Beiträge von Elvira

    Der nächste Morgen ging für Semir und Ben mit einem Besuch im Krankenhaus. Der Beifahrer war aus dem Koma erwacht und war vernehmungsfähig. Auf dem Flur trafen sie auf den behandelnden Arzt. „Das ging aber schnell...“ meinte Semir. „Das ist bei solchen Verletzungen nie wirklich voraussehbar. Herr Dautz hat eine erstaunliche Konstitution. Er hat sein linkes Bein gebrochen. Durch den Aufprall wurde sein Rückenmark verletzt und ob es jemals wieder heilt ist nicht sicher. Aber er scheint sich sicher zu sein, dass er wieder laufen wird…“ erklärte der Arzt. „Danke Doc…Wir werden es nicht lange machen…versprochen..“ nickte Semir. „Das hoffe ich sehr…“ lächelte der Mann in Weiß und verschwand. Semir und Ben betraten das Zimmer und zuckten zunächst zurück. Der junge Mann der dort im Bett lag, war höchstens 25 Jahre alt. „Guten Tag…“ begrüßte Semir den Mann. „Hallo….“ kam zurück. „Was ist mit Laurenz? Niemand will mir was sagen….was ist mit ihm?“ kam die bange Frage. Semir sah zu Ben und dieser nickte. „Laurenz wurde erschossen… deshalb sind wir hier. Semir Gerkan und Ben Jäger..Kripo Autobahn…“ erklärte Semir leise. „Tot? Gott…warum denn? Er sollte doch Vater werden? Wer hat das getan..?“ schoss Manuel die Fragen ab. „Das wissen wir nicht. Aber wir wollen es herausfinden. Können Sie sich an den Unfallhergang erinnern?“ wollte Semir wissen. „Nicht wirklich…wir waren unterwegs zum Rastplatz….dort sollten wir die Radarfalle aufstellen…und plötzlich…verriss Laurenz das Lenkrad. Ich erschrak mich weil vorher die Scheibe zerbrach…und dann….ist alles dunkel…da ist nichts…“ klagte der junge Mann. „Schon gut…okay….haben Sie oder Ihr Partner Drohungen erhalten?“ harkte Ben nach. „nein…weder bei mir noch bei Laurenz… Warum sollte es auch. Wir tun doch nur unseren Job…“ klagte der Mann. „Okay…das war es….Gute Besserung...“ verabschiedete Semir sich.

    Für Kim Krüger fing der Morgen mit den ätzenden Pfeifton des Weckers an. Sie schlug die Decke beiseite und setzte sich noch etwas mühsam auf. Nachdem sie es geschafft hatte die Müdigkeit weitestgehend abzuschütteln, schlurfte sie in ihr Badezimmer und ließ die Dusche anlaufen. Sie sah stöhnend auf die Uhr. „Na...wenigstens hab ich mal richtig ausgeschlafen...das ist doch was..“ murmelte sie leise. Sie stieg unter die Dusche und genoss das Nass, welches auch den Rest der Müdigkeit wegspülte. Die letzten Tage waren für sie schwer zu ertragen. Doch endlich...nach einer langen Zeit durfte sie wieder arbeiten. Seit dem 24.12.2010 hatte Weihnachten für sie eine andere Bedeutung bekommen. Man konnte sogar sagen, dass sie an diesem Tag ein zweites Leben geschenkt bekommen hatte. Seit diesem Tag hatte sich viel für sie geändert. Wieder kamen die Bilder von den schießwütigen Männern in den Kopf. Wieder spürte sie den Schmerz als die Kugel sich in ihren Unterleib bohrte. Immer noch hatte sie Probleme beim sitzen, doch sie wollte wieder arbeiten. Hier fiel ihr die Decke auf den Kopf und Hanna war auch wieder wohlbehalten bei ihren Eltern. Für das Mädchen was die Weihnachtsferien bei ihr verbracht hatte war es grausam. Sie wurde noch als Geisel mitgenommen. Doch Hanna hatte alles sehr gut überstanden. Auch machte Kims Bruder ihr keine Vorwürfe. Wolfgang war in dieser Sache sehr kulant. Aber was sollte er auch sagen. Sie hätte es ja nicht verhindern können. Das Telefon riss sie aus ihren Gedanken. Schnell warf sie ein Handtuch über und schritt zum Gerät. „Guten Morgen Kim...“ hörte sie Hanna sagen. „Hanna...hallo wie geht es dir?“ wollte Kim wissen. „Danke...und du? Hast du alles gut überstanden?“ harkte Hanna ihrerseits nach. „Ja alles bestens... heute werde ich wieder arbeiten gehen. Das erste Mal seit....Weihnachten..“ erklärte Kim.

    Ihr seid heute wieder echt gut....als Feeder....hier die Belohnung...

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    Semir sah Ben an. „Das wissen wir leider nicht. Der einzige Zeuge wäre Herr Dautz und der ist nicht vernehmungsfähig. Hatte Herr Haffner Feinde?“ harkte Semir nach. Rolfes sah ihn an. „Wir sind von der Polizei…da hat man unweigerlich Feinde. Aber sicher keinen der so eine Tat rechtfertigt…wenn das überhaupt ein Begriff dafür ist…“ stieß Rolfes aus. „Hat Herr Haffner an einem bestimmten Fall gearbeitet?“ wollte Ben wissen. „Nein…nein…er sollte mit Dautz eine Radarkontrolle aufbauen…aber….Gott…wie sage ich es seiner Frau?“ klagte Rolfes. „Haffner war verheiratet?“ kam von Semir. Rolfes nickte. „Seine Frau….Sandra…sie…sie erwartet Zwillinge…Sie wissen gar nicht wie sehr sich Laurenz darauf gefreut hatte….“ stieß er aus. Semir räusperte sich. „Wann werden die Kinder das Licht der Welt erblicken?“ wollte er wissen. „In vier Tagen….Oh verdammt…das wird sie….völlig aus der Bahn werfen..“ stieß Rolfes aus. Eine Träne lief die Wange runter. „Mein Gott…“ kam auch von Ben. „Wenn Sie wollen, dann übernehmen wir das…“ schlug Semir vor. Rolfes schüttelte den Kopf. „Ich werde es meiner Tochter beibringen….ich schaffe das schon…“ erklärte er leise. „Sie sind der Schwiegervater?“ kam wie aus einem Mund von Semir und Ben. „Ja…Laurenz und Sandra sind gerade mal eineinhalb Jahre verheiratet….es war die wahre Liebe….“ bestätigte Rolfes. „Es tut mir sehr leid….ich verspreche Ihnen, dass wir den Mörder finden werden…“ kam entschlossen von Semir. „Danke meine Herren…ich werde jetzt meine Tochter den Tod erklären und dann in die Uniklinik fahren…“ Rolfes stand auf und verabschiedete sich von Semir und Ben.

    Holger Stahl fuhr nach Hause und ließ sich in seinen Fernsehsessel fallen. Sicher war in den Nachrichten schon was zu hören, von dem Unfall. Er zappte durch das Programm und blieb bei einem Sender stehen. Die Nachrichten liefen. „…eine Meldung der Polizei. Die A1 ist nach einem Horrorcrash noch mindestens vier Stunden gesperrt. Aus noch unerklärlichen Gründen kam ein Fahrzeug der Polizei vom Revier ADS 27 von der Fahrbahn ab und verursachte einen Massencrash. Der Beamte der am Steuer des Wagens saß verstarb noch am Unfallort an seinen schweren Verletzungen… und nun zum Sport…“ hörte er die Sprecherin sagen. Was sollte das heißen? An seinen Verletzungen? Er hatte ihn doch tödlich getroffen…er Kerl wurde erschossen und konnte nicht an den Unfallfolgen sterben. Er schaltete den Fernseher aus und setzte sich an seinen PC. Dort versuchte er die größeren Polizeidienststellen an den Autobahnen herauszufinden. „Die denken wohl mich verarschen zu können….aber das werde ich diesen verdammten Bullen schon zeigen…mal sehen was ihr sagt, wenn ich den nächsten aufs Korn nehme…“ fauchte er wütend und schrieb sich diverse Dienststellen auf. Schon morgen wird es den nächsten erwischen… dachte er. Er ließ den PC runterfahren und ging zu Bett Seine Wut über die Ignoranz der Polizei ließen ihn kaum zur Ruhe kommen.

    So da der "schwarze Montag" fast vorbei ist, hier meine neue Story... aber Achtung... derTitel ist nicht umsonst gewähtl... und nun wünsche ich mir ganz viele Feeds!!!!

    Ach bevor ich es vergesse..danke an Jenni für den tollen Banner

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    Holger Stahl stand an der Autobahn und sah auf die Autos die an ihn vorbeifuhren. Einige hupten um ihn zu warnen, falls er die Absicht hatte auf die Straße zu gehen, doch das wollte Holger gar nicht. Er war ja nicht lebensmüde, aber diese A1 war sehr gut befahren. Damit würde es sich doch wirklich lohnen. Jetzt war es gerade 9 Uhr morgens und immer noch fuhren viele Autos. Holger wandte sich ab und ging in den Wald. Doch nicht sehr weit. Er hockte sich vor einen Koffer und öffnete ihn. Als er auf das Gewehr mit dem Zielfernrohr und dem ganzen Zubehör im Koffer liegen sah, grinste er böse. Mit geübten Griffen setzte er das Gewehr zusammen und sah kurz durch das Zielfernrohr. Alles war perfekt. Nun musste es nur noch geladen werden und gut ist. Ab sofort war Krieg angesagt. Er gegen die Autobahnpolizei. Er hegte keine Wut gegen die Polizisten, sondern wollte wissen wie lange es brauchte, bis sie ihm auf die Spur kamen. Nun ist Showtime….dachte er und ging bis zur Baumgrenze zurück. Er sah sich die Fahrzeuge an und bemerkte einen Polizeiwagen. „Wie bestellt…“ lachte er, legte an und drückte ab. Das Fahrzeug brach aus und rammte die Leitplanke. Die nachfolgenden Fahrzeuge gerieten vor Schreck auch außer Kontrolle und nur wenige Augenblicke später war ein Chaos auf der A1. Holger lachte leise, packte das Gewehr wieder ein und besah sich den Schaden aus nächster Nähe an. Er stellte fest, dass er einen der Polizisten in die Brust geschossen hatte. Der gebrochene Blick von dem Toten sah ihn strafend an. „Bingo…“ stieß er aus und wandte sich ab. Das war ein Volltreffer. So konnte es weitergehen. Aber erst musste er wissen, welche Reviere der Polizei hier an der Autobahn waren. Das müsste doch im Internet zu finden sein. Die Generalprobe war schon mal perfekt. Holger verließ die Unfallstelle und holte sein Gewehr. Nur wenig später stieg er in seinen BMW und fuhr nach Hause um die weiteren Taten zu planen.

    „Semir! Ben! Wir haben einen Massenunfall an der A1 auf Höhe km 409…“ kam über Funk. Sofort ließ Ben das Blaulicht aufleuchten und Semir trat das Pedal durch. Sie waren nicht weit davon entfernt und kamen dank Martinshorn schnell und problemlos hin. Als sie an der Unfallstelle ankamen sahen sie das Dieter und Hotte bereits mit der Aufnahme der Unfallbeteiligten beschäftigt waren. „Dieter? Hotte? Was ist hier passiert?“ wollte Semir wissen. „Dort der Streifenwagen der Kollegen von der ADS 27 ist gegen die Leitplanke und dann wurde das Chaos hier veranstaltet…“ erklärte Hotte. „Kollegen? Was sagen sie aus?“ harkte Semir nach. „Der eine sagt gar nichts mehr…Brustschuss…. Er ist tot...“ gab Dieter von sich. „Was ist mit dem anderen Kollegen?“ kam leiser von Ben. „Der ist schwer verletzt und wird gerade mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Ob er noch mal aufwacht ist nicht sicher…Die Beamten heißen Laurenz Haffner und sein Beifahrer Manuel Dautz…“ erklärte Hotte. Semir sah Ben an. „Scheiße..“ stieß er leise fast unhörbar aus, doch Ben wusste was er sagte und nickte nur. „Wissen die Kollegen der Dienststelle schon Bescheid?“ fragte Semir nach. „Nein…noch nicht…“ gab Dieter zurück. „Okay..das übernehmen wir.“ Kam von Semir und schon fuhren sie wieder los. Schweigend ging die Fahrt zum Revier der Kollegen. Dort wurden sie auf ihr Bitten hin zum Dienststellenleiter empfangen. „Kriminalhauptkommissar Heinz Rolfes…“ stellte sich der Mann vor. „Semir Gerkan….das ist mein Kollege Ben Jäger… wir sind von der Kripo…“ kam von Semir. „Kripo? Was kann ich für Sie tun? Aber bitte setzen Sie sich. Möchten Sie einen Kaffee oder was Kühles trinken?“ bot Rolfes an. „Nein danke….es geht um Laurenz Haffner und Manuel Dautz…“ erklärte Semir. „Die Kollegen sind nicht hier … sie machen gerade ihre Runde…“ gab Rolfes zu verstehen. „Nun…Herr Rolfes. Wir wurden eben zu einem Unfall gerufen…bei km 409….der Verursacher war Laurenz Haffner…“ erklärte Semir leise. „Was sagen Sie da? Einen Unfall? Wie geht es den Beiden?“ wollte Rolfes bestürzt wissen. „Es tut uns sehr leid, Herr Haffner ist tot..Herr Dautz wurde mit dem Rettungshubschrauber in die Uniklinik gebracht worden. Er ist nicht vernehmungsfähig..“ kam leise von Semir. „Oh mein Gott….wissen Sie….ich meine…wie es passiert ist?“ fragte Rolfes leise. Er war sichtlich geschockt über das was er zu hören bekam. „Herr Haffner wurde erschossen….“ gab Ben zur Antwort. Rolfes sah ihn an. „Erschossen????“ stieß er fragend aus.

    In dem Container wo Semir lag, herrschte eine Temperatur von 54 Grad. Die Luft war zum schneiden dick. Semir kam noch einmal zu sich und versuchte sich bemerkbar zu machen, doch wie zuvor, niemand hörte ihn. Vermutlich war er auf dem Gelände allein. Wo war der Mann, der ihn diese Tropfen gab, wo er alles vergessen konnte. „Hilfe....“ sagte er leise. Viel zu leise, als das ihn jemanden hören konnte. Mühsam versuchte er in seinem Mund Speichel zu sammeln, damit er etwas Flüssiges spürte. Er hätte alles gezahlt um nur einen Schluck Wasser zu bekommen. Doch nichts....gar nichts. Man hatte ihn hier abgelegt um ihn sterben zu lassen. Lieber eine Kugel in den Kopf, als elendig zu verdursten... und zu verhungern... Semir lachte bitter. Auch du kannst nur einmal sterben. Entweder verdursten oder verhungern...nicht beides....erklärte er sich im Geiste. Er dachte an die Zeit mit Tom. Sie war die beste Dienstzeit in seiner Laufbahn. Schade eigentlich, dass sie vorbei ist. Wie gern hätte er sich noch mit Andrea getroffen und gezankt....er wäre auch einer Familie nicht unzugänglich gewesen, aber es sollte nicht sein. Jeder ist für sein Schicksal verantwortlich, hörte er die Lehre seines Vaters. „Junge...gib nicht auf....die finden dich. Du musst nur durchhalten...“ hörte er auch André sagen. „André....hilf mir....bitte....ich...ich habe Durst....“ gab er leise von sich. Er sah André nicht, aber er hörte seine Stimme. „Ich kann dir nicht helfen, aber Hilfe ist unterwegs....halte durch. Schlafe nicht ein....nicht einschlafen...hörst du, Semir... das ist wichtig. Du darfst nicht schlafen...“ ermahnte ihn die Stimme von André. „Ich bin müde.... ich will schlafen. Meine Augen brennen...“ klagte Semir. „Ich weiß...Gurkenkopf...gib nicht auf....halte durch und die Augen offen....laufe rum oder mach etwas Anderes, zähle von mir aus die Fliegen hier aber schlafen nicht ein....fang an zu zählen...!“ forderte André auf. Und tatsächlich zählte Semir. Er wusste nicht was, aber er zählte.... Dennoch sackte er langsam zusammen und fiel in einen schlafähnlichen Zustand. Er hörte nicht wie die Tür aufging und jemand auf ihn zukam.

    „Semir!! Gott....verdammt.....Semir!“ stieß Tom aus als er den blauen Container betrat. Die Hitze war unerträglich und auch der Gestank war extrem. Doch er hatte ihn gefunden. Er hatte seinen Freund gefunden. Mit zitternden Händen öffnete er die Handschellen und nahm die Flasche mit Wasser aus seiner Tasche. „Semir.....hörst du mich....werd wach... komm schon.....komm...ich hab Wasser für dich....“ redete Tom auf die reglose Person ein. Er ließ etwas Wasser auf die rissigen Lippen von Semir fallen. Doch dieser regte sich nicht. Tom setzte sich so hin, dass er Semirs Kopf auf den Schoß bettete. „Rufen Sie bitte den Notarzt...und sorgen Sie dafür, dass der Container runter geholt wird!“ befahl der Ralf, der sofort die Leiter runter stieg und losrannte. Nur wenig später ging eine Erschütterung durch den Container und Tom hielt Semir erschrocken fest. Sein Partner stank nach Urin und Schweiß, doch das war Tom egal. Er hatte ihn gefunden und es war extrem knapp geworden. „Semir....hör mir zu... du bist gerettet...hörst du mich...komm...trink was...komm....mach die Augen auf...ich will nicht umsonst durch die Hitze gerannt sein...“ versuchte Tom und ließ wieder ein paar Tropfen Wasser auf die Lippen laufen. Diesmal schien es als würde Semir reagieren. Seine Zunge leckte die köstlichen Tropfen ab. „So ist es gut....du verdammter Hund....mach deine Augen auf...sieh mich an....“ bat Tom fürsorglich. Tatsächlich folgte Semir den Befehl. „Tom……end..lich..“ kam schwer über seine Lippen. Bei Tom tränten die Augen. Er hatte mittlerweile mitbekommen, dass der Notarzt in den Container kam. „Er ist stark dehydriert!“ gab der Arzt zu bedenken und ließ Semir auf die Trage packen. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, während Tom noch etwas brauchte um zu realisieren, wie knapp es war. „Herr Kranich...alles okay?“ riss Ralf ihn aus den Gedanken. Tom sah ihn an. „Danke....für ... für Ihre Hilfe....es war wirklich in letzter Sekunde....“ stieß er aus.

    Ist ja wohl klar wie Kloßbrühe..die Fälle hängen zusammen. Ich wette die Waffen tauchen wieder auf..und zwar bei diesen Bonzen auf denen Ben und Semir aufpassen soll...Wäre doch zu einfach nur einen Babysitterjob auszuführen...

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich deine Entschuldigung annehmen soll..na...ausnahmsweise.

    Du hast mich gut getroffen, allerdings...ich hätte keine Angst...der Typ sollte sie haben, denn wenn ich sauer werde weil man meinen Freunden wehtut, dann werde ich zum Tier....;)

    Tom kam im Containerhafen von Köln an. Er rannte in das Gebäude der Hafenverwaltung und wurde von einer Stelle zur Anderen geschickt. Dann endlich schien er an den richtigen Mann zu kommen. „Sie denken Ihr Kollege ist in einen der Container?“ harkte dieser nach. „Ich bin mir sogar sicher.....der Kerl der ihn eingesperrt hat...“ erklärte Tom. „Haben Sie eine Ahnung wie viele Container hier stehen? Wissen Sie irgendwas über den Kasten?“ harkte der Mann nach. Tom zog die Bilder hervor. Der Mann sah sich die Bilder an. „Also....das ist eindeutig nicht hier....“ gab der Mann bekannt und die Bilder zurück. „Bitte was?“ harkte Tom nach. „Das ist nicht bei uns. Vermutlich ist es Düsseldorf...“ erklärte der Mann. Tom nahm die Bilder und bedankte sich. Er rannte regelrecht auf seinen Wagen zu um Anna zu informieren. „Chefin....ich habe eben die Auskunft bekommen, dass der Container wo Semir drin ist, vermutlich in Düsseldorf steht...!“ gab er durch. Mit Blaulicht und Sirene ging die Fahrt nach Düsseldorf. Im Rückspiegel machte Tom schon sehr bald die Verstärkung aus. Acht Fahrzeuge folgten ihm auf das Gelände. Auch hier wurde die Suchmannschaft über die Gelände geschickt um eine entsprechende Person zu finden. „Sie wollen hier aber nicht alle Container öffnen! Das geht überhaupt nicht. Wie haben hier an die 8000 Container stehen...das wird ja ewig dauern!“ beschwerte sich der zuständige Mann. „Hören Sie mal...mein Kollege ist bereits seit Tagen in einem der Container und ich werde das Gelände nicht verlassen, bis ich ihn gefunden habe!“ fauchte Tom wütend. Er sah sich auf dem Gelände um und ihm kamen Zweifel bei der Menge an Containern einen Erfolg zu erzielen.

    „Haben Sie wenigstens eine Ahnung wo er sein könnte?“ harkte der Mann nach. „Nein...überhaupt nicht...nur ein Bild was meinen Kollegen zeigt...“ erklärte Tom. „Darf ich es mal sehen?“ bat der Mann. Tom nickte und holte das Bild heraus. Der Mann sah es sich an und dann das Gelände. „Also diese Ecke wurde heute geräumt...da war sicher nichts....wann soll das Bild denn aufgenommen worden sein?“ fragte er nach. „Das weiß ich nicht...ich weiß nur, dass mein Kollege irgendwo in so einem Brutkasten steckt. Vermutlich ohne Trinken und Essen...was das heißt wissen Sie doch wohl am Besten..“ fauchte Tom ihn an. Mittlerweile wusste er das Peter Bosbach, der Mann, dem er die Drogen im Austausch gab mit einer Kugel in der Brust im Krankenhaus lag und um sein Leben kämpfte. Von dem war nichts zu erwarten. „Seit Tagen? Das ist übel... wir haben die letzten zwei Tage kaum Schatten gehabt und in der Sonne heizen sich die Blechcontainer auf 50 Grad hoch. Okay....auch wenn heute Sonntag ist und ich eigentlich mit meiner Frau zum Kegeln wollte....das ist ein Grund es nicht zu tun....am Besten fangen wir dort hinten an und arbeiten uns durch. Wie viele Männer sind Sie?“ harkte der Mann nach. „Ungefähr zehn....viel zu wenig...selbst wenn wir ....“ stöhnte Tom. „Gut.... dann werde ich noch zwanzig Mann aktivieren....in drei Stunden haben wir das hier durch!“ kam von dem Mann. Tom sah ihn dankbar an. Nur eine halbe Stunde später fingen sie an Container für Container durch zu gehen. Vier Stunden später waren sie durch und resignierten. In keinem dieser war Semir eingesperrt. Ralf Winter sah Tom an. „Es tut mir sehr Leid, aber das war der Letzte....hier....er ist nicht hier. Sind Sie sicher, dass er hier war? Vielleicht ist es der falsche Hafen....?“ harkte er nach. „Nein....nein...er ist hier...ich fühle es...er muss hier sein. Was ist mit den Containern dort hinten? Sie sagten doch, dass sie ausrangiert sind. Das wäre eine Möglichkeit....lassen Sie uns die Dinger noch durchgehen...bitte....“ flehte Tom. „Also gut....es sind noch einmal 80 Container....“ nickte Ralf und stand auf. Er reichte Tom eine Wasserflasche die er zunächst in die Tasche steckte.

    Tom stand pünktlich am Treffpunkt. Hartmut hatte es tatsächlich geschafft das Koks im Original zu beschaffen. Tom nahm sich vor, ihn auszuquetschen wie er es hinbekommen hatte, sobald Semir wieder frei war, doch nun hieß es erst einmal warten. Der Mann ließ sich Zeit. Es dauerte fast zwei Stunden, bis das Handy klingelte. „Sie werden die Sachen nun in den Schacht vor Ihnen fallen lassen!“ befahl der Anrufer. „Wo ist mein Kollege?“ harkte Tom nach. „Sie finden an der Telefonzelle einen Hinweis...und nun tun Sie es, oder ich jage ihn in die Luft!“ fauchte der Mann. Tom sah sich um. Der Mann beobachtete ihn also...gut....dann müssen die SEKler später zugreifen... wenn er sich das Zeug holt. Bis dahin konnte er bei Semir sein...so dachte Tom jedenfalls. Er ließ die Tasche in den Schacht fallen. „Lösegeld wurde gezahlt..“ gab er durch das Mikro an seinem Revers durch. Er rannte auf die Telefonzelle zu und sah sich suchend nach dem Hinweis um. Ein kleiner Umschlag war unter dem Gerät befestigt. Er nahm ihn ab und öffnete ihn. Ein Bild von Semir fiel heraus. Mit verbundenen Augen und scheinbar gefesselten Händen lehnte er an einer Wand. Sonst war nichts da. Was sollte das? War das ein übler Scherz? Wie sollte er so Semir finden? Noch einmal durchsuchte er den Umschlag und fand tatsächlich noch ein Bild. Es zeigte Container. „Der Containerhafen...“ stieß Tom aus. Doch in welchen von dem war Semir? Tom wartete nicht ab, was das SEK tat sondern rannte zu seinem Wagen und raste los. „Chefin! Semir ist im Containerhafen....ich brauche eine Suchmannschaft, denn in welchem Container er steckt weiß ich nicht. Darauf gab es keinen Hinweis!“ gab er hastig über Funk weiter. „Ich veranlasse alles. Fahren Sie schon mal hin!“ befahl Anna. „Bin schon unterwegs!“ stieß Tom aus und hängte das Mikro wieder ein. Er musste sich auf den Verkehr konzentrieren. „Halte durch, Partner...ich hole dich raus... halte einfach nur durch“ redete er leise zu sich selbst als er an Semir dachte.

    Dieser ließ sich mit einem Seufzer zur Seite fallen. Er hatte es nach unendlich scheinender Zeit geschafft, dass die Augenbinde fiel. Doch für ihn änderte sich nicht wirklich etwas. Es blieb dunkel. In den Ecken kam ein heller Lichtschein durch und Semir sah die Sonnenstrahlen, die sich mit dem Staub in seinem Gefängnis trafen. Er kam mühsam auf die Beine, doch sofort spürte er den Schwindel. Dennoch versuchte er aus der Nässe zu kommen in der er eben noch saß. Alles roch widerlich. Von der Wand gestützt ging er langsam an dem Raum entlang. Nichts war hier drin.... nur er. Keine Nahrung...kein Trinken...nichts. „Hallo?!“ rief er laut. Es hallte, doch von außen war nichts zu hören. War wirklich niemand da? Was war wenn er ....nein...er konnte nicht unter der Erde sein....die Sonne sie schien doch...er sah sie ganz deutlich....Durst....verdammt ich habe Durst.....dachte er und leckte sich den Schweiß ab, der über die Lippen lief. Lange würde er es nicht machen. Es war hier wie in einer Sauna....keine Luft. Welcher Tag war heute? Am Mittwoch war er mit Tom unterwegs aber wie lange war er schon in den Fängen von diesem Männern? Er hatte mittlerweile heraus gefunden, dass er in einem Container steckte. Die Struktur in diesem Raum wies eindeutig dort hin. Aber wo stand der Container? Im Hafen? Und wenn...in welchen? Köln oder Düsseldorf? Wo......? suchte Tom ihn bereits? Hatte dieser eine Spur? Semir ließ sich mit einem Seufzer zu Boden sinken. Am liebsten hätte er seine Hände auch befreit, doch die waren seit Tagen bereits gefesselt und die Finger ließen sich kaum noch bewegen. Die Handschellen würde er eh nicht ohne Hilfe aufbekommen, und der Gürtel....auch er hielt die Hände auf dem Rücken. Nicht einmal wenn er so gelenkig wäre, dass er seinen Gürtel mit den Zähnen öffnen könnte würde ihm helfen. Kopfschmerzen .... da waren sie wieder. Doch diesmal viel Stärker. „Lass mich doch einfach schlafen und nie wieder wach werden....“ sagte er leise. Langsam schloss er die Augen und versuchte den wenigen Sauerstoff aus der hier im Container vorhandene Luft zu filtern. Seine Sinne schwanden immer mehr. Wie lange hatte er schon nichts mehr getrunken oder gegessen? Der kleine Schluck mit dem er die Tropfen die ihn eingeflößt wurden zählte nicht. Der Hunger machte sich bemerkbar und der Magen knurrte schon schmerzhaft.

    Tom schrak auf, als sein Handy klingelte. „Ja?“ fragte er. „Haben Sie meinen Stoff?“ hörte er den Mann fragen. „Ja...ich will mit Semir sprechen...bitte...lassen Sie mich mit ihm sprechen...“ bat er leise. „Nein....wir treffen uns gegen Mittag am Rasthof bei KM 308 an der A4. Nur Sie und der Stoff....dafür bekommen Sie dann den Ort Ihres Kollegen...Wenn Sie nicht allein kommen, dann wird Ihr Freund sterben...haben wir uns verstanden?“ harkte der Mann nach. „Ja....aber ich will eine Garantie, dass mein Kollege noch lebt..“ forderte Tom. „Wollen Sie ihn schreien hören? Ich kann das arrangieren!“ drohte der Anrufer. „Nein...nein...okay....ich werde da sein....“ gab Tom auf. Er wusste nicht wie der Mann reagieren würde, wenn er auf ein Gespräch mit Semir beharren würde, doch es hörte sich nicht so an, als wäre er davon überzeugt, dass Tom auch ohne Lebenszeichen gehorche. Tom hatte nicht vor, Semirs Leben aufs Spiel zu setzen. Er merkte gar nicht, wie das Besetztzeichen zu hören war. Er ließ die Hand sinken. „Hat er den Treffpunkt durchgegeben?“ riss Anna ihn aus seinen Gedanken. „Ja...hat er...Km 308 auf der A4...gegen Mittag...“ bestätigte Tom. „Das Gespräch war viel zu kurz...ich konnte nichts tun..“ klagte Andrea die ebenfalls ins Büro kam. Tom nickte enttäuscht. „Der Mann ist nicht dumm....“ gab er bekannt. „Wir werden das SEK informieren und uns an dem Platz verteilen. Sobald der Kerl sich mit Ihnen trifft, werden wir ihn greifen... und dann ausquetschen..“ fauchte Anna. Es war bereits der fünfte Tag wo Semir nicht mehr bei ihnen war.

    Auf dem Containerhafen war reger Betrieb. Diverse Container sollten umgestellt werden, so hatte der Leiter dieses Hafens beschlossen. „Diese Dinger hier sind eh Schrott...schafft sie nach hinten in den Abstellraum....da hier eh niemand mehr rangeht, könnt ihr sie dicht an Dicht stellen..“ befahl er seinen Leuten, die es auch taten. Innerhalb weniger Stunden waren alle Container die im Bereich 31A nicht mehr benötigt wurden in den hinteren Bereich abgestellt worden. Auch der kleine blaue Container, der eine für Tom und den Kollegen der Autobahnpolizei wichtige Fracht beherbergte wurde verstellt. Er wanderte nach ganz oben. Die Sonne brannte an diesem Tag besonders gut und der Container befand sich gute 22 Meter über den Boden in der prallen Sonne. Wie sich die Hitze darin staute, war sicher klar. Semir wachte Stunden später auf und spürte die schlechte Luft. Schweiß lief ihm die Stirn runter. Seine Kleidung stank und er verspürte auch einen menschlichen Druck, den er einfach freien Lauf ließ. Was sollte er auch tun....hier würde ihn niemand finden...er war verloren. Wo immer er hier auch war. Die Hitze wurde immer stärker. Die Luft dünner und Semir bekam regelrecht Hustenanfälle. Vielleicht sollte er versuchen um Hilfe zu rufen? Würde es was bringen? Würde man ihn hören? Wenn er nur diese verdammte Augenbinde abkriegen würde... dachte er. Er wollte es wenigstens versuchen. Alles war besser, als hier untätig herum zu sitzen. Würde der Mann, der ihn hier einsperrte noch einmal besuchen und ihm diese Tropfen geben?

    bitte macht doch nicht so ein Aufheben um eine Information, die auf irgendeiner Seite steht, wo man nicht einmal weiß ob es auch wirklich so ist. Sollte sich etwas bei Alarm für Cobra 11 ändern, was die Besetzung angeht, werdet ihr es sicher früh genung (nämlich wenn es offiziell ist) von uns erfahren. Einige Seiten schreiben einfach was hin, ohne dafür auch die offizielle Bestätigung von Action Conzept zu haben.

    Wie gesagt...wir werden darüber berichten wenn es uns offiziell mitgeteilt wird. Von daher ...ruhig Blut....und keine voreiligen Schlüsse ziehen.

    Und noch einmal Tom Beck steigt nicht aus!!!

    Hartmut machte sich gerade über sein Frühstück her, als er Tom vorfahren sah. „Och nee...“ stieß er aus. „Hartmut!! Schnell ich brauche deine Hilfe!! Es geht um Leben und Tot!“ stieß dieser völlig außer Atem aus. „Ja das kenne ich...das geht immer um Leben und Tot...und dann....dann habt ihr so viel Zeit um die Ergebnisse abzuholen...das kenne ich....“ nickte Hartmut. Tom winkte ab. „Nein...diesmal wirklich...es geht...um Semirs Leben...bitte ich komme ohne dich nicht weiter...“ flehte Tom. Hartmut sah ihn prüfend an. Es schien Tom ernst zu sein. „Wo ist Semir denn? Fährt er gerade wieder ein Auto zu Schrott?“ lachte Hartmut. Doch sein Lachen verstummte, denn Tom sagte nichts. „Was ist mit Semir?“ harkte Hartmut nun ernst nach. Tom sah ihn an. „Ich hoffe inständig, dass er noch lebt. Seit gut vier Tagen gibt es keinen Kontakt zu ihm. Erst war er in Händen von zwei angeblichen Toten und nun ist er in der Hand eines Drogenbarons, der seinen Stoff im Austausch wieder haben will, aber die Schrankmann lehnt alles ab....ich brauche dich....und deine unglaublichen Fähigkeiten...bitte...lass du uns nicht hängen. Du hast die Deckung von der Chefin..“ erklärte Tom weiter. Hartmut sah ihn zweifelnd an. „Das hört sich ja richtig wichtig an. Okay.... wenn die Chefin das deckt...was willst du haben?“ harkte Hartmut nach. „Ich brauche einige Briefchen mit echtem Koks und einige mit irgendwas, das koksähnlich ist....“ erklärte Tom. „Nun...das echte ist kein Problem...ich habe ja immer ein paar Gramm bei mir....Tom! Jetzt mal im Ernst... wie soll ich denn an Koks kommen?“ wollte Hartmut wissen. Tom sah ihn an. „Das weiß ich nicht... aber ich brauche es...! Bitte für Semir...“ flehte Tom erneut. Hartmut stieß verzweifelt Luft aus. „Ich werde sehen was ich tun kann. Bis wann brauchst du es?“ harkte Hartmut nach. „Spätestens morgen, denke ich...“ gab Tom von sich.

    Semir wachte auf. Er fühlte sich wie immer nach dieser Drogengabe. Kopfschmerzen, Übelkeit....Schwindel....alles war wieder da. Was war es, was er dort bekam? Wurde er davon süchtig? Brauchte er es dann immer wieder? Fragen die ihm durch den Kopf gingen, die er nicht beantworten konnte. Er spürte den Hunger und den Durst, doch sein Bezwinger schien es nicht für nötig zu halten ihn zu füttern oder etwas zu trinken zu geben. Die Augenbinde saß fest. Vielleicht schaffte er es, sie zu lösen. Wenn er nicht mehr blind war, konnte er sich in seinem Gefängnis umsehen. Seine Hände waren mittlerweile abgestorben. Wie lange waren sie nun schon an seinem Gürtel gefesselt. Die Tür ging wieder auf. Semir zog sich zusammen. Die Schritte endeten vor ihm und wieder spürte er die Finger zwischen seinen Kiefern. Die nächste Ladung war fällig, dachte er und wehrte sich nicht dagegen. Er hätte eh keine Chance. Die Frage war, wie lange es noch so gehen würde. Suchte man ihn überhaupt? Der Entführer stand mit Tom in Kontakt, doch Semir war lange genug Polizist um zu wissen, dass er diesen Raum nicht lebend verlassen wird. Nachdem der Mann gegangen war, legte Semir sich hin. Er kannte das was nun kam. Die Müdigkeit schien immer schneller zu kommen. Vielleicht würde er sogar im Schlaf sterben. Einfach nicht mehr aufwachen...für immer schlafen...keine Schmerzen, kein Hunger, kein Durst...nichts mehr fühlen...Semir fühlte wie er davon schwebte. Nur wenig später hob und senkte sich sein Brustkorb in regelmäßigen Abständen.

    Ben ging im Wartezimmer des Frauenarztes auf und ab. Immer wieder sah er auf die Uhr. Was war nur mit Carla, dass ihr so schlecht war. War sie krank? Hatte sie etwas Schlimmes? Diese Attacken die sie bekam...das konnte nicht normal sein. Das ging nicht. Die Tür ging auf und Carla kam heraus. Sie war blass und Ben erschrak. „Doc? Ist mit meiner Frau alles in Ordnung?“ fragte er sofort. „Natürlich...es ist alles in Ordnung...die Übelkeit wird vergehen und die Heißhungerattacken werden spätestens in vier Monaten vergessen sein..“ lächelte der Arzt. „So lange soll das dauern? Was ist es denn? Ist es was Ernstes?“ harkte Ben nach. Carla lachte leise und sah den Arzt an. „Nun...es dauert sogar neun Monate...aber danach werden Sie erst Recht Stress haben..“ erklärte der Arzt. Ben verstand immer noch Bahnhof. „Was können wir dagegen tun? Soll sie Kur machen? Ich meine.....“ Ben stutzte, denn Carla strahlte immer noch. Irgendwas stimmte nicht. „Sagten Sie neun Monate?“ harkte er nach. Der Arzt nickte. „Soll das heißen...das...das.. ich Papa werde?“ kam von Ben. „Ganz genau...ich gratuliere...Ihre Frau ist im zweiten Monat...“ lächelte der Arzt. Ben sah von Carla zum Arzt. „Aber...das heißt ja...das...ich meine...wir sind gerade sieben Monate verheiratet und...das wäre dann...also...“ stammelte Ben. Carla lachte hell auf. „Ben...man muss nicht verheiratet sein um Kinder zu bekommen... aber wir sind es…und es steht denen nichts im Wege…“ erklärte sie. „Ja...sicher....aber...... Sie sind sich sicher Doc?“ harkte er noch einmal nach. „100 %ig“ bestätigte der Arzt erneut. Ben stand mitten im Raum. Er konnte es immer noch nicht fassen. Er wurde Vater. Das musste er Semir unbedingt erzählen. „Whow...!“ stieß er aus. Carla sah ihn etwas enttäuscht an. Sie trat vor ihn und sah ihn eindringlich in die Augen. „Freust du dich nicht? Ist es zu früh? Soll ich das Kind weg machen?“ harkte sie nach. Ben erwachte aus seiner Starre. Die Worte seiner Frau drangen zu ihm durch. „Spinnst du!!! Das ist mein Kind!! Mein eigen Fleisch und Blut!! Ich ... ich muss es nur realisieren. Ich könnte vor Freude schreien!!!“ strahlte Ben und küsste Carla zärtlich. „Tu dir keinen zwang an. Schrei deine Freude raus....ich liebe dich Ben Jäger!“ lachte Carla. Nur kurz drauf ertönte in der Frauenarztpraxis ein lauter Schrei, der noch im fünften Stock zu hören war.

    Einige Tage später hatte Familie Gerkan mal wieder eingeladen. Diesmal waren alle aus der PAST zusammen gekommen und feierten Andreas Geburtstag. „Susanne wollte noch was von dir..“ grinste Ben breit und behielt sein Geheimnis für sich. Semir sah zu Susanne die ihm zuwinkte. „bin gleich zurück... und dann sagst du mir was los ist....“ murmelte er und ging zu ihr. „Hör mal....du erinnerst dich doch, dass du mich um etwas gebeten hast oder?“ fing Susanne an. „was? Ich dich?“ kam unwissend von Semir. „Hast du schon vergessen? Andrea...ihren geheimsten Wunsch...“ erinnerte Susanne ihn. „Ach so...ja...ja...das hab ich nicht vergessen...“ grinste Semir. „Ich weiß was sie möchte....“ verkündete Susanne leise und sah sich verschwörerisch um. „Was ist es? Blumen? Ein Ring? Ein Abendessen?“ harkte Semir ungeduldig nach. „Nein...sie möchte ein Wochenende mit dir in einer einsamen Waldhütte verbringen. Ohne Handy, ohne Funk...nur du und sie...“ erklärte Susanne. Semir sah sie an. „Ähm....und was ist an zweiter Stelle?“ kam die Frage von ihm. „Es gibt keine zweite Stelle...warum macht ihr euch kein schönes Wochenende auf dem Land? Dir wird die Ruhe sicher auch gut tun..“ lachte Susanne. „Ja...sicher... aber so ganz ohne...als ich das letzte Mal mit Andrea ohne Handy war, da sind wir in die Hände von Räubern gefallen..“ erinnerte Semir sich. „Das wird diesmal sicher nicht so sein...“ lachte Susanne. Semir nickte. „Gut...danke für deine Mühe...“ lobte er sie. Er stand auf und ging zu Ben... „So... und nun bist du dran.... Was zum Teufel geht hier vor? Ihr wisst was...und zwar alle...ich will das auch wissen!“ forderte er seinen Partner auf und sah auch die Frauen an. Ben sah zu Carla. „Erzähl mir erst, was das für eine Bande war...“ lenkte Ben von dem Thema ab. „Was? Das hab ich dir doch schon viermal gesagt...!“ maulte Semir zurück. Seine Ungeduld war sichtlich. „Ich will es aber noch einmal hören...von mir aus die Kurzversion..“ lachte Ben und sah verliebt zu Carla. „Nun ja...diese Typen...die deine Hochzeitsfeier gesprengt haben... waren eigentlich Waffenhändler. ich hab nicht locker gelassen und es stellte sich heraus, dass der Wirt und dieser Geiselnehmer sich kennen. Der Wirt hatte jede Menge Waffen in seinem Keller gebunkert und als ich den Wirt gerade befragte kam der Typ dazu. Er hat mich angeschossen, aber ich konnte beide überwältigen. Sie wurden verhaftet und fertig...so und nun du...!“ erklärte Semir und nahm einen Schluck seiner Cola. Ben strahlte. „Carla ist schwanger!“ stieß er aus. Semir schluckte und hustete! „Whow!!! Das geht aber schnell bei euch...!“ meinte er nur. „Ich bin ja auch jünger wie du...“ lachte Ben. „Ich gratulierte euch...ganz herzlich...wann kommt es zur Welt?“ harkte Semir sofort nach. Ben sah zu Carla. „Ja...nach neun Monaten...hoffe ich doch...“ meinte Ben nur trocken.

    To be Continue....

    Ihr wisst was es heißt? Genau..... es gibt noch einen dritten Teil....aber der dauert noch....bis dahin.....danke für eure Feeds...hat mich riesig gefreut.....

    Tom wartete auf den nächsten Anruf. Anna sah ihn besorgt an. „Sie sollten zwischendurch auch mal schlafen...Tom..“ gab sie zu bedenken. „Ich habe die Nacht zwei Stunden geschlafen, das ist genug. Wenn ich Semir gefunden habe, würde ich gern ein paar Überstunden abbauen...aber jetzt ist es wichtig erst einmal die Drogen zu bekommen, damit wir Semir freikaufen können..“ stieß Tom aus. „Das wird auf gar keinen Fall passieren!“ kam eine Tom sehr vertraute Stimme. „Frau Schrankmann...ähm...ich...“ fing er an. Anna sah ihn an. „Ich mach das...“ sagte sie leise und begrüßte die Staatsanwältin. „Herr Gerkan wollte mir Beweise bringen, dass er Tote jagen kann. Das ist fast eine Woche her und bisher gab es nichts. Ich bin ja von Herrn Gerkan gewohnt enttäuscht zu werden, aber das geht zu weit. Wo ist er?“ harkte die Frau nach. Anna sah sie an. „Herr Gerkan befindet sich in den Händen eines uns unbekannten Mannes, der so beschlagnahmte Drogen freipressen will. Ich bin gewillt diese Forderung einzugehen, um das Leben von Gerkan zu retten...“ erklärte Anna mit fester Stimme. „Sie vielleicht Frau Engelhardt...ich nicht.“ widersprach Schrankmann. „Frau Schrankmann....Semir hatte Recht. Die Männer die angeblich bereits vor drei Jahren erschossen wurden, sind gestern tot aufgefunden worden. Beide wurden erschossen...“ fing Anna an. „Ja sicher...vor drei Jahren bei ihrer Festnahme...das weiß ich bereits...“ lächelte Schrankmann. „Nein......gestern....Sie wurden gestern erschossen!“ widersprach Anna nun. Wut stieg in ihr auf. Schrankmann sah sie höhnisch an. „Frau Engelhardt... ich weiß nicht wie Gerkan und Kranich Sie immer wieder auf ihre Seite ziehen, aber bei mir werden beide auf Granit beißen. Es wird keinen Austausch geben!“ kam kalt von Schrankmann. Sie stand auf und wollte das Büro verlassen. „Sagen Sie Herrn Gerkan, dass er sich schon mal darauf vorbereitet, die Verkehrsregeln zu lernen...er wird sobald er wieder da ist, den Verkehr auf Hallig Hooge regeln.“ hängte sie an und verschwand.

    Anna sah der Frau hinterher. Die Wut zeigte sich deutlich. „Das werden wir ja sehen..“ knurrte sie als Tom ins Büro kam. „Sie lässt sich nicht darauf ein, oder?“ fragte er. Anna lächelte milde. „Wie kommen Sie denn darauf...natürlich werden wir Semir freikaufen..“ gab Anna bekannt. Tom ließ sich auf den Besucherstuhl fallen. Er sah sehr müde aus. „Chefin....ich kenne Schrankmann. Und der Gesichtsausdruck eben beim Verlassen zeigte mir, dass sie sich als Sieger fühlte und das tut sie bekanntlich nur dann, wenn sie einen von uns auf Hallig Hooge versetzen will.“ Meinte Tom nur. Anna sah ihn an und nickte. „Okay....versteck spielen ist also nicht mit Ihnen. Ja...es stimmt. Diesmal soll Semir dort hin. Aber Sie wissen genau, dass sie damit nicht durchkommt. Jetzt heißt es erst einmal, Semir da raus zu holen, egal wo er steckt...ich lasse ihn nicht im Stich...“ versprach Anna. „Ich weiß...aber wie....Hartmut!“ stieß Tom plötzlich auf. Anna sah ihn an. „Was ist denn mit Hartmut?“ harkte sie nach. „Er kann uns helfen....Chefin...er kann doch.....irgendwas zaubern, was wie Koks aussieht und sicher auch an eine kleine Probe rankommen. Der Typ will das Zeug wie es in den Uhren war...das sind kleine Mengen gewesen....aber was wenn wir eine echte Koksprobe und der Rest ist Puderzucker oder so....als Tauschmittel geben. Es muss doch nur für die Zeit reichen, bis das SEK zugreift. Der Kerl wird dann schon im Verhör sagen, wo Semir ist....das ist eine Chance!“ stieß Tom hoffnungsvoll aus. Anna nickte. „Fahren Sie hin und sprechen Sie mit Hartmut. Sagen Sie ihm auch, dass ich hinter ihm stehe und diese Aufgabe genehmige...“ bestätigte Anna. Schon war Tom draußen. Er rannte an der verzweifelt aussehenden Andrea vorbei.