Während Victor, Paolo und alle anderen sich um Alessia kümmerten sah Ben zu Fabrizio der gefesselt und geknebelt in der Ecke saß. „So…Herr Graziano. Sie sind verhaftet…wegen Mordes, wegen Freiheitsberaubung, versuchter Mord und Erpressung….mir fallen sicher noch mehr Sachen ein. Aber erst einmal reicht es. Ihr könnt ihn rausbringen!“ befahl er den Kollegen und ging selbst zu Alessia. „Hey…ich bin Ben… ist alles in Ordnung?“ wollte er wissen. „Wie geht es Semir?“ fragte Alessia anstatt zu antworten. „Der schafft das schon. Ich fahre gleich ins Krankenhaus und werde seine Frau informieren..“ gab Ben zurück. „Er ist verheiratet?“ kam etwas enttäuscht von Alessia. „Ja..und er hat zwei wunderschöne Töchter. Du warst echt gut… du hast ihn sehr gut versorgt. Das Bein hast du vermute ich auch geschient oder?“ harkte Ben nach. Alessia nickte. „Ich habe in der Schule erste Hilfe gehabt und war sogar Sanitäterschülerin und ich mache gerade meine Ausbildung zur Krankenschwester. Ich musste immer wieder Wunden verbinden, von den Schülern. Und da habe ich dann auch gelernt wie man eine provisorische Schiene macht.“ erklärte Alessia. „Komm Kind… wir fahren nach Hause. Mama ist schon voller Sorge weil ich mich nicht gemeldet habe. Sie ist im Krankenhaus, weil dieser Mistkerl…er hat eine Bombe an unserem Fahrzeug angebracht und…als sie hoch ging…da standen wir auf der Straße…und…“ erklärte Victor und strich der ganzen Zeit seiner Tochter über das Gesicht. „Dann lass uns fahren..darf Paolo mit?“ wollte Alessia wissen und sah ihren Vater flehend an. „Er gehört doch schon fast zur Familie…ja sicher…“ lachte Victor. Er war froh seine Tochter wieder zu haben. „Papa... bist du mein Vater? Fabrizio hat gesagt, dass er mein leiblicher Vater ist und…ich habe Angst. Ich will nicht das Kind eines Verbrechers sein…“ bettelte Alessia. Victor sah sie eindringlich an. „Ich bin dein Vater. Biologisch wie auch sozial. Geht schon mal zum Wagen… ich möchte noch mit Herrn Jäger was besprechen…“ bat Victor. Alessia und Paolo verschwanden. „Herr Jäger…ich danke Ihnen…für alles. Ich weiß, dass Sie mich liebend gern verhaften würden, aber glauben Sie mir…mein Ruf…ist nicht so wie ich es bin…“ erklärte er. Ben nickte nur und reichte ihm die Hand. „Wenn Sie nichts getan haben, dann kann ich Sie schlecht verhaften. Fahren wir ins Krankenhaus…“ bat er und lächelte.
Andrea lief in der Wohnung ihrer Mutter auf und ab. „Nun setz dich doch mal hin…“ flehte Margot. „Mama..ich kann nicht. Ich habe Angst… Semir und ich…wir ….ich habe Angst, dass ich ihn nicht wieder sehe…“ klagte Andrea. Margot sah sie an. „Ich verstehe dich sehr gut. Das ist mit deinem Vater nicht anders. Aber du kannst nur warten. Bevor Andrea was sagen konnte klingelte das Handy. Sie sah auf das Display und strahlte. „Das ist Ben…oh mein Gott…“ sagte sie und meldete sich. „Ich hab ihn. Er ist im Krankenhaus….im Marien..“ gab Ben durch. „Danke..ich komme sofort hin!“ versprach Andrea. Margot sah sie an. „Er wurde gefunden?“ fragte sie nach. „Ja…er ist im Krankenhaus… Mama..ich muss sofort hin…kann ich die Kinder bei dir lassen?“ bat Andrea. Margot nickte nur. „Ja sicher….lass sie hier und fahr bitte vorsichtig….“ gab sie den Rat. Andrea nickte und verschwand. Nur eine Stunde brauchte sie bis sie im Krankenhaus war. Sie fragte sich zu Semir durch und wurde in die Notaufnahme geschickt. Dort wartete Ben bereits auf sie. „Wie geht es ihm?“ wollte sie wissen. „Es geht ihm relativ gut. Das linke Schienbein und vier Rippen sind gebrochen. Außerdem hat er einen Schultersteckschuss links und eine Gehirnerschütterung. Ein paar blaue Flecken…ansonsten ist er wohl auf und flucht auch schon wieder wie ein König..“ grinste Ben. „Gott sei Dank.“ Stieß Andrea aus und ließ sich auf den Stuhl sinken. Ben nahm sie in den Arm. Nur wenig später kam der Arzt aus dem Raum und schob einen Rollstuhl vor sich her. In diesem saß Semir und sah seine Frau an. „Sieht ganz so aus, als müsstest du mich die nächsten Wochen verwöhnen, Schatz..“ lächelt er sie an. Andrea beugte sich zu ihm runter und küsste ihn innig. Ihr war es egal was die anderen dachten. Sie hatte ihren Semir wieder und alles andere zählte nicht. „hähemm..“ machte Ben und somit auf sich aufmerksam. „Andrea…bitte…“ kam sofort von Semir. „Was ist…? Ich bin heil froh dass du wieder bei mir bist…du siehst grausam aus…“ klagte Andrea. „Danke….ich bin müde…lass uns nach Hause fahren..“ bat er. Andrea sah den Arzt an. „Das geht in Ordnung. Er will nicht hier bleiben und ich kann ihn nicht zwingen. Aber er muss sich schonen. Liegen ist das Wichtigste und das Bein sowie die Rippen schonen. Es dauert sicher noch vier bis sechs Wochen, bis er wieder vollkommen hergestellt ist.“ erklärte der Arzt. Andrea sah ihren Mann warnend an. „Du wirst hier mindestens bis nächste Woche liegen!“ befahl sie. „Aber Andrea…!“ fing Semir an.