Beiträge von Elvira

    Walther Griese sah die Beiden an, als sie in sein Arbeitszimmer kamen. „Die Bullen haben also schon die Spur aufgenommen?“ harkte er nach. Heinrich nickte. „Ja… dieser Bulle war von der Kripo….klar..die haben die Leiche untersucht und festgestellt, dass er erschossen wurde…das ist die normale Vorgehensweise. Aber…in der Wohnung wird er nichts gefunden haben…absolut nichts. Keine Videos…keine Fotos…und absolut keine Tiere. Damit sind die nächsten Versuche doch so gut wie unbeobachtet…“ grinste Frank. Walther sah ihn böse an. „Die nächsten Versuche? Der Kerl hat alle Viecher frei gelassen. Wir müssen neue haben….und wir müssen versuchen nicht mehr aufzufallen. Die Versuchstiere werden künftig verbrannt und nicht mehr abgelegt.“ erklärte Walther leise. „Ja gut..und wo willst du sie verbrennen? Einfach in eine Tonne und dann Feuer oder was? Das ruft doch sofort die Feuerwehr auf den Plan. Wie ist es denn, wenn wir die Versuche unterbrechen und erst einmal Ruhe aufkommen lassen?“ schlug Heinrich vor. „Das geht nicht…“ kam von Walther. „Warum nicht?“ harkte Heinrich nach. „Weil ich dieses Zeug möglichst bald auf dem Markt sehen will. Die Versuche und die Entwicklung haben jetzt schon einige hunderttausend Euro gekostet. Ich will endlich Gewinn machen und ich will das möglichst bald an die Dealer abgeben. Wobei wir beim nächsten Problem sind. Wir brauchen Dealer. Junge Leute…die in Discos eingelassen werden….und natürlich auch vor den Schulen. Aber diesmal werden wir sehr vorsichtig sein. Viele Bullen schleichen um die Haupt- und Realschulen. Grundschulen sind eh tabu…. Wir müssen diesmal vielleicht die Berufskollegs angehen. Da haben wir eine größere Abnahmemöglichkeit, weil die Kids dort Geld bekommen und sich das Zeug auch leisten kann.“ meinte Walther nur. Frank sah Heinrich an. „Den Bullen haben wir festgesetzt… aber er wird sicher schon vermisst werden. Vermutlich haben die Kollegen ihn auch schon vermisst und gefunden.“ Dachte Frank nach. Walther sah ihn an. „Warum habt ihr ihn nicht hergebracht? Er wäre sicher gut als Versuchskaninchen für die Droge geworden. Wie sie auf die Tiere wirkt wissen wir…aber wie wirkt sie auf Menschen. Ich muss anfangen dieses Zeug bei Menschen zu versuchen. Besorgt mit welche…aber sie müssen gesund sein….gesund und am besten durchtrainiert. Sportler oder aber Bullen…ja…das wäre es…ein süchtiger Bulle in unseren Reihen. Er bekommt das Zeug was er braucht und versorgt und mit Informationen.“ dachte Walther laut nach. „Siehst du… wir hätten ihn doch mitnehmen sollen..“ kam wütend von Frank. Heinrich antwortete nichts.

    „Semir? Sind Sie in Ordnung?“ kam sofort von Kim, als er mit Hotte und Dieter in der Wache ankam. „Danke ja..bis auf eine Platzwunde am Hinterkopf geht es mir gut. Ich brauch den Phantomzeichner…einen der Kerle hab ich gesehen und ich wette, dass er in unserer Kartei ist.“ Knurrte Semir. „Haben Sie sich untersuchen lassen?“ harkte Kim nach. „Nein…wie gesagt.. ist nur ne Platzwunde..“ lehnte Semir ab. „Wo ist denn der Zeichner?“ Er sah Susanne an. „Er kommt sofort. Haben Sie etwas gefunden, was uns weiter hilft?“ beruhigte Kim ihn. „Nein….ich war durch und wollte die Wohnung gerade verlassen, als die Kerle rein kamen. Erst war es nur einer, aber als ich diesen stellen wollte hörte ich einen zweiten. Ich hab mich also versteckt und konnte dann abhauen. Die haben mich wohl dabei bemerkt und die Verfolgung aufgenommen. An der Tür hatten sie mich dann gestellt und niedergeschlagen. Aber ich wurde schneller wach und hab mich erst mal noch tot gestellt. Die haben was von Tierversuchen gefaselt und dass es vielleicht gut ist, die Tests auch an Menschen zu machen. Der eine wollte mich sogar mitnehmen und irgendwo in ein Erdloch verrecken lassen. Der andere war da etwas umsichtiger und hat mich dann gefesselt und geknebelt in der Wohnung gelassen wo mich Hotte und Dieter dann gefunden haben.“ Erzählte Semir den Ablauf. Kim nickte. „Also steckt mehr hinter dem Toten als wir vermutet haben. Ach Hartmut hat was für Sie… er erwartet Sie in der KTU. Wo ist Ben?“ wollte Kim wissen. „Er hat noch einen Tag Urlaub, aber er ist schon da. Schließlich hatte er ja diesen Unfall gemeldet.“ erklärte Semir kurz und wollte gerade zur KTU als der Zeichner rein kam. „Gut…machen wir erst mal das Bild..“ nickte Semir und ließ sich von dem Zeichner ein Bild seiner Beobachtung machen. Es dauerte eine gute Stunde bis das Ergebnis zufriedenstellend war. Semir nahm das Bild und legte es Susanne vor. „so…lässt du des durchlaufen und gibst mir Bescheid wenn du ihn gefunden hast?“ bat er sie. Seine Hand ging zum Kopf, denn dort machten sich starke Schmerzen bemerkbar. „Hast du ein Aspirin?“ fragte er leise. Susanne nickte und gab ihm eine Tablette. „Und bitte…sag nichts Andrea...okay?“ bat er noch bevor er verschwand. Er fuhr zur KTU wo Hartmut schon auf ihn wartete. „Ich habe eine Speicherkarte gefunden. Aber die Reparatur der darauf befindlichen Daten dauert noch. Ich habe nur ein paar Fragmente schon mal sichten können. Da war was von einem Labor zu sehen. Tiere…und Ärzte….also wenn du mich fragst, dann waren das Versuchstiere..“ erklärte der Techniker. Semir nickte. Das passte zu dem was er mitbekommen hatte. Der Rest des Tages verließ ohne Komplikationen oder neuen Erkenntnissen. Semir fuhr nach Hause wo seine Frau und seine Kinder bereits auf ihn warteten.

    Semir folgte der Richtung und musste schlucken. „Oh…das..ist aber kein Schwein….“, stieß er aus. „Nee…nicht wirklich..mir ist schlecht...“, kam von Ben. Er sprang von der Ladefläche und holte tief Luft. „Kann ich jetzt weiterfahren?“, wollte der Fahrer wissen. Semir kam ebenfalls runter. „Der Wagen ist konfisziert….können Sie mir sagen, wie es sein kann, dass eine Leiche da drin ist?“, fragte er. „Wie bitte? Aber…das …das….ist unglaublich...“, stammelte der Fahrer. „Nein..leider nicht…“, gab Semir zurück und rief die Spurensicherung. Er sah zu Ben, der an der Leitplanke saß und ging hin. „Na geht’s wieder?“, wollte er wissen. Er schlug Ben ermunternd auf die Schulter. „Ja...schon gut…boah....wie ekelhaft…“, meinte Ben. „Ja…ich werde mal sehen, ob der Typ Papiere bei sich hat. So wie der aussieht, waren die letzten Stunden kein Zuckerschlecken…“, kam von Semir. Er zog sich Handschuhe an, kletterte erneut auf die Ladefläche und ging zu der Leiche. „Zeig mir mal, wer du bist…“, murmelte Semir und durchsuchte die Leiche. Er fand sogar eine Brieftasche. „Na, wenn einem die Arbeit so leicht gemacht wird…ist es doch klasse.“, lachte er und zog den Ausweis heraus. „Marvin Keller….“, las Semir vor. „Hey…dass ihr Beide mal wieder was Schlimmes anstellt war mir eigentlich klar...“, riss ihn eine Stimme aus den Gedanken. Semir sah auf. „Wegener…wie geht’s?“, wollte er wissen. „Danke der Nachfrage…dank euch kann ich keinen Feierabend machen, aber sonst geht es mir gut...“, knurrte der Gerichtsmediziner, der sich nach seinem anstrengenden Nachtdienst eigentlich auf sein Bett freute. „Komm rauf, die Arbeit hängt hier.“, grinste Semir und reichte dem Arzt die Hand. Mit einem Ruck zog er ihn auf die Fläche. Wegener sah sich den Leichnam an. „Also wenn ich das so sehe…diese Stelle am Hals sieht aus wie Elektroschockermale…aber genaueres wie immer nach der Obduktion.“, erklärte er. „Ja sicher.. und du weißt wie immer…“, grinste Semir. „Ja...ich weiß...so schnell wie möglich…“, knurrte Wegener zurück.

    Lysanne lag auf ihrem Bett und weinte nur. Fabian hatte ihr schmerzhaft gezeigt, was passierte, wenn sie sich gegen seinen Befehl stellte. Die Tür ging auf und Josefine kam herein. „Hey…Kleines…geht es wieder?“, wollte sie besorgt wissen. „Ich will hier weg!! Ich will das nicht...“, weinte Lysanne. „Komm…nimm das...es hilft zwar nicht dabei dich hier raus zu bringen, aber es hilft dir zu vergessen.“, erklärte Josefine. Lysanne sah sie an. „Was ist das?“, fragte sie schluchzend. „Ich weiß nicht...aber danach ist es anders…“, meinte Josefine. Lysanne nahm eine der blauen Tabletten und schluckte sie runter. „Du solltest dich waschen… die Kunden kommen sicher in ein oder zwei Stunden und Fabian kennt kein Pardon.“, schlug Josefine vor. „Ich will das aber nicht…“, begehrte Lysanne auf. „Sanne…du kannst dich nicht dagegen wehren. Er wird dich dafür bestrafen. Die Schläge waren nur der Anfang…ich … glaube mir, ich weiß es...“, kam leise von Josefine. „Hat er das bei dir auch gemacht?“, wollte Lysanne wissen. „Nicht nur er….weißt du…als ich hier gekauft wurde, da...da dachte ich …ich müsste sterben. Florian hat mir Kunden ran gebracht und…ich habe erst nicht gewollt, er hat mich dann windelweich geprügelt und eingesperrt. Tagelang….war ich im Keller ohne Licht, ohne Kontakt zur Außenwelt…und eines Tages kam er mit sechs Mann in meine Zelle…alle haben…“, Josefine stockte. „…seit dem weiß ich, dass es besser ist freiwillig mitzumachen…“, hängte sie an. Lysanne sah sie an. „Mein Vater wird mich retten…das weiß ich…mein Vater wird mich hier raus holen...irgendwie…“, gab sie leise von sich. „Dein Vater? Weiß der denn, wo du bist?“, wollte Josefine wissen. „Er sitzt im Gefängnis, doch ich weiß, dass er genau weiß, was ich tue…und er wird mich hier raus holen lassen…“, versprach Lysanne. Josefine sah sie an. „Merkst du die Wirkung schon?“, fragte sie denn Lysanne legte sich hin und fing an zu kichern. Josefine stand auf und ging zur Tür. „Arme kleine Sanne…“, murmelte sie und verließ das Zimmer.

    uops...na dann halt hier... den neuen Teil...;)

    Auch dieses freie Wochenende ging für unsere Helden zu Ende und schon war der Montag wieder da. „Morgen...“, gab Ben etwas verschlafen von sich, als er ins Büro kam. Seine Schritte stoppten, als er den leeren Stuhl seines Partners sah. „Äh...“, kam es verwundert von dem jungen Hauptkommissar und sofort ging er zu Susanne wieder vor. „Sag mal, ist Semir noch gar nicht aufgetaucht?“, wollte er wissen. Susanne blickte ihn an. „Nein, ich wundere mich auch...immerhin ist er der erste von euch beiden.“, grinste sie. Ben erwiderte das Lächeln. „Dann bin ich wohl dieses Mal der Erste.“, lachte Ben und wollte schon in sein Büro zurückgehen, als ihm plötzlich und unverhofft jemand auf die Schultern schlug. „Morgen Kollege...“, ertönte die kecke Stimme von Semir und schon war der Deutschtürke an Ben vorbei ins Büro geschlüpft. Der junge Hauptkommissar folgte seinem Kollegen, stellte sich dann mit verschränkten Armen in die Tür und sah seinen Partner nur an. „Los...sag es...“, forderte Ben grinsend. „Was soll ich sagen?“, fragte Semir nur. „Ich war früher da, als du...ich hab dich geschlagen...“, präzisierte Ben. „Toll, du warst ein Mal früher da, als sonst...soll ich dir dafür ein Euro geben?“, feixte Semir nur. „Nö, aber du könntest mir einen Kaffee holen.“, grinste Ben nur. „Träum weiter...den kannst du dir selbst holen...aber erstmal machen wir unsere morgendliche Runde auf der Autobahn.“, bestimmte Semir und war schon auf dem Weg zum Parkplatz.

    Der BMW brauste über die Autobahn und suchte sich seinen Weg durch den morgendlichen Berufsverkehr. „Und, wie war dein Wochenende?“, wollte Semir von seinem Partner und Freund wissen. „Klasse...so eine Motorradtour ist doch was feines. Wenn der Wind dir um die Nase weht und du nichts weiter als die Maschine unter dir spürst.“, grinste Ben und sah zu Semir hinüber. „Ja, und die vielen Käfer, die einen ins Gesicht fliegen oder die Fliegen oder...“, fing Semir an. „Ja klar Semir...Wie war eigentlich das Familienwochenende?“, wollte Ben dann wissen. „Sehr gut...endlich hatte ich mal wieder Zeit für meine Kinder. Wir haben einfach die Sonne genossen und im familieneigenen Pool gebadet.“, lachte der Deutschtürke. „Äh Semir...ihr habt keinen Pool...dafür reicht ja nicht einmal euer Garten aus.“, meinte Ben stichelnd. „Ja hallo? So ein Planschbecken ist doch auch was Feines...“, grummelte der Deutschtürke nur. „Alles klar...“, lachte Ben und warf einen kurzen Blick nach rechts. „Hmm, ich glaub, der verliert hier seine halbe Ladung...“ Semir sah ebenfalls nach rechts. Ein Laster, der direkt neben dem BMW fuhr, schien ein Leck zu haben. „Holla...der verschmiert die ganze Fahrbahn. Na, den holen wir besser mal raus, ehe noch etwas passiert.“, bestimmte Semir nur. Ben nickte und holte die Kelle hervor, ließ das Fenster runter und fuchtelte mit seiner Polizeikelle vor der Scheibe des Lkws herum. Dieser reagierte und gemeinsam fuhren sie auf den nächsten Rastplatz hinaus. „Was ist denn los? Ich hab mich doch an die Geschwindigkeit gehalten?“, knurrte der Fahrer und streckte seinen Kopf zum Fenster hinaus. „Meister, ich glaube, ihre Kühlung hat ein Leck. Haben sie das nicht gemerkt?“, meinte Ben nur und deutete nach hinten. „Was? Oh verdammt, das war aber noch in Ordnung, als ich los bin.“, fauchte Günther Neuroth und kletterte aus seinem Führerhaus. „Was haben sie denn geladen?“, wollte Semir wissen. „Fleisch...oder anders gesagt, gefrorene Schweinehälften, die ich von einem Schlachter hole und an eine Großmetzgerei liefere.“, erwiderte der Mann und sah sich sein Kühlaggregat an. „Oh man...der Schlauch ist abgefallen...kein Wunder, dass das Ding nicht kühlt.“, fauchte er nur und fummelte die Öffnung des Schlaues wieder an die Maschine. „Ich seh mir mal die Ladung an...“, meinte Ben nur und ging nach hinten, ließ die Verladefläche runterfahren und sprang mit einem Satz hoch. „Kann ich mal ihre Papiere sehen?“, bat Semir den Mann und dieser nickte nur. Plötzlich forderte ein Schrei Semirs volle Aufmerksamkeit. „Ben? Ben?“, rief Semir nach hinten und hechtete ebenfalls auf die Ladefläche. Ben war zu Boden gesunken und zeigte nur mit zitternder Hand auf einen der Haken.

    Semir kam langsam zu sich. Er wollte sich aufrichten, als er die Handfesseln spürte. Vorsichtig öffnete er die Augen. „Was machen wir jetzt mit ihm?“ hörte er. „Keine Ahnung….wir packen ihn in sein Auto und hauen dann selbst ab.“ schlug einer der Männer vor. „Der hat uns gesehen…verdammt der kann uns beschreiben….wir müssen ihn beseitigen..“ stieß der zweite aus. Dieser Vorschlag gefiel Semir nicht wirklich. „Ein Bullenmord ist kein Kinderspiel. Wenn du einen von ihnen tötest, dann ist es als wenn du eine Ameise tötest…es kommen tausende zur Beerdigung. Und dann blasen sie zur Jagd…das ist kein Spiel…nein…nein….lass ihn leben…wir packen ihn irgendwo hin…nehmen ihm Handy und alles ab, womit er Hilfe holen kann und fahren dann zu Griese. Er soll entscheiden, was wir mit ihm machen. Ich kenne da ein kleines Erdloch auf dem alten Kasernenhof in Longerich. Wir müssen ihn nur ab und zu was zu essen bringen. Griese kann sich dann darum kümmern. Ich könnte mir vorstellen, dass er sich als Versuchskaninchen für die neue Droge sehr gut eignet. Er ist gesund und er ist durchtrainiert. Na los…packen wir ihn auf den Rücksitz...“ hörte er von dem Ersten. Bis jetzt hatte er seine Augen geschlossen gehalten. Er hielt es einfach für besser den toten Mann zu spielen. Er fühlte wie Hände ihn abtasteten und ihm alles abnahmen. Autoschlüssel, Handy und Hausschlüssel wanderten zu den Männern. Nun hielt er es für besser sich bemerkbar zu machen, denn die Aussicht irgendwo in einem Erdloch zu hocken fand er nicht gut. Er stöhnte leise und zuckte zusammen. Sofort spürte er eine Waffe in der Seite. Verdammt wieso war niemand auf der Straße, die dieses Spektakel mitbekam. Doch erst jetzt registrierte Semir, dass er in der Wohnung des toten Peter Lörrach war. Also hatten die Männer ihn hochgeschleppt um in aller Ruhe die Wohnung zu durchsuchen. „Ganz ruhig mein Freund….ganz ruhig…wenn du dich zu sehr bewegst, dann werde ich böse und könnte ein Zucken im Finger bekommen. Das ist ganz ungesund…glaub mir…sehr ungesund…“ drohte die Stimme. „Was wollen Sie von mir?“ stieß Semir fragend aus. „Nichts…absolut gar nichts…“ höhnte die Stimme. „Weißt du was.. wir packen das Zeug ein und lassen ihn einfach hier liegen…ist sicher besser für unsere Nerven..“ kam von der anderen Seite. Mit dieser Lösung wäre auch Semir einverstanden und hoffte innig, dass der Komplize diesem Plan zustimmte. „Also gut….lassen wir ihn hier liegen…aber wir knebeln ihn. Ich will wenigstens ein paar Stunden Ruhe haben..“ stimmte dieser zu. Semir schloss erleichtert die Augen.

    „Wo ist Gerkan?“ wollte Kim wissen, als sie ins Büro kam. „Er ist in die Wohnung des Toten gefahren. Das ist allerdings jetzt schon zwei Stunden her. Ich versuche ihn mal auf seinem Handy zu erreichen.“ schlug Susanne vor. „Ja machen Sie das… und wenn er wieder da ist, soll er zu mir kommen...“ befahl Kim. Susanne nickte und griff zum Telefon. Sie wählte Semir an und ließ es zigmal klingeln. Semir meldete sich nicht. „Frau Krüger….Semir meldet sich nicht…“ gab sie durch. „Dann schicken Sie Herzberger und Bonrath zu der Adresse. Sie sollen sich dort umsehen und ihn suchen.“ Kam der nächste Befehl von Kim. „Dieter, Hotte..fahrt doch bitte zu dieser Adresse. Semir ist da hin und meldet sich nicht..“ gab sie den Befehl freundlich weiter. Die beiden Polizisten machten sich sofort auf den Weg. „Weißt du was mich nicht wundern würde, wenn Semir längst weg ist und bei Ben in der Wohnung ist. Er weiß doch sicher, dass er schon zurück ist. Ben hat ihn doch angerufen…die beiden hängen doch immer zusammen…“ knurrte Dieter. „Dann hätte er sich aber wenigstens abgemeldet damit wir uns keine Sorgen machen…Wo ist denn der Fahrstuhl?“ wollte Hotte wissen, als sie das Haus betraten. „Der Mann wohnt in der 6. Etage….und das heißt…Treppen steigen…komm mein Dickerchen..“ grinste Dieter und machte sich daran, die Treppen zu erklimmen. „Och nee…..da muss ich mich ja anstrengen…“ stöhnte Hotte. Doch er kam nicht drum herum die Treppen zu steigen. Völlig außer Atem stemmte sich Hotte in der sechsten Etage gegen die Wand. „Ich…kann nicht..mehr…“ pustete er. „So…das ist die Wohnung…“ meinte Dieter und öffnete die Tür. „Semir?“ rief er fragend in die Wohnung. Erst kam nichts. „Nun komm schon Hotte….“ ermahnte er seinen Partner. „Ja … ja….ich bin nicht mehr der Jüngste..“ motzte Hotte und kam mit schweren Schritten auf ihn zu. Gemeinsam betraten sie die Wohnung. „Semir?“ rief Hotte nun auch. Nichts kam zurück. „Der Wagen steht doch unten…er muss hier sein…..“ murmelte Dieter nachdenklich. In diesem Augenblick kam ein lautes Geräusch aus dem Badezimmer. Dieter und Hotte zogen ihre Waffen und gingen nachsehen. Vorsichtig stieß Dieter die Tür auf und Hotte zielte mit der Waffe hinein. „Semir…Gott..“ stieß Hotte aus, als er seinen Kollegen am Boden sah. Gefesselt und geknebelt. „Warte mein Junge…ich helfe dir…“ kam sofort von ihm. Er steckte die Waffe weg und zog den Schlüssel für die Handschellen aus der Tasche. Mit schnellen Griffen war Semir befreit. „Boah….nee…ich hab Durst..“ stieß der Deutschtürke aus.

    So da Chris nicht da ist, von mir ein paar Teile nacheinander.....

    Roman streifte sich die Handschuhe von den Fingern, als er aus dem Kühltransporter zurückkam. „So, der ist...wie sagt man so schön...auf Eis gelegt. Der wird keiner mehr was antun.“, grinste er und sah Klaus an, der damit beschäftigt war, die blutige Folie wieder aufzurollen. „Das war ja fast zu einfach...er hat gewinselt wie ein Baby...“, lachte er. „Ja, aber dadurch wissen wir immer noch nicht, wo Kalvus Tochter ist...“, zischte Roman und schloss die Ladefläche des Kühllasters, ohne dabei seine Fingerabdrücke zu hinterlassen. „Wieso musstest du ihn auch die volle Dosis geben...ich hatte doch gesagt, klein anfangen...“, knurrte er seinen Mitarbeiter an. „Das Gerät war wohl noch auf die hohe Voltzahl vom letzten Mal eingestellt. Sorry Boss...“, versuchte sich Klaus zu entschuldigen, doch die flache Hand von Roman machte ihm deutlich, wie schwer er versagt hatte. Roman holte aus und schlug ihm ins Gesicht. Klaus steckte es ein, ohne etwas zu tun. „Das nächste Mal wirst du es vorher testen...ist das klar?“, fauchte Roman. Klaus nickte nur. Er rieb sich die Wange, wo sich die fünf Finger von Roman abbildeten. „Und nun wirst du dich in den Bordellen umsehen...irgendwo wird die Kleine sein…“, befahl Roman. Klaus nickte nur und machte sich an die Arbeit. Er fuhr zunächst nach Düsseldorf, da er von einem Informanten erfahren hatte, dass sich Frischfleisch in den Bordellen befand. Vielleicht hatte er direkt Glück und fand die Kleine von Kalvus. Klaus verstand nicht, warum Roman alles tat, was dieser Typ sagte. Er war doch im Knast...und konnte nichts unternehmen…aber das war nicht seine Sache. Ihm war wichtiger dass er Preis stimmte und er sein Geld auch bekam.

    „HEY!!! Das ist unfair!!“, lachte Semir als Ayda ihm einen Eimer mit kaltem Wasser über den Kopf schüttete. „Na warte!! Jetzt holt der Papa dich...!“, meinte er und lud seine Wasserpistole nach und spritzte dann seine Tochter nach. Ayda lachte und gluckste vor Freude. Sie genoss die Tage mit ihrem Vater, die viel zu selten waren und auch Semir genoss es für seine Familie da zu sein. Der Tag neigte sich dem Ende und es wurde kühler. Semir und Ayda mussten dem Wasser für den heutigen Tag auf Wiedersehen sagen und sich in ein Handtuch wickeln. „So….Layla muss gleich ihre Flasche haben….gibst du sie ihr?“, wollte Andrea von Semir wissen. „Ja…gern…“, zitterte Semir. „War das Wasser zu kalt?“, lachte Andrea. „Nein…es war herrlich…“, strahlte Semir nur. Gegen sieben gingen sie alle rein. Ayda wurde kurz abgeduscht und eingecremt, da die Haut des Mädchens durch die Wasserschlacht mit ihrem Vater ziemlich durchgeweicht war. Andrea bereitete Layla für das Bett vor und auch Ayda schien völlig fertig zu sein. Gegen halb acht waren die Mädchen im Bett und schliefen bereits tief und fest. „Es war ein herrliches Wochenende...“, meinte Semir, als er bei Andrea auf dem Schoß lag. Andrea streichelte über die Stirn ihres Mannes. „Ja..schade nur, dass sie so selten sind…“, meinte sie und beugte sich zu ihn um ihn zu küssten. Semir kam ihr entgegen. „Ich verspreche dir, dass sie demnächst öfter sind...“, kam von Semir. „Semir…versprich nichts, was du nicht halten kannst. Du weißt nie, was passiert. Wie dein Dienst ist oder was du an Überstunden leisten musst. Ich finde es schön, dass wir wenigstens manchmal so unbeschwerte Tage haben können….“, erklärte Andrea

    „Whow…..das war gut...“, kam von Ben, als sie die Gitarren weglegten und das kleine Feuer in der Feuerstelle löschten. Riko nickte. „Schade nur, dass das Wochenende schon fast um ist. Du wirst sicher wieder Dienst machen und die Autos schrotten…macht dir das eigentlich wirklich Spaß? Ich meine… du müsstest doch gar nicht arbeiten…“, wollte er von Ben wissen. „Ich müsste nicht, aber ich will. Und ja…es macht mir Spaß über die Autobahn zu rasen und die bösen Buben zur Strecke zu bringen.“, bestätigte Ben. „Jeder hat seinen Spaß. Wie kommst du denn mit den Kollegen zu Recht? Gibt es da nicht mal so etwas wie Machtgehabe?“, harkte er nach. Ben schüttelte den Kopf. „Nein…sicher…es gibt schon mal ein paar Auseinandersetzungen aber…nichts, was nicht innerhalb weniger Augenblicke wieder vergessen ist…“, erklärte Ben. „Wer ist denn eigentlich höher gestellt….du oder dein Partner?“, kam die nächste Frage. Ben grinste. „Tja…wir sind beide Hauptkommissare…und wir stehen gleich. Er hat natürlich mehr Erfahrung, aber das hat nicht viel zu sagen. Wichtig ist, dass wir uns aufeinander verlassen können, wenn es darauf ankommt.“, erklärte Ben bereitwillig. „Und wie oft kommt es vor, dass ihr so richtig in der Klemme sitzt?“, fragte Riko nach. „Das passiert schon mal, aber nicht oft. Wir wissen ja, wen wir jagen und können die Risiken einschätzen. Wir gehen so wenig Risiko ein, wie nur möglich…“, antwortete Ben. „Und was wenn es nicht möglich ist?“, wollte Sven wissen. Ben lächelte. „Dann hoffen wir, dass wir Hilfe von außen bekommen…“, gab Ben grinsend von sich.

    „Was ist denn jetzt?“ fragte Heinrich und sah Frank wühlen. „Hier ist nichts…. Scheinbar war alles was er hatte im Wagen und ist verbrannt. Das wird Griese freuen. Er kann seine Arbeit fortsetzen und die ultimative Waffe gegen alle versuchen zu finden. Oder wie er will die neueste Synthetikdroge mit denen sich die Fixer sich in eine andere Welt schießen….ha…die Versuche an den Viechern werden ihn reich machen…“ lachte Frank. „ja….nur wenn die Bullen dahinter kommen, das Lörrach keinen natürlichen Tod gestorben bzw. bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, werden sie anfangen nach zu forschen und sicher auch diese Wohnung finden. Wir müssen dafür sorgen, dass sie hier nichts finden…“ knurrte Heinrich. Ein Geräusch ließ die Beiden zusammen zucken. „Hast du die Tür nicht zu gemacht?“ wollte Frank wissen. „Natürlich hab ich sie geschlossen…warte ich sehe nach..!“ fauchte Heinrich zurück und ging in Richtung Tür. Die Tür war geschlossen. Dennoch wurde er das Gefühl nicht los, dass sich hier jemand aus dem Staub gemacht hatte. „Frank…. Da scheint es einer sehr eilig zu haben. Komm wir schnappen ihn uns. Vielleicht ist das ein Helfer von diesem Typen….“ stieß Heinrich aus. Schon rannten die Beiden aus der Wohnung. Sie sahen nur eine Etage unter ihnen eine weitere Person rennen. „Los…wir müssen ihn kriegen!“ wiederholte Heinrich. Frank nickte. Er öffnete das Fenster und benutzte die Feuerleiter. Sie war schneller zu benutzen als das Treppenhaus und er schaffte es vor Heinrich auf der Straße zu sein. Gerade als die Tür aufging und die Person, die sie im Haus sahen heraustrat, stand er davor. Er zog seine Waffe und stieß sie dem Mann in den Bauch. „Keine Bewegung mehr…“ fauchte er ihn an. Der Mann hob die Hände. „Okay….okay…ganz ruhig…“ stieß er atemlos aus. „Hey….verdammt das ist ein Bulle!“ schrie Heinrich, der die Waffe am Gürtel sah. Frank sah ihn erstaunt an. Der Mann vor seiner Waffe nutzte die Verwirrung und schlug zu. Doch er war nicht schnell genug um Beide auszuschalten. Frank ging durch einen Schlag zu Boden. Heinrich hob seine Waffenhand und schlug dem Mann ins Genick. Mit einem Stöhnen ging der Polizist zu Boden. Heinrich tastete den Mann ab und fand die Handschellen. Er fesselte die Hände auf dem Rücken und kümmerte sich dann um Frank. Mit leichten Schlägen holte er ihn zurück. „Hey…komm schon…wir müssen weg…“ ermahnte er ihn. Frank sah ihn mit glasigen Augen an. „Verdammt…dieser Mistkerl…“ stieß er aus. Er kam mit Heinrichs Hilfe auf die Beine. „Wo ist er? Was hast du mit ihm gemacht?“ fragte er stöhnend. „Er schläft gerade. Er heißt Semir Gerkan..und ist von der Kripo Autobahn...“ las Heinrich vor, der den Ausweis von Semir ihn den Händen hielt. „Was machen wir jetzt mit ihm?“ wollte Frank wissen.

    „Guten Morgen Bonny….“ grinste Ben die Hundedame an, die zu seinen Füßen im Bett lag. „Hast du gut geschlafen?“ wollte er wissen. Sofort kam Bonny zu ihm und leckte seine Hand. „Ja….dir gefällt es hier was? Schade, dass ich dich nicht behalten kann. Aber ich verspreche dir, dass ich dich besuchen werde. Ganz großes Ehrenwort.“ erklärte er und kraulte das Tier. „Na lass uns mal Frühstück machen. Ich habe Hunger…..und wir müssen noch raus… du musst doch sicher oder?“ harkte er nach. Er schlug die Decke zur Seite und zog sich schnell einen Trainingsanzug an. Dann stand er auf und wollte ins Bad gehen, als er in etwas Weiches und feuchtes trat. Langsam ließ er seinen Blick nach unten wandern. „Oh…nein…“ stöhnte er als er das Häufchen sah, in dem er getreten war. Bonny jaulte leise und sah ihn über die Bettkante hinaus an. Ben lächelte. „war wohl etwas zu viel zu fressen was…?“ fragte er klagend. Er hatte zu wenig mit Hunden zu tun, um zu wissen, dass Welpen nicht direkt stubenrein waren. So nahm er etwas Zeitungspapier und putzte die Angelegenheit weg. Dann verschwand er unter der Dusche um den eigenartigen Geruch weg zu bekommen. Anschließend zog er sich an, schnappte sich die Leine und ging mit seinem Gast Gassi. „Bonny…mein Wohnzimmer und mein Schlafzimmer sind kein Hundeklo…das musst du lernen….wir haben noch zwei Tage die wir zusammen verbringen also halt dich dran…“ ermahnte er den Hund. Bonny sah ihn an und stieß ein leises „Wuff“ aus. Ben nickte nur. „Schön das du so gehorchen kannst…“ lobte er den Hund. Sie liefen durch den Park. Ben warf ein Stöckchen weg. Bonny setzte sich vor ihn hin und sah ihn an. „Hol das Stöckchen!!“ forderte er Bonny auf, doch die Hündin tat es nicht. Sie sah ihn nur an. Ben lachte leise. „Ich sehe schon… du weißt noch gar nichts vom Leben was….? Pass auf… ich erkläre es dir…also..ich werfe das Stöckchen und du rennst dann hinterher und bringst es mir zurück..dann werfe ich es wieder und du holst es erneut….wollen wir es nochmal versuchen?“ harkte er nach und suchte ein Stöckchen. Wieder ging dieses in einem Hohen Bogen über das Gelände. Bonny legte sich hin und sah dem fliegenden Holzstück hinterher. Ben lachte leise. „Ich versteh schon…das ist ein dämliches Spiel…nicht wahr…wie Recht du doch hast…“ gab er zu. Er ging noch einige Minuten weiter mit Bonny durch den Park bis sich sein Magen meldete. „Ich hab Hunger…komm wir gehen nach Hause…“ lockte er die Hündin die ihm willig folgte.

    „AUA!!!“, schrie Semir und schoss regelrecht aus dem Bett. Etwas hatte ihn gebissen und das konnte nur eins heißen. Felix der Familienkater hatte Hunger. „Du verdammtes Mistvieh!!“, stieß Semir aus. Doch er konnte seinem Lebensretter aus alten Tagen nie lange böse sein. „Kannst du dir nicht mal ne andere Möglichkeit suchen, mich zu wecken…sanfter?“, wollte er wissen und kraulte dem Kater den Nacken. Sofort war ein Schnurren zu hören. „Siehst du...ich bin auch sanft zu dir…“, beklagte Semir sich. „Miau...“, kam von dem Kater. „Ja…du hast gut reden...wenn du so weiter machst dann fällt mein Zeh ab…“, erklärte er und schlurfte in die Küche. Er füllte den Napf des Katers und verzog sich wieder ins Bett. „Was ist denn schon wieder…?“, murmelte Andrea verschlafen. „Felix hatte Hunger...“, erklärte Semir und kuschelte sich eng an seine Frau. „Semir…ich bin noch müde…“, wies Andrea ihn an. „Aber ich will doch noch mal eine Strafe von dir bekommen…“, murmelte Semir und streichelte seine Frau über das Gesicht. Er küsste sie. „Wenn du nicht aufhörst, dann darfst du heute Abend auf der Couch schlafen…“, drohte Andrea verschlafen. Sofort verzog Semir sich auf seine Seite. „Das ist unfair…“, knurrte er. Nun drehte Andrea sich zu ihm um. „Wenn du jetzt brav bist, bekommst du die Strafe heute Abend…“, versprach sie und küsste ihn. „Okay…einverstanden...“, lachte Semir. Er schloss die Augen und war wenig später wieder eingeschlafen.

    Der Samstag ging bei Familie Gerkhan mit dem gemeinsamen Frühstücken los. Doch erstmal musste Semir Brötchen holen fahren. Schnell schwang er sich aufs Fahrrad und fuhr zum nahegelegenen Bäcker, dessen Verkäuferin ihn schon freundlich grüße. „Na Semir, mal wieder Wochenendeinkauf für die Familie?“, wollte Inge wissen. „Genau so ist es...gib mir mal 6 Normale, 2 Käsebrötchen und einen Mohnzopf.“, bat er und erhielt nach wenigen Minuten die frisch aus dem Ofen gekommenen Brötchen, bezahlte und fuhr zurück zur schon sehnsüchtig wartenden Familie. „Na endlich...hast wieder einen Schwatz mit Inge gehalten?“, stichelte Andrea, als sie ihrem Mann die frischen Backwaren abnahm und in den Brotkorb füllte. „Hey, du weißt doch, ich kann einfach dieser Frau kein Gespräch abschlagen...“, lachte er und setzte sich in seinen Terrassenstuhl. Das schön helle Wetter und die wärmenden Strahlen der Sonne luden förmlich zu einem Terrassenfrühstück ein. „Man, der Rasen muss aber wirklich mal gemäht werden.“, meinte Andrea und sah ihren Mann nur vielsagend an. „Ja, ich mach ja nachher schon.“, kam es nur kauend von Semir zurück. „Sehr gut, und wenn du schon dabei bist, kannst du auch gleich das Planschbecken für die Kinder aufstellen.“ „Au ja...“, rief Ayda freudig aus und klatschte dabei vergnügt in die Hände. „Klar mach ich...denn davon hab ich ja auch was...“, grinste Semir nur und aß weiterhin sein Brötchen. Auch Andrea grinste nur vielsagend. Es sollte für beide ein angenehmer Nachmittag werden.

    Auch Ben, Riko und Sven schwangen sich auf ihre Feueröfen, nachdem sie das Gepäck ordentlich verstaut hatten. Die Maschinen brodelten los und die Motoren blubberten auf, als die drei vom Hof des Gasthofes fuhren. Wieder ging die Fahrt die Serpentinen rauf und wieder runter. Vorbei an alten, unheimlich wirkenden Bäumen, die einem dieser Gruselmärchen entsprungen zu sein schienen. Ben konnte sich dennoch nicht von dem Blick lösen und hätte beinahe die Kurve nicht gekriegt. Doch als geübter Fahrer war dies kein ernsthaftes Problem. Bald schon führte sie die Straße auf freies, von Wiesen und Weiden durchzogenes Gelände. Kühe grasten auf den flachen Ebenen und an den einzeln liegenden Hügeln fraßen sich Schafe gierig an dem saftigen Gras satt. Immer wieder überholten sie mutig einige schleichende Autofahrer oder spielten mit sich gegenseitig Fangen. Doch schon bald ereilte das Gefühl des Hungers und so legten sie an einem Rastplatz, unweit eines kleinen Badesees eine Pause ein. „Okay, ich hab hier Frikadellenbrötchen, einmal Käse-Tomate-Morzarella-Brötchen und noch ein Frikadellenbrötchen...wer will was?“, fragte Ben und hielt die Fresspakete einzeln hoch. Sven musste grinsen. „Dass wir dir die Brote anvertraut haben und sie noch da sind, grenzt an ein Wunder.“, lachte er. „Okay, dann kriegst du die Portion für Fleischlose...“, konterte Ben und packte ihm einfach das Tomaten-Käse-Brot vor die Nase. „Hey, so war das eigentlich nicht gedacht...“, begehrte Sven auf. Riko lachte nur und biss in sein Frikadellenbrötchen. „Tja, selbst Schuld...“, grinste er nur und hielt seine Stärkung mit beiden Händen fest, ehe sich das ein anderer schnappen konnte. Dazu hatte Ben jedem ein Wasser hingestellt. Die Drei genossen die sichtliche Ruhe und Entspannung dieses Ausfluges.

    Der nächste Tag fing für Hartmut in der KTU mit der Untersuchung des ausgebrannten Fahrzeugs an. „Man…ich bin froh wenn Ben wieder da ist..“ ließ Semir hören, als er eintrat. „Guten Morgen Semir…. Bist du wegen dem Wagen hier?“ wollte Hartmut wissen. „Ja…Dieter und Hotte haben mir gesagt, dass sie den Wagen zu dir gebracht haben. Hast du schon angefangen?“ wollte Semir wissen. „Ja…und nein…also ich habe gerade angefangen. Sprich du musst noch warten und was anderes vorziehen…vielleicht hat die Pathologie was für dich..“ schlug Hartmut vor. „Ja..gut…ich komme dann in einer Stunde wieder… bis dahin wirst du ja wohl was gefunden haben..“ knurrte Semir und drehte wieder um. Hartmut machte sich daran den Wagen nach und nach auseinander zu nehmen. Er wusste dass in diesem Wagen ein Mann verbrannt war. Noch jetzt sah man die Umrisse der Person die auf dem Fahrersitz gewesen war. Hartmut nahm den Sitz raus und durchsuchte das was vor ihm stand. Das Feuer hatte ganze Arbeit geleistet. Nichts was zu gebrauchen war konnte er finden. „Das gibt es doch gar nicht…“ fluchte er. Dennoch gab er nicht auf. Er wäre nicht Hartmut wenn er nichts finden würde und so kam es auch. Ein unscheinbares kleines Stück Metall fiel ihm in die Hände, als er das was vom Fahrersitz übrig war umdrehte. „Was ist das denn?“ murmelte er und hob das kleine Teil auf. Es stellte sich heraus, dass es eine Minibox war. Eine wo mal Speicherkarten aufbewahren konnte. Er legte die Box auf den Tisch und setzte sich an den PC. Bisher hatte er zwar kein Glück, was die Untersuchung betraf, aber vielleicht war etwas in der Box. Vielleicht sogar eine Speicherkarte…. Mit einer Pinzette öffnete er vorsichtig die Box. Tatsächlich war dort eine Speicherkarte drin. „Na… er sagt es denn..“ grinste er und legte das kleine Ding in sein Lesegerät. Doch nun wurde er enttäuscht. Auf der Karte waren zwar Daten, aber die waren durch das Feuer beschädigt. Nur Fragmente konnte er erkennen. Hartmut überlegte kurz und grinste dann. „Auch das krieg ich wieder hin. Semir wird sicher daran interessiert sein, was auf der Karte ist und ich auch…das bekomme ich hin…“ sprach er leise zu sich selbst.

    „Hallo Doc…hast du was für mich?“ wollte Semir von dem Pathologen wissen. „Ach Semir….immer noch allein?“ stellte der Arzt die Gegenfrage. „Noch zwei Tage, dann ist er wieder da…wie sieht es aus?“ wiederholte Semir. „Nun…der Mann ist nicht in den Flammen gestorben sondern an einer Kugel im Kopf. Es ist also Mord gewesen..oder aber er hat sich selbst während der Fahrt die Kugel gegeben, was ich jedoch ausschließe.“ erklärte der Pathologe. „Okay….weißt du ob er schon lange vor dem Brand tot war?“ harkte Semir nach. „Der Tod ist ca. gegen 14 Uhr eingetreten, das konnte ich feststellen. Aber das warum….das musst du herausfinden..“ erklärte der Pathologe. Semir nickte. „Danke…“ Semir ging und fuhr zurück zur PAST. „Hallo Susanne...hast du das Kennzeichen schon überprüft?“ wollte er wissen und sah sie Sekretärin an. „Ja….der Wagen war auf einem Peter Lörrach zugelassen…er wohnt in der Preußengasse 36 in Köln-Ehrenfeld. Hier…hab ich dir noch aufgeschrieben.“ lächelte sie. Semir bedankte sich und fuhr erneut los. Er fand die Adresse schnell und stieg aus. Das Haus war nicht gerade das Neueste aber in gutem Zustand. Semir stieg die Treppen hoch. Nach den Klingelschildern zu urteilen wohnte Lörrach ganz oben. Natürlich gab es keinen Fahrstuhl und Semir musste die sechs Etagen zu Fuß bezwingen. Etwas außer Atem kam er oben an und klingelte. Niemand öffnete. Semir klopfte an. Doch auch jetzt reagierte niemand. Er nahm sein Dietrich und öffnete die Tür sorgfältig. Die Wohnung war leer. Semir ging von Zimmer zu Zimmer und sah sich um. Peter Lörrach schien ein ordnungsliebender Mensch gewesen. Alles war sauber und ordentlich sortiert. Doch es brachte nichts für die Ermittlungen. Semir wollte gerade zum Handy greifen, als er ein Geräusch vernahm. Es kam von der Tür. Scheinbar machte sich jemand daran zu schaffen. Semir griff zur Waffe und verzog sich in eine Nische die direkt hinter der Tür lag. Er wollte wissen, wer da noch Interesse an das Leben von Peter Lörrach hatte. Semir drückte sich an die Wand. Langsam ging die Tür auf und er sah eine behandschuhte Hand. Lautlos hob er seine Waffe. Er wusste nicht mit wie vielen Gegnern es zu tun hatte und wartete ab. Der Eindringling ging ins Wohnzimmer und Semir hörte wie er anfing die Schränke zu durchsuchen. Lautlos schlich er zur Tür und sah um die Ecke. „Hast du schon was?“ hörte er einen zweiten fragen. Dieser stand auf der anderen Seite der Tür und öffnete sie gerade. Semir hielt den Atem an.

    So Chris...da du uns morgen verlässt...bitte Nachschub. Was hat Annelie gehört? Wer kommt da? Wann verzeiht Ben dem Chris und wo ist Semir?

    Fragen über Fragen....und es gibt nur zwei Personen die uns davon erlösen...können.....


    Also!!!!!

    sooooo in einem Meer von Teddybären....klasse..und welche Farbe? Ich meine es wäre gut zu wissen ob es Plüschhasen waren....hihi..bzw. Plüsckteddys...in pink....oder lila...

    Tja..mit dem Alter kommt die Vergesslichkeit...das kenne ich. Semir ...wir werden alle alt....Chris...weiter bitte....

    Das Fahrzeug stand vollends in Flammen und Ben sah, dass er hier nichts ausrichten konnte. Kein Feuerlöscher der Welt würde hier etwas auswirken. Er sah das am Steuer ein Mensch saß...ein Mensch der in den Flammen umkam. Ben fühlte sich hilflos. Er ging in einem angemessenen Abstand um das Fahrzeug herum. Im Gras nicht weit von ihm lag etwas das sein Interesse weckte. Er ging darauf zu und wollte ansehen, was es war. In diesem Moment hörte er ein klagendes Jaulen. Und nun wusste er was ihn erwartete. Vor ihm lag ein kleiner orangefarbener Hund. Als Ben sich näherte sah er auf. Der Kleine Wollknäuel wollte aufstehen, doch es ging wohl nicht. Er brach wieder zusammen und jaulte. „Hey..mein Kleiner…ganz ruhig… ich tu dir nichts… ich will dir helfen….warst du auch in dem Wagen?“ fragte er und versuchte das Tier zu beruhigen. „War das dein Besitzer?“ harkte er weiter nach und ging langsam mit der Hand auf den Hund zu. „Nur keine Angst…siehst du…ich tu dir nichts….ich will nur sehen, was dir fehlt…einverstanden?“ redete er weiter auf den Hund ein. Ein leises Knurren ertönte. „Ich bin Ben...und wer bist du?“ fragte er. Er nahm das völlig verängstigte Tier am Halsband aus dem viel zu kleinen Käfig und hastete ihn ab. Keine Hundemarke aber ein kleiner Zettel. Ben klappte ihn auseinander „Bonny...“ stand darauf. „Bonny...? Bist du das? Ein hübscher Name für dich...passend...“ sprach er mit dem Tier und fing an es zu kraulen. Der Hund leckte ihm die Hand. „Hast wohl Durst was.....was machen wir denn jetzt mit dir?“ fragte er und sah sich um. Er wollte nicht dabei ertappt werden wie er mit einem Hund sprach. Doch außer ihm war niemand da. Nur aus der Ferne hörte man die nahenden Feuerwehrleute. „na komm... gehen mal zu meinem Auto... ich hab noch etwas Wasser für dich...“ beruhigte Ben das Tier weiter und hob es vorsichtig hoch. „ich muss dich wohl ins Tierheim bringen, mein Kleiner...aber dafür ist es heute schon zu spät. Und vor die Tür setzen, kann ich dich ja wohl schlecht...“ überlegte Ben während er das Tier auf dem Beifahrersitz mit Wasser versorgte. „Noch hab ich drei Tage und wenn ich dich am Montag vor Dienstbeginn weg bringe, dann ist es doch früh genug oder? Natürlich nur wenn du einverstanden bist...“ grinste Ben. Der Hund jaulte leise als würde er genau verstehen, was Ben sagte. „Ich wusste doch dass du damit einverstanden bist...“ lachte Ben und setzte sich neben seinem neuen Freund. Er konnte erst weg, wenn die Kollegen da waren. Und das dauerte noch ganze zwanzig Minuten. „Ben? Was machst du denn hier?“ wurde er aus seinen Gedanken gerissen. „Dieter...Hotte.....hallo...tja...der arme Kerl ist wohl von der Straße abgekommen und...dann hier runter...der Wagen stand schon in Flammen als ich vorbei kam. Hab die Rettung allarmiert nur konnten die nichts ausrichten außer das Löschen anzufangen.“ erklärte Ben in kurzen Sätzen. „Ah...und der ist ohne deine Hilfe von der Straße ab oder wie?“ grinste Dieter. Ben sah ihn strafend an. „Ich finde es nicht lustig...Dieter...der arme Kerl ist vermutlich bei lebendigem Leibe verbrannt...weißt du wie es ist, nichts tun zu können?“ stieß Ben wütend aus. „Entschuldigung..“ murmelte Dieter verlegen. „Ich fahre jetzt nach Hause...bin hundemüde und will noch schlafen...wir sehen uns am Montag...ach ja...und sag bitte Bescheid, dass ich später komme..“ gab Ben bekannt. Dieter und Hotte nickten nur. Ben packte sich auf den Fahrersitz und fuhr los. Sein neuer Freund kroch unter dem Sitz hervor und sah ihn mit großen braunen Augen an. „Sag mal Bonny...kochen kannst du nicht oder?“ grinste er den Hund an. „WAU!!“ kam von seinem neuen Freund was Ben eindeutig als „nein“ deutete.

    Nur eine viertel Stunde später hielt er seinen Sportwagen vor seinem Haus an. „Tja…Bonny….hier wohne ich..“ stellte er seinem neuen Freund das Heim vor. „Wau…!“ kam als Antwort. „Ich versteh schon… du musst mal…. Na dann zeige ich dir gleich wo du morgen leider hin musst…“ erklärte Ben und hob den Hund aus dem Auto. Er hatte vorher schon bemerkt, dass das Tier irgendwie verletzt war, zumindest hatte er den Eindruck. Doch jetzt lief das Tier ohne Probleme. Es war noch ein Welpe und er schien Ben schon in sein Herz geschlossen zu haben. Auch Ben musste sich eingestehen, dass der dieses kleine Wesen mochte. Als Leine benutzte er ein altes Seil, welches Ben im Kofferraum gefunden hatte. „Na komm…wir müssen da hinten lang..“ zog er den Hund in den kleinen Park. Dieser ließ es sich nicht zweimal sagen. Doch dann bemerkte Ben, dass es eine Hundedame war, die er dort an der Leine hatte. „Ah…du bist also eine sie….“ grinste er. Sie liefen eine ganze Weile durch den Park bis sie zu einem Grundstück kamen welches eingezäunt war. „Siehst du Bonny…hier werde ich dich leider hinbringen müssen…“ erklärte Ben und wies auf die Tür. Dort hing ein Zettel und Ben wurde durch seine Neugier dazu getrieben diesen zu lesen. „Oh….die haben bis Montag zu..“ stöhnte er. Er hockte sich vor seiner neuen Freundin und kraulte sie. „Was mach ich denn jetzt? Dann wirst du wohl noch ein paar Tage mit mir vorlieb nehmen müssen. Meinst du wir schaffen das…?“ wollte er wissen. Bonny jaulte leise. „Das sehe ich genauso… und jetzt gehen wir was essen…was meinst du?“ wollte er wissen. Wieder bellte Bonny ihn an. „Ich wusste das du es genauso siehst..“ grinste Ben. „Aber wir müssen noch einkaufen…..“ erklärte Ben weiter. Diesmal kam ein leiser „Wuff“ von Bonny. „..nur ist hier schon alles dicht…der einzige wo ich dich rein schmuggeln kann ist Luigi und Marco.

    Chris du hast doch gelesen...Semir ist ein Vampir mit Eigenanbau....lol.

    aber ich denke auch, dass diese Verletzung sicher noch etwas zu bedeuten hat... bin gespannt und ich will diesmal aber nicht so lange auf Teile warten müssen.....von daher....mach hinne Jenni

    Sanne lag im Bett und sah Marvin an. „Marvin…ich will das nicht mehr...gib das Geld an den Kredithai zurück und dann können wir in Ruhe leben. Wir suchen uns einen Job und dann ist so etwas nie wieder nötig. Ich kam mir so dreckig vor…diese Tablette, die du mir gegeben hast…sie hat mir echt geholfen. Während dieser Kerl auf mich lag, hab ich wunderschöne Farben gesehen….geträumt von einem Bach und ich lag mitten drin…es war schön…aber...“, beklagte Sanne. Marvin lächelte sie an. „Nur keine Sorge….es wird nie wieder so sein...“, beruhigte er sie. Sanne war zufrieden. Sie ahnte nur nicht genau, wie Marvin dies meinte. Denn er war eiskalt und würde sie an die Drogen bringen und dann auf den Strich schicken. Wenn sie erst einmal süchtig war, dann würde sie freiwillig die Beine breit machen… wenn nicht…dann gibt es keine Wunderpille. „Ich liebe dich und mir hat es genauso weh getan…wie du mit diesen Männern im Bett lagst. Aber, hat es dir nicht auch etwas gefallen? Ich meine bist du…?“, wollte er wissen. Sanne dachte kurz nach. „Nun ja…ich…habe ..nein…nicht so wie bei dir…“, lächelte sie dann. „Du bist wunderschön…viele Kerle würden ein Vermögen zahlen, um mit dir zu schlafen…“, machte er ihr Komplimente. „Weißt du…wenn ich 18 bin, dann erbe ich das, was mein Vater mir zugedacht hatte. Der Nachlass meiner Mutter ist sehr groß und…wir können uns dann ein Leben im Luxus machen...“, erzählte Sanne. Marvin horchte auf. „Ich dachte, du bist im Heim groß geworden?“, harkte er nach. „Nein…ich war zwölf als ich ins Heim musste. Mein Vater musste ins Gefängnis und da sich sonst keiner um mich kümmerte musste ich ins Heim…“, erzählte Sanne zum ersten Mal von ihrer Familie. „Dein Vater sitzt im Knast? Warum das denn?“, kam die nächste Frage von Marvin. „Das weiß ich gar nicht so genau….“, gab Sanne zu.

    Ben und seine Freunde suchten sich ein gemütliches Hotel und checkten ein. Zunächst saßen sie noch in der hoteleigenen Bar bis sie gegen Mitternacht gingen sie in ihre Zimmer. Ben dachte erneut über die Gesprächsfetzen nach, die er mitbekommen hatte. Wenn er nicht gerade ein Kriminalist wäre, würde er das sicher vergessen haben, doch irgendwie kam es ihm vor, als würde es hier um die Prostitution gehen. Und dieser Typ war ein Zuhälter…doch wer war das arme Ding? „….noch ein paar Tage und sie ist soweit….“ hallte es in seinem Kopf. Doch die Müdigkeit zollte ihren Tribut. Mit den Gedanken an dieses arme Mädchen, was in die Fänge von skrupellosen Zuhältern war. Er ahnte zu diesem Zeitpunkt nicht, dass er sich mit dieser Sachen noch beschäftigen würde. Die Drei bezogen ihre jeweiligen Zimmer und verabredeten sich den morgigen Samstag zum Frühstück. Ben sagte zu und ließ sich einfach ins Bett fallen, war innerhalb weniger Minuten eingeschlafen. Doch wirklich schlafen konnte er nicht. Immer wieder hallten ihm die Worte wie eine Endlosschleife durch den Kopf und immer wieder sah er die Rückansicht des Mannes. Er wusste nur, dass er jung war. Über das ganze Gegrübel schlief Ben alsbald doch noch ein. Seine Gedanken über den Mann sollten alsbald eine Bestätigung der anderen Art finden.

    „Ich gebe ihnen die Adresse von ein paar Leuten. Sie werden sich darum kümmern, dass dieses Schwein bestraft wird...und zwar, richtig fertig gemacht wird.“, fauchte Kalvus seinen Anwalt an, reichte ihm ein Stück Papier. „Lassen sie das mich lieber auf legalem Wege regeln...Ich kann...“ „Nein, nein, nein...ich will, dass diese Schweine alle bluten...sie sollen alle dafür bezahlen, dass sie meine Tochter besprungen haben.“, zischte Kalvus und lehnte sich bedrohlich weit über den Tisch. Holtzer wich einige Zentimeter zurück. „Meine rechte Hand ist mir immer noch treu ergeben...suchen sie ihn auf und sagen sie ihm, was sie mir gesagt haben. Er wird dann schon wissen, was zu tun ist.“, fauchte Kalvus und hämmerte gegen die Tür. „Und wehe, sie vermasseln es...dann sind sie dran.“, drohte der Haftinsasse, kurz bevor der Wärter die Tür öffnete und ihn wieder in seine Zelle brachte. Holtzer verließ das Gefängnis von Venlo und fuhr zurück nach Deutschland. Die Adresse, wo er Kalvus „rechte Hand“ finden würde, kannte er gut. Er war oft selbst genug zum abendlichen Pokerspielen dort. „Roman...“, rief Holtzer durch das dunkle und mit Rauch verhangene Lokal. Durch die Nebelwand trat eine großgewachsene Person mit einer Schlägervisage auf den Anwalt zu. „Ah, du wieder mal...willst du mich wieder abzocken, oder wie?“, fauchte Roman Fischer und zog an einer dicken Zigarre. „Hier, das ist vom Chef...er will, dass ihr das sofort erledigt.“, meinte der Anwalt und reichte dem Hünen einen Zettel von Kalvus. „Ich verstehe...lass das unsere Sorge sein, Anwältchen...wir machen das schon.“, lachte der Mann und klopfte dem Jurist nur auf die Schulter. „Gut, denn ich will damit nichts zu tun haben.“, fauchte Holtzer und verschwand wieder.

    „Sieh dir das an. Wir müssen ihn schnappen und beseitigen.“ fauchte Heinrich und sah Frank Gerresheim an. „Nur keine Sorge... das haben wir gleich!“ grinste er. Ein kurzer Funkspruch reichte um den Wachdienst zu alarmieren. „Komm...sehen wir uns mal den Vogel an...“ lachte Frank und zog Heinrich mit. Sie rannten ums Haus herum. „DA!!! Den werden wir uns schnappen!“ fauchte Frank und rannte los. Er war schnell, doch der Mann war schneller. Er schaffte es in seinen Wagen zu springen und raste los. Heinrich und Frank nahmen den nächsten Wagen den sie bekommen konnten und nahmen die Verfolgung auf. „Verdammt…wenn der Fotos von mir gemacht hat, dann….werden wir in Teufels Küche landen…du weißt doch wie Walther darüber denkt. Der Kerl nervt uns schon...nun gib doch endlich mal Gas!!“ schrie Heinrich. Frank sah auf die Straße. Er trat das Gaspedal ganz durch. Langsam holte er auf. „Und was willst du machen wenn wir ihn haben?“ wollte er wissen ohne seinen Blick von der Straße zu lassen. Heinrich griff unter seine Jacke und holte eine Waffe hervor. „Gar nichts…ich knall ihn ab und dann ist dieser Kerl Geschichte. Wir nehmen und die Kamera und fertig...“ knurrte er. „Du willst ihn abknallen?“ kam erstaunt die Nachfrage. Heinrich lachte. „Denkst du ich hab Platzpatronen drin? Der Kerl kann uns alle gefährlich werden. So und nun fahr damit ich schießen kann!“ fauchte er wütend. Frank tat wie ihm befohlen wurde und holte den Wagen schnell ein. Heinrich kurbelte das Fenster runter und legte an. Er zielte auf den Reifen des Wagens und drückte an. Wenig später geriet der Wagen ins Schlingern und kam in große Schwierigkeiten. Der Fahrer drehte wie verrückt am Lenkrad. Frank fuhr gleich auf und Heinrich sah den Mann an. Er legte erneut an und schoss. Diesmal ging die Kugel in den Kopf des Fahrers. Der Wagen war somit führerlos und raste auf den Fahrbahnrand zu. Wenig später hob der Wagen ab. Die Böschung die eine Weide von der Autobahn trennte diente als Flughilfe. Der Wagen flog durch die Luft und drehte sich. Frank zog ebenfalls auf die Standspur. Er und Heinrich stiegen aus. Sie sahen wie der Wagen aufschlug und nur Sekunden später in Flammen aufging. Heinrich lachte leise. „Der Fall ist erledigt....alle Beweise werden durch das Feuer vernichtet...“ meinte er, stieg ein und ließ sich von Frank nach Hause bringen. „Willst du nicht nachsehen? Ich meine, es könnte sein, dass etwas von den Bildern übrig ist..“ gab Frank zu bedenken. „Nein...das da ist eine Flammenhölle...der Typ wird bis zur Unkenntlichkeit verbrennen und damit ist es für die Polizei lediglich ein ganz normaler schwerer und tödlicher Unfall..“ grinste Heinrich. Er lehnte sich zurück und streckte sich auf dem Beifahrersitz. „Alle Probleme beseitigt...“ hängte er an.

    Ben war auf der Rückfahrt vom Flughafen zu seiner Wohnung. Vier Wochen war er nun in Dubai gewesen und hatte sich die Sonne auf den Pelz brennen lassen. So sah er jetzt auch aus. Braun wie ein Beduine. Er war vollkommen erholt und freute sich auf die Tage wo er wieder mit Semir über die Autobahn rasen konnte. Noch hatte er drei Tage um sich an das deutsche Klima zu gewöhnen. Das Thermometer zeigte 28° Grad an, dennoch kam es Ben kühl vor. Bevor er auf die A57 fuhr, schloss der die Fenster. Nur eine knappe Stunde und er war wieder zuhause. In seinen eigenen vier Wänden wo er sich wohl fühlte und wo er tun und lassen konnte was er wollte. Als er eine knappe halbe Stunde gefahren war, machte sich ein dringendes Bedürfnis bemerkbar. Direkt am nächsten Rastplatz wollte er raus um sich zu erleichtern. Er fuhr zügig in Richtung Heimat und hielt auf den nächsten Parkplatz an. Das Häuschen sah recht gut und gepflegt aus, was nicht ganz üblich war. Er hielt nicht weit davon an und bemerkte den weißen Golf der ebenfalls hier stand. Der Fahrer schien zu schlafen. Ben machte sich nichts daraus und ging ins Häuschen. Es dauerte gute fünf Minuten bis er wieder am Fahrzeug war. Der weiße Golf war ebenfalls verschwunden. Ben stieg ein und machte sich einmal kurz lang. Dann ging die Fahrt weiter. Als er eine halbe Stunde gefahren war sah er einen Feuerschein. Langsam fuhr er darauf zu. Und dann sah er was dort brannte. Ein Fahrzeug...verdammt...Ben griff mit einer Hand zum Handy und rief die Feuerwehr an. „Ben Jäger hier......auf der A57 in Höhe Kilometer 247 steht ein Fahrzeug in Flammen... Vermutlich ist der Fahrer noch im Fahrzeug...!“ gab er durch und legte direkt auf. Er selbst fuhr rechts ran um nach dem Rechten zu sehen.

    Also eins vorweg..ich finde es klasse, das es Folgefolgen gibt….(lol klasse Wort oder?). Es ist sehr interessant zu erfahren, was aus Cem geworden ist. Ob er die Ausbildung geschafft hat oder nicht….ob er den richtigen Weg geht oder nicht. Und er hat seinen Weg gemacht. Klasse….
    Die Folge selbst hat mir sehr gut gefallen…nur die Musik…nun ja...ist Geschmackssache. Soso…Semir mag auch lieber Lagerfeuerromantik.. Tja und die halbe Brotfabrik…nun ja.. Ben ich verrate dir was…das war nicht mal ein Viertel einer Brotfabrik…ich spreche aus Erfahrung…lol. Das Lachen von Hotte fand ich sehr ansteckend…Köln- Mehlheim…..lol…..

    Und was war das…alle dachten sicher, Ben bekommt einen Anschiss...stattdessen hagelt es ein Lob nach dem Anderen….gut gemacht Ben….sehr gut…. Das Semir sich auf Cems Seite stellt war doch wohl klar…ist schließlich sein Schützling und es war ja auch zu Recht. Der arme Kerl hatte schließlich nichts getan. Mit Hottes Idee, dass Semir ihnen Starthilfe gegeben hatte war ja wohl auch nicht zu glauben…lol Dennoch gute Idee.
    Super fand ich auch, dass Kim sich auf Semirs und Bens Seite stellte als Schrankmann die Beiden verhaften wollten. Klasse gemacht….auf die Chefin ist eben verlass. Die großen Kinder wollen nur spielen….

    Bin gespannt was die Quoten morgen sagen.

    Peter Lörrach sah sich verstohlen um. Hier hörte er das Jammern und Jaulen der Tiere, die er filmen wollte. Er musste der Welt zeigen wie diese Menschen mit den Geschöpfen umging. Die Bänder werden der Polizei und dem Veterinärsamt zugehen. Sie mussten endlich etwas tun, gegen diese sinnlose Gewalt und diesen völlig unsinnigen Versuchen. Langsam schlich er sich an die Tür heran und öffnete sie. Niemand war zu sehen. Hier...ja...genau von der Stelle hatte er die beste Möglichkeit die Greultaten dieser Wissenschaftler zu dokumentieren. Genau hier.... Peter kletterte die kleine Leiter hoch und hockte sich in die Ecke. Im Boden war ein kleines Loch. Peter steckte den beweglichen Teil seines Suchers durch das Loch und sah durch den Sucher. Er sah das Labor und er sah den Mann, der gerade einen kleinen Hund aus dem Käfig nahm und ihn auf den Tisch setze. „so...mein Kleiner….und nun ganz still halten...es tut auch gar nicht weh…“ hörte er den Mann sagen. Nur kurz darauf gab der Kerl dem Tier eine Spritze. Ein Jaulen ging vom Hund aus. Es tat Peter in der Seele weh. Doch nun hielt er seine Kamera auf diese Szene unter ihm. Er nahm alles auf. Auch wie das Tier auf das Etwas, was ihm gespritzt wurde reagierte. Schaum trat aus der Schnauze hervor und das Tier windete sich in Schmerzen. Peter wäre am liebsten durch den Boden ins Labor gesprungen und hätte den Kerl gezeigt, was er davon hielt. Doch er allein konnte nichts gegen diese Tierversuche unternehmen. Er brauchte Hilfe. Er sah wie der Mann den Hund begutachtete und alles schriftlich festhielt. Eine ganze Stunde war das Tier diesen Schmerzen und diesem Mistkerl...diesem Tierquäler hilflos ausgeliefert. Plötzlich war der Hund ruhig. Peter sah auf das Tier. Es lag auf dem Tisch und regte sich nicht mehr. Peter schloss die Augen. Das Tier war tot. Gestorben für eine Medizin, die nie einen Weg in die Legalität erreichte und am Menschen getestet werden oder auch nur im Gesundheitswesen vorgestellt werden würde. Diese Typen waren skrupellos.

    Peter sah wie der Mann im Kittel den toten Hund nahm, in einen Sack steckte und das Labor verließ. Peter hielt die Kamera auf ihn. Doch er zeigte sein Gesicht nicht. Dennoch wusste Peter was mit dem Tier geschah. Dieser Mann würde zu einem abgelegenen Parkplatz an der Autobahn fahren und das tote Tier einfach in den Müll werfen. Er hatte diese Szenen schon längst im Kasten. Nun hieß es eines der armen Wesen dort unten retten. Das war das Wichtigste für Peter. Er kletterte die Leiter runter und schlich in das Labor. Zwanzig traurige Augenpaare sahen ihn an und jaulten. Am liebsten hätte er alle eingepackt und befreit, doch dazu würde die Zeit nicht reichen. Er nahm seine Zange und öffnete das Schloss an dem Käfig der ihm am nächsten stand. Darin lag ein kleiner brauner Wollknäuel der ihn ängstlich ansah. „Komm mein Kleiner...wenigstens dich nehme ich mit...komm..“ lockte er das völlig verängstigte Tier. Er zog es vorsichtig raus und steckte es in die mitgebrachte Box. Dann sah er noch einmal auf die Tiere, die dort in den Käfigen waren. „Ich...verdammt...ich werde euch alle befreien...alle...“ stieß er aus und öffnete einen Käfig nach dem Anderen. Nur wenige Minuten später waren die Hunde und Katzen aus ihren Käfigen gesprungen und richteten das Labor arg her. Peter kümmerte sich nicht darum und machte sich mit seinem geretteten Freund auf den Weg zu seinem Auto. Dass er längst bemerkt wurde, spürte er selbst nicht.