Beiträge von Elvira

    Soooo meine Lieben Leser...da ich bis Sonntag nicht on bin, hier einen Nachschlag.....bis Montag und dann geht es wieder häppchenweise weiter... :D

    „Hartmut!! Ich brauche deine speziellen Fähigkeiten!“ fing Semir an, als er den rothaarigem Techniker gegenüber stand. „Semir…ich bekommen den Koffer nicht auf…wirklich…das geht nicht…“ schwor dieser. „Was? Nein..nein..das weiß ich doch. Es geht um die Computerfähigkeiten...kannst du dich in die Datenbank der kolumbianischen Botschaft in Berlin hacken?“ wollte Semir wissen. Hartmut sah ihn an, als wäre Semir ein außerirdischer Besucher. „Ich soll was?“ harkte er deshalb nach. „In die Datenbank der kolumbianischen Botschaft hacken?“ hängte er an. Semir nickte. „Wir haben einen Hinweis, dass einer der Herren sich mit Drogen bereichert und...wir wollen herausfinden wer es ist..“ meinte er nur. „Mensch Semir...diese Datenbanken sind extrem gesichert...das ist nicht mal einfach so getan...“ beschwerte Hartmut sich. „Soll das heißen, du schaffst es nicht?“ forderte Semir ihn heraus. „Natürlich schaffe ich das, aber...wenn die mich erwischen...dann...dann...ist Hallig Hooge ein Erholungsgebiet... gegen das, was die mit mir machen...nee...vergiss es...das werde ich nicht tun...“ widersprach Hartmut. Semir sah zu Ben. „Tja…was hab ich gesagt…er ist ein Angsthase…du hast 100 Mäuse an mich verloren…er macht es nicht…“ grinste er und hoffte das Ben einstieg. Dieser tat ihm den Gefallen und zog einen Geldschein heraus. Semir wollte danach greifen als Hartmut sich dazwischen stellte. „Ben…steck das Geld wieder ein..nein..lass dir von Semir einen Hunderter geben...ich werde es tun...“ knurrte er und drehte sich zu seinem Computer. Er bekam nicht mit wie Semir und Ben sich lautlos abklatschten und breit grinsten. Hartmut brauchte ganze fünfzehn Minuten bis er die Daten hatte. „Ich lass dir die Liste ausdrucken und dann bin ich da wieder raus….“ kam von Hartmut. Gesagt getan…als er die Liste der Botschaftsangestellten hatte, verließ er die Seite. Hartmut hoffte nur, dass sein Besuch auf der Seite keine großen Kreise zog….doch da irrte er sich, wie er nur wenige Stunden später erfahren sollte. Er drehte sich zu Semir um und drückte ihn das Stück Papier in die Hand. „So..und nun raus hier…ich muss arbeiten..“ maulte Hartmut. „Danke Hartmut…damit hast du mir vermutlich sogar das Leben gerettet..“ lobte Semir ihn. „Weißt du was…du könntest den 100ter den du Ben schuldest auch mir geben... als kleine Bezahlung nebenher...“ schlug Hartmut nun vor. Semir schüttelte den Kopf. „Hartmut..du bist bei der Polizei...soll man dir nachsagen, dass du Bestechungsgelder annimmst?“ tadelte er ihn grinsend.

    Als Semir und Ben knappe zwei Stunden später wieder in der PAST eintrafen mussten sie sofort zu Kim kommen. Semir sah Ben an. Was will sie denn?“ wandte er sich an Susanne. „Ich kann dir nur sagen, dass sie eine extrem schlechte Laune hat. Aber sie hat auch Besuch…vom LKA Düsseldorf und zwar die Abteilung Internetkriminalität….und die sind noch übler drauf…“ gab sie bekannt. Semir sah Ben an. „Ob die wegen dem Hacken hier sind?“ fragte er kaum hörbar. Ben zog nur die Schultern hoch. „Gehen wir hin…und fragen…“ hängte er an. Sie klopften an die Tür und hörten das Herein. Semir betrat als erstes das Büro und sah einen Mann in einem feinen Anzug im Besuchersessel sitzen. „Da sind Sie ja endlich! Das ist Martin Jentsch….vom LKA, Abteilung internetverbrechen…. Das sind die Hauptkommissare Semir Gerkan und Ben Jäger…“ stellte Kim vor. Die Stimme war extrem gereizt. „Chefin…was haben wir denn mit Internetkriminalität zu tun?“ wollte Semir unschuldig wissen. „Herr Jentsch hat einen nicht legalen Zugriff der Datenbank von der kolumbianischen Botschaft verfolgen können. Dieser ging eindeutig von der KTU aus und Herr Freund konnte es mir nicht erklären. Er verwies auf Sie, da Sie zur gleichen Zeit dort waren. Können Sie mir das erklären?“ fragte Kim. „Chefin…das…das kann nur ein Irrtum sein…..“ verteidigte Semir sofort. Kim nickte. „Das hat mir Herr Freund ebenfalls mitgeteilt. Sie sehen Herr Jentsch….es ist ein haltloser Vorwurf. Vermutlich hat jemand über W-LAN mit der IP der KTU in die Seite zu kommen, was sie ja auch geschafft haben, aber wir haben nichts damit zu tun. Meine Männer wissen dass dies ungesetzlich ist und es mit empfindlichen Strafen geahndet wird..“ erklärte Kim. „Nun..das ist schon möglich….aber Sie verstehen, dass ich es aufklären muss. Dennoch denke ich, dass ich diese Mitarbeiter getrost ausschließen kann. Immerhin sind es ja Polizisten…“ nickte Jentsch und stand auf. Er verabschiedete sich freundlich und verschwand. Semir und Ben drehten sich um und wollten das Büro ebenfalls verlassen. „Meine Herren….ich habe Sie noch nicht entlassen… Bitte schließen Sie die Tür!“ forderte Kim mit einer energischen Stimme auf. Semir sah Ben an und flehte um Beistand, doch dieser zuckte nur mit den Schultern. Wie kleine Schuljungs die beim Klauen erwischt wurden setzten sie sich langsam. „Was haben Sie zu sagen?“ wollte Kim wissen. „Chefin..das ist…das war….also…ich meine…“ fing Ben an. Semir räusperte sich. „Ich nehme alles auf mich. Ich habe Hartmut gebeten sich einzuhacken um endliche eine Möglichkeit zu finden, den verdammten Koffer loszuwerden. Ben hat nichts damit zu tun. Ich weiß, dass ich nun Waffe und Ausweis ablegen muss und suspendiert werde, aber ich sah keinen anderen Weg..“ erklärte Semir mit fester Stimme.

    Also so langsam wird es zeit, dass mal Action kommt...wann passiert denn mal was mit dem Hund oder mit den Helden? Noch ist es sooooo ruhig....ich will Bult sehen.....bitte. Chris...enttäusche mich nciht..denk daran...wir sehen uns am Sonntag

    Semir ging auf den Hof. Er trug die Schussweste und verfluchte es schon jetzt. Es war einfach zu warm. Vor der PAST stand eine kleine Bank und Semir ließ sich fallen. Wie sollte das nun enden? Das Beste wäre eigentlich sich tatsächlich einem der Kerle in die Hand zu geben und zu hoffen, dadurch an den Mann zu kommen, der den passenden Schlüssel hatte. Vielleicht war es tatsächlich Bauer. Dann war das Leben von Semir zwar keinen Pfifferling mehr wert, aber er würde den Koffer loswerden. Außerdem waren Ben und Kim da, die ihn schützten. Warum sollte er sich nicht auf so ein Spiel einlassen? Immer noch besser als bis zum Ende seiner Tage mit diesem Koffer herum zu rennen. „Einen schönen Tag noch..Herr Gerkan…“ riss ihn die Stimme von Bauer aus den Gedanken. „Ach und passen Sie gut auf sich auf… Es wäre doch schade wenn Sie verletzt werden….kommen Sie einfach zu mir, wenn Sie keine Lust mehr auf das Spiel haben...“ grinste er ihn an. Semir stand auf. „Sie geben also zu, dass es so ist?“ fragte er. Joel Bauer lachte laut. „Was gebe ich zu? Haben Sie es gehört? Hat es sonst noch jemand gehört?“ wollte er wissen. Semir sah sich um. Er und Bauer waren allein. Und er musste Bauer Recht geben. Niemand konnte bezeugen, was Bauer eben zu ihm gesagt hatte. „Sie werden sich nicht immer verstecken können, Gerkan…ich habe sehr gute Leute…und die sind alle hinter Ihnen her…“ kam von Bauer. Er stockte mitten im Satz als Ben Jäger aus der Tür trat. „Semir!! Verdammt ich suche dich schon...“ stieß er aus. Bauer lachte leise und winkte Semir zum Abschied zu. Dann verschwand der Mann mit seinem Porsche. Semir sah ihm nach. „Ben…er hat es eben zugegeben. Er hat das Geld ausgesetzt und er hat mir angeboten zu kommen, wenn ich keine Lust auf das Spiel habe…dann…“ gab Semir zu verstehen. „Hat es außer dir noch jemand gehört?“ wollte Ben wissen. Semir schüttelte den Kopf. „Bauer ist nicht dumm….er weiß genau, dass wir ihm nichts nachweisen können. Und derzeit steht es 1:0 für ihn…“ gab Semir zu verstehen. Ben sah ihn an. „Du wirst dich ihm sicher nicht ausliefern…das mache ich und auch die Chefin nicht mit!“ befahl Ben wütend, der scheinbar Gedanken lesen konnte. „Wo denkst du hin? Ich werde es nicht tun...“ grinste Semir, doch in seinem Kopf entwickelte sich eine Idee, die ihn in große Schwierigkeiten bringen sollte.

    „Na komm…wir fahren etwas rum und dann sagst du mir was du hast..“ meinte Ben nur eine Stunde später. „Dafür brauchen wir nicht fahren..das kann ich dir auch hier erzählen. Ich werde festgenagelt...darf mich nicht mehr frei bewegen, hänge an einem Koffer und meine Familie ist in Gefahr. Das ist es, was mich nervt. Und ich kann nichts dagegen tun….“ fauchte Semir wütend. Ben lächelte. Er sah seinen Partner mitleidig an. „Was denkst du denn sollten wir tun?“ fragte er nach. „Herausfinden wer aus der Kolumbianischen Botschaft dahinter steckt. Was denkst du? Ist es einer der Hausangestellten? Das wäre dann unser Glück, denn die sind nicht durch ihren Status gedeckt und können verfolgt werden. Vielleicht sollten wir nach Hartmut fahren und er hackt sich in den Computer bei denen ein…?“ schlug Semir. Ben sah ihn an und schluckte. „Du weißt schon, dass wir in Teufels Küche kommen, wenn wir das tun…“ gab er zu bedenken. „Ich weiß…aber ich will irgendwann ein normales Leben führen können….ohne Angst um meine Familie….das steht für mich an erster Stelle und wenn es der Botschafter selbst ist, der dahinter steckt..“ fauchte Semir und stand auf. Ganz automatisch griff er zum koffer und verließ das Büro. Ben rannte hinterher. Sie fuhren gemeinsam das kurze Stück zur KTU wo Hartmut für sie diesen kleinen Gefallen tun sollte. Ben lenkte den Wagen geschmeidig über die Autobahn, doch kaum waren sie unterwegs sah Ben im Rückspiegel zwei Fahrzeuge die sich scheinbar an ihre Fersen geheftet hatten. „Semir…wie bekommen schon wieder Besuch...“ gab er bekannt. Sofort zog Semir seine Waffe und sah nach hinten. „Die zwei Blauen?“ fragte er. „Ja und der Rote. Scheint als würden sie ernst machen...“ murmelte Ben und beobachteten die Fahrzeuge hinter ihnen. Sie holten auf und einer setzte sich neben Ben. „Semir! Achtung!!“ schrie er und lenkte den Wagen nach rechts. Er zog an dem vorausfahrenden Wagen vorbei und reihte sich wieder ein. Der rote Wagen der eben noch neben ihm fuhr musste in die Eisen um einen Wagen auszuweichen, der aufgrund von Bens Manöver bremste. Ben hob kurz die Hand zum Zeichen der Entschuldigung und raste weiter. Die Blauen Wagen ließen sich nicht abhängen. Sie holten sogar auf, doch Bevor sie etwas unternehmen konnten, sahen Ben und Semir mehrere Kollegen hinter und vor ihnen. „Cobra 11 an alle!! Wir werden bedrängt….befinden uns gerade auf der A4 Höhe Knappsack!“ gab er durch. „Cobra 11 … hier Cobra 8… seid direkt vor uns. Reiht euch bei uns ein…!“ kam von dem Kollegen, den Ben als Sigi erkannte. „Danke Sigi…wir müssen zur KTU…“ gab Ben bekannt. „Okay…die Chefin sagte uns schon, dass ihr Geleitschutz braucht…“ kam von Sigi zurück. Eingekesselt von vier Streifenwagen ging es zur KTU.

    Georg warf einen Blick in das Krankenzimmer und entdeckte, dass Semir nicht alleine war. „Oh... störe ich?“, fragte er und sah etwas mitgenommen aus. „Nein... komm doch bitte rein, Georg.“, meinte Semir nur und nickte seiner Frau zu. Diese verstand sofort und sagte nichts. „Na komm Aida... holen wir dem Papa mal einen Kaffee.“, meinte sie, nahm die Kleine und ließ die Männer allein im Zimmer zurück. „Du hast eine reizende Familie.“, meinte Georg und sah den beiden kurz nach. „Ja... sie sind mein ganzer Stolz.“, erwiderte Semir und sah, dass Georg betroffen wirkte. „Georg... hast du irgendwas?“, wollte Semir dann wissen. Paschner drehte sich um und hatte eine einzelne Träne im Auge. „Semir... ich... ich habe meiner Rosi heute gesagt, dass ich sterben werde.“, erzählte er und hielt sich die Hand vor Augen, um die Tränen zurückzuhalten. „Ich konnte sie nicht im Ungewissen lassen. Ich will auch nicht, dass sie auf der Straße sitzt, wenn ich nicht mehr da bin...“, meinte er und spürte, wie Semir ihm die Hand auf die Schulter legte. „Das muss sie auch nicht...“, kam es von Semir und Georg sah auf. „Wie meinst du das? Das LKA wird doch keine Ruhe geben, ehe sie nicht alles gefunden hat.“, entgegnete Georg mit heiserer Stimme. Semir grinste breit, ein Grinsen, das Georg nur von ihm kannte, wenn er eine grandios gute Idee hatte. „Okay... das Grinsen bedeutet doch was, oder?“, fragte Georg und sah Semir abwartend an. Dieser nickte nur. „Dann raus mit der Sprache, Junge.“, forderte Georg. „Georg... wir, das heißt Ben und ich, werden dem LKA klar machen, dass wir dein Versteck gefunden haben. Pass auf... das Versteck, wo wir mit dem Gangstern waren, ist doch soweit aufgebraucht, oder?“, fragte Semir und Georg nickte nur. „Gut... das werden wir dem LKA als dein einziges Versteck verkaufen. Am Besten ist, du bist dann dabei... spielst einen auf Selbstsicher, bis wir dann das Versteck entlarven. Aber es muss echt überrascht aussehen.“, meinte Semir und konnte das Grinsen nicht verbergen. Georg lachte auf. „Du willst das LKA an der Nase herum führen? Man, das wird ein Spaß.“, lachte Paschner nur.

    Ben saß in seinem Büro und regelte alles mit dem LKA per Telefon. „Ja... hören sie, mein Kollege und ich haben das Versteck von Paschners Beute gefunden und wollen es auffliegen lassen.“, erklärte Ben durch das Telefon. „Wann... mein Kollege ist zur Zeit noch abwesend... er wird ihnen den konkreten Termin nennen können. Was?... Ach, sie wollen dabei sein... Ich denke, das dürfte kein Problem sein.“, meinte er nur und legte dann auf. Verschwörerisch grinsend ließ er seinen Bleistift durch die Finger kreisen. „Ben... du sollst mal schnell zur Chefin kommen.“, rief Susanne ins Büro rein. „Okay... mal gucken, was unsere Giftnudel wieder von mir will.“, meinte er nur zu sich. Susanne sah ihn strafend an. „Also Ben…“, tadelte sie ihn. „Ja was denn? Auf in die Höhle des Löwen… oder besser des Drachens.“, grinste Ben und verschwand in Kims Büro. „Ben… wie geht es Semir?“, fragte Kim als erstes „Er sollte morgen wieder raus kommen. Mit anderen Worten es geht ihm gut. Ich hole ihn morgenfrüh ab. Andrea weiß bereits Bescheid. Und anschließend fahren wir zum LKA und werden ihnen das Versteck von diesem Paschner zeigen.“, berichtete Ben. „Das ist sehr gut. Mir ist es immer noch Schleierhaft, wie Semir so schnell an die Information gekommen ist. Aber das ist Nebensache. Was wissen wir von dem ausgebrannten Fahrzeug?“, harkte sie nach. „Nichts... die Spurensicherung ist aber noch dran. Hartmut hat im Augenblick viel zu tun.“, ging es bei Ben weiter. „Also gut… machen Sie bitte zunächst das mit Paschner fertig und dann kümmern wir uns um die Bande, die Semir ins Krankenhaus gebracht hat.“, sagte sie. Ben sah sie an. „War das alles?“, fragte er verwundert. Kim nickte. „Ja sicher… sonst gibt es nichts…“, lächelte sie leicht

    Semir sah aus dem Fenster und wieder auf die Uhr. Die Zeit verging nicht und zog sich einfach nur schleppend voran. Andrea und Aida waren gegen Mittag weg gefahren und auch Georg wollte zu seiner Familie. „Alle lassen mich allein…“, maulte er leise.

    Mark, Anton und Florian machten ihren Plan perfekt. „So… diese Masken sind einwandfrei. Und nun zum Verhalten. Wenn Kunden reinkommen, werden sie sofort kalt gestellt. Ich will nicht, dass die Kunden direkt Alarm schlagen.“, warnte Anton. „Und was machen wir mit denen? Wollen wir die alle bewachen? Verdammt das geht schief!!“, stöhnte Florian. „Wird schon nicht…. nur keine Sorge… wir werden den Coup landen und dann abhauen… so einfach ist das.“, lachte Mark. Anton verteilte die Waffen. „Nur für den Notfall, klar? Es wird nicht in der Gegend herum geballert. Die Waffen sind nur zum Schreck für die Angestellten und Kunden. Wir müssen so schnell reagieren, dass die Angestellten nicht den Alarmknopf drücken. Ich habe es mir folgender Maßen vorgestellt. Wir stürmen in die Bank und halten dem erstbesten Kunden die Waffe in den Nacken. Die Angestellte wird vermutlich so geschockt sein, dass sie oder er gar nichts machen kann. Und dann werden wir den Tresor ausräumen, die Kasse natürlich und dann ab. Den Kunden werden wir erst an der Tür wieder in die Bank stoßen. Schlag auf den Kopf und gut ist… der oder die geht zu Boden. Alle, die dort in der Bank sind, werden sich um ihn oder sie kümmern. Wir können abhauen und die Bahn nutzen… Anschließend teilen wir und dann verlassen wir Deutschland.. Ja… wir fliegen nach Malle und geben dort die Kohle mit vollen Händen aus….“, lachte Anton. Florian und Mark nickten nur.

    Ben saß wieder in seinem Büro und erschrak als das Handy klingelte. „Ben Jäger!“, meldete er sich. „Semir hier.. Ben… wie sieht es aus?“, wollte sein Partner wissen. „LKA ist informiert. Die wollen natürlich dabei sein. Ist ja auch nicht anders zu denken gewesen. Wie geht es dir?“, harkte Ben nach. „Sehr gut… hör mal... kommst du heute noch vorbei?“, bat Semir. „Ja sicher… ich dachte so in einer Stunde, warum?“ „Nun ja… ich meine es sind nicht mehr so viele Stunden hier und ich habe mir überlegt die Anwesenheit hier im Krankenhaus zu verkürzen. Der Wisch für die eigenständige Entlassung ist schon unterschrieben und der Arzt kann es gar nicht abwarten, bis ich aus dem Zimmer bin. Holst du mich bitte ab?“, kam von Semir. „Semir? Weiß Andrea davon?“, harkte Ben nach. „Ja sicher… ich hab sie angerufen, aber sie hat Besuch … ihre Mutter ist zu Besuch gekommen, also meine Schwiegermutter und… die will sie natürlich nicht allein lassen…“, erklärte Semir recht unglaubwürdig. „Ah ja… aber gut… ich komme.“, lachte Ben leise. „Danke.. du bist ein wahrer Freund…“ Ben beendete das Gespräch. „Freu dich nur nicht zu früh...“, grinste er und wählte Andrea an. „Hallo Andrea… dein Göttergatte hat mich eben angerufen. Er will von mir abgeholt werden, weil du Besuch hast. Ist das in Ordnung?“, fragte er an. „Wie? Besuch?“, fragte Andrea erstaunt. „Hast du nicht deine Mutter bei dir?“, kam es erstaunt von Ben und grinste nun in sich hinein. „Nein... Aida ist bei mir, aber das war es auch schon.“, meinte sie. „Warte... er will doch nicht etwa sich selbst entlassen, oder?“, fragte sie plötzlich. „Ohhh doch.“, erwiderte Ben nur. „Na warte...“, schnaubte Andrea und legte auf. „Oh, das gibt ein Donnerwetter.“, dachte Ben nur und legte auf.

    Chris wartete darauf, das Jayden endlich zurück kam. Dies dauerte jedoch fast drei Stunden. „Ha…das war ein toller Tag...Chris…ich habe drei Fische gefangen…drei riesige Hechte die mindestens sooo groß waren..“ strahlte Jayden und zeigte ihm eine extreme Größe. Chris lächelte und nickte. „Schön dass Sie entspannen könnten. Wann fahren wir denn zurück nach Berlin?“ erkundigte er sich freundlich. „Ich denke das werden wir in gut 14 Tagen. Ich habe mir vorgenommen ein Haus zu kaufen…es gibt hier einen tollen See in Köln-Fühlingen...dort gibt es richtig gute Villen und eine steht davon zum Kauf… ein wundervoller Blick auf den See…sieben Zimmer und alle gegen Einbrecher gesichert…überall Gitter vor den Fenstern. Es ist wunderschön. Das Anwesen hat einen großen Garten und…ist zum Erholen geschaffen…“ strahlte Jayden. „Und das soll ich mir ansehen oder wie?“ fragte Chris. „Nein…es ist gekauft und wir werden heute noch umziehen. Warum hier im Hotel weilen, wenn uns ein ganzes Haus gehört?“ lachte Jayden. Chris sah ihn nur an. „Also gut…dann packen wir mal…ist das Haus denn eingerichtet?“ wollte er wissen. „Alles was wir brauchen ist vorhanden...“ versprach Jayden. Sie checkten aus und fuhren nach Fühlingen. Chris nahm das Haus genau unter die Lupe bevor Jayden Clay es vollends betreten durfte. „und… ? Ist es nicht klasse?“ fragte er. Chris nickte. „Ja…sehr schön…wirklich…extrem geräumig und gemütlich…“ stimmte er zu. Insgeheim jedoch hatte er sich bereits einen Raum ausgesucht wo er Gerkan den Koffer abnehmen würde und dann….nun ja….entweder konnte man ihn einfach beseitigen oder aber so abhängig machen, dass er alles für einen neuen Schuss tat. Und einen Polizisten als Informant konnte man immer gebrauchen. „Chris?“ riss ihn Jayden aus den Gedanken. „Ja…entschuldigen Sie… ich war in Gedanken…“ lächelte er nervös. „Das habe ich gemerkt….ich habe Sie gefragt, welches Zimmer Sie sich für die Nacht ausgesucht haben…“ lachte Jayden. „Das zweite in der ersten Etage…das ist sehr schön eingerichtet und hat eine sehr schönen Blick..“ kam von Chris. Jayden war einverstanden.

    Der nächste Morgen fing für Semir entspannt an. Als er im Büro ankam wurde ihm gesagt, das Joel Bauer gegen neun eintreffen würde. Bisher war es sehr ruhig und auch die Fahrt mit Ben am heutigen Morgen blieb ohne Zwischenfälle. Schnell war es neun und Joel Bauer wurde in den Verhörraum gebracht. Semir und Ben gingen ebenfalls hinein. Semir sah ihn an. „sie haben ein Kopfgeld auf mich ausgesetzt?“ fragte er. Joel sah ihn lächelnd an. „Herr Gerkan… Sie sind scheinbar sehr von sich überzeugt. Warum sollte ich das bitte tun? Denken Sie wirklich ich bin so versessen Sie zu bekommen?“ wollte der Drogenkönig wissen. „Ja das denken wir…also was soll das? Sie wollen den Koffer haben, oder? Haben Sie den Schlüssel?“ warf Ben ein. Joel wandte seinen Blick von Semir ab. „Nein…Herr Jäger… ich weiß auch nicht was Sie von mir wollen. Wenn Sie mir etwas vorwerfen, dann fordere ich meinen Anwalt anrufen zu dürften!“ kam kühl von Bauer. „Wir haben sehr glaubhafte Informationen, dass Sie den Koffer wollen. Bitte! Tun Sie sich keinen Zwang an…befreien Sie mich von diesem Ding!!“ fauchte Semir wütend und stellte den Koffer auf den Tisch. „Was ist da drin?“ wollte Ben wissen. Bauer lachte leise. „Woher soll ich das denn wissen? Er gehört mir nicht….“ gab er von sich. „In diesem Koffer ist Kokain… und zwar ein verdammt gutes…also….wo ist der Schlüssel?“ kam erneut von Semir. „Herr Gerkan…ich habe nichts mit Drogen zu tun…also lassen Sie mich bitte in Frieden…“ meinte Bauer nur und puhlte sich den Dreck unter dem Fingernagel weg. „Verdammt…wenn Sie den Koffer wollen, dann nehmen Sie ihn!! Dann bin ich eine Sorge los!!“ schrie Semir plötzlich los. Ben legte ihm die Hand auf die Schulter. „Gehen wir mal davon aus….das es so ist, wie Sie denken….was hindert mich daran, ihn mir mit Gewalt zu holen?“ wollte Ben wissen. Semir atmete heftig ein und aus und Ben schien zu spüren, das er langsam die Geduld verlor. „Semir!!“ warnte er ihn deshalb. Semir sah ihn an. „Geh und trink einen Kaffee… ich mach das hier..“ hängte Ben an. Semir nickte und verschwand tatsächlich. Ben wandte sich wieder an Bauer. „Ihr Kollege scheint den Druck nicht zu packen..“ meinte dieser fürsorglich. „Hören wir mal auf mit diesem Spielchen…wer ist hinter Semir her und wem gehört der Koffer wirklich?“ wollte Ben wissen ohne auf die Bemerkung einzugehen. „nun…wenn das mit dem Kopfgeld stimmt, dann dürfte jeder noch so kleine Junkie hinter ihm her sein. Sie sollten gut auf ihn aufpassen. Ich denke Sie haben keine weiteren Fragen an mich. ich muss nämlich zu einem wichtigen Termin. Wenn doch, wenden Sie sich bitte an Dr. Ingo Hufnagel…das ist mein Anwalt…und der wird dann alles regeln..“ meinte Bauer und stand auf.

    Joel Bauer lief nervös auf und ab. „Verdammt….ich hätte es mir doch denken können. Dieser Mistkerl… dieser verdammte Mistkerl….“ Stieß er aus als er den Hörer sinken ließ. Zoltan sah ihn an. „Was ist denn?“ wollte er wissen. „Das war eben mein Freund bei der Polizei. Der Koffer den der Bulle trägt ist mit einem Sprengsatz gesichert. Wir müssen ihn lebend haben. Informiere die Szene. Ich will Gerkan lebend!“ fauchte er seinen Mann an. Zoltan nickte und verschwand. Joel sah aus dem Fenster. „J.C…diesmal werde ich dir das Geschäft vermiesen..sowie du versuchst meine Bereiche zu schnappen, schnappe ich mir nun deinen sauberen Stoff…“ sagte er leise zu sich selbst. „Den Schlüssel bekomme ich auch noch, darauf kannst du Gift nehmen…“ hängte er an. Es klopfte an der Tür. „Ja?“ fauchte er wütend. „Herr Bauer..hier ist ein Telefonat für sie….es ist ein gewisser Herr J.C…“ kam etwas eingeschüchtert von seiner Sekretärin. Joel nahm den Hörer. „Ja?“ wollte er wissen. „Hallo Joel…lass die Finger von meinem Koffer!“ hörte er die Stimme von dem Mann. „J.C…. wenn du ihn wieder haben willst, dann musst du mir eine Menge zahlen…“ kam heroisch von Joel zurück. „du hast doch noch nicht einmal den Bullen…wie willst du mich dann erpressen?“ lachte J.C. „Woher willst du wissen, dass ich ihn nicht doch schon habe?“ harkte Joel nach. „Wenn es so wäre, würdest du sicher nicht im Büro sitzen…“ kam kühl zurück. „okay…aber ich bin dicht an ihm dran. Du wirst mir was bezahlen…das schwöre ich dir…du bist mir oft genug in die Quere gekommen und diesmal…werde ich schneller sein..“ drohte Joel. „Denk daran, dass du den Koffer nicht öffnen kannst, also mach hier nicht die Welle…wenn du das Ding hast wirst du auch nicht glücklich sein, denn für dich ist das Ding wertlos…“ lachte der Anrufer. „J.C….ich schwöre dir…lieber lasse ich den Bullen mit dem Koffer in die Luft gehen, als das du mich am Boden siehst…“ fauchte Joel zurück. Er knallte den Hörer auf die Gabel und ließ sich knurrend in den Sessel fallen. Was dachte dieser Mistkerl eigentlich wer er ist? fragte er sich in Gedanken. Nach wenigen Augenblicken jedoch griff er erneut zum Telefon und rief Zoltan an. „Hör zu…wir werden uns Gerkan von zuhause holen….such dir ein paar Jungs zusammen und bring ihm mir!“ befahl er. Ohne die Antwort abzuwarten legte er wieder auf.

    „… aber wenn Joel Bauer doch das Kopfgeld ausgeschrieben hat, dann ist es gut möglich, dass der Schlüssel dort zu finden ist..“ mischte Ben nun noch einmal das Gespräch auf. Semir sah ihn an. „Das stimmt…das wäre immerhin möglich…aber was bringt uns das? Ich werde mich sicher nicht in die Hände des Kerls begeben…“ widersprach Semir sofort. „Das will ich ja auch nicht….Nur wenn er den Schlüssel hat, können wir ihn ja bitten dir das Ding abzunehmen. Wir verhaften ihn dann und gut ist…Ein Drogenkönig weniger in NRW…“ schlug Ben vor. „Wir können auch seine Bude auf den Kopf stellen und dann nach dem Schlüssel suchen..“ schlug Semir vor. „Dafür brauchst du einen Durchsuchungsbefehl…“ erinnerte Ben ihn. „Stimmt…aber den bekommen wir doch oder Chefin?“ fragte Semir und sah Kim an. „Mit welchem Grund? Wir haben nichts gegen ihn in der Hand und nur der Verdacht reicht nicht…“ gab sie zu bedenken. „Oh verdammt….stimmt…“ kam von Semir zurück. „Das einzige was wir tun können ist, dass wir Bauer vorladen lassen. Hier wird er sicher nichts versuchen Sie zu überwältigen…“ schlug Kim vor. Semir wollte gerade zur Antwort ansetzen, als Susanne ins Büro kam. „Semir, Ben… die Adresse dir ihr mir gegeben habt ist die der kolumbianischen Botschaft in Berlin…“ gab sie bekannt. „Aha…dann steckt wohl einer der Leute dort mit diesem Holle unter einer Decke…Kolumbien ist doch noch immer für Kokain und andere Opiate der beste Lieferant..“ dachte Semir laut nach. „Die Kollegen dort werden sich darum kümmern. Wir können uns nur auf unser Gebiet konzentrieren..“ gab Kim zu bedenken. „Klar….aber wenn dann können sie diesen J.C. verhaften..“ schlug Ben vor. Kim sah ihn leidig an. „Sie vergessen dass die Angehörigen der Botschaft „diplomatische Immunität“ besitzen. Niemand kann sie verhaften, es sei denn es ist aus dem Land was sie vertreten.“ erklärte die Chefin. „oh man…wie sollen wir unseren Job machen, wenn die höchsten Verbrecher sich hinter der Politik verstecken?“ stöhnte Ben fragend. „Vielleicht müssen wir das ja auch nicht. Der Kerl wird sich vielleicht zu uns bemühen. Sobald er weiß wer den Koffer hat, wird er sich bestimmt einen Weg suchen zu mir zu kommen. Und dann schlagen wir zu...“ schlug Semir vor.

    „Tja...nur diesen Zettel hier mit der Adresse..“ murmelte Semir und zeigte Ben ein Stück Papier. „Am Brandenburger Tor 7 – 11? Was soll denn da sein?“ fragte dieser. Semir zog die Schultern hoch. „Keine Ahnung, aber es muss nicht besonders interessant sein, sonst hätte der Einbrecher ihn sicher mitgenommen. Susanne kann uns sicher dabei helfen..“ murmelte Semir nachdenklich. Ben stimmte zu. Bevor er jedoch was sagen konnte klingelte sein Handy. „Ben...die Chefin hat schon Sehnsucht nach euch... ihr sollt umgehend herkommen..“ kam von der Sekretärin der Dienststelle. „Wieso...? Was ist denn?“ harkte Ben nach. „.....mehr weiß ich leider auch nicht..“ gab Susanne zurück. „Okay...wir kommen gleich zurück...“ bestätigte Ben und beendete das Gespräch. Semir sah ihn an. „Wir sollen ins Büro kommen...“ gab Ben bekannt. „Aha...“ meinte Semir und nun klingelte auch sein Handy. „Hartmut?“ was ist? Hast du doch eine Lösung gefunden?“ fragte er hoffnungsvoll als er sah wer anrief. „Nun ja…eher ein weiteres Problem…“ gab der Techniker zu. „Wie? Noch eins?“ stieß Semir erstaunt aus. „Ja…also… ich habe mir die Bilder noch einmal angesehen und….es ist sehr schwer…aber für dich auch gut…“ kam von Hartmut. Semir stöhnte leise. „Hartmut…kannst du nicht einmal so reden, dass ich dich auch verstehe?“ bat er. „Ja das tu ich doch…also pass auf… das der Koffer nur mit dem Originalschlüssen zu öffnen ist, weißt du ja…das gleiche gilt für die Handschelle aber…und nun kommt der Knackpunkt…die Person…also in diesem Falle du…muss leben, wenn der Koffer abgenommen wird. Die Handschelle ist mit einem weiteren Mechanismus ausgestattet..einen Plusmesser. Solange dein Puls schlägt…kein Problem. Aber wenn er ihn nicht mehr messen kann, dann geht der Koffer in die Luft, denn das Ding scheint ebenfalls mit dem Koffer verbunden zu sein. Es bringt also niemanden etwas, dich zu töten um an den Koffer zu kommen…hast du das verstanden?“ harkte Hartmut nach. „Ja sicher…bin doch nicht blöd…“ gab Semir zurück. „Das heißt….jeder der den Koffer will, muss mich leben lassen….“ Hängte er an. „Genau das…das ist doch gut oder nicht? Also ich finde es ist ein Vorteil…“ meinte Hartmut nur. Semir beendete das Gespräch ohne etwas zu sagen.

    Sie kamen eine knappe halbe Stunde später im Büro an. „Geht nur rein…sie erwartet euch...“ begrüßte Susanne die Beiden. Semir klopfte an und wartete bis das „Herein“ kam. „Semir..Ben…setzen Sie sich.“ Bat Kim Krüger sie. „Chefin…was gibt es denn?“ wollte Ben wissen. „Semir…ich…habe heute einen Anruf von einem Informanten bekommen. Wie Sie ja schon bemerkt haben, sind Sie das Ziel von zwielichtigen Gestalten und mein Informant hat mir gesagt, dass es mittlerweile ein Kopfgeld auf Sie ausgesetzt wurde. Und zwar von Herrn Joel Bauer…er hat 5000.000 Euro auf Ihren Kopf ausgesetzt. Dieses Geld zahlt er demjenigen der Sie lebend zu ihm bringt…“ erklärte Kim mit ernster Stimme. Semir sah sie an und dann zu Ben. Eine kurze Weile herrschte Schweigen. „Whow….“ Kam dann von Semir. „Was das heißt muss ich Ihnen nicht sagen. Andrea und die Kinder sind bereits in Sicherheit …“ gab Kim bekannt. „Die Jagd wurde also eröffnet. Aber das heißt dann auch, dass ich…“ kam leise von Semir. „Genau…Sie werden, solange Sie den Koffer tragen, keinen Schritt mehr ohne Schutzweste und ohne Ben oder einem anderen Kollegen machen.“ bestätigte Kim. „Das Beste wäre also, wenn wir Ihnen die Handschelle öffnen und den Koffer dann zu einer kontrollierten Sprengung bringen…“ schlug sie vor. „Danke..toller Vorschlag, den ich auch sofort annehmen würden, nur hat Hartmut mir eben erklärt, was passiert wenn ich den Koffer abnehmen lasse. ES geht nur mit dem Originalschlüssel. Das gleiche gilt für die Handschelle. Beides ist miteinander verbunden. Wenn der Kontakt unterbrochen wird, dann geht der Sprengsatz hoch… Was das genau ist, konnte mir nicht mal Hartmut erklären. Aber von Bombe bis Giftgas ist alles drin….aber es gibt auch was Positives…laut Hartmut muss ich bei der Abnahme leben. Die Handschelle hat einen integrierten Pulsmesser. Wenn der Kofferträger keinen Puls mehr hat, dann geht ebenfalls der Sprengsatz hoch.“ erklärte Semir mit nachdenklicher Stimme. „Das heißt wir müssen den wahren Besitzer des Koffers finden um das Ding loszuwerden. Was dann allerdings ganz klar eine Verhaftung nach sich ziehen würde, da der Besitz der Drogen ja eine Straftat ist, was wiederum der Besitzer sicher nicht so einfach zulassen wird…“ gab Ben seinen Senf dazu. Semir sah ihn an. „Genau das…“ stöhnte er.

    Hannes, Matthias und Anton fuhren mit einem Affenzahn über die Autobahn. „Hey, jetzt sind wir reich...“, lachte Matthias und sah in die Tasche, wo sie das Geld drin hatten. „Ja, aber wir sollten unsere Spuren verwischen. So langsam werden die Bullen sicherlich nach dem Wagen suchen, denn sicherlich können die ihn beschreiben... Moment mal, seht mal... der blaue Kombi da... Wie für uns gemacht.“, lachte Hannes und hielt hinter dem Wagen. „Okay, Anton, knack ihn auf und folge uns dann. Wir werden den Wagen hier einfach abfackeln und dann nichts wie ab über die Grenze.“, zischte Hannes und Anton stieg aus. Das Ding zu knacken und kurzzuschließen war für ihn kein Problem. Die Alarmanlage schien auch nicht eingeschaltet zu sein, sodass dieser Diebstahl völlig unbemerkt blieb. Die Bande fuhr weiter, bog in ein abgelegenes Waldgebiet ein und stellte den Mercedes auf eine Lichtung, holte aus dem Kofferraum einen Kanister mit Benzin und Matthias übergoss den ganzen Wagen damit. „Hey, was haben wir denn hier?“, fragte Anton, als er den Kombi durchsah und die große Tasche fand. Sofort waren die beiden anderen bei ihm und sahen ihn über die Schulter. „Keine Ahnung, aber mach doch mal auf.“, forderte Hannes und alle bekamen leuchtende Augen, als ihnen etliche Banknoten entgegensprangen. „Geil... das ist das große Los.“, schrie Matthias auf. „Jetzt haben wir ausgesorgt.“, lachte Hannes und warf einige der Banknoten über seinen Kopf in die Luft. „Los, lasst uns abhauen... am Besten in die Südsee. Von dem Geld können wir unser Leben lang leben.“, lachte Matthias und schmiss die Tasche wieder zurück in den Wagen und die von ihnen erbeutete Tasche dazu. Dann wurde der alte Mercedes angezündet und die Bande verschwand. Jedoch blieb dieses Treiben nicht unbemerkt. Der Revierförster sah, wie der blaue Kombi von der Lichtung fuhr und sofort griff er zu seinem Telefon.

    Ben saß an seinem Schreibtisch und arbeitete an dem Fall weiter, als sein Telefon schellte. „Kripo Autobahn... Jäger.“, meldete er sich mit einem gleichgültigen Gesicht, doch sofort änderte sich der Gesichtsausdruck und ein vollkommen aufmerksamer Ben saß auf seinem Stuhl. „Okay, wo ist das genau?“, wollte er wissen und nahm sich Papier und Bleistift in die Hand. Schnell ließ er die Miene des Stiftes über das Papier flitzen und hatte mit einem Geschmiere einige Wörter und Buchstaben zu Papier gebracht. „Gut... wir sind schon auf dem Weg.“, meinte er und legte auf. „Hotte... Dieter... kommt, es gibt Arbeit.“, rief er seinen Kollegen zu, als er nach draußen zu seinem Wagen ging. „Kommen!“, kam es zurück. Ben startete den Wagen. „Ben? Wohin geht es denn eigentlich?“, wollte Dieter über Funk wissen. „Fahrt einfach hinter mir her.“, maulte Ben leicht angesäuert. Er hatte tatsächlich vergessen den Beiden zu sagen, wohin sie fahren musste. „Okay… hört zu. Am Waldrand des Königsforsts zur A3 steht ein Fahrzeug in Flammen. Wenn der Jäger, der es gemeldet hat, sich nicht im Kennzeichen vertan hat, dann ist es der Wagen von den Typen wegen denen Semir im Krankenhaus liegt.“, gab Ben durch. „Alles klar… die Feuerwehr bereits vor Ort?“, wollte Hotte wissen. „Ja sicher. Der Jäger hat sie bereits informiert. Hoffe nur, dass nicht alle Spuren verwischt sind.“, murmelte Ben leise.

    Semir lag in seinem Bett und ließ seine Gedanken kreisen. Armer Georg. Aber durfte er so einfach die Tatsache dass der Mann sein Geld durch Einbrüche verdient hatte außer Acht lassen? Durfte er das Geld so einfach abschreiben? Die Kollegen vom LKA sind doch nicht dumm. Wenn Rosi erzählt, dass ihr Vater Georg Paschner ist, können die doch eins und eins zusammen zählen. Nein… es musste einen anderen Weg geben. Doch welchen…? Semir grübelte angestrengt. Wenn Andrea als Finderin ankommt ist es genauso unglaubwürdig… es musste einen anderen Weg geben… einen anderen Weg dem Mann und seine Familie zu helfen. „SEMIR!!“, rief ihn jemand aus den Gedanken. „Was?“, fragte er erstaunt und sah die Person an. „Andrea…. Entschuldige… ich war in Gedanken… ich...“, entschuldigte er sich. „Ja das hab ich gemerkt… du warst total versunken. Ich sitze hier nun schon fünf Minuten und rufe dich und du reagierst gar nicht…“, lachte sie. „Ja… ich dachte gerade an Georg…“, erklärte Semir. „An Paschner?“, kam erstaunt von Andrea. „Ja… er hat … Andrea er hat Krebs… im Endstadium. Die Ärzte geben ihm noch ein knappes halbes Jahr. Deshalb hatte er mich eingeladen. Er wollte mit mir sprechen…. Wegen…der Beute von damals… er hatte sie seiner Tochter zugedacht, aber das LKA hat mir befohlen, die Beute zu finden und natürlich zurück zu geben. Dieser Münzhändler ist ja auch bereits pleite und ich nehme an, dass die Dinger bereits an Wert verloren haben. Und die Verbrecher haben ihn fast alles abgenommen. Ich befinde mich im Zwiespalt. Was tue ich? Wenn ich meinem Job folge, dann muss ich alles, was sich im Versteck befindet zurückgeben. Rosi und die Kinder stünden ohne alles da. Sie müssten sogar das Haus verlassen. Aber wenn ich es nicht tue, dann verstoße ich selbst gegen das Gesetz. Das wiederum könnte meine Stellung und damit meine Familie gefährden…“, erklärte Semir seinen Zwiespalt. Andrea hörte schweigend zu. „Ich verstehe… dein gutes Herz meldet sich… deine soziale Ader… Schatz… Georg ist ein Verbrecher. Er hat sich Sachen angeeignet, die ihm nicht gehörten. Dafür hat er doch seine Strafe abgesessen. Ich meine, wer weiß denn noch, wie viel Beute im Versteck ist? Ich meine, er hat hoffentlich mehr als nur ein Versteck. Warum lasst ihr nicht ein Versteck ausräumen vom LKA und das Andere… nun ja… was man nicht weiß…“, lächelte Andrea. Semir sah sie an. Seine Augen blitzten und ein leichtes Grinsen trat auf. „Ich liebe dich...“, sagte er und küsste sie.

    Auch für Semir und Ben kam der nächste Morgen. Die Nacht verlief ohne Probleme und Semir musste sich von seiner Familie verabschieden. „Semir...wenn es vorbei ist, dann ruf mich bitte sofort an...ja?“ bat Andrea und strich ihm sanft über die Wange. „Ja mache ich mein Schatz...und du passt auf unsere Prinzessinnen auf...“ meinte er und küsste sie. „Ich liebe dich...“ hängte er an. Andrea nahm Layla und Aida. Sie verließen das Haus und wurden von Dieter und Hotte, die die Drei in die Eifel bringen sollten, zu einem Wagen gebracht. Semir blieb an der Tür stehen und wartete bis sie abgefahren waren. Er hob die Hand und winkte ihnen nach, als sie die Straße runter fuhren. Ben legte ihm die Hand auf die Schulter. „Hey...und nun werden wir den Besitzer finden, was denkst du?“ wollte er wissen. „Wo denn? Wir haben nur zwei Buchstaben... J. C. das kann alles heißen...“ stöhnte Semir leise. „Polizeiarbeit.... das ist auch sehr wichtig...wir müssen einfach überall suchen. Ich habe da jemanden, der in dem Milieu auskennt. Den Dealer den er nicht kennt, gibt es auch nicht....ich werde mich mit ihm treffen und dann werden wir sicher auch wissen wen wir suchen müssen um dich von dem Teil hier zu befreien..“ machte Ben ihm Mut. Semir gähnte herzhaft. „Bist du noch müde?“ wollte Ben wissen. Semir nickte. „Mit dem Ding ist es nicht einfach...wenn du dich umdrehst wirst du von der Kette geweckt....liegst du auf der Seite...dann stört der Koffer, weil du keine Freiheit hast...Es ist einfach .....“ knurrte Semir. „ Wie wäre es, wenn wir uns noch mal die Wohnung von diesem Holle vornehmen...ich meine...er kann uns deshalb nicht an den Karren pissen..“ schlug Ben vor. Semir zog die Schultern hoch. „Was denkst du dort zu finden?“ fragte er an. „Semir...keine Ahnung... aber genau das ist es doch!! Wir müssen alles ansehen... jeden einzelnen Zettel...“ stöhnte Ben und zog Semir mit raus. Sie taten es und fuhren zu der Adresse von Armin Holle. Die Tür war durch ein Polizeisiegel verschlossen und hätte nicht aufgebrochen werden dürfen, auch von Semir und Ben nicht, dennoch öffnete Ben die Tür und ließ Semir eintreten. Die Wohnung erwies sich nun als ein Chaos. „Scheint jemand schon hier gewesen zu sein...alles ist aufgeschlitzt...aber das Siegel war nicht verletzt...“murmelte Semir und griff zum Handy. „Was willst du machen?“ fragte Ben. „Na den Einbruch melden...“ kam von Semir. „Wir haben das Siegel gebrochen...das ist strafbar...“ machte Ben ihn aufmerksam. „Hast du es tatsächlich getan? War es nicht eher der Einbrecher, der die Wohnung vor uns durchsucht hat?“ grinste Semir. Ben überlegte einen Augenblick und grinste dann. „Stimmt auch wieder...“ gab er zu.

    Chris Jensen wachte durch ein heftiges Klopfen an der Tür wach. „Ja...Moment..“ stieß er aus und zog sich schnell seine Sporthose an. Er öffnete die Tür. „Konsul...was gibt es denn?“ fragte er erstaunt als er sah wer vor der Tür stand. „Ich wollte Ihnen nur mitteilen, dass ich gleich zum Angeln fahre. Mit Ingo...wollen Sie auch mit?“ fragte Jayden. Chris lächelte gequält. „Angeln? Ähm...das ist...also ich finde es nett, dass Sie mich einladen, aber...ich mache mir nichts aus Fisch und auch nicht aus diesem Sport. Und wenn ich nicht mit muss, dann würde ich den Tag gern anders verbringen..“ bat er etwas verlegen. Jayden nickte. „Versteh schon...für Sie ist Angeln ein Sport für alte Männer...“lachte der sympathische Mann. „Nein...das meine ich nicht...im Gegenteil, aber ich hätte da keine Freude dran...“ widersprach Chris Jayden nickte. „Also gut...dann fahren wir allein, aber wenn Sie sich langweilen, dann können Sie gern dazu kommen. Wir fahren zum alten Weiher in Aachen..“ erklärte er. Chris nickte. „Ich werde darüber nachdenken...“ versprach er. Jayden Clay verabschiedete sich und wünschte Chris einen schönen Tag. Chris schloss die Tür und ließ sich wieder ins Bett fallen. Nur wenige Augenblicke war er wieder im Land der Träume. Er schlief gut bis zehn Uhr und ging dann Frühstücken. Heute musste er sich mit einem alten Freund treffen, der sicher mehr wusste, als er wenn es darum ging Armin Holle ausfindig zu machen. Dieser Mistkerl hatte sich immer noch nicht gemeldet und rannte vermutlich immer noch mit seinem Koks durch die Stadt. Koks in einem Wert von gut 5 Millionen Euro. Chris war nicht willens auf dieses Geld oder auf das Koks zu verzichten. Er musste es finden und das schnell. Als er mit dem Essen fertig war, verließ er das Hotel und fuhr in den Königsforst, ein Waldgebiet am Kölner Stadtrand wo er sich mit seinem Freund treffen wollte. Dieser erwartete ihn bereits. „Hi Chris...ich habe neue Informationen für dich. Ich weiß wo dein Stoff ist...das ist die gute Nachricht...aber ich habe auch zwei schlechte...die 1. Armin Holle ist tot...er hat sich in der Zelle erhängt. Und die zweite schlechte...dein Koffer ziert ein Handgelenk eines Bullen von der Kripo Autobahn. Ich hab sogar den Namen ...“ grinste der Mann. Chris sah ihn an. „Wie war das?“ fragte er. „Dieser Armin hat sogar eine Lawine losgetreten...ich weiß nicht wie, aber er hat es geschafft das die Drogenwelt davon Kenntnis hat und nun machen sich alle auf die Suche nach dem Bullen..“ erklärte sein Freund. Chris schluckte. „Wer ist der Bulle? Hast du einen Namen?“ wollte er wissen. „Ja sicher doch...der Kerl heißt Semir Gerkan...aber du musst dich beeilen...Joel Bauer ist auch hinter ihm her…“ grinste der Mann. Chris nickte, reichte dem Mann ein kleines Bündel Geld und sah ihn an. „Wenn du noch mehr weißt...dann sag es mir...“ bat er.

    Hallo

    Hat Tom Beck eigentlich noch die aktuelle Freundin die in Vancouver wohnt? Hab nämlich gehört das er mit der Ex von Oliver Pocher, Monica Ivancan heftig geflirtet haben soll. Die beiden haben auf der Schokoparty in Köln anscheinden die ganze Zeit herumgeturtelt und sich etwas ins Ohr geflüstert etc.

    Hier ein Teil des Artikels

    Selbst wenn es so wäre, ist es seine Privatangelegenheit.... Er ist erwachsen und darüber ist es nicht notwendig eine Diskussion zu führen. Aus diesem Grund wird der Thread geschlossen.

    *******************geschlossen******************

    Jayden sah sich in der Kneipe um. „Nett...wirklich nett...wir setzen uns besser dort in die Ecke...ich habe es nicht so gern frei im Rücken...und in meiner Position ist es besser wenn ....na komm...da hinten ist frei..“ lachte er und zog Ingo mit nach hinten. „Was machst du denn so?“ wollte dieser wissen als sie sich setzten. „Ich bin in der Politik unseres Landes eingestiegen...die brauchten mal jemanden der Denken und lenken kann...ich bin Konsul von Kolumbien und hauptsächlich hier in Deutschland der Ansprechpartner für die vielen Kolumbianer...also die in Berlin...“ erklärte Jayden. „gibt es so viele von denen? Ich dachte immer Türken und Italiener wären die meisten...“ murmelte Ingo nachdenklich. „In Berlin sind es sehr viele...aber wenn ich mal nichts zu tun habe, dann fliege ich über den großen Teich und mache mir eine schöne Woche in New York...das beste ist, dass du immer Geschäfte vorschieben kannst... aber genug von mir....wie geht es in deiner Kanzlei so ?“ fragte Jayden im Gegenzug. Ingo stöhnte leise. „Tja…nicht besonders…“ gab er zu. „Oh…so schlimm?“ kam mitleidig von Jayden. Ingo wusste genau, dass er es ernst meinte. „Ja…mein letzter Klient hat sich das Leben genommen…im Gefängnis. Die Beweise waren verdammt erdrückend und der Idiot hat einem Bullen einen Koffer voller Koks angehängt….“ erzählte Ingo. Jayden sah ihn an. „wie das denn?“ wollte er wissen. „Das war wenn ich die Worte meines toten Mandanten interpretiere so, dass der Polizist ihn wohl linken wolle. Ist als Käufer aufgetreten und mein Mandant ist darauf rein gefallen. Bei der Übergabe schnappte dann die Falle zu. Und jetzt kommt es…mein Mandant wurde ordnungsgemäß abgetastet und er greift nach der Handschelle die mit einer Kette an dem Koffer befestigt ist und lässt sie um das Handgelenk des Bullen einrasten…kein Schlüssel passte…und mein Mandant sagte mir, dass der Koffer nur von dem wahren Besitzer, der natürlich ein großer Drogenkönig ist, geöffnet werden kann. Er nennt sich J.C…. die gleichen Initialen wie dein Name…“ lachte Ingo. Jayden sah ihn an. „also ich finde es nicht lustig… der arme Polizist…stell dir mal vor, das ihn jetzt die Verbrecher jagen oder er eine Familie hat...oder Beides….nein…der Mann tut mir echt leid…“ tadelte Jayden seinen alten Freund. „Na...der Mann ist mir eh schon seit langem ein Dorn im Auge. Er hält sich für was Besseres...nur weil er Polizist ist...soll lieber seinen Job auf der Autobahn machen...dieser Gerkan...“ knurrte Ingo. Jayden sah ihn an. „Was sind denn das für Worte...“ tadelte er seinen Freund.

    Der nächste Tag brach an und Jayden fuhr in sein Hotel wo bereits sein Leibwächter Chris Jensen auf ihn wartete. Chris Jensen sah aus dem Fenster raus. Dieser Idioten die er dafür bezahlten ihn seinen Stoff zu bringen hatten versagt. Armin Holle….dieser Oberaffe hat sich wohl mit seinem Koks aus dem Staub gemacht, aber er wird daran nicht viel Freude haben, das schwor sich Chris. „Chris?“ riss ihn die Stimme von Jayden Clay aus den Gedanken. „Konsul? Was kann ich für Sie tun?“ fragte er als er seinen Chef eintreten sah. „Sie sahen so in Gedanken aus...haben Sie Probleme?“ wollte Jayden Clay wissen. „Nein...nein...ich habe eben nur eine sonderbare Geschichte gehört...“ lächelte er abwesend. „Geschichten sind meistens sonderbar. Aber...sie sollten uns nicht belasten...“ meinte Jayden Clay nur. Chris nickte. „Wie war denn Ihr Treffen mit Ihrem alten Freund?“ wollte er wissen. „Nun....wir haben uns sehr gut verstanden und auch sehr viel zu erzählen gehabt. Mein Freund hat mir auch eine sehr sonderbare Geschichte erzählt...nun ja...er ist Rechtsanwalt und verteidigt die Verbrecher, die natürlich alle unschuldig sind...“ meinte Jayden nur. Chris nickte. „Ja...das kennt man. Nicht zu seinen Taten stehen ist ein Verbrechen an der Allgemeinheit. Wenn man einen Fehler gemacht hat, sollte man ihn auch eingestehen können...“ gab Chris zu verstehen. Jayden schlug ihm auf die Schulter. „Wenn alle so ein Rechtsverständnis hätten wie Sie, würde die Welt etwas sicherer sein..“ lobte er ihn. Chris lächelte und dachte sich nur „,... wenn du wüsstest..“ Er sprach es aber nicht aus. „Wir werden noch eine Woche bleiben....Ingo...mein Freund muss mir noch was zeigen und außerdem...ist es derzeit eh ruhig. Machen Sie sich ein paar schöne Tage...“ schlug Jayden vor. Chris sah ihn an. „Sehr gern....Sir...ich würde gleich gern etwas rausgehen...ich habe natürlich eine Vertretung wenn Sie wünschen..“ gab er zu verstehen. Jayden lachte. „Ich werde mich auf mein Zimmer begeben und sicher bis heute Abend schlafen. Außerdem...wir sind in Deutschland...hier ist es alles sicherer als in Kolumbien...“ „Vielen Dank...Sir...“ kam von Chris und schon verschwand er. „Ach und noch was...Chris...nennen Sie mich nicht Sir... wir sind in Deutschland.....und da muss es nicht sein...“ gab Jayden noch von sich bevor er im Aufzug verschwand.

    Georg sah auf, als Rosi ins Bad kam. „Die Kinder schlafen jetzt.“, meinte sie erleichtert und hoffte, dass die Kleinen die schrecklichen Stunden schnell verarbeiten würden. Georg nickte. „Kommen sie... ich brauche jetzt einen Schnaps und ich denke, sie können auch einen vertragen.“, meinte er zu Ben und ging mit ihm Richtung Wohnzimmer. Der junge Hauptkommissar ließ sich auf dem Sofa nieder und hielt seinen Block fest. „Herr Paschner...“ „Bitte Georg... da sie ein Freund von Semir sind, betrachte ich sie auch als den meinen.“, meinte Georg und stellte ein gefülltes Glas vor Ben hin. Dieser grinste nur und nickte. „Gut Georg... ich würde gerne wissen, wie die Typen hier reingekommen sind? Ich mein, ihr werdet ihnen wohl kaum die Tür aufgemacht haben, oder?“, wollte Ben wissen und ließ das gefüllte Glas links stehen. „Leider doch... meine Tochter hat die Tür geöffnet, weil sie dachte, es sei der Nachbar, der sein Paket holen wollte. Hätte ich gewusst, dass der Abend solch eine Wendung nimmt, hätte ich Semir nicht eingeladen... Dabei wollt ich doch nur mit ihm reden.“, stieß Georg aus und stürzte sein gefülltes Glas in einem Zuge runter, schenkte sich sofort nach, da er mit den Nerven leicht fertig war. „Worüber wolltest du denn mit Semir reden?“, fragte Ben und nahm sein gefülltes Glas in die Hand. Doch jetzt schwieg Georg. „Das geht nur Semir und mich etwas an... Tut mir Leid Junge, aber das ist so ein Spiel zwischen uns, dass ich noch mit ihm gespielt habe, als er mich damals gejagt hatte.“, lachte der alte Einbrecher. „Ich weiß... ich habe den Bericht gelesen.“, lachte Ben und stürzte nun sein Glas in einem Schluck hinunter.

    Die drei Bankräuber Florian, Mark und Tobi saßen in einer Raststätte und tranken ein Bier. „Man... die Kohle haben wir, aber wir können sie nicht ausgeben. Die Bullen schnüffeln doch noch überall rum und gerade jetzt, nachdem du Axel erschossen hast.“, zischte Mark Tobi an. „Ey, willst du mich von der Seite anmachen? Axel war ein Risiko, dass ich beseitigt habe... aber was das Geld angeht, hast du Recht. Wir sollten es erst einmal verstecken und für eine Weile untertauchen.“, meinte der Anführer der Bande. Just in diesem Moment kamen Hotte und Dieter in die Raststätte, natürlich in Uniform. Sofort duckten sich die drei und Flo griff instinktiv nach seiner Waffe. „Verdammt, die sind hinter uns her.“, zischte er zu seinem Bruder rüber und klopfte mit dem Lauf gegen das Knie seines Bruders. „Dreh jetzt nur nicht durch.“, erwiderte er. „Gehört ihnen der blaue Kombi... am Mülleimer unter der Laterne?“, hörten sie die tiefe Stimme des dicklichen Polizisten und sie merkten, dass beide hinter ihnen standen. „Ähm… Ja, warum?“, wollte Florian wissen. „Würden Sie mir bitte die Fahrzeugpapiere zeigen und Ihren Führerschein natürlich.“, befahl der Polizist freundlich. Florian nickte. „Ja sicher… was ist denn?“, harkte er erneut nach. „Routine… ich würde gern die Papiere sehen. Haben Sie etwas geladen?“, kam die nächsten Frage. „Nein… warum verdammt?“, fauchte Florian dem so langsam der Geduldsfaden riss. Er reichte dem Polizisten die Papiere. „Danke… öffnen Sie doch mal den Laderaum Ich will nur einen Blick hineinwerfen…“, forderte der Polizist auf. Florian sah zu Mark und Tobi. Mark nickte. „Also gut… bitte schön…“, stieß er aus. Er wusste genau, dass die Tasche mit dem Geld auf der Ladefläche lag. Der Polizist sah in den Fahrzeugraum. „Geht das Licht nicht?“, fragte er, weil sich die Beleuchtung nicht anschalten ließ. „Nein… die ist kaputt…“, erklärte Florian. „Dieter!! Ich brauch mal die Taschenlampe!!“, rief der Polizist und wenige Augenblicke kam ein langer schmächtiger Polizist zum Wagen. Er leuchtete hinein. Der Raum war leer. „Gut… was haben Sie getrunken?“, hagelte die neue Frage auf Florian ein. „Ein Bier….“, behauptete er. „Sie dürfen nicht mehr fahren, das ist doch wohl klar oder?“ Florian nickte. „Ja sicher… ich wohne direkt hier oben und meine Freunde schlafen heute bei mir.“, erklärte er. Die Polizisten verabschiedeten sich und wünschte den Dreien sogar einen schönen Abend. Mark grinste breit.

    „Eine Gehirnerschütterung und eine keine Platzwunde. Ansonsten scheint es Ihnen gut zu gehen. Außer die Fesselungsmerkmale an den Handgelenken…“, murmelte der Arzt. „Ja geht schon. Mir ist lediglich schwindelig und übel.“, erklärte Semir. „Ja sicher... Sie sollten heute auf jeden Fall den Rest der Nacht hier blieben.“, empfahl der Arzt. „Danke Doc, aber ich fahre direkt wieder. Ich muss da noch einiges klären…“, lächelte Semir und erhob sich. Leicht schwankend stand er im Raum. Alles drehte sich um ihn. Er hielt sich fest um nicht umzufallen, denn der Raum schien Karussell zu fahren. Der Arzt sah das natürlich. „Sie werden heute nirgendwo hinfahren… das heißt doch... mit dem Fahrstuhl auf Ihre Station. Sie können so nicht auf die Strasse. Ich werde es Ihrer Frau schon erklären können.“, lächelte der Doc und zwang Semir erneut auf die Liege. Ein kurzes Telefonat ließ Pfleger in den Raum kommen. „Bringt ihn auf die zweite…. Die haben sicher ein Zimmer frei.“, befahl der Arzt und ging zu Andrea, die immer noch auf dem Flur saß. „Frau Gerkhan. Es sind zwar keine gravierenden Verletzungen, aber er wird die Nacht hier bei uns verbringen. Gehirnerschütterung, scheinbar doch schwerer als ich vermutet habe. Ich würde ihn am liebsten drei Tage hier behalten. Allerdings denke ich, wird es sich schwer gestalten. Er will nicht.“, erklärte er. „Er will nicht? Herr Doktor... er wird hier bleiben… versprochen. Wo ist er?“, fragte Andrea. „Ich bringe Sie hin…“, lächelte der Arzt. Gemeinsam fuhren sie auf die 2. Station. Semir lag in seinem Bett und hatte die Augen geschlossen. Als Andrea eintrat sah er sie an. „Schatz…. Ich bin gleich soweit, dass wir fahren können…“, versprach er. „Das denke ich nicht, Semir… du wirst hier mindestens drei Tage liegen bleiben. Bis der Arzt sagt, dass du raus darfst. Vorher nicht!“, befahl Andrea. „Aber Schatz… ich bin…“, versuchte Semir. „Nein! Du wirst hier lieben bleiben, mein Göttergatte!! Das ist ein Befehl!! Ich warne dich… wenn du dich vorzeitig entlässt, schläfst du auf der Couch! Und zwar für den Rest deines Lebens!“, versprach Andrea wütend. Semir sah sie erschrocken an. „Was? Aber Andrea?“, versuchte er es erneut. „Nichts da! Du bleibst hier liegen… ist das angekommen?“, wollte sie wissen. Semir nickte nur und zog die Decke unbewusst bis ans Kinn. Der Arzt musste breit grinsen. „Sehen Sie… gar kein Problem.“

    Am nächsten Morgen fuhren Semir und Ben ins Büro von Hufnagel. Dieser erwartete sie bereits. „Meine Herren, Sie stehlen mir kostbare Zeit. Wenn es um die Verteidigung von Herrn Holle geht, dann muss ich Sie bis zur Verhandlung vertrösten..“ knurrte der Anwalt sie an. „Sie brauchen ihn nicht mehr zu vertreten. Herr Holle hat es vorgezogen sich vor dem höchsten Gericht zu stellen. Er hat sich das Leben genommen…“ erklärte Semir kühl. „Oh…das ist übel. Damit geht mir das Honorar flöten...aber gut…Arbeit gespart...“ grinste der Mann nur. Semir ballte die Faust. „Ich habe da noch eine andere Frage….Holle hat mir versichert, das hinter mir einige böse Jungs her sind, die den Koffer haben wollen. Er durfte lediglich ein Telefonat führen und kann niemanden informiert werden. Da frage ich mich natürlich woher die bösen Jungs wissen dass der koffer bei mir ist...“ meinte er. Hufnagel lachte leise. „und Sie denken ich habe verbreitet, dass Sie ein Anhängsel haben, was mehrere Millionen wert ist? Etwas weit hergeholt, finden Sie nicht?“ fragte er nach. „Das genau ist mein Verdacht. Sie waren der einzige der mit Holle nach seiner Verhaftung zu tun hatte. Also…wem haben Sie erzählt, dass ich den Koffer habe?“ fauchte Semir. „Tut mir Leid..aber ich kann Ihnen da nicht weiterhelfen…ich habe mit niemanden gesprochen…ob Sie es nun glauben oder nicht .Meine Herren…ich habe noch einen wichtigen Termin vor Gericht…“ entschuldigte sich Hufnagel und ließ die Beiden einfach stehen. „Also....?“ kam von Semir und er sah dem Anwalt fragend hinterher. “Ich denke er weiß nichts...“ meinte Ben. Semir sah ihn an. „Wir müssen aber irgendwo anfangen... der Kerl ist eiskalt...und denkt nur ans Geld....ich werde den noch genauer unter die Lupe nehmen, das verspreche ich dir..“ knurrte Semir. Ben lachte leise. „Kann es sein, dass du den Kerl nicht magst?“ wollte er wissen.

    Ingo Hufnagel nahm seinen Termin wahr und fuhr anschließend ins Büro zurück. „Herr Jayden Clay erwartet Sie heute Abend um sieben in der „alten Schleiereule...“ las er die Memo in seinem Mailfach. „Ach...der alte Jayden...hat es nicht vergessen...“ dachte er nur. Doch leider wusste Ingo dass dieser damals so tolle Schuppen nicht mehr existierte. Er war den Fluten des Rheines zum Opfer gefallen. 2003 war der Pegel in Köln so hoch gewesen, dass die Wassermassen die Altstadt überfluteten und alles was nicht weit genug vom Wasser war zerstörten. Leider gehörte auch die „Alte Schleiereule“ dazu. Das Inventar war so extrem zerstört, dass sich der Aufbau nicht lohnte. Der Besitzer schloss die Kneipe und öffnete sie nie wieder. Er sah auf die Uhr. Es war fünf. Also blieb noch Zeit zum duschen und dann würde er am Rheinufer auf seinen alten Freund warten. Ingo brauchte mehr als eine Stunde bis er zum Rhein fuhr. Würde er seinen alten Freund wieder erkennen? Er kam am Rhein an und sah einen etwas aus der Rolle fallenden Mann am Gitter stehen und auf das Wasser sehen. Ingo lachte leise. Immer noch so ein Romantiker wie vorher, dachte er und stellte sich neben den Mann. Dieser sah ihn nicht an, sondern nur aufs Wasser und auf die Ausflugsschiffe die den Rhein entlangfuhren. „Schön nicht wahr? Die „alte Schleiereule“ gibt es leider nicht mehr...aber herzlich willkommen in Köln...“ meinte Ingo und drehte sich zu den Mann um. „Ingo!! Ich hab dich ja gar nicht erkannt...du hast du stark verändert..“ strahlte der Mann und umarmte ihn. „Gleichfalls...du siehst sehr gut aus...bist reich oder?“ lachte Ingo. „Nun sagen wir...ich habe ein Auskommen mit meinem Einkommen...“ gab Jayden zurück. „Wo gehen wir denn jetzt hin?“ wollte er wissen und sah sich um. „Na in die Cocktailbar...ist zwar nicht so wie die „Schleiereule“ aber immer noch besser als der „zum Kaptain...“ schlug Ingo vor. Jayden war einverstanden und schon gingen sie zu dem Gaststätten und Restaurants. „Kann man dort auch essen? Ich falle um vor Hunger..“ stöhnte Jayden. „Wenn du auf Thai stehst...ja...sehr gut sogar...“ lobte Ingo die Küche.

    „Semir?“ rief Andrea zaghaft, als sie hörte dass jemand die Treppe hoch kam. „Alles okay...Andrea...ich werde Ben anrufen und dafür sorgen, dass ihr morgen direkt von Dieter und Hotte zu deinen Eltern gebracht wirst…“ hörte sie ihren Mann sagen. Sie schob die Kommode zur Seite und öffnete die Tür. Nur einen Spalt, denn sie hatte Angst, dass jemand Semir zu dem was er sagte gezwungen hatte, doch es war unbegründet. „Komm raus...schlafen die Kinder noch?“ wollte er besorgt wissen. „Ja...sie haben nichts mitbekommen..“ nickte Andrea und ging mit Semir ins Wohnzimmer wo er sofort nach dem Telefon griff. „Ben...ich bin es...es geht weiter...eben war ein Kerl hier, der mir eindeutig eine Warnung ausgesprochen hat. Bevor ich etwas sagen konnte war er schon weg. Es hört sich vielleicht dumm an, aber könntest du für die Nacht zu uns kommen. Wenn die mit mehreren kommen bin ich machtlos...“ bat Semir. „Bin schon auf dem Weg..“ hörte er seinen Partner sagen und beendete das Gespräch. Allerdings ließ er die Gabel direkt wieder hoch schnappen und rief Kim Krüger an. „Chefin...es geht los. Ich will dass meine Familie in Sicherheit gebracht wird. Sie sind eindeutig in Gefahr..“ erklärte Semir. „Sind Sie sich da ganz sicher?“ wollte Kim wissen. „Mir wurde eben eine Drohung ausgesprochen und ein Bild meiner Familie übergeben. Mehr brauch ich nicht...ja...ich bin mir sehr sicher...“ gab Semir bekannt. „Okay...ich werde heute Nacht noch eine Streife vor Ihrem Haus postieren und morgen wird Andrea mit den Kindern weg gebracht... Versuchen Sie etwas zu schlafen, damit Sie fit für die Sache sind...“ bat Kim. „Danke Chefin...Ben wird auch gleich herkommen... wenn jemand was startet, dann haben wir zu zweit eine bessere Chance meine Familie zu schützen.“ erklärte Semir und sah Andrea an die ihn besorgt ansah. Er beendete das Gespräch. „Semir…wer sind die und was wollen die?“ wollte sie wissen. „Den Koffer…Andrea….du brauchst dir keine Sorgen machen….Ben und die Chefin werden auf mich aufpassen….aber ich habe Angst um euch…und wenn du dich mit mir in Verbindung setzt, dann könnte man das orten und…dann könnten sie…“ versuchte er zu erklären. Andrea legte ihm den Finger auf den Mund. „Schon gut…ich weiß was du meinst…ich werde mich an das halten was du verlangst…“ lächelte sie und küsste ihn.

    Ben stieß vor Semirs Haus auf die Kollegen im Streifenwagen. „Hallo….warum seid ihr hier?“ fragte er sie. „Krüger hat uns geschickt. Wir sollen hier draußen Präsenz zeigen, weil wohl jemand was gegen Semir hat...“ grinste Atila. „Ja stimmt…gut…ich gehe rein und werde drinnen auf unseren Goldjungen aufpassen. Wenn was ist, meldete euch, damit wir früh genug agieren können. Sind Andrea und die Kinder auch drin?“ wollte Ben wissen. „Die sollen morgen früh von Dieter und Hotte weggebracht werden. Aber die sollen jetzt erst mal schlafen..“ erklärte Atila weiter. Ben klopfte auf das Autodach und wandte sich dann dem Haus zu. Er klingelte und hörte kurz darauf Semirs Stimme. „Ja?“ fragte er. „Ich bin es…Ben…“ gab Ben zurück. Die Tür öffnete sich einen Spalt und dann ganz. „Gott sei Dank...“ stieß Semir aus. Ben trat ein und schon verschloss Semir die Tür wieder. „So schlimm?“ fragte Ben besorgt. „Nein…bisher nur dieser sonderbare Besuch. Aber ich glaube das ist nur der Anfang. Genau wie der Angriff auf der Autobahn….dieser Holle hat gesagt dass ich es abkürzen kann wenn ich zu J.C. gehe…nur weiß ich nicht wer es ist..“ murmelte Semir nachdenklich. „Wir können davon ausgehen, dass es kein Kleiner ist…es muss also eine Nummer sein und dann ist er auch in der Datenbank…“ meinte Ben ebenfalls in Gedanken versunken. Andrea war bereits schlafen gegangen. „Ben…wenn der wirklich in der Datenbank ist, werden wir ihn morgen sicher einen Besuch abstatten…von mir aus kann er den Koffer geschenkt bekommen. Ich bin froh wenn er weg ist…“ fauchte Semir. „Hast du Andrea von dem Angriff auf der Autobahn erzählt?“ fragte Ben nach. Semir schüttelte den Kopf. „Nein..ich denke sie muss es nicht wissen. Es ist schlimm genug, dass sie jetzt schon wieder in Gefahr ist…genau wie die Kinder…“ kam leise von Semir. Ben nickte. „Ich denke du tust das Richtige wenn sie aus der Schusslinie sind. Auf dich kann ich aufpassen, aber wenn den Mädels was passieren sollte, weil…nein..ich will gar nicht daran denken….“ meinte er nur. Gegen Mitternacht gingen die Beiden ins Bett und versuchen Ruhe zu finden.

    Anton blieb mit Semir an einer Kreuzung auf dem Friedhof stehen. „Okay, wo lang?“, wollte er wissen und sah Georg an. Dieser überlegte kurz. Er war zwar schon lange nicht mehr hier, aber er kannte noch den Weg. „Es ist gleich da vorne.“, meinte er und zeigte auf das Grab unter dem großen Nussbaum. Seine Frau liebte Nüsse über alles und er hatte dafür gesorgt, dass sie in der Nähe dieses schönen Baumes ihre letzte Ruhe fand. „Gut... hol das Geld. Aber versuch keine Tricks... ich beobachte dich genau von hier und sobald du auch nur einen falschen Hust machst, hat der Kerl ein Loch im Kopf, verstanden?“, fauchte Anton und Georg nickte nur. Er sah kurz zu Semir, dieser nickte ebenfalls und Georg ging langsam und mit leicht wackeligen Knien in den Gang hinein, kniete sich dann vor das Grab seiner Frau, Marga Paschner. Es war ein Doppelgrab und eines Tages würde er wieder mit ihr vereint sein. Er hoffte, dass es nicht so schnell sein würde, doch der Krebs... langsam spürte er die Schmerzen in seiner Leber. Schnell drückte er sich eine Tablette aus der Packung und schluckte sie runter. Dann sah er, dass jemand frische Blumen hingestellt hatte... Tulpen, Margas Lieblingsblumen. „Hey, du sollst da keine Wurzeln schlagen.“, schrie Anton zu ihm rüber. Diese Worte holten ihn in die Realität zurück. Er nahm die kleine Schippe, die am Grabstein lehnte und buddelte nach eine der luftdichten Zigarrenkisten, die er hier versteckt hatte. Er hatte insgesamt acht vergraben... drei alleine hier. Der Rest lag im Garten seiner Tochter, unter der großen Schaukel der Kinder. Eine war zur Hälfte leer... Ausgaben, die er nach seiner Haftentlassung getätigt hatte, die beiden anderen jedoch waren noch voll. Er nahm eine und die angefangene und legte die dritte zurück in ihr Versteck. Er zählte die Scheine durch... es waren große Scheine... 500 und 1000-Euro-Noten, aber auch einige 50er und Hunderter waren dabei, doch der größte Teil waren 500er und 1000er. „Was ist nun?“, kam schon wieder die Stimme von Anton. Georg richtete sich auf und ging auf den Mann zu, der Semir immer noch im Griff hatte und die Waffe ihm jetzt in die Seite presste. „Hier... mein ganzes Geld... 450.000 Euro.“, meinte Georg und reichte dem Mann die beiden Schachteln. Skeptisch lugte Anton hinein. Dann jedoch weiteten sich seine Augen. Er sah nicht, dass Semir Georg angrinste, da dieser was ahnte, doch Georg schüttelte nur den Kopf. „Okay, zurück zum Wagen.“, schnauzte Anton und stieß Semir vorwärts. Auch Georg wurde in Richtung Wagen gestoßen. Die Fahrt ging wieder zurück zum Haus der Tochter.

    Derweil saß Andrea zu Hause auf der Couch und wartete mal wieder auf ihren Göttergatten. Er hatte doch versprochen, dass es nicht so spät werden würde und jetzt war es schon wieder halb eins. Langsam verlor Andrea die Geduld mit diesem Mann. „Ist doch immer wieder das selbe.“, murrte sie und griff erneut zum Telefon, wählte Semirs Handy an, doch da ging wieder nur die Mailbox ran. „Das gibt ein Donnerwetter, wenn du nach Hause kommst.“, prophezeite sie ihm schon in Gedanken und wählte Ben an. „Jäger?“, meldete sich eine verschlafene Stimme am anderen Ende der Leitung nach dem achten Klingeln. „Ben... ich bin's Andrea.“, meldete sie sich und sofort konnte man ihre Sorge und ihre Wut in der Stimme mitschwingen hören. „Andrea... jetzt sag nur, Semir ist noch nicht bei dir.“, tippte Ben sofort. „Allerdings... und du kannst dem Herren bestellen, sollte er sich bei dir melden, dass er die nächsten Tage auf dem Sofa schlafen darf, wenn er nicht sofort an sein Handy geht und nach Hause kommt.“, fauchte sie. „Andrea... ganz ruhig. Semir ist nicht bei mir. Er wollte doch heute zu diesem Georg Paschner.“, beruhigte Ben sie. „Was... aber ist heute nicht eigentlich euer Herrenabend gewesen?“, erwiderte Andrea erstaunt. „Tja, er zog es vor, mit einem Verbrecher zu speisen, den er mal eingebuchtet hat. Ist er denn noch nicht da?“, fragte Ben und Andrea verneinte dies. „Gut, ich versuche es mal und sollte er sich nicht melden, fahre ich rüber.“, beruhigte Ben sie und beide legten dann auf.

    Hannes sah aus dem Fenster, als der Ford wieder vor der Tür stand. „Okay, sie sind zurück. Los, bring die Frau schon mal in den Keller und mach dich fertig.“, wies er Matthias an. Dieser packte Rosi am Arm und zerrte sie zur Kellertreppe. Die Haustür ging auf und Anton, Semir und Georg kamen rein. „Hier... er hat es gefunden und was für ein Fund.“, lachte Anton und reichte Hannes die beiden Schachteln. „Wow, das sind bestimmt an die 500.000 Euro. Gut, bring beide in den Keller und dann lass uns von hier verschwinden... mir ist schon ganz warm unter dem Ding.“, stieß Hannes aus und Anton stieß Semir die Kellertreppe runter. Polternd fiel dieser mit der Schläfe gegen eine Kiste und blieb benommen liegen. Georg rannte die Stufen hinunter und nahm Semirs Kopf vorsichtig hoch. Dann fiel die Tür ins Schloss und alle hörten nur noch, wie die Haustür ins Schloss fiel. Dieser Schrecken war also vorbei. Rosi kam zu Georg und zu Semir, der immer noch am Boden lag. „Rosi sieh bitte nach, ob du etwas findest, damit wir ihm die Fesseln durchschneiden können.“, bat Georg und versuchte Semir wieder klar zu bekommen. „Semir… kommen Sie schon…“, sagte er und tätschelte das Gesicht. „Hier Papa… damit dürften wir es aufbekommen.“, sagte sie. Georg nahm die Kneifzange und löste Semir die Fesseln. „Wo sind die Kinder?“, wollte er wissen. „Sie liegen im Bett. Sie schlafen sicher tief und fest…“, kam leise von Rosi. „Also gut… Rosi… kommst du durch das Fenster raus?“, wollte Georg weiter wissen und wies auf das Kellerfenster. „Früher konnte ich es. Jetzt weiß ich nicht. Was ist mit Herrn Gerkhan?“, wollte sie wissen. „Scheint etwas weggetreten zu sein.“, murmelte er als ein Stöhnen von Semir kam. „Oh…. Da sind Sie ja wieder.“, lächelte Georg und half Semir auf die Beine. „Geht es wieder?“, wollte er besorgt wissen. Semir nickte und verzog direkt das Gesicht. „Ja danke… verdammte Kerle…“, fauchte er wütend. Georg nicke. „Ja… aber sie sind weg. Nur kommen wir hier nicht raus…“, gab er zu bedenken. Semir sah sich um. „Das Fenster?“ fragte er nach. „Keine Chance…“, meinte Rosi, die Semir erst jetzt sah. „Wo sind die Kinder?“ wollte er sofort besorgt wissen. „Oben im Zimmer…“ sagte sie leise. In diesem Augenblick hörten sie wie sich der Schlüssel im Schloss drehte. Alle sahen die Treppe hoch. Die Tür ging auf und gab zwei kleine Wesen frei, die weinend an der Treppe standen.