Beiträge von Elvira

    Peter holte Bonny aus dem Zwinger und sah sie an. „So... meine Liebe... gehörst du zu meinem Stamm...und damit eins klar ist... bei mir sind nur die Besten...ist das klar?“ sprach er mit ernster Miene zu der Hundedame. „Wuff...“ kam leise zurück. „Also gut...nur weißt du was... Ben glaubt mir nicht, dass du zu den Besten gehören darfst...also musst du ihn suchen. Er hat sich versteckt...hier....auf unserem Gelände...in unserem Revier...und ich will das du ihn innerhalb von fünf Minuten findest....hast du mich verstanden?“ wollte er erneut von Bonny wissen und hielt ihren Kopf fest. „Wuff..“ kam erneut. Peter nickte. „Braves Mädchen...such ihn...such Ben!!“ befahl er. Bonny flitzte los. Peter hatte Mühe ihr zu folgen. Er war sehr erstaunt, dass sie alle Löcher im Boden unbeachtet ließ und auf einen recht großen knorrig gewachsenen Baum zu rannte. Bellend setzte sie sich davor und wedelte mit ihrem Schweif. „Ha...Ben...komm runter...sie hat dich gefunden!“ lachte Peter und lobte Bonny für ihre schnell gelöste Aufgabe. „Du hast sie bestochen....“ kam von Ben, während dieser vom Baum kam. „Wie sollte ich sie denn bestechen. Das liegt daran, dass dein Geruch unüberriechbar ist...“ lachte Peter zurück. Ben sprang die letzten Meter runter und begrüßte Bonny. „Na du bist ein Verräter...also wirklich..“ lachte er. Bonny ließ sich von ihm verwöhnen. „Ich weiß nicht...Bonny....was machst du eigentlich, wenn ich wirklich mal verschüttet bin und du mich suchen musst... wenn es um Leben und Tod geht...bist du dann auch so schnell?“ fragte er. Bonny legte ihren Kopf schief und schaute ihn nur an. Ben ahnte nicht, das es schon sehr bald Wirklichkeit war, dass er sich auf Bonny verlassen musste. Er verabschiedete sich von Peter und Bonny und fuhr nach Hause. Nur eine Stunde später lag er bereits im Bett und schlief ein.

    Semir war fast zuhause als sein Blick auf ein Fahrzeug fiel, das in zweiter Reihe geparkt war. Er wollte gerade zum Funkgerät greifen um die Kollegen anzufordern, als der Fahrer einstieg. Semir erkannte Frank Grieserheim. Seine Hand ging zum Lenkrad zurück. Wenn er jetzt zum Funk greifen würde, dann wäre der Kerl gewarnt. Vielleicht fand er das Labor jetzt schneller, wenn er Grieserheim folgte. Oder sollte er Verstärkung rufen? Nein....das konnte er machen, wenn er beim Labor war und wusste mit wie vielen Gegnern er es zu tun hatte, redete er es sich aus. Frank Grieserheim fuhr los. Scheinbar bemerkte der Mann Semir diesmal nicht. Die Fahrt ging tatsächlich nach Frechen. Semir hätte jubeln können. So einfach konnte er den Fall lösen. Dieser Kerl führte ihn direkt zur Drogenküche und zu seinen Helfern. Frank Grieserheim schien Angst zu haben, in eine Kontrolle zu fahren, denn er hielt sich an alle Verkehrsregeln. Sogar am Zebrastreifen fuhr er extrem langsam. Zone 30....er fuhr 29. Semir grinste leicht. Diesmal würde er nicht auffallen. Diesmal würde er nicht ausgeschaltet werden...davon war er überzeugt. Semir sah wie Grieserheim sich in die Abfahrt einordnete. Okay.... dachte Semir...ich werde mal meinen Standort durchgeben, damit die Kollegen wissen wo er sich aufhielt. Es konnte immerhin sein, dass er gebraucht würde. Er war ja immer auf Abruf und musste erreichbar sein. „Cobra 11 an Zentrale....befinde mich derzeit auf der A4 in Richtung Frechen. Verlasse diese und bewege mich auf der B51... stadtauswärts...“ gab er durch. „Zentrale verstanden..“ kam müde zurück. Semir fuhr weiter hinter Frank Grieserheim her. Sie bogen in die Strasse „An der Hausmühle“ ein. Semir grinste. Alles passte perfekt. Das hier war die Straße die er auf dem Video sehen konnte. Das Schild war extrem verwaschen und kaum noch lesbar. Hier war der arme Tropf von Tierschützer also auf die Sache aufmerksam geworden und hatte die Sache ins Rollen gebracht.

    „Wo sind die Waffen?“ wollte Ramon wissen. „Ich habe sie im Lagerraum untergebracht. Den kannte der Bulle nicht..“ stieß Kurt aus. „Du hast ihm mir doch aufgeschwatzt..einen Bullen..Undercover…dieser Mistkerl..er hat mir drei Deals verraten… Der Tod war eine Erlösung für ihn..“ nickte Ramon. „Entschuldige…woher soll ich denn wissen das der Typ ein Bulle ist? Er tat so als würde er wirklich ein armer Schlucker ist…und…ich dachte ich tu mal was Gutes und…“ rechtfertigte sich der Wirt bei Ramon. „Ja schon gut…ich habe das Problem beseitigt. Was ist mit dem Saal? Ist da wenigstens alles klar?“ harkte er nach. Kurt nickte. „Wenn ich den Saal vermiete dann ist das auch klar. Die Bonzen sind ganz bestimmt gute Zahlende….. was genau hast du vor?“ kam nun von Kurt. Ramon lachte leise. „Ich habe eine große Familie in Mexico, die will versorgt werden. Also muss ich viel Geld schicken…und deshalb werde ich die Leute mal zur Kasse bitten..so einfach ist das. Sie werden mir sicher was geben..um ihre Söhne und Töchter aus meiner Gewalt zu befreien…“ lachte Ramon. „Wir werden es so machen, dass ich das Personal…also Kellnerin, Kellner, Kaltmamsell und so weiter stelle. Du stellst die Räume. Das Geld was für dich dabei raus springt wird nicht unerheblich sein. Ab sofort werden wir nicht mehr telefonieren oder sonst irgendwie in Kontakt treten. Der Termin ist der 31.08.2010 und der steht fest.“ kam von Ramon. Kurt nickte nur. Er kannte diesen Mann lange genug um zu wissen, dass es nicht gut war Widerworte zu geben. „Was genau hast du vor?“ wollte er dennoch wissen. Ramon lachte kurz. „Ich werde die Herrschaften zur Kasse beten, das ist alles. Die ehrenwerte Gesellschaft wird sich noch freuen von mir zu hören, glaub mir…meine Leute sind zuverlässig und knallhart. Wenn ich denen sage, sie sollen schießen tun sie das ohne mit der Wimper zu zucken.“ versprach Roman.

    Carla trat aus dem Hinterraum hervor. Andrea und Isabella staunten nicht schlecht. Das Kleid saß wie angegossen und hatte zwei weiße Streifen links und rechts an den Seiten, auf dem Dekolleté waren kleine Glitzersteine in verschiedenen Farben in denen sich das Licht brach. Andrea und Isabella sahen sie mit großen Augen an. „Whow….“ kam von Andrea. Carla besah sich im Spiegel. „Und?“ fragte sie. „Das ist….Klasse….du siehst aus wie…eine Prinzessin aus dem Märchen…“ bestätigte Isabella. „Das sitzt richtig gut…aber ob Ben das auch gefallen wird?“ kam nachdenklich von Carla. „Ja sicher….er wird sicher in Ohnmacht fallen, wenn er dich so in der Kirche sieht….“ nickte Andrea. „Meinst du? Ich meine sie hat auch weiße Kleider aber…die sind so schlicht…“ meinte Carla nachdenklich. Andrea trat zu ihr. „Carla….was gefällt dir weiß oder blau?“ fragte sie mit ernstem Gesicht. „Das Blaue..es ist so wunderschön…der Schleier schließt mit dem Kleid ab und….Andrea..es ist wunderschön…“ lachte Carla. „Dann nimm es…“ befahl Andrea sanft. Sie sah Zelda an. „Was soll es kosten?“ wollte sie wissen. „398 Euro….darin ist dann auch noch das Bukett eingelagert…“ lächelt Zelda und zupfte noch etwas am Kleid. Carla sah Andrea enttäuscht an. „Das ist doch viel zu viel…“ stöhnte sie und sah verträumt in den Spiegel. Andrea lächelte. „Das glaub ich nicht….Dein Mann wird es bezahlen….“ lachte sie nur. Zelda nickte. „Der zukünftige Mann kann sich glücklich schätzen so eine Frau zu bekommen. Das Kleid ist wie für Sie gemacht…“ meinte sie zu Carla. „Also gut…Ben hat mir gesagt, ich darf es mir aussuchen und er zahlt die Rechnung….“ sagte sie dem Kauf zu. „Die Rechnung werde ich erst nach der Hochzeit ausstellen, sonst weiß er ja, was für eine Farbe es hat…“ lachte Zelda. Die Drei verabschiedeten sich und Andrea brachte erst Isabella und dann Carla nach Hause.

    Nach Auskunft von RTL wird es wohl doch bis 2011 dauern. Dies hat mir der Sender in einer Mail mitgeteilt....

    Hallo,

    vielen Dank für Ihre E-Mail.

    Der Film "Geister all in..." wird Anfang 2011 in der Primetime zu sehen sein. Ein exakteres Sendedatum können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nich benennen.


    Also...bitte Geduld Geduld....er wird gezeigt....

    Der Höhenflug hält die Staffel durch. Die gestrige Folge brachte wieder über 4 Millionen an den Fernseher. Genauer 4,54 Mio insgesamt. Das waren in der relevanten Gruppe 2,63 Mio und damit einen Marktanteil von 21,5 %

    Einfach nur klasse. Was kann man da sonst sagen? Nach Quotenmeter ist die Serie stark wie nie!!!

    Die Tage vergingen. Markus hatte mit Semir und Ben alle Informationen ausgetaucht und sie versprachen sich, die noch auftauchenden Ergebnisse ebenfalls mitzuteilen. „Ach ihr solltest euch auf jeden Fall mal mit der Suche nach diesem Labor befassen... wenn das wirklich illegal ist, dann könnten wir dort sicher noch einiges an Substanzen finden und sicherstellen. Wenn ihr es gefunden habt, heben wir die Drogenküche aus und dann verhaften wir alle, die dahinter stecken..“ meinte Markus nur. Semir nickte und sah zu Ben. Sein Freund aus Jugendtagen war an der Droge gestorben und er fühlte sich einfach hilflos. Markus stand auf und verabschiedete sich. „Ben... es tut mir sehr Leid für deinen Freund...“ sagte er leise zum Abschied. Ben nickte nur. Als sie allein waren setzte Semir sich neben Ben und stellte ihm einen Kaffee vor. „Hey...sieh es doch auch positiv. Mark ist jetzt von allen Schmerzen erlöst. Er wäre in einigen Tagen vielleicht unter qualvollen Schmerzen verstorben. Ist es nicht besser, dass er so entschlafen ist?“ fragte er. Ben sah ihn an. „Ich weiß... es ist nur...ich dachte ich könnte ihn überreden, ins Krankenhaus zu gehen. Ich hab ihm gesagt, dass ich ihn nicht von der Straße kratzen will. Aber nun...er ist eine Nummer in der Drogenszene. Nichts als eine Nummer...“ stieß Ben aus. Semir nickte. „aber er hat uns auch noch einen Tipp gegeben und den sollten wir jetzt mal nachgehen. Spätestens morgen früh will ich mit dir nach Frechen fahren und die Drogenküche ausheben. Markus hat schon Recht...vielleicht wird sie weiter betrieben und wir sollten nun verhindern, dass sich noch mehr Drogensüchtige durch diese Pillen den Tod holen..“ schlug Semir vor. Ben nickte. „Ich werde Bonny noch besuchen und dann nach Hause fahren. Tut mir Leid, aber ich fühle mich nicht besonders gut. Außerdem will Peter Neugebauer mit mir noch über Bonnys Zukunft sprechen.“ erklärte Ben leise. „Über Bonnys Zukunft? Was gibt es denn da zu regeln?“ wollte Semir wissen. „Peter würde sie gern in seine Gruppe nehmen. Er sagt, sie ist geboren für die Staffel und ich muss ehrlich sagen...ich bin damit einverstanden.“ lächelte Ben nervös. „Du willst sie selbst nicht behalten?“ harkte Semir nach. „Was soll ich mit einem Hund? Ich meine da ist man gebunden und...ich könnte nicht ausgehen...nicht in Urlaub fahren .... muss immer Angst haben, dass sie jemanden beißt oder...nein....ich denke es ist eine gute Entscheidung, wenn ich sie Peter überlasse.“ meinte Ben nur. Semir musste sich eingestehen, dass es eine gute Lösung war.

    Während Semir sich auf den Weg nach Hause machte, fuhr Ben zum Hundestaffelführer Peter Neugebauer. Sie hatten sich für heute verabredet um den Verbleib mit Bonny zu klären. Ben war bereit das Tier dort zu lassen um sich nicht damit zu belasten. Er mochte den Hund zwar, aber behalten wollte er ihn nun doch nicht. Ein Hund bedeutete immer Stress und so wirklich wollte er sie auch nicht im Büro halten. Ein Hund brauchte Bewegung und Auslauf...muss gefördert werden und muss erzogen werden. Sachen für die Ben kaum Zeit hatte. Er hatte seine Band und den Job. Überstunden waren nicht selten und da blieb einfach kein Platz für einen Hund. Ben hielt vor dem Platz an und stieg aus. Peter öffnete nach einem Klingeln schon. „Hallo Ben....schön das du schon da bist..“ begrüßte ihn der Trainer. „Hallo Peter...nun ja... wir haben ja auch was zu klären. Obwohl...es fällt mir nicht leicht. Dennoch muss ich dir zustimmen, dass es für Bonny das Beste ist. Du behältst sie aber ich werde sie besuchen, wenn ich die Zeit habe.“ Gab Ben bekannt. Peter sah ihn erstaunt an. Scheinbar hatte er mit mehr Widerstand gerechnet. „Bist du dir sicher?“ wollte er noch einmal wissen. „Ja...ich bin mir sicher. Ich habe mir überlegt, was ich für Strapazen auf mich nehmen würde, wenn ich den Hund behalte. In meinem Job ist es nicht machbar. Und Bonny ist nicht Kommissar Rex, der einfach im Büro liegen bleibt. Nein...ich denke es ist die beste Lösung wenn du sie behältst und einen guten ... nein...den besten Suchhund aus ihr machst..“ lächelte Ben. „Das ist sie schon fast...komm ich zeig dir was..“ lachte Peter. Ben nickte. Etwas Ablenkung war sicher gut. „Pass auf.... versteck dich hier irgendwo auf dem Gelände.... egal wo...ich wette Bonny findet dich unter zehn Minuten..“ strahlte Peter. Ben lachte leicht. „Was brauchst du von mir?“ wollte er wissen. „Nichts....sie wird dich so finden, weil sie dich riecht. Ich brauche ihr nur sagen...such Ben...und schon flitzt sie los..“ lachte Peter zurück. „Na...nimm meinen Schal...dann weiß sie wen sie sucht..“ grinste Ben ihn an. Er drückte Peter den Schal in die Hand und rannte dann über das Trainingsgelände. Es war schon etwas dunkel aber man sah noch genügend. Nur wenig später war Ben auf einem der auf dem Gelände stehenden Bäume verschwunden. Bonny war sicher nur darauf getrimmt Menschen aus verschütteten Gebäuden zu retten. Aber was war, wenn die gesuchte Person auf einem Baum war? Würde Bonny ihn auch finden?

    Semir stand immer noch an der Wand und blickte auf, als Kalvus mit einem Stuhl wieder ins Zimmer kam. „So Gerkhan, jetzt werde ich dir zeigen, was Angst bedeutet.“, lachte er nur und stellte den Stuhl direkt unter einen Haken, der in der Decke eingelassen war. Dann kam er auf Semir zu und sah ihn mit teuflischen Augen an, dass es dem Deutschtürken eiskalt den Rücken hinunterlief. „Bevor der Spaß jedoch beginnt werde ich dir deine Henkersmahlzeit geben...wenn du schreien willst, ruhig zu...diese Kammer ist schallisoliert.“, lachte er und zog Semir das Klebeband mit einem Ruck von den Lippen. Ein spitzer Schrei entwich dem Hauptkommissar. Er hatte das Gefühl, sein ganzer Bart würde sich nun an dem kleinen Streifen Paketband befinden und seine Haut gleich mit. „Kalvus, sie mieses, sadistisches...“, fing Semir an, verstummte aber sofort, als ihn die geballte Faust von Kalvus in den Magen fuhr. Vor Schmerz sich beugend, kippte Semir leicht nach vorne, wurde dann aber von Kalvus wieder an die Wand gedrückt. „Gerkhan, ich weiß, sie lieben es, mich zu sehen. Aber, sie sollten ihre Kräfte sparen. Sie werden sie gleich noch brauchen. Hier essen sie...“, forderte der Holländer und hielt Semir eine Wurststulle hin. Noch von der Schmerzwelle nicht ganz erholt, biss Semir in die karge Köstlichkeit vor seiner Nase und schlang gierig jeden Bissen runter. „So ist’s fein...hier trinken sie das.“, kam es mit leiser Stimme von Semirs Peiniger und dann hielt er ihm eine Flasche hin. Wieder trank Semir und schlang alles gierig hinunter. „Sehr gut...jetzt bist du gestärkt und ich kann anfangen.“, lachte Kalvus und stellte alles an der Tür ab. „Sie werden mich nicht schaffen Kalvus...MICH NICHT...“, schrie Semir und musste aufpassen, dass er nicht nach vorne überkippte, da seine Füße immer noch gefesselt waren. „So, das werden wir ja sehen.“, lachte der Holländer und zog die Rolle Klebeband wieder hervor, riss zwei Stücke ab und verklebte Semir den Mund damit in X-Form. „Mmmmmmpppffhhhhh...“, fauchte der Deutschtürke nur. „Ganz ruhig bleiben.“ Kalvus zog eine schwarze Augenbinde hervor und verband Semir die Augen. Dunkelheit umhüllte den Kommissar. Was würde dieser Wahnsinnige nun mit ihm machen? Dann wurde das Klebeband an den Füßen gelöst und Semir vorwärts geführt. „Los, rauf auf den Stuhl.“, forderte Kalvus nur. Langsam kam Semir der Aufforderung nach und merkte, wie der Stuhl zu wackeln begann. Er war nicht sehr stabil und eines der Beine schien extrem gelockert worden zu sein. „So, jetzt bin ich gespannt, wie lange du dich im Gleichgewicht halten kannst.“, hörte er Kalvus lachen und im nächsten Moment spürte er, wie ihm eine Schlinge um den Hals gelegt wurde. „Mmmmhhhhhh...“, stieß der Deutschtürke vor Angst aus. „Zapple nicht so, sonst ist dein Leben gleich vorbei...das wollen wir doch nicht...“, lachte er nur. Dann wurde eines der hinteren Beine weggetreten und Semir merkte, wie der Stuhl nachgeben wollte. Schnell brachte er sich in eine Position, die eine gewisse Balance versprach, aber für wie lange. Er hörte nur das kalte, teuflische Lachen von Sander Kalvus. „Nicht schlecht...mal sehen, wie lange du durchhältst...“ Dann fiel die Tür ins Schloss und Semir war vollkommen alleine auf einem wackeligen Stuhl in einer Todesfalle.

    Er versuchte das Gleichgewicht zu halten, doch nach einigen Minuten fühlte er wie die Kraft nachließ. Nein…..nicht…bitte….versuchte er sich selbst aufzumuntern. Er versuchte aufzustehen, doch das ging nicht. Die Schlinge….zog sie sich nicht enger? Verdammt… er bekam kaum richtig Luft. Die Anstrengung ließ das Adrenalin in seinem Körper steigen…die Atmung wurde schneller und anstrengender. Er musste verhindern, dass die Schlinge sich ganz zuzog. Was würde er dafür geben, sich entspannen zu können. Nur wenige Augenblicke….vielleicht sollte er sich einfach fallen lassen…dann war es wenigstens vorbei… Semir versuchte langsamer zu atmen. Es klappte nur mit großer Mühe. Nein….nicht jetzt..bitte...nicht jetzt….flehte er in Gedanken, als er spürte wie seine Beine müde wurden. Er würde wegknicken und die Schlinge…sie wird sich zuziehen…er würde sich erhängen…. Das Kribbeln wurde immer schlimmer und das linke Bein fing an zu zittern. Semir konzentrierte sich darauf, es nicht einfach wegsacken zu lassen. Doch er wusste genau, dass er es nicht mehr lange machen würde. Andrea…ich liebe dich…pass auf unsere Engel auf…und….. dachte er und schluckte. Tränen befeuchteten die Augenbinde. Und…bleib nicht allein…such…dir…einen neuen…Mann…Semir weinte leise. Er würde hier nicht mehr lebend rauskommen. Warum sollte er sich noch anstrengen. Lass dich fallen….Semir dann hast du es hinter dir…lass dich fallen… hörte er in Gedanken. Nein…gib dich nicht auf….Ben wird dich finden…halte durch…nicht aufgeben…kämpfe…kämpfe….ertönte sein Überlebenswille. Doch Semir konnte nicht mehr. Langsam sackte er weg. Die Schlinge zog sich um seinen Hals zu.

    „Wenn es wirklich Kalvus ist, dann hat der Gerichtsmediziner aus Holland gelogen. Wir müssen die Überreste von „Kalvus“ bekommen und dann hier untersuchen…“, gab Ben zu verstehen. Kim nickte. „Ich werde mich direkt mit den Kollegen in Venlo kurzschließen…Sie kramen alles raus, was Sie über Kalvus in Erfahrung bringen können. Vielleicht hat er Semir zu einem uns bekannten Versteck gebracht…“, schlug Kim vor. „Das denke ich weniger…Kalvus ist nicht dumm. Sein angeblicher Tod war sehr gut geplant und das kann er nicht allein gemacht haben. Er muss Komplizen gehabt haben. Hartmut soll sich die Asche ansehen…vielleicht findet er Substanzen, die man …“, dachte Ben laut nach. „Es ist nur noch Asche….da kann man nichts nachweisen. Wir haben doch nicht einmal eine DNA von Kalvus.“, gab Kim zu verstehen. „Wir müssen alles in Betracht ziehen…alles… jede noch so kleine Spur… ich werde zu diesem Bordell fahren, wo seine Tochter war. Die Mädels werden mir vielleicht was erzählen können.“, schlug Ben vor. „Das wird wenig bringen… die Mädchen die dort waren, sind nicht mehr da. Sie waren hauptsächlich aus der Ukraine und sind zurück geschickt worden. Die Philippininnen werden Sie nicht verstehen, aber ich lasse sie herbringen und besorge einen Dolmetscher. Was ist mit dem See und der Umgebung wo Semir angeblich etwas gesehen haben will?“, wollte Kim wissen. „Hartmut ist noch vor Ort…“, antwortete Ben. „Er soll sich beeilen. Wer weiß, was der Teufel mit Semir anstellt...“, knurrte Kim. Ben nickte und wählte Hartmut an.

    „Verdammt...so fertig hab ich sie nur gesehen, als einer dieser Typen mal Kopfgeld auf ihr ausgesetzt hat. Da steckt noch mehr dahinter….“ meinte Ben später als sie im Büro saßen. „Ja…genau das denke ich auch. Gut..wir lassen von Susanne die Akten kommen. Dann sehen wir uns den Tatort an und fragen Hartmut, ob er was gefunden hat. Vielleicht Fingerabdrücke oder so…?“ schlug Semir vor. „Lass uns los…ich muss noch zum Juwelier…“ meinte Ben und stand auf. Semir sah ihn an. „Wie bitte? Während der Dienstzeit?“ grinste er. „Semir…wir haben immer Dienst…also auch immer Dienstzeit….wann soll ich es denn sonst machen?“ wollte Ben wissen. Semir dachte kurz nach. „Stimmt auch wieder…na dann los..“ Die Beiden verließen das Büro. Semir gab im Vorbeigehen an Susanne den Befehl die Akte wegen dem Mord auf seinen PC zu legen und sie fuhren nach Köln. „Wo willst du die Ringe holen?“ wollte Semir wissen. „Na wo wohl…beim Juwelier natürlich…in der Königsberger Straße…“ kam von Ben. „Wie der Herr befiehlt…“ grinste Semir und fuhr zu der angegebenen Straße. „Darf der Trauzeuge die Ringe mit aussuchen?“ harkte er nach, als er an den Laden fuhr. „Klar doch...“ nickte Ben. Sie stiegen aus und betraten den kleinen exklusiven Laden. „Ben? Das ist ja eine Überraschung….das ist….mein Gott wie lange ist das her…“ strahlte der Verkäufer. „Hallo Onkel Walther…schön das du mich noch erkennst….“ begrüßte Ben den Mann. „Das ist Semir…mein Dienstpartner. Onkel Walther..zeig mir doch mal deine Trauringe..“ bat Ben. „Oh…du willst heiraten? Wirklich?“ harkte der Verkäufer nach. Ben nickte. „Ja….also wo sind die tollen Stücke?“ wiederholte er seinen Wunsch. „Einen kleinen Augenblick..“ strahlte der Mann und verschwand. Ben sah Semir an, der sich die Auslage anschaute. „Suchst du was für Andrea?“ wollte er wissen. „Bei den Preisen? Da müsste ich ja mindestens zwei Monate arbeiten gehen…ohne etwas auszugeben..“ stöhnte Semir leise. Er sah aus dem Fenster. Vor der großen Scheibe standen drei junge Männer und sahen ihn an.

    Andrea sah Carla an. „Was für ein Brautkleid möchtest du denn tragen? Semir kennt da einen Laden in der Keupstrasse in Köln…sie ist die beste….wenn es um Kleider geht. Eine sehr gute Freundin...wollen wir hinfahren?“ wollte Andrea wissen. „Ich möchte kein Weiß tragen…ich möchte etwas, das auffällt. Ich schwanke da zwischen Orange, rot oder Blau…“ kam von Carla. „Blau? Das ist schon sehr exklusiv…ich werde Zelda anrufen, ob sie so etwas hat. Weiß Ben davon?“ lachte Andrea. „Nein….ich will es ihm erst zeigen, wenn es soweit ist. Ganz traditionell. Er wird mich erst im Brautkleid sehen, wenn ich in der Kirche bin..“ lachte Carla. „Das wird sicher eine Überraschung. Hast du da an Babyblau gedacht oder eher mitternachtsblau?“ harkte Andrea weiter nach. „An Ozeanblau….klar und rein….und eine Schleppe. Ayda wird unser Blumenkind…“ malte Carla aus. Andrea lachte leise. „Das wird ein tolles Fest….hast du denn auch schon Trauzeugen?“ wollte sie wissen. „Ja….meine sind Wolfgang und Isabella…und Ben hat euch sicher ausgesucht….ihr macht das doch oder?“ kam sofort von Carla. Andrea nickte „Ja sicher…so ich würde sagen…wir bringen Layla jetzt in die Krabbelgruppe und Ayda in den Kindergarten…anschließend schauen wir uns die Brautkleider an.“ schlug Andrea vor. Carla war soweit damit einverstanden. „Andrea...können wir Isabella abholen? Sie möchte auch mit aussuchen…“ bat sie. Andrea war einverstanden. Sie fuhren eine Stunde später los. Layla und Ayda waren nun für vier Stunden versorgt. Vier Stunden in denen die Frauen shoppen gehen konnten. Schnell holten sie Isabella ab, deren Sohn heute bei den Großeltern blieb. Eine weitere halbe Stunde später waren sie bei Zelda im Brautmodenladen. „Hallo Zelda…wo ist der Traum?“ begrüßte Andrea die Freundin. „Andrea….hier…sieh es dir an…ein schönes Königsblau…eigentlich ein Ladenhüter. Viele wollen nur in Weiß heiraten….für wen brauchst du es?“ wollte Zelda wissen und sah die beiden anderen Frauen an. „Für mich..“ erklärte Carla. „Oh….das wird an Ihnen wunderschön aussehen…wollen Sie es anprobieren?“ harkte Zelda nach. Carla sah Andrea und Isabella an. Beide nickten heftig. „Also gut…ich versuch es mal…“ lachte Carla. Gemeinsam mit Zelda ging es in den hinteren Raum.

    Also eins vorweg…das Auto sah echt zum schießen aus. Elektro gehört die Zukunft...ja sicher…nur sind diese Autos auch nicht sicherer…“Ich stehe total auf dich?“ könnte man nun auch anders deuten…lol Das Semir mit Wutausbrüchen von Kim besser zu Recht zu kommen ist ja wohl klar….aber der Böse Blick war gut….der war sehr gut….

    Das die einen Ersatzwagen der besonderen Art bekamen war irgendwie klar, ist ja auch witzig…nun ja… der Überfall und das die Täter entkommen..okay kann passieren. Die Tochter tat mir ein wenig Leid weil der Vater ihr nicht glauben wollte. Doch zum Glück konnten sie sich aussprechen und sich vor seinem Tod vertragen. Ich dachte echt ne Weile, dass sie dahinter steckt bzw. der Freund von ihr… aber…dann kam die Wende. Denn als der Freund entführt wurde war es doch verwirrend.

    Christan Storm mal in der Rolle eines Verbrechers zu sehen, war auch nicht schlecht….passte irgendwie zu der dunklen Stimme. Ziemlich brutal der Gute…erschießt er einfach seinen Komplizen…nee nee…. Wieder war es ein Politiker, der seine Taschen nicht voll genug bekommt..ne ne…immer wieder dasselbe… Semir rastet aus und Ben versucht ihn zu beruhigen….

    ….und auch diesmal… Andrea war nicht dabei. Die Staffel ist fast zu Ende und die 2. Tochter hat immer noch keinen Namen. Ob wir ihn irgendwann erfahren?

    Das einzige was mich störte waren die Störungen…schwarzer Bildschirm….Werbung…schwarzer Bildschirm….usw…..

    Abendessen!!!!

    Auch Carla war völlig außer sich vor Freude. Sie rief Isabella an. „Carla..was ist los mit dir? Du klingst so anders...so glücklich…“ meinte Isabella. „Wir heiraten….Ben und ich…ich habe ihn gestern gesagt, dass ich es möchte...direkt als wir bei euch weg waren….und...er hat sich so gefreut…..“ erklärte Carla. „Das ist wunderschön für euch… du wirst sicher die hübscheste Braut sein, die die Welt gesehen hat. Was für ein Kleid willst du anziehen?“ wollte Isabella wissen. „Ich weiß nicht...ich will kein Weiß…ich hab mir gedacht, dass ich rot anziehe…..aber Ben soll es erst an dem Tag sehen….und…ich bin so glücklich…Isa… du hattest Recht…er ist der Beste den man sich wünschen kann. Ich will das du meine Trauzeugin wirst…du und Wolfgang….bitte sag ja…bitte..“ flehte Carla. „Ja sicher….wir machen das gern….“ stimmte Isabella ein. Sie redeten noch etwas über die geplante Hochzeit und auch über die Reise. „Ich weiß nur, dass ich in kein Flugzeug steigen werde….dann mache ich lieber Urlaub in Köln am Rhein…“ schwor Isabella. „Das ist doch kein Problem… ich denke Ben weiß das auch. Ein rotes Kleid ist übrigens sehr schön….willst du auch eine Schleppe?“ wollte Isabella wissen. „ja sicher…die gehört dazu….“ lachte Carla. „Schade, dass ich nicht dabei sein kann, wenn du es auswählst….“ kam leise von Isabella. „Warum denn nicht? Ich schiebe dich notfalls durch die Stadt…meine allerbeste Freundin wird an der Wahl des Kleides zu meinem schönsten Tag mithelfen….ohne dich kann ich das nicht…“ gab Carla bekannt. „Ich freu mich….ich werde dich sehr gern beraten…“ lachte Isabella. Carla legte auf. Sie wollte zu Andrea fahren, mit der sie sich bereits gut angefreundet hatte. Gegen elf kam sie bei Andrea an. Diese begrüßte ihre neue Freundin und sie tranken gemeinsam Kaffee auf der Terrasse, während Ayda in ihrem kleinen Planschbecken spielte und Layla in der Wiege lag und schlief. „Ich habe eine tolle Nachricht…Ben und ich werden heiraten…“ strahlte Carla. Andrea sah sie an. „Whow…das ging aber schnell…hast du es dir doch überlegt. Was sagt Ben denn dazu?“ lachte sie. „Er ist völlig aus dem Häuschen….ich liebe ihn so sehr….“ kam von Carla. „Ihr seid ein hübsches Paar…wie für einander gemacht. Wisst ihr denn schon wann?“ wollte Andrea wissen. „Ben will heute noch zum Standesamt um den Termin festzulegen. Es wird eine tolle Hochzeit….“ meinte Carla nur. Verträumt sah sie auf Layla, die in einer kleinen Wiege lag. Sie ist wunderschön….Bens Patennichte..“ hängte sie an. „ja…sie ist sehr süß. Und sie ist überhaupt nicht anstrengend. Wollt ihr auch Kinder haben?“ harkte Andrea nach. „Ich schon….ich weiß nicht wie Ben darüber denkt...ich hoffe er auch…“ nickte Carla.

    Während sich die Frauen über das Kleid und den Ablauf der Hochzeit Gedanken machten, mussten Semir und Ben zu Kim. „Guten Morgen Ben..Semir…wir haben eine besondere Aufgabe erhalten…und ich brauche Sie beide in Topform…“ erklärte die Chefin. „und was liegt an?“ wollte Ben wissen. „Waffenschmuggel. Ich habe von einem Informanten den Hinweis bekommen, dass am Rastplatz bei KM 708 an der A4 ein Waffendeal durchgeführt werden soll. Den genauen Zeitpunkt konnte er mir nicht mehr nennen. Das Gespräch wurde unterbrochen und….ich..“ Kim machte eine Pause. „Ich war in seiner Wohnung…wo er tot am Boden lag…Kopfschuss...“ hängte sie an. Semir sah Ben an. „Das tut uns Leid… Chefin… was sagt die Spurensicherung?“ wollte er wissen. „Die haben den Tod auf 9Uhr 30 heute Morgen festgelegt. Es war die Zeit wo wir telefoniert haben. Man hat ihn während des Gespräches erschossen. Ich kannte den Mann seit vielen Jahren…sein Tod…hat mich getroffen…“ erklärte Kim leise. „Der Waffendeal soll also auf einem Parkplatz stattfinden. Klingt ja irgendwie sonderbar. Ich meine da gibt es Publikum und die Polizei kontrolliert ja auch häufig. Das macht doch keinen Sinn. Sollen wir uns jetzt um die Waffen kümmern oder um den Mord?“ wollte Ben wissen. „Um Beides….die Kollegen haben mir den Fall übertragen obwohl ich befangen bin…“ kam von Kim. Sie sah aus dem Fenster. „Er war …ich…hab ihn mal geliebt..“ hängte sie kaum hörbar an. Ben sah Semir an und nickte. „Chefin…wir werden alles tun um den Mörder zu finden…“ versprach Semir. Kim nickte nur. „Die Kollegen sind vor Ort?“ wollte Semir noch wissen. „Ich denke ja…Semir…bitte behalten Sie das, was ich Ihnen eben sagte…für sich zu behalten…es muss niemand wissen, dass ich ihn geliebt habe..“ bat Kim. Semir und Ben nickten und verließen das Büro.

    „MARK!! Komm schon!! Nicht aufgeben!!“ stieß Ben aus und machte mit Semir die Wiederbelebung. Doch es schien alles nicht zu fruchten. Der Notarzt kam an und übernahm die Behandlung. Doch nach wenigen Minuten und nach mehreren Elektroschocks musste der Arzt aufgeben. Mark war tot. Für ihn konnte niemand etwas tun. Ben kniete vor seinem Freund und ließ den Tränen freien Lauf. Semir stand neben ihm, legte die Hand auf die Schulter und versuchte seinen Partner zu trösten. Es gelang ihm nicht. „Ben.... komm...lass uns fahren...wir können nichts mehr tun..“ sprach er auf ihn ein. Ben kam nur langsam auf die Beine. Er sah die Tüte, die Mark in der Hand hielt und nahm sie an sich. „Diese verdammten Pillen..!“ stieß er aus. Semir sah sich die Dinger an. „Angel Eye“ stand in leichten Lettern darauf. Er schwor sich diese Dealer zu finden und ihnen das Handwerk zu legen. Anschließend führte er mit Markus Hilfe Ben zum Auto. Dieser setzte sich auf den Beifahrersitz und gemeinsam fuhren sie zu Hartmut. Semir wollte die Pille untersuchen lassen. Hartmut machte sich auch direkt an die Arbeit und nur fünfzehn Minuten später hatte er das Ergebnis. „Die Dosis in diesen Dingern ist dreimal so hoch wie in der ersten Probe. Das ist eiskalter Mord gewesen. Man hat den Mann absichtlich umgebracht..“ stieß Hartmut aus. Semir nickte. „So etwas hab ich mir schon gedacht. Er wusste mehr, als er verraten wollte und mehr als für ihn gut war.“ Kam leise von ihm. Ben sah Hartmut und Semir an. „Den Kerl werde ich mir schnappen....und dann werde ich ihm das Zeug zum schlucken geben. Hartmut...bewahre mir das Dreckszeug auf....ich komme wieder und hole es mir..“ fluchte er verhalten. Semir schüttelte den Kopf. „Das wirst du ganz sicher nicht... Ben...wir werden den Kerl schnappen und vor Gericht stellen, so wie es sich gehört....hör auf von Rache zu sprechen..“ bat er seinen Partner. Doch er verstand ihn sehr gut...auch in ihm stieg der Hass gegen diese Menschen auf, die sich mit der Sucht Anderer eine goldene Nase verdienten und keine Schuld bei ihrem Tun sahen.

    Frank sah Heinrich an. „Und ich hoffe es läuft an..“ harkte er nach. „Ja... ich weiß das der Junkie den Bullen gesagt hat, dass das Labor in Frechen liegt. Es wird sicher nicht lange dauern, bis die Bullen auftauchen. Nur verstehe ich nicht, warum wir das Ding einfach in die Luft jagen, wenn sie drin sind. Das ist viel ungefährlicher für uns. Was hast du davon, wenn du den Bullen eine Pille zu schlucken gibst?“ wollte Heinrich wissen, der sich mit dem Plan von Frank nicht wirklich anfreunden konnte. „Weil ich den Bullen sehen will, wie er langsam an dem Zeug krepiert. ER wird mir nicht mehr in die Quere kommen. Hast du dir einen Plan zurecht gelegt?“ wollte Frank nun wissen. Heinrich nickte. „Ja...wir müssen die Beiden erst einmal trennen...und dann werden wir diesen Gerkan schnappen und ihm eine Pille geben...anschließend in eine der Kammern sperren. Wir müssen nur einen kleinen Vorsprung haben. Der andere darf nicht direkt dabei sein, damit das Zeug auch wirken kann. Und wenn der andere da ist, werden wir das Ding in die Luft jagen. Das ist der beste Weg.“ Erklärte er seinen Plan. Frank nickte. „Das ist gut...das ist wirklich gut... dann lass uns die Sache vorbereiten.“ schlug er vor. Gemeinsam fuhren sie zum Labor um das Vorhaben durchzuziehen. „Wir sollten versuchen, das Gerkhan erst einmal allein hier ist. Einen Tag...das reicht schon...nur wie können wir es schaffen?“ murmelte Heinrich. Frank lachte leise. „Da fällt mir schon was ein.“ Gab er zurück. „Dann weihe mich ein..“ fauchte Heinrich. „Walther gibt mir freie Hand. Wenn du und Robert mir helfen, dann werden wir Gerkan schnell in die Gewalt bekommen. Er wird sobald er mich sieht, sicher die Verfolgung aufnehmen. Robert wird im Keller des Labors einen armen Tropf spielen, der natürlich nur so tut, als sei er angekettet. Gerkan wird ihn retten wollen und schwupp... sitzt er in der Falle.“ erklärte er sachlich. Heinrich nickte. „Er wird die Kollegen informieren und Verstärkung anfordern... das ist zu wenig Zeit...“ gab er zu bedenken. „Nur keine Sorge....er wird es zwar tun, aber wir haben genug Zeit....es reicht ihm eine Pille rein zu werfen. Danach geht alles von selbst..“ grinste Frank beruhigend. „Also gut...wann?“ wollte Heinrich wissen. „In drei Tagen....“ gab Frank bekannt.

    Semir fuhr pünktlich vor Bens Tür vor, der bereits wartete. Semir prüfte seine Uhr als er einstieg. Er schüttelte seinen Arm und horchte an der Uhr. Ben sah ihn an und musste lachen. „Nein…die ist nicht kaputt..“ gab Ben von sich. „die muss kaputt sein…es ist gerade halb acht…und du bist nicht nur schon wach, sondern auch ausgeschlafen….was ist passiert?“ wollte Semir grinsend wissen. „Semir….du bist der Erste….Carla hat Ja gesagt!!“ stieß Ben aus und strahlte über das ganze Gesicht. Semir sah ihn an. „Nein…!“ stieß er aus. „Doch…sie hat mir gestern gesagt, dass sie meine Frau werden will…Semir…du kennst doch diese Frau…ich meine die mit dem Brautmoden…ich will hin und ihr das schönste Kleid aussuchen…das allerschönste…“ strahlte Ben weiter. Semir lachte leise. „Ben… ich gebe dir einen guten Rat…so als alter Ehemann….lass Andrea mit Carla dorthin gehen…sie werden das schönte Kleid aussuchen…glaub mir… das erspart sehr viel Ärger… außerdem ist es Sache der Braut, das Kleid auszusuchen. Du darfst es vorher nicht sehen…“ regte sein Partner an. „ Carla wird sicher ein weißes Kleid nehmen und darin wunderschön aussehen…wie eine Prinzessin…..Bist du sicher das die Kleider bei deiner Bekannten die Besten sind?“ wollte Ben nachdenklich wissen. „Zelda ist die Beste wo du so etwas kaufen kannst…wollt ihr in weiß heiraten?“ harkte Semir nach. Ben sah ihn pikiert an. „Ja sicher doch!! Das gehört sich wohl so...und du und Andrea seit Trauzeugen..und Ayda ist Blumenkind…“ gab Ben bekannt. „Welch eine Ehre….du planst schon alles...hoffentlich geht es diesmal gut…“ meinte Semir nachdenklich. „Oh ja…diesmal wird sie nicht in einen Flieger steigen… aber wohin machen wir die Hochzeitsreise…ich meine...sie will nie wieder fliegen und ich habe Angst, dass sie Panik bekommt, wenn ich jetzt sage, wir fliegen nach Dubai….“ dachte Ben laut nach.

    „Na dann macht doch eine Seereise….eine Kreuzfahrt soll doch auch sehr nett sein…“ schlug sein Partner vor. „Das ist eine gute Idee….auf die Aida!!! Oder noch besser auf die Prinzess of Queen…“ nickte Ben. „Prinzess of Queen? Ist das nicht die Aida?“ harkte Semir nach. „Was nein..glaub ich nicht…egal...weißt du was...Seefahrt ist gut, aber ich werde eine Yacht mieten…und zwar diese hier!“ gab Ben bekannt, der gerade eine Zeitschrift in der Hand hielt und diese nun kurz vor Semirs Gesicht brachte. „Hey…ich muss fahren!!“ lachte Semir und warf einen schnellen Blick auf das Gefährt. „Whow…..das sieht ja klasse aus wie heißt der Kahn denn?“ grinste er. „Das ist die Alysia…die teuerste Jacht der Welt…..Die Suite die ich dann anmiete kostet 4.500 Euro pro Tag….“ gab Ben bekannt. „Ein stolzer Preis…aber Ben…bedenke bitte, das Carla diesen Luxus sicher nicht will…warum nicht auf die Aida? Ich meine sie ist zwar nicht so teuer aber ich denke sie wird ausreichen.“ versuchte Semir seinen Partner wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen. „Du meinst, das wäre ihr zu teuer? Aber gute Idee…ich werde sobald wir auf dem Revier sind die Reederei anrufen und Plätze reservieren…“ nickte Ben nun. „Wann wollt ihr denn heiraten?“ wollte Semir wissen. „Den Termin müssen wir noch festlegen, warum?“ kam etwas verwundert von Ben. „Dann solltest du die Reservierung des Schiffes so legen, dass ihr dann auch verheiratet seid…“ lachte Semir. „Ach so..ja klar….dann muss ich damit vielleicht noch warten…Ach Semir...ich bin so glücklich..ich könnte die ganze Welt umarmen…ich könnte vor Glück laut losschreien…“ stieß Ben mit einem Seufzer aus. Sie stiegen vor der PAST aus. Semir sah ihn an. „Dann tu es….schrei…“ lachte er. Ben sah ihn an. Einige Kollegen kamen aus der Wache und Ben überlegte es sich doch noch. Semir grinste nur und betrat die PAST.

    Carla sah Ben verliebt an. „Ich würde dich niemals verlassen...dafür liebe ich dich viel zu sehr...Steht dein Antrag noch? Ich meine…willst du mich immer noch heiraten?“ wollte sie wissen. Ben verschluckte sich und lenkte den Wagen an den rechten Straßenrand. Er sah sie an. Tränen waren in den Augen zu sehen. „Das fragst du? Natürlich….ich ja sicher…es ist mein sehnlichster Wunsch…..du würdest mich zum glücklichsten Mann der Welt machen…“ strahlte er. Carla lächelte. „Ben…ich…ich weiß nicht, wie ich es dir sagen soll..ich meine….“ suchte sie nach den richtigen Worten. Das breite Lachen in Bens Gesicht erlosch. „Du willst nicht? Du willst mich verlassen oder?“ harkte er nach. „Nein..nein…ich wollte dir sagen…das…wenn du mich jetzt noch einmal fragen würdest…dann…dann …dann würde ich ja sagen…“ lächelte sie leicht. Sie war froh, dass es endlich raus war. „Carla? Bist du sicher? Ich meine..es ist jetzt keine Kurzschlusshandlung oder? Du willst mich wirklich….? Ich meine..das ist…das….WHOW!!!! JUHUUUUUUUUUUUUU“ schrie Ben heraus. Er beugte sich zu ihr und küsste sie innig. „Ich bin…..whow…ich fühle mich so…..es ist unbeschreiblich…“ strahlte er. Carla lachte und drückte ihn weg. „Ben…lass uns jetzt nach Hause fahren…bitte…sonst bekommen wir noch Ärger mit deinen Kollegen..“ Ben nickte. „Ja..ja…wann wollen wir es machen? Wir müssen einen Termin festlegen..und..wir müssen….die Einladungen schreiben und….die Kirche…in welcher Kirche wollen wir heiraten?“ ging Ben durch. Carla lachte nur. „Beruhige dich….das machen wir alles wenn wir geschlafen haben. Ich bin müde…“ versuchte sie. „Ja..aber…das ist … ich muss Semir sagen..und Andrea….als Blumenmädchen nehmen wir Aida…ja..die kann das sicher…“ ging es bei Ben weiter. „Ben!!! Bitte….lass uns doch jetzt erst einmal nach Hause fahren…bitte…“ lachte Carla. „Ja..du hast Recht… wir haben sicher noch eine Woche Zeit…bis zum Termin..“ nickte er und ließ den Wagen wieder anrollen. Nur eine halbe Stunde später waren sie in der Wohnung. Carla zog sich aus und sah Ben herausfordernd an. „Was ist?“ wollte er wissen und musterte sie grinsend. „Die Dusche ist mir zu groß…“ lächelte sie, kam auf ihn zu und küsste ihn. „Hast du schon was vor, Süßer?“ grinste sie ihn an. „Nein….noch nicht…das…Carla..das ist unfair…das ist nicht…..du machst mich …..Carla….“ versuchte Ben und tat auf unnahbar. „Was ist…die Dusche ist zu groß…komm….mein baldiger geliebter Ehemann..“ lachte Carla und fing an Ben auszuziehen.

    Semir wachte am nächsten Morgen gegen Sieben auf. „Guten Morgen Schatz….“ hauchte Andrea und küsste ihn auf die Wange. „Guten Morgen…ist es schon wieder Zeit?“ stöhnte Semir leise. „Ja…du bist dran, Ben abzuholen…und du musst in einer knappen Stunde los. Also …auf geht es. Geh duschen…dann frühstücken wir und dann musst du leider los…“ lächelte sie ihn an. Sie wollte aufstehen. Doch Semir hielt sie fest. „Weißt du was…Ben lässt mich auch immer warten…diesmal kann er auf mich warten…ich will noch nicht aufstehen….“ grinste Semir und küsste sie. Andrea lachte und genoss die Streicheleinheiten von ihm. „Ich muss aber doch Ayda und Layla abholen…hast du das vergessen. ….der Kaffee läuft auch schon…sei also nicht albern und komm…“ gurrte sie. Wieder wurde geküsst. Semir lachte leicht. „Also gut….aber nur, weil ich eh aufstehen muss…“ lachte er, warf die Decke zur Seite und ging duschen. „So…der Kaffee ist fertig...willst du Rührei essen?“ wollte Andrea wissen. Semir nickte. „Die beiden sind ein schönes Paar nicht wahr?“ wollte Andrea wissen. Semir sah sie an. „Wen meinst du? Carla und Ben?“ stellte er die Gegenfrage. „Ja sicher meine ich die Beiden. Sie sind ein verdammt tolles Paar. Schade dass Carla seinen Antrag abgelehnt hat. Ich wäre gern zur Hochzeit gegangen…“ kam von Andrea. „Schatz….keine Hochzeit wird so schön sein, wie unsere gewesen ist…“ grinste Semir schelmisch. „Oh ja…ich erinnere mich noch….Du mit dem zerrissenen Anzug und blutender Lippe…und Jan….sah auch nicht besonders aus. Mein Kleid war dreckig und….trotzdem…es war eine wunderschöne Hochzeit…“ gab Andrea zu. Sie stellte ihrem Mann den Teller hin und dieser genoss das Ei.

    Die Party klang gegen Mitternacht aus und die Gäste verabschiedeten sich. Isabella und Wolfgang verabschiedeten ihre Gäste. Ben und Carla standen noch kurz vor der Tür und unterhielten sich mit Semir und Andrea. „So….wir werden uns jetzt auch auf den Weg nach Hause machen..was tut ihr denn jetzt? Wollt ihr noch wo hin?“ fragte Semir nach. Ben legte Carla den Arm auf die Schulter und drückte sie an sich. „Was meinst du Schatz?“ wollte er wissen. „Nein..ich bin müde….ich möchte schlafen…“ lächelte Carla. Bens Blick ging wieder zu Semir. „du hast es gehört… wir fahren auch nach Hause…und wir sehen uns morgen in alter Frische…“ lächelte er. Das Ehepaar Gerkan ging zum Wagen und fuhren ab. Ben und Carla stiegen in den Porsche ein. Auf der Fahrt bemerkte Ben, dass Carla mit ihren Gedanken abwanderte. „Hey… was ist? Du siehst so nachdenklich aus...“ riss er sie aus ihren Gedanken. „Nein..nein…ist alles in Ordnung. Ich habe nur an Isabella und unser Gespräch gedacht….“ gab sie von sich. „Was hat dich denn so beschäftigt?“ harkte Ben weiter nach. Carla lachte leise. „Spielst du jetzt den Polizisten?“ wollte sie wissen. Ben lachte. „Ich bin außer Dienst…und wenn du es mir nicht erzählen willst…dann eben nicht…“ gab er zurück. Carla sah ihn an. Sie schwieg einige Augenblicke. „Ben…?“ fragte sie. „Ja mein Schatz?“ gab er ebenso leise zurück. „Liebst du mich?“ kam die nächste Frage von ihr. „Ja sicher…ich liebe dich mehr als mein Leben…Carla..ich würde….wenn du…ich meine wenn du mich..also was ich sagen will…wenn du nicht mehr bei mir sein willst, dann hätte ich sicher eine ganze Zeit dran zu knabbern…aber warum fragst du mich? Du willst mich doch nicht verlassen oder? “ stellte Ben die Gegenfrage.

    Semir sah zu Andrea. „Was meinst du…ob Ben und Carla heiraten werden?“ fragte er sie. „Sie wären ein tolles Paar. Carla hat mir gesagt, dass Ben sie bereits gefragt hat. Aber Carla wollte noch nicht. Sie braucht noch Zeit und ich verstehe es. Und ich denke auch Ben versteht es. Auch wenn es ihm sehr schwer fällt.“ Meinte Andrea. „Wie jetzt? Er hat Carla gefragt? Wieso hat er mir das denn nicht erzählt?“ wollte Semir nun wissen. Andrea lachte. „Hör mal… du kannst doch nichts für dich behalten…du hättest es doch sofort an die große Glocke gehangen. Wie damals…als Tom fast Vater geworden war….da hast du auch ganz laut gebrüstet, dass es soweit ist…oder als er vorher bei der Wahrsagerin…war…“ gab sie von sich. „Das war ja nicht absichtlich..ich meine..ich hab einfach nur vergessen, dass noch andere im Raum waren…das ist alles… außerdem hat Tom mir das sicher verziehen..“ verteidigte Semir sich sofort. „Ja sicher hat er das…dennoch war es sehr peinlich….aber egal….ich denke Carla braucht einfach noch. Es ist zu viel passiert. So einfach kann man das nicht weg stecken. Aber wenn Ben sie wirklich liebt, dann wird er auch warten, bis sie soweit ist.“ erklärte Andrea. Semir hielt vor seiner Haustür an und beugte sich zu Andrea rüber. „Ich liebe deine Erklärungen..“ hauchte er ihr zu. Andrea lachte laut. „Komm mein türkischer Hengst… wir haben nur diesen einen Abend ohne die Kinder…den sollten wir nutzen..“ schlug sie vor. Semir grinste breit. Schnell waren die Beiden im Haus verschwunden.

    Ben zuckte zusammen als sein Handy klingelte. Erstaunt sah er dass es die Nummer von Andrea war. „Hallo Andrea… was gibt es denn?“, wollte er sofort wissen. „Semir….er ist…verschwunden…“, erklang die besorgte Stimme der Ehefrau seines Partners. „Was heißt verschwunden?“, harkte er nach. „Er ist wie jeden Morgen laufen gegangen und normalerweise ist er eine Stunde später wieder da. Aber nun ist es schon zwei Stunden her. Ich habe Angst, dass etwas passiert ist.“, erklärte Andrea. Ben dachte ähnlich. „Okay…soll ich zu dir kommen und ihn suchen?“, wollte er wissen. „Ja…bitte…. Ich kann mit den Kindern nicht durch den Wald gehen…es wäre schön wenn du es könntest.“, gab Andrea zu. „Ich bin so gut wie da. Am See richtig?“, wollte Ben noch wissen. „Ja…an unserem See….bitte ich habe Angst…beeile dich ja…“, bat sie inständig. „Ich bin schon unterwegs...in einer halben Stunde bin ich bei dir...“, versprach er. Noch während er aus der KTU rannte wählte er Kim Krüger an. „Chefin..ich muss zu Semir….Andrea hat mich angerufen…er ist verschwunden. Ich werde mich dort umsehen.“, gab er durch und sprang in den Wagen. „Was soll denn da passiert sein?“, wollte Kim wissen. „Keine Ahnung. Er ist seit zwei Stunden überfällig und das bedeutet nie Gutes…“, erklärte Ben. „Also gut…fahren Sie hin….aber geben Sie mir einen Bericht durch!“, befahl Kim. Ben beendete das Gespräch und fuhr rasant zum See. Andrea hatte sich sehr besorgt angehört. Als er eine halbe Stunde später am See ankam stand Andrea mit den Kindern vor dem Wagen und sahen ihn entgegen. „Ist irgendwas von Semir gekommen?“, wollte Ben sofort wissen. „Nein…Ben…es muss was passiert sein…ich habe Angst…ich…“, erklärte Andrea. Ben nickte. „Weißt du, wo er langläuft, wenn er unterwegs ist?“, harkte er nach. „Nein…ich weiß nur, dass er eine Stunde läuft und dann wieder hier ankommt.“, gab Andrea mit zitternder Stimme von sich. „Keine Angst..wenn er da im Wald ist, dann finde ich ihn…versprochen..“ lächelte Ben und lief los.

    Semir kam langsam zu sich und wollte sich an den Kopf fassen. Erst jetzt bemerkte er, dass seine Hände gefesselt waren und auch die Beine. Die Erinnerung setzte ein. Die beiden Männer die ihn beim Laufen abgefangen hatten. Was war das für ein Geräusch? Er horchte und stellte fest, dass er in einem Kofferraum befand. Und in einem Kofferraum befand sich meist etwas, dass man dazu nutzen konnte die Fesseln loszubekommen. Semir tastete so gut es ging mit den gefesselten Händen herum. Er drehte sich um und bewegte sich heftig hin und her. Vielleicht gelang es ihm andere Autofahrer aufmerksam zu machen. Es schien tatsächlich zu klappen, denn der Wagen bog ab. Waren sie am Ziel oder bekam er nun Besuch? Waren seine Bemühungen, die er hier tat von seinen Entführern bemerkt worden und sie wollten nun nach ihm sehen? Was konnte er unternehmen, wenn sie tatsächlich nach ihm sahen. Einem könnte er einen Tritt mit den gefesselten Beinen geben, aber damit gewann er nichts. Verdammt…er musste auf Hilfe von außen hoffen. Der Wagen stoppte und Semir hörte wie eine Tür geöffnet und zugeschlagen wurde. Nur wenig später schwang der Kofferraumdeckel auf. Semir blinzelte kurz als das Licht einbrach. „Verhalt dich still verdammt noch mal!!“, fauchte der Mann. Semir erkannte einen der Männer, die ihn aufgehalten hatten. „Mmmmhh…“, machte Semir. Der Mann lachte und hielt einen Lappen hoch. Semir schüttelte den Kopf. Er versuchte tiefer in den Kofferraum zu kriechen, was zur Belustigung des Mannes reichte. Semir sah ihn ängstlich an und schüttelte immer wieder den Kopf. Er wollte nicht betäubt werden….doch dem Mann war es ziemlich egal. Er presste Semir den Lappen auf die Nase und hielt seinen Kopf fest. „Tief einatmen! Dann ist es leichter…“ Semir bäumte sich auf und versuchte diesen Lappen weg zu bekommen, doch es gelang nicht. Langsam spürte er die Wirkung des Chloroforms und sackte weg. Der letzte Gedanke war, warum das alles geschah. Was wollten die Männer von ihm?

    Ben lief den ganzen Waldweg lang, hielt Jogger an und fragte nach Semir, zeigte ihnen sogar ein Bild von ihm. Einige kannten ihn zwar vom sehen, aber wussten nicht, wo er ist. Ben stapfte wütend mit dem Fuß auf. Das konnte doch nicht sein. Semir war ein kleiner Kerl, aber selbst er würde nicht so einfach verschwinden. Wo konnte sein Kollege und Freund nur sein? Ben suchte weiter und fand dennoch nix. Er wollte schon zurück zum Wohnmobil, als er etwas glänzendes im Moos liegen sah. Vorsichtig beugte er sich nach unten und hob das etwas auf. Das...das war Semirs Uhr. Jedenfalls ein Stück vom Armband mit einem Metallstück daran. Verdammt, irgendjemand hatte mit Semir gekämpft. War er entführt worden? Aber wer würde ihn entführen? Da fiel Ben im Moment nur einer ein...aber das konnte nicht sein. Nein, der Mann...der Mann war tot, verbrannt. Ben konnte nicht glauben, was er da dachte. Das war unmöglich. Aber was, wenn es doch wahr war? Er musste diese Möglichkeit in betracht ziehen. Schnell ging er zurück zum Wohnmobil und Andrea sah ihn schon mit großen Augen an. Doch bereits an seinem Blick konnte die Frau erkennen, dass etwas sehr schlimmes vorgefallen sein musste. „Ben, was ist mit Semir? Wo ist er?“, wollte sie wissen und sah sich kurz nach den Kindern um. Ayda und Layla waren im hinteren Teil des Wagens und hielten Mittagsschlaf. „Tja, nicht gut...das hier hab ich gefunden. Das ist doch von seiner Uhr, oder?“, wollte Ben wissen und reichte Andrea das kleine Stück Lederarmband mit Metallschnalle. Mit zittrigen Fingern nahm die das kleine Indiz in die Hand. „Das...das ist sie...Semirs Uhr.“, stammelte sie und sah Ben mit tränengefüllten Augen an. „Was...was haben die mit Semir gemacht?“, fragte sie nur und sah Ben an. „Ich weiß es nicht...Ich werde Kim und Hartmut anrufen.“, erklärte er und griff zu seinem Handy.

    Von weitem sah Heinrich und Robert zu wie Mark telefonierte. „Bist du sicher, dass er den Bullenfreund anruft?“ wollte Heinrich wissen. „Nachdem was ich ihm erzählt habe ja...ich habe mir sein Vertrauen erschlichen und ihm ein paar tolle Rausche vorgespielt. Er hat sich mit dem Bullen des Öfteren getroffen um ihn über die Sache hier zu informieren. Und er wird es sicher auch jetzt machen. Immerhin verrate ich das Labor, wo dieses Teufelszeug hergestellt wird. Wenn Frank und Walther bereit sind das Ding in die Luft zu jagen, sobald die Bullen dort drin sind, steht unserem Reichtum nichts mehr im Wege. Walther kann die Drogen jetzt in seinem offiziellen Labor herstellen. Er weiß genau welche Mengen er für die Pille braucht...keine Versuche mehr...damit ist er save...“ erklärte Robert. „Also gut....wenn du es schaffst, uns die Bullen vom Hals zu kriegen, hast du was gut... bei mir und bei Frank. Bei Frank besonders...“ bestätigte Heinrich. „Wieso hat Frank auch so eine dämliche Scheiße gemacht und ist in die Stadt gefahren, obwohl er von den Bullen gesucht wird. Kein Wunder das der Kerl alles versucht ihn zu packen...“ stieß Robert aus. „Ich weiß... aber er wollte einkaufen...und ich hab ihn gehen lassen. Woher sollten wir denn wissen, das der Bulle ausgerechnet dort ist..“ stieß Heinrich aus. „Bei diesen Bullen musst du mit allen rechnen. Wenn ihr ihn direkt kalt gemacht hättet dann wäre es nicht so ausgeartet..“ erklärte Robert. „Zu spät...heute wissen wir auch, dass wir ihn besser hätten einpacken sollen.“ Fauchte Heinrich zurück. Sein Handy klingelte. „Ja...?“ meldete er sich harsch. Er hörte zu. „Das ist doch viel zu riskant..“ stieß er aus. Nur kurz darauf hielt er das Handy etwas vom Ohr weg. „Ja...okay.....auf deine Gefahr hin....du trägst die Verantwortung..“ bestätigte er und legte auf. Robert sah ihn an. „Was ist?“ wollte er wissen. „Er will das wir einen der Bullen eine der Pillen verpassen...diesem Gerkan, weil er Frank durch die halbe Stadt gejagt hat.“ erklärte Heinrich. „Spinnt der total? Verdammt das ist viel zu riskant..“ lehnte auch Robert sich auf. „Ich weiß...dennoch... wir werden es versuchen... und ich habe auch schon einen Plan..“ nickte Heinrich.

    Mark sah Robert an, der eben wieder zum Treff kam. „Hi ... Robert....alles fit?“ fragte er. „Ja...was ist? Hast du das getan, was ich gefordert habe? Vergiss nicht, dass du Schulden bei mir hast...“ ermahnte Robert ihn. „Ja... hab es getan...ich schwöre... hast du noch ne Pille für mich?“ bettelte Mark. Robert hielt ihn ein Beutel hin. „Das bekommst du, wenn ich weiß wer deine Freunde sind und wann sie kommen...“ grinste er den Süchtigen an. „Sie kommen sicher her...ganz bestimmt. Ben ist ein sehr guter Freund und will mich von Dummheiten abhalten. Was hast du mit ihnen vor?“ wollte Mark wissen. „Das sollte dich nicht interessieren...hier für die Auskunft. Aber nimm nicht alle, hörst du...“ ermahnte Robert ihn. Mark nickte und griff in die Tüte. Eine Pille reichte aus. Er musste bis Ben kam, den Rausch hinter sich haben. Robert sah ihm zu, wie der die Pille schluckte und sich auf den Boden setzte. Er schüttelte den Kopf. „Armer Tropf..“ kam leise über die Lippen. Dann verzog er sich wieder und ging auf Lauerposten. ES dauerte nicht lange bis drei Männer bei Mark auftauchten, doch dieser war so zugedröhnt, dass er nur am reden war. Laberflash...davon hatte Robert schon mal gehört, aber dass es so nervend war...war schon wieder lustig. Das Mark so keine vernünftige Information herausbekam war klar. Robert lachte leise, als er die verzweifelten Gesichter sah. Doch plötzlich sackte Mark zusammen. „MARK!!“ schrie einer der Polizisten und kniete sich sofort neben ihn. Robert sah wie er Mund zu Mundbeatmung machten wollten doch der Kollege hielt ihn zurück. Robert lachte leise. Schade dass der Bulle wusste, dass dieser Junkie an Aids erkrankt war. Während sein Kollege mit der Herzmassage weiter machte sah er wie der dritte Mann telefonierte; vermutlich nach der Rettung. Robert drehte sich um und verschwand. Hier konnte der beste Arzt nicht mehr helfen. Für Mark war die Dosis einfach zu stark gewesen. Er Kerl dachte wirklich, er könne was von dem großen Kuchen abhaben...nun ja...eine extra für ihn angefertigte Pille und es war vorbei mit einem unwürdigen Leben...dachte Robert und fuhr ab.