was abbekommen...vielleicht nur einen eisensplitter...oder ein nagel..oder einen Hammer..oder...ach es gibt soviel...was er drin haben könnte..apropos drin....wann gibt es den nächsten Teil?

    Semir griff zu seinem Handy als es klingelte und meldete sich. „Ben hier...ich wurde entführt...“, hörte er seinen Partner sprechen. „Ben... wir sind bereits dran. Wir holen dich raus, hörst du... ich hol dich da raus!“, gab er sofort durch. Und dann war der andere Mann, den Semir als Sven vermutete am Telefon. Er gab seine Forderung durch und beendete das Gespräch. Semir steckte das Handy wieder ein und wollte gerade sein Zimmer verlassen, als es klopfte. Dieter, dachte er und öffnete die Tür. Das nächste was er sah waren Sterne, als eine Faust sein Gesicht traf. Semir ging zu Boden und versuchte klar zu werden. Stroganof sah auf Semir hinunter, als dieser wieder langsam zu sich kommen wollte. Schnell zog der Pole Semir auf einen Stuhl und fesselte ihn wieder mit seinen eigenen Handschellen daran fest. „So Freundchen, jetzt werden wir uns mal unterhalten.“, meinte Stroganof und zündete sich ein Zigarillo an. Langsam und stöhnend kam Semir wieder zu sich und merkte dann, dass er mal wieder kurz angebunden war. „Was?“, stieß er aus und ruckelte an seinen Fesseln, erblickte dann Stroganof vor sich. Er wich schlagartig zurück, soweit er konnte. „Was... was wollen sie, Stroganof?“, fragte Semir mit zittriger Stimme. Der Pole kam ihm gefährlich nahe und sah ihn erbost an. „Du bist mir zu neugierig, mein Junge. Lass dir eins sagen... jeder, der mich haben wollte, der ist tot. Ich rate dir, um deiner Gesundheit willen, komm mir nicht noch einmal zu nahe.“, fauchte er und hielt dann den brennenden Zigarillo Semir vor die Nasenspitze.

    Dieter rannte auf die Straße raus und hielt nach Christoph Herlitz Ausschau, doch nichts war von ihm zu sehen. „Verdammt, wo ist der hin?“, wollte Dieter wissen und sah sich immer wieder um. Wie vom Erdboden verschluckt. Verdammt, wenn das Semir erfährt, dachte er und hörte schon die Standpauke, die er dann bekam. Aber er musste es Semir sagen, ob er wollte oder nicht. So ging er zu dessen Zimmer hinauf und klopfte, doch es kam von drinnen kein Laut.
    „Wer ist das?“, zischte Stroganof sofort und hielt Semir eine Waffe an die Schläfe und sah ihn mit funkelnden Augen an. „Bestimmt mein Kollege... wir... wir sind verabredet.“, stotterte Semir und hoffte, Dieter irgendwie auf die hier brenzlige Situation aufmerksam machen zu können. „Schick ihn weg oder ich drück ab.“, flüsterte der Pole leise. „Dann wären sie aber fällig.“, erwiderte Semir und hatte dann die Faust im Magen. Schreiend krümmte er sich. Das war es... jetzt musste Dieter reagieren. Hoffentlich war dies Zeichen genug.

    Arno brachte sein Opfer in eine der größeren Höhlen, wo er auch noch mit dem Handy soweit Empfang hatte, um seine Forderungen an Herlitz Senior weiterzugeben. Er hatte eine der hinteren Löcher mit einer Art Zelle aus Holz ausgekleidet und darin warf er nun sein Opfer, jedoch nicht ohne ihn vorher zu fesseln und die Augen zu verbinden. Knebeln brauchte er ihn nicht. Hier konnten ihn nur die Möwen hören und die würden ihm sicherlich keine allzu große Hilfe sein. Langsam wachte der Junge wieder aus seiner Ohnmacht auf und merkte, dass er in seiner Bewegung eingeschränkt war. Die Fesseln saßen sehr fest und stramm an den Handgelenken und um seinen Oberkörper herum. „Hallo? Wer ist da?“, rief er hinaus. „Was soll das? Was haben sie mit mir vor?“, wollte er wissen, als keine Antwort kam. Was für eine dämliche Frage, dachte er im selben Moment. Was der oder die wollten war ja wohl klar... Geld. Wie hatte er noch zu seinem Vater gesagt... Er lässt sich nicht entführen? Ha, das ist wohl ziemlich in die Hose gegangen. Jetzt saß er hier in einer... ja, wo war er eigentlich? Er konnte ja nichts sehen, aber es roch deutlich nach Salz und nach Meerwasser. Er musste irgendwo an der Küste sein. Vielleicht auf einem Boot? Nein, dazu bewegte es sich nicht genug... Wo war er und warum sprach niemand mit ihm?

    „Ich kann nur für dich hoffen, dass dein Vater auch spurt und ich das Geld bekomme.“, meinte Sven und sah Ben mit finsteren Augen an. „Keine Sorge... mein Vater wird zahlen.“, hoffte Ben laut. Denn jetzt war für Semir erst mal die Schwierigkeit, sich mit seinem Vater in Verbindung zu setzen und ihm zu erklären, dass sein Sohn schon wieder das Opfer von geldgierigen Entführern geworden ist. Plötzlich wippte das Schiff auf und ab und über ihnen schien sich ein Gewitter zusammen zu brauen. „Verdammt.“, stieß Sven aus und verschwand aus der Kammer, um das Schiff dichter an die Küste zu bringen, doch bevor er ging. „Fast hätte ich’s vergessen... für die Aktion mit dem Tisch.“, meinte er und knebelte Ben mit einem feucht riechenden Lappen. „Und wehe, ich höre ein Ton.“, zischte Sven und trat Ben nochmals in die Seite. Er stöhnte auf und ließ sich dann, nachdem sein Entführer gegangen war, auf die Matratze fallen, so gut er konnte. Doch er merkte im Liegen, wie die Wellen immer stärker zu werden schienen und mit dem kleinen Schiff ihre gefährlichen Spiele trieben.

    „AUA!!!“ stieß Semir aus, als er vom Notarzt versorgt wurde. „Sie könnten eine leichte Gehirnerschütterung erlitten haben. Das heißt Sie sollten sich etwas hinlegen...“ empfiel der Arzt. „Ja...sicher doch....machen Sie sich mal keine Sorgen... kann mein Kopf ab..“ gab Semir leicht angesäuert von sich. Lukas grinste leicht. „so...Ben ist drin...Westerwald wird sich bestimmt dankbar erweisen.....hoffe nur ich komme an den Obersten des Händlerringes. Westerwald ist nur ein Kunde...“ meinte er nachdenklich. „Nun....wenn Ben sich das Vertrauen von Westerwald erschleichen kann, dann ist es gut möglich, dass er die Mädchen bei dem Händler abholt. Dann wissen wir wer es ist und du kannst ihn hops nehmen. Wegen dem Falschgeld....nun ja...das spielt dann keine wirkliche Rolle. Das ist dagegen ein Kavaliersdelikt, was Westerwald höchstens 5 Jahre einbringt.“ bestätigte Semir. Lukas nickte nachdenklich. „Ich hoffe nur, das wir keine böse Überraschung erleben. Bisher hab ich nicht daran gedacht, aber was wenn der Anführer des Rings kein Unbekannter für Ben ist? Ich meine er war beim LKA...und...“ gab er zu bedenken. „Er hat seine Ausbildung dort gemacht ja... aber ich denke nicht, dass er den Leuten schon so bekannt ist. Warten wir ab. Er wird sich ja sicher schon morgen melden.“ beruhigte Semir ihn und stand auf. Ihm wurde etwas schwindelig. „Geht schon...ist alles gut..“ wiegelte er sofort ab, als Lukas und der Arzt ihn griffen. „vielleicht solltest du dich doch hinlegen. Wie wäre es... ich bringe dich nach Hause und du lässt dich von Andrea verwöhnen. Heute ist eh nichts mehr...“ schlug Lukas vor. Semir nickte. „Also gut...ich lege mich hin....“ versprach er. Nur eine halbe Stunde später lag er bei Andrea auf der Couch und übte das Sterben.

    Westerwald sah Ben an. „Das war ziemlich riskant eben...“ murmelte er. „Ja ich weiß...aber der Bulle...ich hab ihn gefressen...der war so was von arrogant..“ stieß Ben verächtlich aus. „Ja... das war Hauptkommissar Semir Gerkan. Ich hab mal vor ein paar Jahren mit ihm zu tun gehabt. Aber eher zufällig...nun ja...kommen wir zum Geschäft. Malik hat mir gesagt, dass du Mädchen hast die du nicht mehr brauchst.... was sind das für welche und wie alt?“ harkte Westerwald nach. „Das Alter liegt zwischen 14 und 20. Alles darüber kannst du vergessen. Sie kommen hauptsächlich aus Asien und suchen Arbeit in Deutschland..“ grinste Ben breit. Westerwald nickte. „Gut...ich hab Interesse an die Mädels...wie teuer sind sie?“ kam die nächste Frage. Ben rollte die Augen. „Den Preis hab ich dir doch genannt, bevor der Bulle auftauchte...3000 Euro pro Kopf...“ stieß er aus. „Ist da ein Mengenrabatt drin?“lachte Westerwald. Ben sah ihn an. Klar bekommst du Mengenrabatt..aber nur was die Jahre im Knast angeht und das aufwärts, dachte er. „Mal sehen…ich denke wir können bei Barzahlung 3% einräumen…“ gab er dann von sich. „5…und ich will ein Testexemplar!!“ forderte Hans. Ben schluckte. Damit hatte er nicht gerechnet. „das mit den 5 % okay..aber es gibt keine Testware…“ gab er nach eine Weile bekannt. Hans nickte. „Schön…..dann vergessen wir es..“ kam die Information über seine Lippen.

    Ben sah Semir herausfordernd an. Er sah zu Westerwald. „Ich würde nun gern das Geschäft abschließen, bevor Sie mit diesem Herrn wohin auch immer gehen. Haben Sie sich die Ware angesehen?“ wollte er wissen. Westerwald nickte. Auch er sah Semir an. „Herr Gerkhan…lassen Sie mir eine Vorladung kommen, ich werde Sie dann auf der Wache beehrten…mit meinem Anwalt…“ gab er kühl zurück. Semir nickte und lächelte wütend. Er ließ zischend Luft zwischen den Zähnen durch und Ben kannte dieses Geräusch sehr gut. Das machte sein Partner immer dann, wenn er extrem wütend war. „Sie werden jetzt mitkommen!“ stieß er aus und packte Westerwald am Genick. Mit einem harten Griff drückte er ihn auf den Tisch. „So…Hans Westerwald ich verhafte Sie….sie können schweigen oder sich zum Vorwurf äußern, aber ich mache Sie darauf…aaaaaahhhhhhh…“ stieß Semir aus. Er lockerte den Griff und ging zu Boden. „HEY!!“ schrie Lukas in Richtung Ben, der sich gerade Semir vorknüpfte. „Stopp!! Keine Bewegung mehr!! Ich knall euren Freund hier ab!!“ schrie Ben und drückte Semir die eigene Waffe an den Kopf. Dieser kam gerade wieder zu sich. „Machen Sie…keinen Blödsinn…..“ stieß er mühsam aus. „Schnauze!!“ fauchte Ben ihn an. Westerwald lachte leise. „Gut…wir verschwinden. Er wird unsere Garantie für den freien Abzug sein..“ nickte er. „Nein…nur bis zur Tür…dann schlagen wir ihn nieder und verschwinden…“ erklärte Ben. Westerwald nickte. „auch gut…“ murmelte er und sah Malik an. „Los….du verbarrikadierst die Tür….er kann dann erst mal ausschlafen..“ grinste Westerwald und zu viert gingen sie zur Tür. Ben drückte Semir die Waffe fest an den Kopf. Auf dem Hof angekommen stieß er Semir gegen die Wand. „So…wo sind deine Handschellen?“ wollte Ben wissen. „Verdammt…das ist nicht fair…!“ fauchte Semir. „Wo?“ wiederholte Ben. Er winkte Malik zu sich. „Wir fesseln ihn am Rohr..dann ist er auch matt gesetzt..“ gab Ben bekannt. Malik tat was er wollte. Ben gab ihm Semirs Waffe und dieser ließ sich widerstandslos fesseln. Malik trat einen Schritt auf Semir zu und lachte leise. Er hob die Waffe und ließ sie blitzschnell auf Semirs Kopf sausen, bevor Ben es verhindern konnte.

    Lukas und seine Männer hatten alle Hand damit zu tun, die Gäste in der Kneipe zu kontrollieren. Lukas sah aus den Augenwinkeln, wie Ben und Semir ihr Theater abzogen und musste grinsen. Nun nur noch den richtigen Moment abwarten und dann eingreifen. Ben schlug zu…Semir ging zu Boden. Das war der Einsatzbefehl von Lukas. Er machte einen schnellen Schritt in deren Richtung als Ben Semir die Waffe an den Kopf presste. „HEY!!! Stopp! Keine Bewegung mehr!! Ich knall euren Freund hier ab!“ schrie Ben. Lukas hob die Hände. „Okay…alles im grünen Bereich…..“ gab er zurück um den vermeintlichen Täter zu beruhigen. Ben zerrte Semir auf die Beine und verließ gemeinsam mit Westerwald und Malik das Lokal durch den Hinterausgang. Semir wurde mit genommen. Lukas stand eine Weile da mit erhobenen Händen. Die Tür ging zu und Lukas wies seine Leute an, alle in der Kneipe befindlichen Personen abführen zu lassen. Er selbst ging zum Hinterausgang. Die Tür war natürlich verschlossen, doch es bot nicht wirklich Widerstand. Lukas sprang einmal dagegen und die Tür flog auf. „Semir?“ fragte er ins Dunkle hinein. „Hier…“ kam etwas kläglich von links. Lukas ließ seine Taschenlampe kreisen und fand seinen Freund. „Oh…das ist übel….“ stieß er aus. Er ging zu ihm und löste die Fesseln. „Das wird Ben mir büßen…dieser verdammte Mistkerl..er hat daran Freude gehabt..“ kam wütend von Semir, während Lukas ihn auf die Beine half. „Du blutest…hat Ben so hart zugeschlagen?“ wollte er wissen. Semir schüttelte den Kopf und verzog sofort das Gesicht. „Nein…das war dieser andere...dieser Strombowski…..“ stöhnte Semir. „Na komm…lass dich erst mal verarzten..“ bot Lukas an. Semir schwankte etwas. „Dafür zahlt er…das schwöre ich dir…das wird teuer Ben Jäger..“ wiederholte Semir.

    Michelle sah aus dem Fenster. Es war vergittert und sie konnte nicht viel sehen, denn der untere Teil war aus Milchglas. Sie sah in den Raum in dem sie seit gestern gefangen gehalten wurde. Ein großes rundes Bett stand an der Wand. Rot überzogen. Michelle wusste das es nicht nur zum schlafen gedacht war. Sie hatte in der Nacht versucht aus dem Raum zu fliehen, doch die Tür war verschlossen. Sie weinte und weinte…bis sie einschlief. Wie sollte sie hier wieder raus kommen? Wie sollte sie jemanden auf sich aufmerksam machen? Ein Blick auf die Uhr zeigte ihr, dass es gleich was zu essen gab. Und wie auf Kommando drehte sich der Schlüssel. Michelle sah die Frau an, die rein kam. „Bitte..hilf mir…ich will hier weg…bitte…“ flehte Michelle leise. Doch die Frau sah sie nur an. „essen..du….!“ befahl sie im gebrochenen Deutsch. Michelle sah sie erneut an. Sie machte einen Schritt auf die Frau zu. „bitte..ich will hier weg…bitte…..“ sagte sie erneut. „Nein…du bleiben hier!! Du gehören Hans….“ stieß die Frau aus. „Nein..ich gehören niemanden..ich will weg…..!“ fauchte Michelle. Sie stieß die Frau auf das Bett und rannte zur Tür. Doch bevor sie das Zimmer verlassen konnte stand Maik im Raum. Er hob die Hand und schlug zu. Michelle ging getroffen zu Boden. „Du kleine miese Schlampe…du wirst hier bleiben..und wenn ich dich anbinden muss…du wirst hier arbeiten..!“ fauchte er und zerrte Michelle an ihren Haare auf das Bett. „RAUS!!“ schrie er das andere Mädchen an, welches Michelle Essen gebracht hatte. Sofort verschwand dieses völlig verschüchtert. „so und wir werden uns jetzt mal auf meine Art unterhalten…“ wandte er sich an Michelle die wimmernd auf dem Bett lag. Er schlug mit der Faust in den Magen und gegen die Rippen. Das Gesicht berührte er dabei nicht. Michelle weinte und krümmte sich vor Schmerzen. Nach guten zehn Minuten ließ er von ihr ab. „Du wirst tun, was ich sage...nie wieder wirst du wagen zu fliehen... ist das angekommen?“ fragte er etwas außer Atem. Michelle antwortete nicht. Sie verlor das Bewusstsein.

    Der Tag verging schnell und Semir bereitete mit Lukas zusammen die Razzia vor, während Ben im „Bolle Bolle“ auf Hans Westerwald. Semir und Lukas standen vor der Kneipe. Sie wussten genau, welches Auto Westerwald fuhr. „Da…. das ist er..“ stieß Semir aus, als der dunkelblaue Sedan vorfuhr. Semir wollte aussteigen. „Warte erst mal… gibt Ben etwas Zeit seinen Plan durchzuziehen…fünf Minuten…hast du den Durchsuchungsbefehl?“ wollte Lukas wissen und hielt ihn fest. „Ja sicher…hab ich den. Bin doch kein Anfänger“ kam wütend von Semir. Die Fünf Minuten gingen viel zu langsam für ihn vorbei. Doch endlich war es soweit. „Wir gehen rein!!“ gab Semir über Funk durch. Sofort rannten mehrere Männer auf dein Eingang zu. Mit viel Gebrüll wurde die Kneipe gestürmt. Die Mädchen kreischten wild durcheinander und die Männer versuchten so schnell wie möglich auf unschuldig zu tun. „Gerkhan, Kripo Autobahn…..das hier ist eine Razzia!! Bitte halten Sie Ihre Papiere zur Legitimation bereit!“ rief Semir durch das Lokal und suchte Hans Westerwald. In einer Ecke saß dieser mit Ben am Tisch. „Guten Abend Herr Westerwald. Sie können sich doch sicher an mich erinnern oder?“ wollte Semir wissen. „Nein..sollte ich?“ grinste Westerwald ihn an. „Ich kann Sie gern daran erinnern, aber jetzt werden Sie mich erst einmal begleiten. Ich verhafte Sie wegen in Umlauf bringen von Falschgeld!“ erklärte Semir und legte den Haftbefehl vor. Ben sah ihn an. „Sie stören gerade eine wichtige Unterhaltung. Können Sie die Verhaftung nicht nach Abschluss machen?“ wollte er freundlich wissen. Semir sah ihn an. „Sie können Herrn Westerwald gern begleiten..Wie ist Ihr Name?“ fragte er mit harter Stimme. „Ben….Hausschild…..aber ich wüsste nicht was Sie das angeht. Immerhin zahle ich mit meinen Steuergeldern Ihr Gehalt…also lassen Sie uns arbeiten damit ich weiterhin Steuern zahle und damit Ihr Gehalt…“ fauchte Ben ihn an. Semir hatte Mühe nicht zu grinsen.

    Gegen 18 Uhr klingelte Svens Handy. „Was willst du denn? Spinnst du mich anzurufen?“, fauchte er als er sah, dass es Arno war, der ihn anrief. „Hör zu…. Es ist wichtig.. Hier ist ein Semir Gerkhan aufgetaucht und der sucht diesen Ben Jäger…. das ist der Typ der bei dir ist. Herlitz ist hier im Hotel und steht unter Polizeischutz!“, erklärte sein Freund. „WAS???“, stieß Sven aus. „Bist du sicher?“, harkte er nach. „Ja sehr sogar… du hast, wenn ich das richtig verstanden habe, Hauptkommissar Ben Jäger, also einen Bullen, in der Gewalt! Ich bin schon dabei, etwas über ihn herauszufinden. Nur du solltest auf gar keinen Fall bei Herlitz senior anrufen. Der ist eingeweiht!“, stieß Anton aus. Sven beendete das Gespräch und warf sein Handy auf den Tisch. „Verdammt!!“, stieß er wütend aus und schlug mit den Fäusten auf den Tisch. Das Glas darauf fiel um. Wütend wie er war, stieg er zu seinen Gefangenen hinab. Er schloss auf und feuerte die Tür an die Wand. Sein Gefangener sah ihn ängstlich an. „Du verdammter Lügner!!“, stieß er aus und trat sofort zu.

    Ben zuckte zusammen als die Tür aufflog. Nur wenig später hatte er den Fuß in der Magengegend und stieß einen erstickten Schrei aus. „Du hast mir nicht gesagt dass du Herlitz bist!! Du bist Ben Jäger!! Du bist ein Bulle!! Ich hasse Bullen!!“, schrie sein Peiniger ihn an und trat erneut zu. Ben zuckte bei jedem Tritt zusammen. Er hatte das Gefühl, dass sämtliche Rippen gebrochen waren, als der Mann aufhörte zu treten. Blut trat aus der Nase und wurde von der Serviette im Mund aufgesaugt. „So… und nun sag mir was du gedenkst zu tun…“, fauchte der Mann ihn an. Jetzt zog er ihn die Serviette aus dem Mund. „Ich…ich…hab…nicht behauptet…der zu sein…“, stieß Ben leise unter Stöhnen aus. „Ach soll das etwas mein Fehler gewesen sein? Ich bin nicht Schuld!! Aber es ist ja immer leicht dem Anderen die Schuld zu geben… Bist du ein Bulle?“, wollte der Mann wissen. Ben überlegte kurz. Leugnen schien eigentlich sinnlos zu sein und deshalb nickte er. „Ohhhh Mann…!“, fauchte der Mann und sofort zog Ben sich zusammen. Und tatsächlich kam wieder der Fuß und diesmal traf ihn die Spitze am Kinn. Ben sah Sterne und versuchte das Bewusstsein nicht zu verlieren. Der Mann schien völlig die Kontrolle über sich zu verlieren. Ben spürte die Hände an seinem Hals und wie ihm die Luft abgewürgt wurde. Mit panischen Augen sah er den Mann an.

    „Ihr Sohn wird verdächtigt meinen Partner Ben Jäger entführt zu haben. Und bevor Sie sagen, dass es absurd ist, will ich wissen wo er ist!“, erklärte Semir und versuchte dabei ruhig zu bleiben. Zu seinem Erstaunen reagierte der alte Geistdorfer anders als er es eigentlich gedacht hatte. „Dieser verdammte Idiot… Ich wusste, dass es eines Tages sein Gehirn vergiften würde. Seine Sucht nach Geld… Geld und Macht. Vermutlich denkt er, dass Ihr Partner ein reicher Sohn eines noch reicheren Vaters ist….“, meinte er und blies den Rauch seiner Zigarre in die Luft. „Er hat ihn mit Christoph Herlitz verwechselt. Die Beiden sehen sich sehr ähnlich. Wissen Sie, wo Ihr Sohn ist?“, wollte Semir wissen. Geistdorfer stand auf und blickte auf das Meer… „Er sagte mir, dass er mit Marianne, das ist mein Schiff, ein paar Tage zum Segelturn haben wollte. Er sagte mir, dass ein Gast diesen Wunsch hätte… Ich Idiot hab es ihm auch noch geglaubt…“, stieß er wütend aus. Semir sah ihn an. „Herr Geistdorfer wo ist er hin? Das Meer ist verdammt groß…Bitte helfen Sie mir… Bitte…“, flehte Semir regelrecht. „Ich werde ihnen helfen... gar keine Frage, aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo mein Sohn mit dem Boot hin wollte. Eigentlich, wenn er Touristen fährt, zeigt er ihnen immer die Inseln Neuwerk und Scharhörn. Aber wenn er ihren Kollegen wirklich entführt hat, dann kann er überall auf der Nordsee sein.“, meinte Geistdorfer und sah, wie Semir resigniert den Kopf sinken ließ. „Aber vielleicht kann ihnen mein Freund Lichtenhagen weiterhelfen... er ist bei der Küstenwache vom BGS... vielleicht hat er etwas gesehen, was ihnen weiterhelfen kann.“, entgegnete Geistdorfer und nahm sein Telefon zur Hand und wählte die Nummer seines Bekannten.

    Ben röchelte und wurde langsam rot. Er wusste nicht, wie lange er noch Luft bekommen würde. Dieser Kerl würde ihn umbringen, wenn er nicht... „Warten sie, ich bin was wert.“, keuchte er und klammerte sich an diesen letzten Strohhalm, in der Hoffnung, dass Sven darauf anspringen würde. Sven jedoch sprang nicht darauf an, lockerte nicht einmal mehr den Griff. „Durch Lügen wirst du dich auch nicht retten können.“, schrie er und drückte noch fester zu. „Keine Lüge... mein Vater ... Jäger Invest.“, keuchte Ben noch hervor. Sven sah ihn mit großen Augen an. Was war das? Jäger Invest? Dieser Bulle war ... und wenn das wieder eine Lüge war? Instinktiv ließ er aber los, sodass Ben röchelnd nach Luft schnappte und sich wie ein Aal auf den Boden wand, soweit es die Fesseln zuließen. Endlich hatte er wieder genug Kraft, um sich aufzurichten. „Bitte... mein Vater wird für mich zahlen, was sie verlangen. Lassen sie mich nur mit ihm telefonieren.“, flehte Ben regelrecht und hoffte, dass ihn dieser Irre wirklich telefonieren ließ. Dann würde er mit Semir reden, ihm die Situation erklären und hoffen, dass sein Kollege dann eine Fangschaltung aufbauen konnte, um ihn zu finden und ihn hier raus zu holen. Sven sah auf und schien angestrengt nachzudenken. Dann verließ er die Kammer, kam nach einigen Minuten mit der Pistole und dem Handy in seiner Hand wieder. „Aber wenn das ein Trick sein sollte, bist du schneller Sushi, als du Fischers Fritze sagen kannst.“, zischte Sven und hielt Ben das Handy hin, damit er ihm die Nummer ansagen konnte.

    Michelle spürte nur noch Schmerzen. Sie weinte leise vor sich hin und zuckte zusammen als die Türe auf ging. Mit einem schnellen Handgriff zog sie das Tuch, was über ihre Beine lag und bedeckte ihre Blöße damit. „Komm!“ befahl der Mann. „Nein...bitte...lassen Sie mich doch...bitte...“ weinte sie. „Komm...hab ich gesagt!!“ fauchte der Mann und riss sie vom Bett. „Du wirst jetzt duschen und dich anziehen... hast du genau zehn Minuten Zeit....und dann werden wir beide wegfahren...!“ befahl der Mann. Er warf Michelle ein paar Sachen hin. „Los!! Die Zeit läuft!!“ schrie er. Michelle nickte ängstlich und tat was der Mann verlangte. Nur wenig später saß sie völlig verschüchtert in einem Transporter auf der Ladefläche. Der Mann, den sie als Malik kennen gelernt hatte und den sie eigentlich ausnehmen wollte sah sie grinsend an. „Du wirst für Hans arbeiten...bis deine Schulden beglichen sind...nur keine Sorge..... er ist sehr gerecht...“ lachte er. Michelle sagte nichts. Die Fahrt endete nach einer guten Stunde und Malik zerrte sie aus dem Wagen. „LOVE“ prangte über einen Eingang und Michelle hatte eine Ahnung welcher Arbeit sie nachgehen sollte. „NEIN.....das mach ich nicht!!“ fauchte sie und wollte sich losreißen. Malik hielt sie eisern fest. Er presste sie an die Hauswand und seine freie Hand griff an ihre Brüste. Er drückte fest zu. „Du wirst das tun, was ich verlange... wenn nicht, dann ist das, was du eben bei Hans erlebt hast ein reiner Spaß gewesen ist das klar?“ fauchte er sie drohend an. „Bitte...ich will das nicht...“ flehte Michelle erneut. „Mir ist so ziemlich egal was du willst und was nicht...“ lachte Malik und zerrte Michelle durch die sich eben öffnende Tür. „Malik? Wen bringst du mir denn da?“ wollte ein weiterer Mann wissen. „Sie ist etwas für besondere Gäste..... du weißt schon...für die, die die harte Art vorziehen... und sie ist gut.....“ lachte Malik. Der Mann musterte Michelle... „hast du sie ausprobiert?“ wollte er wissen. „Maik....ich teste immer was Hans mir gibt...pass gut auf sie auf... wenn sie störrisch wird, dann zähme sie dir..“ lachte Malik und verschwand.

    Der nächste Morgen kam. Ben machte sich gerade Frühstück als sein Handy klingelte. Die Nummer war ihm nicht bekannt und deshalb meldete er sich mit einem „Hallo?“ „Ben...hier ist Malik... Ich hab mit meinem Boss gesprochen und er will dich treffen. Heute Abend...um neun im „Bolle Bolle...“ gab sein neuer Freund zu. „Also gut...ich werde da sein. Und euch auch ein paar Bilder von den Mädels mitbringen die ich so anzubieten hab...“ kam etwas gleichgültig von Ben. „Mein Boss ist ein harter Verhandlungspartner... mach einen fairen Preis..“ lachte Malik. „Klar doch....die Qualität hat seinen Preis. Aber ich denke wir werden uns schon einig werden...“ meinte Ben nur. Das Gespräch war beendet. Ben wählte Semir an. „Morgen um 21 Uhr treffe ich mich mit Westerwald. Ich brauch Bilder von ein paar Asiatinnen.... Philippinnen, Inderinnen, Vietnamesinnen und solche Weiber... sie sollen aber nach was aussehen..“ gab er durch. „Ben? Woher soll ich das bitte bekommen?“ stieß Semir aus. „Goggle ein bisschen..“ lachte Ben ins Telefon. „Das ist kein Witz...verdammt wenn du auffliegst dann...“ kam besorgt von Semir. „Nur keine Sorge..... Malik vertraut mir und diesen Westerwald werde ich auch schon noch bekommen. Wichtig ist, dass du morgen um neun deine Razzia durchziehst und ihn mit den Druckplatten konfrontierst. Ich zieh dir eine rüber und Lukas will den wilden Mann spielen...so wie besprochen....und dann...ist alles gelaufen. Sobald ich weiß wo Westerwald die Mädchen herholt schnappen wir uns das Schwein und schrotten die Autos..“ beruhigte er seinen älteren Partner. „Ich weiß nicht.....irgendwie hab ich das Gefühl, dass der Fall Dimensionen annimmt, die ich nicht mehr einschätzen kann. Sei verdammt vorsichtig...wenn Westerwald herausfindet, wer und was du wirklich bist, dann....ist dein Leben kein Pfifferling mehr wert...“ mahnte Semir ihn erneut. „Ich mag eh keine Pilze...“ lachte Ben zurück.

    Liebe Elvira,
    ich lese schon eine lange Zeit Deine wunderbaren, spannenden und emotionalen Geschichten und bin jeden Tag auf neue
    wieder begeistert, was Dir immer wieder einfällt. Auch diese Story ist wieder super. Ich hoffe es gibt noch viele weitere. Ich bin jedenfalls
    ein großer Fan von Dir. :thumbup:

    darcie


    Danke schön...Darcie,

    und was die sTorys angeht..nur keine Angst..noch sind die Ideen da also gibt es auch Nachschub von mir...

    Malik zerrte Michelle aus dem Wagen. „NEIN!! BITTE… LASS MICH LOS…. BITTE!!“ weinte sie. Doch gegen Malik hatte sie keine Chance. Er zerrte sie ins Haus und stieß sie in eines der Zimmer. Michelle ging zu Boden und landete vor einen Paar Beinen. Sie sah langsam nach oben. „So sieht man sich wieder…“ kam von der Stimme über ihr. Es war Hans Westerwald. Er beugte sich zu ihr und griff ihr ins Haar. Brutal zerrte er sie auf die Beine. „Und nun wirst du mir sagen, wo die Druckplatten und das Geld sind…“ fauchte er sie an. „Bei….bei….der …der Polizei…“ kam leise von Michelle. „Bei der Polizei? Bist du geschnappt worden?“ harkte Hans nach. „ja….ich…ich…..“ wollte sie erklären, doch Hans hatte keine Lust etwas zu hören. Er zerriss ihr die Bluse und packte sie hart an. „Du wirst mir jeden Cent zurück zahlen….“ drohte er und küsste sie mit Gewalt. Michelle konnte sich nicht wehren. „Bitte….nicht…..bitte….“ weinte sie, doch Hans kannte kein Erbarmen. „du …wirst sehen…was du davon hast…..mich betrügen zu wollen..Mark!! Malik! André!!“ schrie er während er Michelle bearbeitete. Als seine Männer den Raum betraten ließ er von sie ab. „Ihr dürft alle einmal…“ grinste Hans und stieß Michelle zu den Männern. Die ließen es sich nicht zweimal sagen und zerrten die sich wehrende Michelle in den Keller. Hans sah ihnen nach. Nur wenig später hörte er die Schreie des Mädchens was in ein Stöhnen überging. „Sie wird mir viel Geld einbringen…..als Mädchen für die harte Art. Die Freier werden eine ganze Menge springen lassen müssen….“ sagte er leise. Es dauerte eine Stunde bis Malik völlig verschwitzt aus dem Keller kam. „Whow….was für eine Frau…“ strahlte er. „Ja…sie bringt es… und das wird sie auch weiterhin. Wenn alle mit ihr fertig sind, dann bring sie ins „Love“. Maik soll dort auf sie aufpassen. Sie ist nur für die harte Variante unserer Gäste bestimmt.“ erklärte Hans und steckte sich eine Zigarre in den Mund.

    Ben war im „Bolle Bolle“ und wartete auf Malik. Dieser schien sich heute zu verspäten. Er sah auf die Uhr. Neun war schon durch. Wenn er nicht bald kam, dann würde alles verschoben werden. Ben seufzte und wollte sein Bier gerade bezahlen, als Malik eintrat. Er begrüßte Ben und sah ihn an. „Willst du schon gehen?“ wollte er wissen. „Nun..ich dachte du kommst heut nicht mehr…. Ich will noch was regeln..“ erklärte Ben. „Ach was denn?“ harkte Malik nach. „Ich habe….gestern in diesem Club…da ist mir eine Idee gekommen. Ich bin Geschäftsmann und ich verkaufe das, was dein Boss sicher haben möchte..“ prahlte Ben. „Ach und das wäre?“ kam von Malik. „Nun…ich wollte eigentlich das „Bolle Bolle“ aufkaufen und einen Puff daraus machen. Nur will ich weder dir noch deinem Boss in die Quere kommen. Solche Kriege sind einfach zu blutig und da dachte ich mir, dass ich euch meine Mädchen zum Kauf anbiete. Sie sind alle blutjung und sogar zum Teil unberührt. Aus Polen, Vietnam und aus Malaysia…“ grinste Ben. „Malaysia….Hmmm…..und was willst du dafür haben?“ kam von Malik, dessen Interesse bereits geweckt war. „Nun….da bin ich flexibel… wir könnten einen Besichtigungstermin ausmachen. Aber dazu muss ich deinen Boss selbst sprechen…. Ich habe ein Prinzip und das ist…niemals mit Angestellten ein Geschäft besprechen…“ grinste Ben. Malik nickte. „Also gut… ich werde es dir wissen lassen, wie sich mein Boss entschieden hat…“ Ben lachte leise. „Alles klar….ich werde mich jetzt lang machen…der Tag war ziemlich hart und…ich brauch Entspannung, wenn die weißt was ich meine…“ grinste er breit. Malik sah ihn an. „Oh…ich verstehe…du hast Geschmack daran gefunden… aber heute ist leider Ruhetag…“ erklärte Malik. „schade..gut…dann fahre ich nach Hause..“ kam von Ben und schon verschwand er.

    hmmm Geheimgang....verloren...nee....ich meine noch sind sie es nicht...aber was nicht ist, kann ja noch werden. Sicher finden die Retter gleich den Geheimgang und stürmen...gut...vielleicht gibt es ein paar Verletzte oder Tote...aber mehr nicht..was mich interessiert ist ob die Wahrnehmung von Ben und Lukas...(mit Semir) stimmt....ist ihm mehr passiert? Ist er jetzt ein Engel?

    Christoph hatte inzwischen mit seinem Vater gesprochen und ihm die Situation erklärt, doch er reagierte nicht so, wie es der Sprössling erwartet hatte. „Mein Junge, das ist eine Menge Stange Geld. Und das nur für eine Verwechslung... die ist mir ein bisschen zu teuer.“, meinte Theodor Herlitz zu seinem Sohn. „Bitte Paps, es ist sehr wichtig.“, bat sein Sohn und sah dann zu den beiden Polizisten. „Das ist wirklich viel Holz... wer sagt mir denn, dass ich es nicht ins Feuer werfe.“ „Ich ... und ich werde es notfalls bei dir abarbeiten.“, meinte Christoph und hörte dann das warme Lachen seines Vaters, was er immer tat, wenn er mit einer Meinung einverstanden war. „Okay mein Junge, ich schick dir das Geld und werde auf die Forderungen eingehen, wenn der Entführer anrufen sollte.“, meinte Theodor und legte dann auf. Sichtlich erleichtert blickte Christoph zu den beiden Polizisten. „Er wird zahlen. Gott sei dank.“, meinte er. Semir schloss erleichtert die Augen. „Okay, jetzt müssen wir nur noch wissen, wer dieser Sven ist. Ich werde mit dem Hotelmanager reden. Dieter, bleib hier und pass auf ihn auf.“, meinte er und wollte gehen, als Dieter ihn packte und noch immer die ausstehende Erklärung forderte.

    „Los, die Nummer.“, forderte Sven immer noch und stieß Ben die Waffe immer tiefer in die Wange. Doch plötzlich hörte er eine Lautsprecherstimme. „Küstenwache... Marianne machen sie sich bereit, wir kommen längsseits.“, hörte er die Stimme eines Mannes. Sofort ruckte er erschrocken rum und hielt Ben schlagartig den Mund zu. „Ein Wort und du bist tot.“, zischte er und stopfte Ben die Serviette in den Mund. Dann verschloss er schnell die Tür, stellte den Fernseher aus und ließ die Waffe in ihr Versteck verschwinden. Schnell ließ er sich an Deck blicken, doch das Schiff des BGS kam schon dicht an sein Schiff heran. „Ahoi!!“, rief er laut und setzte ein falsches Lachen auf. „Lichtenhagen! Küstenwache....Guten Abend Herr....? Ach Mensch Sven.... ich hab dich gar nicht wieder erkannt... Bist du erwachsen geworden“, lachte der Beamte. „Herr Lichtenhagen...Sie haben noch Dienst?“, lachte Sven und versuchte seine Nervosität zu verbergen. „Ach nun ja..... ich dachte mir gerade schon... die Marianne wäre entführt worden... Dein Vater war nämlich heute morgen erst auf der Wache und nun ja... wir haben uns etwas verquatscht....Wollte nur sicher gehen, dass hier alles an Bord ist. Ach was mir aufgefallen ist... Deine Positionslichter sind scheinbar sehr schwach... Du solltest aufpassen oder aber etwas näher an die Küste fahren...“, lächelte Lichtenhagen. Sven nickte. „Ja sicher... werde das nachher noch überprüfen. Tja und was meinen Vater angeht.... manchmal hab ich das Gefühl, dass je älter er wird, umso gesprächiger wird er.“, lachte Sven. Er war froh, dass er von Lichtenhagen überprüft wurde. „Na, er ist doch seit dem Tod deiner Mutter auch sehr einsam. Das Hotel kann er ja auch nicht mehr lange führen, wenn das mit seiner Gastritis weiter geht...“, gab Lichtenhagen zu bedenken. „Ja stimmt.... War es das? Ich würde mich nämlich gern in die Kabine begeben...“, lächelte Sven. Die Nervosität war weg. Lichtenhagen kannte ihn, da war er noch ein Baby. „Na was hast du denn vor?“, lachte der Beamte. Sven grinste geheimnisvoll. Mit einem Male polterte es von unten. „Ach.... ich verstehe.... du bist gar nicht allein... Wer ist es denn? Eine der Inselschönheiten? Oder eine Besucherin?“, harkte Lichtenhagen neugierig nach. „Wer wird denn da noch so neugierig sein?“, tadelte Sven lachend. „Na... dann will ich euch nicht länger stören...Viel Spaß!“, kam von dem Beamten der das Schiff wieder verließ. Sven schloss erleichtert die Augen und ging wieder zu seinem Gefangenen.

    Ben hatte es geschafft den Tisch mit Krach umzuwerfen. Den Knebel schaffte er nicht zu entfernen und auch die Fesseln saßen nach wie vor fest. Die Tür ging auf und Sven kam herein. „Du verdammter Mistkerl!“, fauchte er und schlug sofort auf Ben ein. „Ich sagte keinen Ton! Du hättest mich fast verraten!!“, schrie er wütend. Ben stieß einen gedämpften Schrei aus, als die Faust seine Schläfe traf. Etwas benommen und mit geschlossenen Augen lag er nur noch da. „Weißt du was? Dafür wirst du bestraft.... du wirst bis morgen Abend kein Essen mehr bekommen... und wenn dein Vater nicht zahlt, dann wirst du anfangen zu beten... denn ich werde dir jeden Finger abschneiden. Für jede Verzögerung...“, fauchte Sven wütend und verließ den Raum wieder, ohne Ben den Knebel abzunehmen. Langsam und mühsam richtete Ben sich auf. Was für ein beschissener Alptraum. Dieser Raum schein völlig isoliert. Er hörte nicht einmal dass er auf dem Meer war. Warum musste er ausgerechnet eine Segeltour machen? Er hatte sich damit selbst in die Hände seiner Entführer begeben und sah schon die Schlagzeile in der Zeitung. „Millionärssohn und Polizist lässt sich entführen....“ Was für eine Schmach..., dachte er bei sich.

    Die Tage vergingen und nach einer Woche Abstinenz kribbelte es Michelle wieder in den Fingern. Sie musste heute raus. Die Bewachung schien nicht mehr da zu sein und sie fühlte sich frei. Gegen acht ging sie erneut auf der Rheinpromenade auf Männerfang. Im „Bolle Bolle“ fing sie wieder an. Am Tresen sah sie einen Mann in weißem Anzug. „Hey…Süßer…hast du was für eine durstige Frau?“ fragte sie gurrend. Der Mann drehte sich zu ihr um. „Whow… woher kommst du denn?“ stellte er die Gegenfrage. „Ich bin Laila….und komme aus deinen Träumen..“ lachte Michelle. „Laila…das hört sich sehr schön an. Ich bin Malik..“ lachte der Mann. „Malik? Das klingt nicht gerade nach Geld..“ kam etwas enttäuscht. „Das nicht…aber ich kann dich dennoch reich machen..“ grinste Malik. Michelle lächelte. „Da bin ich aber gespannt..“ meinte sie. Wenn sie heute noch kein Geld machte, war es okay…doch sie wollte Sex…..wilden Sex und dieser Typ schien genau der Richtige zu sein. „Wo wollen wir hin? Zu dir oder zu mir?“ fragte sie deshalb. „Zu mir…ich habe genau das Richtige Werkzeug um dich glücklich zu machen. Du wirst es nie vergessen…versprochen..“ grinste Malik. Michelle sah ihn an. „Nun gut…dann zu dir..“ bestätigte sie und verließ die Bar mit ihrer neuen „Eroberung“. Malik umarmte sie und Michelle ließ es sich gefallen. Sie stiegen in den Wagen von Malik und fuhren davon. Doch Michelle kam der Weg sehr bekannt vor. „Wohin fahren wir?“ fragte sie und sah sich ängstlich um. „zu mir nach Hause…so wolltest du doch oder Laila…Gina….oder wie Adele?“ grinste Malik. Er ließ mit Hilfe der Zentralverriegelung den Wagen verschließen. Michelle sah ihn verängstigt an. „Wer bist du?“ fragte sie. „Ich bin derjenige der dich dafür bestraft, dass du Männer verarscht…“ grinste Malik. Michelle zerrte am Griff und rüttelte an der Tür. „NEIN!!! LASS MICH RAUS!! LASS MICH!! HILFE!!“ schrie sie verzweifelt. Malik lachte und holte mit der rechten Hand aus. Sie landete mit einen lauten Klatsch in Michelles Gesicht. Das Schreien ging in ein Wimmern über.

    „Semir…ich bin drin..der Typ vertraut mir. Und der bekommt morgen wieder Mädchen ins Land. Wohin weiß ich noch nicht. Das Vertrauen ist nicht so groß. Ich muss irgendwie an Westerwald kommen. Was hältst du davon, wenn ich so tue, als würde ich wissen wo er noch mehr Mädchen herbekommen kann…das müsste ihn doch reizen…“ erklärte Ben als er mit Semir und Lukas im Büro saß. „Nein…das ist viel zu gefährlich….ich meine…sicher du würdest so an Westerwald ran kommen, aber was dann? Er wird spätestens dann wissen, dass du lügst, wenn die Mädchen nicht da sind...“ erklärte Lukas. Semir nickte. „Er hat Recht Ben….es ist viel zu gefährlich. Die Mädchen mit denen du jetzt zusammen warst würden sicher gegen Westerwald aussagen. Damit hätten wir ihn schon mal eingesackt. Wegen dem Falschgeld wird er auch verknackt werden….damit ist alles klar….Ben..wir werden am Mittwoch, bis dahin hast du Zeit, die Razzia starten. Und zwar in der Lido-Bar.“ Gab Semir bekannt. „Ja super..wie soll ich Malik dahin bekommen? Ich brauch noch etwas Zeit….“ begehrte Ben auf. Doch Semir und Lukas blieben hart. „Also gut…. Ich werde sehen, dass ich beide dort hinbekomme… in drei Tagen kann ich sicher was drehen.“ knurrte Ben leise. Er legte sich einen Plan zurecht, wie er Malik dazu bringen könnte, mit ihm in die Lido-Bar zu gehen, die seit langem der Polizei ein Dorn im Auge ist. Doch bei jeder Razzia war Westerwald sauber. Keine minderjährigen Nutten als wüsste er schon vorher von dieser Polizeiaktion. „also gut….wann wollt ihr zuschlagen? Also welche Zeit?“ fragte er nach. „Ich denke so gegen neun. Es wäre schön, wenn wir diesmal einen Erfolg erreichen würden…“ stöhnte Lukas. „Nun wenn nicht ihr, dann wir…wegen dem Falschgeld ist er dran. Und diese Michelle wird gegen ihn aussagen..“ grinste Semir. Ben nickte. „Die Frage ist nur, ob man ihr glaubt. Sie hat selbst einige Straftaten vollzogen und das könnte der Richter als Handicap sehen. Der Anwalt von Westerwald wird es als Gefälligkeitsaussage sehen um sich selbst vor einer harten Strafe zu bewahren. Wir müssen mehr Beweise haben. Beweise die unumstößlich sind..“ erklärte er. Semir musste ihm zustimmen. „Also gut…versuch dein Glück.“ Auch Lukas nickte.

    Ben und das Mädchen gingen ins Zimmer. Ben schloss die Tür ab und sah das Mädchen an. Sie hatte Angst, das sah er sofort. „Kannst du mich verstehen?“ fragte er. Sie lächelte nur nervös und fing an sich auszuziehen. „Nein..nein…lass das….es ist alles okay…du musst das nicht tun…“ hielt er sie fest. Sie sah ihn unverständlich an. „Do you speak english?“ fragte Ben. „Yes…“ hauchte das Mädchen. Ben lächelte. „Das ist sehr gut…“ gab er in Englisch zurück. „Wir werden reden….ich will dir und deinen Freundinnen helfen, verstehst du das?“ wollte er wissen. „Yes…“ hauchte das Mädchen wieder. Es entspannte sich etwas. Ein Anzeichen dafür, dass sie verstand, dass er nicht mit ihr schlafen wollte. „Wie viele seid ihr?“ fragte er sie. „Fünfzehn…“ war die Antwort. Ben schluckte. „fünfzehn? Wie alt bist du? Und wie alt sind deine Freunde?“ harkte er nach. „Ich bin 16 und meine Freunde im Keller sind zwischen 13 und 18. Wir sind verkauft worden, von unseren Familien. In unserer Heimat ist es normal. Wir sind Sklaven und müssen für unsere Familien ….“ Das Mädchen stockte. „Wie heißt du?“ fragte Ben sanft. „Ich bin Li Phung….“ Sagte sie. „Li Phung….woher kommst du?“ kam die nächste Frage. „Aus Vietnam…ich dachte, ich kann hier arbeiten..in Deutschland…aber…nicht das…hier…“ Li Phung fing an zu weinen. Ben spürte die Wut aufsteigen. Westerwald nutzte die Hilflosigkeit und die Hoffnung dieser Mädchen aus um sie in seinem Bordell anzubieten. „ich helfe dir und deinen Freunden. Aber bis es soweit ist, musst du mit deinen Freunden sprechen. Niemand darf etwas wissen.“ Bat Ben sie. „Wer sind Sie?“ wollte nun Li Phung wissen. Ben lächelte. „Ich werde euch helfen….mehr nicht…okay? Niemand darf von dem Gespräch hier erfahren…wir werden nun so tun, als ob wir das machen, was wir machen sollen….einverstanden?“ wollte er wissen. Li Phung nickte. Eine kleine Träne lief der Asiatin über die Wange. „danke…“ hauchte sie leise.

    Nach einer Stunde kam Ben aus dem Zimmer heraus. Li Phung ging vor ihm mit gesenktem Kopf. „und?“ fragte Malik. „Ja…nicht schlecht… die ist echt gut…“ bestätigte Ben. Er wusste dass mit seiner Aussage Li Phungs Leben abhing. Westerwald wird sich nicht mit einem Mädchen belasten, welches es in seinen Augen nicht brachte. „Gut…Ivanka!!! Bring sie zurück…sie bekommt heute was zu essen…die anderen auch..“ kam großzügig von Malik. Ben ballte die Faust. Am liebsten hätte er sie in das Gesicht von Malik getrieben, als er sah, wie er mit dem Mädchen umging. „ich will sie immer haben, geht das?“ wollte Ben wissen. „Nein…sie wird sicher bald auf einen unserer Bordelle verteilt werden. Jeden Monat ein anderes…Mein Boss ist sehr gnädig…keines der Mädchen wird hier alt werden..“ lachte Malik. „Dein Boss? Wer ist das?“ harkte Ben weiter nach. Doch nun lachte Malik. „Vielleicht stell ich ihn dir mal vor. Aber nun lass uns noch was saufen gehen…willst du noch ein Mädchen testen?“ lachte er. Ben schüttelte den Kopf. „ich muss morgen in die Firma….werde jetzt also nach Hause fahren und dann morgen im Büro sitzen..“ lehnte Ben freundlich ab. Malik zog die Schultern hoch. „Na dann…viel Spaß.“ lachte er nur. Er setzte Ben wieder vor „Bolle Bolle“ ab und fuhr anschließend weiter. Ben ging in die nächste Gasse. Dort wartete Lukas und Semir auf ihn. „Boah…das ist ein übler Typ...“ stieß er zur Begrüßung aus. „Wer?“ wollte Lukas sofort wissen „dieser Malik…er behandelt die Mädchen wie Dreck…der kann froh sein, dass ich nicht mein wahres Gesicht zeigen durfte..“ stieß Ben wütend aus und gab Bericht ab.

    Er sah wie der Fremde ihn erschrocken ansah. „Ist was?“, fauchte er wütend und verließ das Hotel. „Wer war das?“, fragte Semir den Mann an der Rezeption und drehte sich zu dem jungen Mann wieder um. Er hatte eine ziemliche frappierende Ähnlichkeit mit Ben. „Das war Herr Benjamin Jäger, er wohnt hier im dritten Stock.“, erwiderte der Rezeptzionist. Noch immer hatte Semir dieses erschrockene Gesicht. Was war das... Entführung, Erpressung und Verwechslung? Diese drei Worte kreisten nun wie Geier um seinen Kopf und sollten gleich eine ganz andere Bedeutung haben. „Kann ich dann bitte zu dem anderen Herrn Jäger?“, bat Semir und der Mann tippte etwas in seinen Computer herum, sah dann hinter sich. „Der Schlüssel ist nicht hier. Vielleicht ist er auf seinem Zimmer... 407.“, meinte er dann und wies Semir den Weg zu den Fahrstühlen. Doch der Deutschtürke konnte diese drei Worte nicht aus seinem Kopf kriegen ... und diese Ähnlichkeit... diese unglaubliche Ähnlichkeit. Hoffentlich war Ben auf seinem Zimmer, dann konnte er sich wieder ganz der Suche nach Stroganof widmen.

    Christoph Herlitz wanderte zum Strand hinunter, konnte aber den Anruf seines Vaters nicht vergessen... Sicher war dies nur ein Scherz, denn er sah sich ja nicht in irgendeinem Keller hocken, an einen Stuhl gefesselt, womöglich noch geknebelt. Nein, er lief die Strandpromenade der Insel entlang und sah sich die Schaufenster und großräumigen Häuser an, die fast in Strandnähe gebaut waren. Er versuchte den Anruf zu vergessen.... Schließlich hatte er Urlaub und wollte diesen auch so gut es ging genießen, bevor er wieder in die Firma seines Vaters zurückkehren musste... Zu gerne hätte er ihm damals gesagt, dass er lieber Journalist geworden wäre, als in die Firma einzutreten. Doch sein Vater war damals schwer krank und es hatte sich einfach so ergeben, dass Christoph die Geschäfte seines Vaters während dessen Krankheit übernommen hatte und nun steckte er mittendrin in diesem Wahnsinn aus Zahlen, Statistiken und Mitarbeiterlisten, denen immer wieder der Rotstift gefährlich nahe kam. Plötzlich kam er wieder an dem Juwelierladen vorbei, wo er gestern schon gestanden hatte. Dann traf es ihn wie ein Schlag... Was, wenn ... Der Mann, mit dem er zusammengestoßen war, hatte doch solch frappierende Ähnlichkeit mit ihm... Was, wenn er das Entführungsopfer aufgrund eben dieser Ähnlichkeit war? Dann war hier ein Unschuldiger beteiligt. Verdammt, er musste sofort zum Hotel zurück und seinen Vater Bescheid geben.

    Semir stand nun vor der Hoteltür mit der Nummer 407 und klopfte schon das dritte Mal, doch Ben schien nicht da zu sein oder aber er schlief fest. Doch in Semirs Kopf und Bauch waren immer noch die drei Worte ... Entführung, Erpressung und Verwechslung ... Er konnte nicht einfach so gehen, ohne Gewissheit zu haben. Er sah sich um, nahm dann sein Einbrecherwerkzeug aus der Tasche und fummelte damit einige Male im Schloss herum. Nach etwa fünfzig Sekunden sprang die Tür auf. „Und so was will ein Nobelhotel sein.“, meinte er verächtlich und betrat das Zimmer. Sofort bot sich ihm ein Bild des Schreckens. Das ganze Zimmer war durchwühlt... Es sah aus, als hätte ein Kampf stattgefunden... Der Tisch war umgeworfen, die Glasscheibe des Tisches hatte einen Sprung... die Gläser waren zerschmissen und die Kissen der Couch lagen jeweils in einer Ecke des Zimmers. „Verdammt, was ist denn hier passiert?“, fragte er erschrocken und merkte, dass sein Handy vibrierte. „Gerkhan?“ „Semir... dieser Stroganof wurde in der Fußgängerzone am Fischereihafen gesehen.“, stieß Dieter aus. „Dieter lass ihn erst mal... irgendwas ist mit Ben passiert. Komm sofort zum Hotel „Meerblick“ hast du verstanden?“, zischte Semir und legte wieder auf. Was war hier passiert?

    Ben und Malik stiegen vor einem nichtssagenden Haus aus. „Ich dachte wir fahren in ein Club? Wohnst du hier?“ kam enttäuscht von Ben. „Nur keine Panik…hier ist der Club untergebracht….komm…“ lachte Malik. Ben zuckte mit den Schultern und folgte Malik. Dieser klingelte an der Tür. Eine kleine Kamera surrte und fing die Besucher ein. Es ertönte ein Summton. Malik drückte die Tür auf und zog Ben mit rein. Der Korridor auf dem sie kamen war in rotem Samt gekleidet. Schummeriges Licht empfing die Beiden. Ben sah sich erstaunt um. „Whow..sieht ja echt cool aus..“ gab er überzeugt von sich. „Ja nicht wahr..aber warte bis du die Mädels siehst..“ lachte Malik und zog ihn weiter. Der Raum den sie nun betraten war in einem sanften Ton getaucht. Leise war Musik im Hintergrund zu hören. Leichtbekleidete Mädchen räkelten sich auf den Sitzgruppen. Als die beiden Männer eintraten erhoben sich sofort drei Mädchen und kam auf sie zu. „hallo…“ begrüßte eines der Mädchen die Beiden. „hallo Ivanka….das ist Ben…und ich will ihm das Besondere an diesem Club zeigen…“ erklärte Malik. Das Mädchen nickte. „Für ihn haben wir sicher auch was Besonderes. Was magst du denn so?“ wollte sie wissen und sah Ben an. „Ähm…ich?“ fragte er irritiert. Malik lachte. „Du kannst auch Ivanka bekommen….aber sie ist ein Tiger….der gezähmt werden will…“ warnte Malik ihn. „Ich…möchte mal die brave Art haben….so richtig unterwürfig….demütig….“ erklärte Ben. Malik nickte und sah Ivanka an. „Ich hole die Damen, die diesem Format entsprechen“ nickte sie und verschwand. Schon wenige Minuten später standen vier Asiatinnen vor Ben. Die Ältesten schätzte Ben auf 17 Jahre, was bei Asiatinnen immer sehr schwer war. „Whow…!“ stieß er aus. „Na hab ich dir zu viel versprochen? Und das gute ist…die verstehen dich ohne Worte…denn deutsch können sie nicht..“ lachte Malik. Ben suchte sich eines der Mädchen aus. „Wo?“ wollte er wissen. „In der ersten Etage…Ivanka zeigt dir das Zimmer…viel Spaß….“ Lachte Malik. „Sind die Zimmer videoüberwacht?“ harkte Ben nach. „Wieso? Das hier ist ein Puff und kein Stasiheim…“ verneinte Malik. „Ich will nur nicht später das Opfer von Erpressungen werden..“ knurrte Ben.

    Semir und Lukas fanden sich nach der Handyortung von Ben ebenfalls vor dem Gelände ein. „Das ist also eines der Verstecke. Vermutlich hält Westerwald hier die Kinder - und es sind in meinen Augen noch Kinder - gefangen.“ Knurrte Lukas. „Kanntet ihr die Adresse noch nicht?“ wollte Semir wissen. „Nein…dies ist eine Privatadresse. Vermutlich wohnt hier einer seiner Handlanger. Die Adresse werde ich gleich prüfen lassen.“ Gab Lukas von sich. „Das ist ziemlich schwer rein zu kommen. Ich meine ich sehe zwar keine Kameras aber der Eingang wird sicher überwacht….das sollte man versuchen…“ murmelte Semir. Lukas sah ihn an. „Wir wollen noch nicht da rein. Hier können wir erst zuschlagen, wenn wir die Razzien durchgeführt haben. Ben wird hoffentlich nicht mit einem der Mädchen ins Bett gehen….“ teilte Lukas seine Sorge mit. „Nur keine Angst….Ben ist nicht erst seit gestern Polizist. Er vergreift sich ganz sicher nicht an eine Kindsfrau…“ verteidigte Semir seinen neuen Partner. „Das meinte ich ja auch nicht….aber was wenn man ihn nicht allein mit dem Mädchen lässt? Dann muss er es tun….“ Gab Lukas zu bedenken. „Ben wird sich schon was einfallen lassen…da bin ich mir sicher…“ lächelte Semir beruhigend. Lukas nickte. „Ich hoffe sehr, dass du Recht hast. Gut….wir können erst etwas tun, wenn wir wissen was er da drinnen festhält. Ben wird uns sicher irgendwie Informationen zukommen lassen.“ kam nachdenklich von Lukas. Semir nickte. „Was ist eigentlich mit Letizia…?“ wollte er plötzlich wissen. „Letizia….sie hat sich versetzen lassen..zum BKA. Außerdem hat sie dort ihren zukünftigen Mann kennen gelernt. Nächste Woche ist Hochzeit und ich bin Trauzeuge…“ grinste Lukas.