Tanja sah sich in der Wohnung des Hauptkommissaren Semir Gerkan um. „Wohnen Sie allein?“ wollte sie wissen. „Ja…derzeit schon. Aber sicher nur für kurze Zeit…“ kam als Antwort zurück. „Sie sind noch ungebunden? Das ist doch eigentlich ziemlich selten oder? Ich meine Sie sind Türke und ist es dort nicht so, dass man sehr jung heiratet?“ harkte sie nach. „Ich bin zwar Türke, aber ich bin hier aufgewachsen und wollte erst etwas schaffen bevor ich eine Familie gründe. Das denke ich ist nicht verkehrt…ich will meiner Frau und meinen Kindern was bieten können…“ erklärte Gerkan weiter. „Ich finde es sehr gut, wenn Sie so denken, aber was sagen Ihre Eltern dazu?“ kam die nächste Frage von Tanja. „Nun…wir sind dort etwas lockerer als andere. Meine Eltern lassen mich mein Leben leben wie ich es will. Sie sind nicht in Deutschland.“ meinte Gerkan und kam mit Decke und Kissen bepackt zurück ins Wohnzimmer. „Ich muss heute also keine Angst haben, dass mir eine wild gewordene Freundin oder Ehefrau die Augen auskratzt?“ lachte Tanja. Semir schüttelte den Kopf. „Nein…ganz sicher nicht…“ stieß er aus und ließ die Sachen auf die Couch fallen. „Wir können ja Lose ziehen…“ grinste er. Tanja lächelte mild. „Wir können auch gemeinsam im Bett schlafen. Ich vertraue Ihnen….“ sagte sie leise. „Ähm….besser nicht… es könnte sein, dass ich auf dumme Gedanken komme und…nun ja..“ gab er von sich. „Sie haben Angst, sich an mich zu vergreifen? Herr Gerkan…ich denke ich habe eine gute Menschenkenntnis. Sie können den Verbrechern gegenüber sicher sehr ungemütlich werden, aber Sie sind Gentleman durch und durch.“ lachte sie. „Haben Sie etwas zu trinken?“ wollte sie wissen „Ja sicher…entschuldigen sie… ich bekomme zu selten Gäste… links um die Ecke ist die Küche. Bedienen Sie sich einfach..“ meinte er nur und bezog die Decke. „Sie haben wirklich keine Freundin?“ harkte Tanja wieder nach. Sie musste zugeben, dass der Mann ihr gefiel. Und für ein Abenteuer war sicher immer Zeit. „Nein…derzeit nicht…also um ehrlich zu sein… wir haben uns vor drei Tagen getrennt….“ gab er zu. Tanja lächelte. „Möchten Sie ein Bier?“ kam die nächste Frage. „Ja gern…“ bestätigte Gerkan. Nur wenig später saßen sie auf dem Sofa zusammen. Semir nahm das Bier und nippte dran. „Wollen wir uns dann teilen?“ wollte Tanja wissen. Sie setzte sich neben Semir und sah ihn tief in die Augen. „Ähm….ich denke….also um…ich meine….nein…das ist viel zu gefährlich..“ lehnte er ab. „Gut…dann machen wir es zusammen. Auf Ihr Wohl..Herr Gerkan…klingt etwas dumm…wollen wir Bruderschaft trinken?“ bot Tanja an.
Semir lächelte nervös. „Warum eigentlich nicht…“ gab er dann nach einer kurzen Überlegung zurück. Er hob seine Flasche und stieß mit ihr an. „Ich bin Semir…“ sagte er. „Ich bin Tanja…auf eine gute Zusammenarbeit, Semir…“ hauchte sie. Sie tranken und dann beugte Tanja sich zu ihm. Zunächst zuckte er zurück. „Aber Semir…ein Freundschaftskuss…das ist normal…“ lächelte sie und kam nah an ihn heran. Semir küsste sie. Es gefiel ihm irgendwie…diese Zärtlichkeit mit der Tanja seine Lippen berührte. „Du bist ein aufregender Mann, weißt du das eigentlich Semir….jede Frau die dich haben kann, kann sich glücklich schätzen…“ komplimentierte sie ihn. Auch Semir ließ dies nicht kalt. Er war ein Mann. Seine Hand wanderte zunächst nur über ihren Rücken und streichelte sie. Sie verführte ihn nach Strich und Faden. Semir spürte wie er weich wurde und sich fallen ließ. Er merkte schnell dass hier noch mehr draus werden konnte. Er musste es nur zulassen und diesmal ließ er es zu. Kein Gedanke ging während des Aktes zu Andrea, welche er immer noch liebte. Nach einer Stunde lagen die Beiden nebeneinander auf der Couch, die Semir ausgeklappt hatte. Sie küsste ihn. „Du warst wundervoll…“ lobte sie ihn. Semir nickte leicht. „Du auch….“ gab er zu und küsste sie ebenfalls. „Wir sollten auch noch etwas schlafen…“ grinste er zufrieden. Tanja nickte. Sie legte ihren Kopf auf seine Brust und war wenig später eingeschlafen. Auch Semirs Augen fielen zu. Gegen acht klingelte der Wecker. Semir sah erschrocken auf Tanja die neben ihm schlief und dann fiel es ihm ein. Ein schlechtes Gewissen gegenüber Andrea kam auf. Doch dann sagte er sich, dass es ihr doch wohl egal sein konnte ob er nun allein schlief oder mit Tanja oder sonst wen. Immerhin hatte sie Schluss gemacht und nicht er. „Guten Morgen….hast du gut geschlafen?“ gurrte Tanja. Sie küsste ihn. „Ja…danke…sehr gut… wir müssen aufstehen…“lächelte er und streichelte ihr Gesicht. Sie nickte. „Ich mache Kaffee…stark und schwarz?“ harkte sie nach. „Sehr gern…“ strahlte er.~~~~ „SEMIR???!“ riss Bens Stimme ihn aus den Gedanken. „Was? Entschuldigung..“ kam von ihm als er wieder wusste wo er war. „Warst ganz tief in der Vergangenheit was?“ wollte Tanja wissen. „Ha ha…“ maulte Semir leicht verärgert. „Also..falls du es nicht mitbekommen hast, es geht Ben nicht gut….“ erklärte Tanja. „Ja..sicher…ich hab das mitbekommen…“ meinte Semir nur. „Wir fahren ihn zurück ins Krankenhaus…“ hängte er an. Sie stiegen ein und fuhren los.