Beiträge von Elvira

    Semir wartete auf der Liege auf den Arzt. „Wo ist denn Ihr Kollege hin? Kann wohl kein Blut sehen was…?“, lächelte Dr. Wendehals. „Nein….machen Sie hin, ich werde auf gar keinen Fall hier bleiben. Doc...das können Sie vergessen.“, knurrte Semir nur. „Sie müssen nicht hier bleiben. Lassen Sie sich am besten von Ihrer Frau abholen, die ist nämlich bereits vor der Tür. Semir sah ihn an. „Meine Frau ist draußen? Ist die geflogen oder was?“, harkte er nach. „Das kann ich Ihnen nicht sagen…aber sie scheint etwas missgestimmt zu sein.“, lächelte der Arzt. Semir dachte kurz nach. „Vielleicht ist es doch besser wenn ich hier bliebe.“, meinte er nachdenklich. Wendehals lachte leise. „Frauen können so gemein werden…nicht wahr…obwohl, ich habe das Gefühl, dass sich Ihre Frau nur sehr um Sie sorgt. Sie können natürlich hier auf Station kommen. Bis die Betäubung raus ist, müssen Sie eh unter Beobachtung bleiben. Aber danach besteht keine Chance sich hier zu verstecken.“, erklärte der Arzt. „Ich verstecke mich doch nicht. Ich hab keine Angst vor meiner Frau!“, behauptete Semir. Dr. Wendehals nickte nur. „Können wir anfangen?“, wollte er wissen und zeigte Semir die Spritze. „Ja sicher….tun Sie, was Sie nicht lassen können.“, maulte dieser. Nur kurz darauf spürte er den Stich und wie der Arm nach und nach taub wurde. „Werde ich denn nicht schlafen?“, fragte er erschrocken nach. „Ein solcher Eingriff ist nicht unter Vollnarkose notwendig.“, erklärte der Arzt. „Aha...“, kam nur von Semir. „Wollen Sie eine Vollnarkose?“, kam verwundert zurück. „Ich…nein…nein..ist schon okay…ich spüre ja nichts von dem was Sie dort machen oder?“, wollte Semir nun wissen. „Nein…der Arm ist komplett taub und wird es mindestens für 36 Stunden auch bleiben. Wenn ich fertig bin, dann wird der Arm in einer Gipsschale gelegt und mit einer Schlinge am Körper fixiert.“, ging es bei Wendehals weiter. Semir nickte nur.

    Andrea ging im Krankenhausflur auf und ab. Wie konnte Semir nur so unvernünftig sein und seinen Arm so viel bewegen. Sie sollte ihn doch zuhause behalten. Warum lässt sie sich eigentlich immer bequatschen. Sie wusste doch genau wie unvernünftig er war. Aber diesmal…so schwor sie sich, würde er das Haus erst verlassen, wenn der Arm verheilt war. Nach einer halben Stunde kam der Arzt heraus. „Doktor?“, fragte sie besorgt. „Alles in Ordnung. Der Arm wird jetzt in die Gipsschale gepackt und dann können Sie ihn mitnehmen. Aber…er muss den Arm ruhig halten. Aufgrund der frischen Wunde können wir ihn nicht komplett eingipsen. Die Schlinge hält den Arm fest am Körper. Nur ich kenne Personen wie Ihren Mann genau. Sie versuchen alles um die Schlinge nicht zu tragen. Er wird sicher anfangen zu mosern, dass er nichts allein machen kann und solche Dinge.“, gab er zu verstehen. Andrea lächelte. „Lassen Sie das mal meine Sorge sein. Ich weiß, wie ich ihn ruhig bekomme. Ist ja nicht das erste Mal, dass er verletzt ist...“, meinte sie nur. „Ja...das habe ich gesehen. Er hat einige Narben am Körper. So…er dürfte gleich fertig sein…“, lächelte Wendehals und verabschiedete sich von Andrea. Tatsächlich kam Semir etwas schwankend aus dem OP. Ein Pfleger stützte ihn. „Am Besten bringen wir ihn direkt zum Wagen...“, schlug dieser vor. Andrea nickte und ging voraus.

    Nur wenig später saß Semir auf dem Beifahrersitz und sah sein Frau mit halb geöffneten Augen an. „Du brauchst gar nicht so schauen…über diese Sache reden wir zuhause...“, gab sie zu. „Super….danke….“, stöhnte Semir. Andrea konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Der Rest der Fahrt ging schweigend vonstatten. Semir hielt die Augen geschlossen. Die Tabletten die er nehmen musste und die ganzen Spritzen die der Arzt ihm verabreicht hatte, schienen ihre Wirkung zu tun. „Weckst du mich, wenn wir zuhause sind…?“, bat er seine Frau. Andrea nickte. „Ja denkst du ich trage dich?“, lachte sie leise. „Du bist ein Schatz…mein Schatz.“, gab Semir zu verstehen. Andrea sah ihn an. Irgendwie tat er ihr Leid, aber dann kam wieder ihr Stolz heraus. Er hat doch selbst schuld, dass es so schlimm geworden ist. Wenn er sich nur eine Woche gegönnt hätte, dann wäre der Arm schon verheilt und er könnte arbeiten...aber nein...er muss ja immer mit dem Kopf durch die Wand. Wenige Augenblicke später waren sie zu Hause und Andrea stellte den Motor aus. „Hey, mein türkischer Hengst...wir sind da...“, säuselte Andrea und weckte ihren eingeschlafenen Mann vorsichtig. Dieser sah verschlafen auf und lächelte dann. „Dann gehen wir mal ins Bett...“ Schon im nächsten Moment quälte sich Semir aus dem Auto und ging mit seiner Frau hoch ins Bett und schlief alsbald ein.

    „Los, rauskommen und die Hände vor den Körper...“, fauchte Dieter nur und zielte mit der Waffe genau. Hotte stand mit einem Kollegen auf der anderen Seite und richtete ebenfalls seine Pistole auf den in einen Lkw-Hänger geknallten Wagen. Langsam kamen zwei junge Männer aus dem Wagen gestiegen und hielten die Hände über den Kopf. „Verdammt...warum musst du auch so rasen?“, zischte Jens nur, sah Cedric aber dabei nicht an. „Halt bloß dein Maul...die können uns nichts, hast du verstanden? Halt ja deine Klappe.“, knurrte er zurück und wurde dann von einem Polizisten an den Streifenwagen gestoßen. „Hände aufs Dach und Beine auseinander...“, forderte der große Beamte und tastete den vor ihm befindlichen Körper nach Waffen ab. Und er wurde fündig. „Was haben wir denn da?“, stieß der Kollege aus und reichte die Pistole an Dieter weiter. „Die geht gleich mal in die KTU. Und ihr kommt mit auf die Wache. Das wird eine sehr, sehr lange Nacht für euch...“, zischte der langgewachsene Streifenbeamte. Er wies die Kollegen dementsprechend an und schon waren diese mit den beiden Gefangenen verschwunden. Hotte kam zu seinem Freund und Kollegen. „Da sind uns aber zwei Früchtchen ins Netz gegangen. Was meinst du haben die ausgefressen?“, wollte der beleibte Polizist wissen. „Keine Ahnung...Ben kann sie morgen verhören. Machen wir für heute erstmal Feierabend.“, grinste Dieter nur und ging mit Hotte zum Streifenwagen zurück. Kurze Zeit später waren sie in der PASt, zogen sich um und trafen sich dann wieder an Hottes Privatwagen. Dieser verließ kurz darauf den Parkplatz der PASt. Feierabend...endlich.

    na irgendwie feede ich hier wohl allein..also wirklich..alle im Weihnachtsstress oder wie? Wo seid ihr denn? HALLO!!!!"

    So Chris.. mal eben alle aufgeweckt..das geht mal gar nicht.. jetzt wird es aber Ernst für Semir....ob er den Bären bezwingt? Vielleicht ist es ein Knudelbär wie Hotte? Dann wäre das ein Vorteill....oder aber..nee..daran will ich nicht denken... ach fällt mir doch gerade was ein...bei mir gibt es nächste Woche Wildgulasch..lol

    ups...jetzt kommt wohl der Kampf "David gegen Goliath" oder besser "Semir gegen Bär"?....der Bär hat sogut wie keine Chance.....gegen den türkischen Hengst.....Hoffe ich jedenfalls.....mensch ich bin ja noch harmlos...was ich mit Semir mache...aber ihr....ihm den wilden Tieren zum Fraß vorwerfen...nee das geht gar nicht...aber...halt....da kommt mir doch eine Idee....


    grübel...grübel...ja...das könnte klappen....bin wech muss was schreiben... :D

    Wolfgang lugte kurz um die Ecke. Verdammt, der Knabe wurde langsam lästig. Vielleicht sollte er ihn ausschalten. Ganz einfach erledigen. Plötzlich spürte er den Griff eines Messers in seiner Hand. Ja, warum eigentlich nicht...langsam ging er um die Ecke und hob das Messer hoch über seinen Kopf. Jetzt bist du dran...dachte Wolfgang nur und holte aus. Doch Kyle wirbelte herum, griff die Hand des Mannes und schlug sie auf die Tischkante, bis er das Messer fallen ließ. „So einfach mach ich es dir nicht.“, fauchte Kyle nur und holte mit der Faust aus. Wolfgang ging getroffen zu Boden. „So nicht...du hast meine Mutter umgebracht und ich werde es beweisen.“, zischte Kyle nur und trat nochmals zu. Wolfgang keuchte kurz und blieb benommen liegen. Kyle rannte aus dem Haus und sah sich nicht um. Schnell weg von hier, dachte er nur und startete den Wagen. Er besah sich das Haus im Rückspiegel, doch dann konzentrierte er sich auf die Straße und war wenige Minuten später zu Hause. „Mensch, wo warst du denn? Wir haben gleich Konzert, schon vergessen?“, fauchte Henry ihn an und drängte ihn in seine Zimmer. „Oh shit...das hätte ich beinahe vergessen. Wie viel Zeit hab ich denn noch?“, wollte Kyle vollkommen außer Atem wissen. „Fünfzehn Minuten bis wir los müssen. Nun komm...komm...komm..“, forderte der Trompeter nur. Schnell und in Rekordzeit legte sich Kyle seine Konzertklamotten an und griff seine Violine. „Nun komm...wir haben nicht mehr viel Zeit.“, knirschte Henry nur und wenige Minuten später waren sie aus dem Haus und rannten förmlich zur nächsten Straßenbahnhaltestelle.

    „Andrea...bitte...ich...ich bin doch nicht krank.“, knurrte Semir nur, als ihn seine Frau auf die Couch drücken wollte. „Nein, du lässt dir ja nur in den Arm schießen. Mensch Semir, was machst du nur für Sachen?“, fragte sie empört. „Das...das war nicht meine Schuld. Diese...diese Kerle haben auf mich geschossen...ich war ganz unschuldig dran.“, erwiderte Semir nur und wollte sich gerade wieder erheben, doch Andrea legte ihm nur Layla auf den Bauch. „Sie soll ja auch mal was von ihrem Papa haben.“, erklärte Andrea nur. „Tja, wir verabschieden uns mal. Carla und ich wollen nach Hause. Semir, wir sehen uns dann morgen in alter Frische.“, grinste Ben und verabschiedete sich von seinen Freunden. Carla tat es ihm gleich und gemeinsam fuhren sie in ihr Häuschen ins Grüne zurück. „Ben, ich hab Hunger...kannst du heut nicht das Abendessen kochen?“, wollte die Schwangere wissen. „Klar...alles, was du wissen willst.“, lächelte Ben nur und küsste sie auf die Stirn. Sofort machte er sich auf in die Küche und fertigte das leckerste Essen, das er je gezaubert hatte. Wie gut, dass seine Mutter ihm alles beigebracht hatte. Heute sollte es chinesisch geben...Carlas Lieblingsessen. „Schatz, bist du bald soweit?“, kam es hungrig aus dem Wohnzimmer. „Gleich...alles fertig.“, erwiderte Ben nur und richtete das Essen und den Reis auf einem großen Teller an. Carla sah auf, als das Essen auf sie zu getragen wurde. „Hmmm, wie das duftet...“, meinte sie nur und ließ das Wasser in ihrem Mund fast rausfließen. „Hier bitte mein Schatz. Leider gibt es keinen Wein dazu. Aber ich hab ganz frisch gepressten Orangensaft für dich.“, meinte Ben nur und reichte ein großes Glas an seine Ehefrau weiter. „Du bist ein Schatz...“ Nach dem Essen verbrachten die Beiden einen herrlichen Abend miteinander, bevor sie ins Bett verschwanden.

    Am nächsten Morgen stand Semir vor der KTU und wartete auf Hartmut. Er wollte Ben danach abholen. Immer wieder blickte er auf seine Uhr und grinste dann, als er Lucy vorfahren sah. „Na Hartmut...endlich...ich dachte schon, du machst heute frei.“, grinste er. Hartmut stieg aus seiner Lucy und ging dann zur Tür. „Semir, es ist acht Uhr morgens und ich bin gerade erst angekommen. Warum kannst du nicht warten, bis ich dich anrufe.“, fragte er leicht genervt und sah den Deutschtürken an. „Weil ich nicht warten kann…was hast du?“, drängte Semir ihn. „Darf ich mich vielleicht erst einmal umziehen?“, knurrte Hartmut, der es überhaupt nicht abkonnte so gehetzt zu werden. „Das kannst du danach immer noch… ich brauche etwas….“, ging es bei Semir weiter. Hartmut lächelte und schlug mit der flachen Hand auf Semirs Arm. Er traf den verletzten Arm und Semir schrie auf. „Oh….Entschuldigung… das hätte ich fast vergessen…“, grinste Hartmut. „Andrea hat dir gesagt was passiert ist oder?“, fauchte Semir und hielt sich den Arm. „Nein…Ben…“, gab Hartmut ungeniert zu. „So und nun…was hast du?“, kam wütend von Semir. „Nichts.“, gab Hartmut zu. „Wie nichts?“, harkte Semir erstaunt nach. „Nichts…absolut gar nichts…das Ding ist sauber wie ein frischgewaschener Babypopo…“, erklärte Hartmut weiter. „Das kann doch gar nicht sein…da muss doch was sein…irgendwas!“, überlegte Semir laut. „Oder aber der Täter hat alles sehr sauber gemacht. Das heißt er hat sehr viel Zeit gehabt…“, warf Hartmut ein. Semir sah ihn an. „Kannst du mir nicht einmal Mut machen…“, wollte er wissen.

    Wolfgang stand vor dem Tor des alten Geländes und musste erschrocken feststellen, dass das Haus wieder bewohnt war. Verdammt...wie sollte er es nun anstellen? Was, wenn der Garten umgeräumt wird und der neue Bewohner auf sein Geheimnis stößt? Er musste es verhindern. Als er gehen wollte sah er eine schwangere Frau aus dem Haus kommen. „Hallo….? Sie sind neu hier…“, stellte er fest und fing ein Gespräch an. „Ja…seit kurzem wohnen wir hier…Ich bin Carla Jäger...“, lächelte sie und stellte sich vor. „Schön...ich bin Wolfgang….mir gehört der kleine Juwelierladen auf der Ecke dort….wenn Sie mal ein Geschenk benötigen...dann berate ich Sie gern…Wann ist es denn soweit?“, wollte Wolfgang wissen und wies auf den Bauch. „Weihnachten….“, strahlte die werdende Mutter. „Schön…ist schon ziemlich groß…finde ich...ich.... Entschuldigung...ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten...“, kam sofort von ihm. „Ist schon gut…nein...ich bekomme Zwillinge…“, kam von der jungen Frau. „Sie und Ihr Mann sind sicher glücklich…“, meinte er. „Ja...mein Mann freut sich schon sehr auf seine zwei Kinder. Es werden ein Mädchen und ein Junge...“, kam von ihr. Wolfgang nickte. „Na dann...einen schönen Tag noch…“, lächelte er und verschwand. Auf dem Weg zu seinem Geschäft überlegte er, wie er sein Geheimnis behalten konnte. Es war bereits Mitte Oktober. Eine Zeit, wo viele ihren Garten anfangen winterfest zu machen. Die Gefahr, dass sein Geheimnis entdeckt wurde, war groß. Doch was soll es? Bis man ihm auf die Spur kam, würde es Jahre dauern und bis dahin würde er längst über alle Berge sein. Der nächste mögliche Käufer war bereits für heute angesagt.

    wie schön dass ihr zwischen den Zeilen lesen könnt...ja es gibt eine Fortsetzung. Im nächsten Jahr versteht sich... dann wird es sicher noch sehr spannend werden, wie Semir sich als Trauzeuge bei Alessia und Paolo macht und was andere Zeitgenossen vorhaben.... und ja...Elina...ich muss mich jetzt erstmal um Weihnachten und Neujahr kümmern...von daher bleibt etwas weniger Zeit zum schreiben, da ich direkt Anfang Januar eine Prüfung habe und dafür lernen bzw. einies vorbereiten muss. Das geht nun vor...aber dann stehe ich euch wieder zur Verfügung und ihr könnt euch auf spannenden Geschichten freuen... bis dahin..bleibt mir ja treu..... :D:D:D .

    Kim sah auf. „Frau Herzog…was kann ich für Sie tun?“ wollte sie wissen. „Ich möchte Sie bitten mich von Herrn Jäger zu befreien. Er ist ungehalten und kann mir nicht vergeben, dass ich einen Fehler gemacht habe. Ich kann nicht mit ihm zusammenarbeiten…und ich denke es stößt auf Gegenseitigkeit..“ erklärte Tanja mit fester Stimme. Kim nickte. „Ich kann Herrn Jäger sehr gut verstehen… immerhin war es nicht ganz ohne, was Semir erlebt hat und dass er es geschafft hat, lag sicher nicht an Ihren Ermittlungsarbeiten, die lediglich von der Wut, die Sie gegen Semir hatten, blockiert wurden. Wenn Sie Ihren Kopf frei gehabt hätten, dann wäre es anders ausgegangen. Aber ich habe bereits mit Ihrem Vorgesetzten gesprochen. Sie werden morgen wieder in Düsseldorf eingesetzt werden. Ich denke auch, dass das Disziplinarverfahren gegen Sie nicht zu gewichtig sein wird..“ erklärte Kim kühl. „Disziplinarverfahren? Aber…ich hab doch nichts getan!!“ stieß Tanja aus. Kim lächelte. „Eben drum….wenn Sie anders gehandelt hätten, dann wäre Semir viel früher ins Krankenhaus gekommen! Und nun wünsche ich Ihnen einen schönen Tag..ach ja..und nehmen Sie einen Rat an… wenn Sie schon mit anderen zusammen arbeiten…dann sollten Sie nicht so auf Ihrer Position herumreiten..“ entließ Kim die junge Kommissarin. Diese verließ mit gesenktem Haupt das Büro und fuhr zum Krankenhaus. Vielleicht konnte Semir ihr verzeihen. Nur zwanzig Minuten später stand sie an seinem Bett. „Tanja….was willst du denn hier? Ich dachte du bist wieder in Düsseldorf..“ kam erstaunt von Semir. „Ja..ich…ich wollte mich nur…bei dir verabschieden…und…mich entschuldigen…“ kam leise als Erklärung. Semir sah sie an. „Entschuldigen? Wofür?“ harkte er nach. „Weil…ich…ich…dein Kollege macht mir Vorwürfe, dass ich nun ja… das ich nicht spontan gehandelt habe und…er hat …ach vergiss es…“ stieß Tanja aus. „Tanja….ich mache dir keine Vorwürfe…wirklich nicht… aber ich verstehe auch Ben. Ich wünsche dir alles Gute und vielleicht sieht man sich ja wieder…“ lächelte Semir müde. „Danke….“ hauchte Tanja und wollte sich über ihn beugen um ihn einen Kuss zu geben doch Semir drehte sich weg. „Tanja..Händeschütteln reicht…“ wich er aus. Tanja sah ihn an. „Ich liebe dich immer noch..“ gab sie bekannt. „Ich weiß, aber ich dich nicht mehr….ich liebe meine Frau und meine Kinder… Am besten gehst du jetzt..“ gebot Semir. Tanja nickte und verschwand. Nach weiteren Drei Stunden fuhr sie zurück nach Düsseldorf.

    Tatsächlich dauerte es noch fünf Wochen bis Semir auf Krücken der Einladung folgte. Er und seine Familie fuhren gemeinsam mit Ben, Peter und Julia zum Anwesen wo sie von Alessia stürmisch begrüßt wurden. „Semir!! Ich freu mich, dass du da bist..“ strahlte das Mädchen und umarmte ihn herzlich. Semir zuckte zurück. Andrea lächelte ihn an als er sie ansah. „Sie ist gerade 17…da bin ich nicht eifersüchtig…“ gab sie zu verstehen. Sie betraten das Haus und wurden ins Esszimmer gebracht. Der Tisch war reich gedeckt. Semir und Andrea waren neben Victor und Gina platziert. Ben neben Semir und direkt dahinter kamen Mario und sein Sohn Paolo, der wiederum als Tischdame Alessia hatte. Mario sah Ben an. „Tja.. wir sind wohl die einzigen Solisten…ich hoffe Sie haben nichts dagegen wenn ich mich neben Ihnen setze?“ lächelte der Mafioso. „Nein..gar nichts…solange wir nicht heiraten ist es mir ziemlich egal..“ grinste Ben. Die Augen der Erwachsenen gingen zu dem jungen Liebespaar am Ende des Tisches Alessia und Paolo hielten sich bei der Hand und sahen sich unentwegt an. „Ich glaube das steht demnächst eine Mafiahochzeit an…“ gab Semir zu verstehen. Mario und Victor lachten. „Das ist eine familiäre Angelegenheit, zu der wohl zum ersten Mal in der Geschichte der Mafia ein Polizist Trauzeuge ist..“ kam von Victor. Semir sah ihn an. „Wie bitte?“ fragte er erstaunt. „Alessia möchte das Sie ihr Trauzeuge sind…“ erklärte der Vater der Braut. „Whow…was für eine Ehre…“ strahlte Semir. „Und…? Werden Sie es tun?“ harkte Victor nach. „Alessia hat mir das Leben gerettet…ich stehe in ihrer Schuld…und ja…ich tu es gern..“ bestätigte Semir.

    Ende

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    So das war sie wieder.... meine "Ersatzstory" und sie hat euch gefallen.....die Märchenstunde ist jetzt auch fast fertig und wird pünktlich nach Weihnachen....on gehen. vielen Dank an meine Feeder und das Ende...kann auch ein Anfang sein......in diesem Sinne.....Vielen lieben Dank....für die vielen Feeds

    sorry etwas spät.... ;(

    „Julia!! Julia…. Ben… sie ist wach..sieh doch….sie ist wach“ kam von Peter. Seine Stimme war tränenerstickt. „Julia…meine Julia….“ Er hob seine Frau vorsichtig an und drückte sie an sich. „Peter…Peter…lass sie doch erst einmal. Leg sie hin...vorsichtig…“ ermahnte Ben ihn. Peter ließ Julia zurück sinken. „Ben….du…du..hast...keine Schuld…“ kam schwach von Julia. Ben weinte. „Ich…bin so froh, dass du wieder bei uns bist…“ gab er schluchzend von sich. „Weine nicht Bruderherz…ich bin noch zu jung zum sterben..“ lächelte Julia schwach. „Schatz…ich...ich hab dich vermisst..“ wandte sie sich an Peter. Auch dieser weinte nur. Die Töne der Maschine an der Julia immer noch angeschlossen rief den Arzt auf den Plan. „Frau Baumgarten..schön, dass Sie sich entschlossen haben am Leben teilzunehmen..“ lächelte er zufrieden. Peter hielt Julias Hand und weinte nur. Er konnte es nicht fassen, dass seine Frau wieder wach wurde. „Peter…beruhige dich doch….bitte…ich bin wieder da..“ kam müde von Julia. Dr. Hindenburg untersuchte Julia und entfernte die Drähte von ihrem Körper. „Die brauchen Sie nun ja nicht mehr. Wir werden Sie gleich genauer untersuchen wenn ich mich um die beiden Herren gekümmert habe. Die sind nämlich mit den Nerven am Ende…und brauchen Kaffee..“ lächelte er. Julia schloss kurz die Augen. „Hey..nicht wieder einschlafen Weihnachtsengel…bitte…nicht wieder einschlafen..“ warf Ben sofort ein. „Nur keine Sorge…ich will nicht mehr schlafen..nur mein Kopf dröhnt etwas…Ben..was bitte ist passiert?“ wollte Julia wissen. Ben sah den Arzt an und dieser schüttelte den Kopf. „Das erzähle ich dir, wenn du wieder ganz gesund bist…“ versprach Ben und stand auf. „Du siehst grausam aus... weißt du das eigentlich?“ scherzte Julia. Der Arzt brachte die beiden Männer raus und sah sie auf dem Flur an. „Sie wird ganz gesund werden. Sie hat keine Gedächtnislücken was ihre Familie angeht…aber sie weiß nicht, was passiert ist. Das sollte sie auch erst erfahren, wenn sie wieder ganz gesund ist. Rufen Sie ihren Vater an und sagen ihm, dass alles in Ordnung ist..“ bat Dr. Hindenburg Ben. Dieser nickte nur und verschwand kurz auf den Flur und rief Konrad Jäger an um die freudige Botschaft zu verkünden.

    Julia erholte sich von Tag zu Tag mehr und die Ärzte waren zuversichtlich, dass sie regelrecht in Rekordzeit gesund werden würde. Für Ben ging der normale Dienst weiter und er musste sich mit Tanja Herzog herumschlagen, die Semir vertreten musste solange er im Krankenhaus lag. „Ben..ich weiß…das wir einen schlechten Anfang hatten, aber…ich..ich dachte wirklich…das…das… Semir lediglich seinen Dickschädel durchsetzen wollte und allein ermittelt…“ versuchte sie ihm zu erklären. Ben sah sie an. „Passen Sie mal auf…wenn das Mädchen dort nicht so gut gehandelt hätte, dann wäre Semir sicher nicht so glimpflich davon gekommen. Und dass ich hier mit Ihnen Dienst machen muss, sehe ich als eine Ungerechtigkeit hoch zehn an. Ich habe bereits einen Antrag gestellt ohne Sie Dienst zu machen. So lange muss ich Sie allerdings ertragen...also tun Sie mir und Ihnen selbst ein Gefallen. Solange wir im Auto sind, halten Sie die Klappe….“ fauchte Ben sie an. „Aber…?“ versuchte Tanja erneut. „Ich will nichts hören!! Sie können das auch schriftlich bekommen mit Durchschlag….“ stieß Ben aus. Tanja schluckte und schwieg. „Also gut…ich denke es ist besser, wenn ich meinen Vorgesetzten davon überzeuge, dass Sie nicht mit mir zusammen arbeiten können oder besser gesagt wollen..“ nickte Tanja kühn. „Das hat nichts mit können zu tun…nur brauche ich einen Partner der sich auch was traut und nicht den Schwanz einkneift weil es ihm zu gefährlich wird….und ich denke auch, es ist besser wenn Sie uns verlassen bevor Semir aus dem Krankenhaus kommt…“ bestätigte Ben. „Ich werde heute Abend zu ihm fahren und mich entschuldigen. Mehr kann ich nicht tun…“ erklärte Tanja leise. „Darauf kann er verzichten….“ knurrte Ben leise. Nach einer Stunde war die Tour vorbei und Tanja ging ins Büro von Kim Krüger.

    Ben saß bei seiner Schwester im Krankenhaus und sah Peter an. „Ist denn immer noch keine Besserung in Sicht?“ fragte er und sah seine Schwester an. „Bisher nichts…sie reagiert auf gar nichts. Nicht mal auf ihre Lieblingsgeschichte.“ kam resignierend von Peter. „Ben..ich weiß nicht mehr was ich noch tun kann. Dein Vater war auch schon hier und hat ihr Geschichten aus der Kindheit erzählt. Nichts. Sie will nicht zurück kommen…sie will nicht.“ weinte Peter. Auch Ben fühlte wieder Tränen aufsteigen. „Julia..bitte….komm zurück…bitte..“ flehte er und hielt die Hand seiner Schwester. Er sah auf den Ehering und erinnerte sich an die ziemlich anstrengende Hochzeit von Peter und Julia. Der Ring….damals hatte er ihr ihn überreicht als sie befreit wurde. Er zog ihn vorsichtig ab und hielt ihn hoch. „Weißt du noch…wie ich dir den Ring wieder gab? Ich wollte dich nie wieder in Gefahr bringen…damals als mein bester Freund dich entführte? Nie wieder… habe ich dir geschworen, werde ich dich in Gefahr bringen…nie wieder…habe ich dir geschworen…und nun…wieder bin ich der Schuldige, dass du Schaden genommen hast.“ erzählte er leise. „Ich bin kein guter großer Bruder denn ich bringe nur Leid über dich. Es tut mir wirklich sehr leid für dich Julia…dass du dich mit so einem Bruder durch das Leben schlagen musstest…ich wünschte ich könnte die Uhr zurück drehen …und dann….“ Ben stockte und weinte nur. „Ben….sie will nicht mehr zurück kommen. Sie will es nicht…was soll ich tun?“ weinte Peter. Er hielt ihre Hand und versuchte ihr zu zeigen, dass er da war. „Peter…es tut mir wirklich sehr leid…ich…ich….bin schuld…“ schluchzte Ben. „Schon gut Ben. Ich weiß das du Julia nie etwas tun wolltest und die Bombe…du hast sie nicht bestellt. Ich werde mich wohl damit abfinden, dass sie nie wieder für mich da sein wird. Dein Vater ist auch schon völlig am Ende. Er ist vor zwei Stunden gefahren. Hast du wenigstens den Schuldigen finden können?“ wollte Peter wissen. Ben nickte. „Das ist für mich nur ein kleiner Erfolg. Wenn meine kleine Schwester…nicht wieder aufwacht, dann war alles umsonst. Sie ist schon immer mein heimlicher Weihnachtsengel gewesen…und nun….“ Bens Stimme stockte und er weinte nur noch. Tränen fielen auf Julias Hand die er sich an die Wange hielt.

    „Julia…du musst jetzt aufwachen….“ hörte Julia die Stimme ihrer Mutter. „Mama…ich will nicht. Hier ist es schön und warm. Ich habe keine Schmerzen, keine Sorgen...“ gab Julia zurück. „Aber liebst du deinen Peter denn nicht?“ fragte Ingrid Jäger ihre Tochter. „Doch…ich liebe ihn sehr….woher weißt du seinen Namen? Du warst doch schon lange tot, als ich ihn kennen und lieben lernte…“ wollte Julia verwundert wissen. „Ich bin zwar nicht mehr in auf der Erde, aber das heißt nicht, dass man nichts mehr mitbekommt. Ich habe alles gesehen. Deine Hochzeit…den Ärger den Ben mit seinem Vater hatte... alles. Ich bin immer für euch da gewesen und du solltest mal sehen, wie Ben und Peter weinen. Sie haben Angst um dich. Ben macht sich schreckliche Vorwürfe, weil er mit dir in das Restaurant gegangen ist.“ Erklärte Ingrid. „Aber…das war doch nicht seine Schuld…er konnte doch nichts dafür….“ meinte Julia. „Er sieht es anders. Sag ihm, dass er keine Schuld hat. Sag ihm dass er sich nicht sorgen soll und dass du zurück kommst…“ schlug Ingrid vor. „Aber wie? Er hört mich doch gar nicht…“ klagte Julia. „Er kann dich nicht hören, weil er auf einer anderen Ebene ist. Du musst zu ihm gehen…geh zu ihm und zu Peter zurück. Deine Zeit ist noch nicht gekommen…“ lächelte Ingrid. „Aber…ich will bei dir bleiben. Ich habe dich so vermisst…ich will hier bleiben…“ weinte Julia nun. „Julia…weißt du was du mit dieser Entscheidung deinen Freunden auf der anderen Ebene…auf der Ebene des Lebens antust? Willst du wissen, was passiert?“ fragte Ingrid. Julia nickte leicht. „Dann komm mit mir…komm..sieh an, was dein Tod anrichtet…“ Ingrid nahm die Hand von Julia und ging mir ihr durch die Luft. Julia sah sich verwundert um. „Wo sind wir hier?“ fragte sie. „Auf dem Friedhof…dort wo du begraben bist..“ erklärte Ingrid und hielt vor einem Grab. „Hier liege ich?“ harkte Julia nach. „Ja…und dort kommt Peter...sieh nur..“ Ingrid wies auf den Weg. Julia drehte sich um. „OH mein Gott…das ist Peter? Aber..was ist mit ihm passiert? Wie läuft er denn rum?“ kam erstaunt von Julia als sie den Penner auf dem Weg sah. Der Mann legte Blumen auf das Grab. „Meine Julia..ohne dich kann und will ich nicht leben..ich will nicht mehr..“ weinte der Mann. Julia sah wie er eine Waffe nahm und sich den Lauf an die Schläfe hielt. „NEIN!! PETER!!! NEIN!!“ weinte sie als er zur Seite kippte. „Ohne dich konnte er nicht leben. Er hat das Wertvollste verloren. Er hat dich verloren…“ erklärte Ingrid kühl. „Ich will zurück…ich will zu meinem Mann… was muss ich tun…Mama...was…?“ weinte Julia. „Wach auf…wach auf…“ lachte Ingrid und die Stimme von ihr wurde immer leiser. „Mama..“ rief Julia und schlug die Augen auf.

    Ben kam völlig außer Atem wieder in die Wohnung um sich um Semir zu kümmern. Dieser hatte sich bereits selbst im Erste-Hilfe-Schrank mit dem notwendigen Verbandsmaterial versorgt. „Schlimm?“, fragte er besorgt. „Geht schon…wie gesagt...nur ein Streifschuss. „Lass mich sehen...!“, forderte Ben auf. „Das ist nur ein Streifschuss…wirklich..!“, protestierte Semir sofort, als Ben den Verband löste. Er besah sich die Wunde. „Semir! Das ist kein Streifschuss! Die Kugel steckt drin…! Warum lügst du denn?“, fauchte Ben ihn wütend an. „Weil ich nichts ins Krankenhaus will…deshalb…“, kam von Semir zurück. „Sorry…aber daraus wird nichts. Ich werde dich direkt hinfahren.“, grinste Ben nur. „Dir gefällt das...nicht wahr? Du liebst es, wenn ich gequält werde…“, knurrte Semir grinsend. „Also jetzt wo du es so sagst….ja….ich habe gelernt dem Älteren nicht zu widersprechen. Ach weißt du was….das ist dumm..ausgerechnet jetzt…ich wollte dich doch einladen an meiner Villa im Garten zu arbeiten….umgraben…die alten Pflanzen raus...neue rein…das geht ja nun nicht mehr…schade schade…“, murmelte Ben. „Ja...mach du dich nur lustig. Deinen kleinen Garten grabe ich mit rechts um…das schwöre ich dir…aber du hast Recht...nur weißt du was...ich bin ja fast ein Gärtner und ich werde dir Tipps geben, wie du es am besten machst...was hältst du davon? Was ist eigentlich mit deinem Kinderzimmer….? Hast du schon alles?“, harkte Semir nach und ging mit Ben zum Wagen. Die Spurensicherung war bereits informiert. „Nun…da ich nur mit einem Kind gerechnet habe, ich aber zwei bekommen, habe ich noch einmal die ganze Tortur vor mir. Den Zwillingswagen kaufen….noch ein Bettchen..noch einen Wickeltisch…und und und….Carla freut sich schon drauf und will das mit Andrea machen…“, klagte Ben. „Lass die Frauen…das ist ihr Metier… sie kennen sich damit aus. Hauptsache du bezahlst…“, lachte Semir. Auf ging es ins Krankenhaus.

    Der Arzt sah sich das Röntgenbild an, als er Semir vor sich auf dem Tisch hatte. „Sieht nach einem einfachen Eingriff aus. Die Kugel scheint nur ins weiche Fleisch eingedrungen zu sein und keine Nervenbahnen oder Knochen verletzt zu haben. Sollen wir das hier in der Notaufnahme erledigen oder wollen sie in den OP?“, fragte Dr. Heikel und grinste Semir nur an. Dieser sah etwas wehleidig zu Ben hinüber. „Wenn sie es können, würde ich es hier gleich über mich ergehen lassen. Los, ziehen sie schon die Spritze auf und legen sie los.“, forderte Semir nur. Der Arzt nickte und ging zu einem Schrank, nahm eine Spritze und eine kleine Flasche hervor. Schnell war das Narkotikum aufgezogen und damit ging er zu Semir. „Wollen sie zusehen oder drehen sie sich lieber weg?“, grinste er. „Machen sie schon, sie Sadist.“, knurrte der Deutschtürke nur, drehte sich weg und zuckte kurz auf, als er den Stich merkte. Nur wenige Augenblicke später war er etwas weggetreten und der Arzt konnte mit dem Eingriff beginnen. Ben saß in einer Ecke und drehte sich weg, als die Pinzette in die gesäuberte Wunde eindrang. Es dauerte keine zehn Minuten, schon war die Kugel draußen und alles professionell vernäht. „So Herr Gerkhan...alles erledigt. Wenn die Narkose nachlässt, können sie mit ihrem Partner nach Hause fahren.“, erklärte der Arzt. Semir sah noch etwas benebelt aus, nickte aber dankend. „Na, war es denn so schlimm?“, grinste Ben nur. „Du kannst dich ja nächstes Mal in den Arm schießen lassen.“, grummelte der Deutschtürke nur. „Lass mal, ich hab jetzt andere Sorgen. Los komm...fahren wie zurück zum Revier.“, meinte Ben nur und half Semir beim Gehen. Sie stiegen in den Wagen und fuhren los.

    Kyle sah seinen Vater nur an. „Erzähl mir doch keinen Scheiß. Du profitierst doch vom Verschwinden meiner Mutter am Meisten. Was würde dir der Laden hier bei einem Verkauf bringen?“, fauchte der Deutschamerikaner und sah seinen Stiefvater an. Dieser rührte sich nicht, versuchte weiter die wehleidige Tour. „Hör mal...ich...ich habe deine Mutter geliebt. Ich...ich würde ihr nie etwas antun...“, stammelte er nur. „Ja, ist klar...und meine Mutter hat dich auch gleich als Alleinerben eingesetzt oder wie?“, fauchte er nur und packte Wolfgang am Kragen, zog ihn über den Tresen. „Glaub ja nicht, dass ich auf deine Mitleidtour reinfalle. Ich weiß genau, dass du mit ihrem Verschwinden zu tun hast. Ich werde dich beobachten und wenn du einen Fehler machst, dann bin ich da...Verlass dich drauf.“, knurrte Kyle nur und stieß Wolfgang gegen die Regale. Mit drohendem Finger verließ der Sohn das Geschäft und verschwand in der Menschenmenge. Wolfgang atmete heftig. Die Attacke seines Stiefsohnes hatte ihn zusehends mitgenommen und das bei seinem Herzleiden. Aber er musste aufpassen. Noch galt seine Frau als vermisst. Und die Versicherung würde nicht zahlen, ehe sie nicht für tot erklärt worden ist. Die spanische Polizei war ja schon auf der Suche nach ihr. Sicherlich würde es nicht mehr lange dauern, bis sie seine Frau für tot erklärten. Bis es soweit war musste Wolfgang sich um seinen Stiefsohn kümmern. Es musste ihm was einfallen.

    „Kein Aber!! Du bleibst hier! Doktor..mein Mann wird das Krankenhaus erst verlassen wenn er soweit wieder hergestellt ist, dass er sich selbst versorgen kann!“ gab Andrea bekannt. „Na hör mal!! Ich hab das Sagen…ich will nach Hause!!“ beschwerte Semir sich. „Du hast Funkstille!“ Andrea sah ihren Mann böse an und dieser warf Hilfe suchend einen Blick zu Ben. „Nee…da brauchst du bei mir nicht ankommen…und um Hilfe schreien…wenn deine Lady etwas sagt, dann ist es Gesetz..“ grinste er. „Du bist mir ein Freund...Andrea… bitte... in deinen Händen werde ich sicher schneller gesund als hier im Krankenhaus…nimm mich mit…bitte...“ Semir setzte seinen Hundeblick auf. Doch Andrea blieb hart. Semir blieb nichts anders übrig als von dem Pfleger auf Station gebracht und ins Bett gelegt zu werden. Andrea folgte dem kleinen Krankenkonvoi. Im Zimmer sah Semir seine Frau an. „Du liebst mich nicht mehr…früher hättest du mich hier nie liegen gelassen…da wärest du…“ maulte er. „Semir..ich habe zwei Kinder die ich versorgen muss. Da bleibt für dich am Tag keine Zeit. Ich müsste dich zur Toilette tragen….und dir das Essen machen, dich füttern….das geht nicht. Lass dich hier verwöhnen…“ glättete Andrea die Wogen. Semir sah sie an. „Schwör mir, dass dein Liebhaber wieder weg ist, wenn ich zurück komme!“ forderte er mit einem Grinsen auf. Andrea lachte auf. „Das muss ich mir aber gründlich überlegen…ich könnte ihn gegen dich austauschen…“kam als Antwort zurück. „Was soll das denn heißen? Niemand ist so gut wie ich!“ gab Semir gespielt empört von sich. „Reg dich nicht auf…mein türkischer Hengst. Niemand ist besser als du….wirklich niemand..“ lachte sie und küsste ihn. „Ich bin müde..ich glaube ich werde etwas schlafen…“ gab er zu. „Das ist das Beste was du tun kannst. Schatz…ich brauche dich heil zuhause…wer soll denn sonst für die Kinder das Pferd machen wenn nicht mein Hengst..?“ wollte Andrea wissen. „Da hast du auch Recht… Andrea…ich….ich liebe dich..“ kam leise von Semir. Sie küsste ihn noch einmal und verließ den Raum. „Schlaf gut…mein Schatz..“ verabschiedete sie sich.

    „Papa!! Nun komm doch..ich will zu Semir ins Krankenhaus..!“ drängelte am nächsten Morgen Alessia am Frühstückstisch. Gina lächelte leise. „du musst halten was du versprichst..“ ermahnte sie ihren Mann. „Ja ich weiß…dafür habe ich ja auch einen Weiberhaushalt vor mir…nur keine Sorge… das Krankenhaus kennt keine Öffnungszeiten…“ lachte Victor und biss in sein Brötchen. Tatsächlich fuhr er aber eine halbe Stunde später los. Sie kamen weitere zehn Minuten später am Krankenhaus an und fragten nach Semir. „Herr Gerkan liegt auf Station 7, Zimmer 711.“ gab die Dame an der Auskunft bekannt. Alessia und Victor nahmen den Fahrstuhl und fuhren nach oben. „Ich hoffe nur, dass es ihm gut geht…er sah ja ziemlich schlecht aus…“ meinte Alessia auf der Fahrt. „Da du dich um ihn gekümmert hast, wird er bestimmt wohl auf sein..“ beruhigte Victor. Sie klopften an die entsprechende Tür und traten ein. Eine Frau und zwei Kinder waren bereits im Zimmer. „Hallo..“ begrüßte Semir sie. „Hallo Semir…ich dachte..ich komme mal vorbei und sehe wie..es dir geht..“ erklärte sie. „Wer ist das?“ harkte die Frau nach. „Das ist Alessia Graziano…sie hat mein Bein geschient und mir das Leben gerettet.. Das Alessia ist meine Frau Andrea…das dort ist Ayda und die Kleine da in der Ecke ist Layla…meine Familie…“ stellte Semir vor. Die Frau kam zu Alessia und reichte ihr die Hand. „Danke….das war erstklassige Arbeit. Das hat mir der Arzt erzählt…ohne die Schiene hätten sie das Bein wohl …lassen wir das. Wollen wir einen Kaffee trinken gehen?“ bot Andrea an. „Hey.. das ist mein Besuch!“ protestierte Semir sofort. „Ich werde bei Ihnen bleiben. Lassen Sie den Frauen doch den Spaß…“ grinste Victor. Andrea und Alessia verschwanden mit den Mädchen während Victor sich zu Semir setze. „Ich weiß, dass Sie mich nicht mögen, Herr Gerkan aber glauben Sie mir, ich bin kein Verbrecher. Mein Bruder hat Ihnen sehr viel Leid angetan und ich kann mich im Namen der Familie nur bei Ihnen entschuldigen. Ich habe Herrn Jäger bereits meine Unschuld beweisen können. Er hat nämlich mich im Verdacht gehabt Sie entführt und irgendwo eingesperrt zu haben. Nun ja…die Familie Graziano lässt sich nicht gern unter Druck setzen. Ich möchte Sie, Ihre Familie und auch Ihren Freund Jäger zum Essen nach Hause einladen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie die Einladung annehmen…“ bat Victor. Semir sah ihn argwöhnisch an. „Normalerweise sage ich solche Einladungen grundsätzlich ab. Aber ich kenne Alessia und sie ist es alle male Wert sie anzunehmen…“ nickte Semir. „Aber natürlich erst, wenn ich wieder laufen kann…“ hängte er an.