hmmm ist schon sonderbar sich selbst zu lesen.....aber eine gute Idee...mal sehen ob ich den Semir auch ärgern darf....hihi bin gespannt...
Beiträge von Elvira
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Natürlich schafft Ben das....Ich finde es klasse wie du die Sorgen von Semir um Ben beschreibst....wirklich sehr einfühlsam....
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Na irgendwie tut mir die Frau leid. Okay..nur weil der Kerl ihre Tochter sitzen lässt ihn gleich umbringen geht etwas zu weit...aber eine Mutter versteht es halt....;)
Und Ben....ist mal wieder dem Tod knapp entronnen...hat der Junge ein Glück...hätte ja leicht geräuchert sein können....aber zum Glück für Semir und für die Benfans...ist er es nicht...
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Der restliche Tag verging und am Abend fuhr Andrea zu Semir ins Krankenhaus. Sie erschrak über sein Aussehen und strich ihm sanft über den Arm. „Du siehst grausam aus...“ klagte sie leise. „Danke....ich fühle mich im Augenblick auch so. Wo ist Tom?“ wollte er wissen. „Er ist noch beim Zoll. Die Sache mit den Plagiaten wird von denen übernommen. Ist schließlich ihr Job. Du wirst erstmal wieder gesund und dann kannst du dich wieder auf die Autobahn wagen. Was sagt der Arzt?“ harkte Andrea nach. „Ist nicht so wild. Mich hat es schon schlimmer erwischt....“ antwortete Semir ausweichend. „Ich weiß....aber was hat der Arzt gesagt....?“ wiederholte Andrea die Frage. Semir zog die geschwollene Lippe zwischen die Zähne. „Rippen und Nasenbein gebrochen....“ knurrte er leise. „Ach und dann willst du morgen schon wieder nach Hause? Spinnst du denn? Das ist doch keine Lächerlichkeit...Semir....was wenn....?“ harkte Andrea nach. Sie wurde wütend, weil Semir so unvernünftig war. „Ich bliebe heute hier...keine Angst und dann werde ich zuhause sicher noch ein oder zwei Tage bleiben. Im Büro kann ich dann die Berichte fertig machen...“ knurrte Semir leise. Ihm gefiel es überhaupt nicht, hier zu liegen und nichts machen zu dürfen. „Du wirst dich ausruhen...und damit du das auch kannst wirst du nun schlafen....ich muss eh nach Hause...“ kam mit fester Stimme von Andrea. „Ja......mach ich. Ich bin auch sehr müde...“ gestand Semir. „Nun....dann schlaf gut...“ lächelte Andrea, strich über seinen Kopf und gab ihn einen vorsichtigen Kuss. „Bis morgen...“ sagte sie zum Abschied und verschwand.
Am nächsten Morgen fuhr Tom bereits um neun ins Krankenhaus um Semir abzuholen. Er hatte extra frische Wäsche für seinen Freund im Gepäck damit Semir nicht das blutverschmierte von gestern anziehen musste. „Geht es dir besser?“ wollte Tom besorgt wissen, als Semir aus dem Bett kam. „Danke...um diesen Mistkerl in den Arsch zu treten reicht es..“ knurrte er. Er stand auf seinen eigenen Beinen und schwankte etwas. Tom griff zu, bevor Semir umkippte. Mit einem gequälten Lächeln bedankte sich sein Freund bei ihm. „Meinst du nicht, dass es besser wäre noch ein oder zwei Tage hier zu blieben?“ harkte Tom nach. „Nein...auf gar keinen Fall. Ich lege mich zuhause auf meine Couch und gut ist....aber ich will hier raus!“ bestand Semir auf seine Entlassung. „Gut.. aber ich fahre dich wirklich nach hause...“ verkündete Tom. „Ja doch...“ grinste Semir verschmitzt. Nur wenig später waren die Beiden unterwegs zu Semirs Wohnung. „Was ist damals zwischen dir und Risch bzw. Meister eigentlich passiert?“ fragte Tom während er den Wagen durch die Straßen lenkte. „Es war ein dummer Zufall... Montag das weiß ich noch...für mich war es ein schwarzer Montag. Erst hab ich mich mit Andrea am Wochenende verkracht und wir redeten kein Wort miteinander... und als ich sie um Entschuldigung beten wollte wurde ich zum Einsatz gerufen. Ein Banküberfall an der Autobahn. Du weißt ja wie solche Dinger ablaufen...ich fahre also hin und sehe gerade wie die Räuber hinten aus dem Gebäude kamen. Ohne Maske ohne Alles...nur die Beute in der Hand. Ich dachte... die stellst du und habe sie mit der Waffe bedroht. Doch dieser Risch hatte schnell seine Waffe gezogen und ich bekam eine Kugel in die Schulter. Meine Waffe verabschiedete sich. Damit bin ich dann natürlich ausgeliefert gewesen. Meister zerrte mich hoch und presste mir die Waffe an den Kopf. Das SEK ist dann dahinter gekommen was ablief. Einer von ihnen schoss und traf Meister soweit ich weiß tödlich. Wir sind gemeinsam zu Boden und...ich bin mit dem Kopf auf den Kantstein geknallt. Wach wurde ich im Krankenhaus als alles vorbei war und ich erfuhr dass beide erschossen wurden.
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Semir fuhr seine normale Strecke ohne irgendwelche Vorkommnisse und lenkte seinen Wagen zwei Stunden später auf den Parkplatz des Reviers. „Susanne…kannst du mir einen Gefallen tun..ich möchte gern eine Person im PC finden, aber die Chefin soll es nicht mitbekommen..“ bat er. Susanne sah ihn an. „Semir…du hast doch nicht etwa vor, dich gegen die Vorschriften und Anweisungen zu stellen oder?“ harkte sie nach. „Ich? Niemals…wie kommt du nur auf solch einen Gedanken…“ grinste Semir. Susanne stöhnte leise auf. „natürlich nicht…wie kann ich sowas nur denken….brauchst du den Zeichner?“ harkte Susanne lachend nach. „Bringt nicht viel…ich hab den Kerl ja nicht gesehen. Aber durchleuchte mir doch einfach mal den Wirt…vielleicht hat er was damit zu tun und die Typen der anderen Gesellschaft. Es schien ganz so, dass dort einer persönliches Motiv dahinter steckt…aber bitte kein Wort zu Krüger..“ ermahnte Semir die Sekretärin. „Natürlich nicht. Semir….du bekommst alles auf deinen PC…“ lächelte sie. „danke du bist ein Engel…“ grinste Semir. „Hör auf mit den Komplimenten sonst glaube ich sie dir noch.“ bat Susanne. „Susanne…ich lobe dich nur…das ist kein Kompliment…ohne dich oder Hartmut können wir doch nie die Fälle lösen..“ lachte Semir und verschwand in sein Büro. Während Susanne sich an die Arbeit machte fing Semir an seine Berichte zu vervollständigen um diese dann an Kim Krüger weiterzugeben. Gegen vier machte er ausnahmsweise mal pünktlich Feierabend.
Für Ben und Carla begann ein Seetag der besonderen Art. Der erste Abend war mit einem Kapitänsessen bereits ein Höhepunkt, doch Carla genoss am Abend die Seeluft in vollen Zügen. Gemeinsam mit Ben lag sie auf dem zu der Suite gehörenden Balkon und atmete tief die gesunde Luft ein. „Es ist herrlich…nicht einmal kalt..“ kam von ihr. Ben sah sie an. „ja…es ist wunderschön. Die Ruhe….du…ich…ohne Stress…nur die Autobahn fehlt mir etwas..“ grinste er. Carla lachte und schlug ihn sanft auf die nackte Brust. „Du willst arbeiten? Hey…ich bin bei dir! Das ist wichtiger….“ Gab sie gespielt empört von sich. Ben beugte sich zu ihr rüber. „Ja…ich weiß….und ich liebe dich so wie du bist…du bist die wunderschönste Frau der Welt….neben meiner Patentochter natürlich..“ lachte Ben und küsste sie. „Diese Konkurrenz kann ich ertragen..“ lachte Carla. Ben schob seine Liege näher an Carlas heran und sie kuschelten eine ganze Weile miteinander. „Wo werden wir eigentlich nach der Reise leben?“ wollte Carla wissen. „Na in meiner Wohnung…. Sie ist doch groß genug für uns zwei…Aber ich werde ein Haus bauen lassen. Wozu ist mein Vater denn in der Baubranche..“ grinste Ben. „Das ist schön….ich werde mich um den Garten kümmern und….es werden überall Rosen stehen..in allen möglichen Farben…und….Formen…und ein Swimmingpool…das ist doch möglich oder?“ harkte Carla skeptisch nach. „Für dich mein Engel, mache ich es möglich. Morgen werden wir übrigens Le Havre erreichen. Und nach dem Programmplan wird es eine Reise nach Paris geben… wir werden die schönsten Plätze sehen…Notre Dame…und vieles andere…und wir werden dort auch essen gehen…Es wird ein sehr schöner Tag…“ schwärmte Ben. Carla nickte und sah ihn schelmisch an. „Aber erst wird es eine wunderschöne Nacht…“ lachte sie und sah ihn verheißungsvoll an.
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Ben sah in die Akte. „Verdammt..hier ist nichts…keine Spur…wo sollen wir denn suchen? Wo?“, schrie er und warf die Akte in die Ecke. „Man!!! Ich will Semir retten!! Aber wo soll ich suchen? Warum gibt es keine Hinweise!!! Warum nicht!!“, schrie er wütend. Er tobte regelrecht in seinem Büro. „BEN!! Es ist gut!! Beruhigen Sie sich…so helfen Sie Semir ganz sicher nicht…“, redete Kim auf ihn ein. Ben sah sie schwer atmend an. Er schnaubte nur und verkrampfte seine Hände zu einer Faust, wollte damit wieder auf den Tisch schlagen, als das Telefon klingelte. Langsam ging er auf seinen Sessel zu, ließ sich hineinfallen und blickte das schrillende Fernsprechgerät an. „Jäger...“, meldete er sich mit matter Stimme, als er auf dem Display die Nummer sah. „Ben, ich bin's...Andrea...habt ihr schon was neues?“, wollte die Frau seines Partners wissen. „Leider nein, wir wissen nicht einmal, wo sich diese Kerle aufhalten könnten. Andrea, ich versuche alles, um Semir zu finden.“, versicherte Ben nur und hörte dann, wie die zweifache Mutter am anderen Ende wieder zu weinen und zu schluchzen begann. „Ben, ich will ihn wiederhaben...wie ist mir egal, nur bring mir meinen Mann lebend wieder. Ich brauche ihn doch so sehr...seine Kinder brauchen ihn.“, schluchzte sie mit Nachdruck in der Stimme. Ben hatte einen derartigen Kloß im Hals, dass er glaubte, seine Speiseröhre würde explodieren. „Andrea, beruhige dich...ich werde ihn finden.“, versicherte er und legte dann auf, als sich die Frau seines Partners halbwegs beruhigt hatte. Wütend schlug er auf den Tisch. „Verdammt, ich muss Semir so schnell, wie möglich finden.“, fauchte er und sah Kim an.
„Verdammt, besetzt...“, stieß Lysanne aus und steckte das Handy in die Hosentasche. Langsam schlich sie aus ihrem Zimmer und vergewisserte sich, dass alle schliefen. An dem schweren Atmen der Männer war das sehr leicht festzustellen. Vorsichtig schlich sie zur Tür und griff nach der Türklinke. Shit, abgeschlossen. Ihr Vater schien ihr nicht mehr ganz zu vertrauen. Dann musste halt das Fenster herhalten, dachte sie und ging in den hinteren Teil des Hauses, zog eines der Fenster auf und kletterte hinaus. Vorsichtig zog sie es so weit wieder zu, wie es möglich war. Dann rannte sie den Weg hinunter, den sie sich beim letzten Mal eingeprägt hatte. Wie spät es wohl war? Hoffentlich würde sie schnell...da...da vorne war ja schon die Gleistrasse und auf den Schiene lag immer noch der Mann. Er zappelte hin und her und versuchte, die Fesseln zu lösen. Scheinbar hatte Roman sie so festgebunden, dass er sie nicht ohne Hilfe aufbekam. Vorsichtig näherte sie sich dem Polizisten und ließ sich dann langsam auf die Knie fallen. Sie merkte, wie er sich verkrampfte. „Keine Angst...ich bin Lysanne. Ich will ihnen helfen. Verstehen sie?“, fragte sie und der Mann nickte nur heftig. Sie versuchte, die Fesseln an den Füßen zu lösen. Der Knoten saß aber fest und so brauchte es seine Zeit, bis sie ihn gelockert hatte und dann lösen konnte. Vorsichtig zog sie dann das Klebeband vom Mund ab. „Da...Danke...“, kam es keuchend von Semir. Dann merkte er, wie das Mädchen die restlichen Seile, die seine Hände an den Schienen hielten, löste und als letztes fiel die Augenbinde. Endlich...endlich würde Semir wieder etwas sehen können. Er blinzelte und sah sich um, versuchte sich aufzurichten. „Können sie aufstehen?“, wollte das Mädchen wissen. Semir nickte und versuchte es, doch im gleichen Moment sackte er wieder zusammen. Seine Füße...die Blutzirkulation hatte noch nicht wieder eingesetzt. „Ich...ich kann nicht.“, kam es nur von ihm. „Wir sollten erstmal von den Schienen runter...“, meinte Lysanne und half dem Mann dabei. Kaum waren sie von den Schienen runter, sah Semir das Mädchen an. „Wir...wir müssen meine Kollegen...ich bin Polizist...wir müssen meine Kollegen anrufen...“, stieß er erschöpft aus. „Das habe ich schon versucht, aber es war besetzt.“, meinte Lysanne. „Warte, ich geb dir die Nummer...meines Kollegen...Ben Jäger...ruf ihn an.“, bat Semir und tippte mit zittrigen Händen die Nummer von Ben ins Telefon ein.
Kalvus wachte von seinem eigenen Schnarcher auf. Und plötzlich war ihm auch irgendwie kalt. Langsam stand er auf und ging nachsehen, woher die kühle Nachtluft kam. Da...ein Fenster stand weit offen. Verdammt, warum...dann dämmerte es ihm. Sofort rannte er zurück und kontrollierte Lysannes Zimmer. Seine Tochter war aber nicht mehr da. „Shit...“, stieß er aus und ging zurück zu Roman und Ralf. Er konnte sich denken, was seine Tochter vorhatte. Sicher war sie ihnen gefolgt. Er musste nachsehen, ob Gerkhan noch immer auf den Schienen lag. Er weckte die beiden Männer und unterrichtete was passiert war. „Das war so klar….du hättest auf diese verdammte Rache verzichten sollen! Wir müssen weg!! Deine Tochter hat dich verraten…die wird die Bullen anrufen und sagen wo wir zu finden sind!!“, schrie Ralf wütend. Kalvus holte aus und schlug ihm die flache Hand ins Gesicht. „Oh nein….das wird sie nicht. Sie ist eine Kalvus...und sie wird zu mir halten. Sie weiß, was ihre Pflicht ist. Und nun hört auf, mit dem Geschrei und kommt! Wir müssen verhindern, dass sie Gerkhan befreit….ich hätte ihn gleich erschießen sollen…los….los!!“, trieb Kalvus die Beiden an. Sie liefen die Strecke entlang. In der Dunkelheit streckte sich allerdings die Zeit, denn sie mussten aufpassen wohin sie traten. Der Weg war nicht einfach.
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Klaus Risch fuhr mit Leo und Waldi zurück zu Leon, der ihn bereits erwartete. „Und? Hast du ihm die Warnung überbracht?“ wollte er grinsend wissen. „Ja....Gerkan wird jetzt ein paar Tage heftige Schmerzen haben. Aber er lebt...am Liebsten hätte ich ihn umgebracht..“ fauchte Klaus. „Was nicht ist, kann noch werden. Okay.. Waldi...Leo...ihr seid mir dafür verantwortlich, das Gerkan nichts macht wenn er wieder aus dem Krankenhaus kommt. Wie ihr es macht, ist mir egal....aber...er darf nicht sterben... noch nicht... und wenn dann werde ich ihm den Gnadenstoß geben. Haltet euch bedeckt.“ Ermahnte er die Männer. Diese nickten und fuhren wieder ab. Klaus sah den Beiden hinterher. „Du denkst er wird weiter machen?“ harkte er nach. Leon nickte. „Sein Partner war heute bei Marita. Sie hält dicht, aber was ist mit deiner Mutter?“ stellte Leon die Gegenfrage. „Mama ist in den Händen der Bullen. Sie wird sicher reden. Nun ja... ich kann es nicht verhindern. Aber ich weiß, dass sie diesmal nicht an meinem Grab weinen wird. Im Gegenteil...sie wird vor mir ins Gras beißen. Und ich weiß auch schon wie. Meine Mutter hat ein schwaches Herz und damit lebt sie sehr gefährlich...“ grinste Klaus. Leon schüttelte den Kopf. „Du willst deine eigenen Mutter töten?“ kam die erstaunte Frage. Klaus beugte sich vor. „Meine Mutter hat mich lediglich geboren...sie ist nichts wert und sie wird mir nicht im Wege stehen. Wenn sie denkt, dass sie mich fertig machen kann, dann muss ich aktiv werden. Nur keine Sorge...sie wird sanft einschlafen. Ich habe bereits ihre Tabletten mit einem starken Schlafmittel versehen. Fentanyl... ein wunderbares Mittel....“ grinste Klaus. „Mir ist egal was du tust, sollten wir aber deinetwegen auffliegen, dann bist du dran...“ schwor Leon.
Anna sah Tom an, als dieser zurück in die PAST kam. Natürlich wusste sie bereits was passiert ist. „Wie geht es Semir?“ wollte sie wissen, als sie Tom ins Büro zitierte. „Soweit recht gut...sieht aus wie ein Osterei, aber das legt sich wieder. Schlimmer ist dass sein Ego angekratzt ist. Sie kennen ihn. Sobald er wieder auf den Beinen ist, wird er die Jagd auf Risch und Meister aufnehmen. Haben wir irgendwas heraus gefunden?“ stellte Tom die Gegenfrage. Anna nickte. „Leider ja... wir haben die Gräber der Beiden nicht ausheben können, da sie verbrannt wurden. Aber in der Asche können wir aufgrund von einer Vermischung nicht mehr sagen, ob es wirklich Risch und Meister sind, die dort in den Urnen lagern. Der Arzt von Damals ist vor einem Jahr an Krebs gestorben. Es gibt außer den Angehörigen keine Spur zu den Beiden. Was wenn dieser Informant gelogen hat? Ich meine es wäre nicht das erste Mal, dass Informationen so gelegte werden, dass es nichts mit der Realität zu tun hat.“ gab Anna zu bedenken. „Nein...das denke ich nicht. Sicher...der Schmuggel von Plagiate strafbar, ich hoffe jedoch, dass die Kollegen vom Zoll dort ein Auge drauf werfen. Ich habe die Kollegen auf den Weg hier her einen Besuch abgestattet und ihnen erklärt war abgehen soll. Sie werden aufpassen. Wir werden uns eher um Semir kümmern müssen. Zumindest ist was dran, sonst hätte man Semir nicht so zugerichtet..“ gab Tom zu verstehen. Anna nickte. „Also gut....wann wird Semir entlassen?“ wollte sie wissen. „Morgen frühestens... ich hole ihn ab allerdings wird er noch nicht arbeiten kommen. Sein Gesicht ist völlig verquollen.“ erklärte Tom weiter. Anna nickte erneut. „Gut...die Plagiate lassen wir dem Zoll...das ist deren Aufgabengebiet. Wir werden uns um Risch und Meister kümmern. Aber Sie werden sich mit den Kollegen vom Zoll absprechen. Sorgen Sie dafür, dass Schrankmann ihr Okay gibt. Wenn Semir morgen entlassen wird fahren Sie gemeinsam zu Schrankmann... ich will nicht, dass er irgendwo allein hingeht..“ ermahnte Anna ihn. Tom bestätigte mit einem Nicken sein Einverständnis
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Ben und Carla frühstückten in aller Ruhe und machen sich dann auf um ihre Hochzeitsreise anzutreten. Um elf mussten sie am Schiff sein. Carla hatte gnädiger Weise nichts ausgepackt und so konnte die Fahrt pünktlich starten. Immer noch wusste Carla nicht was Ben vorhatte. Doch als sie dem Hafen näher kam sah sie ihn strahlend an. „Auf einem Schiff? Wir fahren mit dem Schiff?“ harkte sie nach. „Ja mein Schatz. Ich wollte dich eigentlich nach Dubai bringen, aber da du nicht fliegst…fahren wir mit dem Schiff auf eine, ich gebe zu, recht kleine Kreuzfahrt. Aber mehr wie drei Wochen Urlaub ist nicht drin..“ lachte Ben und küsste sie. „du bist ein Schatz…es ist toll…..ich freu mich so….mit wie vielen teilen wir die Kabine?“ wollte Carla wissen. „Oh…du wirst lediglich mit mir Vorlieb nehmen… Es gibt nur zwei Betten in der Kabine…aber einen wunderschönen Ausblick…“ erklärte Ben. „Du bist eifersüchtig? Du hast Angst, dass ich einen anderen Mann ansehe…gib es zu…!“ forderte sie ihn lachend auf. Ben sah sie an. Ein Blitzen war in den Augen zu sehen. „Wenn es auch nur einer wagen sollte sich näher als zwei Meter an dich heran zu trauen, werde ich zum Mörder…“ drohte er mit schelmischer Stimme. Carla lachte nur mit ihrer hellen Stimme. Sie liebte es wenn Ben seine Stimme mit einem drohenden Unterton belegte. Endlich waren sie am Schiff. „Guten Tag…Herr Jäger…Frau Jäger…Darf ich Ihnen sagen, wie wunderschön Sie aussehen..“ machte der Kapitän, der die Beiden empfing Carla Komplimente. Sie lachte erneut und sah Ben an. „lass ihn leben..ich will die Fahrt genießen…“ ermahnte sie ihn strahlend. Ben sah zum Kapitän der nicht verstand worum es ging. „Ausnahmsweise…weil er der Kapitän ist. Obwohl..ich könnte den Kahn sicher auch fahren..“ lachte Ben zurück. „Oh nein…Ben…lieber nicht…den Schrott den du auf der Autobahn fabrizierst reicht völlig aus.“ lehnte Carla ab.
Ramon hatte sich mit seinen Leute in ein Versteck nahe der Kneipe gebracht, als er die Geiseln wieder freigelassen hatte. Er wartete bis sich die Aufregung gelegt hatte und alles wieder seinen gewohnten Gang lief. Immer wieder sah er auf die Gaststätte von Münster um zu erkennen ob die Bullen den Laden beobachteten. Doch die schienen jegliches Interesse an Münster und dem was passiert ist verloren zu haben. Trotzdem musste Ramon vorsichtig sein. Er traute den Bullen nicht. Aber er wollte mit Münster die Waffen möglichst schnell ins Ausland abschieben. Und dann konnte er sich zu Ruhe setzen. Gegen Morgen schlich er sich in den Keller der Kneipe um Münster zu sprechen .Dieser war natürlich längst auf den Beinen. „Hallo Kurt..“ ließ Ramon von sich hören, als Kurt Münster in den Keller kam. „Ramon…musst du mich so erschrecken…“ stieß Münster aus. „Hast du ein schlechtes Gewissen?“ wollte Ramon wissen. „Nach dem was du hier angerichtet hast? Ich kann froh sein, dass die Bullen nicht die Waffen gefunden haben. Hast übrigens tolle Geiseln gehabt...wirklich klasse… die sind nach einer guten Stunde wieder hier gewesen….“ lachte Kurt. „Ja und…ich habe den Ehrenkodex der Fremdenlegion nie vergessen. In einer Auseinandersetzung werden Unschuldige nicht rein gezogen. Und ich halte mich daran. Außerdem was habe ich davon wenn ich die Leute noch länger festgehalten hätte? Nur Stress. So sind die Eheleute wieder zusammen und werden das Abenteuer schon bald vergessen haben. Das wird für alle Gäste gelten, außer für Rossmann….er wird sicher noch an mich denken…“ grinste Ramon.
Der Steward brachte das frisch getraute Ehepaar in ihre Kabine. „Sie haben die Spa-Deluxe-Suite mit der Panoramalverglasung gebucht. Eine wundervolle Wahl. Die größte Kabine auf diesem Liner und mit 42 qm² wirklich groß…“ erklärte der Steward. „Danke….“ murmelte Ben. Er wollte eigentlich nicht hören, was es für Vorteile hatte diese Kabine zu nutzen, aber der Steward ließ sich nicht davon abhalten. „sie haben selbstverständlich einen wundervollen Blick auf den Ozean. Sie haben ein Bad mit Whirlwanne und für die Dame zum Sporttreiben ein eigenes Power-Plate-Trainingsgerät. Außerdem haben Sie natürlich den Vorteil an unserem attraktiven Wellnesspaket….“ Erklärte der gewissenhafte Mann. „Ja danke..das weiß ich…zeigen Sie uns das Bad…bitte..“ unterbracht Ben ihn und erhielt dafür von Carla einen leichten Seitenhieb. „Wie Sie wünschen..“ kam etwas beleidigt von dem Steward. „Das Bad befindet sich links von Ihnen…gekachelt und mit warmen Farben ausgestattet. Alles was das Herz begehrt, wenn Sie wollen. Wir dinieren gegen 18 Uhr…. Und das natürlich bitte in perfekter Kleidung, denn danach wird direkt das Abendprogramm gestartet. Und nun einen angenehmen Aufenthalt und genießen Sie die Reise.“ erklärte der Steward weiter und verbeugte sich. Ben zog einen Zehner aus der Brieftasche und steckte sie dem Mann ins Revers Erneut verbeugte sich der Mann und ließ das Brautpaar allein. Nur eine Stunde nach dem einchecken verließ das große Schiff Hamburg.
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Viereinhalb Stunden später kamen sie in ihrem Hotel an. „Mensch ich dachte schon der Stau endet nie!“ stieß Ben erleichtert und müde aus. „Du wolltest ja nicht, dass ich fahre. Ich habe mich angeboten..“ gab sie zurück und küsste ihn. „Ja aber das ist mein Wagen..und er ist mich als Fahrer gewöhnt..“ lachte Ben. Er stieg aus und hielt Carla die Tür auf. „Bitte schön Frau Jäger…“ grinste er. Carla spielte das Spiel mit. „Vielen Dank mein geliebter Ehemann..“ Ben verbeugte sich tief und ging anschließend zum Kofferraum „Oh..Carla….wir fahren nur drei Wochen weg und das Gepäck reicht für mindestens sechs!“ stöhnte er, als er die Koffer nach und nach aus dem Kofferraum holte. „Na hör mal….ich bin eine Frau…nein… ich bin deine Frau und damit bin ich doch wohl verpflichtet einen gewissen Standard zu wahren..“ lachte Carla. Ben nahm sie in den Arm. „Stimmt auch wieder…na der Page kommt ja schon…“ grinste Ben. Der Hoteljunge staunte nicht schlecht als er die Kofferflut sah. „ich hole besser einen Kuli..“ lächelte er Ben an und verschwand erneut. „Was machen wir heute denn noch?“ wollte Carla wissen. „Wir gehen auf den Fischmarkt und dann heute Abend auf Reeperbahn..“ schlug Ben vor. „Fischmarkt … okay…aber Reeperbahn..nee…vergiss es. Ich will den Abend mit dir verbringen..allein zu zweit…nur wir beide…“ schnurrte Carla. „Auch gut…dann werden wir heute Abend essen gehen und danach hier im Hotel schöne Stunden genießen..“ stimmte Ben zu. Carla war zufrieden. „…wir haben die Fürsten-Suite bereits hergerichtet, Herr Jäger. Ganz wie Ihr Vater bestellt hat..“ gab der Portier bekannt als sie am Check-in standen. Ben staunte nicht schlecht. „Whow…danke..“ lachte er und wurde von dem Pagen nach oben gebracht. Vom Hotelzimmer aus konnte er auf die Elbe sehen, die sich von ihrer schönsten Seite zeigte. „Ist das nicht ein toller Ausblick?“ schwärmte er und sah Carla verliebt an. „Ja…wunderschön….“ gab sie zu.
Der nächste Morgen brach für Semir weniger schön an. Er wurde als er auf der Dienststelle ankam direkt zu Kim gerufen. Mit einer gefüllten Kaffeetasse bewaffnet betrat er das Büro seiner Vorgesetzten. „Semir…guten Morgen…setzen Sie sich bitte…“ begrüßte Kim ihn. „Chefin…was gibt es?“ harkte Semir nach und erwiderte den Gruß. „Ich denke Sie haben den Vorfall gestern gut überstanden….und ich weiß, dass Sie sich selbst in den Fall einmischen wollen. Das LKA fordert jedoch, dass Sie sich zurück halten. Sie haben einen Verdacht und bevor Sie, so der Kollege ganz deutlich, alles zerstören, soll ich Sie festsetzen. Was ich natürlich nicht tue, sonder an Ihre Vernunft appelliere. Halten Sie sich zurück..“ bat Kim mit fester Stimme. Sie sah müde aus. „Also gut…wenn es Ihr Wunsch ist, werde ich nichts unternehmen.“ stimmte Semir zu. „Was ist mit Ben? Sind die Beiden heute Morgen gut weg gekommen?“ wollte sie wissen. „Ich habe noch nicht mit Ben gesprochen. Sie sind heute nach Hamburg wo morgen das Schiff ablegt. Ich wollte Ben nicht stören. Er dürfte jetzt in Hamburg angekommen sein..“ lächelte Semir. „Was liegt heute für Sie an?“ wollte Kim wissen. „Nun..ich werde meine Runde machen….und dann den Bericht für gestern schreiben…und danach…mal sehen..“ lächelte Semir ruhig. Er sah aus dem Fenster. Regen prasselte gegen die Scheibe. „Ich hoffe nur dass Ben wenigstens schönes Wetter hat. Bei so einem Wetter auf hoher See…ist nicht gerade sehr förderlich..“ meinte er nachdenklich. „Zerbrechen Sie sich darüber nicht den Kopf. Ich denke auch wenn es regnet wird Ben sicher eine Möglichkeit finden, sich abzulenken…“ lachte Kim. Semir ahnte scheinbar worauf sie hinaus will. „Ja aber diesmal mur mit der richtigen Frau…mit seiner..“ lachte er nur. „Machen Sie Ihre Runde…“ entließ sie Semir.
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Semir erschrak als ihn plötzlich zwei Mann griffen. „HEY!!“ stieß er erschrocken aus und wollte sich den Männern zuwenden, als ein dritter kam dazu und ihn in die Magengrube schlug. Semir stieß einen schmerzerfüllten Schrei aus und wollte sich krümmen, doch die Männer die ihn hielten hatten ihn fest im Griff. So blieb Semir nichts anderes übrig als auszutreten. Er hatte die Stimme des Mannes erkannt. Es war Klaus Risch. Und Semir traf. Risch ging mit einem Urschrei zu Boden, als Semir seine Weichteile traf. Doch das machte die Anderen wütender. Auch Risch riss sich zusammen und stand auf. „Das…hast du nicht umsonst getan!“ stieß er aus und schlug zu. Immer wieder traf seine Faust Semirs Gesicht und nach unzähligen Schlägen hing Semir nur noch in dem Griff der Männer. Sie ließen ihn fallen. Im Rahmen des Selbstschutzes riss er mit letzter Kraft die Arme hoch und schützte seinen Kopf. Die Männer traten ihn zusammen. Semir zählte nicht mehr und wünsche sich nur in die Schwärze der Bewusstlosigkeit zu tauchen. Er wandte sich unter Schmerzen und versuchte verzweifelt sich zu wehren, doch gegen die Drei kam er nicht an. Nun hieß es den Kopf zu schützen. Endlich….kam die Schwärze und er versank. „Okay..das reicht als Warnung!“ hörte er noch. „Hallo? Hören Sie mich? Hallo?“ riss ihn eine herbe Stimme aus der Bewusstlosigkeit. Semir schlug die Augen auf und sah in einen hellen Lichtschein. „Aua…“ stieß er aus als er sich aufsetzen wollte. Er fühlte dass sein Gesicht geschwollen war. „Bleiben Sie liegen…es ist alles in Ordnung. Sie sind im Krankenhaus. Wissen Sie was passiert ist?“ harkte die Stimme nach. „Man…hat mich…mit einem Sandsack verwechselt..“ nuschelte Semir undeutlich.
Tom kam zurück in die PAST als Andrea den Hörer des Telefons auflegte und ihn erschrocken ansah. „Was ist denn mit dir?“ wollte Tom sofort wissen. „Semir.... er ... er wurde zusammengeschlagen und liegt im Marienhospital..“ erklärte sie. Tom machte sofort kehrt und fuhr zum Krankenhaus. Angst um seinen Kollegen machte sich breit. Im Krankenhaus angekommen fragte er sich durch und wurde zur Ambulanz weiter geleitet. „Mein Kollege...Semir Gerkan...er soll hier liegen... können Sie mir sagen wo?“ bat er eine Schwester die ihm entgegen kam. „Er ist bereits auf Station. 2. Station...Sie gehen hier den Gang hoch und dann die Treppe am Ende des Ganges. Er liegt auf Zimmer 201“ gab sie Auskunft, nachdem sie den Ausweis von Tom gesehen hatte. „Danke...“ stieß Tom aus und rannte auch schon weiter. Nur zwei Minuten später er auf der Station und klopfte an die entsprechende Tür. Es kam keine Antwort und so öffnete er vorsichtig die Tür. Im Zimmer stand lediglich ein Bett und darin lag eine Person. „Semir?“ fragte er. Der Mann bewegte sich und drehte sich zur Tür. Tom erschrak als er das Gesicht sah. Völlig zu geschwollen. „Tom...“ kam erleichtert von Semir. Tom trat ans Bett. „Hey...wer war das?“ wollte er sofort wissen. „Ich vermute Risch... er hat...mir noch eine Warnung gegeben, als er auf mich eintrat. Aber er war nicht allein...sie waren zu dritt und haben mich aufgelauert..“ versuchte Semir zu erklären. Die Worte waren verwaschen und Tom hatte Probleme zu verstehen, was er sagte. „Was ist mit dir?“ harkte Tom nach und sah Semir prüfend an. „Der Arzt meint, ich hab zwei Rippen gebrochen, mehrere Hämatome...und ein zermatschtes Gesicht...aber nichts, was nicht heilt. Er will mich hier behalten. Ich hab schon gesagt, dass ich nach Hause will...aber...er lässt mich nicht gehen...“ klagte Semir. Tom legte ihm die Hand auf die Schulter. „Bleib heute lieber hier. Es läuft eh nichts und hier bist du wenigstens sicher...“ bat er seinem Freund und Partner.
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Oh ja...Mütter können gemein sein...sehr gemein...ich wieß es..ich bin eine....und...ach lassen wir das

Eine interessante Wende. Und interessant was Semir so denkt. Bin gespannt ob er wirklich Recht hat und was die Mutter von Franziska macht...also weiter schreiben....


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„Sie brauchen absolut keine Angst haben…wir werden Sie beschützen. Meine Kollegen werden Sie in eine Schutzwohnung bringen und bei Ihnen bleiben.“ versprach Semir, als er der alten Frau die Tür aufhielt. „Denken Sie, dass Sie mich vor meinem Kind schützen können? Er war nicht immer böse….aber…. er ist mir einfach entglitten. Ich bin eine schlechte Mutter gewesen. Ich hätte ihn mehr beachten müssen….doch ich musste doch auch arbeiten…“ klagte Monika. „Frau Risch….Sie haben vielleicht Fehler gemacht, aber ihr Sohn ist erwachsen und Sie haben ihm sicher nicht gesagt, dass er Banken überfallen soll, oder das er Sie schlagen soll. Es ist nicht Ihre Schuld. Sie sollten es sich nicht einreden.“ Widersprach Semir sanft. Diese Frau hatte sich aufgegeben. „Sie sind sehr nett. Und das obwohl mein Sohn Sie angeschossen hat. Er hätte Sie fast getötet aber Sie hegen keinen Groll gegen mich..“ lächelte Monika Risch. „Weil es nicht Ihre Schuld ist. Frau Risch…Ihr Sohn ist eine Person und Sie sind eine. Sie sind nicht für seine Taten verantwortlich, sondern er selbst.“ erklärte Semir sanft. Ihm tat die alte Frau leid, die die Schuld für die Taten ihres Kindes bei sich suchte. „Ich sehe es leider anders. Ich habe ihn schließlich zur Welt gebracht, ich habe ihm das Lesen und Schreiben beigebracht…bevor er in die Schule kam..er war so stolz, dass er das schon konnte….und dann…irgendwann fing er an zu stehlen, seine Klassenkameraden zu erpressen, zusammen zu schlagen….ich musste immer wieder in die Schule und die Sachen klären. Mit 15 hat er dann die Schule geschmissen. Keine Ausbildung nichts. Und dann fing er an mich zu schlagen…ich hielt es für gerecht….schließlich war ich seine Mutter…“ erzählte Monika während der Fahrt. Semir sah sie betreten an. Was musste diese Frau alles erlitten haben und dennoch liebte sie ihr Kind. Semir fuhr auf den Parkplatz der PAST und übergab im Gebäude Monika Risch an Hotte und Dieter, die die Aussage aufnahmen. „Ich bin wieder weg….wo ist Tom?“ wollte Semir wissen. „Der ist zu der Schwester von Leon Meister...“ gab Andrea zurück.
Klaus hing an Semir Gerkan dran wie eine feuchte Nudel. Dennoch war er darauf bedacht, nicht aufzufallen. Während es durch Köln ging rief er Leon an. „Hör zu….der Bulle fährt scheinbar nach Hause. Ich bin jetzt in der Vorgebirgsstrasse 43. ER steigt aus…ich werde mal sehen ob er hier wohnt….schick mir doch mal Leo und Waldi….dann kann ich ihn einen schmerzhaften Denkzettel und gleichzeitige Warnung geben…“ bat er seinen Freund. „Verdammt…. Du bringst uns in Teufels Küche. Wenn du Gerkan jetzt vornimmst, dann….also gut..ich schick sie dir…“ knurrte Leon. „Danke….es wird ein Spaß werden…und dann wird er uns in Ruhe lassen…“ versprach Klaus. Es dauerte knappe fünfzehn Minuten bis die beiden angeforderten Männer vor Ort waren. Sie kamen fast gleichzeitig an, als Gerkan das Haus wieder verließ. „Da ist er…ihr packt ihn und ich schlage zu...“ forderte Klaus. Die Männer nickten nur und machten sich bereit. Gerkan kam gerade an seinem Auto und wollte einsteigen. Leo und Waldi rannten auf den Mann zu und packen ihn. Zunächst reagierte Gerkan nicht doch dann kam Leben in ihn. Er wehrte sich gegen den Griff. Leo und Waldi packten seine Arme und hielten ihn fest. In der Zeit hatte Klaus sich eine Perücke aufgesetzt und trat mit erhabenen Schritten auf ihn zu. „Lass uns in Ruhe…Gerkan!“ forderte er den Mann auf und schlug zu. Gerkan schrie auf, als der Schlag seine Magengrube traf. Er trat aus und versuchte sich aus der Umklammerung zu befreien.
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Andrea wachte auf, als Semir den Schlüssel ins Schloss steckte. „Semir! Na endlich….hey…du bist ja sogar nüchtern…“ scherzte sie. Doch Semir nickte nur. Andrea schien den sprichwörtlichen 7. Sinn zu haben. „Was ist passiert?“ harkte sie deshalb nach. „Nachdem du weg warst…da sind fünf Mann in den Saal gestürmt. Sie hatten Masken auf, aber vorher hatte ich einen ohne gesehen...und bemerkt, dass diese die andere Gesellschaft bestohlen haben. Ich hab die Polizei verständigt und dann….als die Kollegen kamen, wurde die Hochzeitsgesellschaft belagert..“ erklärte Semir. „Ist jemanden etwas passiert?“ wollte Andrea wissen. „Nein…wir sind alle okay….Die Kerle haben sich den Weg frei gepresst und Carla, die Krüger und mich als Geisel genommen. Aber wir sind sehr zuvorkommend behandelt worden, was allerdings mir ziemlich egal ist. Ich werde mir die Kerle schnappen… das schwöre ich dir…“ knurrte Semir. „Mein Held….aber jetzt wird erst einmal geschlafen. Du siehst müde aus…. Und morgen kannst du dir dann Gedanken über den Fall machen...“ lächelte Andrea und zog Semir die Treppen hoch. Schnell war Ruhe im Hause Gerkan eingetreten. Auch wenn die Nacht nicht allzu lang war genoss Semir zunächst die Zärtlichkeiten seiner Frau. „Ich liebe dich Andrea….“ hauchte er ihr ins Ohr. „ich dich auch, mein Held….“ gab sei zurück und küsste ihn zärtlich. Eine weitere Stunde lagen beide arm in arm und schliefen fest.
Ben und Carla kamen ebenfalls zuhause an. Er schloss die Tür auf und Carla wollte als erstes die Wohnung betreten als er sie zurück hielt. „Oh nein…ich trage dich über die Schwelle….“ Gab er bekannt und nahm sie auf den Arm. „Ich bin fast umgekommen vor Sorge..“ sagte er und küsste sie. Mit Carla auf den Arm schritt er in die Wohnung und ließ seine Frau runter. „Ben…. Ich…ich weiß nicht einmal was das sollte…“ kam von Carla. „Das werden wir sicher bald von Semir erfahren. So wie ich ihn kenne wird er sich in den Fall hängen, auch wenn es nicht uns betrifft. In der Zeit wo du bei denen warst, bin ich fast gestorben, weil ich nicht wusste... was sie machen…ich hatte extrem große Angst vor dem, was passiert. Ich…“ erklärte Ben. Carla legte ihm den Finger auf den Mund. „Ich bin da….und nur das ist wichtig….komm Tiger…ich bin sehr müde und möchte schlafen…mit dir…“ gurrte Carla. Ben lachte leicht. „Aber erst duschen….“ schlug er vor. „Natürlich…..“ grinste Carla. Sie zogen sich aus und stiegen nur kurz unter die Dusche bis sie sich im Bett vergnügten. „ich liebe dich unendlich..“ hauchte Ben ihr ins Ohr. „Mein kleiner Tiger….wo geht denn morgen die Reise hin?“ wollte sie wissen und kicherte albern. „Das verrate ich dir wenn wir auf dem Schiff sind…“ erklärte Ben und verwöhnte seine über alles geliebten Braut. Schon um sieben riss der Wecker die beiden aus dem Schlaf. „Oh…nicht jetzt…“ knurrte Ben. „Aber hast du denn vergessen, was wir vorhaben?“ lachte Carla. „Mein Schatz…nichts ist wichtiger als du…“ lachte Ben als sie ihm die Decke weg zog. Zwei Stunden später heizte Ben mit dem Wagen über die Autobahn nach Hamburg wo die „Aidablu“ ablegen sollte. Sie hatten noch eine Übernachtung in Hamburg bis das Schiff ablegte. Carla ahnte nichts von dem was sie erwartete und versuchte jede Sekunde Ben Geheimnisse zu entlocken. Doch Ben schwieg eisern.
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Klaus Risch sah wie Gerkan aus dem Wagen stieg und bei seiner Mutter klingelte. Ich warne dich, du alte Schlampe…wenn du mich verrätst werde ich dich eigenhändig umbringen…. dachte er drohend. Seine Hände ballten sich so stark zu Fäusten, dass die Knochen weiß hervortraten. Er griff zum Handy und rief Leon an. „Ja?“ hörte er kurz und knapp. „Er ist hier…er verhört meine Alte….und das heißt dass er sich an meine Fersen heftet..“ gab Klaus durch. Leon atmete scharf ein. „Also gut…dann werden wir Herrn Gerkan mal darauf aufmerksam machen, dass es ungesund ist, sich in Sachen einzumischen, die ihn nichts angehen. Pass auf…fahr hinter ihn her, wenn er wieder raus kommt. Beobachte ihn. Ich will wissen wo er wohnt. Wir werden ihm einen kleinen Denkzettel verpassen. Danach wird er sicher ruhiger werden. Denn danach wird er sich nicht richtig bewegen können. Wenn er dann immer noch nicht aufgibt…nun ja…das Autofahren kann sehr gefährlich werden…“ gab Leon durch. „Also gut… ich werde an ihm dranbleiben. Und meine Alte wird auch noch einen Besuch bekommen, das verspreche ich d…“ Klaus unterbrach sich selbst, denn er sah wie seine Mutter und Gerkan aus dem Haus kamen. Gerkan trug einen Koffer. „Oh….Schutzhaft….na das hilft dir auch nicht…“ fauchte Klaus. Er ließ den Motor an und machte sich auf die Verfolgung bereit. Er sah wie Gerkan seiner Mutter die Autotür aufhielt und einsteigen ließ. Schade dass er nicht hörte, was er zu ihr sagte. Klaus hatte kein Mitleid mit seiner Mutter. Sie war es die ihn in die Welt geboren hatte, aber das war auch das einzig Gute, was sie für ihn getan hatte. Klaus sah wohin die Fahrt ging. Er hielt in einem respektvollen Abstand von der Polizeiwache an. Wieder wählte er Leon an. „Die haben meine Mutter mitgenommen. Vermutlich vernehmen sie sie und dann wird sie in Schutzhaft genommen. Ich schwöre dir, wenn die Alte das Maul aufmacht, bring ich sie um.“ Fauchte Klaus ins Telefon. „Beruhige dich…wichtig ist es erst einmal Gerkan zum Schweigen zu bringen. Wenn er wieder rauskommt, dann folge ihm. Wir müssen ihn aufhalten, bevor er wirklich wichtige Dinge herausfindet…“ ermahnte Leon ihn. „Ja schon klar…warte…er kommt gerade. Er steigt in seinen Wagen…ich hänge mich ran und melde mich dann bei dir..“ versprach Klaus und beendete das Gespräch.
„Frau Meister….es gibt einen guten Grund weshalb ich zu Ihnen komme. Es geht um Ihren Bruder, den Sie vor ungefähr drei Jahren identifiziert haben..“ erklärte Tom, als Marita Meister ihn ins Wohnzimmer bat. „Nun….ich weiß nicht, was Sie von mir wollen. Mein Bruder ist tot. Er wurde erschossen….“ Kam kühl zurück. „Das ist nicht ganz richtig. Er wurde gesehen…lebend..“ erklärte Tom ohne zu sagen, wer ihn gesehen hatte. „Leon ist tot..er lag auf dem Tisch und ich musste ihn identifizieren. Warum können Sie mich nicht einfach in Ruhe lassen?“ fauchte Marita. „Frau Meister…ich mache es sicher nicht aus Jux und Tollerei…aber wir müssen sicher gehen. Hat er sich bei Ihnen gemeldet?“ harkte Tom beharrlich nach. „Nein! Verstehen Sie mich nicht? Er ist tot!!“ stieß Maritta erneut aus. In diesem Augenblick hörte Tom ein Geräusch. Er stutzte. „Sind Sie allein?“ harkte er nach. Marita stieß wütend Luft aus. „Bevor Sie gekommen sind, war ich allein….warum fragen Sie?“ fauchte sie ihn an. „Ist er hier?“ kam von Tom die Frage. „Leon ist tot!!! Wie soll er bitte hier sein?“ wollte sie wissen. „Nun…ich denke Sie haben das Geräusch doch auch gehört oder nicht?“ stellte Tom die Gegenfrage. „Ja….aber…das ist…das ist das Fenster…“ erklärte sie. Tom stand auf. „Darf ich mich davon überzeugen?“ bat er. Marita nickte. Tom ging in die Richtung und sah dass es tatsächlich das Fenster war das sich bewegte. Dennoch ging Tom hin und sah hinaus. Nichts war zu sehen. Die Frau hatte die Wahrheit gesagt. Außer ihr und Tom natürlich war niemand da. „Frau Meister…. Ich meinte es wirklich ernst. Ihr Bruder wurde gesehen…lebend. Ich würde gern wissen, wie Sie eine Leiche als ihren Bruder identifizieren konnten, wenn er es doch gar nicht war..“ harkte Tom nach. „Leon? … Er kann nicht leben. Es war seine Leiche, die ich auf dem Tisch gesehen habe. Er war es. Ich weiß es…und nun gehen Sie bitte…“ forderte Marita ihn auf. Tom nickte. „Ich werde gehen….aber ich möchte Sie bitten dass Sie mich anrufen, wenn Ihr Bruder versucht sich mit Ihnen in Verbindung zu setzen.“ Bat Tom und reichte ihr seine Visitenkarte. Marita nahm sie und sah kurz drauf. „Ich halte keine Sience..“ gab sie kühl von sich und warf die Karte einfach auf den Boden.
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Robert Scholz sah Rossmann an. „Das war kein Sprengstoff. Das war Knetgummi. Aber gut..das können Sie nicht wissen. Können Sie mir die Männer beschreiben?“ wollte er von dem industriellen wissen. „Nein..die hatten Masken auf. Wo sind die denn hin?“ kam die Gegenfrage. „Mit Geiseln weg. Wir haben keine Zeit zum Quatschen ich muss nämlich hinterher…“ knurrte Robert. Für ihn war die Geiselnahme das Schlimmste was ihm passieren konnte. Warum konnten die Kerle nicht einfach verschwinden? Doch was noch seltsamer ist…diese Typen schienen nicht darauf aus zu sein, dass den Leuten etwas passierte. „Seltsam…“ murmelte er leise. „was ist seltsam?“ harkte Hans Peters vom SEK nach. „Hast du schon mal einen Bombenleger gehabt, der mit seiner bombe keinen verletzen will? Oder der so rücksichtsvoll und freundlich ist?“ wollte Robert wissen. „Nein…aber dieser Ben Jäger hat eben angerufen. Er holt die Geiseln ab. Sie sind tatsächlich frei gelassen worden..“ gab Hans bekannt. Robert zog eine Braue hoch. „unverletzt?“ harkte er nach. „so hörte es sich an…“ bestätigte Peters. „seltsam…“ wiederholte Robert.
Semir sah den Mann an und gab ihm das Handy zurück. „vielen Dank für Ihre Hilfe..“ lächelte er. „Keine Ursache. Ich helfe gern..“ verabschiedete sich der Autofahrer, stieg ein und fuhr samt Familie auf die Autobahn zurück. „Tja… dann warten wir mal auf den Bräutigam. Hoffe nur er kommt pünktlich…“ grinste Semir. Carla lachte leise. „Er wird fliegen um mich abzuholen..“ ließ sie verlauten. Tatsächlich fuhr nur wenig später Ben auf den Rastplatz. Das Scheppern der Dosen, die am Wagen hingen war nicht zu überhören. Semir stand auf und stellte sich auf die Fahrbahn. Der Wagen kam dicht vor ihm zu stehen. Ben sprang raus und griff sich Carla. „Carla!! Bist du okay? Hat dir jemand was getan?“ wollte er wissen und sah seine frisch angetraute Frau prüfend an. „Mir geht es gut…“ lächelte Carla und schmiegte sich an ihm. „Ich hatte so eine Angst um dich…“ gab Ben zu. „Ja danke…mir geht es auch gut…können wir zurückfahren...ich will noch feiern..“ grinste Semir. Ben lachte und schlug ihm auf die Schultern. „Danke Partner….so alles einsteigen!“ befahl Ben. Kim und Carla setzten sich nach hinten, während Semir auf dem Beifahrersitz fallen ließ. Ben lenkte den Wagen auf die Autobahn zurück. Das Scheppern war extrem. „hättest du die Dosen nicht abnehmen können?“ stöhnte Semir und hielt sich die Ohren zu. „Dafür blieb keine Zeit…ich wollte meine Braut wieder haben..“ grinste Ben. Er sah in den Rückspiegel. Carla hatte die Augen geschlossen. „Carla…Schatz…geht es dir nicht gut?“ wollte er sofort besorgt wissen. „Doch…Ben..ich bin nur müde….“ Lächelte Carla leicht. „Schon gut… wir können auch nach Hause fahren…“ schlug Ben vor. „Nein…wir werden noch etwas feiern. Und dann werden wir uns in die Flitterwochen begeben..“ lehnte Carla ab. Sie fuhren zum Restaurant zurück.
„Mein Gott…es tut mir so leid, dass Sie dies durchmachen mussten…“ entschuldigte sich der Wirt. „Sie können ja nichts dafür…“ nickte Ben. „Nein…nein…ich sehe das anders…. Es ist mein Lokal wissen Sie was….Sie müssen für diese Veranstaltung nur die Hälfte zahlen. Bitte erzählen Sie es niemanden…es wäre schlecht für mein Geschäft..“ versuchte der Wirt zu erklären. „Das wird leider nicht gehen…schon wegen meines Berufes…ich bin Polizist und der Aufstand hier, ist mit Sicherheit bemerkt worden. Sie bekommen den vereinbarten Preis...“ lächelte Ben. „Ich versteh gar nicht wie das passieren konnte…“ klagte der Wirt. „Schon gut…wir sind ja alle noch einmal mit dem blauen Augen davon gekommen….“ Beruhigte Semir ihn nun auch. „Sie sind auch Polizist?“ harkte der Wirt nach. Semir nickte. „Wir würden nun aber erst einmal die Personen befragen, die zuerst überfallen wurden..“ lächelte Ben. „Das können Sie sich sparen…das haben wir schon getan. Die Berichte darüber bekommen Sie direkt morgen..“ unterbrach Michel Pforzheimer von einem der ansässigen Reviere. „Danke….gut…dann werde ich mit meiner Frau jetzt nach Hause fahren..mir ist die Lust an einer Party vergangen und meine Frau muss sich ausruhen..“ kam von Ben. Semir nickte. „Ja…ich muss auch. Meine Frau kann froh sein, dass sie schon früher gefahren ist. Boah…hat die ein Glück gehabt..“ stieß Semir aus. Das Gesicht des Entführers hatte sich in sein Gedächtnis gebrannt und er schwor sich, diesen während Ben auf Hochzeitsreise war, zu jagen. Doch erst einmal musste er schlafen. „Sie meine Herren fahren nun nach Hause. Alles weitere morgen im Büro, Semir. Und Sie Ben…eine schöne Reise..“ verabschiedete Kim die Drei.
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ich schließe mich Chris an....bleib als Schreiber erhalten... wir sind doch sooooo wenige ;).
Zur Story...was soll ich da noch sagen... also...wir suchen immer noch einen neuen Partner für Semir.... wer Lust hat kann sich ja bewerben, aber....seid gewarnt..die Partner leben nicht lange...entweder werden sie erschossen wenn sie Semir retten oder aber sie geraten in die Fänge von Wahnsinnigen. Aber.... der Titel heißt ja..."einmal Hölle und zurück" ... also habe ich Hoffnung das Ben überlebt....und an zwei Kugeln...nun ja.. da gehören schon mehr dazu um den Helden sterben zu lasen oder ,Tina ?


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Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhr Semir als erstes zur Adresse der Mutter von Klaus Risch. Er informierte Tom, der sich sofort sorgte und anbot mitzukommen. Doch Semir wollte es allein machen. Tom sollte in der Zeit die Schwester von Leon Meister besuchen, die Meister nach dem Tod identifiziert hatte. Er sah sich aufmerksam um bevor er an der Tür klingelte. „Frau Risch?“ fragte er, als eine ca. 60jährige Frau die Tür öffnete. „Ja…?“ gab sie fragend zurück. „Semir Gerkan, Kripo Autobahn…. Es geht um Ihren Sohn, Klaus Risch..“ erklärte er sein Anliegen. „Mein Sohn ist vor drei Jahren verstorben….“ kam klagend von der Frau. „Frau Risch….darf ich kurz reinkommen…es ist wirklich sehr wichtig…“ bat Semir eindringlich. Die alte Frau nickte und gab die Tür frei. „Gehen Sie einfach durch….“ bat die Frau. Semir nickte und betrat die Wohnung. Nach einem langen Korridor stand er in einem gemütlich eingerichteten Wohnzimmer. Warum kommen Sie jetzt zu mir? Mein Sohn wurde erschossen, als er in einen Überfall geriet… das ist doch in den Akten zu lesen gewesen..“ wollte Monika Risch wissen. „Frau Risch…das stimmt nicht ganz. Er ist nicht rein geraten, er hat den Überfall durchgeführt. Ihr Sohn hat die Bank überfallen….“ stellte Semir richtig. „Nein!!! Das ist nicht wahr. Mein Sohn war ein anständiger Mensch! Er war kein Verbrecher!!“ fauchte die Frau zurück. „Ich weiß sehr genau, dass es sehr schwer für Sie ist, das wahr haben zu wollen. Aber Ihr Sohn war vorbestraft wegen Rauschgifthandel und diverser Überfälle. Er hat das Feuer auf die Polizisten eröffnet…und er hat mich getroffen… in der Schulter….“ stellte Semir weiter richtig. „Nein…das ist nicht wahr… mein Sohn hatte nie eine Schusswaffe…er war ein guter Mensch…er war….“ weinte Monika. Semir spürte eine gewisse Unsicherheit. Ihm tat die Frau leid, doch er musste wissen ob Risch mit seiner Mutter Kontakt aufgenommen hatte. „Frau Risch….Ihr Sohn ist mir begegnet...in der Kölner Altstadt….er lebt und ich will wissen warum. Wie kann es sein, dass er lebt, wenn er doch erschossen wurde und Sie ihn eindeutig identifiziert haben?“ fragte Semir nur nach. Monika Risch sah ihn geschockt an. „Was sagen Sie da? Er lebt? Klaus lebt?“ harkte sie nach. Semir bemerkte dass sie Angst bekam. „ja…er lebt. Hat er mit Ihnen Kontakt aufgenommen?“ wollte er wissen. „Nein…nein…das ist nicht wahr…er muss tot sein… er lag doch dort auf dem Tisch…er ist tot….er ist tot….ich will das er tot ist…!“ kam ängstlich von ihr. „Frau Risch….helfen Sie mir… Sie haben Angst vor Ihrem Sohn und ich kann es sehr gut verstehen. Wenn Sie mir helfen, dann wird er für immer im Gefängnis verschwinden. Für immer verstehen Sie, er kann Ihnen nichts tun…helfen Sie mir ihn zu fassen…“ bat Semir inständig. Monika Risch weinte leise.
„Er hat mich immer geschlagen…mit Füßen getreten….und verachtet… sogar als ich ihn versorgt hatte, als er verletzt hier her kam. Sie haben Recht…. Er lebt… er war vor einer Woche hier und hat mich dämlich angegrinst….Hallo Mama…. hat er gesagt und dann hatte ich die Faust im Gesicht. Er hat mir gesagt, dass ich mit niemanden darüber reden darf. Wenn ich es doch tue, dann tötet er mich. Ich…verstehen Sie mich nicht falsch…ich liebe meinen Sohn über alles… und ich würde alles für ihn tun, selbst wenn er mir den Tod wünscht. Es ist doch mein Kind!!“ weinte sie weiter. Semir hockte sich neben der alten Frau. „Frau Risch…wissen Sie wo er ist?“ wollte er wissen. Monika Risch nickte. „Ja…ich weiß es…aber er ist nicht allein. Er hat viele Freunde die ihn beschützen…Sie müssen vorsichtig sein. Mein Leben ist vorbei….ich werde sterben…durch die Hand meines eigenen Kindes…“ ließ sie verlauten. „Nein…das ist Blödsinn. Wir bringen Sie in Sicherheit….und wenn Ihr Sohn im Gefängnis ist, können Sie wieder ein ruhiges Leben führen.“ munterte Semir sie auf. Monika Risch stand auf und ging zu einem Altar. Dort stand ein Bild von einem Kind…gerade acht Jahre alt. Sie streichelte es sanft. „Wissen Sie wie es ist, wenn sich das eigenes Kind gegen sich stellt? Haben Sie Kinder?“ wollte sie wissen. Semir verneinte es. „Dann können Sie nicht wissen, was es für ein Gefühl ist, wenn das Mutterherz zerbricht. Es springt in tausend Stücke und verursacht einen Schmerz den kein Arzt heilen kann. Es ist …als er sechzehn war….da fing er an mich zu schlagen. Ich wehrte mich nicht… sondern ließ es geschehen… heute weiß ich, dass es falsch war. Aber nun ist es zu spät. Mit zwanzig kam er das erste Mal ins Gefängnis und machte mich dafür verantwortlich. Nach der Entlassung zog er bei mir ein und es hagelte Schläge…. Ich habe mich immer noch nicht gewehrt. Als er vor drei Jahren erschossen wurde da lag er dort auf dem Tisch….ich habe um ihn geweint… um dieses Monster…. Meinen Sohn….“ klagte die Frau. Semir hörte betroffen zu. Was musste diese Frau alles auf sich genommen haben…
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„wo soll die Fahrt hingehen?“ wollte Semir wissen. „Auf die Autobahn!“ befahl Ramon. Er sah den Mann nachdenklich an. „Was machst du beruflich?“ wollte er wissen. Der Mann am Steuer lächelte. „ich bin nur ein einfacher Angestellter..“ wich Semir aus. „du willst es mir nicht sagen?“ harkte Ramon nach. „Wir kennen uns nicht und dabei sollte es auch bleiben…“ kam als Antwort. Ramon nickte. „gut… du hast Recht. Wir kennen uns nicht. Fahr auf den nächsten Rastplatz!“ befahl er ihm. Semir nickte. Er fädelte sich auf die rechte Spur ein und hielt nur kurz darauf am den Rastplatz. Hier gab es lediglich ein Toilettenhäuschen. „okay…anhalten!“ kam der nächste Befehl. Semir stoppte das große Fahrzeug sanft ab. „Okay… Sie und die Damen dürfen hier aussteigen. Aber verhaltet euch noch eine gute Stunde ruhig. Ich möchte nicht Gewalt anwenden…“ bat Roman. Semir empfand den Mann extrem freundlich. Semir, Kim und Carla stiegen aus. Nur kurz darauf fuhr der Bus wieder an und die Drei sahen ihm nach. „Das war die sonderbarste Entführung die ich je mitgemacht habe..“ tadelte Semir. Kim nickte. „Es schien nicht so geplant gewesen zu sein. Aber nun sollten wir sehen, dass wir mit Ben Kontakt aufnehmen…“ lächelte sie. Semir zog seine Jacke aus und legte sie Carla über die Schultern. Sie zitterte leicht. „Wir haben es überstanden und du kommst nun zu Ben zurück..“ beruhigte Semir sie. Carla nickte leicht.
Ben ging nervös auf und ab. Es war eine Stunde vergangen, seit der Bus abgefahren ist. Konnte er dem Geiselnehmer wirklich vertrauen, dass er Carla und seinen Kollegen nichts antut? Welche Garantien hatte er denn? Okay…der Mann war bisher sehr rücksichtsvoll mit den Geiseln umgegangen und er fühlte sich nicht wirklich bedroht, aber was, wenn er herausfand, das Semir ein Polizist war? Was würde es für Carla bedeuten? Dieter und Hotte kamen zu ihm. „Hey… es wird alles gut…du wirst sehen...in kürze hältst du dein Braut in den Armen….“ versuchte Hotte ihn zu beruhigen. Ben lachte bitter. „Ich habe Angst Hotte…verstehst du das nicht? Was wenn deine Frau dort drin wäre?“ wollte er wissen. „meine Frau ist seit langem schon tot….“ kam traurig von Hotte. Ben sah ihn erschrocken an. Bisher wusste er nicht einmal, dass Hotte verheiratet war. „Tut mir Leid…Ich…wollte dich nicht angreifen…“ entschuldigte er sich sofort. „Schon gut… ist schon zehn Jahre her, dass ich meine Hilde zu Grabe tragen musste. Ich weiß wie du dich fühlst…“ nickte Hotte. Bens Telefon klingelte. Er nahm sein Handy und sah auf das Display. Die Nummer sagte ihm nichts. „Ben Jäger?“ meldete er sich. „Ben…Semir hier… wir stehen auf dem Rastplatz „Wildender Heide.“ Kannst du uns einen Wagen schicken?“ hörte er seinen Partner sagen. „Semir!! Bist du okay? Was ist mit Carla? Wo ist sie?“ stieß er sofort aus. „Carla geht es gut und mir und der Chefin auch. Wir sind wie versprochen frei gelassen worden. So ein freundlichen Entführer hatte ich noch nie…“ versuchte Semir zu scherzen. „Ich bin schon unterwegs…Bewegt euch nicht von der Stelle!“ ermahnte Ben und rannte zu seinem Wagen. In seiner Eile vergaß er, dass der Wagen bereits für die Flitterwochenfahrt geschmückt war. Mit einigen Dosen am Auspuff ging es mit 120 auf die Autobahn.
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Semir zuckte zusammen als er die Hände an seinem Hals fühlte. Was sollte nun passieren? Wollte Kalvus ihn erwürgen? Wollte er ihn jetzt… „Nur kein Sorge… so einfach mache ich es dir nicht.“, hörte er Kalvus sagen. Dann spürte er wie die Schlinge um seinen Hals gelöst wurde. Semir entspannte sich etwas. „Du kannst es bequemer haben, wenn du willst….“, schlug Kalvus vor. Semir reagierte nicht. „Gut…du willst nicht….dann solltest du dich nun langsam auf einen Tod vorbereiten… er wird sicher nicht sehr schön...aber schön schmerzhaft werden, das kann ich dir versprechen. Für das, was Lysanne passiert ist, bist du verantwortlich und dafür wirst du bezahlen…“, stieß Kalvus wütend aus. Das nächste was Semir spürte war ein heftiger Schmerz im Rücken. „Mmmhmm…“ machte er um seinen Schmerz auszudrücken. „Halt die Klappe…ich warne dich…wenn du auch nur schreist, dann werde ich anfangen, dir die Gliedmaßen abzuschneiden… mit dem kleine Finger fange ich an…“, drohte Kalvus. Semir spürte, wie der Mann seine Hand nahm und die Finger auseinander bog. „Mmmmhh…“, machte Semir. Kalter Stahl berührte seinen Finger… „Mmmmhh…“, machte Semir wieder. Kalvus lachte. „Ich muss nur noch zudrücken….das Messer ist sehr scharf..willst du, dass ich es an dir teste…?“ wollte Kalvus wissen. Semir schüttelte den Kopf. „Papa….was tust du da?“, kam plötzlich eine weibliche Stimme. „Lysanne…! Geh wieder ins Haus!!“, fauchte Kalvus. Semir betete innerlich, dass die Frau es nicht tat. „Nein…das werde ich nicht…was machst du da? Das ist nicht Marvin…wer ist das?“, fragte die Frau. „Das erkläre ich dir später...geh ins Haus...du musst schlafen!“, befahl Kalvus. „Mmmmhh…“, machte Semir erneut. Ein Tritt erwischte ihn in den Rippen. „Halt die Klappe!!“, schrie Kalvus. „Papa…lass das! Warum tust du das?“, wollte die Frau wissen. „Er…ist an allem Schuld, was dir angetan wurde!! Wenn er mich nicht eingesperrt hätte, dann wäre Marvin nicht an dich ran gekommen und hätte dich auf den Strich schicken können! Er muss dafür bezahlen!! Und das wird er..glaube mir….er wird für jede Minute, die du in der Hölle verbracht hast, bereuen.“, versprach Kalvus.
Ben starrte auf den leeren Schreibtisch von Semir. „Verdammt Partner..wo steckst du nur? Was hat der Mistkerl mit dir vor? Wo soll ich suchen?“ fragte er leise in den Raum. Kim sah auf Ben, als sie das Büro betrat. Draußen legte sich bereits die Dunkelheit über die abendliche Sonne. „Ben? Machen sie Schluss für heute...sie können eh nichts mehr tun.“, kam es nur von Kim. Doch Ben schüttelte nur den Kopf. „Ich muss Semir finden. Andrea sitzt zu Hause, wie auf glühenden Kohlen und weint sich die Seele aus dem Leib. Ich kann ihr doch nie wieder unter die Augen treten, wenn ich Semir nicht finde.“, stieß Ben aus und nahm sich wieder die Akte von Kalvus und seiner Organisation vor. Kim seufzte, warf ihren Mantel über Semirs Stuhl und ließ sich darauf nieder. „Okay, was haben sie bis jetzt herausgefunden?“, wollte sie dann wissen. „Tja, nach allem, was ich weiß, sind dieser Ralf Volbert und ein gewisser Roman Fischer die letzten von Kalvus Männer, die man nicht verurteilen konnte. Also, sollte Kalvus noch leben, dann hat er bestimmt zu diesen beiden Männern Kontakt aufgenommen.“, erklärte Ben. Die Chefin nickte und lehnte sich nach hinten. „Dann sollten wir mehr über diesen Fischer rausfinden. Hat Hartmut schon etwas über diesen Holtzer herausgefunden? Telefondaten oder so?“, harkte Kim nach. Ben suchte auf dem Schreibtisch nach den Unterlagen. „Moment, ich hab sie hier irgendwo hingelegt.“, meinte er nur und suchte weiter. Kim lächelte nur, beugte sich über den Tisch und zog ein Blatt hervor. „Ist es vielleicht das?“, lächelte sie. Dankend nahm Ben das Papier an sich.
„Papa, nein...ich will das nicht. Er...er kann doch nix dafür.“, stieß Lysanne aus und versuchte, ihren Vater von dem Mann hochzuziehen, der in ihre Richtung blickte. Die schwarze Augenbinde nahm ihm jegliche Sicht und scheinbar jegliches Gefühl für die Zeit verloren hatte. „Doch das kann er und dafür wird er zahlen. Zuerst werde ich ihm die Finger abschneiden, dann werde ich ihm die Gliedmaßen brechen und dann...“ „Papa, hör auf...“, schrie Lysanne und stieß ihren Vater zur Seite. Erschrocken blickte Kalvus seine Tochter an. „Lysanne...was machst du da?“, fauchte er und rappelte sich auf. „Lass ihn...bitte...lass uns einfach ein neues Leben beginnen. Nur das will ich...“, flehte Sanders Tochter. Dieser dachte angestrengt nach. „Also gut...ich werde ihn morgen wegbringen und dann machen wir uns auf den Weg in unser neues Leben.“, meinte Kalvus und sah mit seinen funkelnden Augen auf Semir hinunter. Dieser schnaufte nur in seinen Knebel. „Danke...Papa...“, meinte Lysanne und ging dann zurück ins Haus. Kalvus wollte ihr folgen, drehte sich dann noch einmal um, hockte sich neben Semir und packte ihn am Hals. Ängstlich stieß Semir einige Laute in das Klebeband. „Weißt du was, Gerkhan, du solltest noch einmal beten, denn das hier wird deine letzte Nacht werden.“, stieß er aus und schlug dann mit geballter Faust gegen Semirs Schläfe. Das menschliche Paket kippte zur Seite und blieb bewusstlos liegen. Kalvus erhob sich und hatte sich schon sehr genau überlegt, was er mit diesem Deutschtürken machen würde. Hier in der Nähe war das Eisenbahnkreuz und da war immer viel Betrieb. Wie gut, dass auf die Bahn doch auch mal Verlass war.