Beiträge von Elvira

    Tanja sah sich in der Wohnung des Hauptkommissaren Semir Gerkan um. „Wohnen Sie allein?“ wollte sie wissen. „Ja…derzeit schon. Aber sicher nur für kurze Zeit…“ kam als Antwort zurück. „Sie sind noch ungebunden? Das ist doch eigentlich ziemlich selten oder? Ich meine Sie sind Türke und ist es dort nicht so, dass man sehr jung heiratet?“ harkte sie nach. „Ich bin zwar Türke, aber ich bin hier aufgewachsen und wollte erst etwas schaffen bevor ich eine Familie gründe. Das denke ich ist nicht verkehrt…ich will meiner Frau und meinen Kindern was bieten können…“ erklärte Gerkan weiter. „Ich finde es sehr gut, wenn Sie so denken, aber was sagen Ihre Eltern dazu?“ kam die nächste Frage von Tanja. „Nun…wir sind dort etwas lockerer als andere. Meine Eltern lassen mich mein Leben leben wie ich es will. Sie sind nicht in Deutschland.“ meinte Gerkan und kam mit Decke und Kissen bepackt zurück ins Wohnzimmer. „Ich muss heute also keine Angst haben, dass mir eine wild gewordene Freundin oder Ehefrau die Augen auskratzt?“ lachte Tanja. Semir schüttelte den Kopf. „Nein…ganz sicher nicht…“ stieß er aus und ließ die Sachen auf die Couch fallen. „Wir können ja Lose ziehen…“ grinste er. Tanja lächelte mild. „Wir können auch gemeinsam im Bett schlafen. Ich vertraue Ihnen….“ sagte sie leise. „Ähm….besser nicht… es könnte sein, dass ich auf dumme Gedanken komme und…nun ja..“ gab er von sich. „Sie haben Angst, sich an mich zu vergreifen? Herr Gerkan…ich denke ich habe eine gute Menschenkenntnis. Sie können den Verbrechern gegenüber sicher sehr ungemütlich werden, aber Sie sind Gentleman durch und durch.“ lachte sie. „Haben Sie etwas zu trinken?“ wollte sie wissen „Ja sicher…entschuldigen sie… ich bekomme zu selten Gäste… links um die Ecke ist die Küche. Bedienen Sie sich einfach..“ meinte er nur und bezog die Decke. „Sie haben wirklich keine Freundin?“ harkte Tanja wieder nach. Sie musste zugeben, dass der Mann ihr gefiel. Und für ein Abenteuer war sicher immer Zeit. „Nein…derzeit nicht…also um ehrlich zu sein… wir haben uns vor drei Tagen getrennt….“ gab er zu. Tanja lächelte. „Möchten Sie ein Bier?“ kam die nächste Frage. „Ja gern…“ bestätigte Gerkan. Nur wenig später saßen sie auf dem Sofa zusammen. Semir nahm das Bier und nippte dran. „Wollen wir uns dann teilen?“ wollte Tanja wissen. Sie setzte sich neben Semir und sah ihn tief in die Augen. „Ähm….ich denke….also um…ich meine….nein…das ist viel zu gefährlich..“ lehnte er ab. „Gut…dann machen wir es zusammen. Auf Ihr Wohl..Herr Gerkan…klingt etwas dumm…wollen wir Bruderschaft trinken?“ bot Tanja an.

    Semir lächelte nervös. „Warum eigentlich nicht…“ gab er dann nach einer kurzen Überlegung zurück. Er hob seine Flasche und stieß mit ihr an. „Ich bin Semir…“ sagte er. „Ich bin Tanja…auf eine gute Zusammenarbeit, Semir…“ hauchte sie. Sie tranken und dann beugte Tanja sich zu ihm. Zunächst zuckte er zurück. „Aber Semir…ein Freundschaftskuss…das ist normal…“ lächelte sie und kam nah an ihn heran. Semir küsste sie. Es gefiel ihm irgendwie…diese Zärtlichkeit mit der Tanja seine Lippen berührte. „Du bist ein aufregender Mann, weißt du das eigentlich Semir….jede Frau die dich haben kann, kann sich glücklich schätzen…“ komplimentierte sie ihn. Auch Semir ließ dies nicht kalt. Er war ein Mann. Seine Hand wanderte zunächst nur über ihren Rücken und streichelte sie. Sie verführte ihn nach Strich und Faden. Semir spürte wie er weich wurde und sich fallen ließ. Er merkte schnell dass hier noch mehr draus werden konnte. Er musste es nur zulassen und diesmal ließ er es zu. Kein Gedanke ging während des Aktes zu Andrea, welche er immer noch liebte. Nach einer Stunde lagen die Beiden nebeneinander auf der Couch, die Semir ausgeklappt hatte. Sie küsste ihn. „Du warst wundervoll…“ lobte sie ihn. Semir nickte leicht. „Du auch….“ gab er zu und küsste sie ebenfalls. „Wir sollten auch noch etwas schlafen…“ grinste er zufrieden. Tanja nickte. Sie legte ihren Kopf auf seine Brust und war wenig später eingeschlafen. Auch Semirs Augen fielen zu. Gegen acht klingelte der Wecker. Semir sah erschrocken auf Tanja die neben ihm schlief und dann fiel es ihm ein. Ein schlechtes Gewissen gegenüber Andrea kam auf. Doch dann sagte er sich, dass es ihr doch wohl egal sein konnte ob er nun allein schlief oder mit Tanja oder sonst wen. Immerhin hatte sie Schluss gemacht und nicht er. „Guten Morgen….hast du gut geschlafen?“ gurrte Tanja. Sie küsste ihn. „Ja…danke…sehr gut… wir müssen aufstehen…“lächelte er und streichelte ihr Gesicht. Sie nickte. „Ich mache Kaffee…stark und schwarz?“ harkte sie nach. „Sehr gern…“ strahlte er.~~~~ „SEMIR???!“ riss Bens Stimme ihn aus den Gedanken. „Was? Entschuldigung..“ kam von ihm als er wieder wusste wo er war. „Warst ganz tief in der Vergangenheit was?“ wollte Tanja wissen. „Ha ha…“ maulte Semir leicht verärgert. „Also..falls du es nicht mitbekommen hast, es geht Ben nicht gut….“ erklärte Tanja. „Ja..sicher…ich hab das mitbekommen…“ meinte Semir nur. „Wir fahren ihn zurück ins Krankenhaus…“ hängte er an. Sie stiegen ein und fuhren los.

    CHrisssss ???? Wieso habe ich jetzt das Gefühl, das Semir Ben eine Aufgabe gibt, die dem jungen Kommissaren gar nicht gefällt? Kannst du mir das verraten? Nein? Komisch... ich auch nicht.... LOL

    Klasse geschrieben... wann geht denn die Action los?

    Gina Graziano sah auf, als ihr Mann ins Zimmer kam. „Was wollte die Polizei von dir?“ fragte sie. „In dem Restaurant…wo ich den Tisch reserviert habe…ist eine Bombe hoch gegangen. Es gab Tote und Verletzte. Und die Polizei wollte von mir wissen, warum wir nicht dort waren. Sie vermuten, dass ich das eigentliche Opfer sein sollte.“ erklärte er sanft. Gina sah ihn besorgt an. „Könnte es sein?“ wollte sie wissen. Victor nickte. „Ich habe dir bisher nichts davon erzählt, aber Fabrizio ist wieder in Deutschland. Er hat mir Rache geschworen und diese Bombe schreibt seine Handschrift. Er hat sie in einem Blumenstrauß verpackt und sie mit einem Boten an unseren Tisch gebracht. Die junge Frau die ihn entgegennahm wurde sehr schwer verletzt.“ erklärte Victor leise. „Fabrizio ist wieder da???“ kam verwundert von Gina. „Ja...und er wird sich das holen, was ihm seiner Meinung nach zusteht. Alessia ...er glaubt immer noch, dass es seine Tochter ist. Du weißt genau was er uns angedroht hat. Und er wird es wahr machen. Mit welchen Mitteln auch immer...“ meinte Victor leise. „Wir müssen Alessia wegschicken... irgendwo hin, wo sie sicher ist...“ gab Gina zu verstehen. „Und wo sollte es sein? Du kennst unsere Tochter. Sie wird sich nicht einsperren lassen. Ich kann ihr Nico zur Seite stellen und ihm befehlen, sie nicht aus den Augen zu lassen, aber das wird sie dann als Kontrolle sehen. Das Vertrauen würde getrübt werden und so spielen wir Fabrizio nur in die Hände. Er wird sie sicher beobachten lassen.“ erklärte Victor. „Aber was können wir tun?“ wollte Gina wissen. „Nichts nur aufpassen das Fabrizio keine Möglichkeit bekommt an Alessia zu kommen. Wir müssen sie schützen.“ Gab Victor entschlossen von sich. Er stellte sich ans Fenster und sah hinaus. Irgendwo dort draußen wartete sein verhasster Bruder darauf, dass er sich blicken ließ und Fabrizio dann abdrücken konnte. Sein Handy klingelte. Alessia stand im Display. „Hallo mein Engel...wo steckst du?“ wollte er wissen und versuchte unbekümmert zu tun. „Papa...ich bin bei Laura...darf ich heute Nacht hier schlafen? Bitte...wir machen eine Pyjamaparty...und erzählen uns Gruselgeschichten... bitte ich wasche morgen auch ab..“ flehte seine Tochter. „Also gut...aber morgen bist du pünktlich um drei daheim..“ befahl er sanft. „Danke Papa...“ kam von Alessia und ein Kuss folgte. Victor beendete und ein leichtes Lächeln umschmeichelte den Mund. „War das Alessia?“ wollte Gina wissen. „Ja...sie schläft heute bei Laura..“ gab er bekannt.

    „Flüchtig? Du hast unsere Beziehung die fast zwei Jahre dauerte als Flüchtig bezeichnet?“ warf Tanja ein. Semirs und Bens Köpfe ruckten herum. „Tanja….“ stieß Semir aus. „Er und ich waren 22 Monate zusammen. Es ist jetzt genau 9 Jahre her. Damals hatte er mit seiner jetzigen Frau Stress und hat sich mit mir getröstet. Die Nacht mit ihm, war…wunderbar…“ schwärmte Tanja. Ben sah Semir unverständlich an und ein flüchtiges Lächeln umspielte seine Lippen als Semir rot anlief. „Tanja..das hast du nun falsch verstanden. Ich meine…“ versuchte Semir und dachte an die damalige Zeit als er Tanja traf. ~~Es war einer dieser Tage die er damals so verflucht hatte. Wo er weich wurde und sich fallen ließ. Vor Enttäuschung weil Andrea ihm mal wieder nicht glaubte. Er sah es als wäre es gestern gewesen. Damals hatten er und Tanja ein Glas Wein zusammen getrunken, weil ein Fall erfolgreich zu Ende ging. Semir war zur Unterstützung angefordert worden und musste zugeben, dass Tanja eine tolle Frau war. Leider sah Andrea das anders und hing ihm direkt eine Affäre an. Er schwor Stein und Bein, dass da nichts war….aber Andrea hatte ihren eigenen Kopf und glaubte ihm nicht. So kam es eines Nachts, dass er mit Tanja im Büro saß. Es war schon fast Mitternacht. Tanja sah ihn an. „Machen wir Feierabend?“ wollte sie wissen. Semir lächelte müde. „Das ist eine verdammt gute Idee…“ stimmte er zu. Er stand auf und reckte sich kurz. „Fahren Sie nach Hause?“ wollte er wissen. Tanja lächelte. „Dann kann ich direkt aufbleiben. Ich hab ne 2Stunden Fahrt vor mir…nein...ich werde mir wohl ein Hotel suchen müssen…“ kam von ihr. „Quatsch…ich hab zuhause eine nette Couch stehen. Sehr gemütlich…“ lud er sie ein. Tanja sah ihn skeptisch an. „Hey..keine krummen Gedanken..wirklich…ich schwöre….nur ein Angebot für eine nette Kollegin. Sie schlafen in meinem Bett und ich auf der Couch...“ schlug Semir vor und hob abwehrend die Hände. Tanja überlegte kurz. „Also gut…ich nehme das Angebot an…“ lächelte sie. „Dann fahren wir. Am besten lassen Sie Ihr Auto hier stehen und fahren mit mir zusammen…“ schlug Semir vor. Tanja war auch damit einverstanden und ließ sich wenig später auf den Beifahrersitz des BMWs fallen. Schon auf die Fahrt zu Semirs Wohnung fielen ihr die Augen zu. „Tanja?“ wurde sie geweckt. „Was?“ stieß sie aus und richtete sich auf. „Wir sind da…“ lächelte Semir. „Oh…ja..ja…ich hab nicht geschlafen…“ behauptete Tanja. Semir antwortete nicht sonder stieg aus. Tanja sah ihn an als er die Beifahrertür öffnete und ihr die Hand hinhielt. „Whow…ein Kavalier…“ lachte sie und ergriff die Hand. Gemeinsam gingen sie in seine Wohnung. „so…ich zeige ihnen das Schlafzimmer…“ lächelte Semir als sie in der Wohnung waren. „Ich weiß nicht…ich kann Ihnen doch nicht den Schlafplatz rauben…wie wäre es, wenn ich auf der Couch schlafe und Sie im Bett. Es ist ihre Wohnung..“ lächelte Tanja. Semir lächelte. „Sie haben die freie Wahl…ich hole nur mal schnell Bettzeug für den, der auf der Couch schläft…“ gab er bekannt und verschwand.

    Tanja sah Ben besorgt an. „Warum?“ fragte er immer wieder. „Herr Jäger…Wir werden es heraus finden, aber mit Ihrer Aktion haben Sie sich in Gefahr gebracht. Was soll das ganze hier?“ harkte Tanja nach. „ich will wissen warum? Verstehen Sie das nicht?“ kam von Ben die Gegenfrage. „Ich verstehe es sehr gut. Aber das geht nicht. Es kann nicht im Alleingang gemacht werden. Sie sind Semirs Partner oder? Sie sollten eigentlich im Krankenhaus liegen…“ ermahnte Tanja. „Im Krankenhaus kann ich nicht bleiben. Mein Schwager gibt mir die Schuld für das was passiert ist und er hat Recht… ich habe Schuld. Aber ich werde sie nicht allein tragen...dieser Mistkerl dort drinnen trägt einen Großteil mit…und das werde ich ihm jetzt zeigen!“ fauchte Ben und stand auf. Tanja wollte zugreifen, doch Ben war schneller in dem Raum und ging auf Graziano zu. „Warum? Sag mir endlich warum?!“ fauchte er und griff den Mafiaboss in den Revers. „BEN!!“ stieß Semir aus und zog seinen Partner zurück. Dann wandte er sich an Graziano. „Ich werde Sie sicher noch befragen. Auch was Ludwig Meurer betrifft..“ verkündete er. „Sie sind mir immer willkommen. Ich habe nichts zu verbergen…“ säuselte Graziano und lächelte freundlich. Semir, Ben und Tanja verließen das Haus. Vor der Tür sah Tanja ihn wütend an. „Wann wolltest du mir das erzählen?“ fragte sie hart. „Was?“ fauchte Semir zurück. „Das mit den Verdächtigen den wir haben? Ludwig Müller?“ harkte Tanja nach. „Meurer…Ludwig Meurer..sorry ich hab es vergessen...mehr nicht…“ redete Semir sich aus. „Und wann wolltest du es mir erzählen? Wenn wir Weihnachten haben?“ kam von Tanja. „Nein..ich ..ich hätte es dir schon noch erzählt..wirklich…aber…“ versuchte Semir sich zu entschuldigen. „Noch einmal und wir werden nicht zusammen arbeiten… ist das klar?“ fauchte Tanja ihn an. „Ja sicher… kommt nicht wieder vor…“ versprach Semir. „Gut..dann fahren wir morgenfrüh gemeinsam zu deinem Kollegen ins Krankenhaus..“ legte Tanja fest. Semir nickte artig. Tanja wandte sich an Ben. „Und nun zu Ihnen! Sie sind wie Semir… immer alles im Alleingang machen…kann ja nichts passieren oder? Bringt er Ihnen das bei sich so gegen die Vorschriften zu stellen?“ harkte sie nach. Wut war deutlich in der Stimme zu hören.

    Ben sah die Frau an, die mit Semir Dienst machte. „Jetzt passen Sie mal auf…ich bin mein eigener Herr und dieser Kerl dort drinnen sollte nicht frei herumlaufen! Ich brauche weder Semir noch eine hochnäsige Kollegin vom LKA!“ fauchte Ben wütend. „Ben…so leid es mir auch tut, aber sie hat Recht. Du hast ganz schönen Bockmist gebaut. Warum bleibst du nicht im Krankenhaus? Du bist nicht fit genug. Das da drinnen war eine riesen Dummheit. Der Kerl hätte dich abknallen können..“ gab Semir zu bedenken. Doch so schnell seine Wut gekommen war, verrauchte sie auch. Er nahm Ben am Arm und zog ihn ein Stück weit weg. „Wie geht es Julia?“ wollte Semir wissen. „Ich weiß es nicht. Peter hat mir Vorwürfe gemacht und ich kann ihm eigentlich Recht geben. Warum bin ich nicht in ein anderes Restaurant gegangen. Ich hätte Julia nie mitnehmen dürfen…“ meinte Ben. „Hör mal…du kannst doch nichts dafür, wenn eine Bombe hoch geht. Noch wenn sie als Blumenstrauß ankommt….“ stellte Semir sich auf seine Seite. „Für Peter sieht es halt anders aus. Er hat mir verboten zu ihr zu gehen und ich akzeptiere es. Nur wüsste ich zu gern warum..“ kam leise von Ben. Semir nickte. „Wir werden es herausfinden..“ gab Semir zu verstehen. „Wir?“ harkte Ben nach. „Ja… Tanja Herzog…vom LKA und ich ermitteln in dem Fall.. Der Verdacht ist das der Täter nicht wusste, das Graziano abgesagt hatte. Er hat die Blumen präpariert und dann einen Boten gebeten diese abzugeben. Der Bote heißt Ludwig Meurer und ist vorbestraft. Ein kleines Licht…Diebstahl, Einbruch…und so kleine Delikte. Aber diesmal scheint er die härtere Spur eingeschlagen zu haben. Du wirst dich allerdings raushalten müssen. Die Chefin hält dich für befangen und das bist du auch, weil du persönlich darin verwickelt bist…“ ließ Semir nun raus. Ben sah ihn an. „Du stellst mich kalt?“ harkte er nach. Semir nickte. „Deine Schwester und Peter brauchen dich jetzt. Es ist wichtiger dass du für sie da bist…“ erklärte Semir. Ben nickte. „Du hast Recht…meine Gedanken wären beim Einsatz auch bei Julia…ich könnte dir keine Deckung geben… Aber Peter… er will mich nicht sehen. Weder in seiner noch in Julias Nähe.“ kam traurig von Ben. Tanja kam zu ihnen. „Kennst du sie näher? Mir ist, als spüre ich da Spannungen..“ wollte er wissen und wies auf sie. „Nein..ich kenne sie flüchtig…“ wich Semir aus. Tanja sah ihn böse an und stellte sich vor ihm.

    Hier ist der dritte Teil meiner Lovestory von Ben und Carla. Erinnert ihr euch noch? Carla ist schwanger...und hier kommt die Story dazu. Diesmal als Weihnachtsgeschichte verpackt. Warum? Das werdet ihr in der Story erfahren. Diesmal habe ich diesen Teil mit Hilfe von Chris geschrieben. Also eine Gemeinschaftsstory von uns beiden. Danke dafür...und nun vile Spaß beim Lesen und Feeden.

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    Die Party ging bis weit nach Mitternacht. „Mensch…das ist klasse….wie weit ist Carla denn?“, griff Semir das Thema nach einer kurzen Weile wieder auf. „Keine Ahnung...ich weiß nur, dass sie schwanger ist.“, gab Ben zurück. „Was bist du denn für ein werdender Vater? Das ist das wichtigste...du musst doch wissen, wann die oder der Kleine kommt….habt ihr denn schon Namen?“, harkte Semir weiter nach. Ben sah ihn an. „Semir….das Kind ist doch noch gar nicht da… warum sollte ich mir denn jetzt schon einen Namen aussuchen?“, stöhnte er. „Du…die Zeit ist so schnell rum…was meinst du, wie das ist…die neun Monate hört sich viel an...und schwupp… schon ist der Krümel da…“, grinste Semir. Ben stöhnte auf. Er erinnerte sich an die Zeit als Andrea mit Layla schwanger war. Semir war so nervös als würde er das Kind bekommen. „Semir….ich denke, das schaffen wir schon…“, versuchte Ben ihn zu beschwichtigen. „Also wenn es ein Mädchen wird, würde ich sagen sie heißt Andrea...das ist ein sehr schöner Name…und ein Junge könnte Hubert heißen….oder Harald…“, grinste Semir. Ben schlug die Hände über den Kopf zusammen. „Du machst mich kirre!“, stießt er aus und suchte nach Carla. Er wandte sich zum gehen. „Wo willst du denn hin? Hör mal….wir sind die Paten oder? Andrea und ich sind Paten…von deinem Kind…. Und damit haben wir auch ein Recht auf den Namen….also wir müssen uns einigen….“, meinte Semir und rannte hinter Ben her. „Semir!!“, stieß Ben flehend aus. „Ja was denn?“ wollte dieser grinsend wissen. „Du machst mich wahnsinnig…..bitte…halt die Klappe…bitte…das hält doch keiner aus…“, stöhnte Ben gekonnt. Semir sah ihn pikiert an. „Gut…wenn du keine Ratschläge von mir hören willst…auch gut.“, kam gespielt beleidigt zurück. Ben blieb stehen und sah ihn an. „Du bist eine Nervensäge!“, fauchte er zurück und musste doch lachen. Semir stimmte ein. „Ich weiß…“, gab er zu.

    Andrea sah Carla an. „Es ist so klasse….wenn du irgendwelche Hilfe brauchst kommst du zu mir…und lass dir eins gesagt sein…wenn du dir einen Gefallen tun willst, dann schick Ben immer schnell aus dem Haus. Werdende Väter sind grausam nervig. Semir wollte die ganze Schwangerschaft über bei mir bleiben...ich wäre fast kaputt gegangen…aber er ist so süß. Was meinst du…? Wird Ben bei der Geburt umkippen? Ich meine, er ist doch dabei oder?“, wollte Andrea wissen. „Ich denke schon. Ich meine...ich würde es mir sehr wünschen, wenn er dabei wäre.“, gab Carla zu. Sie sah Ben und Semir ankommen. Sie sah auch sofort, dass Ben genervt war. „Ich glaube, wir erlösen mal meinen Mann von deinem Mann, bevor Ben ganz zusammenbricht…“, lachte Carla. Auch Andrea sah hin. „Oh….ich kann mir schon vorstellen, welches Thema dort besprochen wird. Ich gehe davon aus, dass Semir Namen vorschlägt…vermutlich Herbert, Hubert oder Herrmann oder auch Harald…das sind die Namen, die er für seinen Sohn ausgesucht hat….für Mädchen hatte er nur einen Namen...“, lachte sie. „Und der war Andrea….“, kam von Carla. Andrea nickte. „Ja…na komm… wir erlösen Ben mal..“ Gemeinsam ging sie mit Carla zu ihren Männern. „…wirklich…das ist die wunderschönste Zeit…“, hörte sie Semir sagen. „Semir? Was machst du denn….? Ben kippt gleich um, weil du ihn so belagerst…“, lachte Andrea. „Entschuldige mal…ich belagere ihn nicht, ich geben nur gute Ratschläge. Ich bin schließlich schon zweifacher Vater und habe zwei Geburten hinter mir gebracht…“, empörte Semir sich sofort. „Ja...von denen du nichts mitbekommen hast…darf ich dich daran erinnern, dass du umgekippt bist? Bei Ayda und auch bei Layla…“, lachte Andrea. Semir fing an zu schmollen. „Ich bin ja auch ein Mann…“, gab er zurück. „Nein…du bist mein Mann…und ich liebe dich, wie du bist…nur lass die Beiden doch ihre Freuden selbst herausfinden….“, gab Andrea ihm schnell einen Kuss.

    Tanja Herzog sah auf das Handy als es klingelte. Unbekannte Nummer. „Herzog..“ meldete sie sich. „Semir hier… Tanja ich wollte mich gleich auf den Weg zu Victor Graziano machen. Ich will ihn fragen, warum er den Tisch abgesagt hat und ob er das Opfer des ….“ hörte sie Semir sagen. „Semir..du wirst gar nichts! Nicht ohne mich. Ich habe die Einsatzleitung und du wirst auf mich warten. Ich warne dich…wenn du Alleingänge machst, dann bekommst du höllischen Ärger...!“ drohte Tanja. „Dann beweg dich und komm her…ich stehe hier vor dem Haus von Graziano und warte auf dich...aber nicht lange...außerdem sind wir gleichberechtigt…du bist Hauptkommissarin und ich bin Hauptkommissar.“ maulte Semir weiter. „Dennoch habe ich den Fall und jeder der daran arbeitet ist mir unterstellt. Die Kripo Autobahn hat hier gar nichts zu suchen. Das du mitmachen darfst war lediglich ein Freundschaftsdienst den ich dir auch wieder absprechen kann...“ gab Tanja zu. „Tanja..bitte….also gut…ich warte….bis du hier bist...“ Semir gab klein bei. Tanja strahlte über diesen kleinen Sieg über ihren Jugendfreund. „Ich bin unterwegs...“ gab sie durch und beendete das Gespräch. Sie brauchte eine gute Stunde bis sie vor Ort war. Semir stand an seinem BMW und starrte sie wütend an. „Hast du erst einen Kaffee getrunken oder was…?“ wollte er wissen. „Nein…aber lassen wir das und gehen hin. Ich bin nämlich auf die Erklärung gespannt…“ schlug Tanja vor. „Okay… und wenn er das eigentliche Opfer sein soll, dann kann er uns sicher auch sagen wer es auf ihn abgesehen hat..“ knurrte Semir und gab Gas. Er brauchte knappe zehn Minuten bis zum Gelände von Graziano. Tanja stieg aus und klingelte. Als sie ihren Namen genannt hatte öffnete sich das Tor und Semir fuhr auf das Gelände. Sie stiegen vor dem Haus aus und Semir schritt energisch zur Tür. Tanja hielt ihn fest. „Ich habe die Einsatzleitung… ich gehe vor!“ befahl sie. Semir stieß einen undefinierbaren Ton aus und ließ sie vortreten. Tanja klingelte. „Ich werde nachher dann mal zu Herrn Freund in die KTU fahren. Du darfst mich gern begleiten...“ lächelte sie ihn an. Die Tür wurde aufgerissen. „Kommen Sie schnell…da dreht einer total durch!“ stieß eine junge Frau aus. Semir hörte das Schreien und erkannte sofort die Stimme. Er rannte in den Raum und sah wie Ben sich gegen zwei Männer verzweifelt wehrte. „Okay! Schluss jetzt! Lassen Sie ihn sofort los!“ forderte Semir und zog seine Waffe. „Meine Herren…beruhigen Sie sich doch. Das ist alles ein Missverständnis, was wir sicher in einem normalen Tonfall bereinigen können…“ gebot der Mann am Schreibtisch der nun aufstand. „Ich bin Victor Graziano…“ stellte er sich vor. „Semir Gerkan…meine Kollegin Tanja Herzog… sagen Sie ihren Männern, dass sie meinen Kollegen loslassen sollen!“ forderte Semir erneut. „Manuel..Luigi…“ gab Graziano von sich. Die Männer ließen Ben los. Dieser wollte sofort auf Graziano los gehen doch Semir stellte sich in den Weg. „Ben…setzt dich sofort hin…!“ fauchte er seinen Freund an. Ben sah ihn an. „Semir..er ist schuld…er ist schuld an dem was mit Julia passiert ist…er muss dafür bezahlen…er soll mir sagen warum...“ weinte Ben. Semir sah zu Tanja und diese nickte. „Ich kümmere mich um ihn..“ erklärte sie und führte Ben zur Tür, während Semir Graziano befragte.

    „Herr Graziano..es geht um den Tisch den Sie im Restaurant „Goldener Stern“ reserviert und wieder abgesagt haben…“ fing Semir an. „Ja..ich habe es in den Nachrichten gehört. Es ist bedauerlich aber was bitte habe ich damit zu tun?“ wollte Graziano wissen. Semir beobachtete den Mafiaboss. Er war nicht eine Spur nervös. „Bedauerlich..ja..es gibt einen Toten und mehrere Verletzte. Darunter auch Schwerverletzte. Kinder und Frauen…ist Ihnen das wirklich egal? Fragen Sie sich nicht, ob Sie vielleicht das Opfer sein sollten?“ harkte Semir nach. „Warum haben Sie abgesagt?“ wollte er wissen. „Meine Frau… sie hatte Magenprobleme bekommen und deshalb habe ich unser Essen anlässlich unseres Hochzeitstages abgesagt. Es bringt mir nichts, mit meiner Frau essen zu gehen, wenn sie sich übergibt…das ist doch äußerst peinlich.“ erklärte Graziano. „Ja sicher das verstehe ich sehr gut. Aber können Sie sich vorstellen, dass die Bombe Ihnen gegolten hat?“ harkte Semir nach. „Das ist gut möglich…ich meine…ich habe meine Feinde ja…aber soweit..nein…ich denke nicht. Wir sind doch nicht auf Sizilien...“ lächelte Victor. „Sagt Ihnen der Name Ludwig Meurer etwas?“ harkte Semir nach und sah Tanja erschrocken an. Verdammt…davon wusste sie noch gar nichts…dachte er weiter. „Meurer? Nein…der Name sagt mir gar nichts…ich muss Sie enttäuschen aber ich kann Ihnen nicht helfen. Bitte richten Sie den Verletzten meine besten Wünsche aus…“ lächelte Victor ihn an. Semir spürte die Wut in ihm aufsteigen. „Sollte ich herausfinden, dass Sie doch mehr wissen, als Sie uns sagen, dann kündige ich Ihnen jetzt schon einen harten Kampf an..“ fauchte er wütend. „Soll das eine Drohung sein Herr Gerkan?“ wollte Victor wissen. „Nein…das ist ein Versprechen..“ entgegnete Semir ihm. „Ist es seit neuestem die Methode der Polizei die eigentlichen Opfer in die Enge zu treiben? Herr Gerkan…es scheint nicht immer so, wie es ist. Sie sollten sich wirklich zurückhalten. Ich habe genügend Anwälte die Ihnen schnell daraus einen Strick drehen. Ich habe mir bisher nichts zu Schulden kommen lassen..“ erklärte Victor weiter. „Nein…man konnte Ihnen bisher nichts nachweisen...das ist es. Aber da war ich noch nicht dran. Ab jetzt werde ich mit Sicherheit was finden… Mein Kollege und seine Schwester saßen an dem Tisch, der für Sie bestimmt war und genau dort ist die Bombe mit einem Blumenstrauß abgegeben worden!! Sie wären das Opfer gewesen und ich werde das beweisen…“ bestätigte Semir.

    „Hartmut…du hast was für mich?“ fragte Semir nach. „Nun ja… wie man es nimmt. Die Auswertung läuft noch. Der Sprengsatz war nicht wirklich groß, aber es reichte aus…“ fing der Techniker an. „Hartmut was hast du? Ich bin gerade auf dem Weg ins Krankenhaus und..“ erklärte Semir nervös. „Ja doch… also … wir haben Fingerabdrücke gefunden. Einer davon ist noch in einen verwertbaren Zustand. Das ist bei der Hitze nicht üblich…das war auch nur….“ ging es bei dem Techniker weiter. „Hartmut… bitte…haben wir einen Namen dazu?“ drängte Semir. „Ja sicher doch… dazu komme ich gleich... übrigens die Tanja Herzog ist eine ganz nette Frau….vor allem hat sie Verständnis für meine Arbeit und sie hört zu…was man von dir nicht behaupten kann. Sie hat sogar mal selbst in der KTU gearbeitet…das war echt klasse und….sie konnte sogar mit dem Spektroskopen umgehen..“ kam von Hartmut. „Ja…wenn du fertig bist kannst du sie ja heiraten…“ knurrte Semir ungeduldig. „Wieso sollte ich sie heiraten? Ich meine sie ist wirklich nett. Also zu dem Fingerabdruck…der Mann dem diesen gehören heißt Ludwig Meurer….“ gab Hartmut zurück. „Ludwig Meurer? Nie gehört….aber dann haben wir ihn in der Kartei. Danke Hartmut...“ bedankte Semir sich. „Wie geht es denn Ben?“ wollte nun der Techniker wissen. „Er hat Kopfschmerzen und ihm ist übel…normal bei einer Gehirnerschütterung. Das wird wieder…“ murmelte Semir und wollte auflegen. „Ach Semir noch was…hätte ich fast vergessen….du sollst diese Tanja Herzog anrufen…sie wartet auf deinen Rückruf.“ „Was will sie denn von mir?“ fragte Semir erstaunt. „Keine Ahnung…hast vielleicht einen bleibenden Eindruck hinterlassen…obwohl….nee…kann eigentlich nicht….was weiß ich...ruf sie an und du erfährst es.“ schlug Hartmut vor. „Ja danke für die Tipp…“ knurrte Semir. Er lehnte sich nach dem Gespräch zurück und dachte nach. Die Bombe wurde genau an den Tisch gebracht, an dem Ben und Julia saß. War es Zufall? Oder war es Absicht? Nein.. es war Zufall. Was sagte Tanja… der Tisch war von Victor Graziano reserviert worden, der aber nicht gekommen war. Dort musste er ansetzen. Er musste wohl oder übel zu diesem Mafioso fahren. Eine gefährliche Sache und normalerweise würde er dort nie ohne Rückendeckung hinfahren. „Cobra 11 an Zentrale…Melde mich für eine Stunde ab. Ich werde Victor Graziano besuchen und wegen dem Bombenanschlag befragen….“ gab er durch. Nur für alle Fälle, falls er von diesem Graziano angegangen wurde, konnte die Zentrale Hilfe schicken.

    Der nächste Morgen kam für Ben doch ziemlich überraschend. Er erinnerte sich, dass er eigentlich zu Graziano fahren wollte. Aber nun fand er sich wieder im Bett im Krankenhaus wieder. Warum? Oh verdammt...diese Krankenschwester.. sie hat ihn ausgetrickst… Schlafmittel…oh dieses Miststück. Aber darum kümmere ich mich nach Graziano. Nun musste er erst einmal hier raus. Ben stand auf und ging zum Schrank. Doch er spürte auch, dass er immer noch mit dem Gleichgewicht zu kämpfen hatte. „Okay… fahren kann ich nicht, aber dann werde ich mir ein Taxi nehmen. Draußen stehen sicher welche. Nur raus, bevor die darauf kommen nachzusehen.“ sagte er sich selbst und zog sich an. Nur wenige Minuten später war er auf dem langen Flur und schlich sich zur Tür. Niemand bemerkte seine „Flucht“. Ben stieg vor dem Eingang in eines der Taxen und gab die Adresse von Victor Graziano als Ziel vor. Der Taxifahrer sah ihn an und nickte. Ihm schien es egal zu sein, wohin die Fahrt ging. Hauptsache die Kasse stimmte. Die Fahrt ging los. Ben sah aus dem Fenster. Ihm wurde übel und er wusste sehr gut, dass er ins Bett gehörte, doch er wollte diesen Mann zur Rede stellen. Er musste es tun schon allein wegen Julia. „So mein Herr wir sind da…das macht dann 32, 60 €“ riss der Taxifahrer ihn aus den Gedanken. Ben gab 35 € und stieg aus. Das Taxi fuhr davon. Ben ging zum Tor und klingelte. Es dauerte eine Weile bis jemand die Tür öffnete. „Sie wünschen?“ fragte die unfreundliche Stimme. „Jäger, Kripo Autobahn..ich möchte mit Herrn Graziano sprechen!“ forderte Ben. Ein Summer ertönte und Ben betrat das Grundstück. Er spürte die Wut in sich aufsteigen. Dieser Mistkerl lebte in Saus und Braus, das Geld dafür stammte aus Verbrechen und das schien dem Kerl nicht zu kümmern. Die Tür des Hauses öffnete sich. Ben sah den Mann vor sich. Die Wut kam in ihm hoch. Er stieß den alten Mann zur Seite und rannte in das Haus. „GRAZIANO!! WO SIND SIE??“ schrie er und rannte von einem Raum zum anderen. „Was wollen Sie in meinem Haus?“ schrie ihn eine Frau an. „Wo ist er? Wo ist Victor Graziano?“ wollte Ben wissen. „Im Arbeitszimmer…“ stammelte sie eingeschüchtert und zeigte in die Richtung. Nur wenig später stürmte Ben in den Raum. Der Mann am Schreibtisch sah ihn an. „Was ist das denn für ein Benehmen?“ wollte er von Ben wissen. „Sie …!! Sie sind schuld, dass meine Schwester im Koma liegt!!“ schrie Ben und wollte den Mann angreifen, doch dazu kam es nicht, denn plötzlich wurde Ben von zwei Männern gepackt und ihm die Arme auf den Rücken gedreht. „Mein lieber Freund…bitte beruhigen Sie sich…was geht hier vor? Wer ist Ihre Schwester? Wer sind Sie?“ wollte Graziano wissen.

    Hartmut streckte sich. „Ach echt?“ strahlte er. „Ja sicher….ohne dich würde ich manchmal nicht mehr weiter wissen…du bist einfach unersetzlich für mich...und für Ben natürlich…aber ich sehe auch ein, dass du hier arbeiten musst…aber denkst du, dass ich so einfach zusehen kann, während Ben im Krankenhaus liegt und um sein Leben kämpft..?“ harkte Semir ernst nach. „Aber du sagtest doch, dass er nicht so schwer verletzt ist…“ widersprach Hartmut sofort. „Ja..ich meine….er bangt um das Leben seiner Schwester...und er hat mich gebeten den Fall zu lösen…aber das geht nicht mit Herzog…verstehst du…?“ wollte Semir wissen. Hartmut nickte. „Aber Semir…das ist ihr Fall… ich meine dann kann sie auch bestimmen, wer von den Ergebnissen weiß und wer nicht…“ erklärte Hartmut sachlich. Semir nickte natürlich. „Ja das weiß ich doch…aber du musst mir ja nicht alles erzählen….wie wäre es wenn du mir nur das wichtigste erzählst… also zum Beispiel ob du besondere Fingerabdrücke gefunden hast, oder ein Überbleibsel der Bombe…das könntest du mir doch zukommen lassen oder? Für Ben….“ Semir sah ihn flehend an. Hartmut dachte kurz nach und sah ins Restaurant. „Das ….also ich weiß nicht… ich hab von einem Freund gehört, dass diese Herzog schlimmer sein soll, als Schrankmann…“ kam etwas ängstlich von ihm. „Hartmut…vertrau mir…wir machen das so geheim, dass sie da gar nicht hinter kommt…“ versprach er. Hartmut überlegte weiter. „Hartmut…bitte… ich will Ben helfen...mehr nicht… es geht mir nicht um die Lösung des Falls…aber ich …“ redete Semir auf ihn ein. Hartmut schloss die Augen und nickte. „Wieso werde ich das Gefühl nicht los, dass es ein Fehler ist...“ wollte er stöhnend von dem Deutschtürken wissen. „Das kann ich dir nicht sagen…. Aber ich danke dir…du bist ein wahrer Freund…“ kam zufrieden von Semir. Freundschaftlich klopfte er dem KTU-Techniker auf die Schultern und verschwand zu seinem Wagen. Er sah im Rückspiegel wie Hartmut das Gebäude betrat. „Wir werden ja sehen wer den besseren Riecher hat…Tanja….Herzog….“ drohte er seiner Jugendfreundin. Das Handy klingelte. Semir schaltete die Freisprechanlage ein und meldete sich. „Semir? Hast du schon was? Kannst du mir schon was sagen?“ wollte er wissen, als sein Freund und Partner sich meldete. „Nun ja….wir sind dran. Es gibt einen Toten im Restaurant. Einer der Kellner…er wurde erschlagen, an die 15 Leichtverletzte und 8 Schwerverletzte wozu deine Schwester gehört. Wie geht es ihr?“ kam die Gegenfrage von Semir. „Es gibt keine Veränderung. Peter hat mir deutlich und schmerzhaft gezeigt was er davon hält. Er gibt mir die Schuld und ich kann es ihm nicht einmal verübeln..“ klagte Ben. „Ben..das ist doch Blödsinn. Die Bombe war nicht für dich bestimmt. Wir nehmen an, dass sie für Graziano bestimmt war…Victor Graziano die Mafiagröße vom Rhein….“ erklärte Semir sanft. Er hörte die Selbstvorwürfe aus der Stimme heraus.

    Ben atmete durch bevor er eine Antwort geben konnte. „Graziano? Ich habe es ihm zu verdanken, dass Julia…im Koma liegt? Er sollte damit umgebracht werden? Semir..hol mich morgen ab. Ich werde mich an der Suche nach dem Schwein beteiligen. Und ich will Graziano befragen!“ forderte Ben. „Nein… du bleibst im Krankenhaus und kurierst die Gehirnerschütterung aus. Hartmut und ich sind dran…“ erklärte Semir hart. „Aber…“ fing Ben an. „Nein…kein Aber… Ben.. ich kann dich nur gebrauchen wenn ich mich auf dich verlassen kann. Also sei vernünftig. Bleib im Bett und ruh dich aus.“ befahl Semir. „Also gut… aber du rufst mich an…jeden Tag und du wirst mich über jeden Ermittlungsschritt informieren..“ forderte sein junger Kollege. „Mach ich…ich muss Schluss machen… Hartmut ruft an. Bis morgen…“ versprach Semir und schon war das Gespräch beendet. Ben steckte sein Handy ein und stand vorsichtig auf. „Herr Jäger! Sie sollten doch liegen bleiben…“ kam von der Schwester die das Zimmer zur Kontrolle betrat. „Das tu ich ja auch gleich…aber erst werde ich mir den Kerl schnappen…“ fauchte Ben und fing an sich anzuziehen. „Oh nein…Sie werden sich ins Bett legen... Sie können ja kaum stehen!“ forderte die Schwester. „Ich muss nicht stehen… ich muss nur Autofahren…“ grinste Ben. Die Schwester sah ihn an. „Okay… aber dann nehmen Sie wenigstens diese Tabletten… und ruhen sich noch eine halbe Stunde aus…bitte..“ kam fordernd von der Schwester. Sie hielt ihm ein kleines Gläschen hin worin drei Pillen drin waren. Ben schluckte sie ohne Wasser und setzte sich aufs Bett. Die Schwester beobachtete ihn und lächelte zufrieden. „Sie sollten sich wenigstens noch eine Stunde geben. Es ist nur zu Ihrem Besten.“ Schlug sie vor. Ben sah sie skeptisch an. Irgendwas passierte mit ihm. Es waren keine zehn Minuten vergangen und er glaubte zu schweben. Dieser Zustand machte ihm Angst. Er legte sich hin und merkte wie gut es tat die Augen zu schließen. Schnell war er eingeschlafen. Er hörte nicht mehr wie die Schwester zufrieden sagte. „Wäre ja noch schöner, wenn die Patienten jetzt bestimmen was besser für sie ist...“

    Ludwig Meurer und Moritz Paulsen saßen in ihrem Versteck und putzten die Waffen, während im Fernsehen über die Explosion berichtet wurde. „Mach mal lauter!“ befahl Paulsen. Meurer zielte mit der Fernbedienung auf das Gerät und tat was Moritz verlangte. „…dabei wurden mehrere Personen verletzt. Einer davon so schwer, dass dieser nur kurz darauf im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. Dabei handelt es sich um einen Kellner der unmittelbar am Tisch war, wo der Sprengkörper anscheinend angebracht war. Die Polizei tappt noch im Dunkeln..“ erklärte der Sprecher. Moritz sprang auf. „Verdammt… das kann doch wohl nicht sein. Warum sagen die nicht, das Graziano dort war?“ fauchte er wütend. „Weil er es nicht war..“ kam eine Stimme von der Tür her. Moritz und Ludwig drehten sich erschrocken um. „Fabrizio? Was machst du denn hier?“ wollte Moritz wissen. „Ich habe versucht dich anzurufen. Der Anschlag. Weder mein Bruder noch seine Frau waren dort. Ich weiß von einem Vertrauten in seinem näheren Umfeld, dass Gina krank geworden ist und er den Tisch abbestellt hat.“ gab der Mann zu verstehen. „Dann war alles für die Katz?“ mischte sich Ludwig ein. „Nun ja…sagen wir, es war ein misslungener Versuch. Wir werden es noch einmal machen. Und diesmal werde ich dafür sorgen, dass es den Richtigen trifft.“ versprach Fabrizio. „Aber erst müssen wir die Füße stillhalten. Die Bullen müssen sich erst mal wieder beruhigen..“ warf Moritz ein. „Was, wenn sie uns auf die Spur kommen?“ wollte Ludwig wissen. „Wie sollten sie? Du weißt doch dass niemand von uns bei der Polizei bekannt ist. Wie sollten die dann eine Spur zu uns finden?“ lachte Moritz. „Ja sicher…ich.. meine ja nur… Vielleicht haben die Leute mich im Restaurant gesehen, als ich die Blumen gebracht habe und können mich beschreiben…was soll dann passieren?“ harkte Ludwig nach. Moritz sah zu Fabrizio und grinste breit. „In dem Fall werden die Bullen einen Toten finden…“ gab er kalt bekannt. „Das werden wir sehen. Aber gut…erst einmal Ruhe. Ich melde mich bei euch, sobald ich weiß wann wir wieder was machen können.“ Gab er zurück. Nur wenig später verließ er die Wohnung. Moritz sah Ludwig eindringlich an. „Also….noch einmal die Frage…bist du bei der Polizei bekannt oder nicht?“ harkte er drohend nach. Ludwig zog sich zusammen und hob schützen die Arme. „Nein..ich schwöre...ich habe noch nie was mit den Bullen zu tun gehabt...noch nie...“ schwor er. Moritz nickte. „Ich glaube dir...aber sei dir gewiss...wenn du gelogen hast, dann werde ich dich vor Fabrizio töten…“ drohte Moritz. Ludwig nickte leise. Er hatte mehr Angst vor Moritz als vor Fabrizio, den er kaum kannte.

    Semir sah Tanja an. „Das weiß ich nicht genau. Ich meine… sicher kann es den einen oder Anderen geben, der aus Rache eine Bombe wirft, aber nein…nein..ich denke ich kann es ausschließen. Ben erzählte mir, dass er einen Tisch bekommen hat, der eigentlich reserviert war. Es könnte doch dem eigentlichen Nutzer gegolten haben..“ mutmaßte er. Tanja nickte. „Wir haben den Namen von dem Herrn…Victor Graziano. Wie eben schon gesagt. Dein Kollegen heißt also Ben…und wie weiter?“ harkte Tanja nach. “Jäger…Ben Jäger… warum fragst du?“ wollte Semir nun wissen. Tanja schrieb die Namen auf. „Seine Schwester?“ kam die nächste Frage. „Julia…“ gab Semir zurück. „Ist Ben vernehmungsfähig?“ harkte Tanja weiter nach. „Heute sicher nicht mehr.“ erklärte Semir vorsichtig. Er musterte Tanja. Sie hatte sich seit Damals kaum verändert. Immer noch sah sie sehr mädchenhaft aus. Zierlich…fast zerbrechlich, aber dahinter schien eine knallharte Frau zu stecken, die genau wusste was sie wollte. „Na heute werde ich sicher nicht mehr ins Krankenhaus fahren. Warst du auch beim Anschlag dabei?“ wollte sie wissen. „Nein…“ gab Semir zu. Tanja lächelte. „Dann danke ich für deine Mithilfe. Das wars...du kannst gehen..“ meinte sie. „Aber…?“kam verdutzt von Semir. „Ich sagte doch…ich halte dich auf dem Laufenden…“ lachte Tanja kühl zurück. Sie wandte sich von ihm ab und ging wieder zu den Kollegen. Semir blieb stehen. Das musste er erst einmal verdauen. Aber er sah ein, dass er hier nicht viel ausrichten konnte und ging leise fluchend aus dem Restaurant. „Was denkt die sich eigentlich? Bin doch kein dummer Junge, den man einfach so wegschickt…“ knurrte er. Er war nur wenige Schritte gegangen als eine Stimme ihn aus den Gedanken riss. „Semir…was machst du denn hier?“wollte Hartmut wissen. „Das gleiche könnte ich dich fragen...“ knurrte der Deutschtürke. „Oh…schlechte Laune?“ grinste Hartmut. „Ja..und dazu hab ich auch allen Grund…1. Ben und seine Schwester war während des Anschlags im Restaurant. Ben wurde leicht verletzt seine Schwester schwebt in Lebensgefahr und 2. Weil hier eine sich selbst gefällige Hauptkommissarin vom LKA das Maul aufreißt und mich vom Tatort schickt!“ fauchte Semir wütend. Harmut sah ihn erschrocken an. „Oh mein Gott…“ stieß er aus. „Ja… und diese Möchtegernkommissarin wirft mich einfach raus…“ fauchte Semir wütend. „Hör mal….ich muss rein und die Spuren sichern…ich würde mich ja gern mit dir unterhalten, aber…“ kam leise von Hartmut. Semir sah ihn an. „Hartmut..du bist doch auch ein Freund von Ben…oder?“ harkte er sofort nach. „Ja sicher!“ kam sofort empört von dem KTU-Mann. „Hör mal… diese Tanja Herzog vertrau ich nicht…das ist bei dir was ganz anderes…ich kenne dich und du bist der Beste den ich für diesen Job kenne..“ lobte Semir und übertrieb dabei natürlich.

    wie war das alles? Da muss man Wochenlang warten und dann kommt nur sowas? Nee...ihr Zwei...das geht nicht..das geht gar nicht...spätestens Morgen will ich noch was lesen....hört ihr Morgen.... nicht in einerm Monat..morgen..das ist der Tag nach heute und vor übermorgen...


    ;)

    Danke für den kurzen teil...nee nee...das geht nicht... Crhis...ich will mehr lesen...was haben diese Typen denn vor? Und Semirs Antworten...gegenüber diesem Schlipsträger..das hätte ich eher ben zugetraut...aber Semir..nun ja..es passt..

    „Herr Baumgarten… eine Heilung ist nie ganz ausgeschlossen. Sie sollten die Hoffnung nicht aufgeben..“ sprach der Arzt weiter auf ihn ein. „Mein Schwager… ist er noch hier?“ wollte Peter wissen. „Ja… er liegt auf Station und schläft. Eine schwere Gehirnerschütterung sowie Prellungen am ganzen Körper. Wir haben ihn mit Hilfe von Beruhigungsmitteln zum Schlafen gebracht. Er macht sich große Vorwürfe…“ erklärte Dr. Hindenburg. Peter sah ihn an. „Dazu hat er auch einen guten Grund. Wenn er nicht gewesen wäre, dann würde meine Julia nicht hier liegen und um ihr Leben kämpfen…“ gab Peter leise von sich. „Ich verstehe zwar nicht, was das mit Herrn Jäger zu tun hat, aber ich denke nicht, dass er das so wollte…“ versuchte Dr. Hindenburg. Er sah natürlich in welcher Verfassung Peter war. „Sie sollten sich hinlegen. Morgen sieht der Tag sicher schon anders aus…“ schlug er erneut vor. Peter nickte. „Wenn Sie wollen, kann ich einen Termin bei unserem Psychiater machen…“ bot Dr. Hindenburg an. Peter sah ihn an. „Denken Sie wirklich dass ich einen brauche? Ich will nur meine Frau wieder haben. Meine Frau, die mir mein Schwager genommen hat…“ gab Peter zurück. „Ist mein Schwager ansprechbar?“ hängte er fragend an. „Sie können es versuchen aber ich werden Sie begleiten. Ich möchte nicht, dass Sie ihn angreifen. Er hat genug mit sich selbst zu tun...“ ermahnte der Arzt. Peter nickte. Sie verließen das Zimmer und gingen zu Ben.

    Ohne anzuklopfen betrat er das Zimmer. Ben hatte die Augen geschlossen. „Ben?“ fragte Peter. „Peter…. Ist was mit Julia? Wie geht es ihr?“ wollte sein Schwager wissen. „Sie schläft tief und fest. Ben… Warum… warum musste das sein?“ wollte Peter wissen. Ben richtete sich vorsichtig auf. Sofort trat die Übelkeit wieder ein. „Bleib liegen. Sag mir nur, warum du mit Julia unbedingt in dieses Restaurant gehen musstest….warum?“ harkte Peter nach. „Peter…das war unser Lieblingsrestaurant…seit wir Kinder waren. Julia hat es sich ausgesucht außerdem ist es sehr unwahrscheinlich, dass eine Bombe mitten im Restaurant hoch geht…“ versuchte Ben sich zu verteidigen. „Und was willst du nun tun? Was willst du machen, wenn Julia nie wieder aufwacht? Mein Leben ist zerstört….auf meiner Hochzeit wurde Julia entführt um dich unter Druck zu setzen. Es war dein Freund!! Dein Job!! Und jetzt? Was ist des diesmal? Wieder dein Job als Bulle? War es jemand der dich töten wollte?“ schoss Peter die Fragen ab. Ben sah ihn an. „Peter…ich… Ich wollte nie das Julia etwas passiert..“ kam leise von Ben. Peter machte einen Schritt auf seinen Schwager zu und schlug so schnell zu, das Dr. Hindenburg nicht mehr eingreifen konnte. „Du willst mein Leben zerstören!!! Warum?? WAS HABE ICH DIR GETAN??? SAG MIR WAS!!!“ schrie Peter und schlug immer wieder zu. Nur wenige Augenblicke später stürmten zwei Pfleger ins Zimmer und zerrten Peter zurück. „Lasst mich!! Er soll mir sagen was er gegen mich hat!!“ schrie Peter. Dr. Hindenburg ließ sich eine Spritze von der Schwester bringen, die ebenfalls ins Zimmer kam. „Lasst mich doch!! Ich will wissen warum….“ Weinte Peter. Er hing in den Händen der Pfleger die ihn sanft aber bestimmt festhielten. Dr. Hindenburg gab Peter die Beruhigungsspritze. „Bringt ihn zu seiner Frau ins Zimmer. Er wird jetzt erst einmal schlafen..“ befahl er den Pflegern. Sie brachte Peter raus. Dr. Hindenburg ging zu Ben und besah ihn sich. „Ist soweit alles in Ordnung?“ wollte er wissen. Ben wischte sich das Blut von der Nase. „Ja..danke…geht schon…Er hat Recht…“ kam leise von ihm. „Ich würde den Worten nicht so viel Bedeutung beimessen. Er ist fertig…und es wird ihm sicher leidtun wenn er wieder aufwacht.

    Während Semir versuchte von Tanja mehr zu erfahren lag Ben in seinem Bett und starrte an die Decke. Er war schuld… Peter hatte Recht. Er war schuld an das was mit Julia passierte. Sie würde vielleicht sterben und er hatte sie in den Tod getrieben. Nur weil er unbedingt diesen Mistkerl beobachten wollte. „Julia..ich wollte das doch nicht….ich wollte dir niemals Leid zufügen.“ weinte er leise. Du hast deine Schwester in den Tod geschickt..du bist verantwortungslos…du bist egoistisch…. schellte er sich selbst.“Julia…ich liebe dich doch…ich hätte besser auf dich aufpassen sollen..“ schrie er laut. So laut, dass das Personal auf der Station aufmerksam wurde. Ein Pfleger kam ins Zimmer. „Herr Jäger..bitte beruhigen Sie sich..“ bat er. Ben sah ihn nicht an. „Ich habe sie in den Tod geschickt..ich bin schuld, dass meine Schwester stirbt…Ich bin schuld….ich kann so nicht leben…“ weinte Ben nur. Der Pfleger griff zum Piper um Dr. Hindenburg zur Hilfe zu rufen. Dieser erschien nur wenig später. „Was ist denn los?“ fragte er und der Pfleger erklärte was war. „Gut…dann werden wir ihm etwas zur Beruhigung geben… holen Sie mir Valium…das sollte ihm helfen. Das 100er…wird reichen..“ gebot der Arzt. Der Pfleger nickte und verschwand. Nur kurz darauf kam er mit einer aufgezogenen Spritze zurück. „Herr Jäger…ich werde Ihnen jetzt was zum schlafen geben.. morgen sieht die Welt dann auch wieder anders aus…“ erklärte der Arzt. Ben sah ihn an. „Ich bin schuld…wie kann ich dann schlafen? Ich habe meine eigene Schwester auf dem Gewissen..“ klagte er leise. Dr. Hindenburg nickte. „Sie werden können…glauben Sie mir… Sie werden gleich schön schlafen und morgen etwas erholter sein…“ lächelte er und setzte die Spritze. Tatsächlich dauerte es keine zehn Minuten bis Ben im Land der Träume war. Dr. Hindenburg sah den Pfleger an. „Er ist sehr labil und muss beobachtet werden. In seinem Zustand ist er fähig sich selbst was anzutun.“ Ermahnte er. „Ich kümmere mich um ihn..“ versprach der Pfleger. Dr. Hindenburg nickte leicht. „Ich werde zu seiner Schwester gehen und nach dem Rechten schauen. Wenn etwas ist…rufen Sie mich..“ bat er und verschwand aus dem Zimmer.

    Peter saß am Bett von Julia, die tief im Koma lag. Ihre Brust hebte und senkte sich automatisch. „Julia…ich…ich hätte verhindern müssen, dass du mit Ben ausgehst..ich hätte es dir nie erlauben dürfen…nie….“ Weinte er und küsste sie sanft. Es kam keine Reaktion. „Du bist mein Engel..ich brauche dich doch..bitte komm zurück zu mir… bitte…“ redete er auf sie ein. Sanft glitten seine Finger über das zerschundene Gesicht. „Selbst jetzt bist du wunderschön….weißt du das eigentlich?“ fragte er leise. Er sah auf die Geräte und hoffte dass die Anzeigen und das Piepsen so wie es war, richtig war. Was wenn Julia starb? Was wenn sie nie wieder aufwachen würde? Was wenn…wenn sie Schäden zurück behielt? Fragen über Fragen gingen ihm durch den Kopf. Ben… er hatte Schuld an dem was passiert war. Warum musste er mit Julia ausgerechnet in dieses Restaurant gehen? Ausgerechnet in dieses? Gab es in ganz Köln kein anderes? Er war schuld und er musste ihm erklären warum und wie es dazu kommen konnte. Es klopfte und der Arzt kam herein. „Herr Baumgarten…sie sollten sich etwas hinlegen. Ich werde Ihnen ein Bett in den Raum schieben…“ lächelte er und legte die Hand auf Peters Schulter. „Doktor.. wie stehen ihre Chancen wieder ganz gesund zu werden?“ wollte Peter wissen. „Das liegt nicht in meinem Händen. Sie schwebt im Augenblick zwischen Leben und Tod…wir tun was in unserer Macht steht, aber letztendlich entscheiden wir nicht was geschieht.“ erklärte Dr. Hindenburg in Methaffen. „Wenn Julia stirbt, dann werde ich auch sterben..“ gab Peter entschlossen von sich. „Schon komisch…so etwas ähnliches sagte Ben Jäger eben auch. Er gibt sich die Schuld an das Unglück..“ erläuterte Hindenburg. Peter nickte. „Er hat auch Schuld daran. Wenn er nicht in das Restaurant gegangen wäre, dann würde sie hier nicht liegen..“ gab er wütend zurück. Dabei ballt er die Fäuste bis die Knochen hervortraten.

    Semir hielt sie fest. „warte..warte..okay…. es tut mir Leid…okay?“ fragte er und klimperte mit den Wimpern. „Ist das deine Art dich zu entschuldigen?“ wollte sie wissen. „Soll ich dir vielleicht die Füße küssen oder was?“ fragte er etwas unsicher. „Nein..lieber nicht…also gut…der alten Freundschaft wegen. Ich werde dich auf dem Laufenden halten. Mehr kann ich nicht versprechen.“ gab sie endlich nach. Semir sah sie an. „Danke… was habt ihr denn bisher?“ wollte er nun wissen. Tanja winkte ihn in eine ruhigere Ecke wo niemand mithören konnte. „Wir haben die Aussagen von mehreren Gästen die nicht so schwer verletzt wurden. Ein Blumenstrauß könnte die Ursache für die Explosion gewesen sein. Die Leute behaupten dass kurz vor der Explosion ein Bote einen Blumenstrauß an einen Tisch gebracht hat. Wir haben mal in die Reservierungen durch gesehen. Nach dem Buch haben hier Victor Graziano und seine Gemahlin Gina gesessen. Allerdings haben wir noch keine Bestätigung dafür..“ erklärte Tanja. Semir ahnte böses. „Graziano ist nicht hier gewesen…“ gab er bekannt. „Ach..bist du jetzt Hellseher oder was?“ wollte sie wissen „Nein…Ben…mein Kollege war nicht privat hier. Es war ein Auftrag vom LKA Düsseldorf. Wir sollten Graziano hier im Restaurant beobachten… da der Herr bereits mit mir Kontakt hatte, fiel die Wahl auf Ben…und damit es unauffällig bleibt, hatte er seine Schwester mitgenommen…Ben erzählte mir, dass er einen Tisch bekommen hatte, weil einer abgesagt hat…“ gab Semir zu verstehen. Tanja sah ihn erschrocken an. „Kann es denn sein, dass man deinen Partner ausschalten wollte?“ harkte sie nach. Semir zog die Schultern hoch. „Wir haben zwar manch schlimmen Finger eingebuchtet, aber das jemand so reagiert...nein..das denke ich nicht…“ widersprach Semir dieser Annahme. „Aber du schließt es nicht ganz aus oder?“ kam die nächste Frage.

    Alessia Graziano saß in ihrem Zimmer und sah hinaus. Sie hatte Stubenarrest, weil sie sich mit einem für ihren Vater unwürdigen Jungen getroffen hatte. Dabei liebte sie Paolo Tozzi über alles. Doch ein Tozzi war für eine Graziano nicht würdig. Alessia verstand nicht warum es so war, doch sie wurde so erzogen, dass sie das tat, was ihr Vater sagte. Eigentlich wären sie nicht erwischt worden, denn Gina und Viktor Graziano hatten ihren Hochzeitstag und wollten ihn eigentlich im italienischen Restaurant am Rhein in Köln feiern. Sie hatten sogar einen Tisch bestellt. Doch ausgerechnet an diesem so bedeutenden Tag bekam Gina Magenkrämpfe und wurde von dem Hausarzt ins Bett geschickt. Angeblich eine Magen-Darm-Grippe. Viktor Graziano galt als harter Mann, aber wenn es um seine Frau ging konnte er sanft sein wie ein Lamm. Das galt auch für Alessia…die seine Prinzessin war. Nur hatte sie diesmal einen Fehler gemacht und da nahm ihr Vater dann keine Rücksicht ob sie die Tochter war oder nicht. Fehler mussten bestraft werden, so hörte sie die Stimme ihres Vaters als er sie erwischte. Sie konnte froh sein, dass sie nur Stubenarrest bekam. Andere wurden zusammen geschlagen und aus der Familie verstoßen. So wie ihr Onkel…Fabrizio…ja…so hieß er...glaubte sie. Ihr Vater hatte ihr mal gesagt, dass er die Familie verraten habe. Sie verstand es damals nicht, doch nun wo sie 16 war, verstand sie es sehr gut. Ihr Onkel hatte der Polizei einen Tipp gegeben. Den Hintergrund konnte sie nicht ganz nachvollziehen. Angeblich sollte ihr Onkel es mit ihrer Mutter gehabt haben. So ein Blödsinn… Ihre Eltern liebten sich wie eh und je. Alles sollte vor gut 17 Jahren stattgefunden haben. Vor 17 Jahren… nein…das war undenkbar. Dennoch war sie neugierig. Sie würde zu gern ihren Onkel kennen lernen, aber wie sollte sie das anstellen? Sie wusste nicht wo er war aber irgendwie wünschte sie er wäre hier. Wenn ihre Mutter von ihm sprach, dann war es so, als würde er ein Teil von ihr sein. Du bist eine Närrin...schallte sie sich selbst. Fabrizio ist von der Familie verstoßen worden, weil er sich an die Frau seines Bruders heran gemacht hatte. Er wird nie nie…zu ihr kommen. Es klopfte an die Tür. „Ich will keinen sehen!!“ schrie sie. „Alessia..bitte….ich will mit dir reden…“ erklang dumpf die Stimme ihres Vaters. „Das ist mir egal..ich will nicht reden!“ gab sie stur von sich. „Alessia mach auf! Ich werde wütend und werde deinen Hausarrest verschärfen!“ drohte ihr Vater. Alessia stieß einen undefinierbaren Laut auf und drehte den Schlüssel. „Hör mal… das hat nichts mit dem Jungen zu tun. Es ist mir egal ob er ein Tozzi ist oder nicht. Aber du hast mich angelogen und das ist das Problem. Du hast gesagt, dass du zu einer Freundin fährst…“ erklärte Victor Graziano. Alessia sah ihn an. „Das ist doch egal.. du hast doch gesagt, dass er nicht würdig ist….du kennst ihn nicht mal und erlaubst dir ein Urteil über ihn…das ist gemein…!“ fauchte Alessia ihn an. „Ja… das ist es. Aber das kann man ändern.“ Schlug ihr Vater vor. Alessia sah ihn an. „Du meinst das ernst oder? Das ist nicht so eine Laberscheiße?“ harkte sie nach. Victor lachte leise. „Nein..keine Laberscheiße…ich meine ernst..“ bestätigte er. „Danke Papa…du bist der Beste…“ strahlte Alessia.

    Semir fuhr zu dem Restaurant und betrat den völlig zerstörten Raum. Innen war alles verkohlt. ER sah sich suchend um und entdeckte einen uniformierten Kollegen. „Hey.. Hans.. wie geht es dir...und deiner Familie?“ wollte er wissen und reichte ihm die Hand. „Hallo Semir...danke der Nachfrage. Kann nicht klagen und selbst?“ kam die Gegenfrage. „Na immer das Gleiche... sag mal...wer hat den hier die Einsatzleitung?“ harkte Semir nach. Hans sah ihn prüfend an. „Okay.. du scheinst nicht verletzt zu sein, oder sonst irgendwie angegriffen...dann kann ich sie dir zumuten..“ lachte Hans und wies nach hinten. Semir sah in die Richtung und machte eine kleine Gruppe aus. „Danke...und grüß mir Lena..“ verabschiedete er sich von Hans. Er ging auf die Gruppe zu. „Das ist doch absurd!! Solange wir nicht wissen wer oder was dahinter steckt wird es nicht an die Öffentlichkeit gehen. Das letzte was wir brauche ins Panikmache!“ hörte er eine fauchende Frauenstimme. „Die Öffentlichkeit hat aber ein Recht zu erfahren ob es noch mehr Bombenanschläge geben wird! Denken Sie dass es die Alkaida war?“ kam die Frage von einem der Reporter. „Hans!! Bitte begleiten Sie die Herren der Presse raus. Wir verhängen Nachrichtensperre!“ befahl die Frau. Semir schluckte. Die Stimme...sie kam ihm sehr bekannt vor. „bitte lass es nicht wahr sein...“ bat er leise und sah an die Decke. „Entschuldigung!“ fing er an und hob seinen Ausweis. „Ich sagte doch eben, dass ich keine Interviews gebe!“ fauchte ihn die Frau an und drehte sich zu ihm um. „Oh nein...Tanja Herzog....“ stöhnte er leise. „Semir Gerkan...ich fass es ja nicht..“ kam von ihr. „Was machst du denn hier? Ich dachte du bist...in Hannover..“ meinte Semir. „Nein... ich habe mich vor drei Jahren wieder nach Köln versetzen lassen....und was willst du hier?“ kam die Gegenfrage. „Du willst mir aber nicht sagen, dass du hier die Einsatzleitung hast oder?“ stellte Semir die ihn nagende Frage. „Natürlich! Traust du mir das nicht zu oder was?“ fauchte Tanja zurück. „Nein... ja...also...vergessen wir es. Was genau ist hier passiert?“ wicht Semir aus. „Du hast hier nix verloren. Also geh bitte...bevor ich dich rauswerfen lasse!“ kam von Tanja. „Ich habe die gleiche Berechtigung hier zu sein wie du. Ich bin auch bei der Kripo...“ begehrte Semir auf. Tanja lachte verächtlich. „Seit wann ermittelt die Kripo Autobahn in der Stadt?“ wollte sie wissen und wies mit dem Finger zum Ausgang. „Okay… Tanja… bitte höre mir nur einen Augenblick zu…nur wenige Sekunden..bitte..“ versuchte Semir nun die freundliche sanfte Tour. Tanja verschränkte die Arme ablehnend vor der Brust. „also gut… fünf Minuten…fang an!“ stieß sie aus und der Ton der Stimmte ließ ahnen, dass sie eigentlich nichts hören wollte.
    „Mein Kollege war während des Anschlags hier und liegt nun verletzt im Krankenhaus…seine Schwester schwebt in Lebensgefahr. Sie liegt im Koma. Ich muss wissen was hier passiert ist und warum…“ bat Semir inständig. Tanja sah ihn an. „Es tut mir wirklich leid um deinen Kollegen und seiner Schwester. Aber….du musst mir bitte die Namen sagen…“ erklärte Tanja. „Ja klar… aber was willst du damit? Im Augenblick kannst du damit nichts anfangen..“ meinte Semir nur. „Ich werde sie nachher noch befragen. Jemand muss ja was gesehen haben..“ ging es bei Tanja weiter. Semir rollte die Augen. „Hörst du schlecht? Sie sind im Krankenhaus. Sie liegt im Koma… ob sie wach wird weiß niemand und mein Kollege gibt sich die Schuld dafür!!“ schrie Semir sie wütend an. Tanja sah ihn an. Sie sah betreten zu Boden. „Nach den Vorschriften darfst du nicht mit ermitteln, da du persönlich betroffen bist…“ zitierte sie die Vorschriften. „Das darf doch wohl nicht wahr sein. Weißt du was mich die Vorschriften mal können?“ fauchte Semir sie wütend an. „ Ich will keinen Streit mit dir anfangen…“ hängte er ruhiger an. „Aber ich bitte dich…der alten Freundschaft wegen…lass mich mit dir zusammen arbeiten…bitte…“ flehte er regelrecht. Tanja atmete tief ein und aus. „Der alten Freundschaft wegen? Darf ich dich daran erinnern, dass du mich vor acht Jahren wie eine heiße Kartoffel fallen ließ? Fandest du das vielleicht gut?“ fauchte sie ihn an. „Hey… Moment mal…das war ja wohl das Beste, was ich machen könnte. Aber das gehört nicht hier hin! Das hier ist kein…“ erklärte Semir sich. Tanja atmete heftig. „Du willst nur dem Konflikt ausweichen….du kannst keine Kritik ertragen..“ kam von ihr. Semir sah sie an. „Tanja..bitte..ich habe meinem Kollegen versprochen das ich ermittle…das ich ihm sage was das bedeutet..bitte…lass uns zusammen arbeiten..danach können wir gern über die damalige Affäre reden..“ schlug er vor. „Affäre? Ich war für dich nur eine Affäre?“ kam wütend von ihr. „Nein..nein..das meine ich doch gar nicht…ich….“ suchte Semir nach den richtigen Worten. Tanja drehte sich um und ging zu den uniformierten Kollegen.


    Danke an die Mädels für den "Literatur" Bambi...der ist echt süß...... :D:D:D