„Tom...das darf doch nicht wahr sein....die haben sich Semir geschnappt? Warum haben Sie Beide verdammt noch mal keine Verstärkung gerufen? Wie soll ich denn nun....oh verdammt....“ stöhnte Anna als Tom ihr berichtete. „Chefin...wir hatten nur mit einem Gegner gerechnet...aber das sie uns so in die Falle locken...das konnten wir doch nicht wissen. Wir müssen Semir finden, das ist jetzt das Wichtigste!“ forderte Tom. „Tom....wie stellen Sie sich das vor? Wo wollen wir anfangen zu suchen? Haben Sie einen Hinweis wo er sein soll?“ schoss Anna die Fragen ab. „Nein...aber....“ fing Tom an. „Nein...kein Aber....wir müssen nun den Schaden begrenzen....wissen Sie ob Semir verletzt ist?“ harkte Anna nach. „Nein...ich weiß nichts. Sie hatten ihn getragen, aber das hat nichts zu sagen...er kann bewusstlos gewesen sein, oder aber damit es schneller ging...ich weiß es nicht....ich weiß nur, dass sie ihn sicher nicht einfach umbringen wollen. Das hätten sie auch in dem Haus machen können...“ erklärte Tom. „Stimmt...also wollen sie damit was erreichen....ich denke sie wollen die Uhren haben...die der Zoll beschlagnahmt hat. Ich werde also mit Schrankmann telefonieren müssen...oder...nein...warten Sie....wenn die davon erfährt sind Sie der erste, der suspendiert wird. Ich brauch sie aber...ich werde meine Kontakte beim Zoll durchgehen. Da gibt es sicher jemanden, da mir helfen kann..“ dachte Anna laut nach. Sie griff zum Telefon. „Frank....hallo...hier ist Anna...hör mal...ich....ich brauche deine Hilfe...“ fing sie an und hörte eine Weile zu. Das Telefonat dauerte fast fünfzehn Minuten und Anna lachte öfter. „Ich freu mich...danke für deine Hilfe....ich verstehe natürlich, dass du dich nicht über die Vorschriften weg setzen kannst, aber du hättest damit ein Leben gerettet....“ erklärte sie nach einer Weile und hörte erneut zu. „Ja...wirklich? Das ist fantastisch....“ strahlte Anna. Wieder schwieg sie. „Ja...Semir Gerkan...das ist einer meiner Männer... aber das erzähle ich dir bei einem Essen heute Abend...bei mir...“ versprach Anna und verabschiedete sich. Sie sah Tom an. „Wissen Sie was das Schlimme ist....das Sie und Semir in ganz extreme Fälle reinschliddern, ohne es zu wollen. Der Zoll hat die Uhren geöffnet und in jeder Uhr drei Gramm Koks der feinsten Sorte gefunden. Alles in Allem sind dabei fast drei Kilo zusammen gekommen..“ erklärte Anna. Tom schluckte sichtbar.
Andrea sah auf als Tom aus dem Büro kam. „Was machen wir denn jetzt?“ fragte sie besorgt. Tom zog die Schultern hoch. „Wir können nur warten, bis sie sich melden. Ich hoffe es ist sehr bald. Aber hier geht es scheinbar nicht um die Uhren, sondern um die Drogen die in den Uhren versteckt waren. Drei Kilo Koks...“ gab Tom bekannt. „Was ist mit Semir? Ich meine...glaubst du das er noch .... lebt?“ kam die ängstliche Frage. Tom lächelte milde. „Wenn sie Semir umbringen wollten, dann hätten sie es sicher in dem Haus getan.“ beruhigte er sie. Andrea stand auf. Sie hatte Mühe Tränen zu unterdrücken. „Ihr seid zusammen oder?“ harkte Tom nun nach. Andrea nickte. „Ja...ich ...ich liebe ihn....auch wenn er noch so chaotisch ist...“ lachte sie bitter. Doch dann ließ sie ihren Tränen freien Lauf. „Bitte....bring ihn mir zurück...bitte...“ weinte sie. Tom nahm sie in den Arm und drückte sie fest an sich. „Das werde ich....versprochen...aber jetzt müssen wir warten bis sie sich melden. Du wirst sehen...in ein oder zwei Tagen werdet ihr schon wieder lachen und euch zanken....“ versprach er. Andrea lachte bitter. „Ich....will ihn wieder haben.....so wie er ist. Mit allen Macken.....“ gab sie zu verstehen. „Ich auch....“ bestätigte Tom. Doch die Geduld sollte auf eine harte Probe gestellt werden. Bei jedem Klingeln von Toms Handy ging eine Nervosität durch das Revier und jeder hatte Angst, dass es nun hieß, das Semirs Leiche gefunden wurde. Doch von Semir kam kein Lebenszeichen. Tom saß in seinem Büro und musste warten. Anna hatte mit ihrer Bemühung ihres Zollfreundes wenigstens einen Teilerfolg erreicht. Der Mann, den sie mit Frank ansprach versprach im Rahmen seiner Möglichkeiten zu helfen.