Beiträge von Elvira

    Carla setzte sich auf den Stuhl der neben Isabella stand. Sie sah ihre Freundin an. „Weißt du…als ich nicht mehr wusste wer ich war, wollte ich nicht mehr leben. Wenn ich es jetzt so sehe, dann ziehe ich meinen Hut vor Dir. Du kannst nicht laufen, obwohl die Ärzte doch sicher waren, das es funktionieren würde. Was ist eigentlich passiert?“ wollte sie wissen Isabella lachte bitter. „An diesem Zustand ist mein Ehrgeiz schuld. Die Ärzte hatten mir gesagt, dass ich mir Zeit lassen sollte. Als ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, saß ich noch im Rollstuhl, doch ich wollte es einfach nicht…das André Lyon da ist, ist auch ein Wunder. Oder aber es ist eine kleine Entschädigung für das was ich meinem Körper angetan habe. Alles was ich wollte war laufen…laufen…auf meine eigenen Beine stehen…ich wollte nicht bis zum Ende der Schwangerschaft im Rollstuhl sitzen. Also bin ich gelaufen, immer wenn ich es konnte. Wolfgang hat mich ständig gemahnt, ich solle mich nicht überanstrengen…aber…ich meine du kennst mich… ich will immer alles haben und dafür gebe ich 100 %. Leider habe ich dabei nicht auf meinen Körper gehört. Ich konnte schon die ersten Schritte laufen und wollte die nächste Hürde viel zu früh nehmen. Ich bin die Treppe rauf.. und wollte Andrés Zimmer endlich sehen. Wolfgang hat sich so viel Mühe gegeben und ich wollte einfach nicht warten. Ich bin die Treppen also rauf…und…bin gefallen. Es waren zum Glück für André nur zwei Stufen. Für mich bedeutete es, dass ich für immer im Rollstuhl landen würde. Ich bin auf dem Rücken gefallen, als ich die Stufe nicht richtig traf und habe dabei das vollendet, was bei dem Absturz nur angebrochen war. Der Lendenwirbel brach und beschädigte das Rückenmark. So schwer, dass es irreparabel ist. Aber…mein Leben geht weiter. Und seit André da ist, weiß ich, dass das Leben mit so einem Schicksal weiter gehen kann. Ich bin sehr glücklich…“ strahlte Isabella. André Lyon lag nun in ihrem Arm. Sie sah ihn so zufrieden an. „Er sieht aus wie Wolfgang…nur die Nase…die hat er von mir..“ lachte sie. Carla nickte. „Carla…du und Ben..ihr seid wirklich ein tolles Paar. Auch euer Glück ist doch durch eine Katastrophe auf eine harte Probe gestellt und ihr habt sie gemeistert. Warum heiratet ihr denn nicht?“ wollte sie wissen. Ein leises bitteres Lachen war zu hören. „Er hat mir einen Antrag gemacht, aber…ich habe abgelehnt…“ gab Carla zu.

    Sie sah sehnsüchtig nach Ben, der sich mit Semir und Wolfgang angeregt zu unterhalten schien. „Wenn du nicht gewesen wärest…dann wüsste ich vermutlich heut noch nicht wer ich bin, oder was ich war. Das einzige was ich ganz sicher weiß ist, dass ich Ben über alles liebe. Ohne ihn wäre mein Leben völlig leer…“ hängte sie an. Isabella schüttelte den Kopf. „Du bist ein Närrin weißt du das Carla Maria Mercedes de Cossa….du bist völlig verrückt. Lass ihn doch nicht wieder gehen…“ stieß sie aus. Carla drehte sich zu ihr. „Isabella….ich habe Angst…Angst vor diesem Schritt, der für immer ist. Ich weiß nicht ob ich dazu schon bereit bin. Auf der anderen Seite…habe ich unendlich große Angst, dass ich ihn verliere. Nicht das er untreu ist…er liest mir jeden Wunsch von den Augen ab…er macht alles für mich und…was soll ich tun?“ wollte Carla wissen. „Geh zu ihm….und sag das du ihn liebst und dass du noch einmal darüber nachgedacht hast. Und dass du nun weißt, was du willst….“ schlug Isabella vor. Carla lachte. „Und was will ich?“ harkte sie „Du willst den Mann, den du liebst nicht mehr loslassen…und das geht mit der Hochzeit…und dann kommt das erste Kind…und dann das zweite…, das dritte…ihr werdet eine große Familie haben….“ kam von Isabella zurück. Carla sah sie ernst an. „Aber…was wenn er nicht mehr will?“ stellte sie leise die Frage. „Du hast Angst, dass er nein sagt? Das wird er nicht….ich denke er wird vor Freude an die Decke springen…er würde dich nie verlassen…“ antwortete Isabella. „Woher willst du das wissen?“ „Ich…sehe es ihm an. Er ist überglücklich und du kannst ihn noch glücklicher machen, wenn du seinen Antrag annimmst…Also sei nicht dumm und sag einfach Ja….“ Carla sah zu Ben. Nur kurz trafen sich ihre Blicke und er warf ihr einen Luftkuss zu. „Und wenn er nein sagt?“ wollte sie wissen. Isabella lachte leise. „Warum sollte er denn? Er liebt dich…er hat dir einen Antrag gemacht…warum sollte er es nun ablehnen?“ harkte sie nach. „Weil….weil….ach ich weiß nicht….ich habe einfach nur Angst…“ stöhnte Carla.

    OH oh....die Löwen laufen jetzt nicht irgendwo frei rum oder? Nicht das ich gleich im Büro Besuch von einem der Katzen bekomme. Ich liebe Katzen...und nun ja...die hätten mich vermutlich auch zum "Fressen" gern... :D

    Fressen Löwen auch Brot? Dann könnte ich sie ablenken....bin gespannt wo die Viecher sind und wer zuerst auf sie trifft :D

    Edit: Na gut...aber ich bin immer noch berunruhigt...die Viecher könnten ausbrechen und dann hier her kommen....ach mir fällt gerade ein..hier laufen ganz viele Ratten und Mäuse rum.... also in der Nähe...auf dem Bahngelände... und nicht nur vierbeinige.... ;) das wäre doch was für die Mietzekätzchen oder? :D

    so etwas früher als eigentlich geplant aber aus zeitlichen Gründen hier de 2. Teil meiner Lovestory mit Ben und Carla..


    (2. Teil Wenn Engel fliegen lernen)

    Isabella sah Carla an. „Träumst du?“ riss sie ihre Freundin aus den Gedanken. „Was? Nein..nein…er ist süß….“ strahlte sie als sie ihr Patenkind in den Armen hielt. Auch Ben blickte auf den neuen Erdenbürger. „Hey… Kleiner André Lyon…ja…er ist wirklich sehr süß..“ bestätigte er auch. Isabella sah Beiden eine Weile zu, wie sie gemeinsam ihren Sohn auf dem Arm von Carla betrachtete. Ein Blitzlicht flammte auf. Carla sah Ben erschrocken an und dann sahen beide zu Isabella. „Hier…ein Foto wie klasse es ausschaut, wenn Ihr ein Baby hättet..ich würde es mir an eurer Stelle überlegen…“ schlug sie vor und reichte Carla das Bild. „Das ist wirklich klasse…aber….“ Ihr Blick wanderte zu Ben. „Nein..noch nicht….wir sind ja nicht einmal verheiratet…“ lehnte Ben ab. „Nun… das könnte man auch ändern…“ meinte nun Wolfgang, der sich zu den Drei gesellte. „Ähm…wollt ihr uns zwingen?“ lachte Carla. „Nein…aber ihr solltet daran denken. Immerhin seid ihr doch schon ne ganze Weile zusammen…“ kam von Wolfgang. Ben lachte laut auf. „Wir müssen doch nicht heiraten..weil wir zusammen sind….“ klärte er auf und umarmte Carla von hinten. „nicht wahr mein Schatz?“ grinste er und küsste ihren Nacken. „Zum Kinderkriegen muss man auch nicht verheiratet sein..“ gab Isabella zu verstehen. Auch sie sah ihren Mann verliebt an. „Ben… wir sollten die Damen mal allein lassen und wir wollen auch mal was besprechen..“ schlug Wolfgang vor. Ben sah Carla an und diese nickte. „Gut…dann gehen wir an die Theke…Semir und Andrea stehen sicher auch da…“ grinste Ben. Gemeinsam mit Wolfgang ging er zur Theke. „und hat sie ja gesagt?“ harkte Wolfgang nach, der von Bens Antrag wusste. „Nein...sie hat gesagt sie braucht noch Zeit...und ich gewähre es ihr. Solange ich sie nicht verliere....ich liebe diese Frau mehr als mein Leben...“ gab Ben leise von sich. Sein Blick ging sehnsüchtig zu Carla die sich mit Isabella unterhielt.

    Hartmut sah durch das Glas und schaute sich die Flüssigkeit an. „So….dann wollen wir das mal mit dem Massensprektrometer untersuchen. Was da drin ist…werden wir gleich sehen… Ah ja…..eindeutig…“ murmelte Hartmut. „Ja und was hast du nun?“ wollte Semir ungeduldig wissen. „Das ist eindeutig MDMA“ nickte Hartmut. „MDMA? Was zum Teufel ist das?“ kam nun von Ben, der auch kein Wort von Hartmut verstand. „ Das ist eine Mischung … 3,4 Methylendioxy-Methamphetamin. Das sind zwei Enantiomere die in R-Form und die die dazu spiegelbildliche S-Form. Das ist der Wirkstoff von MDMA… die freie Basis ist ein Öl und enthält die funktionelle Gruppe eines sekundären Amins… die freie Base bildet mit Salzsäure ein kristallines Hydrochlorid. Als Grundbasis für die Synthese von MDA dient meistens Piperonal. Ein möglicher Syntheseweg ist Pihkal. Also Piperonal wird mit Mitroethan in einer Kondensastionsreaktion zu 3,4 Methylendioxyphenyl – 2 nitropropen umgesetzt. Dieses wird zu Piperonylmethylketon hydriert und mit in Verbindung von Metyhlamin wird es dann zu MDA…“ erklärte Hartmut .Semirs Blick wanderte zu Ben. „Weißt du eigentlich was du da erzählt hast?“ wollte Ben wissen. „Ja sicher….ihr nicht?“ grinste der Techniker. „Nein..nicht wirklich und das weißt du sehr genau….aber ich sehe auch, dass du dich darüber richtig amüsierst…“ gab Semir zu. „Nun ja..also..damit ihr das auch versteht. Das hier ist eine synthetische Droge…und zwar mit den Stoffen, die wir auch in den Leichen hatten. Das Zauberwort ist Metyhlamphetamin.“ gab Hartmut nun von sich. „Ach so…also ist es das Zeug was vermutlich an den Tieren und an den beiden Toten getestet wurde. Dein Freund hat Recht…das Dreckszeug ist auf dem Markt. Verdammt wir müssen sofort das Drogendezernat Bescheid geben, das Angel Eye auf dem Markt ist und das dieses Teufelszeug extrem tödlich wirkt.“ stieß Semir aus. Ben nickte. „Ich rufe Markus an…er wird dann alles in die Wege leiten..“ gab er bekannt und griff direkt zum Handy.

    Kim sah die Beiden an. „Das war sehr klug das an das Drogendezernat weiter zu geben. Für uns ist der Fall mit den Drogen erledigt. Nun bleibt nur noch der Mord an dem Tierschützer zu klären. Was ist mit diesem Gierersheim?“ wollte Kim wissen. „Grieserheim....wir haben ihn zur Fahndung ausgeschrieben, aber derzeit ist er nirgends aufgetaucht. Sein gemeldeter Wohnsitz wird überwacht. Wenn er dort auftaucht, haben wir ihn.“ stellte Semir sofort richtig. „Gut... da die Morde nach Ihrer Ansicht zusammenhängen möchte ich, dass Sie mit dem Drogendezernat zusammen arbeiten. Der Kollege Markus Deutler wird gegen Mittag herkommen und den Fall mit Ihnen übernehmen..“ stellte Kim klar. Ben und Semir nickte. Die beiden kannten den Ermittler aus anderen Fälle wo eine Zusammenarbeit immer sehr gut und zu aller Zufriedenheit verlaufen ist. Die Kommissare gingen gerade in ihr Büro, als das Handy von Ben klingelte. „Das ist Mark..“ erklärte er und meldete sich sofort. „Ben....ich hab was für dich...ein Typ...der diese Tests gemacht hat, war gerade bei mir...ich habe nachgefragt wo er es herhat und ob die Typen die ihn angeheuert haben wirklich bezahlt haben...er sagte ja und er sagte mir, dass er in einem Labor in Frechen war. Ein altes Gebäude, welches wohl eigentlich nicht in Betrieb war, aber er war dort. Ich glaube ihm, denn er war wirklich ein paar Tage weg. Dann hat er mir dieses Zeug verkauft und ich sage dir... danach vergisst du alles..“ kicherte Mark. „Weißt du die genaue Adresse?“ harkte Ben sofort nach. „Nein....aber Frechen ist doch gar nicht so groß...ich kann ja mal mitfahren und schauen...und dich dann informieren..“ schlug Mark vor. „Nein... nein... Mark.... lass das... und versuch das Zeug nicht zu nehmen...es ist tödlich!“ ermahnte Ben seinen Freund. „Alle Drogen führen irgendwann zum Tod, Ben...ob jetzt oder in wenigen Monaten...ist völlig egal..“ kam von Mark. „Mark...bitte lass es....versprich mir, dass du nicht leichtsinnig wirst...bitte..“ flehte Ben regelrecht. Doch sein Freund hatte bereits aufgelegt. Ben sah Semir an. „Wir müssen sofort zu Mark...er hat eine Dummheit vor...da bin ich fest von überzeugt..“ stieß er aus. Semir nickte. Auf den Weg nach draußen stießen sie mit Markus zusammen und packten ihn direkt ein.

    Schon als sie vor der Tür standen, bemerkte Ben, das etwas hier nicht stimmte. Die Tür war nur angelehnt. „Vorsichtig...“, zischte er den Beiden zu und zog sofort seine Waffe. Dieter und Hotte taten es ihm gleich. Mit einer Bewegung hatte Ben die Tür aufgestoßen und alle drei Polizisten gingen in den großen Vorraum hinein. Überall lagen Akten und Papiere auf dem Boden verstreut umher und an einigen klebte Blut. „Verdammt, was war hier los?“, zischte Dieter nur und ging in einen angrenzenden Raum, der das Büro des Anwalts zu sein schien. Auch hier sah es nicht viel besser aus. Tresor und Kassenkoffer waren aufgebrochen, Computer zertrümmert und die Sitzkissen der Couch aufgeschlitzt. „Hier hat jemand seiner Wut vollkommen freien Lauf gelassen.“, meinte Hotte nur und stand dann vor einem Schrank, aus dem etwas zu laufen schien. „Oh mein Gott...“, stieß er aus und zog damit Bens Aufmerksamkeit auf sich. Der junge Hauptkommissar kam zu ihm, umfasste die Klinke des Wandschranks und zog die Tür mit einem einzigen Ruck auf. „Oh shit...scheint, als ob Wegener noch mal herkommen muss.“, stieß Ben erschrocken aus, als ihm der leblose Körper der Empfangsdame, wie er vermutete, in die Arme fiel. „Verdammt, und sie war noch keine dreißig Jahre alt.“, murmelte Ben nur und sah sich wieder um. Was war hier nur los?

    Semir und die Familie genossen den Rest des Tages. Das Gespenst von vorhin war vergessen. Jetzt zählten nur noch die Kinder, seine Frau und er. Alle vier hatten es sich am kleinen Steg zwischen den anderen Campern gemütlich gemacht. „Ist das schön hier und so ganz ohne Mücken.“, grinste Semir nur und ließ sich die Sonne auf seine behaarte Brust scheinen, während er sich zu Andrea umdrehte. „Ja, wir haben so wenig Zeit füreinander. Das sollten wir viel, viel öfter machen.“, meinte sie und nahm die Hand ihres Mannes. Die Kinder spielten dicht am Wasser und immer wieder sah Semir oder Andrea zu ihnen. Sie ahnten nicht, dass sie noch beobachtet wurden. Kalvus stand an der anderen Seite des Sees, geschützt von einigen Bäumen, und starrte durch sein Fernglas auf seinen Feind. Er musste, er musste ihn haben und er hatte auch schon eine Idee, wie er es anstellen würde. Er konnte nicht länger warten. Es musste schon bald sein. Am besten gleich Morgen. Ja, das war gut...sehr gut sogar. Schnell war das Handy hervorgenommen und Ralf angewählt. „Sander, was kann ich für dich tun?“, wollte er wissen, als er sich meldete. „Pass auf, wir ziehen unseren Plan vor. Schaff alles, was nötig ist in den Bunker. Wir werden unseren Gast schon morgen holen gehen.“, erklärte er. „Okay...ich benachrichtige Roman und dann kommen wir zu dir.“, meinte Ralf und legte auf. Es dauerte vier Stunden bis Roman und Ralf bei ihm waren. Lysanne schlief bereits und Kalvus ging mit den Männern nach draußen. „Hör zu…ich will ihn morgenfrüh packen. Ich habe ihn jetzt beobachtet. Er geht jeden Morgen in den Wald und läuft etwas. Da werden wir ihn packen. Es wird sicher ne Weile dauern, bis seine Frau Alarm schlägt. Bis dahin sind wir in Sicherheit und er geht dem Tod einen Schritt näher…“, erklärte Kalvus leise. „Wie spät wird er morgen früh laufen gehen und wie willst du ihn packen? Betäuben? Oder wie?“, wollte Roman wissen. „Keine Betäubung. Er soll wach sein…alles mitbekommen…außer wo wir ihn hinbringen. Ihr werdet ihn packen…fesseln und knebeln…damit er die Orientierung verliert werden wir ein wenig im Wald kreuz und quer gehen, aber immer darauf achten, dass uns niemand sieht.“, gab Kalvus klare Anweisungen. „Das ist zu riskant…dann lieber die Augen verbinden und hier her ins Auto…..dann ab….wenn uns jemand begegnet, kann derjenige die Kollegen von Gerkhan anrufen….lass ihn uns schnell schnappen und dann ab in den Bunker.“, schlug Ralf vor. Kalvus überlegte. Ralf hatte Recht…die Gefahr aufzufallen ist groß. Er nickte kurz.

    Semir wachte am nächsten Morgen um sechs auf. Er sah durch das Fenster und die Sonne kam bereits hervor. „Ich geh noch eine Runde laufen…“, sagte er leise zu seiner Frau, die noch tief schlief. Es war die letzten Tage ein Ritual geworden, dass er durch den Wald lief. Es hielt fit und die frische Luft tat ihm sehr gut. Mittlerweile war er braun gebrannt. Er stand auf, zog seine Trainingshose an und verließ den Wohnwagen. Er lief langsam los. Die Strecke kannte er mittlerweile auswendig. Doch diesmal wollte er sich auf die andere Seite des Sees bewegen. Er wollte um ihn herum laufen und wissen, ob er tatsächlich beobachtet wurde. Seit einigen Tagen hatte er dieses Gefühl und wurde es nicht los. Das würde zwar ein längerer Lauf sein, aber das Wetter war gut und besser er sah sich um, als das er eine böse Überraschung überlegte. Er war gerade 15 Minuten gelaufen, als sich zwei Mann zu ihm gesellten. Semir sah den Mann zu seiner Linken an und behielt das Gesicht sofort in seinen Gedanken fest. Dann wanderte der Blick zu seiner Rechten. „Guten Morgen…Herr Gerkhan…“, grinste dieser. Semir blieb stehen. „Woher…?“ fragte er. Die Männer lachten leise. „Sie tun gut daran, keine Fragen mehr zu stellen und mitzukommen…ohne Probleme bitte...“, lächelte ihn der Mann an. Die Waffe, die er auf Semir richtete ließ ihn erahnen, dass es besser war dem Befehl zu folgen. „Wer sind Sie?“, fragte Semir heiser und hob langsam die Hände hoch. „Das ist egal…da geht es lang!“, befahl der Mann zu seiner Rechten. Semir tat als würde er dem Befehl folgen und machte zwei Schritte vorwärts. Doch dann explodierte er regelrecht. Er drehte sich blitzschnell um und trat die Waffe aus der Hand. Der Mann war so überrascht, dass er gar nicht reagierte. Semir schlug zu und ging den zweiten Mann direkt an, bevor sich dieser von seinem Schrecken erholte und schlug auch ihn nieder. Dann rannte Semir los.

    Die Tage vergingen ohne das Ben zu einem Ergebnis kam. Bis Mark sich bei ihm meldete. „Hallo Ben....hör mal....können wir uns treffen?“ bat der Junkie. „Ja klar...wie immer?“ wollte Ben wissen. „Genau...wie immer..“ kam von Mark. Ben fuhr direkt los. Semir würde ab morgen auch wieder im Dienst sein und vielleicht erfuhr er Neuigkeiten über die neue Droge. Ben sah Mark an, als er am Treffpunkt ankam. „Oh was...ist denn mit dir passiert?“ wollte er wissen. Marks Augen waren bläulich unterlaufen und er schien stark abgemagert zu sein, seit dem letzten Wiedersehen. „Das ist Aids....es mergelt den Körper aus und hört erst auf ,wenn ich unter der Erde liege. Aber vorher will ich dir noch was sagen....Seit zwei Tagen verkaufen ein paar Typen hier Pillen, die ich noch nie gesehen habe. Sie nennen sich „Angel Eye“ und das Zeug haut richtig rein..“ erklärte Mark. „Hast du auch welche davon genommen?“ wollte Ben sofort wissen. „Ich wollte das Zeug probieren, aber seit dem...geht es mir immer schlechter. Ich kann kaum noch was essen, fühle mich schon tot.... ist es das Zeug wonach ihr schon mal gefragt habt?“ harkte Mark nach. „Ich weiß es nicht...hast du nicht zufällig eine da oder?“ bat Ben. Mark kramte in der Tasche. „Ich wusste schon, dass du danach fragen würdest. Hier..... das ist noch ein kleiner Rest, den ich habe.... Vielleicht reicht das ja...“ meinte Mark nur. Ben nahm das kleine Tütchen und bedankte sich. „Mark....lass dir doch helfen...bitte... geh in ein Krankenhaus und lass dich behandeln...“ versuchte Ben noch einmal seinen Freund zu überreden. Mark lächelte schwach. „Die Götter in Weiß können mir nicht mehr helfen...verstehst du das nicht? Ich bin zum Tode verurteilt... und es ist gut so. Ich habe keine Angst mehr vor dem Tod... Ben...es ist für mich eine Erlösung..“ lächelte Mark. Ben sah ihn mitleidig an. „Du bist ein Sturkopf weißt du das? Ich weiß dass ich dir nicht helfen kann, aber....“ erklärte er noch einmal. „Nur keine Sorge...Ben...ich schaffe das schon. Aber es ist heute sicher ein letztes Mal, dass wir uns wieder sehen. Es war mir eine Ehre dein Freund zu sein..“ verabschiedete Mark sich. Ben umarmte seinen Freund. Dieser löste sich nach einer Weile. „Mark!! Bitte....melde dich...ich will dich nicht am Straßenrand liegend finden..“ Doch Mark hatte sich bereits umgedreht und ging zu seinem Platz zurück. Ben fühlte sich hilflos.

    Als er in der PAST ankam, saß Semir an seinem Schreibtisch. „Oh...Häuptling Wehleidig ist wieder im Dienst...“ begrüßte er seinen Partner. „Ja du mich auch...weißt du eigentlich was du mir angetan hast mit deinem Wunsch das Andrea mich nicht zur Arbeit gehen lassen soll? Ich lag vier Tage auf dem Sofa....und das bei so viel Arbeit. Wir haben Morde aufzuklären....einen Verdächtigen zu verhaften, der mich versuchte umzubringen....und vermutlich dabei ist eine neue Droge zu entwerfen und auf den Markt zu bringen...“ fauchte Semir wütend. „Er hat sie auf den Markt gebracht... zumindest wenn ich Mark glauben darf...und das tue ich. Er hat mir noch einen kleinen Rest übrig gelassen und ich werde es gleich mal zu Hartmut bringen..“ gab Ben bekannt und hob das Tütchen hoch. „Wir werden es Hartmut bringen. Was soll das heißen? Wird das Dreckszeug schon verkauft?“ harkte Semir nach. „Ja...seit ein paar Tagen. Mark erzählte mir, dass es ihm gar nicht gut bekommt. Er zerfällt regelrecht. Aids ist bei ihm schon sehr stark zu sehen und ich befürchte, dass er in wenigen Tagen sterben wird.“ erklärte Ben. „Das tut mir sehr leid...“ kam betroffen von Semir. Ben nickt. „Ja mir auch...aber er will sich nicht helfen lassen. Aber vermutlich hat er Recht...es gibt keine Hilfe mehr für ihn.“ Meinte Ben nur. „Ben... du kannst es eh nicht ändern. Sei einfach für ihn da ...“ schlug Semir vor. Ben nickte erneut. „Na egal...komm fahren wir zu Hartmut..“ schlug Ben vor und stand auch schon auf. Semir folgte ihm. Sie brauchten gute 20 Minuten bis sie bei dem Techniker waren. „Hartmut...versuch doch mal zu analysieren was wir hier drin haben...“ bat Semir den rothaarigen Techniker. „Ach Semir...auch wieder im Dienst? Wie geht es deiner Murmel?“ wollte Hartmut wissen. „Danke gut...mach bitte hin..“ drängte Semir. „Ja doch….gib her..“ knurrte Hartmut und nahm ihm die Tüte aus der Hand. Schnell ließ er etwas von dem Pulver in ein Gläschen fallen und tat einige Flüssigkeiten dazu. Dann wanderte alles in die Zentrifuge. Immer schneller drehte sich das Gläschen. Nach wenigen Augenblicken nahm Hartmut das Glas erneut und tat einen Tropfen der nun entstandenen Flüssigkeit auf einen Träger und legte es dann unter das Mikroskop.

    „Verdammt...wie konnte der Bulle dich denn sehen? Und was soll das heißen du bist bekannt? Du hast doch gesagt, dass du nie was mit der Kripo zu tun hattest!!“ schrie Walther Griese Frank an. „Ja...verdammt ich dachte du meintest die Kripo Autobahn und den Kerl hatte ich noch nie vorher gesehen... bevor ich ihn niedergeschlagen hatte....Das musst du mir glauben..“ beteuerte Frank. „Also gut... nun ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Aber ab sofort wirst du dich nicht mehr draußen zeigen... Die Versuche scheinen endlich positiv zu werden. Dieser Typ der sich als Proband zur Verfügung gestellt hatte, lebt und es geht ihm sogar gut. Er freut sich täglich auf seine Ration...und ich denke wir können ihn schon sehr bald entlassen. Danach wird er für uns die Drogen verkaufen.....sein Lohn wird seine tägliche Ration sein und bleiben.“ erklärte Walther. Frank nickte. „wo willst du ihn einsetzen? Am Neumarkt?“ harkte Frank nach. „Nein...ich denke ich werde ihn in Düsseldorf auf der Kö laufen lassen. Wenn er geschnappt wird...Pech...aber ich brauche noch Dealer.....sucht mir unsere alten auf und vertickt die Pillen. Sie sollen sie verkaufen und ihren Anteil abziehen. Du und Heinrich werdet dann jeden Tag den Rest einkassieren und abliefern...“ befahl Walther weiter. Frank nickte nur. Er war schon froh, dass Walther ihm den Mist mit dem Bullen verzieh. „Was ist mit dem Toten? So langsam sollten wir sehen, dass er verschwindet...der liegt jetzt schon vier Tage dort im Keller..“ gab er zu bedenken. Walther nickte. „Bring ihn auf die Müllkippe...nach dem Typen schreit kein Mensch mehr...und die zweite auch...der Alkoholiker ist ebenfalls gestorben....scheint als würde die Droge nur von gesunden Menschen gut verarbeitet...na...mir soll es egal sein...solange ich mein Geld damit verdienen kann..“ grinste Walther nur. Frank verschwand im Keller und packte die Leichen die in einem der Kühlräume lag in sein Auto. Dann fuhr er zum Niehler Hafen um die Leichen loszuwerden. Bis die an Land gespült wurden vergingen sicher einige Tage.

    Semir stand auf und setzte sich hin. Sofort überfiel ihm der Schwindel. „Oh...“ machte er und musste angestrengt schlucken. „Leg dich sofort wieder hin!“ befahl seine Frau ihm. „Andrea...ich muss...ins Büro...“ stöhnte er kurz. „Nix da...du bleibst hier liegen. Ben wird den Fall allein aufklären... und die Berichte kannst du auch in zwei Tagen schreiben.“ Kam kühl von ihr. „Das geht nicht... ich muss der Chefin doch noch einen Bericht abgeben, was passiert ist und warum...“ widersprach Semir. „Das kannst du auch per Telefon machen...da wird sie sicher nichts gegen haben..“ meinte sie nur. „Doch... du kennst die Krüger noch nicht so genau...wenn ich das nicht persönlich mache, dann....dann...“ er suchte verzweifelt nach einer Strafe die ihm Kim aufdrücken würde. „Das haben wir gleich..“ lächelte Andrea und griff zum Hörer. „Was hast du vor?“ wollte Semir wissen. Doch Andrea lächelte nur. „Hallo Susanne...kannst du mir mal die Frau Krüger geben?“ bat sie, als ihre Freundin sich meldete. Semir schloss die Augen und fluchte leise. „Ja Frau Krüger...Andrea Gerkan hier....es geht um meinem Mann...“ erklärte Andrea ihr Anliegen und stellte auf Lautsprecher. „Wie geht es Semir denn?“ kam die besorgte Nachfrage der Vorgesetzten. „Er will unbedingt ins Büro um Ihnen Bericht zu erstatten, aber sobald er sich aufsetzt wird ihm schlecht....und nun meinte er, Sie würden es nicht akzeptieren.. er hört via Lautsprecher mit...“ gab Andrea bekannt und sah ihren Mann an, der wohl am Liebsten in ein Loch verschwunden wäre. „Das ist doch Blödsinn...er soll sich erholen und liegen bleiben, bis es vorbei ist....den Bericht über den Verlust des Dienstwagens kann er mir danach immer noch geben...“ erklärte Kim. „Vielen Dank Frau Krüger... sehr nett..“ antwortete Andrea. „Gern...und Semir....Gute Besserung...“ gab Kim noch durch. Ein Knacken deutete das Ende des Gespräches an. Andrea sah Semir an. „So...alles erledigt....leg dich wieder hin!“ befahl sie. Semir legte sich lang. Gegen seine Frau hatte er keine Chance.

    Kalvus wartete auf den Anruf von Ralf. „Guten Morgen Papa…“, riss seine Tochter ihn aus den Gedanken. „Hallo meine Kleine..hast du Hunger?“, wollte er wissen. Lysanne nickte. Sie sah auf den See. „Kann man darin baden?“, wollte sie wissen. „Ja…aber ich möchte nicht, dass du da rein gehst...“, verbot er es ihr. Er wollte nicht, dass Gerkhan seine Tochter erkannte und dann darauf schloss, dass er auch hier war. Gerkhan wird sicher nicht daran glauben, dass Sander Kalvus Geschichte war. Dieser Mann war nicht so einfach auszutricksen. Doch genau das imponierte Kalvus etwas. „Ich mach mir selbst was zu essen..bin ja kein Kind mehr...“, kam von Lysanne und Kalvus sah ihr zu wie sie am Herd stand. Sie war wirklich groß geworden….seine Kleine. Das Telefon riss Kalvus aus den Gedanken. „Ja, was gibt es?“, meldete sich der Holländer und sah auf seine Tochter, die immer noch am Herd stand und Spiegeleier und Speck anbriet. Langsam zog der Duft von innen nach draußen und drang in die Nase von Kalvus. „Ralf hier...ich hab einen alten Stollen gefunden...am Ende ist eine Eisentür und dahinter erstreckt sich eine langgezogene Bunkeranlage. Alles sehr verworren und abgeschottet.“, erklärte Ralf und wartete auf die Reaktionen seines Chefs. „Sehr gut...gibt es da auch irgendwo etwas in der Nähe, wo Lysanne und ich unterkommen können?“, wollte Kalvus dann wissen und sah sich nach seiner Tochter um. Diese stand immer noch am Herd. „Ja, es gibt eine beheizte Kammer mit Kochzeile und Badewanne.“, erklärte der Mann am Ende der Leitung. „Okay...wir ziehen dann mal um. Bring Roman mit, wenn du herkommst. Habt ihr alles andere verkauft?“, wollte er wissen. „Ja, das Geld habe ich bei mir. Soll ich es dir mitbringen?“, fragte er. „Nein, sonst wird Lysanne misstrauisch. Pass auf, du zahlst es auf ein Schweizer Konto ein und bringst mir die Unterlagen. Lass das den Anwalt machen, aber sei dabei. Ich traue diesem Rechtsverdreher nicht.“, knurrte Kalvus und beendete das Gespräch. Er ging in den Wohnwagen zurück und aß mit seiner Tochter zu Frühstück. Schon bald würde er seine Rache vollenden können.

    Semir sah Andrea dabei zu, wie sie die kleine Layla fütterte, das Breichen mit dem Löffel aufnahm und von ihren Mundwinkeln auffing. Stolz lächelnd sah er seiner Frau dabei zu. Layla brabbelte vergnügt und schluckte gierig den Brei hinunter. „Sie hat den gleichen Hunger wie ihr Patenonkel. Bist du sicher, dass sie deine Tochter ist?“, grinste Andrea nur. „Bitte...ich kann auch eine Menge verdrücken...aber Ben ist da besser...seine Schnute ist einfach breiter und scheint der von einer Python zu sein.“, konterte Semir nur und sah dann zum Bett hinüber. Ayda regte sich langsam und kam unter der Bettdecke hervorgekrochen. „Hey, mein Schatz...bist du endlich wach?“, lachte Semir nur und nahm sein goldgelockten Engel auf. „Mooorgen...“, kam es nur verschlafen von ihr und gab ihren Papa einen dicken Schmatzer auf die Wange. „Gibt es jetzt endlich Frühstück?“, wollte sie wissen und rieb sich die Augen. „Ja, aber gleich...erst ist deine Schwester dran.“, kam es nur von Andrea. „Komm, ich mach mit dir erstmal einen kurzen Spaziergang.“, grinste Semir nur und ging mit seiner Tochter aus dem Wohnmobil. Ayda folgte ihrem Papa und beide gingen zum See hinunter, ließen sich auf den Steg nieder und Semir reichte mit seine Beine ins Wasser, sodass er damit ein bisschen planschen konnte. „Papa, ich will auch planschen...“, kam es nur von Ayda. „Aber du hast doch noch deinen Schlafanzug an.“, meinte Semir, doch als er die großen Augen seiner Tochter sah, war es fast um ihn geschehen. „Okay...komm, bevor wir frühstücken können wir ja ein bisschen schwimmen.“, meinte er und beide gingen zum Wohnmobil zurück, zogen sich um und hüpften dann in das Wasser. Vorsichtig half Semir seiner Tochter dabei, das Schwimmen zu erlernen. Es war ein großer Spaß für den Deutschtürken, seiner Tochter das beizubringen, was ihm sein Papa auch beigebracht hatte. Immer wieder ließ er Ayda leicht ins Wasser und die kleine Prinzessin schwamm sofort los, wie ein Fisch. Semir konnte sie manches Mal kaum bremsen. „Frühstück ist fertig...“, hörten beide dann Andreas Stimme und sofort machten sie sich auf Richtung Wohnmobil. Schon bald saß die Familie glücklich frühstückend um den Tisch herum und ließen sich die Sachen munden.

    „Morgen Ben, du siehst aber müde aus.“, meinte Susanne, als der junge Hauptkommissar vollkommen verschlafen und mit kleinen Augen ins Büro tapste und dabei fast mit Dieter zusammengestoßen wäre. „Morgen Susanne...tja, daran ist dieser kleine Felltyrann schuld.“, fauchte er nur und stützte sich müde auf den Schreibtisch der Sekretärin, drohte fast nach vorne über zu fallen. „Hey, bleib standhaft...“, lachte sie nur. „Ist er denn so schlimm?“ „Viel schlimmer...Semir hat ihn vollkommen verzogen...das Ding will bei mir im Bett schlafen und wenn es seinen Willen nicht kriegt, dann beißt er mich in den Zeh.“, klagte Ben sich bei Susanne aus. Sie lachte schallend. Das Telefon hinderte sie an einen weiteren dummen Kommentar. „König, Kripo Autobahn...“, meldete sie sich und hörte dann einige Minuten zu. „Okay...danke...ich schicke gleich jemanden. – Ben, es gibt Arbeit...die Leiche von einem gewissen Frank Holtzer wurde am Kilometer 56 gefunden...in einer Baustellengrube.“, gab Susanne bekannt. „Holtzer???“, harkte Ben nach. Der Name kam ihn bekannt vor. „Ja….Semir hatte ihn doch vor kurzem genannt….warte….in seinem Bericht stand irgendwo was….“, meinte Susanne und suchte nach dem Bericht von Semir. „Hier….da steht es doch…mit Herrn Holzer in die Haftanstalt von Venlo gefahren und Kalvus….besucht…“, las Susanne vor. „Verdammt…das war der Anwalt…ich bin unterwegs. Versuch du Semir zu erreichen.“, bat Ben und rannte raus.

    Semir gab Gas, als der Wagen vor ihm das Tempo erhöhte. Er ahnte schon was für ein Trick Grieserheim vorhatte. Schnell noch bei rot über die Ampel und ein Chaos verursachen. Ein Trick den viele Verbrecher schon mit dem Leben bezahlt hatte und leider auch vielen Unschuldigen das Leben kosteten. Tatsächlich sprang die Ampel auf rot. Der blaue BMW zog durch. Schon hörte man die ersten Bremsen kreischen. Semir lenkte an einem der Wagen, die aus der Querstraße kam, vorbei. Doch neben diesem war ein zweiter, der nicht zu stoppen war. Mit einem lauten Geschepper krachte er von der Seite in Semirs Wagen und rammte ihn weg. Semir prallte bei dem Aufprall mit dem Kopf gegen die Seitenscheibe und spürte wie Blut aus einer kleinen Platzwunde lief. Der nächste Knall kam von hinten und ließ ihn schmerzhaften Kontakt mit dem Lenkrad spüren. Er sah in den Rückspiegel, doch am Lenkrad des Fahrzeuges saß niemand mehr. Fahrerflucht... dachte er noch, doch als die Tür aufgerissen wurde und er einen maskierten Mann vor sich sah, war klar, dass der Fahrer nicht geflohen war sondern ihn scheinbar eine Warnung überbringen sollte. Der Unbekannte wollte gerade anfangen, als die Sirenen anderer Kollegen zu hören waren. „Glück gehabt..“ stieß er aus und schlug mit der Waffe, die eben noch auf Semir gerichtet war zu. Mit einem Stöhnen, sackte Semir hinter dem Lenkrad zusammen. Der letzte Gedanke war, dass er kein Gesicht erkannt hatte. Dann schwanden ihm die Sinne. „Hallo...hören Sie mich?“ war das erste was er wieder vernahm. Er öffnete die Augen und sah den hellen Lampenschein. „Ja....“ stöhnte er leise. „Wissen Sie was passiert ist?“ harkte die Stimme nach. „Unfall...ich habe jemanden verfolgt..“ bestätigte Semir. Jetzt sah er klarer. Ein Polizist stand bei ihm. „Verfolgt?“ harkte der Mann nach. „Ja...ich bin...ein Kollege...“ kam von Semir. Nach und nach wurde er klarer. „Okay... die anderen Beteiligten sind nicht mehr da, aber von Zeugen wissen wir, dass Sie die Wahrheit sagen. Einer der Zeugen sagte sogar, das einer der Beteiligten Sie niedergeschlagen hat. Können Sie das bestätigen?“ wollte der Mann in Uniform wissen. „ja...“ nickte Semir. Er wollte aussteigen, doch der Kollege hielt ihn fest. „Bleiben Sie besser sitzen, bis der Arzt Ihre Wunden versorgt hat..“ schlug er vor. Semir schloss die Augen. Es war besser, das wusste er auch. „Sind die anderen in Ordnung? Gibt es Verletzte?“ wollte er wissen. „Nein...es ist nur Blechschaden...“ kam von dem Kollegen.

    Ben war gerade auf dem Weg nach Hause als sein Handy klingelte. Er sah auf das Display. „Semir“ leuchtete dort auf. „Was gibt es Partner?“ wollte Ben wissen. „Kannst du mich aus dem Vinzenz abholen?“ bat Semir. „Was machst du denn im Krankenhaus?“ kam die Frage von Ben. „Erkläre ich dir, wenn du hier bist...“ gab Semir durch. „Okay... bin auf den Weg..“ knurrte Ben und drehte um. Zehn Minuten später war er im Krankenhaus in der Ambulanz, wo Semir auf ihn wartete. Ein großes Pflaster prangte an der Stirn und ein kleineres an der Schläfe. Ein Auge war leicht blau angelaufen. „Mit wem hast du dich geprügelt?“ wollte Ben erneut wissen. „Keine Prügel....ich hab Grieserheim bemerkt und verfolgt. Aber der Kerl hat wohl Verstärkung dabei gehabt. An einer Kreuzung ist er bei Rot rüber und ich natürlich hinterher....tja...und die Komplizen von ihn haben mich dann aufs Korn genommen. Einer kam von der Seite und rammte mich und der andere von hinten..“ erzählte Semir. „Das heißt Wagen ist Schrott?“ harkte Ben nach. Semir nickte. „Totalschaden....“ bestätigte er. „Oh...das wird Krüger gar nicht gefallen. Warum hast du mich nicht informiert?“ fragte Ben weiter nach. „wollte dich nicht stören. Aber ich habe der Zentrale Bescheid gegeben..“ erklärte Semir weiter. Erst jetzt fiel Ben der Teddy auf, den Semir in der Hand hielt. „Hattest du Ayda dabei?“ fragte er erstaunt, denn er kannte den Teddy. „Spinnst du? Nein...ich hab den Teddy bei ihrem Freund abgeholt. Sie hatte ihn dort vergessen...au...verdammt....sie schläft nicht ohne..“ stieß Semir aus. „Nur keine Sorge....wir fahren direkt nach Hause. Andrea wird sich freuen..“ grinste Ben. Er brachte Semir zum Wagen und setzte sich selbst ans Steuer. Dann ging die Fahrt zu Semirs Haus los. Dort angekommen wurde die Tür aufgerissen. „Mensch endlich!...Semir? Was ist passiert?“ überfiel Andrea die Beiden. „Nichts...hatte nur einen kleinen Unfall..“ wich Semir aus. „Während der Verfolgung? Semir... ich hab doch gesagt, du sollst aufpassen... was machst du denn?“ tadelte Andrea ihn. Semir sah sie mit seinem Hundeblick an. „Na komm...du legst dich erstmal hin..“ befahl sie fürsorglich und brachte ihren Mann ins Wohnzimmer. Der eben noch so wütend dreinschauende Semir fing an den Leidigen zu spielen. Ben grinste verschmitzt. „Tut es sehr weh?“ wollte Andrea wissen. „Mein Kopf...ja...ich...mir ist schwindelig...und....es pocht darin..“ klagte Semir. „Warum lässt der Arzt dich denn so nach Hause gehen...vielleicht wäre es besser, wenn du im Krankenhaus geblieben wärest....“ gab Andrea nachdenklich von sich. Semir schüttelte den Kopf und verzog das Gesicht. „Ich kenne keine bessere Krankenschwester als dich..“ säuselte er kläglich. Ben stöhnte leise. „Ich bin dann mal weg...bevor du noch stirbst...“ raunte er Semir ins Ohr und erhob sich. „Andrea... ich muss auch wieder...halt ihn morgen besser zu hause...so wie es ausschaut hat er eine Gehirnerschütterung...“ gab er Andrea den Ratschlag. Sie nickte und sah Semir besorgt an. „Die nächsten Tage wird er sich nicht von der Couch rühren, das schwöre ich dir..“ gab sie bekannt. „tschau Partner...erhol dich gut..“ verabschiedete er sich von Semir und hob die Hand.

    Whow-Quoten für die gestrige Folge. Sie brachte sage und schreiben insgesamt 5,05 Mio. Zuschauer vor den Fernseher

    In der Werberelevanten Gruppe waren das 2,86 Mio. was RTL wieder den Tagessieg mit 22,7% Marktanteil brachte

    Ich sage nur WHOW!!!!! Weiter so