Walther Griese sah die Beiden an, als sie in sein Arbeitszimmer kamen. „Die Bullen haben also schon die Spur aufgenommen?“ harkte er nach. Heinrich nickte. „Ja… dieser Bulle war von der Kripo….klar..die haben die Leiche untersucht und festgestellt, dass er erschossen wurde…das ist die normale Vorgehensweise. Aber…in der Wohnung wird er nichts gefunden haben…absolut nichts. Keine Videos…keine Fotos…und absolut keine Tiere. Damit sind die nächsten Versuche doch so gut wie unbeobachtet…“ grinste Frank. Walther sah ihn böse an. „Die nächsten Versuche? Der Kerl hat alle Viecher frei gelassen. Wir müssen neue haben….und wir müssen versuchen nicht mehr aufzufallen. Die Versuchstiere werden künftig verbrannt und nicht mehr abgelegt.“ erklärte Walther leise. „Ja gut..und wo willst du sie verbrennen? Einfach in eine Tonne und dann Feuer oder was? Das ruft doch sofort die Feuerwehr auf den Plan. Wie ist es denn, wenn wir die Versuche unterbrechen und erst einmal Ruhe aufkommen lassen?“ schlug Heinrich vor. „Das geht nicht…“ kam von Walther. „Warum nicht?“ harkte Heinrich nach. „Weil ich dieses Zeug möglichst bald auf dem Markt sehen will. Die Versuche und die Entwicklung haben jetzt schon einige hunderttausend Euro gekostet. Ich will endlich Gewinn machen und ich will das möglichst bald an die Dealer abgeben. Wobei wir beim nächsten Problem sind. Wir brauchen Dealer. Junge Leute…die in Discos eingelassen werden….und natürlich auch vor den Schulen. Aber diesmal werden wir sehr vorsichtig sein. Viele Bullen schleichen um die Haupt- und Realschulen. Grundschulen sind eh tabu…. Wir müssen diesmal vielleicht die Berufskollegs angehen. Da haben wir eine größere Abnahmemöglichkeit, weil die Kids dort Geld bekommen und sich das Zeug auch leisten kann.“ meinte Walther nur. Frank sah Heinrich an. „Den Bullen haben wir festgesetzt… aber er wird sicher schon vermisst werden. Vermutlich haben die Kollegen ihn auch schon vermisst und gefunden.“ Dachte Frank nach. Walther sah ihn an. „Warum habt ihr ihn nicht hergebracht? Er wäre sicher gut als Versuchskaninchen für die Droge geworden. Wie sie auf die Tiere wirkt wissen wir…aber wie wirkt sie auf Menschen. Ich muss anfangen dieses Zeug bei Menschen zu versuchen. Besorgt mit welche…aber sie müssen gesund sein….gesund und am besten durchtrainiert. Sportler oder aber Bullen…ja…das wäre es…ein süchtiger Bulle in unseren Reihen. Er bekommt das Zeug was er braucht und versorgt und mit Informationen.“ dachte Walther laut nach. „Siehst du… wir hätten ihn doch mitnehmen sollen..“ kam wütend von Frank. Heinrich antwortete nichts.
„Semir? Sind Sie in Ordnung?“ kam sofort von Kim, als er mit Hotte und Dieter in der Wache ankam. „Danke ja..bis auf eine Platzwunde am Hinterkopf geht es mir gut. Ich brauch den Phantomzeichner…einen der Kerle hab ich gesehen und ich wette, dass er in unserer Kartei ist.“ Knurrte Semir. „Haben Sie sich untersuchen lassen?“ harkte Kim nach. „Nein…wie gesagt.. ist nur ne Platzwunde..“ lehnte Semir ab. „Wo ist denn der Zeichner?“ Er sah Susanne an. „Er kommt sofort. Haben Sie etwas gefunden, was uns weiter hilft?“ beruhigte Kim ihn. „Nein….ich war durch und wollte die Wohnung gerade verlassen, als die Kerle rein kamen. Erst war es nur einer, aber als ich diesen stellen wollte hörte ich einen zweiten. Ich hab mich also versteckt und konnte dann abhauen. Die haben mich wohl dabei bemerkt und die Verfolgung aufgenommen. An der Tür hatten sie mich dann gestellt und niedergeschlagen. Aber ich wurde schneller wach und hab mich erst mal noch tot gestellt. Die haben was von Tierversuchen gefaselt und dass es vielleicht gut ist, die Tests auch an Menschen zu machen. Der eine wollte mich sogar mitnehmen und irgendwo in ein Erdloch verrecken lassen. Der andere war da etwas umsichtiger und hat mich dann gefesselt und geknebelt in der Wohnung gelassen wo mich Hotte und Dieter dann gefunden haben.“ Erzählte Semir den Ablauf. Kim nickte. „Also steckt mehr hinter dem Toten als wir vermutet haben. Ach Hartmut hat was für Sie… er erwartet Sie in der KTU. Wo ist Ben?“ wollte Kim wissen. „Er hat noch einen Tag Urlaub, aber er ist schon da. Schließlich hatte er ja diesen Unfall gemeldet.“ erklärte Semir kurz und wollte gerade zur KTU als der Zeichner rein kam. „Gut…machen wir erst mal das Bild..“ nickte Semir und ließ sich von dem Zeichner ein Bild seiner Beobachtung machen. Es dauerte eine gute Stunde bis das Ergebnis zufriedenstellend war. Semir nahm das Bild und legte es Susanne vor. „so…lässt du des durchlaufen und gibst mir Bescheid wenn du ihn gefunden hast?“ bat er sie. Seine Hand ging zum Kopf, denn dort machten sich starke Schmerzen bemerkbar. „Hast du ein Aspirin?“ fragte er leise. Susanne nickte und gab ihm eine Tablette. „Und bitte…sag nichts Andrea...okay?“ bat er noch bevor er verschwand. Er fuhr zur KTU wo Hartmut schon auf ihn wartete. „Ich habe eine Speicherkarte gefunden. Aber die Reparatur der darauf befindlichen Daten dauert noch. Ich habe nur ein paar Fragmente schon mal sichten können. Da war was von einem Labor zu sehen. Tiere…und Ärzte….also wenn du mich fragst, dann waren das Versuchstiere..“ erklärte der Techniker. Semir nickte. Das passte zu dem was er mitbekommen hatte. Der Rest des Tages verließ ohne Komplikationen oder neuen Erkenntnissen. Semir fuhr nach Hause wo seine Frau und seine Kinder bereits auf ihn warteten.