Beiträge von Elvira

    Peter Neugebauer saß vor dem Fernseher und kraulte Bonny die neben ihm lag den Kopf als das Telefon klingelte. „Neugebauer...“ meldete er sich. „Alex Hoffmann hier….Peter wir brauchen dich und einen deiner vierbeinigen Freunde hier…. Zwei Kollegen sind in einem Haus und das wurde durch Sprengung dem Erdboden gleich gemacht. Aber sie sind da drin….da sind wir uns sicher..“ hörte der Alexander Hoffmann sprechen. „Alex..alle Hunde sind im Einsatz. Wir wurden gebeten, drei Staffeln in die Türkei zu senden. Dort gab es ein Erdbeben und….ich habe..ich habe hier nur einen halbfertigen Hund. Sie ist noch verdammt jung und ….“ erklärte Peter. „Peter…kann der Hund schon verschüttete Menschen aufspüren?“ harkte Alex nach. „Ja schon…aber…sie ist...die Fehlerquote…ich meine…also gut…wo?“ stöhnte Peter. „an der Hausmühle in Frechen…beeile dich bitte..“ gab Alex durch. Peter legte auf und sah Bonny an. „Na dann komm Bonny. Jetzt kannst du dich mal beweisen. Wir haben einen Einsatz und du bist der einzige Hund, der bei mir ist…“ murmelte er und erhob sich. Bonny sprang ebenfalls runter und schüttelte sich. „Na komm Bonny…die Arbeit ruft!“ rief Peter und ging mit Bonny zum Wagen. „Los! Hier ist dein Platz!“ gab Peter bekannt und öffnete die große Heckklappe. Bonny sah ihn erstaunt an. „Los rein hier!“ befahl Peter erneut. Doch Bonny rührte sich nicht. „Bonny…ich sag es dir zum letzen Mal! Rein da!!“ fauchte Peter. Bonny jaulte und sprang dann in die Box. „Beim nächsten Mal, Sofort, ist das klar?“ wollte Peter wissen. Bonny legte sich hin und sah ihn an. Die Fahrt ging los. Bis nach Frechen war es von seinem Gelände nicht weit und dank der bereits fortgeschrittenen Zeit schnell zum Ort des Geschehens. Alex begrüßte ihn. „Okay…dann informiere mich mal..“ meinte Peter als er ausstieg. „Nach meinen Informationen müssten sich zwei Männer unter den Trümmern befinden. Es sind zwei Polizisten. Wir vermuten sie in einem der unteren Etagen, die nun von dem gesamten Geröll bedeckt ist. Die schweren Geräte sind abgezogen, weil die Einsatzkräfte Sorge darüber haben, dass sie den Verschütteten mehr Schaden zufügen könnten, als die da unten eh schon haben.“ erklärte Alex. Peter nickte. „Also gut…wissen wir ungefähr wo sie sein könnten?“ harkte er nach. Alex schüttelte den Kopf. „Nur dass sie dort unten sind. Wir haben keinen Kontakt zu ihnen…“ kam leise von Alex. Peter ging zum Kofferraum und öffnete die Klappe. Alex sah den brauen Hund dort in der Box. „Das ist ein Suchhund?“ fragte er erstaunt nach. „Ein halbfertiger Suchhund. Sie ist noch in der Ausbildung…“ erklärte Peter. Alex nickte nachdenklich.

    Ben sah sich in seinem und Semirs Gefängnis um. Er verspürte Durst und Hunger. Wie lange waren sie nun schon hier drin? Suchte man sie schon? Noch einmal versuchte er per Handy Hilfe zu holen …. Vielleicht hatte er ja Glück und es funktionierte. Er griff in die Hosentasche. „Oh verdammt..“ stieß er aus, als er die Plastikteile aus der Tasche beförderte. Nichts als ein Haufen Schrott war von dem Handy übrig. Vielleicht hatte Semir seines in den Taschen. Ben durchsuchte seinen Freund, doch dessen Taschen waren leer. Kein Handy…nichts….absolut gar nichts. Sie waren darauf angewiesen, das sie von außen gerettet wurden. Er wusste genau, dass es Tage dauern könnte und er wusste auch, dass er es mit Mühe und Not überleben konnte. Doch was war mit Semir? Wie lange würde er es noch machen? Das Zeug was man ihn gegeben hatte, war bisher immer tödlich ausgegangen. Was wenn er hier stirbt? Was wenn er…nein..Ben..nein..Semir wird nicht sterben…ihr werdet gerettet und er wird schon bald wieder die Autos schrotten! ermahnte er sich selbst. Erst jetzt registrierte er, dass es keine Geräusche mehr gab. Kein Kratzen…kein Rauschen. „Semir….sie suchen uns nicht mehr…verdammt..wir sind doch hier…sie müssen doch wissen, dass wir hier sind…“ stieß er aus. Bei Semir blieb alles still. So wie die ganze Zeit, kam er nicht zu Bewusstsein. Immer wieder versuchte Ben seinen Puls zu fühlen. Bisher schlug er. Ben registrierte sogar, dass er sehr normal schlug. War es ein gutes Zeichen? Kam Semir bald zu sich? Konnte er doch diese Droge überleben? „Ja so ist es gut…Semir…du musst weiter kämpfen… und dann kommen wir beide hier raus…wir müssen hier raus….“ sprach Ben zu seinem Partner. Doch er machte sich selbst damit Mut. Längst war sein Mund wie ausgetrocknet und er spürte den Sand der Steine zwischen seinen Zähnen. Er schloss die Augen, weil er müde wurde. „Ich werde nur ein paar Minuten dösen…lauf mir nicht weg, Partner...“ murmelte er und ging langsam in den Schlaf über.

    Ben und Semir standen bereits am Altar und auch der Pfarrer wartete nur auf die Braut. Dann endlich ging die Türe auf und Konrad trat ein. Bens Augen wurden größer als er seine Braut an der Seite seines Vaters sah. Sein Mund öffnete sich und schien sich nicht wieder schließen zu wollen. Semir grinste leicht und schob mit dem Daumen den Unterkiefer von Ben hoch. „sonst bist du gleich heiser beim Ja-Wort…“ gab er leise zurück. „Whow… sie… sie… sieht…umwerfend aus…“ strahlte Ben. „Ja….eine wunderschöne Braut. Dieses Kleid…ist einfach ein Traum…“ musste Semir zugeben. Mit gemächlichen Schritten führte Konrad seine Schwiegertochter ihrem Mann entgegen. Dann endlich stand sie neben ihn. „Du….bist….wunderschön…“ sagte er leise. „danke..du siehst auch sehr gut aus….ich bin so aufgeregt…“ kam unter dem Schleier hervor. „Meine Damen und Herren… wir haben uns hier zusammen gefunden um diesen Mann und diese Frau in den gemeinsamen Bund der Ehe zu begleiten. Bitte nehmen Sie Platz…“ fing der Pfarrer an. Er wandte sich an Ben Jäger. „Ben Jäger…wollen Sie die hier anwesende Carla Mercedes de Cossa zu Ihrer rechtmäßig angetrauten Ehefrau nehmen? Sie lieben und Ehren in guten wie in Schlechten Tagen…in Gesundheit und Krankheit bis das der Tod Sie scheidet? Dann sagen Sie…Ja ich will mit Gottes Hilfe…“ ertönte die Stimme des Kirchenmannes. Ben räusperte sich. „Ja…ich will mit Gottes Hilfe…“ wiederholte Ben. „Und Sie….Carla Mercedes de Cossa…wollen Sie den hier anwesenden Ben Jäger zu Ihrem rechtmäßig angetrauten Ehemann nehmen? Ihn lieben und ehren in guten wie in schlechten Tagen. In Krankheit und Gesundheit... bis das der Tod Sie scheidet? So antworten Sie… ja mit Gottes Hilfe…“ wiederholte der Mann die Worte. Carla sah zu Ben. „Ja…mit Gottes Hilfe…“ gab auch sie ihr Einverständnis. „Zum Zeichen dass Sie beide eingewilligt haben tauschen Sie bitte nun die Ringe..!“ kam der Wunsch des Kirchenmannes. Semir trat vor und gab die Ringe an den Mann weiter. Auf einem weißen Kissen lagen die Ringe von denen der für Carla einen großen weißen Diamanten trug. „Mit diesem Ring….schwöre ich dir ewige Liebe und Treue…“ gab Ben zurück und steckte ihr den Ring an. „Mit diesem Ring schwöre ich dir ewige Liebe und Treue“ wiederholte Carla. Sie schob den Ring auf Bens Finger und sah ihn an. Ein Blick zum Pfarrer und dann lüftete Ben den Schleier. Er beugte sich zu Carla und küsste sie innig.

    Das Brautpaar sah sich an. „ich liebe dich..“ hauchte Carla in Bens Ohr. Die Gratulanten reihten sich ein. Semir war der erste, der den Beiden alles Gute aussprach. „Na…wenn euer erstes Kind kommt…bin ich aber Patenonkel…damit das klar ist…“ drohte er den Beiden an. Ben lachte. „Danke Partner…“ gab er von sich. Es hagelte Küsschen links und Küsschen rechts. Konrad sah seinen Sohn stolz an. „Jetzt bist du unter der Haube….und ich habe da noch etwas für euch….“ erklärte der Geschäftsmann. Ben sah ihn erwartungsvoll an. „Ich weiß, dass unsere Geschmäcker immer unterschiedlich waren, aber dennoch….die Hochzeitsreise…werde ich euch spendieren…..eine Kreuzfahrt für vier Wochen in der Karibik…“ gab er bekannt. Ben strahlte als er sah auf welchem Schiff diese Reise stattfinden sollte. „Danke Papa….danke…“ stieß er aus und umarmte seinen Vater. „Du machst mich zum glücklichsten Menschen….du bist endlich verheiratet und nun bekomme ich auch Enkel von dir….ich hoffe ihr nutzt die Reise nicht nur zum schlafen…“ lachte Konrad. Ben sah Carla an. „Ganz sicher nicht…“ gaben die Beiden zurück. Nach der kirchlichen Trauung ging es zum Standesamt. Herr Glück musste es nun noch amtlich machen. Das die kirchliche Trauung schon vollzogen war, schien dem Standesbeamten nicht zu stören. Nachdem sich die Beiden erneut das Ja-Wort gegeben hatten und die Trauzeugen es bezeugten lachte Ben leise und sah Carla an. „Ich könnte es immer wieder machen...“ raunte er ihr zu. Die Party konnte beginnen. Im Konvoi ging es durch Köln zum großen Saal wo die Gäste mit Speisen und Getränke verwöhnt werden sollten. Doch zunächst galt es den Brautstrauß nach alter Sitte in die Menge zu werden. Dazu versammelten sich alle vor dem Restaurant und Carla stellte sich mit dem Rücken zur Menge. Sie warf den Strauß hoch und drehte sich um. Wer fing den Blumenstrauß? Ein Jubel ging durch die Menge und alle sahen Susanne an, die den Strauß in der Hand hielt. „Du bist die nächste..“ raunte Andrea ihrer Freundin zu.

    Es dauerte eine Weile bis Ben wieder zu sich kam. Staub lag in der Luft und machte das Atmen schwer. Er musste husten. Doch diese Reaktion wurde direkt bestraft da sein Kopf anfing zu schmerzen. Dann erinnerte er sich warum er hier war. „Semir?“ fragte er leise. Viel konnte er nicht erkennen aber er sah, dass sein Partner die Augen geschlossen hatte. „Verdammt…du hast lange genug geschlafen….mach die Augen auf…“ fauchte er seinen Freund heiser an. Doch von Semir kam nichts. Ben versuchte den Puls zu ertasten. Als er dies das erste Mal gemacht hatte raste dieser bei Semir wie auf einer Autobahn. Diesmal jedoch war er kaum zu spüren. „Nein…Semir…nicht hier….gib nicht auf….bitte…gib nicht auf…“ flehte Ben. Semir schwieg weiterhin. „Semir… ich habe mit Andrea gesprochen….bevor ich dich gefunden hab…sie hat Angst…bitte…lass sie nicht allein…kämpfe gegen das was der Kerl mit dir gemacht hat..du schaffst es…wirklich…du schaffst es…“ flehte er regelrecht. Dennoch wusste er, dass wenn sie hier nicht bald rauskamen, Semir das Schicksal derer teilte die sie bisher am Straßenrand gefunden hatten. In seinem Ohr hörte er wieder wie Hartmut die Drogenzusammensetzung erklärte…. Dort hörte es sich bereits sehr ungesund an. Besorgt sah er auf Semir. „Willst du Andrea allein lassen? Und die Kinder? Willst du dich so einfach von Verbrechern ausschalten lassen? Semir…du hast immer gekämpft…du hast nie aufgegeben..tu es bitte auch jetzt nicht. Kämpfe weiter….sie werden uns rausholen..nur halte einfach durch…bitte..“ flehte er leise. Plötzlich hörte er ein Kreischen und Krachen. Das Geräusch kannte er. Das waren Bagger…wie oft hatte er das als Kind auf den Baustellen seines Vaters gehört. „Semir….sie kommen…sie kommen..hörst … sie retten uns….halt durch..gleich sind wir hier raus…“ lachte er leise. Sein Freund schwieg nur.

    Der Einsatzleiter der Feuerwehr kam zu Kim, als sie eine knappe Stunde gearbeitet haben. „Sollten da wirklich noch Menschen drin sein, können wir nicht mehr mit dem Bagger weiter arbeiten. Sobald wir graben, wird das Gestein nachrutschen und dann noch mehr Schaden anrichten. Wir müssen einen Suchhund einsetzen, der uns anzeigt wo die Menschen sind. Haben Sie etwas über das Handy erreicht?“ wollte er wissen. „Nein…entweder ist es kaputt oder dort wo er ist, gibt es kein Netz. Haben wir einen Grundriss von dem Gebäude was hier mal stand?“ wandte Kim sich an einen der Kollegen. „Ja…. Das Gebäude war ein Versuchslabor für diverse Stoffe. Unter anderem auch Sprengstoff und andere gefährliche Sachen. Alles was Explosionsgefährlich sein konnte wurde hier untersucht.“ Erklärte der Mann. Kim sah zu Alex und dem Feuerwehrmann. „Dann gab es hier sicher auch Räume in denen extrem starke Wände waren. Vielleicht sind sie in einem der Sicherheitsräume und vielleicht sind sie auch nicht verschüttet..ich meine..der Raum…er könnte unversehrt sein und…“ dachte Kim laut nach. Der Feuerwehrmann schüttelte den Kopf. „Auch wenn das mit den Räumen so stimmt, hier liegt kein Stein mehr auf dem Anderen. Wenn da Ihre Männer drin waren, dann sind sie verschüttet. Und wenn es Sonderräume waren, dann ist das Gestein sicher dreimal so schwer wie das normale. Dann ist auch die Chance dass sie noch leben, sehr gering. Entscheiden Sie…holen Sie einen Suchhund oder sollen wir mit schwerem Gerät weitermachen?“ wollte er wissen. Kim sah zu Alex. „Was meinst du?“ fragte sie ihn. „Wir werden eine Hundestaffel anfordern..ich kümmere mich darum...“ erklärte er und verschwand zum Funkgerät.

    „Semir...ich bin so gespannt wie Carla aussieht... Mein Vater führt sie zum Traualtar..das ist unfair...wieso darf er sie sehen und ich nicht…?“ wollte Ben wissen und zog seine Fliege zurecht. „Du heiratest sie….und es bringt Unglück die Braut vor der Hochzeit im Kleid zu sehen..“ erklärte Semir sachlich. „Ja aber du hast Andrea doch auch vorher gesehen..ich meine…bevor ihr verheiratet ward…oder nicht?“ kam von Ben. Semir grinste. „Das war was Anderes….Andrea wurde vor der Zeremonie entführt….da konnte keiner was für…“ stellte er sofort richtig. „Ach und warum ist es dann für dich kein Unglück gewesen?“ maulte Ben weiter. Er drehte sich vor dem Spiegel um den Sitz des Anzugs zu prüfen. „ist das so gut?“ fragte er nach. Semir stellte sich etwas abseits hin und besah sich seinen Freund genau. „perfekt…“ stimmte er zu. „Ich bin so nervös…verdammt… die Ringe? Wo sind die Ringe?“ stieß er aus und durchsuchte die Taschen nach den Ringen. „Semir?? Ich hab die Ringe nicht….verdammt ich hatte sie doch eben noch…wo sind sie denn?“ stieß Ben hektisch aus. Semir lachte leise und hob das kleine Kästchen hoch. „in sicheren Händen…“ gab er zurück. „Mann…versetz mir doch nicht so ein Schrecken…“ lachte Ben erleichtert. „Können wir jetzt?“ wollte Semir wissen. Ben nickte. „Ja…ich bin bereit….“ Gemeinsam fuhren die Männer zur Kirche.

    Carla sah sich in ihrem blauen Kleid an. „Es ist wunderschön…es sitzt noch besser als vorher…“ strahlte sie. Julia, Bens Schwester steckte ihr die Haare hoch und befestigte den Schleier. „Du bist eine sehr schöne Braut….Carla….eine sehr schöner Braut…“ gab sie zu. „Ich bin so aufgeregt….Es ist der schönste Tag in meinem Leben…der aller schönste Tag. Ben und ich..wir….ich…“ kam von Carla. Julia lächelte ihre zukünftige Schwägerin an. „Es wird euer schönster Tag werden.“ Versprach sie fest. „Hast du alles? Was Altes? Was Geliehenes? Was Neues?“ zählte Julia auf. Carla nickte und zeigte zu allem etwas an ihrem Körper. Es klopfte und Konrad trat ein. „Darf ich?“ fragte er lächelnd. „Ja..ich bin bereit. Ist Ben schon da?“ wollte Carla wissen. „Er kommt gerade an. Julia….leg den Schleier über das Gesicht….Carla…du bist wunderschön….Ben wird vermutlich kein Wort herausbekommen…“ gab Konrad zu. „Danke Papa…ich bin nervös…was wenn ich…das entscheidende Wort nicht über meine Lippen bekomme?“ harkte Carla nervös nach. Konrad lachte leise. „Nur keine Angst….ich stupse dich an, wenn du es sagen sollst…“ versprach er. Carla lachte ebenfalls. „Ich bin so glücklich….und ich habe für Ben noch eine Extrageschenk….“ Strahlte sie. Konrad sah Julia an. „Verrätst du es uns schon?“ kam sofort die Frage. Carla lachte leise. „Nein…ihr müsst warten bis heute Abend….. beim Fest geb ich mein kleines Geheimnis bekannt…“ Konrad grinste breit. „Ich weiß schon….ich kann es mir schon denken….“ kam nachdenklich von ihm. Ein Glanz verbreitete sich in seinen Augen. „Los…lass uns gehen….Ben ist sicher genauso nervös wie du…“ meinte Julia und gemeinsam gingen sie aus dem Raum. Die Kapelle in der Kirche füllte sich mit den Gästen.

    „Weißt du…aber…das darfst du nicht meinem Papa sagen….der ist dann nämlich böse mit mir…“, forderte sie von Ben. Dieser machte ein ernstes Gesicht, was bei dem Kind doch ziemlich schwierig war. Er hockte sich hin und sah sich verschwörerisch um. „Also gut…..ich kann Geheimnisse für mich behalten...der Papa ist aber jetzt nicht in der Nähe oder?“, wollte Ben wissen uns sah sich ängstlich um. „Nein…der schläft gerade...das macht er immer um diese Zeit...“, erklärte Emilie. „Da hab ich dann ja richtig Glück…also was willst du mir erzählen?“, wollte Ben wissen. „Also…vor einem Tag….das ist gestern oder?“, harkte Emilie nach. Ben nickte ernst. „Da war ich etwas weiter weg von unserem Platz hier und bin in den Wald gelaufen….das mache ich immer, wenn ich allein sein will und nachdenken muss…“, erklärte das Kind. Ben hörte ihr geduldig zu. „….Da hab ich gesehen, wie zwei Männer einen anderen Mann in ein Auto gelegt haben….in den Kofferraum….“, endete die Erzählung von Emilie. Ben sah sie an. „Ist das wirklich so gewesen? Hast du den Mann, der in den Kofferraum gelegt wurde, auch gesehen?“, wollte Ben wissen. Emilie schüttelte den Kopf. „Nein….aber ich hab das Kennzeichen von dem Auto!“, strahlte das Mädchen. „Whow….das ist klasse…das ist wirklich verdammt gut….willst du mal zur Polizei?“, wollte Ben wissen. Emilie schüttelte den Kopf. „Ich werde Tierärztin…“, gab sie bekannt. „Okay….du wirst sicher eine sehr gute Tierärztin. Und wie ist das Kennzeichen?“, harkte Ben nun nach. „Das war Ne….das ist für Neuss….das weiß ich von Papa… und dann kam TP… und 4513…“, gab Emilie nachdenklich von sich. „Ne- TP 4513…bist du dir da ganz sicher?“, fragte Ben nach. Emilie dachte noch einmal kurz nach. „Ja….das war das Kennzeichen….ich spiele immer mit meinem Papa das Kennzeichenspiel…das muss man die Kennzeichen nennen, die man sieht….und sich natürlich merken...“, erklärte Emilie. Ben nickte. „Das ist ein verdammt gutes Spiel…..sehr gut…Emilie…du hast mir sehr viel geholfen. Aber sag mal…hast du die Männer auch von vorn gesehen? Weißt du wie sie aussehen?“, wollte Benn wissen. Emilie schüttelte den Kopf. „Nein…ich hatte Angst…der Mann, den die in den Kofferraum gelegt haben, hatte Klebeband an den Händen und an den Füßen….das hab ich gesehen und dann hab ich mich einfach geduckt...“, kam traurig von Emilie. Ben legte ihr die Hand auf die Schulter. „Du hat mir wirklich sehr gut geholfen….jetzt kann ich meinen Freund nämlich finden…Danke schön...und weißt du was…wenn ich ihn gefunden habe, dann bekommst du von mir ein ganz großes Geschenk. Aber dafür muss ich deinen vollen Namen wissen….“, schlug Ben vor. Emilie sah ihn an. „Wirklich? Ein Geschenk?“, harkte sie strahlend nach. „Ja…ein ganz großes Geschenk…also wie heißt du?“, lächelte Ben. „Ich bin Emilie Wagner…und ich wohne in der Lipizzaner Straße 3 in 50737 Köln….das ist an der Rennbahn…deshalb heißen die Straßen auch nach Pferden…“, erklärte Emilie stolz. Ben schrieb sich die Adresse auf. „Okay… und was möchtest du haben?“, harkte Ben mit ernster Miene nach. „Ich möchte sooooo gern ein Barbiepuppen Haus mit Barbieauto und Barbiepferd und…..“, zählte Emilie auf. Ben schrieb natürlich mit und schwor sich, dem Kind alles zu kaufen was den Namen Barbie trug, wenn er Semir gefunden hatte.

    Semir lag einfach am Boden und rührte sich nicht. Die Augenbinde hatte Kalvus ihm natürlich nicht abgenommen. In der Dunkelheit zu liegen, ohne sich orientieren zu können. Semir kamen Gedanken aus der Vergangenheit hoch. Damals…als er von seinem angeblichen Freund entführt wurde und tagelang eine Augenblinde trug. Nichts zu sehen…ist das Schlimmste. Seine Füße waren nicht mehr gefesselt, wenn er es geschickt anstellte, dann könnte er den Raum erkunden und fand vielleicht etwas, womit er die verdammte Augenbinde abbekam. Irgendwas….und er konnte sich vielleicht sogar von den Fesseln befreien. Dann würde Kalvus sein blaues Wunder erleben…dieser Mistkerl….er spielte mit der Angst seines Gefangenen. Langsam robbte Semir in eine Richtung und stieß alsbald mit dem Kopf gegen die harte Betonmauer. Er stöhnte auf, drehte sich aber gleichzeitig um und versuchte, sich an der Wand hochzuziehen. Langsam wuchs er immer weiter in die Höhe und stand dann vollkommen gerade an der Mauer. Jetzt musste er nur noch etwas finden, was er zum Aufschlitzen der Fesseln nehmen konnte. Langsam ging er an der Wand entlang und merkte, dass die glatt und vollkommen rein war. Nichts stand hervor...gar nichts, wo er die Fesseln hätte mit durchtrennen können. Immer wieder ging er an der Wand entlang, doch nichts...nicht, was ihm weiterhelfen konnte. Vollkommen erledigt ließ Semir sich auf den Boden und weinte vor sich hin.

    Kalvus und Roman saßen vor der Kammer, in der sie ihren Gefangenen eingesperrt hatten. „Was hast du als nächstes mit ihm vor?“, wollte der Mann wissen. Kalvus sah ihn nur an, biss dabei in ein Brot hinein, dass er sich gemacht hatte. „Ich denke, ich werde ihn weiter zu Tode erschrecken. Er soll sehen, dass er mir vollkommen ausgeliefert ist. In einem alten Stollen hab ich einige alte Handgranaten gefunden. Die werde ich zusammenbinden und als Zeitzünder benutzen. Natürlich nur, um diesen Gerkhan vollkommene Angst zu machen. Er soll leiden und tausend Tode sterben. Außerdem hab ich das hier.“, meinte er und hob ein Stofftier hoch. „Ein Plüschlöwe?“, kam es irritiert von Roman. „Nicht nur irgendein Plüschlöwe. Das ist der von Gerkhans jüngster Tochter. Jedenfalls ein so ähnlicher. Er jedoch wird denken, ich hätte seine kleine Tochter.“, grinste Kalvus und Roman nickte nur. „Wo ist eigentlich meine Lysanne?“, wollte der Mann dann wissen. „Ralf ist mit ihr in die Stadt gefahren. Sie wollten noch einige Konserven und frische Lebensmittel kaufen. Und dann wollte Ralf das Geld unbeobachtet zur Bank bringen.“, erklärte er nur. Kalvus nickte. „Dann werde ich mich gleich mal um unseren Gast kümmern. Ich bringe ihn tiefer in den Berg hinein. Da hinten gibt es Ratten...und die haben bestimmt Hunger.“, lachte er und nahm den Schlüssel zum Raum, wo er Semir eingesperrt hatte. Was hatte dieser Verrückte nur mit Semir vor?

    Ben sah Semir besorgt an. Der Puls von seinem Kollegen raste extrem und er sah, das Semir scheinbar Angst im Schlafen hatte. Er zuckte hin und wieder und schlug um sich. Er hatte Ben schon mehrmals getroffen. „Semir….werde doch endlich wach….mach die Augen auf…“ flehte er. Seine Stimme hörte sich heiser an. Er lehnte seinen Kopf gegen die Wand und schloss kurz die Augen. „Semir… wir müssen hier raus….“ gab er leise von sich. Doch sein Partner regte sich nicht. Plötzlich ging eine Erschütterung durch das Gemäuer. Ben sah wie alles sich um ihn herum bewegte und die Decke bröckelte ab. Sofort warf er sich über seinen Partner um ihn zu schützen. Ein großer Brocken fiel auf die Beiden runter. Ben spürte den Schlag auf dem Arm und schrie auf, dennoch vernachlässigte er den Schutz seines besinnungslosen Freundes nicht. Immer mehr Brocken fielen auf die beiden runter und begrub sie unter sich. Der Raum für Ben und Semir wurde immer enger. Ben ahnte schon, was passiert war. Die Verbrecher wollten ganze Arbeit leisten und machten das Labor mit den beiden darin gefangenen Polizisten. Die Trümmer des Hauses begruben die Beiden unter sich. Ben versuchte Semir so gut wie es nur ging zu schützen, doch auch er konnte seine Hände nicht überall haben. Das ganze Haus brach zusammen. Ben bekam einen kleinen Brocken an den Kopf und verlor das Bewusstsein. Er begrub Semir unter sich, als ihm die Sinne schwanden. Er wusste nicht wie lange er ohne Bewusstsein war als er die Augen wieder aufschlug. Semir lang unverändert unter ihm. Die Luft war zu schneiden dick und er konnte kaum etwas sehen. „Semir?“ fragte er heiser. Er schmeckte den Staub der in der Luft war. Von Semir kam nichts. „Das ist echt toll von dir…“ knurrte Ben und hustete. „Du lässt mich hier ganz allein…verdammt..ich schaffe es nicht ohne dich…Semir…“ versuchte er es. Es rauschte und Ben dachte es wäre Wasser, doch dann sah er einen dicken Brocken von oben direkt auf sie zu rauschen. „SEMIR!!“ schrie er und warf sich über seinen Partner, der sich immer noch nicht rührte. Ben schützte ihn mit seinem Körper. Dicht über die Beiden stoppte der Brocken und es brach ein kleinerer Teil ab. Dieser rutschte durch und traf Ben am Hinterkopf. Blut trat aus der Platzwunde. Ben verlor erneut das Bewusstsein.

    Kim und Alex kamen an der Adresse an und sahen die Rauchwolke. Mehr als ein Trümmerfeld fanden sie nicht vor. Nicht weit davon standen die Fahrzeuge von Semir und Ben. „Oh mein Gott…“ stieß Kim aus. „BEN? SEMIR?“ rief sie laut. Doch es kam nichts. „Kim…wenn die da drin waren, dann sind sie mit Sicherheit nicht mehr am Leben..“ erklärte Alex. „Die sind nicht tot….wir müssen anfangen die Steine zur Seite zur räumen!“ fauchte Kim und sie tat was sie sagte. Sie rannte zum Gebäude und versuchte die Gesteinsbrocken von Hand wegzuräumen. Es scheiterte kläglich „Alex!! Hilf mir!!“ rief sie. Alex zog sie weg. „Kim…warte…warte…so wird das nichts. Lass uns die Feuerwehr anrufen..die schaffen das viel besser…“ versuchte er sie zu beruhigen. „Alex…wir müssen sie rausholen…bitte…ich…ich weiß das sie da unten irgendwo sind..die Autos sind hier und sie sind sicher hier….ich…bitte..“ redete Kim wirr. Alex Hoffmann nickte. „Ich hole die Rettung….“ Versprach er und griff direkt zum Funkgerät. „Wir benötigen die Feuerwehr mit schwerem Werkzeug…das Objekt ist eingestürzt und es wird vermutet, das mindestens zwei Personen verschüttet sind. Eine Suchhundstaffel ist in Bereitschaft zu setzen und ebenfalls zum Einsatz mitzubringen.“ gab er durch. „Zentrale hat verstanden..“ kam blechend aus dem Funk. Es dauerte fast zwanzig Minuten, die Kim wie eine Ewigkeit vorkam. Endlich sah sie den Einsatzleiter. „Zwei Mann…von meiner Truppe sind unter den Trümmern begraben. Wir haben keinen Kontakt aber ich bin mir sicher, dass sie sich im Gebäude befunden haben.“ Stieß sie aus. Der Mann hörte ruhig zu. „Wir machen das schon…“ beruhigte er sie. Er nahm mit Alex Blickkontakt und nickte. Alex kam zu Kim Krüger. „Kim…komm…lass uns die Wagen von den Beiden untersuchen. Wenn sie die Handys bei sich haben, finden wir sie schneller…“ schlug er vor. Kim sah ihn an. „Verdammt…da hab ich überhaupt nicht dran gedacht….ja sicher….die Handys…“ stieß sie aus. Sie zog ihr Gerät raus und wählte Semir an. Doch das Handy klingelte im Wagen. „Verdammt…. Er hat es vergessen..“ stöhnte sie leise. „Dann nimm das von Ben…“ schlug Alex vor. Kim nickte und wählte an. Ein Freizeichen war zu hören, allerdings kam wenig später die Ansage, dass der Teilnehmer nicht erreichbar sei und man es später noch einmal versuchen sollte. Kim schloss die Augen. Wozu haben die Beiden ein Handy, wenn sie es entweder nicht an hatte oder aber es vergaßen.

    Kurt Munster überlegte. Dieser Dr. Rossmann zahlte nur halb so viel wie dieser Jäger. Er hatte zwei Säle einen großen und den Kleineren. Der kleine würde ohne Weiteres für die Veranstaltung von Dr. Rossmann genügen. Er könnte doch vorgeben einen Wasserrohrbruch zu haben und deshalb die Veranstaltung in den kleinen Saal verlegen…ja..und der große den konnte Jäger dann zum dreifachen Preis mieten. Das war gut…so machte er einen besonderen Reibach dabei…Er griff zum Hörer und wählte die Nummer von Dr. Peter Rossmann an. „Herr Dr. Rossmann..hier ist Karl Munster...es geht um Ihre Veranstaltung am 31.8…. der große Saal…er ist….in einem extrem desolaten Zustand. Ich hab ein Wasserrohrbruch gehabt und der Saal hat sehr viel abbekommen. Ich habe aber noch einen etwas kleineren Saal für Sie….auch exklusiv. Ganz neu eingerichtet und….wirklich sehr edel wirkend..“ versprach Kurt. „Also gut…dann nehme ich den. Es ist zu spät etwas Anderes zu finden. Aber der Preis ist dann auch niedriger..das ist ja wohl klar…“ hörte er den Geschäftsmann. Kurt atmete tief durch. „Ja selbstverständlich….er wird sich um zehn Prozent verringern…“ versprach er. „Also gut…ich nehme den kleinen Saal.“ stimmte Dr. Rossmann zu. „Vielen Dank….das ist eine große Ehre für mich, dieses Fest für Sie auszurichten…“ säuselte Kurt. In Wirklichkeit dachte er nur, was für ein arrogantes Arschloch dieser Dr. Rossmann doch war. Nun musste er nur noch Roman Bescheid geben. Dieser musste seine Aktion so durchführen, dass die Hochzeitsgesellschaft nichts davon mitbekam. Doch erst rief er Ben Jäger an. „Herr Jäger..hier ist Karl Munster…es geht um den Saal… also wenn Sie ihn haben wollen, dann können Sie ihn bekommen….aber er ist nicht ganz billig…3500 Euro inklusive Bedienung für den Abend, zuzüglich Getränke und Essen“ erklärte er dem Mann. Doch Ben Jäger war einverstanden. Karl Munster rieb sich die Hände.

    Die Tage vergingen und Bens und Carlas schönster Tag rückte immer näher. „was soll ich denn zur Hochzeit anziehen?“ wollte Semir wissen. „Deinen dunklen Anzug…. Du bist immerhin Trauzeuge. Ach und vergiss die Fliege nicht..“ rief Andrea ihm zu und zog ihr dunkelblaues Kleid an. Die Haare steckte sie hoch und nach dem Schminken sah sie unglaublich schön aus. Semir kam herein und sah sie an. „Whow…..“ stieß er aus. Andrea lachte leise. „Danke Schatz...du siehst auch nicht schlecht aus. Mama ist gleich hier und wird auf Layla aufpassen. Ayda hat ein gelbes langes Kleid an. In den Haaren waren kleine Blümchen befestigt und sie konnte es kaum erwarten dem Brautpaar die Blütenblätter vor die Füße zu werden. „ich will zu Ben….“ nörgelte die Kleine. „Ja..wir fahren sobald die Mama fertig ist und die Oma hier ist….Oma holt dich dann nach der Hochzeit ab und dann gehst du mit ihr schwimmen…“ erklärte Semir. Ayda hatte heute noch Schwimmunterricht und den wollte sie auf gar keinen Fall verpassen. „Au ja…“ strahlte das Mädchen. Dann fuhren sie los. Zunächst ging es in die Kirche. Semir war gespannt welches Brautkleid Carla anhaben würde. Auch er hatte versucht über Andrea heraus zu finden, wie es aussah, doch Andrea blieb hart und verriet nichts. „Nur so viel….ihr werdet euch sehr wundern…“ versprach sie. „Ich denke mal, das sie weiß trägt…das ist eine schöne Farbe zu ihrem dunklen Teint…“ fachsimpelte Semir. Andrea lachte leise. „Ich werde dir nichts sagen…..du musst Ben abholen..“ ermahnte sie ihn. Semir nickte und verschwand. Andreas Handy klingelte. „Mama….wo bleibst du denn?“ wollte sie wissen, als sie sah wer dran war. „Andrea..ich bin krank..ich kann nicht kommen…“ klagte ihre Mutter. Die Stimme war extrem verschnupft. „Oh….dann gute Besserung. Ich nehme die Kinder mit…..kein Problem…“ gab Andrea zurück. Sie sprach noch etwas mit der Oma bevor sie Layla und Aida fertig machte.

    Ben kam an der Adresse die Semir genannt hatte an. Tatsächlich stand hier ein leeres Labor. Nicht weit davon sah Ben auch Semirs Wagen und ging mit gezogener Waffe darauf zu. Der Wagen war ordnungsgemäß verschlossen. Nachdem er sich vergewissern konnte das Semir nicht im Auto saß ging er auf das Gebäude zu. Langsam mit der Waffe im Anschlag betrat er das Haus. Genau wie Semir zuvor suchte er Raum für Raum ab und fand schließlich die Treppe nach unten. Er stieg sie runter und sicherte sich so gut er konnte nach allen Richtungen ab. Hier schien niemand zu sein. „Semir?“ rief er leise. Keine Antwort. Ben ging durch den langen Gang und sah in jeden Raum, der davon abging. Am Ende des Ganges war eine schwere Tür. Ben öffnete sie und durchschritt den Rahmen. Auch hier waren einige Räume zu sehen. Er ging weiter und sah in den nächsten Raum. Auf dem Boden lag eine Person. „SEMIR?“ stieß er aus, als er erkannte wer dort lag. Aus Sorge um seinen Freund und Partner vernachlässigte er die Vorsicht und hörte gerade noch wie die schwere Tür zugemacht wurde. Ben sprang auf und rannte hin. Doch von dieser Seite war sie nicht zu öffnen. Verdammt... dachte er. Eine Falle. Er griff zum Handy. Er musste Kim und die Anderen informieren. Doch ein Blick auf das Display zeigte ihm, dass er kein Netz hatte. Damit schien diese Hilfsmöglichkeit ausgeschlossen. Er musste Semir hier raus bringen. Er ging zu seinem Partner der am Boden lag. „Semir...hörst du mich?“ fragte er. Seine Stimme klang heiser und besorgt. Semir rührte sich nicht. Ben schlug ihm leicht ins Gesicht. Keine Reaktion. Ben untersuchte Semir so gut es für einen Laien ging. Es gab keine Wunden. Erneut schlug er seinen Freund leicht ins Gesicht. „Semir....komm schon....lass dich nicht so gehen...mach die Augen auf!! Lass ihn nicht gewinnen....komm!“ forderte er ihn auf. Nichts passierte. Ben ging noch einmal zur Tür und schlug dagegen. „HEY!!! HILFE!!! LASSEN SIE UNS RAUS!!“ schrie er. Doch es kam niemand. Ben setzte sich neben Semir und bettete dessen Kopf auf seine Beine. „Semir....werd wach....los doch....“ beschwor er seinen Freund. Er tastete nach dem Puls und erschrak wie heftig dieser schlug. „Was hat der Mistkerl mit dir gemacht?“ fragte er leise.

    „Haben wir schon was von Semir und Ben gehört?“ wollte Kim wissen. „Nein...bisher nicht. Nur das Ben auf der Suche nach Semir ist und nach Frechen wollte. Weder er noch Semir melden sich. Nicht über Funk und auch nicht über Handy.“ Gab Susanne bekannt. Kim sah auf die Uhr. „Wir warten noch genau eine Stunde. Sollten sie sich bis dahin nicht gemeldet haben, werden wir abrauschen und die Adresse auf den Kopf stellen..“ drohte sie. „Wo ist Semir? Wisst ihr schon was?“ unterbrach Andrea, die gerade die Wache betrat die beiden. „Andrea...nein bisher noch nichts. Auch Ben meldet sich nicht mehr..“ gab Susanne bekannt. „Aber...dann ist doch was passiert. Wir müssen sofort einen Suchtrupp losschicken. Ich weiß dass was schreckliches passiert ist...Semir hat mich doch gestern Abend noch angerufen und behauptet er sei bei Ben..“ weinte Andrea. Susanne sah Kim erschrocken an. „Okay...wir fahren sofort los!“ befahl Kim. Sie ging in ihr Büro und forderte zwei SEK-Teams an. „Wir treffen uns in Frechen „An der Hausmühle 48“ lautet das Ziel. Dort müssten die Kommissare Ben Jäger und Semir Gerkan sein!“ gab sie durch. „Alex Hoffmann hier...Kim...sag nicht, dass die Beiden schon wieder in Schwierigkeiten stecken...“ stöhnte der SEK-Mann. „Leider doch Alex. Semir ist seit gestern Abend verschwunden und Ben hat angefangen ihn zu suchen. Nun melden sich Beide nicht mehr und was das heißt weißt du ja...“ erklärte sie. „Alles klar...ich übernehme den Einsatz....“ gab Alex bekannt. „Danke Alex....ich weiß das zu schätzen...“ Kim legte auf und ging wieder zu Susanne. „Susanne...wenn Herzberger und Bonrath von der Streife zurück sind, sollen Sie direkt zu der Adresse kommen, wo Semir und Ben verschwunden sind. Andrea...Sie bleiben hier und unterstützen Susanne, wenn Sie können. Ich werde Sei umgehend anrufen, sobald ich was wie...“ erklärte sie. Andrea nickte nur. Susanne sah Kim an. „Ich kümmere mich um sie...“ versprach sie. Kim rannte raus.

    Hier kommt das Abendessen...

    Schon am nächsten Morgen machte Ben sich daran, ein geeignetes Lokal zu finden. Es gestaltete sich schwerer, als er dachte. In der Kölner Innenstadt fand er einen entsprechenden Raum. Karl Munster war der Inhaber. „Ich benötige den großen Saal für meine Hochzeit..“ erklärte Ben. „Das tut mir Leid...aber am 31.8. habe ich den Saal bereits vermietet....ich könnte Sie auf die Liste setzen, falls es ausfällt....doch es sieht sehr schlecht aus...“ kam von Karl Munster und sah ihn an. „schade...gibt es hier noch einen Saal in der Größe?“ wollte Ben wissen. „Leider nein...ich habe den größten Saal hier. Es tut mir sehr leid…“ entschuldigte sich der Mann. Ben nickte. „Gut…dann muss ich sehen, das ich etwas Anderes bekomme. Können Sie wirklich nichts machen? Ich bin auch bereit etwas drauf zu legen…wirklich….“ Schlug Ben vor. Karl Munster sah ihn an. „Ich werde mal sehen, was ich für Sie tun kann…“ versprach der Mann. Ben fuhr wieder nach Hause. Carla sah ihn an. „hast du was gefunden?“ wollte sie wissen. „Leider nein…oder besser gesagt…ich weiß es noch nicht…ich hoffe es sehr…“ gab er zurück und küsste sie. Carla ließ es sich gefallen. „Ich muss gleich zum Dienst…hast du einen Kaffee für mich?“ bat er. Carla lachte. „Ja sicher….schwarz und stark…. Schon fertig…“ Ben sah sich um. „Ist Papa schon weg?“ wollte er wissen. „Ja…er musste ins Büro. Aber er hat versprochen bald wieder her zu kommen. Er sagte mir, dass er sich für unsere Hochzeit was ganz Besonderes ausdenken wird…was meint er damit?“ wollte Carla wissen. Ben grinste breit. „Eine große Überraschung. Da bin ich mal gespannt…“

    Roman sah sich die Personen an, die er sich für die Party ausgedacht hatte. Die Mädchen waren sexy und würden diesen Dr. Peter Rossmann sicher den Kopf verdrehen. Der Mistkerl ist so geldgierig. Wenn er ihn damals nicht entlassen hätte dann würde Roman diesen Zug niemals machen. Die Familie von Rossmann wird sicher jeden Preis zahlen um Dr. Peter Rossmann zu befreien.. dachte er. „Du wirst die Türen des Saals mit Sprengstoff versehen. Niemand wird den Laden verlassen..niemand verstehst du?“ fragte er den jungen Mann vor ihm. „Ja sicher….ansonsten bin ich der freundliche Kellner der auf ein gutes Trinkgeld hofft. Was willst du mit den Anderen machen, die dabei sind?“ wollte Stanislav wissen. „Stani….die werden uns sicher auch was einbringen. Wenn auch nicht so viel…“ grinste Roman. Er sah auf den Kalender. Nur noch 11 Tage bis seine Rache vollzogen wurde. 11 Tage bis er das bekommt was ihm zustand. Er sah auf die Zeitung von der vergangenen Woche. Dr. Peter Rossmann lädt ein….prangte in großen Buchstaben auf der Titelseite. „Dr. Peter Rossmann lädt zu seinem 35 Geburtstag die Cremé de la Cremé ein. Viele bekannte Gesichter haben die Einladung bereits angenommen. Doch Dr. Peter Rossmann wäre nicht er, wenn er diese Veranstaltung zu seinem eigenen Nutzen auslege. Die Geschenke die man ihm mach will er der Welthungerhilfe spenden und hat daher um Geldgeschenke gebeten. Wir sind gespannt was da zusammen kommt..“ las er vor. Wut stieg auf. Mit voller Wucht ließ er sein Messer auf das Bild sausen. „Danke für die Einladung..ich nehme sie an!!“ stieß er wütend aus.

    Nicht Teil...Tina...TEILE!!! JAWOHL!! Jenni ich will mehr als so kurze Stücke lesen..... viel mehr....

    Stromer hat also einen Zwillingsbruder oder aber er ist geklont. Wie sonst kann er an zwei Orten gleichzeitig sein? Oder steckt ein Wärter dahinter?

    Edit: Ja...was hat unser Hartmut denn da? Zeig...zeig braver Junge....ich will es wissen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Carla wartete zuhause auf ihren Zukünftigen. Sie hatte bereits gekocht und auch der Hunger war zu spüren, doch ohne Ben wollte sie nicht essen. Es klingelte. „Er hat den Schlüssel wieder vergessen…“ mutmaßte sie und öffnete die Tür. Ein grauhaariger Mann stand davor. „Ja bitte?“ fragte sie freundlich. „Du bist Carla?“ fragte er erstaunt. Carla nickte. „Ja..und wer sind Sie?“ wollte sie wissen. Irgendwie fand sie es nicht gut, wie der Mann sie von oben bis unten musterte. Skeptischer Blick und irgendwie unpersönlich. „Ich bin …“ wollte sich der Mann gerade vorstellen, als Ben die Treppe hoch kam. „Papa!!! Hallo…was tust du denn hier?“ freute sich Ben und umarmte den alten Mann. „Ich wollte mir deine Frau ansehen…eine sehr hübsche Person….wirklich…sehr schön…“ meinte er. Carla wurde rot. „Danke…entschuldigen Sie, wenn ich Sie nicht rein gelassen habe…aber…man weiß nie…“ lächelte sie leicht. „Schon gut…ist verständlich.“ Lächelte der Mann. „Ich bin Konrad Jäger….“ Hängte er an. „Carla…..und bald auch Jäger..“ kam leise fast schüchtern von ihr. „Das hoffe ich sehr… aber wie ist der jetzige Nachname?“ wollte Konrad wissen. „Carla Mercedes de Cossa…“ gab Ben von sich. „Eine Spanierin?“ harkte Konrad nach. „ja…aber meine Eltern sind in Deutschland geboren und ich auch…“ kam sofort von Carla. „Lass uns erst einmal rein..es riecht so lecker..was gibt es denn?“ wollte Ben wissen und reckte seine Nase in die Luft. „Ich habe Paella gemacht….“ lachte Carla. „Ich verhungere...hast du noch was für meinen Vater übrig?“ harkte Ben nach. „Ja….sicher….“ kam von Carla. Gemeinsam aßen sie. Während des Essens versuchte Ben heraus zu finden, was Carla sich für ein Kleid ausgesucht hatte. Doch seine zukünftige Frau schwieg. „Hast du den Termin schon gemacht?“ wollte Konrad wissen. „Ja…der 31.8. ist unser Hochzeitstag…“ nickte Ben. „Whow..ist das ausgesucht?“ harkte Konrad nach. „Nein Papa..ich weiß..es war auch der Tag an dem du und Mama heirateten, aber ich schwöre…es war nicht so gedacht. Es war der einzige Tag der noch frei war..und noch einmal will ich nicht warten..“ lachte Ben. „Nein….das ist mir klar….ich hoffe der Tag bringt euch sehr viel Glück…und unter uns…mit deiner Wahl bin ich sehr zufrieden….eine hübschere Schwiegertochter kannst du mir gar nicht schenken.“ strahlte Konrad.

    Als Konrad die Beiden verlassen hatte sah Ben seine zukünftige Frau an. „Die Hürde haben wir schon mal genommen. Mein Vater ist sehr exzentrisch. Er will mein Leben bestimmen. Als ich zur Polizei ging, war er wütend…extrem wütend sogar. Wir hatten eine ganze Weile kaum Kontakt zueinander und wenn doch, haben wir uns gestritten. Erst am Tag der Hochzeit meiner Schwester waren wir endlich wieder vereint. Was wollen wir denn heute Abend noch machen?“ wollte er wissen und küsste Carla auf die Wange. „Nun…wir sollten uns eine Lokalität aussuchen, wo wir feiern können und die Einladungskarten noch fertig machen. Das mache ich morgen mit Andrea und Isabella….und dann müssen wir ….ach Ben..ich bin so glücklich…..und ich hab auch schon Namen für unsere Kinder…“ strahlte Carla. Ben sah sie an. „Das ist wunderschön…aber Kinder werden jetzt noch nicht gemacht….erst einmal werden wir eine wundervolle Reise machen….was hältst du … von…“ fing Ben an. „Ben…ich steige in kein Flugzeug!! Nie wieder!!“ gab sie sofort von sich. Ben nickte. „Wie wäre es mit einer Schiffsreise? Eine Kreuzfahrt auf der Aida?“ schlug Ben vor. Carla sah ihn an. „Auf dem Traumschiff?“ fragte sie nach. Ben lachte und nickte. „Das ist wunderschön….das ist wirklich sehr schön…“ strahlte sie. Sie umarmte Ben und küsste ihn innig. „Ich werde morgen schon buchen. Und dann suche ich das Lokal aus. Mal sehen…..was ich das so finde…wie viele Gäste kommen denn?“ wollte er wissen. Carla zog eine Liste hervor und zählte die Namen ab. „Es sind hier nach 103 Leute….mit Familie..“ gab Carla bekannt. Ben nickte. „Gut…dann werde ich ein großes Lokal suchen…etwas pompöses…. Am 31.8. ist der schönste Tag in meinem Leben..“ gab er zu verstehen, als sie sich wieder lösten. „Ich liebe dich Ben….ich will immer für dich da sein...“ gab Carla zurück. Der Abend endete mit einer schönen Liebesnacht.

    Ben wachte am nächsten Morgen auf und sah auf die Uhr. „Verdammt..“ stieß er aus. Es war bereist acht Uhr durch. Sein Dienst hatte längst schon angefangen. Warum hatte Semir ihn denn nicht angerufen....? dachte er bei sich. Doch wie auf Befehl klingelte sein Handy. „Jäger hier...tut mir Leid...ich...ich hab vergessen meinen Wecker zu stellen...bin schon auf dem Weg..“ stieß er schnell aus. „Guten Morgen Ben....schön das ich wenigstens dich antreffe...ist mein Göttergatte immer noch bei dir?“ hörte er Andrea fragen. „Semir? Nee...wieso?“ fragte er irritiert nach. „Weil er nicht nach Hause gekommen ist und mir gestern gegen elf anrief und mir sagte, dass du ihn brauchst, bzw. wollte er dich nicht allein lassen....und...“ erklärte Andrea.. „Andrea...wir haben uns gestern um sechs vor der PAST getrennt. Ich bin zur Hundestaffel hin und Semir nach Hause...“ stellte Ben richtig. „Aber...Ben...er ist nicht nach Hause gekommen. Er rief mich an und....Gott wo ist er nur? Ob er eine Andere hat? Weißt du was?“ harkte Andrea sofort nach, denn die Eifersucht kam in ihr hoch. „Das denke ich nicht. Hast du schon in der Wache angerufen?“ wollte Ben wissen. „Ja sicher...Susanne sagte mir, dass ihr nicht da seid und sie nicht wisse, was mit euch ist...Ben...würdest du mir sagen, wenn Semir eine Freundin hätte?“ fragte Andrea nach. „Andrea...Semir ist der treueste Ehemann den es auf Erden gibt. Er würde dich nie betrügen. Was genau hat er zu dir gesagt...versuch dich bitte an jedes Wort zu erinnern...“ bat er die Frau seines Partners. Während des Telefonats zog er sich an. „Er sagte mir, dass dein Freund gestorben ist und er dich seelisch unterstützen müsse, damit du keine Dummheiten machst...das ist alles. Ben... ich habe Angst...“ klagte Andrea. „Ich weiß...ich werde mich auf die Suche nach ihm machen...versprochen...ich bringe ihn dir zurück..“ beruhigte er sie. Nachdenklich beendete er das Gespräch um direkt Susanne anzuwählen. „Susanne...Ben hier...hast du was von Semir gehört?“ wollte er wissen. „Das letzte war gestern Abend ein Funkspruch in der Zentrale. Er war zu dem angegebenen Zeitpunkt in Frechen...an der Hausmühle 48. Das war die letzte Standortmeldung. Sie erfolgte gegen acht in der Zentrale...“ gab Susanne durch. Verdammt...dachte Ben nur, wieso hatte der Sturkopf ihn nicht informiert. „Okay....halte das bitte für dich...ich befürchte, dass er in Schwierigkeiten steckt, denn er hat Andrea erzählt, dass er bei mir ist. Lass von Krüger das SEK in Bereitschaft setzen. Ich werde mich melden, sobald ich heraus gefunden habe wo er dort stecken könnte. Vorher will ich kein Tam Tam haben...“ ermahnte Ben. „Alles klar...werde ich sofort weitergeben..“ gab Susanne durch. Ben beendete das Gespräch.

    Frank und Heinrich sahen grinsend auf den Mann der sich vor ihnen auf dem Boden wälzte. Völlig verschwitzt machte dieser fahrige Bewegungen, als würde er etwas wegscheuchen. Die Augen waren offen, doch völlig starr. Dieser Mann war wach und doch am schlafen. „Der scheint echt viel Spaß zu haben... jetzt schon seit gut zehn Stunden...klasse oder? Dafür kann man richtig gut Geld verlangen...so ein langer Trip...“ grinste Frank. Heinrich nickte. „Dennoch will ich nicht mit ihm tauschen wollen. Aber wir sollten uns jetzt mal dran machen, die Sprengschnüre zu legen, damit es hier knallt wenn der andere Bulle auftaucht. Und die werden hier auftauchen. Du hast ja selbst gesagt, dass er noch gefunkt hat.“ ermahnte Heinrich ihn. „Ja...ja....nun dränge nicht so...ich will dieses Schauspiel doch noch ansehen...“ lachte er nur. Heinrich zog ihn aus dem Keller und die Treppe hoch. „Jetzt ist Schluss damit...los....in einer halben Stunde will ich hier weg sein!“ fauchte Heinrich und stieß Frank in Richtung Ausgang. Es dauerte ganze fünfundzwanzig Minuten bis alle Zünder scharf waren. „Hier wird kein Stein auf dem Anderen bleiben...“ versprach Frank. „Gut...so...wir verstecken uns da hinten....von dort können wir sehen, wann er kommt und wann er hier drin ist.“ meinte Heinrich nur und zeigte auf eine Stelle gegenüber des Gebäudes. „Ich habe eine andere Idee....stell dir folgendes vor...der Kollege findet unseren kleinen Freund hier....und einer von uns steht hinter der Tür....wir verschließen sie, sobald er drin ist und dann werden wir den Zeitzünder auf zehn Minuten stellen. So hat er noch Zeit sich von seinem Freund zu verabschieden...“ schlug Frank vor. Heinrich fing an zu grinsen. „Du bist dermaßen hinterhältig...ein richtig kleines Arschloch..“ lobte er den Mann. „Na komm wir sehen noch mal nach unserem Freund...“ schlug er vor. Schon stieg er die Treppe runter. Wenig später standen sie ihm Raum. Gerkan lag am Boden und hatte die Augen geschlossen. Sein Atem ging stoßweise. Er war blass. Heinrich fühlte seinen Puls... „Whow....fühlt sich an, als würde er gerade einen Marathon laufen..“ gab er bekannt. „Wir sollten verschwinden..“ ermahnte Frank diesmal. Heinrich nickte. „Du wartest hier und ich warte oben auf dich...“ gab Frank bekannt. „Nur lass mich hier nicht hängen..“ fauchte Heinrich. Denn der traute Frank alles zu.

    Frank sah in den Rückspiegel. Er achtete peinlich genau darauf, dass Gerkan ihn nicht verlor. Wenn der Abstand zu groß wurde, fuhr er langsamer und ließ die anderen überholen. Gleich hatte er das Gelände erreicht und dann würde sich Gerkan dumm umgucken. Wenn er erst einmal in dem Keller war, dann konnte er nichts mehr unternehmen. Er würde sterben, denn Frank hatte sich von einem Laboranten eine besondere Pille für Gerkan machen lassen. Etwas stärker, aber dennoch sehr langsam in der Wirkung. Die Dröhnung würde sicher bis zu 48 Stunden andauern. Und bis dahin war er sicher nicht gefunden. Er schätzte Gerkan als ehrgeizig und auch nachtragend. Sicher hatte er ihm den Unfall noch nicht verziehen und sinnte auf Rache. Das war ein genialer Plan. Ralf der vierte im Bunde war sicher schon auf Posten und spielte die leidende Geisel, das Versuchskaninchen für die Drogen. Mit ihm hatte Frank abgesprochen, dass er sich die Ketten lose anlegen sollte und den sterbenden Schwan für den Polizisten spielte. Das würde das Herz des so guten Mannes sicher schmelzen lassen. Die Hilfsbereitschaft und natürlich auch die Pflicht eines Polizisten stand hoch im Kurs. Gerkan würde erst einmal die hilflose Person in Sicherheit bringen und dann Verstärkung rufen. Und genau das musste Ralf dann verhindern. Er würde den Bullen überwältigen und in den Keller bringen. Wenn er erstmal die Pille geschluckt hatte, musste er nicht einmal angekettet werden. Er sah wie der Polizist zum Funkgerät griff. Er gab sicher seine Position durch. Gut...dann war die Zeit begrenzt... dachte er nur kurz nach. Und hielt vor dem Gebäude an. Mit gemächlichen Schritten betrat er das tote Labor. Er wusste genau, das Gerkan ihn folgen würde. Ein breites Grinsen über den ihm genial erscheinenden Plan huschte über sein Gesicht.

    Semir sah sich um. Er hatte Frank Grieserheim ins Gebäude rein rennen sehen. Doch Semir war lange genug Polizist um sich nicht auf das Abenteuer einzulassen ohne Meldung ins Haus zu rennen. Noch wusste er ja nicht, ob noch mehr dunkle Gestalten dort auf ihn warteten. „Cobra 11 an Zentrale....bin an der Hausmühle 48. Hier steht das verlassene Labor, was vermutlich als Drogenküche dient.“ gab er über Funk durch, bevor er ausstieg. „Cobra 11....wird Verstärkung benötigt?“ wollte der Kollegen in der Zentrale wissen. „Negativ... werde mich nur umsehen..“ gab Semir durch. Ein Fehler wie sich noch herausstellen sollte. Seine Gedanken gingen wieder zu den Versuchen, die er auf Video gesehen hatte. Er schnaubte verächtlich. Dieses Labor war nicht als ein Solches zugelassen, das wusste er, denn sonst hätten sie es schon vorher gewusst. Semir betrat die ersten Räume und hörte kurz darauf ein Geräusch. Sofort richtete er die Waffe in die Richtung und stieß0 die Tür vor ihm auf. Dahinter war eine Treppe die abwärts führte. Nervös leckte er sich über die Lippen und ging Stufe für Stufe nach unten. Hier konnte er überall lauern und ihn angreifen. „Grieserheim! Kommen Sie raus und ergebne Sie sich...hier spricht die Polizei!“ rief er laut durch den langen Gang. Doch das verhallte ungehört. So dachte er jedenfalls. „Hilfe!!“ hörte Semir jemanden rufen. Es klang schwach und krank. Semir ging dem Rufen nach. „Hilfe...“ erklang es wieder. Semir machte diese Rufe hinter der Tür links von ihm aus und schloss sie auf. Er stieß sie auf und ihm stockte der Atem. An der Wand lehnte ein junger Mann. Angekettet und verdreckt. Semir ließ alle Vorsicht fallen und rannte zu dem Opfer. 2Ganz ruhig....ich helfe Ihnen...ganz ruhig..“ sprach er leise auf den Mann ein. „Bitte...helfen Sie mir....bitte....“ flehte der Mann. Scheinbar schien er Fieber zu haben. Die Augen glänzten krank. Semir nickte. „Schon gut...ich bin von der Polizei...bleiben Sie ganz ruhig....“ sprach er weiter und öffnete die Schellen. „können Sie mir sagen, was man mit Ihnen gemacht hat?“ wollte er wissen. „Ich will nicht mehr...bitte...ich will nach Hause...“ fing der Mann an zu weinen. Semir spürte, dass er für kein Gespräch zugänglich war und schob es auf die Behandlung die ihm hier zu Teil geworden war. Tränen liefen dem Mann über das Gesicht. „Schon gut...ich bringe Sie ins Krankenhaus... Sie brauchen keine Angst mehr zu haben..“ gab Semir besorgt weiter. Er zog den schweren Mann hoch und verließ mit ihm das Gemäuer.

    Ben sah auf die Uhr. „Ich muss noch zum Standesamt..das Aufgebot bestellen…..meinst du, du schaffst es heute mal allein mit den Berichten?“ wollte er wissen. Semir lachte leise. „Klar…hau ab….“ Bestätigte er. Schon rannte Ben raus. Semir hörte noch wie er mit kreischenden Reifen abfuhr. „Was muss Liebe schön sein…“ meinte Semir leise. „Ja….aber das weißt du doch auch..immerhin hast du Andrea geheiratet..“ riss Susanne ihn aus seinen Gedanken. „Ach…Susanne…ja…mit Andrea und mir…da war das was Anderes…das war wahre Liebe….aber irgendwie zieht der Alltag immer mehr ein. Ich habe das Gefühl, dass ich Andrea zu sehr vernachlässige. Nur wenn ich Andrea frage, dann meint sie immer nur, dass es okay ist…doch ich glaube dennoch, dass sie sich vernachlässigt fühlt…“ murmelte Semir leise. „Oh ich verstehe…ich soll für dich spionieren, ob sie oder nein…was sie über dich so denken?“ fragte Susanne nach. Semir lachte. „Du bist ein verdammt helles Köpfchen… nein…ich möchte Andrea überraschen…aber ich weiß nicht, womit..kannst du sie nicht aushorchen und es mir dann sagen?“ bat Semir und klimperte mit den Wimpern. Er setzte seinen traurigsten Blick auf. Susanne lachte. „Also gut…du willst also wissen, was deine Frau sich am meisten wünscht…und dann sag ich es dir, du kaufst es und sagst, es wäre deine Idee gewesen?“ wollte Susanne wissen. Semir lachte. „Genau das…Susanne…bitte…du bist ihre beste Freundin… dir wird sie es verraten..“ bettelte Semir erneut. „Also gut…ich mach es…ich werde mich mit ihr am Samstag eh treffen. Ihr habt ja Dienst….“ stimmte Susanne zu.

    Ben sah den Standesbeamten an. „Sie haben vor dem 31.08. keinen Termin mehr frei?“ fragte er enttäuscht. „Leider nein….tut mir Leid.. und danach dann auch erst wieder im Dezember. Sie müssen sich schon entscheiden…in zwei Wochen, oder in vier Monaten…“ lächelte der Beamte. Ben dachte kurz nach. „Also gut…ich nehme den Termin….was muss ich nachreichen?“ wollte er wissen. „Die Geburtsurkunde ihrer zukünftigen Frau, Ihre…die Daten der Trauzeugen und dann haben wir schon alles…“ erklärte der Beamte. „Gut…das haben Sie bis Mittwoch…ist das ausreichend?“ harkte Ben nach. Der Beamte nickte. „Danke Herr Glück….verabschiedete er sich und verschwand. Er wollte noch schnell zu Zelda um nachzufragen ob und für welches Brautkleid Carla sich entschieden hatte. Er kam zügig voran und stellte den Wagen direkt vor dem Geschäft an. „Ben…hallo….deine zukünftige Frau war auch schon da..“ lächelte Zelda und begrüßte Ben auf die freundschaftliche Art mit Küsschen links und Küsschen rechts. „Ja..ich hoffe sehr. Hat sie sich auch entschieden?“ wollte Ben wissen. „Ja…hat sie…ein Traum von Kleid….wundervoll…wie für sie gemacht..“ schwärmte Zelda. „In Weiß…!“ stieß Ben aus. Zelda lachte leise. „Ben…das werde ich dir nicht verraten…“ gab sie bekannt. „Na komm..ich muss es doch auch bezahlen…du kannst mir ja schon mal die Rechnung geben..“ schlug Ben vor. Zelda nickte. „Ja sicher du kannst schon mal zahlen. Aber die Rechnung kommt erst nach der Hochzeit..“ lachte Zelda. „Zelda..ich bin doch ein Freund..und Freunde teilen Geheimnisse..ich sag es auch niemanden…ich kann schweigen..wenn du willst unterschreibe ich dir das sogar..“ bettelte Ben. Zelda sah ihn an. „Du kannst schweigen?“ fragte sie ernst nach. Ben nickte heftig.. „Siehst du Ben..ich auch..“ lachte Zelda.