„Ich kann nicht mehr.“, stieß Ben aus und ließ sich erschöpft auf die Ruder fallen. „Du ruderst weiter, oder ich...“, drohte Sven. „Oder was? Dann erschieß mich doch... wenigstens muss ich dann deine hässliche Visage nicht mehr sehen.“, zischte Ben mit letzter Kraft und sah dann, dass Sven zögerte und nicht wusste, was er tun sollte. Doch plötzlich weiteten sich seine Augen und er stand auf. „Ein Schiff... ein Schiff... Hey, hier!!“, schrie er aus voller Kehle. Ben drehte sich ebenfalls um und war erleichtert. Doch jetzt musste er nur noch... Ha, Sven hatte die Pistole fallen gelassen. Bevor sein Entführer reagieren konnte, griff er danach und warf sie in die See hinaus. Sven registrierte das mit einem Entsetzen, wusste nicht, was er tun sollte. „Jetzt hast du ein Problem…“, grinste er und wollte ihn angehen, doch das Boot schwankte und bot keinen guten Kampfplatz. „Egal! Wir müssen erst mal an Bord des Schiffes und da mach ich dich fertig!“, fauchte Sven ihn an. „Ahoi die Herren! Sieht ganz so aus, als bräuchten Sie Hilfe!“, kam von dem Mann der Yacht die nun längsseits kam. „Danke… Sie sind unsere Rettung.“, stieß Ben aus. Stroganof grinste leicht. Wenn du wüsstest was dich hier erwartet, würdest du das nicht sagen, dachte er und tat auf freundlich. Als die Männer an Bord waren sah er sie an. Der eine schien ziemlich fertig zu sein. Stroganof sah die blutigen Wunden an den Händen und auch die Striemen an den Handgelenken die von den Fesseln stammten. „Wer seid ihr?“, wollte er wissen und reichte jedem eine Decke. „Danke….ich bin Ben Jäger…“, stieß Ben mit klappernden Zähnen aus. „Sven…“, kam von dem Hotelsohn. „Wie seid ihr denn hier her gekommen?“, tat Stroganof auf besorgt. „Wir sind mit unserem Schiff in Seenot geraten und dann ist es untergegangen…“, erklärte Ben ohne auf die näheren Umstände einzugehen. Er war einfach nur froh, dass er endlich frei war. „Sie sehen beide sehr hungrig aus. Wir sollten was essen und dann sollen sie sich aus den Klamotten schälen… die stehen ja schon vor Salz.“, tat Stroganof auf hilfsbereit. „Wo können wir uns umziehen?“, wollte Ben wissen. Stroganof nickte und führte ihn runter. Er hatte bereits vorher das Schiff durchsucht und einiges gefunden was der Eigner hier aufbewahrte. Darunter waren auch schon ein paar Anziehsachen die sich nun auszahlten. Ben und Sven zogen sich um während Stroganof in der Kombüse kochte.
„Glaub ja nicht, dass der Typ dir helfen kann, Bulle… ich werde das Lösegeld von deinem Vater kassieren und dann kannst du von mir aus verrecken!“, fauchte Sven Ben an. „Ja sicher… schon gemerkt dass wir in der gleichen Situation sitzen? Ich meine, was willst du tun? Hast du noch ein funktionierendes Handy? Meins hat Wasser geschluckt…“, fauchte Ben zurück und zog sich um. Er war froh in trockenen Klamotten zu stecken, auch wenn sie eine Nummer zu groß war. Sven stand auf und packte ihn an seinem Shirt. „Ich krieg dich schon… und die Kohle von deinem Papa auch…“, fauchte er ihn an und stieß Ben gegen die Wand. „Essen!“, rief ihr Retter von hinten, der scheinbar nichts von der Rangelei mitbekam. Sven stieß Ben in Richtung Kombüse. „Und ich würde an deiner Stelle nichts sagen…“, warnte Sven ihn noch. Doch Ben hatte eh nicht vor, etwas zu sagen. Zumindest nicht zu diesem hitzköpfigen Mann. „So bitte schön…“, lachte der Retter freundlich. Ben ließ es sich nicht zweimal sagen und schlug sich den Bauch voll. „Kann ich mal Ihr Funk benutzen. Ich würde gern meinem Freund eine Nachricht zukommen lassen. Der macht sich garantiert Sorgen.“, bat er nach dem Essen. Stroganof grinste leicht, antwortete jedoch nicht.
Herlitz sah sich nervös um, als er auf dem Fischmarkt stand. Er suchte die Mülltonne und tat was der Erpresser forderte. Semir, Lichtenhagen und ein paar Kollegen der Küstenwache beobachteten ihn. Er selbst war mit Semir über Funk verbunden. „Tun Sie einfach, was der Mann fordert und werfen Sie das Geld in die Tonne. Anschließend fahren Sie zum Hotel zurück. Alles Andere werden wir übernehmen. Nur keine Sorge. Heute Abend können Sie Ihren Sohn wieder in die Arme schließen.“, hörte er den Mann sagen. Herlitz nickte nur. Er war sehr nervös. Der Koffer fiel in die Tonne. Er verschwand zum Hotel zurück. Semir sah wie Herlitz abfuhr und wartete an der Seite von Lichtenhagen. „Wollen Sie direkt zugreifen, wenn er das Geld abholt?“, wollte dieser wissen. „Nein… denn wir müssen wissen wo das Opfer ist. Und das wird er vermutlich nicht freiwillig sagen. Wir werden ihm folgen und dann hoffen, dass er uns zu Christoph führt. Und dort werden wir ihn dann stellen.“, erklärte Semir. „DA! Das ist Arno… Gott was ist in diesen Jungs nur gefahren. Sie waren immer schwierig aber bisher waren sie nie straffällig geworden… Ich verstehe es einfach nicht.“, stieß Lichtenhagen aus. „Also gut… dann wollen wir ihm mal folgen. Sie hängen sich an mich dran. Ich bleibe direkt an ihm. Aber achten Sie darauf, dass er Sie nicht bemerkt… Ein Toter und ein Schwerverletzter reichen mir völlig aus.“, ermahnte Semir den Mann. „Ich mache meinen Job nicht erst seit Gestern!“, fauchte Lichtenhagen zurück.