Beiträge von Elvira

    Während Victor, Paolo und alle anderen sich um Alessia kümmerten sah Ben zu Fabrizio der gefesselt und geknebelt in der Ecke saß. „So…Herr Graziano. Sie sind verhaftet…wegen Mordes, wegen Freiheitsberaubung, versuchter Mord und Erpressung….mir fallen sicher noch mehr Sachen ein. Aber erst einmal reicht es. Ihr könnt ihn rausbringen!“ befahl er den Kollegen und ging selbst zu Alessia. „Hey…ich bin Ben… ist alles in Ordnung?“ wollte er wissen. „Wie geht es Semir?“ fragte Alessia anstatt zu antworten. „Der schafft das schon. Ich fahre gleich ins Krankenhaus und werde seine Frau informieren..“ gab Ben zurück. „Er ist verheiratet?“ kam etwas enttäuscht von Alessia. „Ja..und er hat zwei wunderschöne Töchter. Du warst echt gut… du hast ihn sehr gut versorgt. Das Bein hast du vermute ich auch geschient oder?“ harkte Ben nach. Alessia nickte. „Ich habe in der Schule erste Hilfe gehabt und war sogar Sanitäterschülerin und ich mache gerade meine Ausbildung zur Krankenschwester. Ich musste immer wieder Wunden verbinden, von den Schülern. Und da habe ich dann auch gelernt wie man eine provisorische Schiene macht.“ erklärte Alessia. „Komm Kind… wir fahren nach Hause. Mama ist schon voller Sorge weil ich mich nicht gemeldet habe. Sie ist im Krankenhaus, weil dieser Mistkerl…er hat eine Bombe an unserem Fahrzeug angebracht und…als sie hoch ging…da standen wir auf der Straße…und…“ erklärte Victor und strich der ganzen Zeit seiner Tochter über das Gesicht. „Dann lass uns fahren..darf Paolo mit?“ wollte Alessia wissen und sah ihren Vater flehend an. „Er gehört doch schon fast zur Familie…ja sicher…“ lachte Victor. Er war froh seine Tochter wieder zu haben. „Papa... bist du mein Vater? Fabrizio hat gesagt, dass er mein leiblicher Vater ist und…ich habe Angst. Ich will nicht das Kind eines Verbrechers sein…“ bettelte Alessia. Victor sah sie eindringlich an. „Ich bin dein Vater. Biologisch wie auch sozial. Geht schon mal zum Wagen… ich möchte noch mit Herrn Jäger was besprechen…“ bat Victor. Alessia und Paolo verschwanden. „Herr Jäger…ich danke Ihnen…für alles. Ich weiß, dass Sie mich liebend gern verhaften würden, aber glauben Sie mir…mein Ruf…ist nicht so wie ich es bin…“ erklärte er. Ben nickte nur und reichte ihm die Hand. „Wenn Sie nichts getan haben, dann kann ich Sie schlecht verhaften. Fahren wir ins Krankenhaus…“ bat er und lächelte.

    Andrea lief in der Wohnung ihrer Mutter auf und ab. „Nun setz dich doch mal hin…“ flehte Margot. „Mama..ich kann nicht. Ich habe Angst… Semir und ich…wir ….ich habe Angst, dass ich ihn nicht wieder sehe…“ klagte Andrea. Margot sah sie an. „Ich verstehe dich sehr gut. Das ist mit deinem Vater nicht anders. Aber du kannst nur warten. Bevor Andrea was sagen konnte klingelte das Handy. Sie sah auf das Display und strahlte. „Das ist Ben…oh mein Gott…“ sagte sie und meldete sich. „Ich hab ihn. Er ist im Krankenhaus….im Marien..“ gab Ben durch. „Danke..ich komme sofort hin!“ versprach Andrea. Margot sah sie an. „Er wurde gefunden?“ fragte sie nach. „Ja…er ist im Krankenhaus… Mama..ich muss sofort hin…kann ich die Kinder bei dir lassen?“ bat Andrea. Margot nickte nur. „Ja sicher….lass sie hier und fahr bitte vorsichtig….“ gab sie den Rat. Andrea nickte und verschwand. Nur eine Stunde brauchte sie bis sie im Krankenhaus war. Sie fragte sich zu Semir durch und wurde in die Notaufnahme geschickt. Dort wartete Ben bereits auf sie. „Wie geht es ihm?“ wollte sie wissen. „Es geht ihm relativ gut. Das linke Schienbein und vier Rippen sind gebrochen. Außerdem hat er einen Schultersteckschuss links und eine Gehirnerschütterung. Ein paar blaue Flecken…ansonsten ist er wohl auf und flucht auch schon wieder wie ein König..“ grinste Ben. „Gott sei Dank.“ Stieß Andrea aus und ließ sich auf den Stuhl sinken. Ben nahm sie in den Arm. Nur wenig später kam der Arzt aus dem Raum und schob einen Rollstuhl vor sich her. In diesem saß Semir und sah seine Frau an. „Sieht ganz so aus, als müsstest du mich die nächsten Wochen verwöhnen, Schatz..“ lächelt er sie an. Andrea beugte sich zu ihm runter und küsste ihn innig. Ihr war es egal was die anderen dachten. Sie hatte ihren Semir wieder und alles andere zählte nicht. „hähemm..“ machte Ben und somit auf sich aufmerksam. „Andrea…bitte…“ kam sofort von Semir. „Was ist…? Ich bin heil froh dass du wieder bei mir bist…du siehst grausam aus…“ klagte Andrea. „Danke….ich bin müde…lass uns nach Hause fahren..“ bat er. Andrea sah den Arzt an. „Das geht in Ordnung. Er will nicht hier bleiben und ich kann ihn nicht zwingen. Aber er muss sich schonen. Liegen ist das Wichtigste und das Bein sowie die Rippen schonen. Es dauert sicher noch vier bis sechs Wochen, bis er wieder vollkommen hergestellt ist.“ erklärte der Arzt. Andrea sah ihren Mann warnend an. „Du wirst hier mindestens bis nächste Woche liegen!“ befahl sie. „Aber Andrea…!“ fing Semir an.

    „Verdammt… er ist nicht hier. Das war ein Trick!!“ fauchte Victor. Ben sah ihn an. „Er scheint es gerochen zu haben. Verdammt…damit ist es nicht möglich eine Spur zu Semir und Alessia zu finden...“ meinte er nur und griff zum Handy. Er musste Andrea informieren. „Andrea…Ben hier…Nein…keine Spur… Andrea…nein..hör mir zu…hör mir zu….er lebt...ich weiß es…und ich werde ihn finde….was? Nein..Du musst….nein...Andrea bleib bitte daheim und warte auf meinen Anruf. Ich weiß, dass es nicht leicht ist, aber….denk an die Kinder….“ bat Ben. Er hörte eine Weile zu. „Ich weiß es nicht… wirklich Andrea…bitte bleibe bei deinen Eltern mit den Kindern. Ich rufe dich an, sobald ich Semir gefunden habe. Ich verspreche dir, das ich ihn dir zurück bringe….ganz sicher…lebend und in einem Stück..“ versprach er erneut. Dann war das Gespräch beendet. „Verdammt…wo sollen wir nur suchen.“ stieß er aus. Victor sah ihn traurig an. „Ich werde meine Tochter nie wieder sehen…“ kam leise von ihm. Auch Paolo sah traurig zu Boden. Er weinte und ging auf die Knie. „Meine Alessia…ich will sie zurück…“ schluchzte er. Ben wollte gerade etwas sagen, als Victors Handy klingelte. Er sah auf das Display. „Das ist Fabrizio….seid ruhig….bitte…“ kam von ihm und er meldete sich mit einem fast zornigen „Ja!“ „Papa…hier ist Alessia….“ hörte er seine Tochter sagen „ALESSIA!!! SCHATZ geht es dir gut? Ist er …“ wollte er sofort wissen. Tränen füllten seine Augen. „Papa…ich brauche Hilfe…Semir ist schwer verletzt…Fabrizio hat auf ihn geschossen..und…“ klagte seine Tochter. „Wo ist der Mistkerl?“ wollte Victor wissen „Ich habe ihn festgemacht…als er Semir angeschossen hat und nun ist Semir bewusstlos. Ich brauche einen Arzt…“ kam von Alessia. Victor sah Ben an. „Das ist Alessia…sie sagt, dass Ihr Kollege bewusstlos und schwer verletzt ist…“ erklärte er. Ben nahm das Handy. „Alessia..hier ist Ben Jäger…ich bin der Partner von Semir. Was ist mit ihm?“ wollte Ben besorgt wissen. „Er hat ein Bein gebrochen, mehrere Rippen und jetzt auch noch eine Kugel in der Schulter. Und das hat ganz stark geblutet. Ich habe….die Blutung gestoppt, aber er braucht einen Arzt…“ erklärte Alessia. Ben schloss die Augen. „Danke…pass auf…lass das Handy an und ich werde dich in wenigen Augenblicken haben. Dann kommen wir zu dir und dann helfen wir dir. Aber du musst das Handy anlassen..egal was nun passiert okay?“ bat Ben. „Ja..hab ich verstanden…“ gab Alessia zurück .Ben zog sein Handy und rief Susanne an. „Ich weiß wo Semir steckt…aber wir müssen dazu ein Handy orten….und zwar das Handy mit der Nummer….0174…334443215! Mach bitte schnell. Semir ist bewusstlos und braucht einen Arzt!“ bat Ben.

    „Alessia…komm schon…mach mich los. Wir können beide abhauen…Lass den Bullen doch krepieren…komm wir machen uns ein schönes Leben. Du gehörst zu mir. Ich bin dein Vater…“ redete Fabrizio auf sie ein. Alessia sah ihn an. „Halt deine Klappe…du bist nicht mein Vater. Mein Vater hätte so etwas nie getan…“ fauchte sie ihn an. „Ich bin dein Vater. Victor hat es dir nie erzählt. Ich bin dein wahrer leiblicher Vater….binde mich los….und dann leg ich den Bullen um und wir hauen ab. Niemand wird ihn vermissen…niemand..“ ging es bei Fabrizio weiter. Alessia sah Semir an, der in tiefer Bewusstlosigkeit lag. Voller Sorge wischte sie ihm das Blut ab, das wieder aus der Wunde trat. „Hey… der krepiert eh. Mach dir um ihn keine Sorgen. Victor würde ihn längst erschossen haben…“ redete Fabrizio weiter. Wenn Alessia sich nicht um Semir hätte kümmern müssen, dann hätte sie sich die Ohren zugehalten. Doch dann hatte sie eine Idee. Sie ging aus dem Raum und holte Klebeband. „Alessia…mach mich los! Bitte ich habe dich so vermisst..“ redete Fabrizio weiter. Alessia zog ein Stück Klebeband ab und trat hinter Fabrizio. Dieser drehte sich so, dass sie an die Fesseln kam. „Ich wusste, dass du ein schlaues Mädchen bist..“ strahlte er. Doch eh er sich versah prangte das Klebeband über seinen Mund. „Halt deine dämliche Klappe!“ fauchte Alessia ihn an und ging wieder zu Semir. Fabrizios wütender Blick sagte mehr als tausend Worte. Nur eine halbe Stunde nach dem Anruf hörte Alessia mehrere Stimmen. „ALESSIA!!“ rief Paolo. Es war seine Stimme. „Hier!! Ich bin hier!!“ rief sie zurück. Wenige Augenblicke später stand ihr Freund im Raum. „Paolo!!“ weinte Alessia und fiel ihrem Freund in den Arm. Dieser hielt sie fest an sich gepresst. „Bist du okay?“ wollte er wissen und sah seine Freundin an. Sie hatte ein dreckiges Gesicht, aber sonst war sie in Ordnung. „Ich ja…er hat mich nicht angepackt aber ihm geht es nicht gut…gar nicht gut. Die Wunde blutet wieder und ich weiß nicht was ich tun kann…“ erklärte sie. Doch schon kam der nächste Schwall von Männern in den Raum. Einer davon in einer roten Jacke der Rettung. Sofort kümmerte sich der Sanitäter um Semir. „Die Kugel ist noch drin! Wir müssen ihn schnellstens ins Krankenhaus bringen!“ befahl er und ließ zwei Sanitäter mit der Trage ans Bett um Semir umzubetten. Ben sah seinen Partner besorgt an. „Halt bloß durch…ich warne dich..ich will deiner Frau nicht erklären, dass ich zu spät gekommen bin..“ fauchte er ihn an.

    „Habt ihr was Brauchbares für mich?“, wollte er von Hartmut wissen. „Nein...bisher noch nicht. Aber hier sind noch so viele Spuren zu sichern…da wird sicher was für dich abfallen.“, versprach Hartmut. Semir nickte nur. Wieder sah er zu dem Toten, der eben in einen Sarg gelegt wurde. „Was ist?“, wollte Hartmut wissen. „Nichts…gar nichts...“, murmelte Semir und sah wie Ben mit seinem Mercedes ankam. Er ging hin. „Hey...schön, dass du dich auch am Berufsleben beteiligst...wie geht es deinen Zweien?“, wollte Semir wissen. „Drei...Semir... es sind drei...ich werde Vater von Zwillingen…“, strahlte Ben. „Oh….gratuliere…du machst es dir aber auch immer einfach…“, lachte Semir leise. „Was? Wieso?“, harkte Ben nun nach. „Weil du alles auf einmal machst….beim essen...bei den Frauen und nun bei den Kindern….“, erklärte Semir lachend. „Ach so…jetzt versteh ich...“ Ben schlug seine Hand vor die Stirn. „Es werden ein Mädchen und ein Junge…beides...ich bekomme beides…..“, strahlte Ben weiter. Semir schüttelte den Kopf. „Sag ich doch…alles auf einmal...die Jugend von heute….“ meinte er nur. „Und was hast du?“, wollte Ben wissen. „Einen toten Carnapper…“ erklärte Semir leise. „Oh…das ist der Typ der die Autos überfallen, die Fahrer betäubt, gefesselt und geknebelt zurückgelassen und das Auto abgestellt hat?“, fragte er nach. Semir nickte. „Ich war auch eines seiner Opfer…vor drei Monaten….“, kam leise von ihm. „Er hat dich…? Semir…wie konnte dir das passieren?“, tadelte Ben ihn. Doch Semir ging nicht darauf ein. „Damals, am gleichen Abend war er vor meiner Tür und wir haben fast zwei Stunden miteinander gesprochen….“, ging es bei Semir weiter. „Du hast ihn aber nicht verhaftet…“, stellte Ben fest. Semir schüttelte den Kopf. „Er hat ja niemanden wirklich etwas getan...ich hab ihm gesagt, er soll sich einen anständigen Job suchen…ich hätte ihn einsperren sollen, dann würde er wenigstens noch leben.“, fauchte Semir und war selbst über sich wütend. „Hey…du konntest es doch nicht wissen…“, versuchte Ben ihn zu überzeugen.

    Kyle nickte Helga zu. „Das ist wirklich nicht ihre Handschrift…und ob die Karte wirklich in Andalusien aufgebeben wurde kann man nicht erkennen. Ich kenne meine Mutter...sie hätte sich niemals ohne sich bei mir zu melden auf und davon gemacht. Da stimmt etwas nicht…da bin ich mir sicher. Weißt du, ob mein Stiefvater und Mutter sich oft gestritten haben?“, harkte Kyle nach. Helga nickte. „Sehr oft. Meist ging es um Geld. Dein Stiefvater wollte das Geschäft verkaufen und sich auf dem Altenteil deiner Mutter ein gutes Leben machen. Aber deine Mutter wollte nicht verkaufen. Sie sagte, sie hat ihr Herzblut in den Laden gesteckt und sie wolle es nicht aufgeben…Und damit ihr Mann es nicht verkaufen kann, selbst wenn sie nicht mehr ist, hat sie ein Testament gemacht. Aber davon wissen nur ich und der Notar natürlich. Sie hat als letzten Willen gesagt, dass du das Geschäft erben wirst und es untersagt ist, das Geschäft zu verkaufen….Aber kurz danach ist sie verschwunden. Ohne was zu sagen...nichts...einfach weg. Ihr Mann weiß angeblich nicht, wo sie ist, denkt aber, dass sie sich das Leben einfach versüßen will…nur das glaube ich nicht. Denn dann wäre er mit gefahren...er ist kein Mensch der arbeitet…eher einer der arbeiten lässt und ich habe Angst, dass er….“ Helga verstummte. Kyle sah sie an. „Du denkst er hat sie ermordet und irgendwo verscharrt?“, harkte er nach. „Ich will ihm nichts unterstellen, aber zuzutrauen wäre es ihm.“, erklärte Helga nur. Der Musiker nickte. Er musste Kontakt zu seinem Stiefvater aufnehmen. „Danke Helga...ich werde das Testament antreten, aber vorerst will ich mit ihm sprechen.“, meinte er nur und verabschiedete sich dann. Helga brachte ihn zur Tür, verabschiedete ihn mit einem kurzen Kuss auf die Wange. „Halte mich bitte auf dem Laufenden.“ Kyle versprach es und fuhr zurück zur Wohnung.

    „Ja, ich weiß...fahren wir zurück zur PASt und nehmen die ersten Ermittlungen auf.“, kam es nur leise von Semir. Ben nickte und stieg in seinen Mercedes. Semir ließ sich in seinen BMW fallen und fuhr seinem Partner hinterher. Sie kamen fast gleichzeitig auf dem Parkplatz der PASt an. „Susanne, suchst du uns bitte die Adresse von Benjamin Klaasen heraus.“, forderte Semir nur. Die Sekretärin nickte und begab sich gleich an die Arbeit. „Okay, erzählst du mir, was passiert ist?“, fragte Ben, als sie in ihrem Büro waren. Semir fing an, alles zu erzählen. Als er endete, lachte Ben laut los. „Semir, du kommst aber auch immer in solche Situationen. Kann das sein?“, grinste er. „Hey, es ist doch nicht meine Schuld, wenn sich dieser Kerl gerade einen Polizeiwagen ausgesucht hat.“, murmelte Semir wütend und schaltete seinen Computer an. Er wollte die Vorstrafen des Opfers checken. Vielleicht hatte er welche, vielleicht war er aber auch ein unbeschriebenes Blatt. „Semir, ich hab hier die Adresse, die du wolltest.“, erklärte Susanne nur, als sie das Büro der Kommissare betrat. Sie reichte einen Zettel an Semir weiter. „Danke Susanne...wir fahren gleich hin.“, meinte Semir nur und winkte Ben aus seinem Sessel. „Muss das denn sein?“, murrte der junge Hauptkommissar nur. „Ja, das muss sein. Gute, alte Polizeiarbeit...“, grinste Semir nur und stand dann auf dem Parkplatz. „Welchen Wagen?“ „Meinen...der ist schneller...“, grinste Ben nur und stieg dann in seinen Mercedes. „Okay...dann eben deiner...muss ich wenigstens nicht tanken.“, erwiderte Semir nur und stieg auf der Beifahrerseite ein. Schon wenig später waren sie unterwegs zur Wohnung von Benjamin Klaasen.

    @liberty: Semirs Tochter hat doch schon einen Namen: Lale. Hatte das nicht Elli mal hier geschrieben? Hatte doch Erdo mal gefragt...

    Nein ich nicht...dieser Name kusiert auf einer anderen Website und das ist auch nicht sicher, ob es tatsächlich der Name ist... solange er nicht in der Sendung genannt wird, glaube ich nicht daran, dass es "Lale" ist...

    Fabrizio sah sich am Treffpunkt um. Hier war alles sehr ruhig. Viel zu ruhig. Sollte sein Bruder die Polizei eingeschaltet haben? Hatte er es wirklich gewagt? Na warte….so nicht mein Freund…ich muss härtere Waffen aufwarten und die habe ich… mal sehen ob du dann immer noch darauf aus bist mir die Tour zu versauen. Dann sah er seinen Bruder auf die Straße treten. Er sah sich suchend um und Fabrizio grinste. „Du denkst doch nicht, dass ich auf so eine Farce reinfalle? Aber du hast es nicht anders gewollt. Ich werde mir das Geld anders holen…ganz anders…“ sagte Fabrizio leise zu sich. Er stand auf und verschwand. Noch einmal wollte er zum Haus fahren. Wenn sein Bruder ihm nicht glaubte, dann musste er es eben glaubhaft machen. Notfalls würde er diesen Bullen vor den Augen seines Bruders abknallen oder in die Luft jagen. Ja..das war gut..in die Luft jagen. Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Der Bulle musste eh verschwinden. Er konnte ihm gefährlich werden. Und mit Alessia würde er dann zum Flughafen fahren und Deutschland verlassen. Schnell stieg er in seinen Wagen und fuhr zum Haus zurück. Alessia war ein schlaues Mädchen. Sie hatte sogar den Bullen wieder zusammen geflickt und genau das war ein Problem. Wenn der Kerl zu Kräften kam, dann war er gefährlich. Natürlich wusste Fabrizio auch, dass das Bein sicher eine ganze Weile brauchte um es wieder belasten zu können, doch wenn er den Kerl ans Bett fesselte dann war es sicherer als wenn er sich frei bewegen konnte. Und danach würde er dann seinen Bruder anrufen. Er würde ihm sagen, was er von der Aktion hielt und das er damit das Todesurteil über den Bullen gesprochen hat…aber besser sagte er, dass er nun Alessia töten würde. Auch wenn er seiner Tochter nie etwas Böses antun konnte. Er kam am Haus an und hörte wie sich die Beiden an der Tür zu schaffen machten. „Das darf ja wohl nicht wahr sein..die wollen tatsächlich ausbrechen..“ knurrte Fabrizio leise und steckte den Schlüssel ins Schloss. Er stieß die Tür kurz darauf auf und sah den Polizisten am Boden liegen. Sofort richtete er seine Waffe auf den Mann und drückte ab. Die Kugel drang in die Schulter. Der Mann schrie auf und hielt sich mit der anderen Hand die Wunde.

    „NEIN!!“ schrie Alessia, als sie sah, dass Fabrizio abgedrückt hatte. „du verdammter Bastard!! Wolltest dich mit meiner Tochter aus dem Staub machen was? Aber nicht mit mir!! Nicht mit mir!!“ schrie Fabrizio Semir an und zerrte ihn hoch. Ohne Rücksicht auf die Wunde zu nehmen. „Lass ihn in Ruhe!! Du verdammtes Schwein!! Lass ihn!!“ schrie Alessia. Doch Fabrizio ließ sich nicht davon abhalten. Er warf Semir aufs Bett und packte seine gesunde Hand. Diese wollte er gerade ans Bett binden, als Alessia ihn mit einer dicken Holzlatte auf den Kopf schlug. Fabrizio ging stöhnend zu Boden aber er wurde nicht bewusstlos. Alessia schlug noch einmal zu...und noch einmal..immer wieder. „Hey!! Kleines!! Gut…hör auf..!“ schrie Semir der sich die Wunde hielt. Blut lief den Arm runter. „Ist gut…“ beruhigte er sie. „Dieses Schwein…er verdient den Tod!!“ schrie Alessia und atmete heftig ein und aus. „Nimm die Handschellen und fessel ihn die Arme auf dem Rücken…dann sehen wir zu, ob er …ob er ein Handy hat…“ kam stöhnend von Semir. Alessia nickte und nahm die Handschellen. Semir beobachtete sie, wie sie die Schellen eng zusammendrückte. Er musste leicht grinsen. Das Mädchen schien ziemlich wütend zu sein. Semir stöhnte leise auf. Alessia sah ihn an. „ich verbinde Sie gleich…erst ist dieser Mistkerl dran…“ Sie zerrte Fabrizio zu einem Rohr und machte ihn daran fest. Der Mann kam nicht zu Bewusstsein. Semir legte sich hin. Ihm war übel und wurde schwarz vor den Augen. Er atmete tief ein und aus um sich aus dem Nebel zu kämpfen und schaffte es mit Mühe wach zu bleiben. „Hey…Semir….komm..nicht schlafen…du darfst nicht schlafen...sieh mich bitte an..lass mich nicht allein alles machen….“ flehte Alessia. Semir hörte es wie durch Watte. Mit Hilfe von Alessia setzte er sich auf. „Ist alles okay?“ fragte sie besorgt. „Geht schon…wir müssen die Blutung stoppen..“ kam von Semir. Alessia nickte. „Ich hole etwas….damit ich dich verbinden kann…nicht einschlafen….ja…?“ fragte sie erneut. Semir lächelte und nickte. Erst jetzt fiel ihm auf, das Alessia ihn duzte. Er lehnte sich gegen das Gestell und sah auf Fabrizio der eben wieder wach wurde. „gib mir seine Waffe…“ bat Semir das Mädchen. Alessia nickte und gab sie ihm. Semir richtete sie auf Fabrizio. Dieser kam zu sich. „Alessia…was tust du denn da?“ fragte er verwundert. Doch Alessia sagte nichts. Sie kam mit Verbandsmaterial zurück und kümmerte sich um Semir.

    So hier ist das nachtmahl

    Ben fuhr zur PAST zurück um Kim zu erklären was vorgefallen war. „Und Sie denken, dass dieser Fabrizio Semir in seiner Gewalt hat?“ harkte sie nach. „Wenn es nach dem Anrufer geht, ja… ich glaube diesem Victor. Er scheint nicht dem üblichen Verschlag der Mafia anzugehören. Ich werde auch gleich wieder zu ihm fahren und mit ihm die Übergabe besprechen. Ich habe ihm gesagt, er soll etwas von den Geiseln fordern. Als Lebenszeichen. Wenn Victor recht hat, dann wird Alessia ihre Kette geben. Ob Semir dabei ist, weiß ich nicht. Ich befürchte aber, das Semir nicht lebend aus den Händen des Mistkerls kam. Immerhin wäre er ein Zeuge…und die kann sich Fabrizio Graziano nicht leisten. Semir ist so gut wie tot, wenn er es nicht eh schon ist.“ erklärte Ben leise. Sein Handy unterbrach das Gespräch. „Das ist Victor…“gab er bekannt und meldete sich. „Ja?“ fragte er. „Herr Jäger…ich ….Paolo..er rastet aus. Er trommelt seine Leute zusammen und will Fabrizio stellen. Aber wenn er jetzt zuschlägt und Fabrizio tötet, werden wir Alessia nie finden!“ gab Victor besorgt von sich. „Haben Sie mit Mario gesprochen?“ wollte Ben wissen. „Ja… er ist der gleichen Meinung wie sein Sohn. Ich kann sie nicht aufhalten…sie haben den Übergabeort mitbekommen und sind los. Ich befürchte, dass sie Fabrizio umbringen werden…wir müssen es verhindern..“ erklärte Victor. „Ich komme zu ihnen!“ gab Ben bekannt und beendete das Gespräch. Er sah Kim an. „Ich muss einen Mafiakrieg verhindern...“ stieß er aus. Kim sah ihn erschrocken an und nickte nur. Tanja stand ebenfalls auf. „Diesmal komme ich mit..“ gab sie bekannt. Ben nickte. „Ich werde Sie unterwegs genau informieren..“ erklärte er und raste mit Tanja zu Victor Grazianos Villa. Als sie dort ankamen sah Victor ihnen entgegen. „Das hab ich eben bekommen…das ist die Kette von Alessia…dieser Mistkerl hat sie wirklich…wir müssen was tun….“ stieß Victor aus. Ben sah sich die Kette an. An der Kette hing ein Ring. „Das ist Semirs Ehering….also hat er auch Semir. Nur lebt er noch?“ fragte Ben und sah Tanja an. „Er lebt…davon müssen wir ausgehen. Und wir müssen das Kind finden. Haben Sie eine Ahnung wo er sie festhalten könnte?“ wollte Tanja wissen Victor musterte sie skeptisch. „Wer sind Sie?“wollte er wissen. „Meine Kollegin Tanja Herzog….sie unterstützt mich..“ erklärte Ben schnell.

    Semir sah Alessia an. „Das war sehr mutig von dir..“ meinte er zu ihr. „Mutig? Ich wusste dass der Kerl mich nicht erschießen würde. Ich war nur dumm, zu sagen, dass Sie ihn verhaften werden. Ich habe Sie in Gefahr gebracht…“ erklärte sie leise. „Nur keine Angst…wir werden hier schon rauskommen. Wir konnten essen und trinken…das ist doch schon mal was…nun fehlt nur noch eine Idee wie wir hier rauskommen…“ munterte Semir sie auf. „Herr Semir…ich…“ fing Alessia an. „Nur Semir….bitte. Alessia…mach dir keine Sorgen. Ich denke wir schaffen das. Mein Kollege wird meinen Ring erkennen und sucht er schon seit Tagen nach mir. Und er wird uns finden…ganz sicher…“ versuchte er ihr Mut zuzusprechen. „Der andere Raum hat keine Fenster…bzw. sind sie alle zugenagelt..die Tür ist verschlossen und geht nach innen auf. Wir sollen wir denn hier raus kommen?“ wollte Alessia wissen. „Die Tür geht nach innen auf….?“ harkte Semir nach. „Ja….mit eintreten ist nichts. Ich bin nicht stark genug und Sie können schlecht mit dem gebrochenen Bein zutreten…“ gab Alessia zurück. „Das nicht…aber es gibt andere Möglichkeiten eine Tür zu öffnen. Aber das schaffe ich nicht allein. Ich brauche deine Hilfe. Du hast nicht zufällig ein Handy dabei oder?“ wollte Semir wissen. „Nein..das hat mir Fabrizio abgenommen..“ sagte Alessia. „Schade…das wäre zu einfach gewesen.“ scherzte Semir. „Aber ich könnte ja versuchen die Bretter vom Fenster zu bekommen…dieses Haus scheint schon ne ganze Weile unbewohnt zu sein…“ mutmaßte Alessia. „Das kannst du vergessen. Die Bretter sind fest. Weißt du in welchem Stockwerk wir sind?“ harkte Semir nach. „Ich bin durch die Tiefgarage gekommen. Das waren gerade mal zwei Treppenaufgänge von zehn Stufen. Also dürften wir im Erdgeschoss sein.“ gab Alessia zurück. „Weißt du ob das Haus mehrere Etagen hat?“ wollte Semir als nächstes wissen. „Nein….das ist ein Einfamilienhaus. Vermutlich gehört es Fabrizio. Nur wo es genau ist…weiß ich nicht… Die Gegend war aber ziemlich ruhig…“ erzählte Alessia weiter. „Also nichts wo man uns schnell findet?“ fragte Semir. Alessia schüttelte den Kopf.

    Semir schrie laut auf, als Alessia die Holzstangen am Bein befestigte. „Entschuldigen Sie…aber..es geht nicht anders…“ kam sofort von dem Mädchen. „Schon gut…schon gut….“ stöhnte Semir. Die Schmerzen waren fast unerträglich. „Das Bein ist sehr stark geschwollen. Ich würde Ihnen gern den Schuh ausziehen, damit der Fuß auch Platz hat..aber dann würde er noch mehr schwellen…“ gab Alessia zu verstehen. „Lass ihn an…ich…kann nicht mehr..wie lange brauchst du noch?“ wollte Semir wissen. Tränen liefen ihm über die Wangen. „Ich bin fast fertig. Nur noch unter dem Knie. Der Bruch ist direkt am Schienbein. Wenn ich das richtig sehe. Achtung…“ warnte Alessia und zog das Seil zu. Wieder schrie Semir auf. Doch dann war es geschafft. „so…das sollte halten. Was haben Sie sonst noch?“ wollte Alessia wissen. „Die Rippen..aber da lass bitte die Finger von…“ lächelte Semir. „Klar…bin ja kein Arzt…“ gab Alessia zurück. „Alessia … ich habe noch ein Problem…aber das löse ich, wenn ich eine Flasche hätte, dann könnte ich…“ versuchte Semir sein Problem zu erklären. Alessia lachte leise. „Ich verstehe…aber…da in dem anderen Raum ist eine Toilette. Ich kann Ihnen helfen zur Toilette zu gehen. Das mit dem Bein sollte funktionieren. Ich hab zwar keine Krücken hier, aber ich denke das geht…“ schlug sie vor. Semir war einverstanden. Vorsichtig mit Alessias Hilfe richtete er sich auf und schaffe es sogar aufzustehen. Auch wenn ihm wieder schwindelig wurde. Alessia war sehr umsichtig für ihr Alter. Vorsichtig ging es zur Toilette wo Semir sich endlich erleichtern und auch etwas waschen konnte. Nach fünfzehn Minuten ging es wieder zurück. Er setzte sich aufs Bett. „Du wirst sicher eine verdammt gute Krankenschwester...“ lobte er das Mädchen. „Was machen wir, wenn Fabrizio wieder kommt? Können wir ihn nicht einfach töten und dann abhauen?“ wollte sie wissen. Semir sah sie an. „Ich befürchte, dass dein Onkel uns nicht einfach gehen lässt. Was hatte er vor, weißt du das genau?“ harkte er nach. „Er hat gesagt, dass mein Vater Lösegeld zahlen soll. Für mich…und dass er ihn dann fertig macht. Vermutlich wird er mit mir nach Italien fliehen. Er sagt immer ich sei seine Tochter. Das stimmt aber garantiert nicht. Wenn ich es wäre, würde er mich nicht so behandeln.“ gab Alessia von sich. „Hast du deinen Vater...ich meine Victor…mal danach gefragt?“ wollte Semir wissen. Alessia schüttelte den Kopf. „Nein…aber er ist mein Vater…Victor ist mein Vater, das wünsche ich mir…“ kam leise von ihr. Semir strich ihr über den Kopf. „Dein Vater gehört der Mafia an..weißt du das?“ fragte er leise. „Ja…ich weiß…da ist er immer sehr stolz. Aber auch, dass er nicht so ist, wie es in Filmen dargestellt wird. Er ist kein Verbrecher…“meinte Alessia nur.

    Fabrizio fuhr nach Hause zurück. Er wolle Alessia von seinem Plan erzählen. Er musste sich mit seinem Sieg über seinen Bruder brüsken. Er fuhr in die Tiefgarage und ging nur kurz darauf in die Wohnung. Als er den Raum betrat wo er Alessia sein sollte erschrak er, als er feststellte das der Raum leer war. Dafür hörte er sie reden… im Nebenraum. Dort wo er den Polizisten ans Bett gebunden hatte. Er öffnete die Tür und sah seine Tochter bei dem Mann auf dem Bett sitzen. Die Beiden sahen ihn erschrocken an. „Oh ihr habt euch schon bekannt gemacht…sehr schön. Alessia…mein Bruder will ein Lebenszeichen von dir, oder besser etwas was dir gehört. Er glaubt mir nicht, dass ich dich habe. Aber ich werde es nicht zulassen, dass du mit ihm redest. Du hast vier Minuten mir etwas zu geben, was dir gehört und was mein Bruder auch wieder erkennt…ich besorge uns dreien was zu essen!“ befahl Fabrizio und verließ den Raum wieder. Alessia hörte wie er die Tür wieder abschloss. Er fuhr zum nächsten Imbiss und holte dort Pommes mit Currywurst und Frikadellen. Außerdem nahm er noch Cola als Getränk mit und verschwand wieder in Richtung Haus. Dort saßen Alessia und Semir immer noch auf dem Bett. Fabrizio bemerkte die provisorische Schiene die der Mann trug. „Sieht nett aus..“ meinte er. Der Polizist sagte nichts. „von Ihnen will ich auch was haben!“ forderte Fabrizio. Der Polizist nickte. „Wie heißen Sie eigentlich?“ wollte Fabrizio wissen. „Das ist Semir..und er wird dir die Hölle heißmachen, wenn du mich und ihn nicht gehen lässt!“ stieß Alessia aus. „Oh…dann hab ich aber jetzt Angst. Dann sollte ich es doch wohl verhindern oder?“ grinste Fabrizio. Er hob seine Waffe und richtete sie auf Semir. Dieser zuckte zusammen. „Nein!! Bitte..nicht..“ kam sofort von Alessia und sie stellte sich schützend vor Semir. „Geh mir aus dem Weg!“ forderte Fabrizio. „Er hat dir nichts getan!! Wenn du unbedingt jemanden erschießen willst dann mich!“ forderte sie auf. Fabrizio sah sie an. „Süße…ich kann dir nie etwas tun….“ kam leise von ihm. Er senkte die Waffe. „Hier das ist für euch...und nun die Sachen!“ forderte er. Alessia nahm ihre Kette ab und Semir seinen Ehering. Beides wandere in Fabrizios Hand. „Sehr schön. Eure Zeit ist bald vorbei…Alessia und ich werden Deutschland verlassen und du…“ er wies auf Semir. „die Welt …“ grinste Fabrizio. Er stellte die Tüte auf den Boden und verließ das Zimmer um sich mit seinem Bruder zu treffen.


    jhmmmm lasst ihr nach? Wo bleiben denn die Feeds...;)

    Ich hoffe, dass ich trotzt dem noch Kontakt mit dem Einen oder anderen haben werde, ich wäre also froh, wenn sich jemand melden würde. :thumbup:

    Jenni...du weißt wo du mich findest... bin für dich da... wenn du Aufmunterung brauchst. und da kenne ich noch einen....;) Also lass den Kopf nicht hängen....

    also muss ich für Februar schon wieder einen Job haben.

    für diese Sache drücke ich dir die Daumen....du schaffst das...ich weiß es. Melde dich einfach zwischendurch. ;)

    Kyle sah sich in der großen Wohnung um. „Du hast vier Zimmer?“, harkte er bei seinem neuen Freund nach. Henry lächelte. „Ja…Eigentum…aber ich bewohne eigentlich nur zwei… das Wohnzimmer und mein Schlafzimmer. Die anderen Zimmer stehen leer. Wir können uns ja über die Miete unterhalten. Such dir ein Zimmer aus.“, schlug Henry vor. „Das ist wirklich genial…ich nehme das dort hinten…“, schlug Kyle vor. Henry zog die Schultern hoch. „Dann willkommen in deinem Reich.“, lächelte er. Kyle nickte dankend und ließ seine Violine auf den Tisch nieder. Henry blieb in der Tür stehen, lehnte sich lässig gegen den Rahmen und beobachtete seinen neuen Mitbewohner. „Du kannst auch beide haben. Sind ja miteinander verbunden. Gestalte dir die Räume, wie du möchtest. Ist kein Problem. Die Zimmer sind ja groß genug.“, erklärte er nur. Kyle nickte und schritt durch die Schiebetür, die ins angrenzende, zweite Zimmer führte. Fast wie eine eigene kleine Wohnung, dachte er nur und war begeistert. Vergessen war fürs Erste der Stress und sein Plan. Er ließ sich erschöpft auf die Matratze fallen, die im Zimmer lag und sah zur Decke hoch. „Bettwäsche bringe ich dir gleich. Dein Zeug kannst du morgen holen und dann reden wir über alles andere.“, meinte Henry nur.

    Semir musterte den Mann. Laufen lassen konnte er ihn nicht, dafür würde ihn die Chefin doch glatt strafversetzen. Aber bisher war doch niemand zu schaden gekommen und für ihn schien es wirklich ein Schock zu sein, dass er von der Polizei gejagt wurde. Langsam hob er die Hände und legte die dann auf die von Benjamin Klaasen. „Wissen sie was? Sie scheinen ihre Lektion gelernt zu haben. Wenn sie mir versprechen, sich professionelle Hilfe und einen fordernden Job zu suchen, dann werde ich dafür sorgen, dass sie nichts mehr von uns zu befürchten haben.“, erklärte Semir nur und der Mann sah ihn nur an. „Wirklich? Sie...sie lassen mich gehen?“ „Ja...und sie sollten jetzt verschwinden, ehe ich es mir anders überlege.“, meinte der Deutschtürke nur und stand auf. Schon im nächsten Moment machte der Mann einen Satz nach vorne, auf die Straße. „Das...das werde ich ihnen nicht vergessen. Ich verspreche ihnen, sie werden es nicht bereuen.“ Damit war Semir dann wieder allein vor seinem Haus. „Das hoffe ich.“, musste er sich eingestehen. „Wie erkläre ich das aber jetzt der Chefin?“ Müde und abgeschlafft ging er in sein Haus, warf sämtliche Sachen von sich und legte sich leise zu Andrea ins Bett. In fünf Stunden war die Nacht wieder vorbei und er brauchte noch seinen entspannenden Schlaf.

    Drei Monate später hatte Kyle sein kleines Reich stilvoll eingerichtet. Dunkelhölzerne Möbel zierten beide Räume. Ein großes, geräumiges Bett stand im Nebenraum und eine große Schrankwand daneben. Henry war ihm in all den Wochen und Monaten ein guter Freund und fairer Vermieter geworden. Immerhin waren sie Musiker und auch noch in einem Orchester. Was galt da mehr, als der Zusammenhalt. Doch immer wieder war Kyle unterwegs und suchte Freund und Bekannte seiner Eltern auf. Eine von ihnen war Helga Friedrichsen. Sie lebte etwas außerhalb von Köln. In einem kleinen Außenbezirk von Hürth lag ihr Häuschen umgeben von Bäumen. Kyle mietete sich einen Wagen und fuhr zu ihr. Schon lange hatte er mit ihr telefoniert, doch nie konnten sie sich zu einem Treffen durchringen. Jetzt endlich war es soweit. Kyle ließ sich vom Navi leiten und stand nach einer Fahrtzeit von anderthalb Stunden etwas aufgeregt und mit wackeligen Knien vor dem Brust hohen Gartenzaun, der das Grundstück umgab. Er sah sich um. Keine Klingel, kein nichts zu sehen. Doch unangemeldet wollte er das Grundstück nicht betreten. „Hallo? Frau Friedrichsen? Hier ist Kyle Thaelmann...“, rief er, bekam aber keine Antwort. Er entschloss sich dann doch, das Grundstück so zu betreten. Langsam drückte er die Klinke hinunter und machte einen Schritt auf die Steinplatten. Einige Meter waren es nur bis zur Tür. Er sah sich den schön gepflegten und herbstlichen Garten an. Die Sonne war diesen Sommer überaus großzügig, schien fast jeden Tag mit erträglichen Temperaturen. Nun war aber der Oktober da. „Sind sie Kyle?“, fragte plötzlich eine Stimme. Der Musiker drehte sich erschrocken um. Zu sehr war er in den Garten vertieft. „Ja, ja, der bin ich...sind sie Frau Friedrichsen?“ „Du kannst ruhig Helga zu mir sagen. Ich kenn dich doch schon seit du so warst.“, lachte sie und zeigte mit ihrer Hand neben ihr Knie. Kyle musste lächeln und war gespannt, was ihm diese Frau über das Verschwinden seiner Mutter erzählen konnte.

    Der Wecker riss Familie Jäger aus den Träumen. Ben war zuerst wach und sah seine Frau an. „Guten Morgen ihr zwei…“, sagte er leise und küsste sie. Dann fuhr er mit seiner Hand über den stark gewölbten Bauch. Carla war nun im sechsten Monat und Ben schien es, als ob sein Sohn ein Riese zu werden drohte. „Wie passt der eigentlich da rein?“, wollte er wissen. „Ben…wir müssen zum Arzt….heute ist Vorsorge und heute erfahren wir mehr…“, kam müde von Carla. „Ja..ja..das hab ich nicht vergessen. Heute sehe ich dann das Ultraschall….und meinen Sohn…“, strahlte Ben, warf die Decke zur Seite und ging duschen. Auch Carla quälte sich aus dem Bett. Sie stöhnte als sie sich erhob. „Du bist ganz schön schwer…“, sagte sie und ging mit der Hand über ihren Bauch. Heute war also der Tag wo sie erfuhren was sie bekamen. Carla hoffte inständig dass es ein Junge wurde. Allein um Ben glücklicher zu machen wäre es ihr Recht. „Du kannst rein!“, kam aus der Dusche. Carla ging duschen. „Es ist verdammt schwer mit so einem Bauch.“, lachte sie leicht als sie sich in die Kabine quälte. „Bald ist es soweit…nur noch drei Monate…ich bin so gespannt wie er aussieht… ob er nach mir geht? Oder nach dir? Oder die Großelternseite einschlägt….ist das nicht fantastisch?“, strahlte Ben. Für ihn gab es nur noch das Thema „Sein Sohn“. Als Carla fertig war fuhren sie los. Ben begleitete sie in die Praxis und sie brauchten nicht einmal warten. Zunächst ging es zur Blutabnahme und zur Gewichtskontrolle. Dann kamen Blutdruck und alle anderen Untersuchungen die erforderlich waren. Dann endlich kam das Ultraschall an. „Herr Jäger…wenn Sie hier her kommen, dann sehen Sie etwas…“, schlug der Arzt vor. Carla sah ihren Mann an. Als der Arzt das Kontrastgel auf den Bauch hatte ging die Vorführung los.

    Ben sah angestrengt auf den kleinen Monitor. „Wo ist da etwas?“, fragte er. „Nun...ich erkläre es Ihnen...hier sehen Sie das Köpfchen..es ist genau so groß wie es sein sollte… das kann ich hier mit den Pfeilen feststellen…hier sind die Ärmchen und dort die Beinchen….das Herz schlägt sehr regelmäßig…“, erklärte der Arzt geduldig. „Und was ist das da?“, wollte Ben wissen und zeigte auf dem Monitor. Der Arzt sah hin. „Ähm….Moment…das…Herr Jäger….Frau Jäger…das ist mir noch nie passiert….ich habe...ha...ich habe ein Baby übersehen…das sind zwei!“, stieß der Arzt aus. „Zwei? Zwillinge?“, kam erstaunt von Ben. „Zwillinge sind immer zwei…“, lächelte der Arzt. „Mir wird schlecht.“, stieß Ben aus und schon kippte er um. Der Arzt sah Carla an. „Das passiert öfter als Sie denken. Das zweite Kind scheint sich hinter dem ersten zu verstecken….“, lächelte er etwas verlegen, während er sich um Ben kümmerte. Carla sah ihn an. „Zwei Kinder…wie schön…kann man sehen was es ist?“, wollte sie wissen. Ben kam zu sich und richtete sich mit Hilfe von Dr. Braunnagel auf. „Whow…das war wie ne Holzhammernarkose...“, lächelte Ben verlegen. „Das passiert nicht nur Ihnen. Ich kenne Väter, die zusammenklappen wenn sie ein Kind sehen…von daher…ist es okay.“, lächelte der Arzt nur. „Zwei Söhne…ist das nicht klasse..Carla…ich werde Vater von zwei strammen Söhnen.“, freute sich Ben und stellte sich auf seine noch recht wackeligen Beine. „Ben…wenn du jetzt schon zusammen klappst. Wie soll es dann bei der Geburt werden.“, lachte Carla. „Entschuldige mal…das ist….das ist…“ Ben suchte nach den richtigen Worten. „Etwas Großartiges…“, lachte Carla. „So…nun wollen wir mal sehen was uns die Kinder verraten…“, murmelte der Arzt. Sofort hatte er die volle Konzentration der werdenden Eltern.

    Peter saß unverändert am Bett seiner Frau. Julia lag bereits seit vier Tagen im Koma. Semir war verschwunden und Ben….suchte nach dem Täter. Alle waren beschäftigt. Aber er ..er konnte nichts tun. Gar nichts. Die Ärzte machten ihm keine Hoffnung dass Julia wieder aufwachen würde. Heute sollte die nächste Untersuchung stattfinden. Sie sollte ins MRT. Dort wollte man ihren Kopf röntgen um festzustellen, ob es noch Aktivität gab. Peter hatte Angst davor. „Herr Baumgarten..?“ riss ihn eine Stimme aus den Gedanken. „Ja?“ fragte er zurück. „Wir müssen Ihre Frau nun untersuchen…wollen Sie dabei sein?“ harkte die Schwester nach. Peter nickte. Gemeinsam mit der Schwester schob er das Bett mit seiner Frau durch die langen Gänge. Immer wieder sah er auf Julia. Sie war selbst jetzt wunderschön. Noch hatten sie keine Kinder…würden sie irgendwann welche bekommen? Was wenn Julia nie wieder aufwachte? Was wenn sie aufwacht aber sich nicht an ihn erinnert? Was wenn….“Herr Baumgarten? Alles in Ordnung?“ kam erneut die Stimme. „Was? Ja..ja..sicher…alles in Ordnung...“ lächelte er nervös. Sie erreichten den Röntgenraum und die Schwester lächelte ihn zuversichtlich an. „Es wird sicher alles sehr gut werden. Aber Sie dürfen nicht in diesem Raum sein. Gehen Sie doch bitte dort rein, wo der Doktor schon ist. Er kann Ihnen dann auch erklären was er dort auf dem Bild sieht und wie die Chancen stehen..“ schlug die Schwester vor. Wieder nickte Peter und folgte dem Befehl. Durch die große Glasscheibe sah er wie Julia immer tiefer in die Röhre geschoben wurde. „Ah..Herr Baumgarten…setzen Sie sich doch… wir sehen hier die Aufnahmen des Kopfes…und…was ich sagen kann… ist, dass es sehr gut aussieht. Die Schwellung ist vollkommen zurück gegangen. Die Synapsen sind unbeschädigt und es ist sehr viel Aktivität da…“ erzählte der Arzt. Peter sah ihn an. „Wird sie wieder aufwachen?“ wollte er wissen. Der Arzt nickte. „Mit großer Wahrscheinlichkeit. Aber es kann noch dauern. Sie können uns nun helfen. Sie müssen mit ihr sprechen. Sie hört sie sehr gut. Außerdem wäre es schön, wenn Sie ihr ihre Lieblingsmusik vorspielen. Sie mit den Menschen in Kontakt bringen, die sie liebt. Ihr Bruder, Vater…Mutter alle die sie kennen. Aber nicht alle auf einmal. Sie werden sehen, dass sich ihr Zustand sicher schnell zum Positiven verändert. Es ist alles in Ordnung. Jetzt liegt es nur noch an Ihrer Frau, wann sie aufwachen will und das können Sie beeinflussen.“ erklärte der Arzt zufrieden. Peter bekam Tränen in die Augen. „Sie kann wieder ganz gesund werden?“ wollte er wissen. „Ja…das steht fest…“ bestätigte der Arzt. „Danke… danke….Doc…für alles…“ weinte Peter. „Das ist mein Job..“ kam etwas verlegen von dem Arzt.

    Ben setzte sich in den Stuhl. „Meine Tochter…sie wurde von meinem Bruder entführt. Er verlangt Lösegeld und ich bin bereit alles zu zahlen. Aber mein Bruder sagt auch, dass ich als Gratiszugabe einen Polizisten erhalten könne. Die Summe würde sich um lediglich zehn Prozent erhöhen, wenn ich das akzeptiere. Fabrizio ist gefährlich. Er weiß genau, dass Ihr Kollege, und ich gehe davon aus, dass er ihn meint, ihn identifizieren kann. Er wird ihn nicht gehen lassen. Nicht lebend…“ erklärte Victor leise. „Wir müssen Fabrizio aufspüren und erledigen..“ fauchte Paolo dazwischen. Ben sah in die Runde. „Wenn ich eingeschaltet werde, wird keiner umgebracht. Fabrizio wird eingesperrt und gut ist. Niemand wird irgendwen abknallen. Haben Sie ein Lebenszeichen von Ihrer Tochter bekommen?“ wollte er an Victor gewandt wissen. „Nein…noch nicht… ich habe aber eins verlangt. Alessia geht nicht ans Handy und ich denke er hat es an sich genommen. Aber ich weiß dass sie eine goldene Kette trägt. Fabrizio wird sie ihm abnehmen und dann zu mir schicken. Das soll der Beweis sein. Die Kette ist unverkennbar. Sie ist von Alessias Großmutter…also unserer Mutter….sie würde sich im Grabe umdrehen, wenn sie wüsste was aus Fabrizio geworden ist.“ erklärte Victor weiter. Ben nickte. Es war eine Möglichkeit. Dieser Fabrizio hatte Semir in seiner Gewalt, das wusste er von seinem Komplizen und bis dahin hatte er noch gelebt. Aber was wenn er einen Beweis fordert. Was wenn doch Victor dahinter steckte und so seinen Bruder aus dem Weg räumen wollte? „Wer sagt mir, dass nicht Sie es sind, der die Fäden zieht? Wer sagt mir, dass Sie Semir nicht irgendwo versteckt halten?“ wollte Ben wissen. „Das ist doch wohl die Höhe!! Verdammt meine Freundin ist verschwunden!! Sie ist in der Gewalt von diesem Kranken und alles was die Bullen machen, sind Victor zu verdächtigen!!“ fauchte Paolo ihn an und stand auf. Ben ging sofort in die „Habachtstellung“ und legte die Hand an die Waffe. „Beruhige dich Paolo. Ich verstehe sehr gut, dass Herr Jäger misstrauisch ist…immerhin ist mein Ruf nicht der Beste.“ Meinte Victor und legte Paolo beschwichtigend die Hand auf die Schulter. „Herr Jäger…ich kann ihnen nicht mehr als mein Wort geben, dass es so ist. Fabrizio hat Ihren Kollegen und meine Tochter in seinen Händen. Ich flehe Sie an…helfen Sie mir…bitte…“ wandte Victor sich an Ben und ließ sich auf die Knie nieder. Ben sah ihn peinlich berührt an. „Bitte stehen Sie auf. Ich …werde mit meiner Vorgesetzten über diesen Fall sprechen. Wann wird sich Ihr Bruder wieder melden?“ wollte Ben wissen. „Das weiß ich nicht….“kam leise von Victor.

    Also ich kann serh gut verstehen das sie sauer ist.... Und Ben sicher auch. Er würde den Abend lieber mit Emelie verbringen als mit Chris... aber es ist ja für einen guten Zweck.. bin immer noch gespannt wann diese angekündigte Sache passiert.....Chris mach hinne

    Ben sah Tanja verzweifelt an. „Wenn er wirklich nicht weiß wo Semir ist, dann können wir aufgeben.“ stöhnte er leise. „Wollen Sie aufgeben?“ harkte Tanja nach. Ben nickte. „Wo sollen wir denn suchen? Wir wissen nicht wer ihn hat, oder wo er festgehalten wird. Nach der Aussage von diesem Kerl dort ist er schwer verletzt… wenn wir ihn nicht finden… dann…dann..“ Ben stockte. „Nein…er wird nicht sterben…wir werden ihn finden. Und wenn ich jeden einzelnen Stein in Köln umdrehen muss. Ich werde ihn finden..“ drohte Tanja und ballte die Faust. Bevor Ben antworten konnte, klingelte sein Handy. „unbekannte Rufnummer..“ murmelte er und meldete sich mit „Ben Jäger!“. „Herr Jäger… hier ist Victor Graziano…ich..ich..möchte eine Entführung melden.“ Stieß der Anrufer aus. Ben sah Tanja an. „Das ist Graziano..“ erklärte er. „Herr Graziano..dafür bin ich nicht zuständig. Ich gebe ihnen meine Kollegin die...“ gab er zu verstehen. „Nein!! Ich werde nur mit Ihnen arbeiten… Mein Bruder hat meine Tochter entführt und verlangt Lösegeld. Aber er sagte, dass ich obendrein noch einen verhassten Bullen bekomme. Ich meine…es könnte sich um Ihren Kollegen handeln…bitte…helfen Sie mir… und ich helfe Ihnen..“ flehte Victor Graziano regelrecht. „also gut…ich komme zu ihnen..“ bestätigte Ben nun. „Sie kommen allein. Ich werde nur mit Ihnen zusammen arbeiten..“ wiederholte Victor. Das Gespräch war beendet. Tanja griff zu ihrer Jacke und zog sie an. „Wohin?“ wollte Ben wissen. „Ich fahre mit..“ verkündete sie. „Nein! Ich fahre allein!“ befahl er hart. Tanja sah ein, dass sie keine Chance hatte ihn umzustimmen. „Also gut…dann passen Sie bitte auf sich auf..“ stimmte sie endlich zu. Ben nickte und verschwand. Auf der Fahrt zu Graziano überlegte ob er Graziano wirklich trauen konnte. Vielleicht hatte er Semir in seiner Gewalt? Aber was sollte es dann mit seiner Tochter? War sie wirklich entführt worden? Dann war es auch egal was für einen Beruf der Mann nachging. Das Leben eines entführten Kindes stand auf dem Spiel. Hier war nun Sorgfalt angebracht. Ben fuhr auf das Gelände und wurde kurz darauf zu Graziano ins Arbeitszimmer gebracht. Graziano war nicht allein. Mit ihm waren ein junger Mann und Mario Tozzi, ein weiterer bekannter Mafiaangehöriger im Raum. „Ist das eine Versammlung?“wollte Ben wissen. „Das sind Mario und Paolo Tozzi. Paolo ist der Freund meiner Tochter und Mario ist mein Freund. Das ist Ben Jäger von der Kripo Autobahn.“ stellte Victor ihn vor. „Gut..die Höflichkeiten sind ausgetauscht… was ist passiert?“ harkte Ben ungeduldig nach.

    Alessia sah sich in ihrem Gefängnis um. Von ihrem Raum gingen mehrere Türen weg. Sie öffnete eine nach der Anderen. Ein Badezimmer samt Toilette... wie umsichtig, dachte sie nur. Sie entdeckte auf der rechten Seite noch eine Tür. Vielleicht war sie ja nicht abgeschlossen und kam so raus. Sie ging hin und rüttelte daran. Tatsächlich war sie unverschlossen. Alessia wagte sich durch und erschrak. Auf einem Bett lag ein Mann, gefesselt und geknebelt. Er sah tot aus. „Hey….“ fragte sie leise. Keine Antwort. „Bist du tot?“ harkte sie nach. Sie lachte leise. Was für eine dämliche Frage…dachte sie direkt. „Mmmhmm…“ machte die Person. Alessia erschrak doch dann gewann die Neugier und sie ging näher ran. „Ich kenne Sie… Sie waren doch bei meinem Vater…als die Bombe…ich habe gelauscht wissen Sie?“ harkte sie nach. „Mmmhmm...“ machte die Person erneut. „Oh…ich Dummchen…. Warten Sie...ich befreie Sie..“ erklärte sie und machte sich an die Tat. Sie riss dem Mann das Klebeband vom Mund. Dieser schrie auf, als es einige Barthaare mitriss. „Entschuldigen Sie…“ kam sofort von ihr. „Schon gut…hast…hast…du was zu trinken?“ wollte er wissen. „Leider nein….mein Onkel hat mich hier eingesperrt und ist weg…“ klage Alessia. „Wer bist du?“ wollte der Mann wissen. „Ich bin Alessia Graziano. Die Tochter von Victor und Gina Graziano…“ stellte sie sich vor. „Ich bin Semir…“ gab er zurück. „Semir? Sie sind Polizist oder?“ wollte sie wissen. „Ja…ich…bin Polizist…“ lächelte er leicht. „Ich löse Ihnen erst mal die Fesseln, dann können Sie mir helfen diese scheiß Tür da vorn aufzubekommen..“ knurrte Alessia und machte sich an die Arbeit die Seile die Semirs Hände am Bett hielten zu öffnen. Es dauerte fast eine halbe Stunde, doch dann war er frei. „Danke für dein Vertrauen…aber ich kann nicht aufstehen. Mein Bein… es ist gebrochen und es sieht ziemlich übel aus…“ kam entschuldigend von Semir. Alessia sah hin und nickte. „Ich bin zwar nur Schwesternschülerin aber ich habe erste Hilfe gelernt…ich könnte es schienen…wenn Sie wollen. Nur tut das sicher noch mehr weh..“ meinte Alessia. „Noch mehr kann es gar nicht schmerzen…“ lächelte Semir sie an. „Aber ich sehe nichts womit du etwas anstellen kannst…“ gab er zu bedenken. Alessia lachte leise. „Der Raum nebenan hat genügend Material. Ich habe da ein paar Holzstreifen…damit können wir das schienen. Festbinden tun wir es mit den Seilen, die gerade noch die Hände hielten.“ Schlug sie vor. Semir sah sie an. „Hast du zu viel Mac Gyver gesehen?“ wollte er wissen. „Wer ist das?“ fragte Alessia. Semir lächelte. „schon gut..nicht wichtig. Alessia suchte sich alles im Nebenraum zusammen um das Bein zu schienen.

    Fabrizio und Alessia fuhren durch die Stadt. Er hatte ihr versprochen sie nach Hause zu fahren doch Alessia kannte die Straßen und stutzte. Sie sah Fabrizio an. „Das ist nicht der Weg nach Hause…” stieß sie aus als sie sah, wohin ihr angeblicher Vater fuhr. „Nur keine Angst...mein Schatz....ich habe eine Überraschung für dich...“ lächelte er. „Lass mich aussteigen!! Ich will nach Hause!!“ schrie Alessia. Fabrizio lachte leise. „Du wirst bei mir zuhause sein... bei mir ....niemand wird uns je wieder trennen.. und mein Bruder wird mir noch viel Geld zahlen…“ versprach er und lenkte den Wagen in Richtung seines bescheidenen Hauses. „Spinnst du!! Ich will zu meinem VATER!!“ schrei Alessia panisch. Fabrizio holte mit der rechten Hand aus und schlug ihr ins Gesicht. „Ich bin dein Vater!“ stieß er wütend aus. Alessia fing an zu weinen und hielt sich mit einer Hand die brennende Wange. Noch nie hatte ihr Vater oder ihre Mutter die Hand gegen sie erhoben. Wie konnte dieser Mann es wagen? Sie sah ihn panisch an. Ihre rechte Hand ging zum Türöffner und sie riss daran, doch die Tür ließ sich nicht öffnen. „Mein Engel... du wirst dich daran gewöhnen müssen, bei mir zu leben...“ lachte Fabrizio. Er wollte Alessia nicht verletzen und deshalb musste er sie hier einsperren. Sie durfte nicht in dem Haus sein, wo sein verhasster Bruder und Gina lebten. Die würden es nicht mehr lange tun. Er hatte sich bereits eine Weste mit Sprengkörpern angezogen und musste nur noch zum Gelände von Victor fahren. Sie würden ihn durchlassen, wenn er ihnen sagte, dass Alessia in seiner Gewalt war. „Warum tust du das? Du sagtest doch, dass du mein Vater bist? Warum schlägst du mich dann?“ riss Alessia ihn aus den Gedanken. „Alessia... ich bin dein Vater und du hast zu tun, was ich von dir verlange. Und genau das wirst du...wenn wir gleich auf mein Gelände fahren, dann werde ich dich ins Haus bringen und dort wirst du bleiben, bis ich zurück bin. Ich werde mir jetzt von meinem Bruder da holen, was mir zusteht….“ grinste Fabrizio. „Du bist ein Arschloch!!“ schrei Alessia wütend. Das Auto wurde in die Tiefgarage gelenkt und Fabrizio stieg aus als der Wagen stand. Er zerrte Alessia aus dem Wagen, die sich mit Händen und Füßen wehrte. „Komm schon...meine Tochter...meine süße kleine Tochter...“ lachte Fabrizio der das Mädchen mit einer Hand festhalten konnte. „Nein!! Ich will heim!!“ schrie und weinte die 17jährige. „Du bist daheim...los rein da!“ fauchte Fabrizio und stieß Alessia in die Wohnung. Sie ging zu Boden und sah ihn ängstlich an. „Rein da!“ schrie er sie an. Alessia sah ein, das sie keine Chance gegen diesen Mann hatte. Sie kroch in den von ihm gezeigten Raum. Die Tür schlug zu und der Schlüssel drehte sich. Alessia trommelte mit den Fäusten gegen die Tür und schrie laut. „Bitte lass mich raus!!“ flehte sie. „Nein…du wirst dort drin bleiben bis ich deinen Vater und seine ganze Familie ausgelöscht habe..und dann beginnt unser Leben…Alessia…unser Leben…“ hörte sie Fabrizio sprechen.

    Paolo lief auf und ab. Mario sein Vater sah ihn besorgt an. „Mein Junge…was ist mit dir? Ist es wegen Alessia?“ wollte er wissen. „Sie wollte sich melden. Sie ist zuverlässig…und ich weiß dass ihr Vater sie davon abhält…“ stieß er junge Mann aus. „Aber, Aber…Victor ist ein störrischer Esel, aber er ist nicht dumm. Er hat doch längst akzeptiert, dass du sie liebst und hat nichts gegen diese Verbindung. Warum sollte er jetzt damit anfangen?“ wollte Mario wissen. Paolo sah seinen Vater an. „Das ist doch alles ein Trick um mich ruhig zu stellen. In Wirklichkeit will er für Alessia einen anderen Mann suchen. Sie wird irgendwo in Italien verheiratet und muss dann Kinder gebären..das ist nicht unsere Welt…verstehst du das nicht?“ fauchte er seinen Vater an. Dieser sah ihn streng an. „Entschuldige…Papa…aber ich mache mir Sorgen…“ klagte er. Mario stand auf. „gut…ich weiß wie schmerzhaft Liebe sein kann. Aber fahren wir zu Victor und fragen ihn..“ schlug er vor. Paolo sah ihn erstaunt an. „Du willst dort hin? Zu deinem Feind?“ harkte er erstaunt nach .Mario lachte. „Victor und ich sind keine Feinde…. Wir sind zwar keine Freunde aber wir hegen keinen Groll gegeneinander. Der Schein der nach außen kommt kann täuschen. Also willst du wissen, was mit Alessia ist?“ lachte Mario. Paolo nickte „ich hol nur meine Jacke..“ stieß der Junge aus und rannte die Treppen hoch. Mario hörte es poltern und schüttelte lachend den Kopf. Nur wenig später waren sie unterwegs zu Victor Graziano. Die Fahrt dauerte ganze dreißig Minuten. Auf der Fahrt dorthin steigerte sich Paolo in Gedanken immer mehr in seinen Zorn und was er dem Vater seiner Freundin sagen wollte und wie er diesem sturen Menschen begreiflich machen wollte, dass sie nicht mehr im Mittelalter lebten, wo der Vater über das Leben seiner Tochter befahl. Dieser Graziano musste einsehen, das Alessia ihren eigenen hübschen Kopf hatte und auch einsetzen konnte. Endlich waren sie angekommen und Paolo stürmte die Treppe hoch. Er klingelte Sturm und drängte die Hausdame zur Seite. „Wo ist sie?!“ fauchte er Victor an, der zur Tür kam. „Aber Paolo….ganz ruhig….was ist denn los mit dir?“ wollte er wissen. „wo ist Alessia? Sie will niemand anderen heiraten als mich!! Sie können sie nicht zwingen!!“ schrie der Junge den Mann an. Victor sah Mario an. „Ist dein Sohn immer so impulsiv?“ lachte er leise. „Nein..nur an Vollmondnächten und wenn seine Freundin sich nicht meldet..“ gab Mario zurück. Das Telefon unterbrach das Gespräch. Victor meldete sich und wurde blass. „Du verdammtes Schwein!! Wo ist meine Alessia?“ schrie er ins Telefon. Paolo und Mario sahen ihn erstaunt an.