Beiträge von Elvira

    Andrea brachte Carla ins Krankenhaus und sie wurde umgehend in den Kreissaal gebracht. Der Arzt untersuchte Carla gründlich und lächelte beruhigend. „Das dauert noch etwas. Es ist alles in Ordnung. Ich denke Sie werden heute Nacht bei uns bleiben und sich entspannen. So wie es ausschaut wird es für Sie bis um fünf in der Früh erledigt sein und Sie werden zwei hübsche Kinder im Arm halten. Bis dahin aber liegen bleiben.“, ermahnte der Arzt sie. Carla nickte. „Aber die Wehen...sie sind…nicht weit auseinander…“, stöhnte Carla. „Ja ich weiß…damit öffnet sich der Muttermund. Der ist nicht einmal drei Zentimeter offen. Es ist ihre erste Geburt?“, harkt er nach. Carla nickte. „Dann dauert es immer etwas länger. Es ist sehr quälend, aber leider nicht anders machbar.“, lächelte er beruhigend. „Kann ich denn nicht nach Hause fahren?“, wollte sie wissen. „Nein…besser nicht. Wir können Ihnen hier helfen, sollte es Komplikationen geben. Wo ist denn der Vater der Kinder?“, fragte der Arzt nach. „Im Einsatz. Er weiß nicht einmal, dass ich im Krankenhaus bin...“, erklärte Carla. „Nun…dann sollte er den Einsatz aber bis um fünf erledigt haben, sonst spielt er nicht in der ersten Liga.“, grinste der Doc. Carla sah Andrea traurig an. „Ruf bitte Ben an. Er muss herkommen…ich will, dass er bei der Geburt dabei ist…bitte.“, flehte sie. Andrea nickte. „Wenn ich ihn an den Haaren her zerren muss... er wird dabei sein, das verspreche ich dir…“, bestätigte sie erneut. Carla wurde auf die Entbindungsstation gebracht und an den Wehenschreiber angeschlossen. Außerdem wurden die Herztöne der Kinder überwacht. Alles war in Ordnung. Erleichtert schlief Carla für wenige Minuten ein.

    „Chefin…das ist der Kerl…er hat die gleiche Statur und ich weiß sogar wer er ist. Der Stiefsohn von diesem Juwelier. Ich habe das eben herausgefunden. Der Mann glaubt, dass sein Stiefvater seine Frau umgebracht hat. Das wiederum ist die Leiche in Bens Garten, die er beim Umgraben gefunden hat…“, erklärte Semir aufgeregt. Sein Handy klingelte und er meldete sich. „Semir hier..“ „Schatz...ich habe Carla eben ins Krankenhaus gebracht. Die Wehen haben eingesetzt. Wo ist Ben verdammt noch mal?“, hörte er seine Frau fragen. „Oh verdammt..das ist nicht gut…hör zu...Ben ist als Geisel bei einem Juwelierraub. Ich versuche ihn da raus zu holen, aber …wie viel Zeit bleibt noch?“, fragte Semir nach. „Oh mein Gott…warum muss es eigentlich immer so extrem bei euch sein? Der Arzt meint bis um 5 in der Früh. Das ist das späteste…also noch von jetzt bis in 4 Stunden. Carla ist ziemlich verzweifelt, dass er nicht bei ihr ist. Aber ich kann ihr schlecht sagen, dass er da drin steckt. Also hol ihn raus und bring ihn ins Krankenhaus…möglichst unverletzt…bekommst du das hin?“, harkte Andrea nach. In ihrer Stimme war ein unmissverständlicher Befehl zu hören. „Ich gebe mein Bestes.“, versprach Semir und beendete das Gespräch. Kim sah ihn an. „Carla?“, fragte sie nur. „Ja...in den nächsten drei Stunden….wird er Vater werden...“, bestätigte Semir. „Oh...das wird knapp. Wissen wir einen Namen von dem Mann?“, wollte sie wissen und ging wieder zum Fall. „Ja..Kyle…heißt er Kyle Thaelmann…“, gab Semir bekannt. „Gut…dann werden wir ihn in die Enge treiben. Anderes bleibt uns nicht übrig. Wir müssen die Sache jetzt beenden.“, gab Kim bekannt.

    Ben sah den Mann an, der immer mehr nervöser wurde und Haare raufend durch den Laden lief. Wolfgang beobachtete den jungen Mann, der geknebelt an seiner Heizung festgebunden war. Auch Ben blickte zu dem Alten hinüber. Vielleicht war es besser, wenn Wolfgang einfach zugab, dass er seine Frau getötet hatte. „Mmmmhhhhhh...“, kam es von Ben und sofort ruckte Kyle mit seinem ganzen Körper rum. „Was willst du denn jetzt?“, fauchte er nur und zog das Klebeband mit einem Ruck ab. „Ahhh...“, stieß Ben aus und sah, dass einige Bartstoppeln im Stück des klebrigen Bandes hängen geblieben waren. „Was wollen sie eigentlich mit ihrem Vater machen, wenn er ihnen gesagt hat, dass er ihre Mutter umgebracht hat?“, wollte der junge Hauptkommissar wissen. „Was geht dich das an?“ „Kyle, sehen sie nach draußen. Sehen sie sich die umliegenden Gebäude an.“, forderte Ben nur und winkte mit seinem Kopf zum Fenster. In Kyles Augen regten sich etwas. Zögerlich tat er, was Ben verlangte, und schob einen Vorhang kurz zur Seite. Und tatsächlich. Nicht nur auf der Straße war die Polizei, sondern auf den gegenüberliegenden Dächern und Gebäuden hatten ihn schwarz vermummte Gestalten ins Visier genommen. „Wenn du hier einen auf Dirty Harry machst, fackeln die Jungs nicht lange und knallen dich ab. Willst du dein Leben so leicht wegwerfen?“, fragte Ben und sah, dass der Junge anfing zu zweifeln und nachzudenken. „Ich...ich...“ „Kyle...bitte...lass uns gehen...ich...ich schwöre dir, ich habe deiner Mutter nichts getan.“, kam es dann plötzlich von Wolfgang. Sofort flammten die alten Gefühle in dem jungen Musiker wieder auf und im nächsten Moment hatte Ben wieder den Streifen Klebeband auf dem Mund zu kleben. Verdammt, dachte er nur. Doch in diesem Moment klingelte das Telefon.

    Semir hielt sich den Hörer ans Ohr. „Semir, was haben sie vor?“, wollte Kim wissen. „Ich werde ihm sagen, was er hören will.“, erwiderte der Deutschtürke. Ein fragender und verwirrter Blick von Kim folgte. „Ich werde ihm sagen, dass wir Beweise haben, die seinen Vater schwer belastet. Vielleicht kriegen wir ihn so zum Aufgeben.“, meinte Semir nur und wartete, bis sich jemand am anderen Ende der Leitung meldete. Die Nummer ließ er sich einfach von Susanne raussuchen. „Ja?“, meldete sich am anderen Ende der Leitung der Entführer. „Semir Gerkhan hier...ich will mich mit ihnen unterhalten.“, fing Semir an und wartete einige Sekunden. „Ich will aber nicht mit ihnen sprechen. Es sei denn, sie sagen mir, dass der Wagen vor der Tür steht.“, kam es fauchend vom anderen Ende der Leitung zurück. „Ich dachte, es interessiert sie, wer ihre Mutter umgebracht hat.“, erwiderte Semir nur und wartete auf die Reaktion des Mannes am anderen Ende der Leitung. „Was? Sie wissen, wer meine Mutter ermordet hat?“, fragte Kyle nur. „Allerdings...wenn sie die Geiselnahme jetzt beenden, dann kann ich es ihnen sagen. Bitte geben sie auf.“, forderte Semir, doch dann hörte er nur das Tuten der toten Leitung. „Verdammt, ich hoffe, er dreht jetzt nicht durch...“, stieß Semir nur aus und sah dann wieder zum Laden hinüber.

    Kyle legte auf und ging zu seinem Vater hinüber. „Jetzt bist du dran, alter Mann...sie haben dich... aber ich will es von dir hören. Sag ihnen, dass du meine Mutter umgebracht hast.“, forderte Kyle nur und stieß seinen gefesselten Stiefvater zum Telefon, drückte auf die Wahlwiederholung und hielt ihm den Hörer ans Ohr. „Gerkhan...“, meldete sich jemand am anderen Ende. „Los, sag es ihnen oder ich streich die Wand mit deiner Gehirnfarbe.“, forderte Kyle nur und presste die Waffe an die Schläfe von Wolfgang. „Okay...okay...okay...ja, ich habe...ich habe Elise umgebracht...mir...mir war das...das Geld wichtiger, als...“, kam es nur von Wolfgang. In Kyle stieg die Wut hoch, sein Finger krümmte sich langsam, doch wieder kamen diese unterdrückten, dumpfen Töne aus der Ecke, wo Ben an der Heizung gefesselt und geknebelt war. Kyle drehte sich um. „Halt endlich die Klappe!!“, schrie er. Ben senkte den Kopf. Wieder wandte Kyle sich an seinen Stiefvater. „Du wirst niemanden mehr weh tun.“ Er krümmte den Finger und es knallte. Ben zuckte zusammen, als er sah wie Wolfgang zu Boden ging. Ein roter Fleck zeigte sich an der Schulter. „Oh nein…so einfach mache ich es dir nicht….du wirst den Rest deines Lebens im Knast verbringen….den Rest deines beschissenen Lebens…verstehst du…und ich werde mich daran weiden…“, versprach Kyle. Noch einmal ging er zu Ben. „Sie werden mir sicher sagen können, was mir dieser Spaß einbringt…drei Jahre? Vier?“, harkte er nach und nahm ihm den Knebel ab. „Sie können mit einer…milden Strafe rechnen, wenn Sie hier abbrechen.“, stieß Ben aus. Seine Wunde schmerzte entsetzlich. „Hören Sie mich da drinnen?“, kam erneut der Ruf von draußen. Kyle überlegte. Er griff zum Telefon und wählte Semir Gerkan an.

    Semir sah Kim an. „Was machen wir? Er verlangt einen Wagen mit Funk…und er hat Recht… wir können ihn damit nicht hinhalten einen Wagen zu besorgen…“, gab er zu. „Ja stimmt…“, bestätigte sie. „Aber wir müssen versuchen ihn hinzuhalten. Denken Sie, er würde die Geisel…also den Inhaber gegen einen von uns austauschen?“, fragte sie. Semir zog die Schultern hoch. „Ich weiß nicht…er hörte sich ziemlich entschlossen an…“, gab Semir bekannt. „Wir müssen es versuchen….“, meinte Kim nur und sah zum Laden rüber. Semir nahm das Fernglas. „Ich sehe Ben. Der Mistkerl hat ihn am Fenster fixiert. Scheint gefesselt zu sein. Damit ist der Zugriff über die Fenster schon mal negativ. Ben würde draufgehen…Die Hintereingänge sind sicher auch von ihm einzusehen…“, zählte Semir auf. Kim nickte nur. „Dann können wir nur warten und versuchen, die Übergabe hinauszuzögern.“, meinte sie. „Ist jemand bei Carla?“ Semir nickte. „Ich habe Andrea hingeschickt. Ich hoffe, sie regt sich nicht zu sehr auf. Immerhin können die Kinder bald kommen.“, erklärte der Deutschtürke und sah dann, wie sich ein Kamerateam aufbaute. „Verdammt, diese Schakale wittern aber auch jedes Verbrechen.“, fluchte er und wies einige Polizisten an, die Reporter wegzujagen.

    Kyle sah durch das Fenster nach draußen. Ihm war unter dieser Maske viel zu heiß. Mit einem Ruck zog er sie vom Kopf und warf sie in eine Ecke. Ben sah den Mann an und versuchte, die Handschellen zu lösen, doch sie saßen fest. Die Wunde in seiner Schulter schmerzte und mit jeder Bewegung meinte er, dass sich die Kugel noch weiter in seinen Körper bohren würde. „Kyle, bitte...lass...lass mich gehen...ich...ich hab deine Mutter nicht getötet.“, flehte Wolfgang nur und sah seinen Stiefsohn an. Doch dieser glaubte ihm nicht, kam auf ihn zu und drückte ihn die Waffe an den Hals. „So? Du hast sie nicht getötet? Du hast sie nicht getötet? Wie kommt dann die Leiche in den Garten und diese Postkarte zu ihrer Freundin? Ich habe mit der Polizei gesprochen. Sie sagen, sie hat noch gelebt, als du sie verscharrt hast.“, fauchte Kyle wütend. „Ich...ich habe sie nicht umgebracht...ich habe sie geliebt.“, stammelte Wolfgang nur. Er sah in die Augen des Jungen. Sie waren voller Hass, voller Wut auf ihn. „Du hast sie geliebt? Du hast ihr Geld geliebt, aber nicht sie.“, schrie der junge Deutschamerikaner. „Kyle...hören sie auf...das bringt doch nichts. Geben sie auf...ich verspreche ihnen, dass...“ „Jetzt halt endlich mal deine Klappe...“, stieß Kyle aus und richtete die Waffe nun auf Ben. Sofort verstummte dieser. Kyle ließ von seinem Vater ab und nahm die Rolle Klebeband, riss einen Streifen ab und presste ihn Ben auf den Mund. „Jetzt hältst du wenigstens die Klappe.“, knurrte er nur. Ben stöhnte in den Knebel und verdrehte die Augen. Seine Gedanken schweiften zu Carla. Hoffentlich würde sie nicht jetzt die Kinder bekommen, dachte er.

    Carla lag auf der Couch und strich sich über den Bauch. „Oh...oh...Andrea, ich...ich glaube da bewegt sich was.“, stöhnte sie nur und fuhr mit dem Oberkörper auf. Immer wieder atmete sie heftig und stieß kurze Schmerzschreie aus. „Carla...ganz ruhig...bitte bleib ganz ruhig...“, forderte die Freundin und hielt die Hand der Schwangeren, nahm gleichzeitig die Zeit in welchem Abstand die Wehen kamen. Es waren nur noch elf Minuten. „Andrea...ich...ich will mit Ben sprechen...bitte...ruf ihn an...“, forderte die werdende Mutter und sah mit flehenden Blicken ihre Freundin an. „Ich...ich werde es versuchen...aber du weißt, wenn sie im Einsatz sind, haben sie meist ihr Handy aus.“ Andrea nahm dennoch das Schnurlose in die Hand, durchsuchte das Telefonbuch und wählte dann Bens Handy an. „Der gewünschte Gesprächspartner ist vorrübergehend nicht zu erreichen...The person you have called is not reach...“, klang es aus dem Hörer. „Tut mir leid Carla, aber das Handy ist aus. Er muss es ausgestellt haben.“, meinte Andrea. Carla nickte mit ihrer schweißnassen Stirn. „Hoffentlich...hoffentlich kommt er noch rechtzeitig....Ahhhhhhh...“, schrie sie dann und warf sich wieder nach vorne. Andrea wusste nun, dass es nicht mehr soweit bis zur Geburt war. Die Abstände wurden immer kürzer. Nur noch neun Minuten. „Carla...ich bringe dich wohl besser ins Krankenhaus.“ „Nein...ich...noch nicht...bitte...ich will Ben...sprechen...bitte...“, flehte sie. „Carla, ich fahre dich jetzt ins Krankenhaus und dann verspreche ich dir, wird Ben auch kommen. Ich werde Susanne anrufen und die wird ihm dann über Funk bescheid sagen.“, erklärte Andrea nur. „Versprochen...?“ „Versprochen.“

    Semir sah immer wieder zu dem Juweliergeschäft hinüber. „Verdammt, wir müssen doch was unternehmen. Das geht doch so nicht.“, fauchte er und suchte nach einem Weg hinein. „Semir, wir müssen ihn weiter hinhalten und wir sollten herausfinden, wer das ist.“, kam es nur von Kim. „Aber wie? Der Kerl hat die Vorhänge zugezogen und trägt eine Maske.“ „Vielleicht war er schon vorher in der Straße. Hier sind doch überall Kameras. Versuchen sie mal an die Aufnahmen zu kommen.“, schlug Kim vor. Semir grinste und verschwand. Er musste zunächst die ganzen Läden, die hier über die Kameras verfügten, abklappern. Dafür kamen lediglich drei Läden in Frage, die auch mit ihrer Kamera diesen Juwelier beobachteten. Schon im zweiten Laden, einem Händler für antike Ware. „Gerkhan Kripo Autobahn. Es geht um den Juwelierladen. Ihre Kamera nimmt ja auch diesen Straßenabschnitt auf und ich brauche unbedingt die Bänder von gestern und heute…“, erklärte Semir. Der Mann sah ihn an. „Ach…ja sicher…warten Sie, ich hole sie und dann können Sie sie hier direkt ansehen...“, nickte der Mann und verschwand kurz nach hinten. Er kam mit drei Bändern zurück. „Das hier ist von gestern Morgen...das von gestern Nachmittag und Abend und das von heute Morgen…das von heute Abend ist ja im Gerät drin...Ich habe hier hinten noch den Videorecorder. Kommen Sie einfach durch…“, erläuterte der Inhaber. Semir nickte und ging mit nach hinten. Er sichtete das erste Band und sah sich die Personen genau an. Einer nach dem Anderen wurde von ihm intensiv betrachtet. Dann sah er einen jungen Mann, auf dem die Statur genau passte. „Das glaub ich nicht….“, stieß er aus.

    so da Chris derzeit nicht anwesend ist, kommt der nächste Teil auch von mir... Bald ist es soweit....

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    Carla stand am Fenster. Schon seit einigen Minuten spürte sie das Ziehen. Sie hielt sich den Bauch und machte ihre Atemübungen. „Ben…komm schnell zurück…. Es geht los.“, flehte sie leise und schleppte sich zur Couch. Sie musste jemanden anrufen. Andrea…sie wusste doch über diese Dinge Bescheid…sie musste ihre Freundin anrufen. Sie wählte mit zitternden Fingern die Rufnummer ihrer Freundin. Das Besetztzeichen ertönte. „Oh nein…“, stöhnte sie leise. Die Schmerzen wurden immer stärker. Aber sie waren unregelmäßig. Wie sie es in den Vorbereitungen gelernt hatte, zählte sie die Abstände zwischen den einzelnen Wehen. Eigentlich wären die Beiden doch erst in drei Tagen dran. Doch sie hatte von erfahrenen Müttern schon oft gehört, dass sich die Wehen über Tage ziehen konnten. Carla wünschte sich, dass es nicht so wäre. Die Schmerzen waren unerträglich. Sie machte sich auf der Couch lang und sah zur Decke hoch. Innerlich hoffte sie, dass sich gleich der Schlüssel im Schloss umdrehen würde und Ben in der Tür stand. Das Ziehen wurde stärker und stärker, doch dann hörte sie auf einmal nur ein lautes, tiefes Knarren und Röhren. Mit einem Mal hörte das Ziehen und die Schmerzen auf, dafür kam ein etwas merkwürdiger Gestank hervor. „Ups...das war dann wohl eine Fehlzündung.“, stieß sie erleichtert aus und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Vorsichtig erhob sie sich und blickte in die Schneemassen hinaus. Immer wieder kamen dicke, weiße Flocken hinzu und bedeckten den Boden. Dennoch wünschte sie sich, dass Ben bald zurückkam.

    Kyle nahm das Handy von Ben und zerschlug es am Eisenbeschlag der Vitrine. Toll, dachte er nur, wieder ein Smartphone im Arsch. „Du hast doch bestimmt Handschellen dabei oder?“, fragte der Deutschamerikaner und fuchtelte nervös mit dem Revolver vor der Nase des Hauptkommissars herum. Dieser nickte und zog sie mit der gesunden Hand vorsichtig aus der Vorrichtung am Gürtel heraus und reichte sie dem Bewaffneten hinüber. „Gut...los, an die Heizung dort, hinsetzen und Hände nach hinten.“, forderte Kyle nur und stieß Ben zu der großen Heizung hinüber. Dieser hielt sich die Schusswunde und wusste, was nun kam. Brutal wurden um die Handschelle um ein Handgelenk gelegt und dann um das dicke Heizungsrohr geführt. Dann schloss sich die Handschelle um das andere Handgelenk. Ben spürte wie das Schulterblatt schmerzte und Blut an seiner Jacke entlang lief. Die Kugel musste bis auf den Knochen durch sein. Ben stand ziemlich unbequem und die Fesseln schmerzten. „Und jetzt zu dir, alter Mann...“, fauchte Kyle nur und stieß seinen Vater vom Ladentisch weg, holte aus der unteren Schublade eine dicke Rolle Klebeband hervor. Aus dem hinteren Bereich zog er einen Stuhl hervor und fesselte seinen Stiefvater daran. „Geben sie auf...sie haben keine Chance.“, kam es wieder von draußen. „Die gehen mir ganz schön auf die Nerven. Sag denen, dass sie verschwinden sollen.“, forderte Kyle und drückte Ben die Waffe in die Wange. „Sie haben leider mein Handy zerstört. Wie soll ich da was den Kollege mitteilen?“, fauchte Ben und versuchte dennoch ruhig zu bleiben. „Du wirst es tun...sag mir die Nummer deines Kollegen.“, forderte der Deutschamerikaner und nahm das Telefon aus dem Laden und hielt Ben auffordernd den Hörer hin.

    „Nein, mir geht es gut...hör mal, Andrea... könntest du zu Carla fahren. Ich bin gerade auf den Weg zu einem Einsatz. Es handelt sich wahrscheinlich um einen Überfall und Ben ist mittendrin.“, erklärte Semir im Telegrammstil. „Was? Und das kurz vor der Geburt... Semir, ich fahre sofort zu ihr. Du musst davor sorgen, dass Ben da wieder heil rauskommt.“, meinte Andrea nur. „Vertraust du mir etwa nicht?“, fragte Semir leicht empört. „Semir, hier geht es jetzt um Carla... natürlich vertrau ich dir. Also, meld dich, wenn was ist.“, verabschiedete sie sich und Semir fuhr dann weiter in die Königsallee, die schon vollkommen von der städtischen Polizei abgesperrt war. „Hey, sie sehen doch, sie können hier nicht durch.“, fauchte einer der Polizisten, als Semir das Fenster hinunterließ. „Gerkhan, Kripo Autobahn...ist meine Chefin schon vor Ort?“, wollte Semir nur ruhig wissen und sah sich dann um. „Sie ist vorne, bei der Einsatzleitung.“, erklärte der Beamte dann in einem anderen Ton und ließ den Wagen durch. Semir setzte den BMW direkt neben den kleinen Mercedes von Kim und stieg dann aus. „Chefin...wie sieht es aus?“, schoss er seine Frage ab, als er Kim im großen Überwachungswagen des SEKs fand. „Bisher haben wir keinerlei Kontaktaufnahme mit dem Täter. Und...keinen Sichtkontakt. Der Mann hat die Vorhänge zugezogen.“, erklärte Kim Krüger nur und blickte immer wieder auf die Monitore. „Was sollen wir nun machen?“ „Im Moment geht das SEK in Stellung und wir versuchen einen Grundriss vom Geschäft zu bekommen.“, erwiderte sie. Semir ließ sich auf einen Stuhl fallen und sah zum Geschäft hinüber. Wie es Ben wohl ging?

    Ben sah Kyle an. „Sag ihnen, dass sie abziehen sollen!“, forderte er. „Kyle…Sie können nicht gewinnen. Geben Sie auf und überlassen Sie ihren Stiefvater den Richtern. Für Mord geht er für immer ins Gefängnis…“, versuchte er ihn zum Aufgeben anzuregen. „Semir hier…“, hörte er die Stimme. „Semir…ich bin es, Ben.“, erklärte Ben. „Wie geht es dir? Bist du okay?“, kam sofort die besorgte Frage. „Ja...mir geht es gut….noch…jedenfalls. Wo bist du?“, wollte er wissen. „Ich stehe mit der Chefin und dem SEK vor der Tür. Wie sieht es bei dir aus?“, harkte Semir nach. „Er will, dass ihr euch zurück zieht…“, gab Ben den Befehl von Kyle weiter. „Gib ihn mir...Bitte.“, kam von Semir. Ben sah Kyle an. „Mein Kollege will mit Ihnen sprechen…tun Sie sich selbst einen Gefallen und sprechen Sie mit ihm..“, regte Ben an. Kyle nahm zögerlich den Hörer und hielt ihn sich ans Ohr. „Ich will freies Geleit...einen vollgetankten Wagen!“, forderte er. „Okay… ich bin Semir….wenn Sie einen Wagen wollen, dann lassen Sie den Ladenbesitzer gehen!“, forderte der Kollege. „Nein….keiner der Beiden wird gehen!!“, schrie Kyle in den Hörer. „Okay…okay... beruhigen Sie sich…. Wir werden tun, was Sie wollen. Wir brauchen aber etwas Zeit.“, versuchte der Kollege nun auf Zeit zu spielen. Kyle schloss die Augen. „Ich will das Auto in fünf Minuten….Sie sind ja mit etwas hergekommen…der Wagen muss Funk haben!“, forderte Kyle mit fester Stimme.

    Andrea kam bei Carla an und betrat die Wohnung mit ihrem eigenen Schlüssel. Die Ehepaare hatten sich darauf eingelassen, jedem einen Schlüssel zu geben, für den Fall das etwas passiert. Als Andrea ins Wohnzimmer trat, sah sie Carla auf der Couch liegen. „Andrea? Was machst du hier? Ist was mit Ben? Sag doch!!“, wollte Carla wissen. „Carla...nicht aufregen...das ist nicht gut...nicht so kurz vor der Entbindung. Ben und Semir sind auf einem Einsatz….sie haben mich nur gebeten zu dir zu sehen…mehr ist nicht...wirklich.“, lächelte Andrea beruhigend. Carla sah sie prüfend an. „Wirklich? Du lügst mich nicht an? Es ist alles in Ordnung?“, harkte sie nach. Andrea lächelte nervös und nickte. „Ja sicher…alles in Ordnung. Wie geht es dir?“, wollte sie wissen um von dem Thema abzulenken. „Ich habe seit einigen Stunden schon eine starkes Ziehen…aber es ist unregelmäßig…jetzt ist schon seit gute zwanzig Minuten Ruhe…“, erklärte Carla. Andrea nickte. „Hast du die Hebamme angerufen?“, wollte sie wissen. „Nein…aber ich denke auch nicht, dass es schon soweit ist…ich hab Hunger…“, lächelte Carla und stand auf. Doch kaum stand sie, bekam sie starke Schmerzen. „Andrea…es geht wieder los…“, stieß sie aus. Andrea sah auf die Uhr. „Okay….atme so wie du es gelernt hast… ein… aus…. ein…aus…so ist gut…“, redete sie auf ihre Freundin ein. Carla schwitzte. „Ich bin froh, dass du da bist.“, lächelte sie leicht. „Setz dich wieder hin...ich nehme die Zeit…“, befahl Andrea sanft. Carla nickte. Sie setzte sich und hielt sich den Bauch. „Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Beiden unbedingt raus wollen…Aber ich will doch, dass sie bis Heilig Abend drin bleiben… noch ein paar Stunden…“, meinte Carla und schon kam die nächste Welle. Andrea sah auf die Uhr. „Dreizehn Minuten seit der letzten Wehe...ich denke das wird nichts...wenn es schlimmer wird, werde ich dich wohl heute noch ins Krankenhaus bringen…“, lächelte Andrea. „Ich will das... das...Ben Bescheid weiß…“, stöhnte Carla. Sie sah auf die Uhr. „Morgen ist doch erst Heiligabend...vielleicht kann ich es bis Mitternacht raus zögern...“, lächelte sie. „Vielleicht…aber sicher nicht zuhause.“, gab Andrea bekannt. Sie packte einen Koffer für die werdende Mutter um auf alles vorbereitet zu sein. Die Kinder konnten jeden Augenblick zur Welt kommen, das wusste sie aus eigener Erfahrung.

    Wolfgang eröffnete um neun das Geschäft und ging noch einmal nach hinten um seine Kaffeemaschine anzuschalten. Seit er allein lebte, war es nur noch „selbst ist der Mann“ aber solange er mit seinem Trauerspiel gewinnen konnte würde er alles dafür tun. Er nahm die Tageszeitung und schlug sie auf. Mit einem Schluck Kaffee wollte er die Zeitung kurz durchlesen und dann sich wieder ans Tageswerk machen. Der Kaffee war endlich fertig und nahm eine Tasse. Als er den ersten Schluck nahm sah er auf die Schlagzeile. „Leiche im Garten gefunden!!“, prangte in großen Lettern auf der ersten Seite. Wolfgang verschluckte sich und hustete. „Verdammt...“, stieß er nach eine Weile aus und stellte die Tasse auf den Tisch. Mit schnellem Blick las er den Text. „…die Tote ist unbekannt und wird obduziert…“, endete der Text. Schön…die wissen nicht wer es ist…aber sicher wird es nicht lange dauern. Seine Exfrau war eine sehr nervöse Frau und ging mehr als gut war zum Arzt. Sicher gab es Röntgenbilder ob nun von dem Skelett oder auch dem Gebiss. Die Gerichtsmediziner werden sicher alles herausfinden. Er musste Deutschland verlassen…schneller als ihm lieb war. Am besten direkt heute in der Mittagspause. Die Türklingel des Geschäfts ging. „Ich bin sofort bei Ihnen...“, gab er zurück. „Schon gut...ich sehe mich schon mal um.“, kam als Antwort zurück. Wolfgang packte die Zeitung zusammen und ging in den Verkaufsraum. „Guten Morgen…was kann ich für Sie tun?“, wollte er von dem jungen Mann wissen. Doch dann erschrak er. Der Mann trug auf der rechten Seite eine Waffe. „Tun Sie mir nichts...bitte...ich...ich...“, stammelte er ängstlich. Der junge Mann sah ihn an. „Bitte?“, fragte er erstaunt.

    Semir sah auf die Uhr. „Man…gleich zehn und er ist immer noch nicht da…ausgerechnet heute….“, stieß er aus. Ben glänzte durch Abwesenheit. „Ich werde ihn nicht bei der Krüger decken. Das soll er ganz allein machen. Ich bin doch nicht sein Babysitter….jetzt fangen wir schon um neun an und er kommt immer noch zu spät.“, knurrte er weiter. „Guten Morgen Semir.“, riss ihn die Stimme von Kim aus den Gedanken. „Guten Morgen Chefin.“, lächelte Semir. „Ist Ben wieder nicht da?“, fragte sie erstaunt und wies auf den Schreibtisch. „Nein…vermutlich hat er sich wieder mit Carla beschäftigt…ist ja bald soweit…nur noch wenige Tage. Da wird ein werdender Vater sehr nervös… ich weiß wovon ich spreche.“, lächelte er und deckte seinen Partner. „Schon gut…wenn er da ist, kommen Sie beide bitte in meine Büro.“, lächelte sie zurück. „Ja sicher.“, nickte Semir. Kim ging wieder in ihr Büro. „Verdammt...das wollte ich doch nicht...“, knurrte Semir nur und schallte sich dafür, dass er Ben wieder in Schutz genommen hatte. Wieso immer er, dachte er nur und ließ sich auf seinen Stuhl sinken. Dann aber fiel sein Blick auf den Mini-BMW auf seinem Schreibtisch. Hm, eigentlich könnte er jetzt eine Runde drehen. Verkehrt war es ja nicht. Er schnappte sich seinen Autoschlüssel und die dicke Daunenjacke von Andrea. „Wenigstens ist die wieder sauber.“, grinste Semir nur und stieg in seinen BMW. Schon verließ er den Parkplatz und drehte seine Runde. Immer wieder fiel sein Blick auf das Handy. Ben, wo steckst du nur, dachte er und fuhr weiter über die schneegeräumte Autobahn.

    „Ihre...ihre Waffe...wollen sie mich nicht überfallen?“, stammelte Wolfgang nur und nahm langsam die Hände wieder runter. Ben lachte auf. „Also mitgehen lassen will ich schon was, aber bezahlen tu ich dafür natürlich.“, erklärte der junge Hauptkommissar. „Und...und die Waffe...sind sie von der Polizei?“, wollte der Ladenbesitzer nur wissen. Ben nickte. „Ich möchte ein Geschenk für meine Frau kaufen, bevor ich das im Stress des Berufs wieder vergesse.“, meinte der Polizist und beugte sich über die Schauvitrine. „Natürlich...kommen sie...was darf es denn sein? Vielleicht eine Kette kombiniert mit einem Armband. Hier haben wir eine sehr schöne Auswahl von Armbändern.“, meinte Wolfgang und nahm eine kleine Schatulle aus der Schauvitrine. Ben beugte sich über die Auslegestücke und sah mit interessierten Augen auf die glitzernden Sachen. Ihm stach sofort eine Kette ins Auge, dessen Stein von einem goldenen C gehalten wurde. Sofort tippte er mit den Fingern darauf. „Gibt es dazu ein passendes Armband?“, fragte er aufgeregt. Wolfgang lächelte. „Ich werde mal nachsehen.“, entgegnete er und ließ den jungen Hauptkommissar für einen Moment alleine. Schnell suchte Wolfgang im hinteren Bereich nach einem passenden Gegenstück, sah aber immer wieder verstohlen zu dem jungen Mann im Verkaufsraum hinüber. Verdammt, er war bei der Polizei. Was sollte er nun machen?, fragte sich Wolfgang immer wieder. Werde jetzt nur nicht panisch. Er will nur ein Geschenk kaufen. Verkauf es ihm und dann verschwinde, sagte er zu sich selbst und ging mit dem passenden Armband wieder in den Laden zurück. „Hier haben wir ein sehr schönes Stück. Die Diamanten sind nach Größe angeordnet. Sehen sie, die kleinsten befinden sich außen und der größte ist in der Mitte.“, meinte Wolfgang und zeigte auf eine kleine, schimmernde Linie. Ben sah gebannt hin. „Sehr schön. Das nehm ich...sagen sie, kann ich etwas in das Armband gravieren lassen?“, fragte er. Unmerklich fiel alles in Wolfgang zusammen. Doch dann kam ihm eine Idee.

    Kyle stand mit der Maske in der einen und der Pistole in der anderen Hand hinter einer Ecke und beobachtete den Laden. Er hatte gesehen, wie ein junger Mann ins Geschäft ging. Verdammt, wenn er jetzt nicht bald wieder rauskommt, dann musste er es abbrechen. Nein, das konnte er nicht... sicherlich würde Wolfgang irgendwann verschwinden. Das durfte er nicht zulassen. Nein, er musste ihn jetzt zur Rede stellen. Und lange konnte er hier draußen auch nicht mehr warten. Schon das zweite Mal war dieser Streifenwagen ganz langsam an ihm vorbei gefahren und da kam er schon wieder. Kyle lief mit gesenktem Haupt Richtung Laden. Jetzt oder nie, dachte er nur und zog sich die Maske über den Kopf, nahm die Waffe in die Hand und stürmte auf den kleinen Juwelierladen zu. Er rannte durch die Tür und sofort sahen ihn vier erschrockene Augen an. In ihm pochte das Herz wie verrückt, sein Puls raste nur so dahin wie ein außer Kontrolle geratener ICE. „Was...was soll das denn?“, fragte sein Stiefvater. „Hände...Hände hoch...das ist ein Überfall...“, kam es von Kyle. Er sah den jungen Mann an und erblickte dann die Waffe. Ben wollte danach greifen, dann ein Knall und ein stechender, feuriger Schmerz in seinem rechtem Arm. „Mach diesen Scheiß nicht noch mal...“, fauchte Kyle mit flatternder Stimme und ging dann auf den Mann zu, schlug ihn mit dem Lauf seines Revolvers zu Boden und griff sich die Waffe. „Und du Alter kommst auch her.“, forderte er dann und riskierte einen kurzen Blick auf die Straße. Dort stand der Streifenwagen, der ihn bis zum Überfall beobachtet hatte, vor dem Geschäft und schaltete mit einem Male das Blaulicht ein. Jetzt war Kyle klar. So schnell würde er hier nicht mehr rauskommen.

    Ben sah den Mann an. Er hatte das Bewusstsein nicht verloren, so hart war der Schlag nicht, aber er rührte sich nicht. Die Stimme…er erkannte die Stimme. Es war dieser Kyle. Sollte er ihn mit dem Namen ansprechen? dachte er noch. „Kyle...das bringt doch nichts.“, kam in diesem Augenblick von dem Ladenbesitzer. Sie kannten sich also, registrierte Ben sofort. Vorsichtig richtete er sich auf und hielt sich den Arm. „Hier spricht die Polizei!! Kommen Sie mit erhobenen Händen raus und werfen Sie die Waffe weg!!“, hörte er blechern von draußen. Ben schloss die Augen. Dieser Befehl wurde doch eh nie befolgt…dachte er nur. Er sah den Verkäufer an. „Sie kennen ihn?“ fragte er leise. Sofort drehte sich der Maskierte um. „Halt die Klappe!!“, schrie er Ben an. Ben schwieg. „Er ist mein Stiefsohn….ich…ich….war mit seiner Mutter verheiratet, bis sie mich verließ.“, erklärte der Inhaber. Ben sah ihn an. „Sie ist tot!! Du hast sie umgebracht!!! Aber du hast einen Fehler gemacht…..der Typ hier….das ist der neue Besitzer und er hat sie gefunden!!! Er hat sie gefunden und….“, die Stimme von Kyle erstarb. Ben glaubte ein Schluchzen zu hören. „Herr Thaelmann...legen Sie die Waffe weg und geben Sie auf…wollen Sie Ihren Stiefvater damit bestrafen?“, harkte Ben nach. Seine Wunde brannte und er spürte, wie das warme Blut seinen Arm herunterlief. Der Mann sah ihn an. „Wissen Sie wie es ist, wenn einem das Liebste von der Welt genommen wird?“, wollte er wissen. Ben schüttelte den Kopf. Plötzlich zerriss ein Handyklingeln die Ruhe.

    Semir sah auf die Uhr. „Verdammt, wo steckt er denn?“, stieß es aus und nahm das Handy um Ben zu wecken. Es klingelte, doch Ben meldete sich zunächst nicht. „Ja…“, kam dann seine Stimme. „Mensch Ben...wo steckst du denn? Die Chefin dreht schon durch!“, fauchte Semir wütend. „Semir…ich….“, hörte er noch. „Wer ist da?“, fragte eine wütend klingende Stimme. Semir stutzte. „Was soll das? Wer ist da?“, fragte er nach. „Erst sagen Sie mir, wer Sie sind!“, forderte der Mann am anderen Ende. „Ich bin Semir Gerkhan Kripo Autobahn. Wo ist mein Kollege?“, harkte Semir nach. „Es geht ihm gut…ich fordere einen Fluchtwagen! Und freies Geleit!!“, forderte der Mann. Semir lachte leise. „Wenn Sie mir noch sagen, warum, dann können wir darüber diskutieren.“, gab er locker durch. Er hörte es rascheln und dann knallte es. Semir zuckte zusammen. Das war ein Schuss! „Hey!! Okay…beruhigen Sie sich….wir können alles sicher klären, ohne dass jemand verletzt ist…“, versuchte er die Situation zu regeln. In diesem Augenblick kam auch Kim in sein Büro. Semir stellte auf Lautsprecher. „Okay….Sie haben bewiesen, dass Sie am längeren Hebel sitzen. Ich will meinen Kollegen sprechen...bitte.“, forderte Semir und sah Kim an. Sie atmete tief ein. „Semir?“. hörte Semir die Stimme seines Freundes. „Ben...bist du okay?“, wollte er sofort wissen. „Nein...nicht ganz…eine Kugel in der Schulter…“, gab Ben bekannt. „Was will der Mann?“, harkte Semir nach. „Du sollst herkommen…“, erklärte Ben. Semir sah zu Kim und diese nickte. „Ich bin schon unterwegs.“, kam von Semir und er rannte raus. Er wusste genau, dass Kim das SEK sofern es eh nicht schon vor Ort war, informierte und den Einsatz koordinieren würde. Die Frage ist nur, was wollte der Mann von ihm? Warum sollte er zu ihnen kommen. Während er fuhr rief Andrea an. „Hallo Schatz...“, fing er an als sich Andrea meldete. „Semir? Was ist los? Bist du verletzt? Liegst du im Krankenhaus?“, harkte seine Frau sofort nach .Semir musste leicht grinsen.

    Sehr interessant...was die Damen da bereden...aber wie wäre es, wenn wir mal erfahren wasmit Semir und Chris ist? Sind sie schon Tigerfutter geworden? Oder hat diser Mistkerl von Manger noch was mit ihnen vor? Findet Ben seine Freunde jetzt oder nicht? Ich will Antworten..wir habne doch Weihnachten.....

    Chris...hab ich dir eigentlich schon gesagt, dass ich diesen Geiger hasse? Kannst du ihn nicht irgendwie umbringen lassen....? Eine verirrte Kugel...ich meine die fliegen durch Köln ja öfters.....oder Ben reinigt seine Waffe...ein Schuss löst sich gerade als Geiger ins Büro kommt?

    BItteeeeeeeeeeeeeee

    „Ähm, was wird das?“, wollte Semir verlegen wissen. „Semir, wir lassen dich nicht eher gehen, ehe du uns gesagt hast, was los ist.“, forderte Andrea. Auch Carla sah den Freund ihres Mannes eindringlich an. Er seufzte nur und spielte mit den Autoschlüsseln. „Carla, ich will nicht, dass du dich aufregst. Und auch Ben will nicht, dass den Kindern was passiert.“, erklärte er. „Semir, wenn ich mich aufrege, dann nur weil du nichts sagst. Also los...raus mit der Sprache.“, forderte sie und hielt sich gleich wieder den Bauch fest. „Ganz ruhig bitte...ist ja gut...vielleicht ist es besser so.“, resignierte Semir nur und erzählte dann, warum Ben angerufen hatte. „Oh mein Gott. In unserem Garten? Wie? Wie...wobei hat er sie denn gefunden?“ „Er hat im Garten gearbeitet. Gerade dort, wo euer Pool entstehen soll.“, erklärte der Deutschtürke. Die Frauen sahen sich geschockt an. „Darf ich jetzt fahren oder wollt ihr mich noch weiter verhören?“, versuchte Semir zu scherzen, doch er merkte schnell, dass ein Scherz hier vollkommen fehl am Platz war. Sie ließen ihn durch. „Gut, ich bin bald wieder da.“, meinte er nur und stieg in seinen BMW. Andrea ging mit Carla zurück ins Wohnzimmer. „Oh Gott, wenn ich nur daran denke, dann...“ „Ganz ruhig...du darfst dich nicht aufregen. Ganz ruhig atmen.“, erklärte Andrea und strich ihr freundschaftlich über den Rücken. „Ich...ich muss ruhig...ruhig atmen...uff...uff...uff...“, stieß Carla nur aus und merkte, wie sie langsam ruhiger wurde. Andrea, in diesem Moment angespannt, atmete erleichtert auf. „Komm, wir holen Ayda und Layla ab. Das wird dich ablenken.“, erklärte sie nur und half ihrer Freundin beim Aufstehen.

    Semir fuhr und kam alsbald bei Ben an. Semir rannte förmlich in den Garten und sah sich nach seinem Partner um. „Hey Semir...“, begrüßte ihn dieser niedergeschlagen. „Ben...alles in Ordnung mit dir?“ „Ja geht schon...ich werde mich nie an diesen Anblick gewöhnen...“, keuchte er nur und wischte sich den Mund ab. Sein Partner nickte nur und sah dann zu dem provisorisch aufgebauten Zelt hinüber. „Der Doc ist schon dran?“, fragte er dann nur. Ben nickte nur und ließ sich auf die kalten Stufen sinken. Der Deutschtürke ging kurz zum Zelt und sah dann, wie Dr. Wegener mit einer Schutzmaske sich über die Leiche beugte. „Semir, komm bitte nicht näher...der Geruch ist nicht gerade rosig.“, warnte der Rechtsmediziner und sah kurz auf. Semir blieb am Rand des Zeltes stehen. „Kannst du mir schon was sagen?“, wollte er wissen. „Ist das denn überhaupt was für euch?“ „Nein, eigentlich nicht.“, grinste Semir nur. „Nicht nur eigentlich nicht...es ist überhaupt nichts für sie...hier ist mein Revier und ich mag es ganz und gar nicht, wenn man in meinem Revier wildert.“, fauchte plötzlich eine Stimme hinter Semir. Er drehte sich um und sah in das strenge Gesicht von Hauptkommissar Jochen Rubens. „Rubens...sie haben hier die Ermittlungen? Sind sie nicht beim Raubdezernat?“, fragte Semir erstaunt. „Ich habe mich versetzen lassen. Also, was machen sie hier?“

    Andrea sah immer wieder zu Carla, die nur aus dem Fenster sah. „Carla...geht es dir gut?“, fragte sie ihre Freundin. Carla schüttelte den Kopf. „Ich…es zieht….und drückt.“, stieß sie aus. „Nein...Carla…ganz ruhig…nicht aufregen. Atme ein ... und aus…und ein...und aus….so ist gut…leg dich hin….“, kam einfühlend von Andrea. Sie strich ihrer Freundin über den Kopf. „Du bleibst liegen. Ich rufe mal eben bei Frau Pfingsten an… sie holt Ayda und Layla auch manchmal ab….ich werde bei dir bleiben.“, schlug sie vor. Carla hatte die Augen geschlossen und nickte nur. „Lass mich nicht allein…bitte...“, sagte sie leise. „Das werde ich nicht…versprochen…“, lächelte Andrea. Sie griff das schnurrlose Telefon und rief die Nachbarin an. Nur wenige später war alles klar. Carola Pfingsten brachte Ayda und Layla eine knappe halbe Stunde später ins Haus. „Hallo Carola…“, begrüßte Andrea ihre Freundin. „Hallo Andrea. Was ist denn los? Du bist doch nicht etwa krank oder?“, kam besorgt von Carola. „Nein...meine Freundin….sie ist hochschwanger und hat sich aufgeregt. Ich befürchte, dass sie es nicht mehr weit zur Geburt hat. Eigentlich noch acht Wochen, aber sie beruhigt sich nicht.“, erklärte Andrea. Carola lächelte. „Na dann wollen wir doch mal sehen, was ich von meinem eigentlichen Beruf noch weiß…“, kam von ihr. Andrea sah sie fragend an. „Ich bin Hebamme…lass mich mal zu der werdenden Mama schauen…“, schlug sie vor. Andrea nickte dankbar. „Hier...ist sie…sie bekommt Zwillinge.“ Mit Carola betrat sie das Wohnzimmer, wo Carla auf der Couch lag. Sie stöhnte und hielt sich den Bauch. „Meine Liebe…das dauert keine acht Wochen mehr…“, gab Carola zu verstehen. „Ach du…“, stieß Andrea aus.

    Semir sah Rubens an. „So...Sie können als beide abziehen…ist nicht ihr Fall.“, grinste dieser ihn und Ben an. „Das wird nicht gehen…“, mischte sich Ben ein. Rubens wandte sich an ihn. „Ach und warum nicht? Ich verweise Sie es Tatortes…so einfach ist das.“, meinte er nur. „Das wird auch nicht gehen, da Sie sich auf meinem Grundstück befinden. Das Gelände und das Haus gehören mir….“, fauchte Ben ihn an. Semir legte ihm beruhigend die Hand auf die Schultern. „Schon gut...Ben…ich bin nur hier um meinem Partner und Freund zu unterstützen.“, erläuterte er nun Rubens gegenüber. Rubens Grinsen verschwand. „Also gut...was genau ist hier passiert?“, wollte er an Ben gerichtet wissen. „Ich habe den Garten umgegraben, weil ich mir ein Pool bauen will…bzw. lassen will. Wollte nur vorarbeiten und stieß dann auf etwas Blaues…ich habe genauer hingesehen und…die Leiche entdeckt...“, erzählte Ben. „Kennen Sie die Frau?“, kam die nächste Frage von Rubens. „Nein…aber kurz nachdem die Spurensicherung hier war, kam ein junger Mann über den Zaun. Er sah sie an und brach zusammen. Das einzige was er sagte, war Mama…“, ging es bei Ben weiter. „Mama? Wo ist der junge Mann jetzt?“, harkte Rubens nach. „Im RTW…der Arzt wollte sich um ihn kümmern, weil er einen Nervenzusammenbruch bekommen hat.“ Rubens sah Ben an. „Warum haben Sie mir das nicht sofort gesagt?“, fauchte er ihn an. „Weil Sie mich gefragt haben was passiert ist und nicht wer wo ist...!“, gab Ben wütend zurück.

    hmmm der Lucas kann einem schon Leid tun...da tut er was gutes...und rettet unserem Semir das Leben und ....okay...dass er seinen Vater erschießen muss ist sicher auch nicht einfach für ihn....aber es war ja eine gute Tat....und wenn seine Mutter ihm das nciht verzeihen kann...dann soll sie doch.....in der Hölle schmoren...

    Weiter Chris..ich will wissen wie es mit Chris und Semir ausschaut

    Ich hoffe ihr bleibt dran, ansonsten muss ich drohen nicht mehr weiter zu schreiben

    Denk doch mal bitte dran, dass Weihnachten ist udn viele mit den Geschenken und Vorbereitungen zu tun haben....da fällt das Feeden manchmal leider unter den Tisch... Das die GEschichte gelesen wird, siehst du doch an den Zugriffen... von daher würde ich da keine Gedanken machen

    Kyle wollte herausfinden, wem das Haus nun gehörte. Das Haus, in dem er aufgewachsen war, seine Kindheit verbracht hatte. Das Haus in dem sein Vater starb. Er fuhr zum Katasteramt und trug sein Anliegen vor. „Nun…das dürfte kein Problem sein…die Gebühr beträgt 30 Euro und ist im Voraus zu zahlen. Wenn Sie mir nun noch die Adresse sagen, dann kann ich das raussuchen während Sie zur Kasse gehen.“, schlug die ältere Dame hinter dem Schalter vor. Kyle nickte. „Kann ich das auch mit Kreditkarte zahlen?“, wollte er wissen, denn Bargeld hatte er keines bei sich. „Ja natürlich...wir sind ja nicht mehr in der Steinzeit…“, lächelte die Frau. „Gut…das ist die Landuferstraße 3…“, gab Kyle bekannt. „Gut... die Kasse befindet sich im 4. Stock. Wenn Sie den Aufzug nehmen, steigen Sie direkt davor aus…vom Treppenhaus aus befindet sich der Raum links…“, erklärte die Frau. Kyle bedankte sich artig und verschwand. Oben zahlte er mit seiner Kreditkarte die Gebühren, unterschrieb und wartete dann kurz, bis seine Nummer wieder aufgerufen wurde. „So, ich hab ihnen den Namen aufgeschrieben. Aber darf ich fragen, wozu sie das brauchen?“, wollte die Dame hinter dem Schalter wissen. Kyle lächelte nur und wünschte dann einen schönen Tag. Als er im Fahrstuhl war und zurück in die Tiefgarage fuhr, faltete er den Zettel auseinander. „Ben Jäger...“, las er nur den Namen. Alles weitere interessierte ihn nicht. Schnell griff er in sein Jackett und holte einen Stift hervor. Er presste das Papier an die Spiegelwand im Fahrstuhl und schrieb schnell einige Worte auf den Wisch, steckte beides dann wieder ein und fuhr mit seinem Wagen davon. „Wollen doch mal sehen, ob Wolfgang dann immer noch so unschuldig tut.“, knurrte Kyle nur.

    Ben machte pünktlich Feierabend und fuhr auf den schnellsten Wege nach Hause. „Carla, ich bin da.“, rief er durch den Flur, nachdem er die Tür aufgeschlossen hatte. Keine Antwort. „Carla?“, fragte er erneut und fand dann einen Zettel an der Pinnwand. „Bin bei Andrea...noch Kleinigkeiten besprechen. Liebe dich.“ Er musste lächeln und ging dann in den Garten raus. Wenn sie noch nicht da war, dann konnte er wenigstens noch etwas im Garten arbeiten. Die Post hatte er achtlos auf das kleine Sideboard im Flur gelegt. Der Zettel unter den ganzen Briefen fiel ihm so nicht auf. Schnell schnappte er sich den Spaten und hob die Grube noch weiter aus. Plötzlich ratschte der Spaten über etwas weiches und ein Stück Blau kam zum Vorschein. Verwundert legte der junge Hauptkommissar die Schaufel weg und grub vorsichtig mit den Händen weiter, immer an dem blauen Ding entlang. Oh mein Gott, bitte nicht...schoss es ihm durch den Kopf. Doch das, was er befürchtet hatte, kam zum Vorschein. Nachdem er mehrere Schichten Erde sich neben und hinter ihm auftürmten sah er auf einen menschengroßen Sack hinunter, der die Form einer weiblichen Person besaß. Mit einem mulmigen und angewiderten Gefühl und zittrigen Händen nahm Ben sein Taschenmesser und zerschnitt den Sack vom erkennbaren Hals an aufwärts. „Boah...“, stieß er angewidert aus und fiel nach hinten weg. Das bleiche und noch erhaltene, graugrüne Gesicht einer Frau lugte aus dem Sack hervor. Ben rührte sich kaum, merkte, wie er am ganzen Körper zitterte. Wie in Trance griff er zum Handy und wählte die 110 an.

    Kyle stand in gebührendem Abstand zum Haus und beobachtete es. Vor gut einer Stunde war der Besitzer nach Hause gekommen. Es hatte den Musiker gejuckt, einfach hinzugehen und zu klingeln, doch sein Verstand sagte nein. Plötzlich blitzte Blaulicht in seinem Rückspiegel auf. Vorsichtig und geduckt drehte Kyle sich um und sah dann mehrere Polizeiwagen und einen großen Kastenwagen mit der Aufschrift „KTU“ an sich vorbeirauschen. Alle hielten vor seinem ehemaligen Elternhaus. War die Leiche gefunden? Oder war dem Hausbesitzer etwas passiert? Doch dann sah er, wie der Mann die Polizisten in den Garten ließ. Wenig später fuhr wieder ein Wagen an Kyle vorbei. Dieses Mal einer der Rechtsmedizin. Also hatten sie eine Leiche gefunden. Doch was jetzt? Kyle musste sich was einfallen lassen. Er wollte näher ran. Aber die Polizei würde ihn nie aufs Grundstück lassen. Das Nachbargrundstück. Klar...der Pool lag dicht am Zaun des Nachbarn. Vielleicht konnte er so etwas mitbekommen. Schnell schwang er sich aus dem Wagen und ging die Straße runter. In einem unbeobachteten Moment schwang er sich über den Zaun und pirschte sich an die Stimmen heran, die nun immer lauter und deutlicher wurden. „Wow Ben, da hast du ja was gefunden...“, hörte er eine Person sagen. „Mir ist nicht nach Scherzen zumute, Doc...sag lieber, wie lange sie hier schon liegt.“, knurrte eine andere Stimme, die Kyle unweigerlich dem Hausbesitzer zuordnete. „Hmm, die Verwesung hat nicht stattgefunden. Was aber an dem Boden liegen dürfte. Es ist hier ein ziemlich kalkhaltiger und trockener Boden. Außerdem war der Sack komplett dicht. Das Loch hast du doch erst reingeschnitten oder?“ Kyle riskierte einen Blick durch ein Loch in der Zaunhecke und sah, dass der Angesprochene nickte. „Man, das wird Carla überhaupt nicht gefallen.“, murmelte Ben. „Wollen mal sehen. Alter so um die 45, vielleicht auch etwas jünger. Gepflegte Finger...auf den ersten Blick keine äußeren Verletzungen. Eine Halskette mit einem bauen Stein in der Mitte.“ Kyle presste sich das Herz zusammen. Den blauen Stein hatte er seiner Mutter zum Hochzeitstag geschenkt.

    Hmmm kann schon sein, dass dieser von Manger nicht ganz richtig tickt oder? Chris ist schwer verletzt...fiebrig und soll gegen einen Tiger kämpfen?`Das ist krank...das ist....das ist...unmöglich...unverantwortlich...das ist..menschenverachtend...das ist....


    ...klasse.....mehr bitte mehr.... :D:D:D

    Na das bringt Kim den Kerlen sicher bei und Ben braucht sich keine Vorwürfe machen. Der Kerl hatte sicher kein Schild umhängen, "Ich bin Bullenfreund" oder so....von daher....kein Ding.....aber Semir könnte auch so langsam mal das Hirn einschalten und die Gefühle für Freunde aus...bin gespannt....

    Videos...

    habe heute erneut eine Info erhalten. Die DVDs sind zu mir unterwegs. Allerdings beführchte ich, dass durch die derzeitige Wetterlage wohl nichts mit Weihnachten ist....denn hier geht zum Teil die Post nicht raus....Die Leute die den Dreh mit Stefan Richter gemacht haben, erhalten die DVD direkt von Action Conzept, sofern sie nicht auch in dem Paket enthalten sind..... Alle Anderen bitte ich um Geduld, da ich nicht weiß wann sich das Wetter bessert damit auch die Post weider funktioniert. Tut mir Leid, dass es bis Weihnachten nun doch nichts wird....bitte um Verständnis..

    Liebe Grüße

    Elvira

    Ben schob sich das letzte Stück Schinkenbrot in den Mund und wollte den letzten Rest seines Kaffees noch austrinken, als plötzlich das Telefon klingelte. „Wer um alles...“, knurrte er mit vollem Mund und nahm den Hörer in die Hand. „Hier Jäger...wer da?“ „Ben, hier ist Hartmut...ich hab da was Interessantes für dich.“, ertönte die Stimme vom Rotschopf am anderen Ende der Leitung. „Was haste denn für mich?“, fragte Ben neugierig und nahm den letzten Schluck Kaffee. „Die Waffe, die gestern sichergestellt wurde, war die, mit der auf Semir geschossen wurde. Ich hab die Kugeln verglichen. Wer auch immer der Besitzer war, er ist euer Mann.“, erklärte der rothaarige Techniker. Ben nickte nur und bedankte sich bei Hartmut, bevor er wieder auflegte. „Dann wollen dir doch mal die Jungs damit konfrontieren.“, grinste Ben und ging dann in den Verhörraum. Die beiden jungen Männer saßen in ihren Stühlen und blickten auf die Tür, als Ben durch diese in den Raum kam. „Ich verlange sofort meinen Anwalt.“, fauchte der eine und wollte aufstehen. Ben stieß ihn jedoch lässig zurück auf den Stuhl. „Hast du denn was zu gestehen?“, wollte er wissen und ließ die Akte auf den Tisch knallen. „Habt ja ganz schön was auf dem Kerbholz...Autodiebstahl, Körperverletzung und so mach anderes. Jetzt kommt noch mehr dazu. Versuchter Mord...“, kam es von Ben. Mit Adleraugen beobachtete er die Reaktion der beiden jungen Männer. Der rechte war vollkommen ruhig, doch der linke schien zu zittern und Reue zu zeigen. Da kam Ben eine Idee. „Kollege, bringst du bitte den Kerl hier in die Arrestzelle.“, forderte der junge Hauptkommissar und deutete auf Cedric. Der Polizist an der Tür nickte und schaffte den Mann raus. „Was soll das? Ich will sofort meinen Anwalt sprechen. Lass mich los, du verdammter Bulle.“, schrie Cedric nur, als er rausgeführt wurde. Doch das interessierte Ben überhaupt nicht. Er wandte sich dem zweiten Jungen zu, der leichter zu bearbeiten schien.

    Jens rutschte etwas nervös auf dem Stuhl hin und her und sah den Polizisten an. Dessen braune Augen stachen funkelnd hervor. Er setzte sich Jens genau gegenüber und sah ihn mit eindringlichen Blicken an. „Wir haben die Waffe überprüft, die bei euch gefunden wurde. Damit wurde auf meinen Kollegen geschossen. Warst du das oder dein temperamentvoller Freund?“, fing Ben das Verhör an und öffnete dann die Akte. Jens schwieg, kaute aber nervös auf seiner Unterlippe herum. „Du hast ja auch etwas auf den Kerbholz. Bis jetzt ist es aber immer nur bei Kleinigkeiten geblieben. Soll ich jetzt noch versuchter Mord und Mord hinzuschreiben?“ Bens Stimme war ruhig und sachlich. Er wusste, dass er nicht allzu viel Druck auf diesen Knaben legen durfte. Polizeischule drittes Semester...einen labilen Charakter nicht mit allzu starken Druck bearbeiten. Langsam köcheln lassen, das war die Rezeptur in so einem Fall. „Also, wer von euch hat Benjamin Klaasen erdrosselt?“, wollte Ben dann wissen. Jens sagte nichts. Er schlug nur die Arme um seinen Körper und blickte auf den Tisch. „Gut, dann eben etwas anders...“, kam es vom jungen Hauptkommissar. Er holte die Tatortfotos von dem Ermordeten hervor und legte sie langsam und sichtbar vor den jungen Mann hin. Dieser riskierte nur einen kurzen Blick auf die Bilder und schon kam die Erinnerung bei ihm wieder hoch. Wie ein innerer Drang lief nun sämtliche Tränenflüssigkeit aus seinen Augen. Ben wusste, dass es nun soweit war. „Hör zu, Junge… du kannst nur Pluspunkte sammeln und ich kann auch ein gutes Wort einlegen, aber du musst mir helfen…“, redete er auf den Jungen ein uns sah ihn eindringlich an. „Das war Cedric…ich…ich wollte das nicht...aber der Kerl hat sich gewehrt und Cedric hat zugezogen…aber er wollte es auch nicht….“, weinte Jens. „Hast du auch gezogen?“, harkte Ben nach. Jens schüttelte den Kopf. „Also gut…was ist mit meinem Kollegen? Wer hatte die Waffe und wer hat abgedrückt?“, fragte Ben nach.

    Carla stöhnte leise, als sie sich erhob. „Ihr macht euch ganz schön schwer.“, sagte sie und strich über ihren dicken Bauch. Wie zur Bestätigung, dass man sie verstand trat eines der Kinder zu. Carla machte sich einen Spaß und hielt das Füßchen was sich zeigte fest. Doch das war ein Fehler, denn nun mischte sich das Geschwisterchen ein. „Ist ja gut…ist ja gut.“, lachte Carla. Sie wollte noch zu Andrea um mit ihr den Rest zusammen zu kaufen. Doch irgendwie kam sie heute nicht aus den Puschen….sie wollte lieber auf dem Sofa liegen und schlafen… irgendwie fühlte sie sich müde. Nach einer Stunde griff sie zum Telefon und rief Andrea an. „Hallo Andrea .. hier ist Carla. Hör mal, können wir den Einkauf verschieben. Irgendwie geht es mir nicht so gut...“, erklärte sie. „Ja sicher..soll ich dich abholen? Du kannst dich dann ja mit Semir zusammen ins Wohnzimmer legen...“, lachte Andrea. „Das wäre ganz toll. Wann willst du denn her kommen?“, fragte Carla sofort nach. „Ich bringe Ayda in den Kindergarten und Layla in die Krabbelgruppe und hol dich dann ab.“, schlug Andrea vor. „Danke…das ist lieb von dir. Die beiden werden mir so langsam zu schwer…“, stöhnte Carla. „Kann ich mir sehr gut vorstellen. Also gut...in einer Stunde bin ich bei dir…ich muss nur meinen Mann festbinden...“, lachte Andrea. Carla lachte ebenfalls. „Was hat er denn diesmal angestellt?“, wollte sie wissen. „Seine Armwunde hat sich entzündet und musste geöffnet werden. Und nun jammert er wie weh das tut. Männer halt...“, gab Andrea zurück. „Also bis dann und lass Semir leben...“, lachte Carla nur. Sie kannte das Spielchen wenn Männer krank waren. Dann war das starke Geschlecht so schwach. Andrea legte auf und auch Carla legte den Hörer auf die Gabel. Sie legte sich auf die Couch und war binnen weniger Augenblicke eingeschlafen.

    Semir sah Andrea an. „Ich habe das gehört…. Ich bin nicht so schwer verletzt, das ich rund um die Uhr Betreuung brauche...“, maulte er und kniff ein Auge zu. „Dann tu bitte nicht immer so, als würdest du sterben.“, lachte Andrea und küsste ihn. „Ja, du machst dich wieder lustig über mich. Stell dir mal vor, die Kugel wäre in die Brust gegangen, was dann?“, maulte Semir beleidigt. „Schatz…ich weiß, dass dein Job gefährlich ist…aber ich bin mir sicher, dass du immer gut auf dich aufpasst und eine Schussweste trägst…egal wann. Du bist nämlich ein sehr verantwortungsvoller Vater und liebevoller Ehemann.“, gurrte Andrea. Semir grinste. „Und wie willst du dich nun bei mir entschuldigen?“, wollte er wissen. Andrea lachte leise. „Mal sehen…aber erst bringe ich die Kinder weg, hole dann Carla her und danach…kommen wir auf deine Entschuldigung zurück...“, schlug sie vor. „Okay… ich lege mich auf die Couch...bin sehr müde…“, klagte Semir. Andrea grinste. „Soll ich dir dein Fläschchen machen und die Kuscheldecke holen?“, erkundigte sie sich. Nun musste Semir lachen. „Wenn du nicht aufhörst gehe ich morgen wieder arbeiten…!“, drohte er. „Dann bin ich jetzt mal schnell weg... bis später und bleib ja zuhause.“, ermahnte sie ihn. „Ja Mama…“, grinste Semir und küsste seine Frau. Er liebte dieses Geplänkel mit ihr. „Ayda!! Komm wir müssen los!!“, rief Andrea ihre älteste Tochter. „Bin schon da, Mama… tschüss Papa und halt den Arm still!“, kam von der Fünfjährigen. Semir rollte die Augen. „Wie die Mama…“, stöhnte er nur. „Ja Semir…gegen so viel Frauenpower kannst du nichts machen….und gleich kommt Carla auch noch… sei froh, dass Layla noch nicht sprechen kann…“, lachte Andrea und verschwand mit den Kindern. Semir schüttelte nur den Kopf. Auch wenn es sehr stressig war mit drei Frauen unter einem Dach zu leben… er würde seine Familie niemals hergeben wollen. So wie sein Leben war, war es gut. Er ging ins Wohnzimmer und wollte sich hinlegen, als Felix auf die Couch sprang. „Warte…erst ich, dann du.“, bat Semir. Felix sah ihn an, sprang runter und wartete bis Semir sich hingelegt hatte. Mit einem Satz war der Kater auf Semirs Bauch. „Aber sei vorsichtig…mein Arm ist sehr schwer verletzt….“, ermahnte Semir seinen Kater.

    Jens sah auf und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Dankend nahm er das Taschentuch an, was Ben ihm reichte. „Soll ich die Frage wiederholen oder antwortest du mir gleich?“, fragte er wieder ruhig. Jens sah nur auf und spielte nervös mit den Fingern. „Ich...ich weiß es nicht.“ Da schlug Ben nur auf den Tisch. „So, du weißt es nicht...soll ich dir mal eine Kugel in die Schulter jagen, damit es dir wieder einfällt?“, fauchte Ben mit lauter Stimme und sah den Jungen mit funkelnden Augen an. Jens zuckte zusammen und riss die Augen weit auf, als der Kommissar immer dichter zu ihm aufrückte. „Cedric hat...hat geschossen.“, wimmerte er. Augenblicklich wich Ben zurück, ließ sich auf den Stuhl fallen und schaltete das Aufnahmegerät dann aus. „Warum denn nicht gleich so.“ Seine Stimme war wieder ruhig und auch die Gesichtszüge waren vollkommen entspannt. Das Spiel guter Bulle böser Bulle beherrschte er perfekt, auch wenn er alleine war. „Was...was wird jetzt aus mir?“, fragte der Junge vorsichtig. „Was glaubst du denn? Schwere räuberische Erpressung, Totschlag und dann noch versuchter Mord. Da kommt ne ganze Menge zusammen.“, meinte Ben nur und sah, wie der Junge vollkommen blass zusammensank. „Du hättest dir vorher überlegen sollen, was das Ganze für dich bringt.“, meinte Ben nur, als er den Raum verließ. Noch kurz sah er durch die verspiegelte Scheibe und ging dann weiter in sein Büro. Zwei Jungs, die an das schnelle Geld kommen wollten und dafür Menschenleben riskierten. Warum müssen die sich so ihre Zukunft verbauen, dachte er nur.


    ***************************
    hmmm keine Feeds mehr? Chris vielleicht sollten wir mit der Geschichte pausieren...bis der Weihnachtsstress vorbei ist....

    uops....schon wieder ich...gefällt nur mir die Geschichte? Kann das wirklich sein? Oder liegt es nur am Weihnachtsstress? Lass euch davon nicht entmutigen...die Story ist klasse.. und schreit nach mehr...nach sehr viel mehr

    Ob Semir das Messer bekommt?`Oder bekommt der Bär ihn?