Andrea wachte um sechs auf. Sie sah sich verwundert um, denn das Semir aufgestanden war und bereits auf der Arbeit schien, hatte sie nicht mitbekommen. „Mama…“ rief Ayda. Andrea stand auf und ging zu ihr. „Hey…ist noch etwas zu früh zum Aufstehen..“ sagte sie zu ihr. „Wo ist Papa?“ wollte Ayda wissen. „Arbeiten…der Papa hat im Augenblick viel Arbeit…“ erklärte Andrea. „Und Ben auch…der hat mir versprochen das er mir vorliest…“ gab ihre Tochter traurig von sich. „Das wird er auch tun, wenn er Zeit hat. Aber im Augenblick hat er viel zu tun und ist abends viel zu müde um zu lesen.“ erklärte Andrea. Ayda nickte. „Das verstehe ich..“ kam überzeugt von ihr. „Fein…und nun schlaf noch etwas…“ lächelte Andrea und strich ihrer Ältesten über den Kopf. Ein Blick zu Layla zeigte ihr, dass die Jüngste einen tiefen und gesunden Schlaf hatte. „Layla ist eine Schlafmütze…“ meinte Ayda nur als sie ihre Mutter zusah. „Sie schläft lange und das ist gut so…dann darf die Mama auch noch schlafen. Heute ist Freitag und der Kindergarten ist zu. Also kannst du auch schlafen..und das solltest du nun auch noch tun…“ lächelte Andrea und stand auf. „Darf ich in deinem Bett ein bisschen schlafen? Ich störe auch nicht…“ bettelte Ayda. Andrea nickte leicht. Schnell war Ayda aus ihrem Bettchen und rannte in das elterliche Schlafzimmer. Auch Andrea legte sich wieder hin. Sie hatte so selten Zeit sich auszuschlafen und wollte es diesmal einfach nutzen. Doch schon um sieben mache Layla Radau im Bett da sie sah, das Ayda nicht da war. „MAMA!!!“ schrie das kleine Mädchen laut und weinend nach ihrer Mutter. „Ja..doch..ich komme schon..“ rief Andrea zurück. Sie sah Ayda an, die auf der Seite lag, wo sonst Semir lag. Sie schlief noch tief und fest. „Wer ist wohl jetzt die Schlafmütze“ lächelt sie leise. Sie stand auf und versorge Layla die weinend in ihrem Bettchen saß. „Nicht weinen meine Kleine…Mama ist doch hier…na komm…machen wir dich erst einmal trocken und dann frühstücken wir...“ redete sie auf das knapp einjährige Mädchen ein.
Susanne kam am nächsten Morgen wieder ins Büro. „Was soll das denn? Ben ruft mich gestern an und erklärt das ich nicht als Lockvogel gebraucht werde, erklärte es mir aber nicht wirklich…was bitte ist passiert?“ wollte sie von Semir wissen. „Das ist ganz einfach. Der Kerl holt sich die Mädchen vom Strich. Gestern Nacht ist wieder eine verschwunden gerade mal 15 Jahre alt...“ erklärte Semir sachlich. „Oh mein Gott…ist sie tot?“ harkte Susanne nach. „Das hoffe ich nicht. Bisher haben wir keinen weiteren Leichenfund gemeldet bekommen.“ Gab Semir hoffnungsvoll von ihr. „Soll das heißen, das Tabea…kein gewöhnliches Schulmädchen war, sondern eine kleine Nutte vom Babystrich?“ harkte Susanne nach. „Nein…Tabea war noch Jungfrau… sie ist in der Todesnacht entjungfert worden, das hat die Obduktion ergeben. Vermutlich ist das auch der Grund, dass er sich an dem Abend nicht gezeigt hat. Er hat die Kleine vom Babystrich in seiner Gewalt. Susanne..das war eh eine dumme Idee. Wir müssen den Kerl jetzt einfach nur bekommen und dann wird er seine gerecht Strafe erhalten. Wenn er psychisch gestört ist wird er für immer in der geschlossenen Anstalt landen.“ Erklärte Semir weiter. Susanne nickte. „das ist nicht gerecht. Tabea hatte niemanden etwas getan. Warum hat er sich an sie vergriffen? Was hat er davon, ein kleines Mädchen zu vergewaltigen…?“ wollte Susanne wissen. „Das kann ich dir nicht sagen. Aber ich vermute, dass er in diesen Mädchen die Prinzessinnen aus den Märchen vor sich sieht. Sie verkörpern seine Welt und genau das ist das gefährliche. Ich kenne die Märchen nicht, Ben liest sie zwar vor, aber…wirklich kennen ist auch es bei ihm auch nicht…. Andrea hat mir zwar einige erzählt, aber sie ist eher die Schiene 1000 und eine Nacht und der Kerl geht eindeutig nach Grimms Märchen…“ gab Semir weiter von sich. „Vielleicht hilft es euch, wenn ich die Märchen lese? Ich habe ein Buch von den Grimmschen Märchen…“ rief Susanne und verschwand. Nur kurz darauf hörte man das Auto abfahren.