„DOC!! Wie sieht es aus..wie steht es um unseren Kollegen?“ harkte Semir sofort nach. Der Arzt sah ihn müde an. „Beten Sie….das ist alles was Sie tun können..“ kam als Antwort. Was soll das heißen?“ wollte Ben wissen. „Es soll heißen, dass wir dreimal wiederbeleben mussten..die Kugel sitzt sehr dicht am Herzen. Wir können sie nicht entfernen. Es geht nicht. Wir können ihm lediglich das Sterben erleichtern. Es tut mir Leid… wenn er Familie hat, dann rufen Sie sie her. Er wird diese Nacht nicht überleben..“ erklärte der Arzt. „Aber …. Hotte kann doch nicht einfach gehen…das geht nicht…“ gab Semir von sich. Ben sah ihn an. „Semir….es ist vorbei….komm wir gehen zu ihm..“ schlug er vor. „Aber…er…er kann doch nicht gehen…das ist Hotte… er war immer da..er kann nicht gehen..“ stammelte Semir. Ben zog ihn ins Zimmer wo Hotte im Bett lag. Das Gesicht war blass und der Atem ging stoßweise… „Semir…Ben….Jungs… ich schaff es nicht…“ kam leise von Hotte. „Quatsch…der Arzt hat eben gesagt, dass alles gut ist..Hotte…du wirst schon bald wieder bei uns sein..“ log Semir und versuchte die Tränen zu halten. Doch es ging nicht. Hotte lächelte müde. „Semir….hör auf..ich weiß es….ich weiß… wie es…um mich….steht….die Kugel…ich…ich spüre sie…“ Hotte macht eine Pause. „Es….ist…im Dienst…passiert..und..und…das ist gut so..“ gab er weiter von sich. Semir drehte sich weg und ließ seinen Tränen freien Lauf. Ben legte ihm die Hand auf die Schulter doch Semir ließ sich nicht aufhalten und verließ das Zimmer. Hotte schloss immer wieder die Augen. „Hotte…ich…ich..“ fing auch Ben an. Er schluckte schwer und konnte die Tränen kaum verbergen. „Ben…du kannst nichts dafür…ich ….habe mich vor dich geworfen…du…bist….du bist…viel zu jung…zum Sterben..“ erklärte Hotte leise. Ben schluckte hörbar. „Du bist so ein verdammter Esel….! Ich hätte die Kugel überlebt…aber du….verdammt warum hast du das getan…“ wollte Ben mit tränenerstickter Stimme wissen.
Hotte fühlte sich müde. Er spürte den Tod kommen doch einen wollte er sehen bevor er das zeitliche sehnte. Deshalb ging er auch nicht auf Bens Frage ein. „Wo..ist Dieter…?“ fragte er. Ben sah ihn an. Hilflosigkeit war deutlich erkennbar. „Ich hole ihn…“ sagte er und ging zur Tür. Als er zur Tür hinausging sah er Semir an der Wand lehnen. Tränen liefen ohne Ende. „Dieter…er … er will dich sehen…“ kam leise von Ben. Gemeinsam mit Dieter und Semir betrat er das Zimmer wieder. „Hey… Jungs…weint nicht…mein Leben…ist… war gut …gewesen, weil ich euch kannte…“ kam leise von Hotte. „Hey…Hotte…“ kam über Dieters Lippen. „Dieter….schön….das du da bist..“ stöhnte hotte. Seine Stimme hörte sich sehr gebrochen an. „Hotte…wie geht es dir?“ fragte Dieter und schallte sich vermutlich in Gedanken selbst für diese dämliche Frage. Sein Freund lag hier und rang mit dem Tod. Doch Hatte lächelte müde. „Ich…kann nicht klagen…Dieter…ich habe keine Schmerzen…ich merke nichts…mehr…verstehst du…nichts mehr…“kam leise von seinem Partner. Dieter nickte. „Tut mir Leid…Hotte..ich..ich…“ Dieter suchte nach den richtigen Worten, aber sie fielen ihn einfach nicht ein. „Du musst …dir keine Vorwürfe….machen…mein Zeit ist gekommen….ich kann zu meiner Gerda….nach 23 Jahren…darf ich sie wieder sehen.“ Erklärte Hotte. Dieter nickte nur. „Aber du kannst doch nicht gehen…wer soll denn mit mir Dienst schieben? Mit wem soll ich um ein Lineal oder eine Kamera streiten! Du kannst mich nicht allein lassen….bitte….geh nicht…“ weinte Dieter nun. Hotte schloss erneut die Augen. Sie blieben diesmal länger zu. „Weißt du…wovon ich geträumt habe?“ wollte er wissen. Nun lächelte Dieter und schüttelte den Kopf. „Von was? Das wir uns endlich das Jawort geben?“ versuchte er zu scherzen. Tränen liefen ihm über das Gesicht und das entging dem sterbenden Mann nicht.