Beiträge von Elvira

    „DOC!! Wie sieht es aus..wie steht es um unseren Kollegen?“ harkte Semir sofort nach. Der Arzt sah ihn müde an. „Beten Sie….das ist alles was Sie tun können..“ kam als Antwort. Was soll das heißen?“ wollte Ben wissen. „Es soll heißen, dass wir dreimal wiederbeleben mussten..die Kugel sitzt sehr dicht am Herzen. Wir können sie nicht entfernen. Es geht nicht. Wir können ihm lediglich das Sterben erleichtern. Es tut mir Leid… wenn er Familie hat, dann rufen Sie sie her. Er wird diese Nacht nicht überleben..“ erklärte der Arzt. „Aber …. Hotte kann doch nicht einfach gehen…das geht nicht…“ gab Semir von sich. Ben sah ihn an. „Semir….es ist vorbei….komm wir gehen zu ihm..“ schlug er vor. „Aber…er…er kann doch nicht gehen…das ist Hotte… er war immer da..er kann nicht gehen..“ stammelte Semir. Ben zog ihn ins Zimmer wo Hotte im Bett lag. Das Gesicht war blass und der Atem ging stoßweise… „Semir…Ben….Jungs… ich schaff es nicht…“ kam leise von Hotte. „Quatsch…der Arzt hat eben gesagt, dass alles gut ist..Hotte…du wirst schon bald wieder bei uns sein..“ log Semir und versuchte die Tränen zu halten. Doch es ging nicht. Hotte lächelte müde. „Semir….hör auf..ich weiß es….ich weiß… wie es…um mich….steht….die Kugel…ich…ich spüre sie…“ Hotte macht eine Pause. „Es….ist…im Dienst…passiert..und..und…das ist gut so..“ gab er weiter von sich. Semir drehte sich weg und ließ seinen Tränen freien Lauf. Ben legte ihm die Hand auf die Schulter doch Semir ließ sich nicht aufhalten und verließ das Zimmer. Hotte schloss immer wieder die Augen. „Hotte…ich…ich..“ fing auch Ben an. Er schluckte schwer und konnte die Tränen kaum verbergen. „Ben…du kannst nichts dafür…ich ….habe mich vor dich geworfen…du…bist….du bist…viel zu jung…zum Sterben..“ erklärte Hotte leise. Ben schluckte hörbar. „Du bist so ein verdammter Esel….! Ich hätte die Kugel überlebt…aber du….verdammt warum hast du das getan…“ wollte Ben mit tränenerstickter Stimme wissen.

    Hotte fühlte sich müde. Er spürte den Tod kommen doch einen wollte er sehen bevor er das zeitliche sehnte. Deshalb ging er auch nicht auf Bens Frage ein. „Wo..ist Dieter…?“ fragte er. Ben sah ihn an. Hilflosigkeit war deutlich erkennbar. „Ich hole ihn…“ sagte er und ging zur Tür. Als er zur Tür hinausging sah er Semir an der Wand lehnen. Tränen liefen ohne Ende. „Dieter…er … er will dich sehen…“ kam leise von Ben. Gemeinsam mit Dieter und Semir betrat er das Zimmer wieder. „Hey… Jungs…weint nicht…mein Leben…ist… war gut …gewesen, weil ich euch kannte…“ kam leise von Hotte. „Hey…Hotte…“ kam über Dieters Lippen. „Dieter….schön….das du da bist..“ stöhnte hotte. Seine Stimme hörte sich sehr gebrochen an. „Hotte…wie geht es dir?“ fragte Dieter und schallte sich vermutlich in Gedanken selbst für diese dämliche Frage. Sein Freund lag hier und rang mit dem Tod. Doch Hatte lächelte müde. „Ich…kann nicht klagen…Dieter…ich habe keine Schmerzen…ich merke nichts…mehr…verstehst du…nichts mehr…“kam leise von seinem Partner. Dieter nickte. „Tut mir Leid…Hotte..ich..ich…“ Dieter suchte nach den richtigen Worten, aber sie fielen ihn einfach nicht ein. „Du musst …dir keine Vorwürfe….machen…mein Zeit ist gekommen….ich kann zu meiner Gerda….nach 23 Jahren…darf ich sie wieder sehen.“ Erklärte Hotte. Dieter nickte nur. „Aber du kannst doch nicht gehen…wer soll denn mit mir Dienst schieben? Mit wem soll ich um ein Lineal oder eine Kamera streiten! Du kannst mich nicht allein lassen….bitte….geh nicht…“ weinte Dieter nun. Hotte schloss erneut die Augen. Sie blieben diesmal länger zu. „Weißt du…wovon ich geträumt habe?“ wollte er wissen. Nun lächelte Dieter und schüttelte den Kopf. „Von was? Das wir uns endlich das Jawort geben?“ versuchte er zu scherzen. Tränen liefen ihm über das Gesicht und das entging dem sterbenden Mann nicht.

    Da habt ihr euch wohl zu früh gefreut!

    http://www.cobra11-fanpage.de/2010/11/11/cob…h-lasko-wieder/


    Ach Robert..hauptsache du freust dich.. Am 23.12. wird "Die Draufgänger" gezeigt und auch am 30.12. kommt eine Eigenproduktion "Undercover Love" und ich muss ganz ehrlich sagen...die Cobrapause kann sich bis in den Januar ziehen....was das angeht.. Wenn ich Cobra sehen will, dann werfe ich die DVD rein und gut ist. Um so größer ist die Freude, wenn der Sender wieder Folgen auflegt

    So und ab jetzt die Taschentücher bereit halten!!!!

    Ben stolperte vor und sah wie Hotte seine Stellung einnahm. Dann folgte der Knall und der alte Kollege ging zu Boden. „HOTTE!!“ schrie Ben und wollte zu seinem Kollegen gehen, als er in den Waffenlauf sah. „Aufstehen!“ befahl der Mann der sie auf ihn richtete. Ben tat es. Immer wieder ging jedoch sein Blick zu Hotte, der am Boden lag. Er atmete noch. „Lassen Sie mich meinen Kollegen helfen..bitte..“ flehte Ben. Doch Holger Stahl ließ sich nicht beirren und packe Ben bei dem Kragen. „Los!!“ fauchte er und stieß Ben weg. Ben taumelte etwas und ging dann mit erhobenen Händen auf die Hofeinfahrt zu. Dort sah er bereits Semir und Dieter kommen, die sofort ihre Waffen auf den Mann hinter Ben richteten. „Weg da!!“ fauchte dieser Mann und presste Ben die Waffe ins Genick. „Okay…keine Panik…“ hörte Ben Semir sagen. „Aus dem Weg!! Ich werde mit eurem Freund abhauen und ihr werdet mir nicht folgen, sonst ergeht es ihm hier wie den Alten da hinten!!“ warnte Holger. „Er hat Hotte angeschossen…!“ stieß Ben aus. „Schnauze!! Los!“ erhielt Ben den Befehl und einen Stoß in den Rücken. Er stolperte vor. Langsam setzte er einen Fuß vor dem Anderen. Es ging an Semir und Dieter vorbei die beide die Hände erhoben hatten. Ben wollte den Mann irgendwie ablenken, damit Semir und Dieter eingreifen konnten, doch Holger Stahl ließ ihn keine Chance. Als sie an Semir vorbei waren griff er Ben von hinten und legte ihm einen Arm um den Hals. Er drückte zu. Ben fing an zu röcheln. „Keine Tricks…“ warnte er die anderen und zerrte Ben mit sich. Ben wehrte sich nicht. Es ging auf die Straße und sie steuerten einen Wagen an. Ben machte sich bereit darauf mit diesem Killer in den Wagen zu steigen, doch es kam anders als er dachte. Bevor er zum Einstieg gezwungen wurde schlug Holger Stahl ihn nieder. Ben ging mit einem Stöhnen zu Boden und blieb reglos liegen. Er bekam nicht mehr mit, wie der Killer mit dem Auto verschwand.

    „HOTTE!!“ schrie Dieter als er seinen Partner am Boden lag. „Kümmer dich um ihn ich folgte dem Mistkerl!“ gab Semir bekannt und rannte hinter Ben und Stahl her. Er sah gerade noch wie Ben zu Boden ging und der Mann mit seinem Wagen abhaute. „BEN!!“ schrie Semir und rannte zu seinem Freund. Dieser war bewusstlos. Ein paar sanfte Schläge auf der Wange brachte Ben wieder in die Realität zurück. „Hey…alles klar?“ wollte Semir besorgt wissen und half seinem Freund auf die Beine. „Wo ist der Mistkerl?“ stieß Ben fragend aus. „Abgehauen…aber den bekommen wir noch. Wir müssen uns erst mal um dich und Hotte kümmern…“ gab Semir bekannt. Er stützte Ben und ging mit ihm zurück zum Hof. Semir griff zum Handy und instruierte die Kollegen alle Bahnhöfe, Flughäfen und Autobahnen zu sperren. Eine Großfahndung nach Holger Stahl wurde gestartet. Nur kurz darauf waren bereits die Sirenen zu hören und weitere zwei Minuten später war Hotte auf dem Weg ins Krankenhaus. Dieter fuhr im Krankenwagen mit, während Semir und Ben mit ihrem BMW hinterher fuhren. „Ich werde diesen Kerl abknallen das schwöre ich dir.. Verdammt wieso hat Hotte sich dazwischen geworfen…“ wollte Ben wissen. Er machte sich große Vorwürfe und gab sich selbst etwas Schuld daran, dass Hotte die Kugel abbekam. „Hey…Hotte wird wieder….“ Versprach Semir, doch auch in seiner Stimme klang die Unsicherheit. Auf dem Flur im Krankenhaus sah Dieter ihnen entgegen. „was sagt der Arzt?“ wollte Semir wissen, da er die Erstversorgung am Ort nicht mitbekommen hatte. Dieter hatte Tränen in den Augen. „Es…sieht nicht gut..aus…“ kam leise. Semir sah zu Ben. „Oh verdammt…“ stieß er aus. Nun hieß es jedoch warten bis auch der letzte Rest der Unsicherheit verloren war. Und das war eine Geduldsprobe besonders für Dieter, der sich genau wie Semir und Ben große Sorgen um Hotte machten. Dann trat der Arzt aus dem OP.

    Während die vier Polizisten unterwegs zu ihm waren, saß Holger vor dem Fernseher und hoffte endlich in den Medien zu erscheinen. Doch nichts. Es kam einfach gar nichts. „die können mich doch nicht einfach ignorieren!!“ fauchte er wütend. Auch die Tageszeitungen hatte er geholt. Nirgends wurde etwas von Schießerei oder Angst bei den Autofahrern berichtet. Holger kam sich völlig erniedrigt vor. Was musste er noch tun, damit die Bullen ihm die Aufmerksamkeit widmeten die ihm gebührte? Was musste er machen? Bevor er sich Gedanken über sein nächstes Handeln machen konnte klingelte es an der Tür. Holger sah auf die Uhr. Um diese Zeit erwartete er gar keinen Besuch. Er ging zur Tür und sah hindurch. Fuck… dachte er, als er sah wer dort stand. Die Bullen hatte ihn aufgespürt…obwohl er einen falschen Namen genannt hatte. Wie kamen sie auf ihn? Er war doch genial…er hatte doch an alles gedacht… In Gedanken schlich er sich zurück und sah sich nach einem Fluchtweg um. Der einzige war der Balkon und dann die Feuertreppe. Er konnte sich im Hinterhof sicher hinter den Mülltonnen verstecken. Schnell griff er sein Gewehr und verschwand über den Balkon. Bevor er sprang sah er noch einmal zur Wohnungstür. Diese wurde gerade aufgetreten und die Vier stürmten rein. Holger gab einen Warnschuss ab und floh. Die Wohnung befand sich im sechsten Stock. Der Sprung von Balkon zur Feuertreppe war gering und für Holger kein Problem. Er kam schneller nach unten als er dachte und lachte sich eins ins Fäustchen. Aber nun kam das nächste Problem. Die Straße wurde sicher schon von der Polizei gesperrt und es gab nur einen Weg aus dem Hof. Also musste er sich hier verstecken. Bei einem Nachbarn unterzukommen war gänzlich unmöglich, denn hier öffneten die Bewohner nur die Türen wenn sie zu mehreren in der Wohnung waren oder aber den Besucher sehr gut kannten. Holger suchte sich eine Tonne direkt an der Garage aus. Hier konnte er notfalls auch einen der Bullen überwältigen und die anderen dann dazu zwingen ihn laufen zu lassen.

    „Hotte! Dieter!! Ihr geht außen rum!! Wir nehmen die Feuerleiter!!“ brüllte Semir und zog Ben mit sich auf den Balkon. Dieter und Hotte rannten die Treppe runter und kamen von der Toreinfahrt auf den Hof, während Semir und Ben über die Feuertreppe das Areal betraten. Alle hatten ihre Waffen schussbereit in der Hand. Dieter sah Hotte an. „so…wir werden den Kerl jetzt dingfest machen…du da lang ich dort.. !“ befahl er und schlich nach links. Hotte ging nach rechts in Richtung der Garagen. Auch Semir und Ben trennten sich auf dem großen Hinterhof. „Ben….geh du in die Richtung und ich da lang!“ schlug Semir vor. Ben war einverstanden und ging ebenfalls in Richtung Garagen, während Semir die Häuserwand rechts vornahm. Nach und nach zogen sie den Ring um den Mann enger. Hotte sah einen Schatten und machte sich darauf bereit, den Mann zu greifen. Das wäre in seiner Laufbahn ein sehr guter Fang wenn man sich schon mit der Rente befassen musste. Noch zwei Jahre und er würde in Pension gehen. Auch wenn er sich dort sicher nicht wohl fühlte, musste er dann seinen Hut nehmen. Und dann sah er wie Ben um die Ecke kam. Ein kurzer Blick zu ihm und schon war alles klar. Hotte kam von unten und Ben von oben. Der Kerl wird nicht entkommen..soviel war für Hotte klar. Immer näher kamen sich die beiden Beamten und kurz darauf standen sie zusammen. Ben zog die Schultern hoch und drehte sich zu Semir um, der hier auch irgendwo herumlief. Hotte bemerkte einen Schatten hinter Ben. „BEN!!!“ schrie er und stieß seinen jungen Kollegen zur Seite. Im nächsten Augenblick spürte er den Einschlag der Kugel. Er hörte noch den Knall und sah auf seine Brust. „Oh…“ machte er und sackte zusammen. „HOTTE!!“ hörte er Ben schreien. Dann verlor er das Bewusstsein.

    Hartmut hing über die Zeugenaussage des Mannes, der am Restaurant alles gesehen haben wollte und überprüfte die von ihm nachgestellte Szene. Gerade wollte er seine Ungereimtheiten aufschreiben als Semir und Ben eintraten. „Hallo Jungs…“ murmelte Hartmut und konzentrierte sich auf das was er vor sich hatte. Mit seinem sturen Blick auf das was da vor ihm war, schien er auch Semir und Ben in seinen Bann zu ziehen. „Was machst du da?“ wollte Semir nach knappen zehn Minuten wissen. „Diese Aussage von eurem Augenzeugen…und meine Untersuchung wie sich das auf dem Rastplatz abgespielt hat passt überhaupt nicht zusammen….“ Murmelte Hartmut nachdenklich. „Nun ja… er hat ja nicht wirklich viel gesehen….“ Gab Ben zu verstehen. „Ja…das ist richtig, aber er hat ausgesagt, dass er dicht bei dem Dienstwagen von Dieter und Hotte stand. Das kann aber schon gar nicht sein, weil der Parkplatz für PKWs und LKWs durch einen Grünstreifen getrennt ist. Selbst wenn er unmittelbar am Grünstreifen stand, konnte er den Wagen nicht wirklich sehen. Da müsste der Wagen dann schon mitten in den Bäumen gestanden haben…. Und er sagt aus, dass er die Hände von dem Kerl gesehen haben will, die nach seinen Angaben mit Öl beschmutzt waren. Aber…dort wo der Typ die Bombe angebracht hat, ist gar kein Öl. Das war ja unterhalb der Tür. Die Aussagen kann man in die Tonne treten. Außerdem habe ich beim Restaurant nachgehört und die sagten mit dort, dass die LKWs lediglich eine kleine Rast einlegten aber nie über Nacht dort bleiben und auch in der Nacht stand dort kein LKW…“ beendete Hartmut seinen Vortrag. Semir und Ben sahen sich an. „Dann war das Täterwissen!!“ stießen sie gleichzeitig aus. „Ach so…die Chefin lässt dich bitten hier mal zu versuchen was zu finden…“ meinte Semir und reichte den Umschlag der Todesanzeige zu Hartmut. Dieser nahm es und legte es auf die Aussage. Dabei fiel sein Blick auf die Schrift. „Hey….das ist ja die gleiche Handschrift…“ murmelte er dabei. „Verdammt!!! Das ist kein Zeuge!! Das ist der Mistkerl!!“ fauchte Ben und schon war er mit Semir raus.

    Dieter und Hotte saßen in der PAST und sahen sich an.“Weißt du was…dieser Zeuge der hier war…ich weiß nicht..irgendwo hab ich den schon mal gesehen…“ murmelte Hotte nachdenklich. Dieter lachte leise. „Ja sicher….du bist schon so lange Bulle, dass du jeden Verbrecher kennst..“ meinte er nur. „Quatsch…das war doch ein Zeuge….dennoch finde ich wir sollten ihn überprüfen…“ schlug Hotte vor. Dieter zog die Schultern hoch. „Mit welcher Begründung? Willst du ihn zum Täter machen?“ grinste er. „Quatsch…nein….ich will nur mal sicher gehen….das Gesicht kam mir wirklich bekannt vor..“ wiederholte Hotte. Dieter gab sich geschlagen. ER ließ die Finger knacken und sah seinen Dienstpartner an. „Also gut…wie war der Name?“ fragte er. Hotte sah ihn an. „Irgendwas mit Sand….der Vorname war Mario…das weiß ich…“ kam von ihm. Dieter wollte gerade anfangen einzutippen als Semir und Ben in die PAST platzte. „Dieter!! Such mir alles raus, was du über Martin Sandhut in Erfahrung bringen kannst!“ befahl der Deutschtürke. Dieter und Hotte sahen sich erstaunt an. „Was ist denn mit dem Mann?“ wollte Dieter wissen. „Der Kerl ist verdächtigt, euch die Bombe unters Fahrzeug gebaut zu haben, einen jungen Kollegen und einen unschuldigen Familienvater erschossen zu haben, Susanne und Hanna angeschossen zu haben…reicht das als Grund?“ fauchte Ben ihn an. „Ja sicher…entschuldige bitte, dass ich nachfrage…“ kam beleidigt von Dieter. Nur wenig später entschuldigte Ben sich für einen unfreundlichen Ton. „Also über einen Martin Sandhut gibt es gar nichts. Der Kerl existiert überhaupt nicht…“ gab er nach einer guten halben Stunde bekannt. Semir sah ihn an. „Verdammt….“ Fluchte er. Hotte sprang auf… „Wartet….ich sagte doch, dass der Kerl mir bekannt vorkam und ich weiß woher…..“ stieß der Alte aus und kramte in der Post. Nach einigem Suchen fand er eine kurze Mitteilung mit Bild. „Hier….da…das ist doch der Kerl..“ meinte er und reichte Semir ein Bild. Dieser betrachtete es und überlegte. Auch Ben sah auf das bereits alte Foto. „Er könnte es sein. Wer ist das?“ wollte er wissen. „Das ist Holger Stahl…“ erklärte Hotte. „Ah ja.. und wer ist Holger Stahl?“ harkte Semir nach. „Holger Stahl hat vor ungefähr 16 Jahren seinen Vater erschossen. Und zwar war das ein Unfall…so behauptete er. Er war gerade 16 und hat mit seinem Vater die Jagdgewehre gereinigt als sich wohl ein Schuss löste. Das Gericht hat dem verzweifelten Jungen nicht geglaubt und er wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt.“ erzählte Dieter als er den Namen im Computer überprüft hatte. „Wo wohnt der Kerl?“ wollte Ben wissen. „Hans-Martin-Schleier-Allee 3 in Köln Kalk…“ gab Dieter bekannt. Semir und Ben sahen sich an und dann Dieter und Hotte. „Worauf wartet ihr noch? Wir schnappen uns das Schwein…“ fauchte Ben.

    Semir hat das Vergnügen als Geisel zu dienen...einmal in Fieberträume und in Todesfahrt der Linie 834. In der Hütte am See, werden er und Andrea während des Urlaubs überfallen...und Jan wird in vertauter Feind von seiner Exfreundin entführt. Tom in der Folge: " Im Kreuzfeuer" allerdings nur um ihn zu töten, weil er den Sohn eines Verbrechers gejagt hat...

    Gegen zehn kamen Dieter und Hotte zurück in die PAST. Sie sahen natürlich sofort die Blutspuren die noch nicht ganz entfernt waren. „Verdammt…was ist hier passiert?“ wollte Hotte wissen. Semir und Ben brachten die Beiden auf den neuesten Stand. „Dieses verdammte Schwein….dieser Mistkerl!! Warum zeigt er sich denn nicht…“ fauchte Dieter und ballte die Faust. „Keine Ahnung, aber er hat uns den Krieg erklärt und ich verliere nicht gern. Was hat Hartmut herausgefunden?“ wollte Ben wissen. „Nicht viel. Die Bombe lässt keine Rückschlüsse auf den Bauer zu. Alles weg. Die Kugel die in Susannes Körper gefunden wurde war das gleiche Kaliber wie die Kugel, die den jungen Kollegen und auch den unschuldigen Autofahrer getötet hat. Die Kugeln waren identisch und Hartmut sagt dass sie zu 100 % aus ein und derselben Waffe stammt.“ erklärte Dieter. „Also ein Täter…okay….was haben wir sonst?“ wollte Semir wissen. Ben sah ihn an. „Das ist alles. Die Waffe ist scheinbar nicht registriert. Das einzige was wir haben ist diese vage Beschreibung unseres Zeugen…“ murmelte er nachdenklich. „Zeugen…..das ist es…verdammt der Kerl muss ja an der Autobahn gestanden haben...vieleicht hat ihn doch jemand gesehen…aber es für unwichtig gehalten. Wir müssen die Medien jetzt doch einschalten…. Da führt kein Weg dran vorbei..“ stieß Semir aus. „Also gut….und wie willst du das definieren? Willst du die Sender bitten einen Aufruf zu starten und die Männer und Frauen zu melden, die mit einem Gewehr an der Autobahn standen oder was?“ wollte Ben wissen. „Nein natürlich nicht. Wir wollen keine Panik verbreiten, sondern einen Mörder stellen. Nein…ich dachte eher dass wir nach besonderen Vorkommnissen fragen…“ schlug Semir vor.

    Hanna wurde nach der OP auf das Zimmer von Susanne gelegt. Sie erschrak als sie sah wer dort im Bett lag. Hinter Hanna kam Kim und begrüßte Susannen. „Hat der Mistkerl auch auf sie geschossen?“ fragte Susanne schwach. Kim nickte. „Wie geht es Ihnen?“ wollte sie im Gegenzug wissen. „Wenn der junge Mann nicht gewesen wäre, dann …“ Susanne stockte. „Was ist mit Hanna?“ harkte sie nach. „Sie hatte einen Schultersteckschuss. Wenn es so weiter geht, dann darf sie mich gar nicht mehr besuchen oder nur in Schutzkleidung herumlaufen…“ meinte Kim nachdenklich. Susanne lächelte müde. „Ich hatte sicher auch Glück. Wenn er richtig gezielt hätte, dann wäre ich tot…“ gab sie zu verstehen. Kim schluckte. „Genau das ist es. Semir und Ben werden diesen Kerl finden…sie werden sich an die Öffentlichkeit wenden. Jemand muss doch was gesehen haben. Dieser dubiose Zeuge der angeblich die Person am Wagen von Hotte und Dieter gesehen haben will ist irgendwie auch nicht ganz koscher…“ murmelte Kim nachdenklich. „Wieso? Ich meine so wie er es geschildert hat ist es ja wohl auch abgelaufen oder nicht?“ wollte Susanne wissen. Sie versuchte sich etwas aufzurichten. „Nun…genau das weiß ich nicht… Hartmut hat die Aussage und soll sie mit seinen Untersuchungen überprüfen. Wenn dort eine Ungereimtheit auftritt können wir davon ausgehen, dass es nur ein Möchtegernzeuge ist…“ kam von Kim. „Ich will Sie nicht weiter von Ihrer Ruhe abhalten. Passen Sie mir etwas auf Hanna auf, ja…?“ bat Kim. Susanne nickte. „Wir werden uns schon gut verstehen..“ versprach sie. Kim verabschiedete sich und fuhr zurück zur PAST.

    Na da bin ich aber mal gespannt was Semir vorhat. WEnn der grinst, kann es nur nie gut gehen....aber ich lasse mich gern eines Besseren belehren...also Chris...nicht lange warten mit dem nächsten teil

    „Dieter…Hotte…ihr fahrt nach Hartmut und holt was er bereits zusammen getragen hat. Wir müssen endlich eine Spur zu diesem Mistkerl finden, bevor…es noch jemanden erwischt..“ bat Semir die alternden Polizisten. Diese verschwanden sofort. Semir und Ben folgten Kim in ihr Büro. „Chefin…was ist los?“ wollte Semir sofort wissen. „Das hier….lag heute vor meiner Tür..“ erklärte Kim und schob den Beiden einen Brief über den Tisch. Semir nahm ihn und sah ihn sich an. „Was genau ist das?“ wollte er wissen. „Lesen Sie…“ forderte Kim ihn auf. Semir öffnete den Umschlag und nahm das Papier heraus. Seine Augen weiteren sich. „Eine Todesanzeige?“ stieß er fragend aus. Kim nickte. „Ja..ohne Absender…keine Fingerabdrücke. Das hab ich bereits untersuchen lassen. Diese Anzeige war alles was in dem Umschlag war…“ erklärte Kim. Ben nahm Semir den Zettel aus der Hand. „Hier steht, dass Sie am 28. Februar sterben sollen…das wäre übermorgen…“ murmelte Ben nachdenklich. Kim schüttelte den Kopf. „Dort steht nur, dass das Revier am 28. Februar einen Trauerfall haben wird. Ich gehe davon aus, dass der Mistkerl nicht den Anschlag auf Susanne meint. Ich habe das Gefühl, dass der Kerl, der bereits zwei Menschen auf dem Gewissen hat sich mit uns anlegen will…bzw. bereits macht. Er will uns zeigen, wie viel Macht er ausüben kann. Nur was will er damit erreichen? Er kann doch nicht im Ernst davon ausgehen, dass wir untätig zusehen, während er einen nach dem Anderen aus dem Verkehr zieht…“ meinte Kim nachdenklich. „Also gut…wenn wir hier über das Warum nachdenken, wird es uns nicht helfen. Wir werden diese Anzeige zurück verfolgen müssen. Die Zeitung wird ja wohl einen Hinweis auf den Aufgeber geben können..“ meinte Semir nachdenklich. „Also gut..fangen Sie an. Was ist mit Ihrer Familie Semir?“ harkte Kim nach. „Andrea und die Kinder werden unter Personenschutz gestellt. Sie dürfen für die nächsten Tage nicht raus..“ gab Semir bekannt und dachte direkt an seine Erklärung für Andrea nach. Kim nickte.

    Semir sah Kim an. „Wo ist Hanna?“ fragte er. „Sie kommt sicher gleich mit der Bahn. Sie wollte etwas in der Stadt erledigen und dann herkommen…“ kam von Kim. Kurz darauf hörten sie einen Knall und einen Schmerzschrei. Ben, Semir und auch Kim hatten blitzschnell ihre Waffen in der Hand und rannten raus. „HANNA!!!“ schrie Kim, als sie ihre Nichte am Boden liegen sah. “Chefin!! NICHT!!” schrie Semir hinterher als sie rauslaufen wollte. Ben riss sie zu Boden während Semir sich zu dem Mädchen begab. Er zog das weinende Mädchen in die PAST und stellte fest, dass sie an der Schulter getroffen war. Ben hielt Ausschau nach dem Schützen. „ich kann niemanden sehen!“ stieß er aus. Semir hatte Hanna auf den Boden gelegt. Das Mädchen weinte laut vor Schmerzen. Vorsichtig zog Semir die Jacke aus und sah sich die Wunde an. „Ich sehe sie mir nur an….bleib ganz ruhig…okay?“ fragte er vorher. Hanna nickte. Ihr Gesicht war schmerzverzerrt. Nur wenig später schrie sie laut auf. „Okay…okay…die Kugel ist noch drin…“ meinte Semir und sah Kim an. Er reichte ihr das Handy. „Rufen Sie die Rettung an..“ bat er. Kim nickte und wählte den Notruf. „Aua….das tut so weh…“ weinte Hanna. Sanft strich Semir ihr übers Haar. „Ich weiß...ich weiß…“ sagte er leise und beruhigend. „BEN!!“ rief er, als er seinen Partner plötzlich über das Gelände laufen sah. Doch er kann nur wenig späte wieder zurück. „Nichts…keine Spur…“ gab er von sich. Er sah zu Hanna. „Wie geht es ihr?“ wollte er von Semir wissen. „Schultersteckschuss…“ gab dieser nur von sich. Von weitem hörte er die Sirenen. Nur wenig später waren die Sanitäter da. Hanna wurde auf die Trage gelegt und fuhr mit Kim ins Krankenhaus. Semir sah Ben an. „Wir müssen den Mistkerl endlich stellen!“ fauchte er wütend. Ben nickte nur.

    „Nicht direkt…“ gab Manuel zu. „Wie geht es ihr denn?“ hängte er an. „soweit gut. Sie hat die OP gut überstanden. Das Bein ist gebrochen, aber das werden Sie sicher schon festgestellt haben...“ lächelte der kleinere Mann der sich als Gerkan vorgestellt hatte. „Ich habe die Schusswunde erst bemerkt, als ich die junge Frau aus dem Wagen gezogen hatte. Sie hatte schon sehr heftig geblutet und….ich habe ihr einen Notverband angelegt. Das Bein war eingeklemmt und eigentlich hätte ich sie im Wagen sitzen lassen, aber…der Wagen qualmte verdächtig und…nun ja…Ich denke den Beinbruch würde sie eher überstehen als das Feuer…“ kam von Manuel. Er hatte den Beinbruch zu verantworten und es war ihm schon unangenehm genug. Er machte sich Vorwürfe, weil der Wagen nun doch kein Feuer fing. „Sie haben ihr das Bein gebrochen, als Sie sie rausgezogen haben?“ harkte der größere der Polizisten nach. „Ja..ich weiß… es tut mir wirklich leid, aber..ich dachte…das…“ stammelte Manuel. „Das ist okay…Sie haben sehr gut gehandelt…“ lobte der Kleinere ihn. Manuel sah ihn an. „Aber….?“ Fragte er nach. „Auch wenn der Wagen nicht explodiert ist, Susanne aus dem Wagen zu ziehen ist sehr umsichtig gewesen, denn wenn tatsächlich Feuer ausgebrochen worden wäre, wäre es für Susanne sicher anders ausgegangen…“ erklärte der Mann. „Danke…meinen Sie ich könnte zu ihr?“ harkte Manuel nach. Er fühlte sicher der Frau verpflichtet. „Derzeit wohl eher nicht. Aber Sie können mit uns zur Wache fahren und wir nehmen Ihre Aussage auf..“ lächelte der Größere. Manuel nickte. „Also gut..ich will nur wissen auf welchem Zimmer sie gebracht wird….“ bat er. „Das werden wir Ihnen sagen, wenn wir es in Erfahrung gebracht haben. Übrigens…der Doc meinte, dass Sie gute Arbeit geleistet haben…“ gab der Kleinere das Lob aus. Manuel wurde rot.

    „Weißt du was Dieter….ich finde wir sollten uns auf die Suche nach dem Kerl machen, der unser schönes Auto kaputt gemacht hat…Wir müssen eine Spur finden und wir fangen bei Hartmut an..“ gab Hotte bekannt. „Du weißt doch was Semir und Ben davon halten. Das ist deren Fall. Nee…lass uns mal lieber die Verkehrskontrollen durchführen. Das können wir besser..“ lehnte Dieter ab. „Bist du feige?“ harkte Hotte nach. „Das hat doch nix mit Feige zu tun. Ich finde nur, die Beiden können das besser. Wo bleibt Susanne eigentlich?“ wollte Dieter wissen. Hotte zog die Schultern hoch. „Vielleicht hat sie verschlafen..“ meinte er nur und biss in sein Brötchen. In diesem Augenblick kamen Semir und Ben ins Büro. „Morgen Jungs…sagt mal…wisst ihr was mit Susanne ist?“ fragte Hotte kauend. Semir sah zu Ben und wieder zu Hotte. „wisst ihr das denn noch nicht…? Auf Susanne wurde heute Morgen geschossen…sie liegt im Krankenhaus.“ klärte Semir die Beiden auf. Hotte sah ihn an und vergaß das Kauen. „WAS?“ fragte Dieter bestürzt. „Susanne wurde heute auf dem Weg zur Arbeit angeschossen. Die Kugel war in der Schulter und sie hat ihr Bein gebrochen, weil sie die Gewalt über das Fahrzeug verloren hat. Und jetzt will ich diesen Mistkerl fassen…egal wie..und ihr werdet uns dabei helfen..“ erklärte Semir. Seine Stimme hörte sich wütend an. Sofort sprangen Hotte und Dieter auf. „Du kannst dich auf uns verlassen!“ bestätigten die Beiden. „Okay….“ nickte Ben nun auch. „Was sollen wir tun?“ wollte Dieter wissen. Doch bevor Semir oder Ben antworten konnten kam Kim Krüger ins Büro. Sie sah die vier Männer an. „Wie geht es Susanne?“ wollte sie wissen. „Soweit gut. Sie hat die OP gut überstanden. Das Bein ist gebrochen aber es heilt wieder..“ beruhigte Semir sie sofort. „Kommen Sie beide bitte in mein Büro…“ bat sie mit gepresster Stimme. Semir und Ben spürten sofort das etwas nicht stimmte.

    Der nächste Morgen fing für Susanne recht spät an. Sie hatte vergessen den Wecker zu stellen und sprang gegen sieben unter die Dusche. Eigentlich hätte sie längst auf der Wache sein müssen. Nach einem Anruf bei den Kollegen der Nachtschicht war der Zeitdruck dann doch nicht mehr so extrem. Dennoch beeilte Susanne sich. Nur eine knappe halbe Stunde später war sie auf der Autobahn und fuhr ihrem Ziel entgegen. Sie hatte die PAST fast erreicht, als sie plötzlich einen Knall hörte und dann direkt darauf einen starken Schmerz in der Schulter spürte. Susanne schrie auf und versuchte die Kontrolle über das Fahrzeug nicht zu verlieren. Sie lenkte es unter Schmerzen auf den Standstreifen und wollte anhalten. Doch sie schaffte es nicht. Ihr Wagen durchbrach die Leitplanke und der kleine Mini raste auf das Grünstück neben der Autobahn. Mit einem lauten Krachen prallte der Kleinwagen an einem Baum. Rauch kam aus der Motorhaube. Susanne spürte wie sie langsam das Bewusstsein verlor, kämpfte erfolgreich dagegen an und versuchte noch aus dem Wagen zu kommen, doch es klappte nicht. Schmerzen durchzuckten auch ihre Beine. Sie war eingeklemmt. „Hilfe…“ stieß sie aus. Tatsächlich schienen die Nachfolgenden Fahrzeugführer sich an ihre Pflicht erinnert und sie hörte wie die Tür aufgerissen wurde. „Sind Sie in Ordnung?“ hörte sie jemanden sagen. „Nein…helfen Sie mir…bitte…“ stöhnte Susanne. Sie sah den Mann nur verschwommen und stellte fest, dass er ein recht hübsches Gesicht hatte. „Keine Angst..ich bin zwar nur Medizinstudent, aber ich werde versuchen Sie hier raus zu holen….machen Sie einfach mit…okay?“ fragte er. Susanne schloss die Augen. „Nicht einschlafen!! Versuchen Sie wach zu bleiben, reden Sie mit mir…ich bin Manuel…..wie heißen Sie?“ fragte er. „Susanne…“ hauchte sie leise. „Susanne…sehr schön….was machen Sie beruflich?“ kam die nächste Frage. Susanne antwortete wie automatisch und spürte nicht einmal wie ihr Retter sie versorgte.

    Semir und Ben kamen fast zeitgleich im Büro an. „Bist du aus dem Bett gefallen?“ grinste Semir seinen Partner an. „Nein….und du?“ gab Ben knurrend zurück. Er war ein Morgenmuffel wie er im Buche stand. Als sie die PAST betraten bemerkten sie sofort die Aufregung die hier herrschte. „Was ist denn los?“ wollte Semir wissen. Mario, der die Nachtschicht fast hinter sich hatte sah ihn an. „Susanne..sie…sie wurde angeschossen und ist von der Straße abgekommen. Sie wird gerade ins Marien gebracht..“ stieß er aus. „WAS?!?“ kam von Semir und Ben und schon waren sie wieder draußen. Sie rasten mit Blaulicht und Sirene zum Krankenhaus und kamen eine knappe viertel Stunde später in der Notaufnahme an. Nachdem sie sich durchgefragt haben standen sie wenig später vor dem OP. Sie warteten vor der Tür bis der Arzt herauskam. „Gerkan Kripo Autobahn…mein Kollege Ben Jäger… unsere Kollegin….Susanne König…sie…“ erklärte Semir und hielt seinen Ausweis hoch. „Ich habe sie soeben operiert. Eine Kugel steckte in der Schulter und durch den Unfall hat sie einige kleinere Blessuren davon getragen. Außerdem ist ihr rechtes Bein gebrochen…“ zählte der Arzt auf. „Wie geht es ihr?“ wollte Ben wissen. „Den Umständen entsprechend. Wenn sie nicht sofort Hilfe von einem Medizinstudenten bekommen hätte wäre sie sicher nicht so glimpflich davon gekommen..“ gab der Arzt zu verstehen. „Medizinstudent? Wissen Sie wo er ist? Wie er heißt?“ harkte Semir sofort nach. „Ja … er sitzt dort hinten im Raum und wartet ebenfalls auf Neuigkeiten. Gehen Sie doch einfach hin und sagen Sie ihm von mir, dass er sehr gute Arbeit geleistet hat..“ lächelte der Arzt und wies auf einen Besucherraum. Semir sah Ben an und nickte. Sie gingen hin und sahen den jungen Mann an. Er hatte ein sympathisches Gesicht. „Gerkan Kripo Autobahn..mein Kollege Ben Jäger…Sie haben unserer Kollegin geholfen?“ harkte Semir nach. „Wenn Sie die Dame mit dem Mini meinen, dann ja..“ bestätigte der Mann. „Haben Sie den Unfall gesehen?“ wollte Semir wissen. „Nur teilweise… für mich sah es erst so aus, als würde der Fahrer lediglich die Kontrolle über das Fahrzeug verlieren. Als sie gegen den Baum knallte bin ich hin und hab sie versorgt…meine Pflicht als angehender Mediziner und als Bürger….“ Lächelte der Mann verlegen. „Haben Sie erkannt, dass Susanne angeschossen wurde?“ harkte Ben nach.

    Holger warf noch einen Blick auf die hübsche Sekretärin. Wenn die Bullen jetzt nicht endlich an die Öffentlichkeit gehen, dann wird sie daran glauben müssen, dachte er. Irgendwie tat ihm die Frau sogar Leid, aber wenn die Kollegen nicht spuren, dann musste es halt Opfer geben, ging es in seinen Gedanken weiter. Bis Mitternacht wollte er noch abwarten, dann machte er weiter. Dann war der nächste dran so schwor er sich. Vielleicht sollte er auch erst einmal weiter Angst verbreiten. Vielleicht…ja…. Warum nicht….eine Todesanzeige…aber wie hieß die Chefin noch? Karin….? Katrin…. nein… nein…Kim…ja..Kim…Kim Krüger…berichtigte er sich selbst. Wie wäre es, wenn er der hübschen Dame eine Todesanzeige bekam? Nun musste er nur noch das Todesdatum festlegen. Der 28. Februar 2011…ja…das war ein tolles Datum. Das gefiel ihm. Doch warum konnte er nicht sagen. Das Datum war irgendwie perfekt. Er fuhr nach Hause und gab die Anzeige per Telefon auf. Während es Anrufes gab er falsche Daten an und so war die Rückverfolgung nicht möglich. Natürlich würden auch die Kosten nicht getragen, doch der Effekt war sicher der gleiche. Schon morgen sollte diese Anzeige erscheinen. Nur stieß er hier auf die Bürokratie…denn die Anzeigenaufnahme ließ ihn wissen, dass die Anzeige frühestens übermorgen erscheinen würde. „Danke…dann lassen wir es…“fauchte er und setzte sich an den PC. „Mit dem richtigen Programm, kann ich auch selbst eine Anzeige erstellen…“ murmelte er und machte sich ran, sein Wert zu vollziehen. Er brauchte sage und schreibe vier Stunden bis es soweit war, dass er mit der Anzeige zufrieden war. Er druckte die selbstgemachte Anzeige aus und betrachtete sie auf Papier. „sieht perfekt aus..“ grinste er und packte diese in einen Umschlag. Er schrieb die Adresse auf und warf den Brief noch ein. Morgen würde Frau Krüger sicher große Augen machen… dachte er nur. Dass er damit allerdings einen Fehler machte, war ihm nicht klar.

    Für Ben und Semir sowie für die anderen Personen in der PAST kam um zwanzig Uhr der Feierabend. Sie verabschiedeten sich von einander und fuhren dann getrennt nach Hause. Kim und Hanna fuhren noch essen bevor es nach Hause ging. Für Susanne kam da Bett gar nicht schnell genug. Sie war extrem müde und wollte nur noch schlafen. Das galt auch für Ben. Er war chronisch müde und fiel schon bald ins Bett. Aber erst musste er etwas zu sich nehmen. Um nicht noch zu kochen fuhr er kurzerhand zum Chinesen und holte sich dort einmal gebratenen Reis mit Ei. Nach dem Essen ging er duschen und ließ sich anschließend ins Bett fallen. Es brauchte keine fünf Minuten und er war am schlafen. Für Semir war es zu früh um ins Bett zu gehen. Als er nach Hause kam war Andrea gerade dabei Ayda ins Bett zu bringen. Und da sie ihren Vater viel zu selten sah, war das Mädchen hellauf begeistert, als er versprach ihr ein Märchen vorzulesen. So zog sich der Abend bis zur vollständigen Ruhe noch eine Weile hin. Gegen 22 Uhr gingen die Eltern dann auch zu Bett. Für Dieter und Hotte lief es nicht anders. Allerdings brauchten die alternden Beamten etwas länger um den Abend ausklingen zu lassen. Dennoch schafften auch die letzten es gegen 23 Uhr ins Bett. Alle schliefen tief und erholten sich von dem stressigen Tag. Doch Semir sollte nicht zur Ruhe kommen, denn Layla weinte in dieser Nach sehr oft. Er wechselte sich mit Andrea ab und wurde gegen drei in der Nacht ins Gästezimmer geschickt, damit er wenigstens einige Stunden ohne Störung schlafen konnte. Auch wenn er sich etwas sperrte so hatte Andrea doch Recht, als sie sagte, dass er den Schlaf dringender brauchte. Er musste in seinem Beruf hellwach sein. Sie, so Andrea könnte sich am Tag auch noch kurz hinlegen, was bei ihm nicht möglich war.

    Semir sah auf, als Ben in Begleitung eines Mannes ins Büro kam. „Das ist mein Kollege Semir Gerkan... Semir...das ist Martin Sandhut. Er hat uns etwas zu sagen...“ erläuterte Ben. „Ach ja...in welcher Angelegenheit?“ fragte Semir sofort nach. „Ich war...im Restaurant an der A4 und ich glaube ich habe da was gesehen, was nicht ganz okay war...“ fing der Mann an. „Und was genau?“ harkte Semir nach. „Ich habe gesehen wie ein Mann an einem Polizeiwagen was gebastelt hat. Erst dachte ich, dass ich mich vielleicht vertan habe. Aber ich war vor einer Stunde noch einmal im Restaurant und da hat mir die Bedienung davon erzählt...und...ich halte es für meine Pflicht das was ich gesehen habe der Polizei zu erzählen..“ behauptete der Mann. „Dann sagen Sie uns genau was sich zugetragen hat...“ bat Semir und nahm eine aufrechte Position am PC an. Mit flinken Fingern schrie er die Notizen die er von dem Mann bekam mit. „Also...ich war im Restaurant und habe in aller Ruhe gefrühstückt...ja...ich weiß...es war eigentlich Mittag aber ich bin LKW-Fahrer und habe länger geschlafen als ich sollte... nun ja... als ich dann raus ging, kamen mir zwei Polizisten entgegen. Auf dem Parkplatz stand nicht weit von meinem Truck der Dienstwagen und nun ja...als ich in meinem LKW sitze, da kroch ein Mann unter dem Wagen hervor und wischte sich die Hände ab. Ich habe verdammt gute Augen und konnte sehen, dass der Mann die Hände dreckig hatte. Ölig...würde ich sagen.... Ich habe mir erst nichts dabei gedacht, aber dann...als ich eben wieder im Restaurant war, da hat man mir gesagt, dass ein Polizeiwagen explodiert ist und da dachte ich das es der von hier gewesen sein konnte... und...bin hier her...“ murmelte Sandhut. „Herr Sandhut...haben Sie das Gesicht des Mannes gesehen?“ fragte Ben nach. „Leider nein Herr Jäger. Das Gesicht war von einer Kapuze bedeckt...ich konnte nichts erkennen..“ kam entschuldigend von Sandhut. Semir hatte alles mitgeschrieben und sah Ben an. „Das war wirklich ein wichtiger Hinweis..“ lobte Ben den Mann. „Danke... das ist ja wohl meine Bürgerpflicht..“ lächelte der Mann nervös. „Sagen Sie…ich habe da eine sehr hübsche junge Drau gesehen… jung…schlank..dunkle Haare..könnten Sie mir da nicht mal ein Date machen?“ wollte er wissen. Ben lachte auf. „Sie meinen unsere Chefin? Kim Krüger? Nee…besser nicht…“ lehnte er ab. Nachdem Holger seine Aussage unterschrieben hatte, verließ er das Revier.

    Als der Mann weg war sah Semir Ben an. „was hältst du von der Aussage?“ wollte er wissen. Ben zog die Schultern hoch. „Nun ja...ich finde es beachtlich, dass die Bedienung sich an den Gast erinnerte obwohl sie mir sagte, dass sie nicht wüsste wer da gewesen ist. Zuviel Publikum...sagte sie mir....“ kam nachdenklich von ihm. Semir nickte leicht. „Ja...schon seltsam. Wir haben ja auch nicht darum gebeten, dass der Fall an die große Glocke gehängt wird... aber vielleicht sollten wir genau das tun. Vielleicht will der Kerl Aufmerksamkeit und so könnten wir ihn dann in die Enge treiben...“ schlug Semir vor. „Wir sollten es erst einmal so versuchen. Ich meine wir müssen nur herausfinden wer es war….“. Ben stieß ein leises Stöhnen aus. „Das wäre eine Möglichkeit. Außerdem wäre dann noch die Idee, dass sich noch Zeugen melden...“ gab er zu. „Gut...dann werden wir die Medien einbinden. Mal sehen was passiert....“ murmelte Semir. „Na dann auf zur Krüger..“ grinste Ben und erhob sich. „Willst du es ihr sagen oder soll ich?“ fragte Semir nach. „Das war deine Idee also darfst du es ihr sagen..“ gab Ben zurück. Sie betraten nur wenig später das Büro von Kim Krüger. Als Semir seine Absicht erklärte sah Kim ihn skeptisch an. „Sie denken also der Mann will Aufsehen erregen?“ fragte sie nach. „Ich denke er will Angst verbreiten. Wenn wir der Presse mitteilen, dass jemand an der Autobahn auf Autos schießt, dann bekommen die Bürger Angst und werden auf die Polizei schimpfen die in ihren Augen nicht genug tut um den Täter zu fassen.“ Gab Semir zu bedenken. „Er will also dass die Bürger sich gegen die Polizei auflehnen. Wenn Sie Recht haben, dann wird er erst aufhören, wenn sich die Presse und die Medien einschalten…“ kam verwundert von Kim. „Das denke ich nicht…aber es wird ihn vielleicht abschrecken…das hoffe ich irgendwie und vielleicht melden sich Personen die den Mann kennen oder glauben ihn zu kennen…“ murmelte Semir nachdenklich. „Warten wir noch zwei Tage ab. Sollten Sie bis dahin keinen Hinweis haben, dann werden wir die Medien hinzuziehen und eine Pressekonferenz abhalten…“ stimmte Kim zu.

    Abendessen!!!

    Semir und Ben fuhren zu Hartmut. „Hey...wo steckst du denn?“ fauchte Semir, als er den rothaarigen Techniker nicht sofort sah. „Hier hinten...in eurem Schrott!“ kam von Hartmut Freund. „Ah...hier hast du dich versteckt. Hast du was für uns?“ wollte Semir wissen. „Ja und nein....also die Bombe ist von einem Stümper gebaut worden....das ist schon mal klar. Ein Wunder das das Ding nicht schon vorher explodiert ist..“ gab Hartmut von sich. Semir und Ben sahen sich an. „soll das heißen die hätte viel früher losgehen können?“ harkte Ben nach. Hartmut nickte. „Ja....“ gab er zu. „Kann es nicht sein, dass das Ding versehentlich zu spät hoch gegangen ist?“ fragte Semir nach. „Das kann natürlich auch sein...“ lenkte der Techniker ein. „Verdammt...vielleicht hatten Hotte und Dieter mehr Glück als sie dachten...“ murmelte Ben. „Nein...nein...der Zettel...sie sagten ja sie zählten runter und es knallte pünktlich bei null...also kann es nicht zu spät gekommen sein...“ gab Semir zu bedenken. „Stimmt... den Zettel....ja...hab ich vergessen. Also gut...also hatten sie wirklich Glück. Was ist mit Fingerabdrücken?“ fragte Ben nach. „Nun...da gibt es weder auf dem Rest der Bombe, was ja kein Wunder ist...noch auf dem Papier. Der Kerl ist nicht dumm und er muss schon öfter was mit Sprengstoff zu tun haben...“ gab Hartmut weiter Bericht ab. „Aber du hast doch gerade gesagt, dass es ein Stümper war...“ kam verwundert von Semir. „Was das Bauen angeht ja...aber nicht was die Menge an Sprengstoff angeht. Ich meine...wenn ich als Laie eine Bombe lege, dann weiß ich ja nie wie viel ich an Sprengstoff benötigte. Aber der Kerl hat genau die Menge genutzt die benötigt war. Der Sprengstoff ist nicht verteilt worden, als sie explodierte. Aus den Resten hätte ich nämlich noch etwas herausfinden können. Das wollte er aber verhindern und deshalb muss er was mit Sprengstoff zu tun haben. Vielleicht ist er ja vom Kampfmittelräumdienst oder aber hat dort gelernt. Zumindest solltet ihr dort euer Augenmerk richten...“ schlug Hartmut vor. Semir und Ben nickte. „Danke für den Tipp...“

    Holger Stahl verfolgte den ganzen Tag die Nachrichten. Bisher wurde nichts über seine Tat berichtet. Gar nichts kam. Verdammt warum ignorierten sie ihn so? Die Kollegen der beiden Alten müssen doch völlig aus dem Häuschen sein? Warum kam nichts? Er verstand die Welt nicht. Hatte er seinen Plan nicht gut genug überdacht? Musste er noch mehr anrichten, damit die Bullen endlich die Jagd auf ihn anbliesen? Er setzte sich ans Steuer und fuhr zu dem Revier. Er wollte hier so tun, als hätte er als Gast des Restaurants wo die Alten gegessen haben, jemanden am Auto gesehen. Aber bisher konnte er sich nicht melden. Holger grinste. Ja...das war die Idee. So lernte er sicher seine wahren Gegenspieler kennen. Außerdem konnte er so den nächsten Anschlag viel besser planen. Diese Beamten der Station müssten ihn doch hassen...irgendwie.... Holger hielt seinen Wagen eine halbe Stunde später vor dem Revier an und stieg aus. „Guten Tag...ich ...ich wollte eine Aussage machen..“ erklärte er und tat auf schüchtern. Eine hübsche Blondine kam zu ihm und lächelte. „Sie meinen eine Anzeige?“ fragte sie nach. „Nein...nein...eine Aussage. Ich ...ich habe gehört, dass ein Auto explodiert ist und vielleicht...hab ich da was gesehen...“ murmelte er schüchtern. Während er sprach senkte er seinen Blick zu Boden. „Ah...Warten Sie bitte einen Augenblick..“ lächelte die unbekannte Schöne. Holger nickte nur und ließ sich auf einen der Stühle nieder. Nur fünf Minuten später stand ein junger Mann vor ihm. Die dunklen Haare waren gelockt und umspielten sein jungenhaftes Gesicht. „Ben Jäger...Sie haben etwas gesehen?“ fragte er nach. Holger nickte. „Ja...ich bin Martin Sandhut...“ log er. „Herr Sandhut...kommen Sie dann mal bitte mit in mein Büro...dann können wir die Aussage ja aufnehmen..“ lächelte der junge Mann. Holger nickte und ging mit.