Beiträge von Elvira

    Semir und Ben fuhren gerade vor dem Bordell vor, hielten an und stiegen aus, als sie drei Schüsse aus dem Innern des Etablissements hörten. „Shit...“, stieß Semir aus und zog seine Waffe, Ben tat es ihm gleich und gemeinsam stürmten sie, sich gegenseitig deckend, das Bordell. In einer Ecke kauerten verschrocken die Mädchen und eine Blutspur zog sich lang und breit über den schwarzen Teppich in den hinteren Teil des Puffs. Langsam gingen die Kommissare der Spur nach und fanden, in einer Ecke, an einen Karton gelehnt, liegend, einen Mann mit drei Einschusslöchern in der Brust. „Er atmet noch...“, stieß Ben aus, als er den Puls fühlte. „Hallo...können sie mich hören?“, fragte der junge Hauptkommissar und tätschelte dem Mann leicht die Wange. Dieser stöhnte nur auf und zeigte dann mit zitternden Fingern in Richtung Hofausgang, bevor sein Kopf zur Seite kippte. „Verdammt...“ „Los Ben, die Kerle schnappen wir uns.“, zischte Semir und stieß die Hoftür auf, wurde sofort unter Feuer genommen. „Scheiße verdammt...“, schrie er und ließ sich zurück in den Korridor fallen. „Wohl dicke Luft da draußen...“, kam es nur von Ben. „Das kannst du laut sagen. Los, wir versuchen es vorne rum.“, stieß Semir aus und rappelte sich auf. Beide rannten auf die Straße raus. Plötzlich stieß Semir Ben nach vorne, sodass dieser über die Motorhaube des BMWs rutschte. Semir ließ sich nach hinten fallen, als ein schwarzer Mercedes sie beinahe umgefahren hätte. „Man Semir...“, fauchte sein Kollege. „Gern geschehen...“, kam es nur vom Deutschtürken, ehe er sich hinters Steuer setzte und die Verfolgung aufnahm. Ben schwang sich behände auf den Beifahrersitz und konnte gerade noch die Tür zuziehen, als sie an einem parkenden Auto vorbeischrammten. „Hast du das Mädchen gesehen, dass auf der Rückbank saß? Ich wette, das sind Kalvus Leute.“, stieß Semir aus. „Und du meintest, er unternimmt nichts.“, kam es nur von Ben.

    Die Fahrt ging auf die Autobahn, in den mittäglichen Reiseverkehr hinein. „Verdammt, hier ist zu viel los. Wenn die auf uns...“, ehe Ben zu Ende sprechen konnte, kamen schon die ersten Kugeln angeflogen. „Hey, nicht meinen Wagen...“, schrie Semir und ging hinterm Lenkrad in Deckung. Ben wollte das Feuer erwidern. „Nein nicht...du könntest die Kleine treffen.“, hielt der Deutschtürke seinen Partner davon ab. „Und was sollen wir deiner Meinung nach machen? Die pumpen uns hier mit Blei zu und wir sollen Däumchen drehen, oder was?“, zischte Ben nur. „Jetzt mach dir mal nicht in die Hosen...du fährst schließlich mit einem Profi.“, grinste Semir nur und zog den Wagen zwischen zwei Lkws hindurch. Doch plötzlich fing einer der großen Laster an, rüberzulenken. „Verdammt, was macht der denn da?“, schrie Ben auf und zog so weit wie es ging sich in den Sitz zurück. „Festhalten...“, hörte er nur Semir sagen und schon kreischte Metall und Funken flogen auf. Der Wagen ruckelte durch und wurde dann wie ein Geschoss zur anderen Seite rausgeschleudert. Er durchbrach die Leitplanke und landete mit der Schnauze in einem Tümpel. Das Wasser spritzte auf und die dreckige Brühe mit der Entengrütze flog durch das weggeschrammte Dach ins Wageninnere. „Boah...neee...“, schrie Ben auf. „Wie war das...Herr Profi?“, fauchte er Semir an. „Hier war noch nie ein Tümpel.“, kam etwas platt von seinem Partner. Ben schüttelte seinen Kopf. „Hey…lass das!!“, fauchte Semir und wischte sich das, was Ben ihm rüberwarf, ab.

    Lysanne sah die Männer an. Sie hatte mitbekommen, wie die Männer Fabian erschossen und sie quasi aus diesem Puff gerettet hatte. Doch wer waren sie? Sie kannte die Männer nicht...oder doch? Der eine sah jemanden ähnlich, den sie früher schon mal in der Villa ihres Vaters gesehen hatte. „Hat mein Vater euch geschickt?“, fragte sie nach einer ganzen Weile. „Ja….“, war die knappe Antwort. Als der Mann auf dem Beifahrer plötzlich eine Waffe nahm und auf ein Fahrzeug schoss, zuckte Lysanne zusammen. „Was soll das?“, schrie sie panisch. „Leg dich hin!!“, befahl der Fahrer. Lysanne tat es. Sie hielt sich die Ohren zu als die Kugeln flogen. Wo war sie hier gelandet? Verdammt wer waren die Kerle von denen sie und die Männer verfolgt werden? Wollten sie sie zurück holen? Waren das Freunde von Fabian? Fragen über Fragen schwebten in ihrem Kopf. „Bitte…. Sie dürfen mich nicht bekommen...ich will nicht zurück...“, flehte sie leise. „Nur keine Sorge Lysanne….die werden dich nicht bekommen…“, versprach der Fahrer. „Ich habe Angst…“, kam von ihr. Und man hörte sehr genau, dass die Stimme zitterte. „Wir müssen die Kerle von uns fernhalten!!“, stieß der Fahrer aus. „Ja weiß ich...aber meine Munition geht aus...pass auf…fahr in den Feldweg, der gleich kommt…wir werden versuchen uns einen Vorteil zu verschaffen...“, gab der Beifahrer die Befehle. „Und wie, wenn ich fragen darf?“, wollte der Fahrer wissen. „Du bist Ralf….stimmt es?“, wollte Lysanne wissen. Sie hatte den Mann nun erkannt. „Stimmt, bleib in Deckung!!“, befahl er hart. Sie konnten nur noch sehen, wie der Wagen unter einem Laster verschwand und dann durch die Leitplanke brach. „Haha, das war's...“, stieß Roman aus und Ralf grinste nur. Die Bullen waren geschafft. „Okay, streich das mit dem Feldweg...fahr gleich zum Versteck durch.“, gab Roman bekannt. Ralf nickte und trat das Gaspedal noch weiter durch. Der Mercedes schnellte nach vorne und verließ das Chaos auf der Autobahn und im Tümpel.

    Ben fuhr zurück zur PAST wo Semir bereits auf ihn wartete. „Harmut hat mir noch was auf den PC geschickt. Er hat einige Fragmente eines Schriftzuges erkennbar machen können. Allerdings kann man da nicht wirklich was draus lesen. Sieh mal…hier ist ein An….dann kommt eine große Lücke und dann Haus. Das könnte die Adresse sein, wo das Labor ist, oder aber auch der Name des Labors. Ich habe Susanne schon beauftragt sich damit zu beschäftigen. „Ja das ist doch schon mal was…So … Bonny wird ein Suchhund. Der Leiter war begeistert von ihr. Sie ist übrigens eine Toller….also als Rasse…“ erklärte Ben. „Nun lass den Hund mal…wir müssen arbeiten!“ forderte Semir ihn auf. „Ja doch….“ kam von Ben. „Guck dir das an…diese Schweine..“ stieß Semir plötzlich aus und machte Ben damit neugierig. Er sah wie ein Mann in Weiß einen kleinen Hund aus dem Käfig nahm und dem Tier etwas injizierte. Nur kurz darauf wandte sich der Hund in Schmerzen. Schaum entstand vor dem Maul und langsam verendete das Tier. „Das ist doch abartig..“ stieß Ben aus. „Das Tier war eines der Kadaver die wir an der Autobahn gefunden haben. Wir werden sicher noch mehr finden. Diesen Leuten muss das Handwerk gelegt werden..“ stieß Semir aus. „Was sind das für Schweine…..ich bekomme die Krätze…“ kam von Ben, der sich angewidert wegdrehte. Semir sah weiter hin. „Ben..sieh mal….das ist doch deine Hundedame..“ kam von Semir. Ben sah hin. „Du hast Recht…das ist Bonny….verdammt…dann war sie ein Versuchshund…und….“ kam nachdenklich von Ben. Sein Handy riss ihn aus den Gedanken. „Ben Jäger!“ meldete er sich. „Neugebauer hier…..es geht um Bonny… ich habe da mal eine Frage…“ hörte er den Betreiber der Hundeschule. „Ja was gibt es denn?“ wollte Ben wissen. Er musste sich eingestehen, dass er Angst hatte. War etwas mit Bonny....war sie krank?....oder hatte sie ein Makel? „Hat der Hund bisher keine Ausbildung gehabt? Er oder besser sie geht bei Fuß und hört auf jedes Wort…das wird ein einfaches Spiel…ich denke in drei Wochen wird sie soweit sein, dass sie schon eingesetzt werden kann…absolutes Naturtalent...“ lobte Neugebauer den Hund. „Danke…nein..sie hat keine Ausbildung..denke ich….aber ich freue mich, dass Sie so gut mit ihr klar kommen…“ gab Ben erleichtert durch. „Ach so…Sie können Ihre Hündin am Samstag mit nach Hause nehmen und dann am Montag wieder herbringen...die Bindung zwischen ihnen und dem Hund ist sehr eng…“ erklärte Peter Neugebauer. „Danke...werde ich machen...“ versprach Ben. Er legte auf und war ein wenig stolz auf seine Hündin.

    Peter Neugebauer sah zu wie Bonny über das Gelände flitzte. „Bonny!!! Such...wo ist es!!“ forderte er die Hündin auf. Das Tier sah sich suchend um und schnüffelte über den Boden. Dann setzte sie sich vor ein Loch und bellte laut. Peter kam an und nickte. „Das hast du sehr gut gemacht....bist ein echtes Naturtalent...“ lobte er das Tier und klopfte auf die Brust von Bonny. Sie bellte zur Bestätigung. „So...und nun werden wir mal schauen, ob du auch lebende Personen findest.... Chris!!! Versteck dich bitte!“ rief er seinem Helfer zu. Bonny sah auf den jungen Mann der über das Gelände lief und wollte hinterher. „Oh...nein....nicht mogeln...Mach Platz!“ befahl Peter lachend. Bonny setzte sich wieder hin und sah ihn an... Er nahm ein Shirt von Chris und ließ Bonny daran riechen. Chris meldete, dass er sich nun versteckt hatte. „GO...Bonny...such Chris!!“ forderte er das Tier auf. Schon rannte Bonny los. Peter rannte hinterher und konnte kaum mit der Hündin mithalten. Sie rannte über das Gelände und suchte in dem Pappmauerstücken. Dann bellte sie und setze sich vor einem aufgestapelten Haufen. Sie wartete auf Peter, der die Teile wegzog. Chris kam zum Vorschein. Peter lachte. „Das hast du sehr gut gemacht......“ lobte er Bonny erneut. „Whow...die Dame ist aber verdammt schnell...das wird mal ein Topsuchhund..“ kam auch von Chris. Ja…das wird sie….und ich finde sie hat sich ein ganz tolles Fressen dafür verdienst. Was ist Bonny…hast du Hunger?“ fragte Peter und streichelte der Hündin über den Kopf. „WAU!!“ machte sie was Peter als Ja deutete. „Dann komm….“ Lachte er. Gemeinsam mit Chris und Peter ging Bonny zum Häuschen. In der Küche stellte er einen Napf runter und legte dort einen großen Knochen rein. „Der ist nur für dich..“ gab Peter bekannt. Bonny schnüffelte daran und ließ sich das Ding schmecken.

    Ben holte Bonny aus dem Auto und sie lief brav neben ihm her. Bis zum Tor, dort setzte sie sich hin und sah ihn traurig an. „Hör mal…Bonny…ich mag dich..wirklich..ich mag dich sogar sehr. Wenn du diese Ausbildung machst, dann ist es für uns sehr viel einfacher. Dann kann ich dich auch behalten..verstehst du…dann kannst du auch bei mir bleiben. Aber…du darfst nicht weglaufen… du musst hier bleiben…“ redete Ben auf seine vierbeinige Freundin ein. Er sah dem Hund in die Augen. Sie jaulte leicht und gab ein leises „Wuff“ von sich. „Also gut…dann werden wir es versuchen. Mit Bonny als Schutzhund, konnte er die Dienstvorschriften einhalten was die Tierhaltung ging, denn Polizeihunde genossen eine Sonderstellung. Er klingelte und musste nicht einmal lange warten bis ein älterer Mann die Tür öffnete. „Hallo…Peter Neugebauer….ich leite die Hundeschule. Was kann ich für Sie tun?“ wollte ein blonder Mann wissen. „Ich würde meinen Hund hier gern ausbilden lassen. Ben Jäger..Kripo Autobahn..“ stellte Ben sich vor. „Ein sonderbarer Name für einen Hund..“ lachte Peter und reichte ihm die Hand. „Nein…nein..ich bin Ben Jäger und das ist Bonny…sie ist eine…ähm….eine… Hündin..“ kam verlegen, denn die Rasse kannte Ben nicht. „Nun…das ist ein Nova Scotia Duck Tolling Retriever. Ein Hütehund. Selten in diesen Gefilden zu finden…aber sehr hübsch…. Die Dame. Bonny…..ein hübscher Name. Wie alt ist sie denn?“ harkte Neugebauer nach. „keine Ahnung..“ gab Ben zu. „Nun…wenn ich die derzeitige Größe betrachte…komm Bonny…komm zu mir…“ lockte Peter die Hundedame. Er hielt ihr ein Leckerchen hin. Bonny kam nur zögerlich an Neugebauer heran. „Zeig mir mal die Beißerchen…“ bat Neugebauer und drückte Bonny das Maul auf. „Sie hat noch alle Milchzähne..ich denke mal sie ist acht oder neun Monate…“ meinte Peter. „ist sie noch zu jung für die Ausbildung? Oder gänzlich ungeeignet?“ kam die bange Frage von Ben.

    „Im Gegenteil…sie ist genau im richtigen Alter und es ist auch die richtige Rasse…“ lachte Neugebauer. Peter nahm die Hundedame und führte sie auf die Übungsbahn. „Sie sind bei der Kripo Autobahn? Seit wann werden denn Hunde dort eingesetzt?“ wollte er wissen. „Werden sie nicht, aber Bonny hängt an mir. Wir kennen uns erst knappe zwei Wochen. Sie war ausgesetzt und ich hab sie gefunden. Ich habe sie auch in ein Tierheim gebracht aber da ist sie immer wieder weg und nun….ich habe Angst, dass sie beim nächsten Mal vielleicht unter die Räder kommt…und…das könnte ich mir nicht verzeihen..“ erklärte Ben. Peter Neugebauer nickte. „Das kann ich mir sehr gut vorstellen, aber als Schutzhund ist sie nicht geeignet. Eher als Drogenhund oder aber als Suchhund. Ich würde das zweite wählen…sie ist wendig, nicht zu groß und sie hat eine feine Nase. Ein Schutzhund soll etwas Angst verbreiten, aber das wird Bonny sicher nie können. Dazu ist sie zu gutherzig. Lassen Sie Bonny ein paar Wochen hier…Sie können Sie natürlich jeder Zeit besuchen….“ Schlug der Schulleiter vor. Ben sah Bonny an. „Also gut…wir versuchen es…“stimmte Ben zu. Er beugte sich runter zu dem Hund. „Okay… Bonny…wenn wir beide ein Paar werden wollen, dann verlange ich von dir, dass du dich hier benimmst. Nur wenn du die Ausbildung machst, kann ich dich behalten…okay?“ fragte er. Peter schüttelte leicht den Kopf. Die Trennung schien schwer zu fallen...zumindest dem Herrchen. „Nur keine Sorge..hier kann sie nicht weglaufen...und wird auch nicht daran denken.“ beruhigte er das Herrchen. „Das hoffe ich sehr…“ kam von Jäger. „Ich bin Ausbilder für Hunde und so bin ich auch auf die Wesen eingeschworen…sie wird nicht verschwinden….versprochen…“ lächelte Peter. „Danke…ich komme am Wochenende wieder….einverstanden?“ wollte Jäger wissen. „Klar….am Samstag von 11 bis 17 Uhr…“ nickte Peter. Ben Jäger fuhr wieder los. Bonny sah ihm traurig nach. Hier war ein extrem starkes Band zwischen Herrchen und Hund, das spürte Peter sofort. „Na dann komm mal mit Bonny…du darfst dir deine Hütte aussuchen…“ lachte Peter und zog den Hund mit. Tatsächlich ging Bonny ohne Schwierigkeiten mit ihm ins Haus. Auch sonst machte sie keine Probleme und absolvierte das Aufnahmeprogramm mit Bravur…

    „Wie soll ich das anstellen? Ich weiß ja nicht mal, wo ihre Tochter ist...außerdem, woher wissen sie, dass ihre Tochter verschwunden ist?“, kam es knurrend von Semir zurück. „Ich weiß es halt....Das sollte für sie genügen. Herr Gerkhan, ich weiß nur, dass sie mit einem Marvin befreundet war.“, meinte er. Semir sah ihn an und zuckte bei diesen Worten zusammen. Das merkte sein Gegenüber natürlich und fing an, zu lächeln. „Sie haben ihn also gefunden...“ „Ja, und zwar tot...denn das ist die Leiche aus dem Kühllaster...ein kleiner Zuhälter.“, erklärte Semir zischend und war im Begriff, das Zimmer zu verlassen. „Herr Gerkhan...ich mache ihnen einen Vorschlag...ich liefere ihnen den Mörder von diesem Marvin, wenn sie dafür sorgen, meine Tochter vor diesem Zuhälter zu retten.“, bot Kalvus an. Semir sah sich um und prüfte genau, was dieser Mann ihm da gerade gesagt hatte. „Sie bieten mir den Mörder eines Mannes an, der gestern umgebracht wurde? Wie können sie das wissen, wenn...“ Jetzt schaltete es bei Semir. „Ja natürlich...sie haben ihn umbringen lassen. Ich wette, sie...“, doch ehe er zu Ende sprechen konnte, schlug Kalvus mit der Faust auf den Tisch und sprang auf. „Gerkhan, alles, was ich von ihnen verlange, ist, dass sie meine Tochter finden. Wenn sie ihretwegen die Hölle durchmacht, dann schwöre ich, mache ich sie noch fertiger, als damals.“, zischte er und zeigte bedrohlich mit dem Finger auf Semir. Aber der Deutschtürke schien sich sehr sicher zu fühlen, kam auf Kalvus zu und sah ihn nur an. „Sie können mir gar nichts...“, zischte er nur und ging dann. Holtzer blieb noch bei Kalvus stehen. „Geben sie Fischer bescheid, er soll das Mädchen finden und...den Zuhälter qualvoll sterben lassen.“, zischte Kalvus und schickte dann auch Holtzer hinaus. Er wusste, dass Gerkhan alles tun würde. Doch mit diesem Mann hatte er noch eine Rechnung offen und Kalvus war ein Mann, der seine Schulden immer zurückzahlte.

    Ben sah von seiner Tastatur auf, als Semir wieder ins Büro kam. „Endlich...verdammt, ich hab mir Sorgen gemacht...Wieso bist du nicht ans Handy gegangen?“, wollte der junge Hauptkommissar wissen, sah aber dann, wie angespannt Semir war. „Ist alles in Ordnung mit dir? Semir?“, redete Ben auf seinen Partner ein und dieser schreckte endlich aus seiner Starre auf. „Was? Ja...ja mir geht es gut...ich...ich hab nur...weißt du, wo mich dieser Anwalt hingebracht hat?“, fing der Deutschtürke an und sah seinen Partner mit kleinen, gemein geformten Augen an. „Erzähl es mir, dann bin ich um eine Information schlauer...“, versuchte Ben nur zu scherzen und formte seine Mundwinkel zu einem Lächeln, doch es schien bei Semir abzublocken. „Okay, wohin hat er dich denn gebracht?“, fragte der junge Hauptkommissar dann. „Dieser Holtzer ist immer noch der Anwalt von Kalvus und zu dem hat er mich einfach...entführt...anders kann ich es nicht sagen...und der Kerl ist genau so gefährlich, wie vor drei Jahren.“, stieß Semir aus. Ben riss seine Augen weit auf. Er hatte auch am eigenen Leib erfahren, zu was dieser Kerl fähig war. Wie Tiere hatte er ihn und Semir durch die halbe Republik gejagt und am Ende fast gewonnen. „Semir...was...was wollte dieser Kerl von dir?“, fragte Ben und kniete sich neben seinen Freund und Kollegen. „Er...er will, dass ich seine Tochter finde...Anscheinend ist dieser Marvin ihr Freund gewesen.“ „Aber wir haben in der Wohnung keinerlei Hinweise auf eine zweite Person gefunden. Und Hartmuts Bericht steht noch aus.“, entgegnete Ben. „Ben, er hat mir fast ins Gesicht gesagt, dass er diesen Marvin umgebracht hat...oder zumindest seinen Tod in Auftrag gab. Man, dieses Schwein ist sogar noch hinter Gittern gefährlich...“, stieß Semir aus und rieb sich geschafft die Augen. Ben konnte nur schweigend nicken.
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    so und der nächste Teil kommt dann wenn Chris wieder da ist.....

    „Hallo Schatz…Essen ist gleich fertig“ begrüßte Andrea ihren Mann. „Wie war dein Tag?“ hängte sie an. „Eigentlich ganz gut…. Bis Ben aus dem Urlaub kam. ER war viel zu spät und völlig durch den Wind..“ erklärte Semir. „Warum das denn?“ harkte Andrea sofort nach. „Sein Herz ist gebrochen…“ kam grinsend von Semir. „Er hat sich verliebt? Er hat eine Freundin?“ fragte Andrea erstaunt nach. „Nun ja… ja...ich glaub schon….nur musste er sie wieder abgeben..“ grinste er. Andrea kam zu ihm ins Wohnzimmer. „Was heißt denn abgeben?“ harkte sie nach. „Wir hatten einen Toten…der Unfall wo der Mann verbrannt ist und der Hund war wohl im Wagen. Ben war der erste am Unfallort und hat das Tier gefunden. Er hat die Hundedame mitgenommen und zwei Tage versorgt…und dabei hat er sein Herz an das Tier verloren. Aber er hat es im Heim abgegeben, weil er keinen Platz und keine Zeit für einen Hund hat. Wenn er von Bonny, so heißt die Hundedame, spricht denkt man er meint einen Menschen...“ erklärte Semir. „Ach so…der Hund gehört keinem. Aber wenn der Hund doch niemanden gehört dann …könnte er ihn doch behalten. Er könnte ihn doch zum Suchhund oder zum Drogenhund ausbilden lassen. Als Polizeihund darf er sogar ins Büro.“ erklärte Andrea. Semir sah sie an und küsste sie. „Du bist so verdammt schlau...“ lobte er sie. „Danke mein Schatz…aber es kommt mir auch sehr bekannt vor…das ist als du und Felix…“ lachte sie. „Hör mal...ich hab Felix nie wie einen Menschen behandelt!“ beschwerte Semir sich. „Oder mein Kleiner?“ wandte er sich an den Stubentiger den er auf dem Arm trug und kraulte. „miau…“ kam schnurrend zurück. „Siehst du...Felix sieht das genauso….zwischen mir und ihm das ist eine Männerfreundschaft…ja wohl..“ lachte Semir. Andrea schüttelte nur den Kopf. „Komm…ich hab heute Kohlrouladen gemacht..“ lockte sie ihren Mann. Dieser setzte Felix auf den Boden.. „Meine Königin hat Kohlrouladen gemacht…sorry Felix...aber da rückst du sofort an die zweite Stelle…“ sagte er zum Kater und nahm Andrea in den Arm. „Du bist die beste Frau die ich finden konnte...“ lobte er sie. „Danke mein Prinz…“ lachte Andrea und küsste ihn. Anschließend wurde gegessen. „Wie war denn dein Tag?“ wollte er nun wissen. „Oh…ich war heute mit Layla in der Krabbelgruppe….das ist echt klasse…sie lebt auf wenn wir dort sind und brabbelt nur vor sich hin. Einfach klasse…Aida hat einen Zahn verloren...schon der dritte. Und die Zahnfee muss auch noch kommen….sie hat den Zahn unters Kissen gelegt…rechts von der Wand gesehen…“ gab sie bekannt. „Okay….die Zahnfee genießt jetzt erst einmal die Roulade...die sind nämlich verdammt lecker…“ strahlte Semir und aß auf. Anschließend ging er ins Kinderzimmer seiner großen Tochter und nahm den ausgefallenen Zahn unter dem Kissen heraus und legte einen 5-Euro-Schein dahin. Leise verließ er das Zimmer wieder.

    Ben schob den Teller in die Spülmaschine und sah Bonny an. „So…meine Liebe Bonny…nun werde ich duschen gehen und dann ab ins Bett…du machst es dir schon mal bequem, okay?“ wollte er wissen. Bonny wedelte mit dem Schwanz. Ben dusche ausgiebig. Als er raus kam und ins Schlafzimmer ging sah er das sein Bett bereits belegt war. „Oh nein…Lady….nicht so….runter da…. dein Platz ist….“ Ben verstummte. Bonny sah ihn intensiv an und sein Herz schmolz dahin. „also gut…aber ich bekomme auch einen Platz...“ gab er klein bei. Bonny rückte tatsächlich auf. Sie legte sich ans Bettende und wärmte seine Füße. Ben schlief schnell ein. Der Wecker riss ihn um sechs aus dem Schlaf und mit müden Schritten ging er ins Badezimmer. Wusch sich schnell und stutzte seinen Drei-Tage-Bart. Dann ging es an den Frühstückstisch. „Wuff…“ machte sein Gast. „ja Bonny...ich weiß….du bekommst gleich etwas…..“ murmelte er müde. Doch Hundefutter hatte er keins mehr. Er sah Bonny fragend an. „Magst du auch Leberwustbrot?“ fragte er das Tier. „Wuff!“ kam von Bonny. „gut…dann essen wir heute Leberwurstbrot und wenn ich dich in der Hundeschule abgegeben habe, bekommst du sicher was Besseres…“ grinste Ben. Bevor er losfuhr klingelte sein Handy. „Semir hier…mein Auto will nicht. Hol mich bitte ab..“ bat sein Partner ihn. „Alles klar..ich fahr gleich los..“ gab Ben durch. Nur eine halbe Stunde später fuhren die Beiden los. Bonny setzte sich direkt auf die Rückbank. „Das ist gut…du weißt wo du hingehörst…“ lachte Ben. Er stieg ein und fuhr zu Semir. „Morgen…“ begrüßte dieser seinen Partner und ließ sich auf den Beifahrersitz fallen. Von dem Hund auf dem Rücksitz bekam er zunächst nichts mit. „Dann mal los…wie war deine Nacht?“ wollte er beiläufig wissen. Ben gab Gas. „Warm…sehr warm….“ grinste dieser. Bonny legte ihre Schnauze auf Semirs Schulter und dieser erschrak. „AAAAAAAAAAAAAAAAH“ stieß er aus und sah sich um. „Wer ist das denn?“ wollte Semir wissen. „Das ist Bonny….der Hund von dem ich dir gestern erzählt habe..“ stellte er Bonny vor. „Ah…ich dachte du hast ihn ins Tierheim gebracht?“ harkte Semir nach. „Nun….ich hab sie hingebracht nur ist sie abgehauen...gestern Abend lag sie vor der Tür…“ erklärte Ben. „und was willst du nun machen?“ fragte Semir. „Eigentlich wollte ich sie erst ins Tierheim bringen, aber dann kam mir die Idee, dass sie sicher ein guter Schutzhund werden könnte und da wir in Aachen ja eine Polizeihundeschule haben, bringe ich sie dort hin. Sie gehört ja niemanden und als Polizeihund kann sie bei mir bleiben…“erklärte Ben. „Ja..das hat Andrea mir gestern auch gesagt. Eine gute Idee. Wirklich..eine sehr gute Idee.“ gab Semir zu.

    Holtzer und Semir fuhren gemeinsam auf die Autobahn und fuhren in eine Richtung, die Semir vollkommen unbekannt vorkam. „Wo fahren wir hin? Das ist doch nicht der Weg nach Klingelpütz?“, knurrte Semir und sah sich um. Die Wegweisschilder zeigten ihm an, dass sie auf dem Weg zur Grenze nach Holland waren. „Ganz ruhig, Herr Gerkhan...ich sagte ihnen ja, dass mein Mandant nicht zu uns kommen kann. Er sitzt in Holland im Gefängnis...“, entgegnete Frank Holtzer und sah kurz zu Semir hinüber, dem es langsam aber sicher dämmerte, wer ihn da sehen wollte. „Sie reden von Kalvus?“, fragte er direkt. Holtzer sah ihn an. „Ja….aber alles weitere wird er Ihnen erklären.“, gab er zurück. „Okay…halten Sie sofort an!“, befahl Semir. „Nein…wir sind gleich da und ich werde Sie hinbringen. Sie werden sicher verstehen, dass …“, ging es bei Holtzer weiter. „Was will Kalvus von mir?“, wollte Semir wissen. „Herr Gerkhan..entspannen Sie sich…ich versichere, dass die Absichten von Herrn Kalvus nicht hassgetrieben sind…“, lächelte Holtzer. „Ja klar…“, stieß Semir aus. Wieder kamen ihm die Bilder in den Kopf. Wie Kalvus Chris erschoss und wie er Jagd auf ihn und Ben machte und Zeugen beeinflusste, die Familie bedrohte. Während er in Gedanken war, fuhr Holtzer zügig über die Grenze. Als sie am Gefängnis ankamen, stieg Semir mit gemischten Gefühlen aus und folgte Holtzer ins Gebäude. Hier dürfe es Kalvus schwerfallen etwas gegen ihn zu tun.

    Kalvus sah auf, als der Wärter kam. „Sie haben Besuch...!“, kam unfreundlich. „Vielen Dank…“, lächelte Kalvus und verbeugte sich. Dann wurde er in den Besucherraum gebracht. „Guten Tag Herr Gerkhan..ich hoffe, es geht Ihnen gut...“. begrüßte er den Hauptkommissar. Dieser erwiderte den Gruß nicht sondern sah ihn nur an. „Was wollen Sie?“, fragte er kühl. „Sie nehmen es mir immer noch krumm, was ich getan habe?“, lächelte Kalvus. „Ich habe meine Zeit nicht gestohlen…also was wollen Sie?“, wiederholte Semir erneut. „Gut…ich verstehe…Kein Smalltalk….kein Problem. Sie haben eine Leiche in einem Kühltransporter gefunden?“, wollte Kalvus wissen. Semir nickte. „Sie wissen sicher schon, dass der Mann Zuhälter war?“, kam die nächste Frage. „Auch das…ja…“, stieß Semir geduldig aus. „Wo sind die Mädchen, die für ihn tätig waren?“, stellte Kalvus die entscheidende Frage. „Das weiß ich nicht. Wir haben…“, erklärte Semir. „Dann finden Sie es raus!!“, schrie der Verbrecher auf und Semir zuckte zusammen. „Entschuldigen Sie…ich…mein Temperament…“, lächelte der Verbrecher. Semir stand auf und sah Kalvus an. „Ich habe sicher keine Angst vor Ihnen….und nun sagen Sie mir endlich, was Sie wollen und wie Sie mir angeblich helfen können...“, knurrte er wütend. „Finden Sie meine Tochter. Sie sind ja nicht ganz unschuldig daran, dass sie ins Heim musste...“, rückte Kalvus mit der Angelegenheit raus. Semir lachte leise. „Wie bitte?“, fragte er nach. „Herr Gerkhan…Sie sind nicht ganz unschuldig daran, dass meine Lysanne ins Heim musste. Sie ist abgehauen und in die Fänge von Zuhältern geraten. Finden Sie meine Tochter!“, befahl Kalvus. Semir sah ihn fest an.

    Lysanne stand unter der Dusche. Sie fühlte sich so elendig dreckig. Fabian hatte ihr Freier auf das Zimmer getan und sie musste den Männern zu Willen sein. Sie musste es tun…alles was sie wollten….Nun stand sie da und ließ das Wasser auf sich herunterlaufen. Immer wieder spülte sie ihren Mund aus und hoffte, dass der Alptraum in dem sie sich befand aufhörte. „Hey!!! Komm raus!!“, schrie Fabian. Lysanne zuckte zusammen. Sie trocknete sich ab und ging in Bademantel in den Schlafraum. „Das kannst du ruhig auslassen…du bist noch nicht fertig...“, grinste Fabian und sah sie gierig an. „Ich kann nicht mehr…bitte...“, flehte Lysanne. „Jammer nicht…hier..nimm…das hilft dir...“, lachte Fabian und gab ihr eine Tablette. Lysanne schluckte sie und schon wenige Minuten später sah sie die Welt mit anderen Augen. Sie spürte nicht viel von den beiden Männern, die sich an sie vergnügten. Irgendwann schlief sie einfach ein. Doch die Scheinwelt, die durch die Tablette entstand, hielt nicht lange an. Als sie wieder klar war, tat ihr ganzer Körper weh. Sie setzte sich auf und krümmte sich vor Schmerzen. Fabian kam erneut zu ihr. „Du bist sehr fleißig…warum muss ich denn immer böse werden… wenn du netter bist, dann bekommst du auch was von dem Geld ab.“, lächelte er und streichelte ihr Gesicht. „Ich…kann das...nicht...“, weinte sie. „Natürlich kannst du das…du machst es sogar sehr gut…“, grinste Fabian. Lysanne sah ihn an. „Ich…“, versuchte sie erneut. „Nein...ich will nichts hören!! Ist da angekommen?“, schrie Fabian sie an. Lysanne zuckte zusammen. Dieser plötzliche Wutausbruch kam für ihr völlig unvorbereitet. Doch Lysanne wurde von ihrem Vater erzogen. „Ich bin die Tochter von Sander Kalvus….kennst du ihn?“, wollte sie wissen. Irrte sie, oder zuckte Fabian nun zusammen. Er verließ das Zimmer und schloss ab. „Hey!!! Was soll das denn…?“, rief sie ihm fragend hinterher.

    Semir und Ben fuhren wieder in die PAST. „Wir müssen versuchen heraus zu finden für welche Versuche die Tiere missbraucht werden. Nur wie sollen wir das Labor finden wenn es, und davon bin ich überzeugt, illegal ist?“ wollte Ben auf der Rückfahrt wissen. „Das weiß ich nicht. Aber irgendwie müssen wir es finden. Ich denke wir sollten uns aufmerksam umsehen. Vielleicht kann Hartmut ja auch noch den Rest von dem Film wieder herstellen und wir sehen die Anschrift oder aber die Gegend wo sie sich befinden. Und dann das schwöre ich dir, werde ich mir die Kerle vorknüpfen.“ drohte Ben. „Ja… wenn… aber noch ist es nicht sicher.“ Entgegnete Semir. „Weißt du was….wir können heute eh nichts mehr machen. Was hältst du davon, wenn wir Feierabend machen und du bei mir isst. Andrea kocht heute einen leckeren Eintopf und da ist sicher noch was für dich übrig?“ lud Semir seinen Partner ein. Ben lehnte ab. „Nee…lass mal… ich bin ziemlich müde. Ist zwar der erste Arbeitstag oder gerade deswegen. Keine Ahnung, aber ich bin echt todmüde.“ Lehnte Ben ab. „Du wirst aber nicht krank oder?“ harkte Semir nach. „Nein warum denn?“ lachte Ben leise. „Weil du sonst auch nie Essen ablehnst… deshalb..“ erklärte Semir. „Ich bin einfach müde…mehr nicht. Muss mich wohl doch noch akklimatisieren..“ Semir nickte. „Vielleicht hat Susanne ja schon etwas wegen meinem Phantombild..“ meinte Semir und lenkte den Wagen auf den Parkplatz. „Phantombild? Welches Phantombild denn?“ kam von Ben erstaunt. Semir lachte und schüttelte den Kopf. „Das Phantombild was ich mit dem Zeichner gemacht habe, nachdem ich in der Wohnung von Peter Lörrach festgesetzt wurde…ich hab es dir auf der Fahrt zu Hartmut doch erzählt? Du hast mir also doch nicht zugehört…“ tadelte Semir ihn. „Ach so….na dann fragen wir doch mal nach und machen dann Feierabend..“ grinste Ben. Semir nickte nur. Doch Susanne war bereits nach Hause gegangen und sie hatte auch keine Nachricht hinterlassen. Semir sah Ben an. „Na…dann machen wir doch Feierabend..“ grinste er. Er freute sich schon auf seine Frau und auf seine Kinder. Er fuhr ab als Ben gerade in seinen Wagen stieg. Er fuhr nach Hause und als er durch die Tür kam stürmte seine kleine Tochter Ayda auf ihn zu. „PAPA!!!“ rief die fünfjährige erfreut und sprang ihn in den Arm. „Hey…meine Prinzessin….oh…was für ein Empfang…wo ist die Mama denn?“ wollte er wissen. „In der Küche…..“ erklärte das aufgeweckte Mädchen. „Na dann gehen wir auch zu Mama..“ grinste er und drückte seiner Tochter einen dicken Kuss auf. „Papa…das piekt…“ lachte Ayda.

    Ben hob die Hand als Semir abfuhr und ließ sich dann ebenfalls auf den Fahrersitz fallen. Wie immer war es mal wieder mühsam einen Parkplatz vor der Tür zu finden. ER musste zwei Runden drehen um dann doch etwas weiter von seiner Wohnung entfernt zu parken. Müde stiefelte er auf die Eingangstür zu und öffnete die Tür. Langsam erklomm er die Treppe und blieb erstaunt stehen als er seine Tür erreichte. „Bonny?“ fragte er. Die Hündin öffnete die Augen und erhob sich. Schwanzwedelnd stürmte sie auf ihn zu und begrüßte ihn freudig. „Sag mal…du bist doch wohl nicht ausgebrochen oder?“ wollte Ben wissen und streichelte die Hündin. „Wuff!“ kam zur Antwort. „Weißt du eigentlich, dass ich ein Polizist bin? Ich muss Ausbrecher wieder einfangen. Du bist die erste, die sich freiwillig vor meine Tür legt und auf mich wartet…“ grinste er. Er setzte sich auf die Stufe und kraulte Bonny den Kopf. „Nur was mach ich mit dir? Ich kann dich doch nicht behalten… aber das Tierheim ist schon zu…“ murmelte er nachdenklich. Bonny legte sich ebenfalls hin und bettete ihre Schnauze auf seinen Schoß. „Ich muss dich morgen wieder ins Heim bringen… das geht nicht anders… ich meine… ich kann dich nicht mitnehmen und…ach Bonny… was tust du nur mit mir?“ fragte er klagend. Bonny ließ ein leises Jaulen hören. Scheinbar war der Hund genauso ratlos wie Ben. „Na komm…ich hab Hunger und du sicher auch. Wer weiß wie lange du schon wieder hier bist….nur morgen muss ich dann erst zur Wache…und danach kann ich dich erst ins Heim bringen. Das wird eine ziemlich lange Tour…“ stöhnte Ben und erhob sich. Bonny stellte sich vor seiner Tür und sah ihn nur an. Wieder erklang ein Jaulen. „Ja ich weiß…ich hab auch Hunger….“ lächelte Ben. Er schloss die Tür auf und schon verschwanden er und die Hündin in die Wohnung. Er hörte seinen Anrufbeantworter ab. „Hier ist Liane Reinders aus dem Tierheim. Bonny ist leider ausgerissen und ich befürchte, dass sie zu Ihnen kommen wird. Ich sagte Ihnen ja, dass sie schwer mit der Trennung zu tun hat. Und ich hoffe, dass sie den Weg zu Ihnen findet, dann ist sie wenigstens in Sicherheit… und kann keinem Hundehasser oder gar einem Unfall zum Opfer fallen. Bitte melden Sie sich bei mir, wenn Bonny bei Ihnen ist. Meine Nummer lautet…“ hörte er nur halb zu. „Danke für die Warnung..“ grinste er und sah zu Bonny, die vor ihm saß. „Was machen wir denn mit dir? Wenn ich dich zurück bringe, dann wirst du vermutlich die nächste Gelegenheit nutzen und wieder abhauen… das ist sehr gefährlich. Ich meine…du könntest von einer netten Familie gekauft werden oder…hey…ich hab die Idee…du wirst ein Schutzhund. Ja…ich kann dich doch in die Polizeihundeschule bringen. Du hast genau das richtige Alter zum Lernen...“ stieß Ben aus. Bonny legte den Kopf schief und bellte leise. Sie schien mit dem Vorschlag einverstanden sein. „Also gut..dann fahre ich dich morgen nach Aachen in die Hundeschule. Aber da darfst du nicht weglaufen…versprichst du mir das?“ wollte Ben wissen. „Wuff!“ kam von Bonny.

    Leute nicht nur lesen...feeden!!!!!

    hmmm wieso denke ich das diese Story für Semir sehr schmerzhaft wird? lass mich überlegen...also wenn ich es so lese...dann wäre Rache das Motiv.... oder hass...oder Beides...

    na egal..ich bin gespannt wie es weitergeht

    Tja... jenni..ich feede wengistens gell... :P

    „Hey… Semir…..ich hab die Daten gerettet!“ hörte Semir Hartmut durch das Telefon sagen. „Okay… wir sind gleich bei dir!“ gab er durch und sah Ben an. „Na los du Urlauber… die Arbeit ruft!“ gab er bekannt und verließ das Büro. Ben ging gemütlich hinterher. „Willst du mir nicht mal endlich was sagen?“ forderte Ben ihn auf. „also gut…das Herrchen von Benny…..ist ermordet worden. Ein Kopfschuss hat sein Leben beendet, bevor der Wagen in Flammen auf ging. Es war kein Unfall. Und Hartmut hatte bei der Untersuchung des Wagens eine Chipkarte gefunden. Die Daten darauf waren allerdings in Mitleidenschaft geraten. Und er hat sie wieder hergestellt, unser Zauberer…“ grinste Semir. „Sie heißt Bonny….Bonny…nicht Benny…“ stellte Ben richtig. „und was ist da zu sehen?“ wollte Ben weiter wissen. „Das weiß ich nicht. Aber es scheint mit dem Fall der toten Tiere zusammen zu hängen. Ein paar Bilder oder eher Fragmente von Videos zeigen ein Labor in dem wohl Versuche mit Tieren gemacht werden. Allerdings gibt es keinen Hinweis wo dieses Labor liegt…zumindest bis jetzt…“ erklärte Semir weiter. „Ah ja…okay…. Dann sehen wir uns das doch mal an..“ meinte Ben nur. „ich war übrigens in seiner Wohnung...also von dem Toten… ein sehr sauberer Mann muss ich schon sagen..“ erzählte Semir weiter und sah Ben von der Seite her an. Sein Partner schien etwas abwesend zu sein. „Ich wurde dabei überrascht und kam nur ganz knapp mit dem Leben davon. Die Kerle haben was gesucht und ich denke es waren Fotos. Diese Typen gehörten vielleicht zu diesem Labor und wollten Beweise vernichten und…hörst du mir überhaupt zu?“ wollte Semir plötzlich wissen. „Ja…sicher doch….du hast ein paar Fotos von den Verdächtigen gemacht..ich … hab alles mitbekommen…“ nickte Ben. Semir schüttelte den Kopf. „Wo bist du mit deinen Gedanken?“ fragte Semir. „Bei Bonny…sie ist sicher einsam. Ich meine…ich hab sie nur zwei Tage gehabt, aber….sie ist mir ans Herz gewachsen und…ich wünschte ich hätte sie behalten. Nur ist das mit meinem Dienst nicht vereinbar…“ klagte Ben. Sie kamen bei Hartmut an. „So…seht mal…also hier das sind Fotos von dem Labor…der Typ dort spritzt den Tieren etwas. Ich konnte aber nichts erkennen….“ erklärte der Techniker. Ben sah auf den Monitor. „Hey…Moment mal….das ist Bonny..!“ stieß er aus. „Wer ist das?“ wollte Semir sofort wissen. „Bonny…das ist die Hündin, die ich neben dem Auto gefunden hab…sie war also auch in diesem Labor… Das heißt aber dann auch, dass sie mit dem Fall zusammen hängt. Verdammt…diese Kerle machen was mit den Tieren. Sie spritzen ihnen etwas und dann wenn sie verenden, werden sie einfach an die Autobahn gelegt? Das ist unmenschlich und abartig.“ Kam von Ben angewidert, als sie ein weiteres Video sahen. Darin war zu erkennen, dass die Tiere nach den Versuchen starben. „Was die da auch immer spritzen...es ist tödlich. Vermutlich nicht nur für Tiere.“ gab Semir nachdenklich zurück.

    Lisa ging am Nachmittag noch einmal zu Bonny. Die orangebraune Hündin lag am Boden und regte sich nicht als Lisa in den Zwinger kam. Sofort sah sie, dass der Hund nun auch nichts gefressen hatte. Sie hockte sich neben dem Tier und streichelte es. Bonny jaulte leise. „Was ist denn mit dir? Warum frisst du denn nichts.....Bist du so traurig? Soll ich mal dein Herrchen anrufen, das er dich besuche n kommt? Wie kann er nur so herzlos sein dich hier einfach abzugeben? Du arme kleine.....Maus...“ sprach sie ruhig auf das Tier ein. Bonny sah sie an. Der Blick war so traurig, dass Lisa einen schweren Kloß im Hals spürte. „Was kann ich denn für dich tun, damit es dir besser geht, Bonny...?“ wollte sie wissen. Doch die Hündin drehte nur ihren Kopf weg und jaulte leise. „hallo? Ist hier jemand?“ rief einer der Besucher. „Ja Moment... ich komme gleich!“ rief Lisa sah noch mal auf Bonny und stand auf. „Ich bin gleich wieder da...nicht weglaufen...hörst du...“ sprach sie zu dem Tier. Sie verschwand aus dem Zwingen und da der Besucher drängelte vergaß sie völlig das Schloss wieder vorzumachen. Kaum war sie weg sprang Bonny auf und stupste mit der Nase die Tür auf .Sie rannte raus und versteckte sich zunächst. Scheinbar wusste sie genau wo sie hin wollte und wartete nur auf die Gelegenheit das Haupttor zu durchqueren. Sie setzte sich dicht vor dem Tor an die Seite. Ein weiterer Besucher betrat das Gelände. Bonny nutzte die Gelegenheit und schlupfte unbemerkt von dem Besucher durch das Tor und flitzte davon. Sie wusste wohl genau wohin sie wollte. Denn den Weg kannte sie, auch wenn sie ihn nur zweimal gegangen war. Zwanzig Minuten später saß sie jaulend vor der Haustüre, doch scheinbar war dort niemand zuhause. Bonny legte sich auf die Treppe und wartete. Sie ahnte genau, dass irgendwann der Mensch kommen würde, den sie so sehr mochte. Lisa bemerkte es eine knappe Stunde später dass ihr neuer Schützling aus dem Zwinger geflohen war. „Bonny…..wo bist du denn?“ rief sie und sah sich im gesamten Tierheim um. Doch Bonny blieb verschwunden. Sie rief Liane an um ihr zu erklären, dass Bonny weg gelaufen war. „Sie wird vermutlich nach Hause laufen. Ich werde Herr Jäger anrufen, damit er weiß was ihn erwartet. Sofern er ans Telefon geht, natürlich.“ gab die Leiterin durch. „Ich hoffe wir finden sie wieder…“ kam leise von Lisa.

    „Und wer soll das sein?“, fauchte Semir den Mann an und ließ sich in einen der tiefen Sessel fallen, die vor dem Tisch des Anwalts standen. Es war ein stilvoll und teuer eingerichtetes Büro. Diverse Diplome und Auszeichnungen hingen an einer Wand über einen kleinen Mahagonischrank, der von einem weiteren, etwas größeren Schrank flankiert wurde. Einzelne Gläser und Trophäen standen dort symmetrisch aufgereiht und vollkommen staubfrei gelagert. Semir drehte sich wieder dem Anwalt zu. „Das fällt leider unter das anwaltliche Schweigegesetz, aber...er möchte sie so schnell wie möglich sprechen.“, erwiderte Frank Holtzer und drehte sich leicht in seinem Stuhl hin und her. „Und wie will ihr Mandant mir dann helfen?“, zischte Semir weiter und verlor allmählich die Geduld. „Mir scheint, er will sich nur wichtig machen und hat sie an der Nase herumgeführt. Herr Holtzer, ich scheine hier nur meine Zeit zu verschwenden...“, kam es von Semir und der Hauptkommissar war schon im Begriff aufzustehen und zu gehen, als ihn der Anwalt zurückrief. „Herr Gerkhan, meinem Mandanten ist es nicht möglich, mit ihnen zu reden, weil er sich in einer abgeschlossenen Zelle befindet. Sie müssten schon mit mir zu ihm fahren und ihn anhören. Sicher ist es für ihre Arbeit nur von Vorteil...bedenken sie, was passiert, wenn man erfährt, dass sie einer Spur, die sich ihnen so leicht anbietet, nicht gefolgt sind. Was für ein Licht wirft das auf sie? Und dann erst der viele, viele Ärger mit der Staatsanwältin.“, lächelte Holtzer schmierig. Semir hielt an der Tür inne und drehte sich wieder um. Eigentlich hatte er nichts zu verlieren, wenn er sich diesen Kerl mal anhörte. „Also schön...sie werden mich hinfahren.“, gab Semir bekannt. Der Anwalt nickte und keine fünf Minuten später waren sie schon auf dem Weg.

    „Chefin?“, machte sich der junge Hauptkommissar bei Kim bemerkbar, als er im Büro stand. „Wo ist der Bericht zu dem Toten im Tiefkühltransporter?“, wollte Kim mit grausam böser Stimme wissen. Immer, wenn sie auf die beiden Jungs sauer war, fielen die Vornamen und die Anrede weg und nur noch der schlichte Nachname wurde dann zu einem Lasso, mit dem die Chefin ihre beiden Kommissare einfing. Ben sah sie nur etwas fragend an. „Äh...noch nicht geschrieben...“, kam es kleinlaut vom jungen Hauptkommissar. „Das dachte ich mir schon...und warum haben sie ihn noch nicht geschrieben? Dachten sie, ich will ihn erst dann haben, wenn sie in Pension gehen? Mache sie sich sofort an die Arbeit. In einer Stunde will ich ihn auf den Tisch.“, knurrte sie und verwies den Hauptkommissar des Büros. „Oh man...die ist aber wieder knorrig heute...“, meinte Ben zu Susanne, als er wieder ins Büro zurückging und sich an die Arbeit machen wollte. Doch erst griff er zu seinem Handy und rief Semir an. „Komm schon, geh ran...“, knurrte der junge Hauptkommissar und hielt sich das Mobiltelefon ans Ohr. Doch das Tuten hörte und hörte nicht mit der erlösenden Stimme seines Partners auf. Nur die Mailboxstimme war zu hören. „Verdammt...“, knurrte Ben und warf sein Telefon auf einen Stapel mit Akten. In ihm keimte das Gefühl, als ob da etwas passiert war. Man Semir, warum bist du nur alleine gefahren, dachte Ben und machte sich an die Arbeit. Doch wirklich konzentrieren konnte er sich nicht wirklich. Immer schwang die Sorge um seinen Partner mit.

    Der nächste Morgen begann mit einer Hiobsbotschaft in der Zeitung. Als Ben und Semir ins Büro kamen hörten sie Kim Krüger bereits brüllen. „Oh…die ist ja gut drauf...“, grinste Ben. Susanne sah ihn an. „Geht direkt rein..sie hat schon nach euch gefragt...“, gab sie den Hinweis. „Danke…der Morgen fängt ja schon verdammt gut an.“, stöhnte Semir. Gemeinsam mit Ben betrat er das Büro, wo Kim soeben den Hörer auflegte. „Chefin? Sie wollten uns sprechen?“, fragte Semir vorsichtig an. „Ja..hier..! Die Presse hat wieder eine tolle Aufmachung!!“, fauchte sie wütend und warf die Morgenzeitung, ein beliebtes Kölner-Tagesblatt auf den Tisch. „Toter im Kühltransporter!“, prangte als Aufhänger von der ersten Seite. Semir sah zu Ben. „Woher wissen die das denn schon wieder? Wir haben nichts gesagt...die Presse war auch gar nicht vor Ort...“, erklärte Semir sofort. „Das weiß ich…dieser Fahrer des Transporters hat sich so etwas dazu verdient…die Presse reißt es groß auf, die Auflage steigt und schon ist es….was haben wir?“, stöhnte Kim und ließ sich nieder. „Nun…der Tod trat gegen Mitternacht ein, genau kann der Zeitpunkt nicht festgelegt werden, weil durch die Frostung irgendwas verändert wurde…“, erläuterte Semir. „Todesursache?“, harkte Kim nach. „Tod durch Elektroschock…wir vermuten oder Wegener ist sich sicher, dass der Mann mit einem Elektroschocker zu Tode gefoltert wurde. Der Mann selbst ist als Zuhälter eine kleine Nummer gewesen, hat aber in seiner Wohnung einiges an Drogen aufbewahrt… wir vermuten, dass er Mädchen die von zuhause ausgerissen sind, auffängt und sie dann mit den Drogen gefügig macht, sie anschließend verkauft und dann das Geld verprasst. Beweise fehlen allerdings noch. Wir sind dran...“, versprach Ben. „Das will ich hoffen. Sorgen Sie bitte dafür, das nichts mehr an die Presse geht.“, bat Kim. Die Beiden nickten und verschwanden ins Büro. „Ach Semir...ein gewisser Frank Holtzer hat angerufen...du möchtest bitte zu ihn in die Kanzlei kommen…“, rief Susanne hinter ihm her. Semir sah sie an und dann zu Ben. „Holtzer? Ist das nicht der Anwalt von Kalvus gewesen?“, wollte Ben wissen. „Ja genau…was kann der nur von mir wollen?“, dachte Semir laut nach. „Fahr hin und du weißt es.“, grinste Ben. „Klar….aber du hast Recht...das mache ich auch...wenn du in fünf Stunden nichts von mir hörst, dann gib ne Suchmeldung raus...“, bat Semir, stand auf und verließ das Büro. „Hey.. das war ein Witz!! Semir!! Semir!!“, rief Ben hinterher. Doch Semir reagierte nicht. „So ein Idiot! Der rennt in eine Falle und weiß es auch noch...“, knurrte Ben und rannte hinter Semir her. Er sah gerade noch die Rücklichter vom BMW. „Jäger!! Kommen Sie in mein Büro!“, rief Kim von drinnen. „Ja Chefin…ich renne...“, gab Ben leise von sich. Kim hörte es nicht.

    Semir fuhr zu dem Büro, dessen Adresse Susanne ihn gegeben hatte. Er hatte ein mulmiges Gefühl in der Magengegend und überlegte, ob er es nicht doch lassen sollte. „Ach quatsch...seit wann hast du Angst vor einem schmierigen Anwalt?“, sprach Semir sich Mut zu und betrat das Büro. Im Vorzimmer saß eine Blondine, die wohl eher mit ihre Weiblichkeit prahlen konnte, als mit Fachwissen. „Der Holtzer erwartet mich...“, erklärte Semir und zeigte seinen Ausweis vor. „Geht das um eine Fälschung?“, fragte die Blondine. „Das weiß ich nicht…“, stieß Semir aus. „Sie müssen einen Termin ausmachen, wenn Sie zu Herrn Holtzer wollen.“, erklärte sie freundlich. Semir stieß verächtlich Luft aus. „Noch einmal..möchten Sie mitschreiben?“, fragte er süffisant. „Sie machen sich über mich lustig… das ist nicht nett.“, beklagte sich die Frau. Semir rollte die Augen. „Herr Holtzer hat mich angerufen und wollte mit mir sprechen…würden Sie mich bitte anmelden?“, bat Semir mit gepresster Stimme. „Sandra….oh…Herr Gerkhan…bitte kommen Sie doch direkt durch...“, kam in diesem Augenblick Holtzer aus seinem Büro und reichte Semir die Hand. Dieser übersah sie gekonnt. „Kommen wir direkt zur Sache…meine Zeit ist kostbar...“, knurrte er unfreundlich. „Wir sollten es nicht hier besprechen..bitte kommen Sie…“, bat der Anwalt erneut. Semir ging mit ihm ins Büro. „Möchten Sie einen Kaffee?“, bot der Mann an. Semir lehnte ab. „Es geht um eine besondere Sache…ich ..habe in der Zeitung gelesen, dass Sie einen Toten in einem Kühlcontainer gefunden haben...ich denke, ich habe da jemanden, der Ihnen helfen kann...“, lächelte der Anwalt. Semir sah ihn interessiert an. Dennoch hatte er das dumpfe Gefühl, dass es noch unangenehm für ihn werden wird.

    Er setzte sich an seinen Schreibtisch und wollte gerade anfangen als Susanne herein kam. „Semir..wir haben schon wieder einen toten Hund an der Autobahn gefunden…“ erklärte sie. Semir nickte. „Dann schick Hotte und Dieter mal hin, die sollen das Tier in die Pathologie bringen. Ich denke das wir da etwas im Kadaver finden, was nicht dorthin gehört…“ kam von Semir während er weiter an seinem PC arbeitete. „Alles klar..“ murmelte Susanne und ging wieder an die Arbeit. Sie gab den Befehl an den beiden Polizisten weiter. Susanne kam erneut ins Büro. „Warum bist du nicht raus?“ wollte sie wissen. „Weil ich auch die Zeitungen gelesen habe. Es scheint ein Irrer in der Stadt zu sein, der Hunde umbringen. Aber laut unseren Vorschriften ist ein Hund eine Sache. Und Mord an Sachen gibt es nach dem Gesetz nicht. Also ist es nicht unsere Sache…“grinste Semir. Susanne nickte anerkennend. „Wusste gar nicht, dass du das Gesetz kennst...“ gab Susanne zurück. Sie legte ihm einen Zettel auf den Tisch. „Hier...wenn du doch hin willst..“ lachte sie und verschwand. An der Tür stieß sie mit Ben zusammen. „Ah…unser neuer Hundebesitzer ist da..“ begrüßte Semir ihn. „Hör auf...bitte..es reicht schon, dass ich als böses Herrchen gelte..“ knurrte Ben. „Oh… wirklich..warum?“ wollte Semir wissen. „die Heimleiterin… glaubt nicht, dass ich den Hund gefunden habe… aber das ist die Wahrheit …“ stöhnte Ben und ließ sich auf seinen Stuhl nieder. Semir nickte wissend. „Du armer…warum musst du denn auch alles mitnehmen was du findest…“ grinste er. „Hör mal…..hättest du denn so eine niedliche….süße Hundedame einfach auf dem Boden sitzen lassen? Wie war das denn mit Felix? Den hast du doch auch einfach aufgenommen…!“ beschwerte Ben sich. „Mit Felix ist das was ganz anders! Das kannst du überhaupt nicht damit vergleichen!“ widersprach Semir sofort, der nichts auf seinen Kater kommen ließ. „Ach du musst sie sehen… sie ist echt süß und ungefähr so groß..und hübsche braue Augen...das Fell….leicht orange-gelb ins braune gehend…und so liebesbedürftig und…“ schwärmte Ben von seiner tierischen Freundin. Semir grinste leicht. „Ben und Bonny...das passt irgendwie...“ gab er zu. „Ja so wie Felix und Semir...“ konterte Ben. „Hey...Felix ist ein Waise...ich kann ihn ja wohl schlecht auf die Straße setzen... außerdem...der Kater hat irgendwas an sich, was mich an ihn bindet...ich kann dir nicht sagen, was es ist, aber...er ist ...ich weiß nicht...er ist einfach...nur super..“ erklärte Semir. „Ja...vor allem im Zehenbeißen...und nerven...Bonny ist da anders...sie ist anhänglich...sie hat sogar bei mir im Bett geschlafen...und mit mir geknuddelt....und heute Morgen hat sie mir das Gesicht geleckt...sie war dankbar für das Fresschen und für die Streicheleinheiten...“ gab Ben zum Besten. Er sah sich um. „Und was gibt es hier oder gab es in der Zeit wo ich nicht da war?“ wollte er wissen um sich abzulenken. „Nun...seit einer Woche tauchen immer wieder Tierkadaver auf... Katzen, Hunde....immer an der Autobahn und nur an den recht ruhigen Parkplätzen. Das letzte wurde jetzt am Rastplatz bei Km 408 gefunden.... tja das Veterinärsamt geht davon aus, dass es ein Hundehasser ist und hält ein Handeln für nicht unbedingt notwendig.“ erklärte Semir. „Ach...für nicht notwendig? Haben wir denn da irgendein Mitspracherecht? Tiere sind doch auch Lebewesen...und wenn die umgebracht werden, dann...“ lehnte Ben sich auf. „Nun...Tiere sind immer noch Sachen.....und dort gilt ein Tier, was getötet wurde als nicht verfolgbar...“ beruhigte Semir ihn. „Ja ich weiß.....ist nur ein Hund...oder nur eine Katze...man das kotzt mich irgendwie an..“ knurrte Ben.

    Lisa, eine Aushilfe die sich um das Taschengeld aufzubessern um Tiere im Tierheim kümmerte sah den Neuankömmling an. „Hey...Bonny...du bist aber eine Süße...“ lächelte sie und stellte dem scheinbar verängstigten Hund den Napf mit dem Futter hin. „Na komm...lecker Fresschen...“ lockte sie die Hündin. Doch diese sah sie nur an. Liane kam am Zwinger vorbei. „Sie will einfach nicht fressen...“ klagte Lisa. Liane nickte. „Ich weiß...die Trennung von ihrem Herrchen geht ihr extrem nahe. Ich verstehe einfach nicht warum Herr Jäger den treuen Freund abgibt...wenn er beruflich nicht in der Lage ist, dann sollte er sich kein Tier anschaffen...“ erklärte Liane. „Aber ich denke er hat ihn gefunden?“ kam erstaunt von Lisa. „Mein Kind...das war eine so dämliche Ausrede. Ich höre jeden Tag...das Tier ist mir zugelaufen...okay...aber er hat den Hund in seinem Auto gefunden...verstehst du...wie soll das Tier denn da rein gekommen sein? Nein...nein... ich gehe davon aus, dass sie ihm gehörte. Und nun ist sie ihm lästig geworden...ich denke mal, dass seine Freundin oder Frau keine Hunde mag und was liegt da näher den Störenfried los zu werden? Ich kann ja froh sein, dass er sie nicht einfach ausgesetzt hat...nun ja...leider ist sie auch nicht tätowiert und so kann ich nicht herausfinden, ob sie ihm wirklich gehört oder ob er die Wahrheit sagt. Das sollte uns jetzt auch nicht so wirklich bekümmern. Wir müssen uns um die Tiere sorgen, die hier mit gebrochenem Herzen in einem Zwinger sitzen und die Welt nicht verstehen. Komm...lass sie mal etwas... sie muss sich vermutlich nur eingewöhnen.“ erklärte Liane. Sie beugte sich noch einmal zu Bonny hinunter und streichelte sie. „Meine Kleine..... es tut mir wirklich Leid... aber dein Herrchen will dich nicht mehr...versuch darüber weg zu kommen...sonst muss ich dich nämlich einschläfern lassen und das ist sicher nicht im Sinne von uns beiden...oder?“ fragte sie. Bonny legte sich hin. Sie rührte das Futter nicht an. Lisa sah traurig auf diese Hundedame, die ganz deutlich am Trennungsschmerz litt. „Meine arme kleine Bonny… wieso ist dein Herrchen denn so böse. Ich sollte ihn mal sagen, wie sehr du leidest. Du willst zurück nicht wahr?“ fragte sie und kraulte das Tier. Und sie entschloss ihren Plan durch zu ziehen. Sie wollte diesen Ben Jäger besuchen und ihm sagen, was sie davon hielt, seinen Hund hier einfach abzugeben. Der wird mich kennen lernen…schwor sie sich. Entschlossen verließ sie den Zwinger von Bonny und stapfte den Weg entlang. Mit ihren 13 Jahren fühlte sie sich schon sehr erwachsen.

    Lol klasse…einfach nur klasse. Jetzt wissen wir wo unsere Steuern bleiben…zumindest wenn es solche Polizisten in der Realität geben würde. Whow…das sind teure Einsätze die unsere Helden da machen. Aber was wäre es ohne das Alles? Nichts….genau….deshalb ein Appell an die Macher…WEITER SO!!!

    Zur Folge….ich fand es doch klasse, wie das Grinsen aus den Gesichtern unserer beiden Freunde verschwand als „Muckel“ ihnen erklärte warum er da war. Von wegen Beförderung….lol das können die Beiden getrost vergessen. Es geht mal wieder um die Kosten, die die Beiden verursachen.
    Und was ist das denn? Ben zockt Online-Games? Und dann gegen so einen Typen wie dieser Spike? Lol klasse….Ich hätte einen anderen Charakter genommen. Vielleicht ein Ork oder wie die Dinger heißen…aber da sieht man wie aus erwachsenen Männern schnell wieder kleine Kinder werden….
    Die Folge hatte wieder einmal alles was zu wünschen war…Witz, Action, Spannung…nun ja…nicht wirklich…aber dennoch klasse…

    mal sehen was die Quoten sagen und ob sie die Grenze von knappen 5 Mio. packen…

    30.09.2010 "Turbo und Tacho"

    Als ein junger Polizeianwärter erschossen wird, beschließen seine Freunde und Mitschüler den Mörder zu finden. Immer wieder funkt das sympathische Chaotenteam den Autobahn-Cops bei ihren Ermittlungen dazwischen...

    Im Polizei-Ausbildungs-Institut übernehmen Ben und Semir das Fahrtraining und werden dabei von den beiden jungen Polizeischülern Turbo und Tacho auf eine echte Geduldsprobe gestellt. Den beiden sympathischen Chaoten fehlt es noch sehr an Ernsthaftigkeit. Doch mit der jugendlichen Unbeschwertheit ist es auf brutale Art vorbei, als ihr Freund und Mitschüler Felix ermordet wird. Turbo und Tacho beschließen, auf eigene Faust den Mörder ausfindig zu machen.

    Entsprechend funken die beiden den ebenfalls ermittelnden Autobahn-Cops bei ihren Untersuchungen kräftig dazwischen. Der Verdacht fällt bald auf einen der Ausbilder. Hat der Lehrer wirklich seinen Schüler ermordet? Aber mit welchem Motiv? Da entdecken Semir und Ben eine Verbindung zu einem Drogenbaron, dem mysteriösen Schneemann...

    „Was zum Teufel soll das heißen?“, fauchte Sander Kalvus seinen Anwalt an. „Wir haben….ihren Freund geschnappt, aber die Idioten haben ihn umgebracht, bevor er sagen konnte, was mit Lysanne ist…wir suchen weiter…“, versprach der Anwalt. „Das dauert mir zu lang…wir müssen einen anderen Weg finden….einen anderen….ich muss Lysanne da raus holen…unbedingt…“, murmelte Kalvus. „Was denn? Verdammt die Leiche ist sicher schon von der Polizei gefunden worden…“, gab der Anwalt zu verstehen. Kalvus Kopf ruckte rum. „Das ist es...die Polizei...die Polizei muss helfen...und ich weiß auch schon, wer das machen kann.“, knurrte Kalvus und merkte, wie ihn der Anwalt mit fragenden Blicken durchbohrte. „Wen meinen sie? Doch nicht etwa...“, fing Holtzer an. „Doch...genau den...den meine ich...“, stieß Kalvus wütend hervor. Seine Faust donnerte auf den Tisch, wie en Hammer auf den Amboss. „Aber...aber er hat sie ins Gefängnis gebracht...ich meine, warum denken sie, dass er ihnen helfen wird?“, wollte Holtzer wissen und sah seinen Mandanten mit fragenden Blicken an. „Weil er einen Sinn für Gerechtigkeit hat. Ich kenne ihn gut genug...ich weiß, wie verbissen er mich gejagt hat.“, lachte er und ließ sich dann in die Zelle bringen. Doch in der Tür drehte er sich wieder um. „Bringen sie ihn zu einem Gespräch hier her...ich will es ihm selbst erklären.“, forderte der Mann und drehte sich dann wieder um.

    Semir und Ben warteten, bis die Spusi den Transporter untersucht hatte und die Leiche abtransportiert wurde. Danach fuhren sie ins Büro zurück, um mit der klassischen Polizeiarbeit weiterzumachen. „Okay, mal sehen, was der Computer über diesen Marvin Keller hat.“, meinte Ben und tippte mit seinen Fingern auf der Tastatur herum. Semir stand hinter seinem Kollegen und sah Ben über die Schulter. „Okay...man, ganz schönes Register hier...“, stieß Ben plötzlich aus. „Hmm, was ist das? Vorwürfe wegen illegaler Prostitution...das war vor drei Jahren...ihm konnte nie was bewiesen werden.“, kam es von Semir. „Haben wir eine Adresse? Dann fahren wir da jetzt mal hin.“, kam es von Semir und schon schnappte er sich seine Jacke. Ben schrieb sich schnell die Adresse auf und folgte ihm, während er seine Jacke hinter sich her zog. Sie stiegen in den Mercedes und fuhren los. Nach einer halben Stunde erreichten sie eine der vielen Hochhaussiedlungen in Köln. „Hier möchte doch keiner begraben sein.“, kam es murrend von Ben. Dem konnte Semir nur beipflichten. „Wie gut, dass ich ein Eigenheim habe...“, grinste Semir nur. Sie gingen auf die entsprechende Hausnummer zu und fuhren in die vierte Etage. „Klopfen?“, wollte Ben wissen. „Klopfen.“, bestätigte Semir nur und im nächsten Moment flog die Tür auf. „Sehr guter Tritt.“, lobte Semir nur. „Danke Papa...“, grinste Ben nur und beide gingen langsam in die Wohnung hinein. „Okay, du Küche und Bad und ich die anderen Zimmer.“, schlug der Deutschtürke vor. Ben nickte nur und streifte sich seine weißen Handschuhe über. Er fing mit den Schränken unter der Spüle an, doch außer den üblichen Putzmitteln und Scheuerlappen waren dort nur noch einige Wollmäuse zu finden. Der junge Hauptkommissar nahm sich den nächsten Schrank vor. Doch auch hier fanden sich nur leere Töpfe und die üblichen Wollmäuse. Seine Schritte lenkten ihn weiter ins Badezimmer und sogleich machte er sich am Badezimmerschrank zu schaffen. Aber auch hier wurde er nicht fündig. Beim Umdrehen stieß er gegen eine Kachel an der Seite der Badewanne. Scheppernd fiel diese auf den Boden und zog Bens Aufmerksamkeit auf sich. „Na, was haben wir denn da?“ Vorsichtig zog Ben ein kleines, wasserdicht eingepacktes Döschen hervor. „Semir, ich hab hier was...“, rief er durch die Wohnung und sofort kam sein Kollege angerannt. „Was ist? Was schreist du denn so rum?“, kam es nur von Semir. „Hier schau mal...nach der Babypille sieht das doch nicht aus, oder?“, meinte Ben und hielt seinem Kollegen das geöffnete Döschen unter die Nase. „Nee, aber was ist das?“, wollte der Deutschtürke wissen und sah seinen Partner an. „Lass wir das mal von Hartmut checken. Ich hab da hinten auch was interessantes gefunden...jede Menge benutzter Kondome und eine dieser Pillen.“, meinte der Deutschtürke und sah Ben an. „Weißt du, wonach das aussieht? Das ist ein Mini-Bordell.“, stieß Semir aus.

    Ben brachte Bonny erst am letzten Urlaubstag ins Tierheim. Er hatte es einfach nicht übers herz gebracht Bonny einfach so ins Tierheim zu geben. Bonny hatte ihm die letzten Tage regelrecht versüßt und sorgte dafür dass er in Bewegung blieb. Er ging mit ihr Gassi und spielte sogar mit ihr. Doch nun war der Urlaub morgen vorbei und was sollte er dann mit Bonny machen. Nun wartete er auf Liane Reinders, die das Tierheim leitete. „Sie haben den Hund bei einem Unfall gefunden und behalten?“ harkte sie nach und sah ihn über den Rand ihrer Brille an. „Ja….ihr Herrchen ist erschossen worden und mit dem Wagen dann über die Böschung. Dabei muss Bonny raus geschleudert worden sein. Ich habe sie dann mitgenommen und wollte sie schon vorher hier abgeben, aber… ich konnte mich von der Dame nicht trennen…“ lächelte Ben und streichelte Bonny. Liane sah dies natürlich. „Und das soll ich Ihnen glauben? Herr Jäger... das ist eine sonderbare Aussage. Ich meine...wenn der Hund...“ fing sie an. „Sie...Bonny ist eine Sie..“ berichtete Ben sofort. „Wenn die Hundedame an der Autobahn angebunden gewesen wäre...ja gut...das ist glaubhaft. Das passiert fast jeden Tag... aber was Sie da erzählen…“ tadelte sie ihn. „ Ich weiß dass es sonderbar klingt. Aber …....hören Sie...ich bin bei der Polizei...und diese Hundedame ist eine Fundsache...also nehmen Sie sie auf oder nicht?“ fauchte Ben wütend. „Ja sicher... das Tier kann schließlich nichts dafür, dass der Besitzer sie nicht mehr will. Ich verstehe die Leute einfach nicht, die sich ein Tier kaufen und es dann einfach wieder weggeben, weil es unbequem ist. Sie haben das Tier seit drei Tagen nicht wahr?“ harkte Liane nach .Ben nickte. „Auf dem Heimweg vom Flughafen Köln-Bonn habe ich sie gefunden…“ bestätigte er noch einmal. „...Wie können Sie dem Tier nur so etwas antun.“ schüttelte Liane den Kopf. „DAS ist nicht mein HUND!! Ich habe keinen Hund und ich kann auch keinen halten!“ stieß Ben wütend aus. „Warum kaufen Sie sich dann einen?“ kam genauso wütend von Liane zurück. „Ich hab ihn doch gar nicht gekauft… ich habe ihn an dem Unfallort gefunden…gefunden..verstehen Sie das nicht?“ stöhnte Ben genervt. „Hat sie denn einen Namen?“ wollte Liane wissen. „Ja...auf dem Halsband war ein Zettel mit dem Namen Bonny...“ nickte Ben. „Gut... Bonny...dann wollen wir dich mal in dein neues Heim bringen...“ sagte sie zu der Hündin, die den Kopf schief legte. „Na komm..“ lächelte sie und streckte die Hand aus. Bonny knurrte. Nur widerwillig, was sie auch klar zeigte, ging sie mit Liane mit. Jaulend sah sie immer wieder zu Ben, der einfach sitzen blieb. Ben schluckte. Er spürte Tränen aufsteigen. Doch er konnte nichts daran ändern. Für einen Hund war kein Platz in seinem derzeitigen Leben. Liane Reinders kam zurück. „Sie weint? Fällt die Trennung Ihnen schwer?“ harkte sie nach, als sie die Tränen in Bens Gesicht sah. „Nein...mir ist nur was ins Auge gefallen..“ entschuldigte Ben sich. „Ich meine Bonny...sie weint...“ stellte sie sofort richtig. „Kann ich sie besuchen, wenn ich die Zeit habe?“ fragte Ben vorsichtig an. „Sie geben Ihren Hund hier ab und wollen ihn dann besuchen? Hören Sie...die Dame hat jetzt schon unter der Trennung zu leiden...meinen Sie nicht, dass es besser wäre wenn Sie sie nie wieder sehen?“ wollte sie wissen. „Hören Sie...ein letztes Mal.....diese Hundedame gehört mir nicht und hat mir nie gehört, es ist nicht meine...Ist das jetzt mal angekommen?“ stieß er aus. Er konnte sie sehr gut verstehen. Sicher gab es Menschen die sich erst ein Hund anschafften und dann feststellten, dass das Tier auch wuchs und damit auch die Ansprüche des Tieres stiegen. Er stand auf unterschrieb die Papiere und fuhr wieder nach Hause. Ihm überkam ein wehmütiges Gefühl, als er im Wohnzimmer saß und auf die leeren Näpfe sah, die er für Bonny hingestellt hatte. Sie fehlte ihm, stellte er fest. Der Tag endete für ihn gelangweilt und er erwischte sich bei dem Gedanken Bonny einfach wieder aus dem Heim zu holen.

    Der nächste Morgen war Bens erster Arbeitstag nach dem langen Urlaub. Semir war wie immer zeitig im Büro. Er sah auf die Uhr. Ben hatte Urlaub gehabt und war immer noch unpünktlich. „Wann sich das wohl mal ändern wird...“ stöhnte er leise. Fast gleichzeitig klingelte sein Handy. „Guten Morgen Ben...schön dass du schon wach bist..“ ärgerte er seinen Partner. „Ja red du nur...Semir...pass auf...ich hatte auf der Rückfahrt einen Findling an Bord. Den besuche ich schnell und dann komme ich okay?“ hörte er Ben fragen. „Ja sicher...wie heißt sie denn?“ harkte Semir sofort nach. „Bonny..“ kam von Ben. „Bonny? Und wie weiter? Welche Haarfarbe? Größe?“ schoss Semir die Fragen ab. „Sie ist orangegelb...ins braune gehend...und hat braune Augen.“ kam von Ben. Semir stutzte. „Orangegelb? Hat sie in einen Farbtopf gegriffen oder was?“ wollte er wissen. „Nein...das ist Natur...“ lachte Ben. „ sie ist aber zuckersüß und hat ...“ hängte er an. „Ben...mich interessiert deine Urlaubsliebe überhaupt nicht...sieh zu dass du ins Büro kommst...“ unterbrach Semir ihn. „Semir...ich muss erst zu Bonny... ich hab sie im Tierheim abgegeben und...“ erklärte Ben weiter. „Im Tierheim abgegeben??? Was ...Wieso?“ fragte Semir etwas irritiert nach. „Weil meine Bekanntschaft ein Hund ist…genauer gesagt eine Hundedame…“ lachte Ben, der sich das Gesicht seines Partners wohl gerade vorstellte. „Wie kommst du denn an den Hund?“harkte Semir nach und dachte an den Fall den er parallel bearbeitete. Vermehrt waren Tierkadaver an der Autobahn gefunden worden. „Ich war auf dem Weg nach Hause, als ich den Unfall gemeldet hab…ich hatte Hotte und Dieter noch gesagt, dass ich notfalls den Dienst früher antrete, wenn du nicht klar kommst, aber die meinten es wäre nicht schon..nun ja…wie dem sei. Am Unfallort hab ich den Hund gefunden, scheinbar war sie auch in dem Auto und ist raus geschleudert worden. Ich habe sie mitgenommen und…erst mal bis gestern bei mir behalten. Und dann ist sie ins Tierheim..“ erklärte Ben. „Whow…was für eine Sorte?“ fragte Semir nach. „Die Sorte mit vier Beinen und viel Fell…Knopfaugen und einem langen Schwanz…“ gab Ben trocken zurück. „Na dann mach deinen Besuch und dann erwarte ich dich… wir haben nämlich auch einen tierischen Fall zu lösen…“ gab Semir zurück. „Genau das hatte ich vor. Du kannst uns ja schon mal ein Frühstück organisieren...Brötchen...Marmelade und so...ich habe einen großen Hunger..“ kam von Ben zur Antwort. „Dann bring Brötchen mit...ich hab Marmelade im Kühlschrank..“ lachte Semir nur. „Wie alt ist die denn schon?“ harkte Ben sofort nach. „Weiß nicht...ich glaub die hab ich von meiner Schwiegermutter bekommen, als ich Andrea geheiratet hab...“ meinte Semir nur. „Witzbold...die kann man doch nicht mehr essen!“ protestierte Ben laut. „Seit wann denkst du denn an das MHD?“ wollte Semir wissen. „Ich bin in zwei Stunden da... bis dahin solltest du doch was zaubern können...bis später..“ verabschiedete Ben sich lachend.