Beiträge von Elvira

    LKA-Mann Paul Hamacher sah Kim Krüger an. „Ihre Männer wollten uns das Versteck von Georg Paschner zeigen. Sie haben es gefunden und wo sind sie jetzt?“, wollte er wissen. Kim sah ihn an. „Die Beiden befinden sich in der Gewalt von mehreren Bankräubern. Sie sind auf der Flucht und wir versuchen die Handys der Beiden zu orten.“, erklärte sie ruhig. „Oh…. Das ist natürlich eine Entschuldigung. Wissen Sie wo sie sich befinden?“, harkte Hamacher sofort nach. „Nein… die Spur verläuft sich. Die Verbrecher sind extrem gefährlich und haben sogar Handgranaten eingesetzt. Ich weiß nicht, ob sie verletzt sind oder ob sie überhaupt noch leben. Paschner steht gerade an zweiter Stelle bei mir. Helfen Sie mir zunächst meine Männer zu befreien. Bitte... ich brauche Hilfe…“, erklärte Kim, die erfahren hatte, dass ihre Hauptkommissare in den Raub verwickelt waren. „Kein Problem. Dann übernehme ich die Einsatzleitung. Entführungen sind sowieso LKA-Sache.“, kam etwas eingebildet von dem Mann. Kim sah ihn an. „Ich höre wohl nicht richtig. Ich sagte, ich brauche Hilfe und nicht ich gebe den Fall ab. Es geht um meine Männer und ich werde den Einsatz persönlich leiten, ist das angekommen?“, fauchte sie wütend. „Ja sicher… ich dachte nur.. .ich meine… also ich wollte.“, stammelte Hamacher. Kim nickte. „Also auf der A 4 waren sie von den Kollegen verfolgt worden. Soweit mir bekannt war, saß Ben Jäger als Fahrer im Wagen. Semir Gerkhan hinten. Es sind insgesamt Drei Mann von denen wir auch einen Namen haben. Hannes Michaelis. Die Wohnung von ihm wird bereits bewacht. Vermutlich sind die Anderen seine Jungendfreunde Anton Hauser und Mathias Fels. Beide wegen Einbruch und Diebstahl bereits vorbestraft.“, erklärte Kim nun schon etwas ruhiger

    Semir sah Hannes wütend an, als dieser Ben achtlos auf den Boden warf. Er wollte hin, doch Anton und Mathias verhinderten es. „Du bleibst hier brav sitzen…“, warnte Anton und presste ihm die Waffe unters Kinn. „Wie soll der uns fahren?“, wollte Mathias wissen. Hannes sah ihn lachend an. „Stimmt… so kann er nicht fahren und der da auch nicht… Dann wirst du fahren, Matti… und zwar werden wir auf den alten Bauernhof meines verstorbenen Onkels fahren. Der liegt gut versteckt in der ländlichen Gegend von Much. Dort wird erst einmal niemand suchen.“, lachte Hannes. Ben kam zu sich. „Los rein da!!“, fauchte Hannes ihn an. Ben kam langsam auf die Beine und stieg ein, während Mathias sich hinters Steuer klemmte. „Das wird mir etwas zu eng… Gerkhan wird vorn sitzen, neben Matti. Du Anton wirst ihn festbinden. So, dass er ihm nicht ins Steuer fassen kann und auch sonst nichts unternimmt. Ich werde mich mit Herrn Cool beschäftigen…“, befahl Hannes. Semir ahnte dass dies sicher nicht im Sinne von Ben war, aber er konnte nichts tun.

    Semirs Hände wurden mit Seilen an seinen Knien festgebunden und das restliche Seil zurrte ihn am Sitz fest. „So... und das, damit du still bist.“, lachte Anton und knebelte Semir mit einem Stück Klebeband. Dieser fauchte und versuchte, kurz bevor das klebrige Ding auf seinem Mund landete, nach Antons Finger zu schnappen. „Hey, lass das...“, zischte er und schlug kurz mit der Faust zu. Benommen klappte Semirs Kopf nach hinten und er bekam mit, wie er geknebelt wurde. Wütend schnaubte er und wand sich in den Fesseln. Doch es war zwecklos. „Halt jetzt still oder du kriegst auch eine Kugel in den Schenkel gejagt.“, fauchte Anton und hielt Semir die Pistole auf die Brust. Schlagartig war er ruhig und saß still. „Okay, dann mal los.“, meinte Hannes, der ohne Ben ins Auto kam. „Wo ist Mister Cool?“, fragte Matthias und sah in den Rückspiegel. Mittlerweile hatten die beiden auch ihre Masken abgelegt. „Ich hab ihn in den Kofferraum gesperrt... da kann er ruhig ausbluten.“, lachte Hannes und ließ abfahren. Der Wagen setzte sich in Bewegung und fuhr über den geschotterten Waldweg, noch weiter in das Innere des Waldes. Nach einer Stunde Fahrt verließen sie den Wald und kamen auf eine Ackerstraße, die noch holpriger war, als der Waldweg. Dann kamen sie an eine Ansammlung von Gebäuden und der Wagen hielt an. „So... alle raus. Den Kleinen schafft schon mal nach vorne... in die Scheune und fesselt ihn an einen Querbalken.“, forderte Hannes und ging zum Kofferraum. Ben lag eingeklemmt in dem viel zu engen Raum und sah auf, als die Klappe geöffnet wurde. „Raus mit dir.“, zischte er und mit wackeligen Beinen kletterte der junge Hauptkommissar aus dem Auto. Sein weißes Shirt war durch das angewinkelte Bein ganz blutverschmiert. „Los da rüber... zum Traktor.“, fauchte er und stieß den gefesselten Ben zu der alten Landmaschine hin. Ihm schwante nichts gutes vor.

    Auch für Semir fing der Tag mit einem Frühstück an. Er wurde aus seinem Zimmer geholt und zu Bauer gebracht. Wieder musste er neben diesen Mann sitzen. „Kaffee oder Tee?“ wollte der Mann von ihm wissen. „Kaffee…“ gab Semir zur Antwort. „Gut…greif zu..das Brot ist frisch und die Wurst ist garantiert ohne Schwein..“ lud Bauer ein. Was haben Sie heute vor?“ wollte Semir wissen und nahm sich eine Scheibe. Bauer sah ihn an. „Ich weiß dass es eine Angewohnheit von dir ist Fragen zu stellen, aber ich gebe dir einen guten Rat. Solange du in meinem Haus bist, solltest du es lassen… ist besser für dich“ ermahnte Bauer ihn. „ach ja….morgen ist Samstag... dein großer Tag…die Versteigerung wird stattfinden und du bist sicher einiges Wert...bzw. der Koffer ist einiges Wert…du bist nur Zugabe…“ hängte er lachend an. Semir ließ sich nicht beirren oder einschüchtern. „Was ist mit den beiden Männern passiert? Ich habe zwei Mündungsfeuer in der Nacht gesehen…“ harkte er nach. „Wenn du es schon weißt…. Warum fragst du dann?“ fauchte Bauer ihn an. Semir aß langsam. „Wie stellen Sie sich die Versteigerung vor? Denken Sie wirklich, dass jemand für mich bietet?“ kam die nächste Frage. Bauer atmete tief ein. „Für dich sicher nicht…aber für den Koffer und den Inhalt…du bist das Nebenprodukt….der Kofferträger wenn du willst…Gratiszugabe...“ lachte Bauer. Semir sah ihn an. „Ich weiß, dass Sie mich nicht laufen lassen werden. Und von daher können Sie mir auch sagen, wer J.C. ist…ist das der Konsul?“ wollte Semir wissen. Joel schlug mit der Faust heftig auf den Tisch. So heftig, dass die Tassen anfingen zu tanzen. Kaffee schwappte über und Semir zuckte zusammen. „Rede ich so undeutlich?“ fauchte Joel Bauer ihn an. Semir schüttelte den Kopf. Er schien den Bogen überspannt zu haben. Joel Bauer zeigte nun seine ungemütliche Seite. Diese Gemütswandlung ließ keinen Widerspruch zu. „iss...und halt die Klappe…ich warne dich…noch eine Fragen und ich werde dich eigenhändig bestrafen..ist das angekommen?“ kam drohend von ihm. Semir nickte und aß. Nachdem er fertig war ließ Bauer ihn wieder auf sein Zimmer bringen. Als die Tür sich hinter ihm schloss ging Semir ans Fenster und sah hinaus. Delian und Dylan waren damit beschäftigt zwei Säcke in den Wagen zu packen. Semir überlief ein Schauer. Er ahnte was darin gewesen war. Es war klar….Joel Bauer ließ sich nicht in die Suppe spucken und bestrafte jeden der ihn in die Quere kam mit dem Tod. Auch Semirs Leben wäre ihm nichts wert, wenn er nicht den Koffer tragen würde.

    Chris ging nach dem Frühstück ins Arbeitszimmer des Konsuls wo dieser bereits am Schreibtisch saß. „Herr Konsul...ich hätte morgen einen sehr wichtigen Termin....wäre es möglich, dass ich ....“ versuchte er. Jayden Gray lächelte leicht. „Ja sicher....Sie haben morgen frei. Ich habe übrigens vor am Samstag in einer Woche einen kleinen Empfang zu geben. Wenn Sie sich bitte darum kümmern würden...“ bat der Konsul. Chris räusperte sich. Er war vor acht Jahren nach Kolumbien gegangen um mit seiner Vergangenheit als Polizist abzuschließen, aber er war nicht der Laufbursche für irgendeinen Politiker... dachte er wütend, doch er lächelte. „Selbstverständlich...Konsul. Ich werde alles in die Wege leiten...wie viele Personen werden erwartet?“ fragte er säuselnd. Wie er diesen arroganten Mann hasste, aber um seine wahren Machenschaften zu verstecken musste er diesem hier bedienen. „Nun...ich denke höchsten siebzig...das reicht...die fressen mir eh nur die Haare vom Kopf...wenn ich welche hätte...“ lachte Jayden. Chris nickte und verließ das Zimmer. Sobald er den Koffer gekauft hatte, würde er Joel zeigen wer das Sagen hier hatte. Er würde sich Cent für Cent zurück holen und Joel Bauer ... nun ja.... er würde sich wünschen nie geboren zu sein. In seinem Zimmer nahm Chris seinen Dienstausweis, den er immer noch hatte. Damals...da gehörte er dem LKA in Berlin an. Was war das für ein lausiger Job, doch noch war der Ausweis gültig. Er bekam ja sogar noch sein Gehalt überwiesen. Und das obwohl er seit Jahren seine ärztlichen Befunde selbst schrieb. Unterschrieben von ihm im Namen eines Arztes der nicht einmal existierte. Doch die Behörde in Düsseldorf war einfach zu faul dies nachzuprüfen. Chris war es egal...das Geld nahm er mit und hatte kein schlechtes Gewissen. Erst vor kurzem hatte er wieder einen Genesungswunsch seiner Kollegen sowie einen neu ausgestellten Ausweis erhalten. Alles voll automatisch...dachte er. Praktisch...sehr praktisch... Er ließ den ganzen Tag an sich vorbei rauschen und schlief die meiste Zeit. Erst gegen Nachmittag machte er sich auf. Der Konsul war mal wieder auf eine Wanderschaft und so konnte Chris das Zimmer, was er für seinen Kollegen der Polizei vorgesehen hatte für morgen vorbereiten. Er würde diesen Mann erst einmal zeigen wer er war und dann verhöhnen...und dann...würde er ihn töten.

    Ben wurde von Kim nach Hause gefahren und dort regelrecht eingesperrt. „Sie werden nichts mehr machen heute außer schlafen…das ist ein Befehl..ist das klar?“ wollte sie wissen und stellte ihm einen Kamillentee hin. Ben nickte und verzog das Gesicht. „Hat Susanne wenigstens was herausgefunden?“ fragte er. „Ja…es gibt da einen Frank Steglitz…ein Freund von diesem Holle und sicher kann er einiges sagen. Aber da werden Sie morgen erst hinfahren…ich hole Sie ab…vorher werden Sie das Haus nicht verlassen…“ warnte Kim. „Ja sicher…doch...“ stieß Ben aus. Ihm ging es wirklich schlecht. „Und damit Sie sich auch daran halten, werde ich mich heute Nacht hier auf die Couch legen, während Sie im Bett schlafen…sofern es für Sie in Ordnung ist..“ lächelte Kim. „Chefin…das ist nicht notwendig..wirklich..ich …mir..ist eh schlecht… ich verspreche Ihnen, dass ich mich nur hinlegen werde…“ kam leidend von Ben. Kim nickte. „Also gut…ich vertraue Ihnen. Ich werde um sieben bei Ihnen sein..“ erklärte sie und stand auf. Ben nickte und trank den Tee. Anschließend legte er sich wirklich hin und schlief schnell ein. Kim verschwand. Der nächste Morgen kam für Ben viel zu schnell aber es ging ihm besser. Als es pünktlich um sieben an der Tür klingelte schlurfte er hin und öffnete. „bin gleich fertig…“meinte er nur zu Kim und ging zurück in die Küche. Ein starker Kaffee brachte ihm seine Lebensgeister zurück und wenig späte waren sie vor der Tür von Steglitz. Ben klingelte. Niemand öffnete. „Er wird sicher noch in den Federn liegen..“ meinte er und öffnete die Tür mit einem Dietrich. „Ben…wir haben keine Genehmigung. Das ist nicht legal..“ gab Kim zu bedenken. Ben sah sie an. „Ich habe ganz deutlich Schreie gehört und wenn Semir hier wäre, dann hätte er es auch getan..“ grinste er nur. „Darüber reden wir wenn wir im Revier sind…“ kam von Kim. Sie betraten die Wohnung und gingen Raum für Raum durch. Nirgends war ein Hinweis auf den Mann. Kim ging ins Schlafzimmer. „BEN!!“ rief sie. Sofort kam Ben herein. Auf dem Bett lag der gesuchte Mann. Eine Spritze steckte noch in seinem Arm. Ben fühlte den Puls und als Kim ihn ansah schüttelte er den Kopf. Der Mann war tot.

    Die Leiche wurde direkt in die Gerichtsmedizin gebracht wo Ben vier Stunden nach dem Fund auftauchte um zu erfahren wann der Tod eingetreten war. Doch der Arzt gab noch mehr von sich. „Also…Ben…der Mann ist tatsächlich an einer Überdosis gestorben. Aber nicht von dem was in der Spritze war. Das war nur Verschnitt. Er hat fast puren Koks in sich. Außerdem waren die Hände gefesselt. Also wenn du mich fragst, dann haben wir hier einen eiskalten Mord.“ Erklärte der Arzt. Ben sah ihn erstaunt an. „Mord? Du meinst er wurde beseitigt?“ wollte er wissen. „Das musst du herausfinden, aber für mich sieht es so aus…ja…“ bestätigte der Arzt. „Danke….dann war das allen eine Ablenkung….okay…ich muss wieder...“ murmelte Ben nachdenklich und ging raus. Er griff sein Handy und wählte seinen Informanten an. „Ich muss dich sehen...“ sagte er lediglich. „Okay….wie immer um 3 Uhr in der Früh…“ kam als Antwort. „Ich werde da sein...“ versprach Ben und beendete das Gespräch. Hier war eindeutig etwas faul aber wo lag der Hund begraben? Warum wurde dieser Kerl ermordet? Er stieg in sein Auto und fuhr zum Revier. Etwas stimmte hier nicht und er musste mit Kim Krüger rechnen. Er brauchte eine halbe Stunde bis er das Revier erreicht hatte. „Ist die Chefin da?“ wollte er von Susanne wissen. Diese nickte. „Ist sie allein?“ harkte er nach. „Ja…geh nur rein..“ kam von ihr und Ben betrat das Büro von Kim. Sie sah ihn an. „Gibt es was Neues?“ fragte sie sofort. „Ja….das kann man sagen. Der Mann ist an einer Überdosis reinsten Kokains gestorben. Aber das was in der Spritze war, war nur ein Verschnitt. Außerdem waren die Hände bis kurz vor den Tod, der in der Nacht zwischen zwei und vier eintrat gefesselt. Der Mann wurde eiskalt ermordet…“ gab Ben bekannt. Kim atmete tief ein. „Dieser J.C. scheint aufzuräumen. Damit ist eines ganz klar. Sobald der Koffer seinen Besitzer gefunden hat ist Semirs Leben keinen Pfifferling mehr wert..“ ließ sie verlauten. „Nicht wenn wir ihn vorher finden. Wir müssen Bauers Villa stürmen..Chefin…der Mistkerl hat ihn….“ Stieß Ben aus. „Wir haben keine Beweise…“ widersprach Kim. „Noch nicht…aber sicher in wenigen Stunden. Ich habe einen Anruf eines Informanten bekommen. Er will sich mit mir treffen…“ gab Ben bekannt. „Was erwarten Sie davon?“ wollte Kim wissen. „Einen Hinweis wo Semir steckt..“ kam von Ben.

    So ausnahmsweise Abendessen....

    Auch Joel Bauer und seine Leute läuteten die Nachtruhe ein. Doch die Ruhe sollte nicht lange dauern, denn kurz nach Mitternacht hörte er ein Poltern was eindeutig aus der ersten Etage kam. „Gerkan...verdammt..“ fauchte er und schnellte aus dem Bett. Auch seine Leute Delian und Dylan hörte den Lärm und gesellten sich zu ihm. Als sie die Treppe erklommen erschien auf den oberen Teil Semir Gerkan. Dieser sah sie erschrocken an und blieb stehen. „Was zum Teufel soll das? Denkst du wirklich du kannst so einfach abhauen?“ knurrte Bauer ihn wütend an, als er vor ihm stand. Gerkan hob abwehrend die Hände. „Das ist nicht so, wie Sie denken...ich wurde selbst von Ihren Leuten geweckt!“ verteidigte er sich. Joel sah ihn warnend an. Delian und Dylan hielten ihre Waffen auf ihn gerichtet. „Ihre Leute wollten den Koffer...!“ erklärte Semir weiter. Joel machte einen Schritt auf ihn zu und schlug mit der Faust zu. Sie traf Gerkan in den Magen und dieser ging mit einem tiefen Grunzen zu Boden. Er hielt seine Hände schützen über seinen Kopf zusammen. „Lüg mich nicht an!“ fauchte Joel und zerrte ihn hoch. „Ich...lüge...nicht...“ stöhnte Gerkan. Joel riss ihn an seinem T-Shirt zurück in den Raum. Dort lagen zwei seiner Männer auf dem Boden. Sie waren beide ohne Bewusstsein. „Ach ja...und was ist das? Hast du sie KO geschlagen?“ fauchte Joel. Er stieß Gerkan gegen die Wand und hob erneut die Hand. Diesmal landete sie in dessen Gesicht. Gerkan sagte nichts. Dafür regten sich die Männer am Boden. „Verdammter Mistkerl...er hat uns überwältigt, wir wollten nur sehen, ob er friedlich ist und plötzlich ist er hoch...und hat mir den Koffer vor den Kopf geknallt und Manuel in die Eier getreten..“ beklagte sich der Mann. Joel funkelte Gerkan wütend an. Dieser stand an der Wand und sah sich die Szenerie an. „Das ist nicht wahr...sie haben...mich..“ versuchte er, doch er verstummte sofort als Joel die Hand erneut hob. Joel musterte ihn. Irgendwas stimmte hier nicht. Vielleicht sagte Gerkan doch die Wahrheit. Er sah den Mann von oben bis unten an und bemerkte, dass dieser keine Schuhe trug. „Du wolltest so abhauen?“ fragte er nun etwas nachdenklicher. „Ist doch egal...was ich sage....Sie glauben mir eh nicht..“ kam leise von Gerkan. Joel lächelte leicht und wandte sich an seine Leute. „Manuel! Heiko! Raus!!“ befahl er und stieß Gerkan auf das Bett. „Setzen!“ forderte er ihn auf .Gerkan tat es. „Weißt du was... ich glaube dir... du bist zwar ein Bulle, aber du bist nicht dämlich. Ohne Schuhe wärest du bei der Temperatur draußen nicht weit gekommen....“ erklärte er dem Mann. Gerkan sah ihn an.

    Semir wusste nicht ganz was er von dieser Sinneswandlung halten sollte. War es ein Trick? „Warum glauben Sie mir?“ wollte er deshalb wissen „Nun...wir haben März...und es ist nachts doch noch ziemlich kühl. Ich denke aber auch, dass du den Mann hinter diesem Koffer kennen lernen willst und damit ist es doch sehr unwahrscheinlich, dass du abhauen wolltest. Und die beiden Idioten von eben...nun ja...es ist nicht das erste Mal, dass sie etwas unternehmen, was ich nicht will. Die Beiden sind eine Last für mich und wenn es nach mir ginge, hättest du ihnen auch das Genick brechen können. Nun ja...die Aufgabe fällt nun Delian und Dylan zu. Ich hasse Leute, die sich nicht an meine Befehle halten..“ kam von Joel. Semir ahnte genau was das hieß. Dieser Mann gab ihm gerade die Information dass die Männer ermordet werden sollen. Dass somit diese Information gleichzeitig das Eingeständnis kam, dass Semir nichts mehr unternehmen konnte. Semir hob vorsichtig die Hand und tastete die etwas dicker gewordene Lippe ab. Sie schien nicht zu bluten. Joel lächelte leicht. „Du tust gut daran, wenn du den Rest der Nacht ruhig bleibst. Keine Extratouren. Dieses Zimmer kann ich auch gegen einen kleinen stinkenden Kellerraum tauschen...“ drohte er ihm. Semir nickte nur. Joel stand auf und verließ den Raum. Wieder wurde der Raum verschlossen. Semir stand auf und ging ins Bad. Auch wenn die Lippe nicht blutete so wollte er es sich doch ansehen. Als er wieder herauskam sah er aus dem Fenster. Alles war ruhig. Ein Blick auf die Uhr zeigte ihm, dass es schon fast drei in der Nacht war. Joel Bauer schien ihn gut einschätzen zu können. Eine Tatsache die Semir beunruhigte. Was würde am Wochenende passieren? Wer würde den Zuschlag bekommen? Und was würde mit ihm passieren, wenn er den Koffer nicht mehr hatte? Wenn sie ihn nicht mehr brauchten? Semir grübelte und wickelte sich so gut es ging in die Decke. Nach einigen Minuten schlief er dann doch ein. Allerdings dauerte die Ruhe nicht lange, denn ein lauter Knall riss ihn aus seinen Träumen. Draußen tobte ein Gewitter. Das erste in diesem Jahr. Heftig und laut prasselte der Regen an sein Fenster. Semir machte das Licht an und sah hinaus. Viel konnte er nicht erkennen aber er sah mehrere Personen im Garten stehen. Zwei standen etwas abseits und hatten die Hände erhoben. Semir ahnte, dass es die Beiden waren, die ihn angegangen sind und Bauer betrügen wollten. Kurz darauf sah er zweimal Mündungsfeuer. Er schloss die Augen, als die Beiden zu Boden gingen.

    Chris Jensen nahm den Zettel den Jayden Clay in den Papierkorb geworfen hatte und las die Nummer. Er speicherte sie in seinem Handy ein und ging wieder in sein Zimmer. Wenn es der Bulle war, der Holle verhaftet hat, dann war klar, wo sein Koffer sich befand. Dieser verdammte Dealer hat nichts Besseres zu tun als den Koffer an den Bullen zu geben. Doch insgeheim grinste Chris nur. Den Koffer konnte nur er öffnen und das war sehr gut. Der Bulle wusste sicher dass er keine Chance hatte, diese Angelegenheit zu überleben. Sobald der Koffer ab war, würde er sterben. Allein schon aus der Tatsache heraus, dass er ein Polizist war und diesen Deal sicher nicht so einfach hinnehmen würde. Er sah auf die Uhr. Noch war es nicht soweit…was sagte Jayden? Die Sache ist erledigt…er kannte keinen J.C…. wie falsch er da lag, aber es war auch amüsant zu sehen, wie Joel Bauer den Konsul als Besitzer hielt? Nicht schlecht…. Diplomatische Immunität… genau das Richtige…Doch morgen würde er dort anrufen….und sich als rechte Hand von J.C. ausgeben. Joel wird ihm sicher erklären wo er seinen Koffer bekommen konnte und vor allem zu welchem Preis, denn umsonst würde er ihn sicher nicht zurück bekommen. Er schaltete seinen Fernseher an. Wenn tatsächlich ein Polizist entführt wurde, sollte es doch in den Nachrichten kommen. So etwas würden die doch nie hinter den Berg halten oder doch? Aber wenn nicht, dann war es sicher, dass die Kollegen auf Nr. sicher gehen und ihn schützen wollten. Vielleicht sollte er diesen Anwalt aufsuchen? Nein…das würde nichts bringen. Er würde morgen Joel anrufen und nachhören was mit ihm ist…warum eigentlich morgen… heute… .wie sagte der Volksmund so schön…“ was du heute kannst besorgen, verschiebe nicht auf morgen…“ Chris nahm sein Handy und tippte die Nummer. „Ja?“ hörte er die Stimme des Drogenkönigs vom Rhein. „Ich bin die rechte Hand von J.C…. er hat mir diese Nummer gegeben. Sie haben einen Koffer der ihm gehört und J.C. hätte ihn gern zurück..“ sagte Chris deutlich. „Oh…hat er sich unentschieden? Ich mich auch..ich werde den Bullen und den Koffer versteigern…am Samstag…sagen Sie J.C. wenn er ihn haben will, kann er mit steigern… Drei… zwei…eins…meins...“ lachte Joel. „Wo? Und um welche Zeit?“ harkte Chris nach. „Im Georg-Barker-Weg…43, Köln Fühlingen“ gab Joel durch. „Gut..muss J.C. persönlich kommen oder reicht es, wenn ich es übernehme?“ wollte Chris noch wissen. „Wenn du das Geld hast ist es mir egal, wer kommt...“ Joel beendete das Gespräch. Chris lachte hinterhältig…. “Na dann...“ murmelte er.

    Semir wurde nach dem Abendessen wieder in sein Zimmer gesperrt. Er setzte sich auf das Bett und dachte kurz nach. Wenn er den Mann kennen lernte dem der koffer gehörte, dann war es ein großer Erfolg in der Bekämpfung der Drogenhändler, doch er wusste auch, dass er sobald er den großen unbekannten kennen lernte sein Leben verwirkte. Dieser J.C. würde ihn sicher nicht laufen lassen. Wenn er ihn verhaften konnte, würden zwei andere an deren Stelle treten und weiter machen. Ein Kampf gegen Windmühlen. Hier konnte er nicht fliehen. Ohne Waffen ohne irgendeine Möglichkeit von diesem Gelände zu kommen, war es vergeblich. Bisher konnte er froh sein, das Bauer ihn nicht gefesselt hatte. Bauer hielt ihn nicht für gefährlich und damit lag er gar nicht so falsch. Was sollte er auch gegen 11 schwer bewaffnete Männer tun? Er war nicht Supermann….nein…er musste herausfinden wer J.C. war. Nur wenn dieser J.C. ihn „kaufte“ konnte er gegen ihn kämpfen. So einfach würde er sich nicht kalt machen lassen. Niemand würde das Schaffen….schwor sich Semir. Er zog sich die Schuhe aus und legte sich hin. Durch die Schelle des Koffers konnte er sich nicht vollständig ausziehen und versuchte so zu schlafen. Den Koffer stellte er neben sich. „du nervst..weißt du das eigentlich?“ fragte er und schloss die Augen. Schneller als er dachte fiel er in einen leichten Schlaf. Doch so wirklich konnte er nicht abschalten. Nach wenigen Augenblicken setzte er sich wieder hin und schaltete den Fernseher ein. Die Nachrichten liefen, aber es kam nichts über seinen Fall. Klar…dachte er…die Entführer könnten nervös werden und die Geisel töten. Es war ein ganz normales und korrektes Vorgehen. Suchte Ben ihn? Wie ging es ihm? War er verletzt? Fragen gingen ihn durch den Kopf. Er saß hier und wusste genau, dass nur der Koffer ihn am Leben hielt. Aber das auch nur, solange er daran gebunden war. Nach einer Weile schaltete er das Gerät wieder ab und versuchte erneut zu schlafen. Mehr konnte er nicht tun. Diesmal klappte es schneller doch so wirklich abschalten konnte er nicht. In seinen Träumen wurde er immer wieder mit der Gegenwart konfrontiert.

    Für Semir und Ben endete die Fahrt nach gut eineinhalb Stunden. Die Verfolger waren erfolgreich abgeschüttelt worden. Bens Wunde im Oberschenkel brannte höllisch aber sie hatte aufgehört zu bluten. „So…und nun werden wir uns unterhalten…“, grollte Hannes und stieg aus. Ben rührte sich nicht. Er sah, wie Semir aus dem Wagen gezerrt und weggebracht wurde. Dann riss Hannes die Tür auf und zerrte ihn raus. Ben versuchte sich gar nicht erst zu wehren. Vorsichtig versuchte er das verletzte Bein zu belasten, was natürlich ziemlich schmerzhaft war. Hannes stieß ich vor. „Rein da!!“, fauchte er ihn an. Ben ging voran. Wo zum Teufel waren die Anderen mit Semir verschwunden? „Wo ist mein Kollege?“, fragte er deshalb. „Siehst du gleich! Geh weiter!!“, fauchte Hannes und stieß ihn erneut in den Rücken. Ben humpelte ins Haus. Es ging in einen kleinen Raum, der ziemlich herunter gekommen war. Ben zuckte zusammen als er eine große Ratte laufen sah. „Rein da!!“, fauchte Hannes und stieß ihn vorwärts. Semir saß bereits am Boden und hatte die Hände über seinem Kopf an einem Metallring in der Wand gefesselt bekommen. Mit Ben passierte das Gleiche. Nur wenig später waren die Beiden allein. „Na super… der Tag kann nicht besser enden…“, stieß Semir wütend aus. Ben sah ihn an. „Beruhige dich. Die werden uns hier sicher nicht lange festhalten. Die Kollegen können immer noch unsere Handys orten.“, meinte Ben leise. „Ja sicher…. Andrea wird das schon in die Wege geleitet haben. Und wenn die der Chefin Dampf machen.“, nickte Semir. Hannes kam zu ihnen herein. „Fühlt ihr euch wohl?“, fragte er höhnisch. „Was wollen Sie? Sie haben doch ihr Geld. Verschwinden Sie und machen sich ein schönes Leben, bis wir sie gefunden haben…“, fauchte Semir wütend. Hannes sah ihn an. „Ach meinst du, dass ihr hier lebend raus kommt? Ich habe für alles gesorgt. Aber wisst ihr was… ich will euren Kollegen nicht all zu leicht machen euch zu finden. Und deshalb werden wir unsere Fahrt gleich fortsetzen. Und ihr tut gut daran, keine Mätzchen mehr zu machen.“, drohte Hannes.

    Semir sah ihn an. „Lassen Sie meinen Kollegen hier… er ist verletzt und braucht einen Arzt.“, bat er. Hannes lachte leise. „Stimmt…. Hab ich doch schon fast vergessen. Nun kommt unsere kleine Unterhaltung. Verhaltensregeln, wenn ihr so wollt. Und du…“, er wies auf Semir, „darfst zusehen. Aber nicht schreien oder Brüllen…das mag ich gar nicht.“, lachte Hannes und tat einen Schritt auf Ben zu. Dieser sah ihn nur an. Der Typ hatte die Maske abgezogen, das bedeutete meist nichts gutes... soviel wusste Ben und er sah in dessen Augen nur die pure Lust, andere Leute zu quälen. „Du hast mir da vorhin sehr weh getan, im Auto.“, zischte Hannes und beugte sich langsam zu Ben runter. „Ohhh, soll ich jetzt Mitleid mit dir haben?“, fauchte der junge Hauptkommissar zurück und bekam schon die Faust des Mannes zu spüren, die in sein Gesicht landete und die Lippe aufplatzen ließ. „Sei mal nicht so frech, Kleiner.“, kam es wütend von Hannes und schon stand er wieder vor Ben. Dann holte er mit dem Fuß aus und trat mit voller Wucht gegen den zerschossenen Oberschenkel. Ben schrie auf, so sehr, dass ihn Tränen in die Augen schossen. „Aufhören.“, schrie Semir dann. „Du hältst dich da raus.“, zischte Hannes und trat einige Male auf Ben ein. Dieser versuchte sich auf die Lippen zu beißen, um keinen Laut von sich zu geben, wand sich dabei in seinen Fesseln. Doch auch die Lippen biss er blutig... so heftig waren die Schmerzen, die ihn überrollten. Dann ließ Hannes von ihm ab und ging... scheinbar um etwas zu holen. „Ben... Hey Ben...“, versuchte Semir zu seinem Kollegen durchzukommen. Doch Ben schien von den Schmerzen dermaßen überrollt zu sein, dass er ihn nicht hörte. Semir schmerzte es, seinen Kollegen so leiden zu sehen. Er zerrte an den Fesseln, doch die saßen fest. Hoffentlich würden die Kollegen die beiden bald gefunden haben.

    Kim sah auf das Radar von Susanne und wartete ungeduldig. „Was ist? Haben wir die Handy der Beiden endlich?“, wollte sie aufgeregt wissen und machte damit Susanne nur nervös. „Chefin... ich tu, was ich kann, aber so schnell geht das nicht... Lassen sie mir noch fünf Minuten Zeit.“, bat sie und Kim nickte. „Gut... Herzberger und Bonrath... fahren sie los... Sobald wir den Aufenthaltsort der beiden kennen, werden wir ihn über Funk an sie weiterleiten.“, meinte Kim und die beiden Streifenpolizisten nickten nur. „Geht klar, Chefin.“, meinte Hotte mit brummender Stimme. Gerade, als die beiden raus waren, wurde Susanne fündig. „Chefin, ich hab sie... Sie sind in einem Waldgebiet nahe Köln... Das Gebiet ist ziemlich groß.“, meinte Susanne, erfreut über ihren Erfolg. „Okay... fordern sie einen Hubschrauber an und lassen sie das SEK und eine Hundertschaft anfordern... Ich werde hinfahren und die Arbeit vor Ort leiten.“, gab Kim ihre Befehle, steckte ihre Waffe ins Halfter und fuhr dann los, Hotte und Dieter sollten ihr folgen und Susanne machte sich daran, die Anweisungen der Chefin auszuführen.

    Ben entließ sich am Abend selbst aus der Klinik und fuhr in die PAST. Dort saßen Kim und ein ihm unbekannter Mann im Büro. Sie kam in diesem Augenblick aus ihrem Büro. „Ben? Was machen Sie denn hier?“ fragte sie erstaunt. „Ich...muss Semir suchen...“ gab er zur Entschuldigung. „Ja und wo wollen Sie anfangen?“ harkte Kim nach und winkte ihn in ihr Büro. „Ich wollte Susanne bitten sein Handy zu orten. Sofern er es noch anhat...“ kam von Ben. „Ben...das glauben Sie doch wohl selbst nicht. Sie sehen sehr blass aus und sollten sich hinlegen...“ schlug Kim ihm vor. „Ich kann nicht liegen, wenn mein Partner und Freund irgendwo in den Fängen von irgendwelchen Verbrechern ist...“ fauchte Ben wütend zurück. Kim sah ihn warnend an. „Ben…ich verstehe Sie…ich mache mir auch Sorgen um Semir, aber was sollen wir tun?“ fragte sie. „ich werde mir jetzt diesen Konsul vornehmen….er wird mir sicher sagen können wo Semir ist!“ fauchte Ben und ließ sich in den Sessel fallen. „Ben…das geht nicht….ich kann höchstens versuchen beim Konsul einen Termin zu machen. Aber wir wissen ja nicht einmal wo er ist...“ gab Kim zu bedenken. „Doch…er ist derzeit in Köln...“ stieß Ben aus. Kim atmete tief ein. „Woher wissen Sie das?“ wollte sie wissen. „Ich…Chefin…ich habe Susanne gebeten herauszufinden wo er ist…und er ist in Köln. Das ist doch merkwürdig...ich meine warum ist er hier? Was sucht er hier? Doch wohl die Drogen….also wird er auch versuchen an Semir heran zu kommen. Und dann werde ich da sein…“ drohte Ben. „Sie werden nichts dergleichen tun..“ befahl Kim. „Aber ich muss was tun!! Ich sollte doch auf ihn aufpassen!!“ schrie Ben und sprang aus dem Sessel. Schwindel überfiel ihm und er sah nur noch wie der Boden auf ihn zukam. „Ben?“ hörte er Kim sagen. Er versuchte sie zu fixieren aber es ging nicht…ihm wurde schwarz vor den Augen. „mir ist schlecht..“ stöhnte er leise. „Susanne! Holen Sie einen Arzt!!“ rief sie durch das Büro. Ben schloss die Augen und spürte wie Kim ihm ein Kissen unter den Kopf schob. „Sie bleiben liegen….“ ermahnte sie ihn. „Ich muss Semir…finden….“ stöhnte er leise. „Das werden Sie…aber erst wenn der Arzt sagt, dass Sie es können..“ beruhigte Kim ihn. Ben atmete tief ein und aus. Der Würgereiz verschwand aber dafür kamen nun die Kopfschmerzen. „Mein Schädel…sagen Sie den Quälgeistern, dass sie aufhören sollen zu hämmern….bitte..“ flehte er leise. Kim lachte. „Das würde ich gern, aber das ist die Strafe dass Sie aus dem Krankenhaus sind, ohne abzuwarten…“ erklärte sie sanft.

    Semir lag auf dem Bett und starrte aus dem vergitterten Fenster. Die Nacht kam und er spürte Hunger, aber vermutlich würde er nichts bekommen. Er schloss die Augen und hörte kurz darauf den Schlüssel im Schloss. „Essen kommen!“ befahl der Mann den er als Delian identifizierte. Semir stand auf, nahm den Koffer und verließ das Zimmer. Der Mann folgte ihm dicht. Im Normalfall hätte er den Kerl einfach niedergeschlagen aber hier war es anders. Es gab einen Hintermann und an den wollte Semir ran. Also musste er das perfide Spiel mitspielen. Es ging in einen recht großen Saal wo Joel Bauer ihn erwartete. „Setz dich hier hin, Gerkan!“ befahl er. Semir setzte sich neben ihn. „Ich möchte dir noch ein paar Regeln geben und während dessen werden wir das köstliche Mahl hier genießen. Ich habe dir sogar Lammkotelett machen lassen…“ grinste Joel. „Sparen Sie sich die Freundlichkeiten..“ fauchte Semir nur. „Oh…immer noch sauer. Nur keine Sorge…greifen Sie zu...es ist alles frisch zubereitet…“ lächelte Joel ihn an. Semir wurde nicht schlau aus diesem Mann. Auf der einen Seite war er fürsorglich und auf der anderen Seite konnte er, so kannte er es aus Erzählungen, regelrecht ausrasten. Er nahm sich zwei Koteletts und etwas von dem Reis sowie Soße. Es schmeckte wirklich hervorragend. Zum Trinken gab es Cola oder Bier. Semir wählte die Cola was natürlich wieder für Joel ein Zeichen von Schwäche war.

    Joel sah zu wie er sich abmühte weil der Koffer ihn doch stark behinderte. „Ich kann mir vorstellen, dass dieser Koffer ziemlich lästig ist oder? Duschen…geht nicht…ausziehen geht nicht...und alles andere auch nicht. Wenn du einverstanden bist, kann ich dir den Koffer abnehmen…“ grinste Joel. Semir sah ihn an. „Sie wissen genau dass wenn Sie es tun, der Koffer und damit die Ware explodiert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie darauf verzichten wollen..“ gab er ruhig zurück. „Stimmt….auch keine wahre Lösung. Aber hat dein Freund dir auch verraten was passiert wenn man die Kette öffnet? Wir könnten sie mit einer Flex öffnen und gut ist..“ schlug Joel vor und steckte sich ein Stück Brot in den Mund. Er beobachtete Semir sehr genau das spürte der Hauptkommissar. „Er sagte mir, dass die gesamte Kette mit dem Koffer verbunden ist. Sobald die Kette von Handschelle und Koffer getrennt ist, geht er auch hoch.“ gab Semir zurück. Er legte die Gabel zurück. Ein Messer hatte er erst gar nicht bekommen. „Nun….dann müssen wir wohl warten, bis Jayden hier auftaucht…“ lächelte Joel triumphierend. Semir sah ihn an. Jayden…das war auch der Name den Holle nannte und es war der Name des Konsuls….Semir lag also mit seiner Vermutung richtig. Wenn Bauer nun auch den Nachnamen bestätigte dann …. „Ist das der wahre Besitzer? Jayden? Das hört sich amerikanisch an..oder englisch…“ meinte er wie nebenbei und nahm einen Schluck Cola. Joel grinste breit. „Ja…in der Richtung…“ gab er zu und ließ Semir im Ungewissen, wie der Mann weiter hieß.

    oh was du für Versprechen machst...aber da wir bei Banner sind.....heute Abend im Chat..ich hab Arbeit für dich:)

    Zur Story...einfach nur zu wenig um was zu feeden. aber der Schlagabtausch zwischen Semir und Ben...klasse

    Joel Bauer sah ihn grinsend an. „Aber Delian….sei doch etwas freundlicher zu unserem „Gast“…. Was soll er denn von dir denken…“ tadelte er seinen Bediensteten. Er sah Semir an. „Ich weiß dass der Koffer auch hochgeht, wenn der Bote nicht mehr lebt. Von daher ist es für mich wichtig, dass Sie sich wohl fühlen. Ich habe keine Mühen gescheut um das umzusetzen. Sie werden gleich in Ihr Zimmer gebracht und werden sich dort ruhig verhalten. Ich werde drastische Maßnahmen ergreifen, wenn Sie gegen die Regeln verstoßen…ist das klar?“ Joel sah Semir an. Dieser ließ sich nicht davon beeindrucken. „Sie wissen doch selbst, dass Sie damit nicht durchkommen, denn meine Kollegen suchen mich bereits und werden sicher auch diesen Unterschlupf finden..“ meinte er nur. „Das ist gut…keine Angst…siehst du…Delian…er hat keine Angst….aber das kommt noch…. kennen Sie Versteigerungen?“ wollte er von Semir wissen. Semir zuckte nur mit den Schultern. „Sie verstehen nicht was ich meine? Na…ganz einfach…ich habe bevor Sie hier eingetroffen sind mit J.C. telefoniert…und er hat sich nicht zu dem Koffer bekannt. Also muss ich anders sehen, dieses Ding und damit auch Sie wieder loszuwerden…“ erklärte Bauer und machte eine theatralische Pause. Semir lachte leise. „Sie werden auch bald einsitzen…dann nützt Ihnen das viele Geld auch nichts…“ gab er von sich. „Sie kennen doch Ebay oder? So etwas Ähnliches gibt es auch in der Verbrecherwelt, wobei Ebay eh eine Verbrecherbande ist...denken Sie nicht? Wer weiß schon woher die Sachen stammen die dort verkauft werden...nun...ich muss nur eine Information lostreten und schon werden sich hier einige der besten Geschäftsfreunde einfinden und einen stattlichen Preis für den Koffer bieten. Sie sind lediglich eine Zusatzleistung. Was man mit ihnen nach der Versteigerung macht kann und ist mir eigentlich egal. Natürlich werden die Käufer darauf hingewiesen, dass der Koffer geöffnet werden muss während Sie leben...ich bin ja kein Unmensch...“ grinste Joel und machte eine Pause. „...ich werde sogar den wahren Besitzer einladen... er kann sich an der Auktion beteiligen...klingt doch gut oder?“ grinste Joel.

    Semir schnaubte verächtlich. „Das ist krank!“ stieß er aus. „Krank? Nein... ich finde es sehr amüsant. Am Samstag werde ich die Herrschaften erwarten. Bis dahin sind Sie mein Gast...“ verkündete Joel. „Sie meinen wohl Gefangener...“ stieß Semir aus. Es war Mittwoch und somit musste er hier einige Nächte verbringen worauf Semir absolut keine Lust hatte. „Warum denn so böse?“ wollte Joel wissen. „Sehen Sie es doch mal so...Hier müssen Sie sich nicht vor ihren Häschern verstecken, die nur das Geld wollen, was ich auf Ihren Kopf ausgesetzt habe ... keinem Ihrer Kollegen wird was passieren... alles im grünen Bereich...“ lachte er. Er sah Delian an. „Bring ihn in sein Zimmer...!“ befahl er. Delian zerrte Semir hoch und aus dem Raum. Dieser wehrte sich gegen die Behandlung. „Meine Kollegen suchen mich bereits!“ fauchte er wütend. Joel hob die Hand. „sicher...wirst du gesucht...aber du wirst nicht gefunden und wenn du dich weiterhin so benimmst, werde ich dich ruhig stellen...!“ warnte er Semir. Dieser sah ihn an. Semir traute Bauer alles zu. Auch ihm Drogen zu spritzen. Derzeit konnte er nichts unternehmen. Delian zerrte ihn eine Treppe hoch und stieß Semir durch den länglichen Gang. Semir sah sich verzweifelt nach einem Fluchtweg um, doch es gab keine Möglichkeit. „Stopp!“ befahl Delian an einer eisernen Tür. Semir blieb stehen und sah ihn an. Delian öffnete die Tür und stieß Semir rein. Der Raum war hell und freundlich. Vollständig eingerichtet mit Bett und Fernseher. Sogar Bücher gab es hier. „Das Bad ist dort...aber du brauchst dich gar nicht häuslich einzurichten. Spätestens Samstag ist das schöne Leben für dich vorbei...“ fauchte Delian. Semir sagte nichts, sondern ließ sich auf das Bett nieder und wartete bis sein Bewacher aus dem Raum war. Er hörte wie sich der Schlüssel drehte und die Tür verschlossen wurde. „Na super…läuft ja klasse…“ fauchte er und sah sich das Fenster an. Ein Gitter versperrte die freie Sicht. „Wirklich lobenswert…sicher gegen Ein- und Ausbrecher…toll…Ben finde mich bloß vor Samstag...ich will nicht unter den Hammer...“ stöhnte er leise. Doch er wusste auch, dass er selbst etwas unternehmen musste, die Frage war nur….was?

    Andrea sah aus dem Fenster. „Wo bleiben die denn bloß?“, fragte sie sich und sah auf die Uhr. Es waren jetzt schon zwei Stunden vergangen als Ben sie anrief und sagte dass er Semir aus dem Krankenhaus holte. „Also gut… dann eben Handy…“, murmelte sie und wählte Semir an. Sie hörte es klingeln und tatsächlich ging jemand dran. Doch es meldete sich niemand. „Semir? Hörst du mich?“, fragte sie. „Ich sag dir… die werden uns ganz schnell gehen lassen.“, hörte sie einen Mann sagen. „Semir? Hallo?“, wiederholte sie. „Mensch wenn du hier so dämlich rumballerst…ist es kein Wunder das die Bullen da sind.“, kam ein zweiter wütend. Andrea schloss die Augen. Okay…. Semir schien ans Handy gegangen zu sein, aber er meldete sich nicht. Wenn sie das Gespräch richtig mitgehört hatte, ging es um Schüsse und um Polizei… Verdammt…war Semir vielleicht getroffen worden? Oder war er…?, ratterten ihre Gedanken. Sie beendete das Gespräch und rief Kim Krüger an. „Frau Krüger… Andrea Gerkhan hier.. mein Mann… also er wurde von Ben abgeholt und…ich habe eben ein Telefonat mitbekommen, wo von Schüssen und Polizei gesprochen wurde. Ich befürchte, dass Semir in Gefahr ist.“, erklärte sie schnell. „Wissen Sie, wo?“, harkte Kim nach. „Nein… aber er hat sich selbst nicht gemeldet.. er hat es nur ermöglicht dass ich das Gespräch mitbekomme… Frau Krüger… bitte orten Sie sein Handy. Ich vermute das Ben auch da ist.“, bat Andrea. „Frau Gerkhan.. sind Sie sich sicher, dass es nicht nur ein Hörspiel war?“, kam mild von Kim gefragt. „Nein.. wie kommen Sie denn darauf… es war verdammt echt… Semir wollte mir damit sagen, dass er Hilfe braucht. Bitte… vertrauen Sie mir…“, bat Andrea erneut. „Also gut.. ich lasse es orten, aber sollte es ein Irrtum gewesen sein, dann werden Sie sicher nicht als Letzte lachen…“, versprach Kim. Andrea bedankte sich und legte auf. Ihr Blick fiel auf Aida die in ihrem Sitz saß. „Tja… da werden wir wohl auf Papa warten müssen.“, lächelte sie nervös.

    „Susanne! Orten Sie bitte die Handys von Semir und Ben.“, befahl Kim, nachdem sie aufgelegt hatte. „Wehe es war ein Scherz…“, drohte sie leise. Susanne nickte und machte sich an die Arbeit. „Chefin… ich hab die Handys… Köln, Neusser Strasse. Beide Handys an einer Stelle. Ich rufe sie über Funk…“, erklärte Susanne. Kim nickte. Sollte doch was dran sein? Nur wenig später sah Susanne sie an. „Die melden sich nicht per Funk. Ans Handy gehen sie auch nicht…“, murmelte Susanne. „Versuchen Sie es weiter.“ „Achtung… eine Durchsage an alle Reviere. In Köln wurde die Filiale der Dresdner Bank überfallen. Es werden mehrere Geisel festgehalten. Wir benötigen Unterstützung!“, plärrte es aus dem Funk. Kim sah kurz zu Susanne und griff dann zum Mikro. „Hier ist Kim Krüger von der Autobahnpolizei. Wo genau befindet sich die Filiale und wie können wir helfen?“, fragte sie an. „Sie können sämtliche Auf- und Ausfahrten der Autobahn sperren. Die Filiale befindet sich auf der Neusser Strasse 279. Und ich denke Sie können mir sonst nicht helfen. Wir brauchen richtige Polizei…“, hörte man von der Gegenseite. Kim schloss die Augen und atmete tief ein. „Hören sie... ich überhöre jetzt mal ihre Anspielung... aber ich habe den Verdacht, dass zwei meiner Kollegen in der Bank unter den Geiseln sind.“, meinte Kim und wartete auf eine Antwort. „Das kann nicht sein... wir werden der Sache nachgehen.“, kam es aus dem Funk zurück.

    Hannes kam hinter den Schaltertresen vor und hatte zwei große, gefüllte Taschen in der Hand. „Los, lasst uns verschwinden, ehe die Bullen...“, kaum hatte Hannes diese Gedanken ausgesprochen, hörte er auch schon die Sirenen der sich schnell nähernden Polizei. „Verdammt... los, packte euch die Beiden und dann die Waffen an den Kopf. Wir nehmen ihren Wagen.“, fauchte Hannes und Anton und Matthias nahmen sich jeweils Ben und Semir vor die Brust und stießen sie vor die Tür. In der Ferne waren schon einige Einsatzwagen zu sehen. „Los... du fährst.“, fauchte Hannes Ben an und stieß ihn auf die Fahrerseite, während er auf der Beifahrerseite einstieg, Semir und die anderen beiden hinten und Semir wurde in die Mitte genommen. „Fahr los.“, zischte Hannes Ben an und dieser musste tun, was er sagte. Ersah nur in den Rückspiegel und versuchte einen Blick von Semir zu erhaschen. Dieser nickte nur unmerklich und sein junger Partner fuhr mit quietschenden Reifen Richtung Autobahn. Er hoffte, dass dies eine kurze Flucht werden würde. Doch die Kollegen schossen mit ihren Wagen hinter dem Mercedes her und jagten ihn auf die Autobahn. „Verdammt, die sind ja immer noch da.“, zischte Anton, als er sich umsah. „Keine Sorge... dafür hab ich gesorgt.“, lachte Hannes und öffnete seine Tasche. Erschrocken sah Ben, dass dieser Mann einige Handgranaten in der Hand hielt. Er konnte das fiese grinsen unter der Maske erkennen und schon hörte er das Schnarren der elektronischen Fensterscheibe. Semir sah Ben durch den Rückspiegel an. Sie mussten sich was einfallen lassen, oder einige Unschuldige würden verletzt werden.

    Ben kam langsam zu sich. Er blieb etwas liegen um sich zu orientieren. „SEMIR!!“ stieß er plötzlich aus und kam auf die Beine. Semirs Wohnung sah aus als hätte die berühmte Bombe eingeschlagen. Bens Hand fuhr zum Kopf und zog sie langsam zurück. Er fühlte getrocknetes Blut. „Oh….verdammt…“ stieß er aus. Die Mistkerle hatten Semir mitgenommen. Ben taumelte zum Telefon und rief Kim Krüger an. „Sie haben sich Semir geholt...“ stöhnte er. Sein Kopf dröhnte extrem. Er setzte sich auf die Couch und schloss kurz die Augen. „Ben?“ hörte er die Chefin am Telefon sagen. „Ich..bin hier...in Semirs Haus…er…wir wurden überfallen..als wir hergefahren sind…“ erzählte Ben. „Konnten Sie jemanden erkennen?“ wollte Kim sofort wissen. Ben hörte es kaum. Übelkeit kam auf. „Ben!! Was ist mit Ihnen?“ forderte Kim ihn auf zu antworten. „Ich…bin…mir ist….übel…“ stieß Ben aus. „Ich bin sofort da….bewegen Sie sich nicht von der Stelle!“ befahl sie. „Verstanden…“ kam leise von Ben. Die Hand mit dem Telefon sackte fast automatisch ab und Ben schloss die Augen. Er wusste nicht wie lange er dort so gesessen hatte, aber er zuckte zusammen als sich eine Hand auf seine Schulter legte. „Ben…ich bin es….ich habe einen Arzt mitgebracht…“ kam von Kim Krüger. Sie sah sich um. „Hier hat ja wohl eindeutig ein Kampf stattgefunden. Wissen Sie wer Semir hat?“ wollte sie wissen. „Bauers Leute….ich habe mitbekommen das einer der Kerle zu Semir sagte, das Bauer Sehnsucht nach ihm hat… Wir müssen sofort seine Villa stürmen und Semir..rausholen…“ stieß Ben aus und wollte sich erheben, doch er taumelte und fiel zurück auf die Couch. „Sie werden höchstens in Krankenhaus gehen…mehr nicht. Verdacht auf eine Gehirnerschütterung. Bei dem Schlag wurde auch die Schädeldecke beschädigt… wir müssen eine Hirnschädigung ausschließen…“ erklärte der Arzt. Kim nickte. „Sie werden ins Krankenhaus gebracht und dort unter Beobachtung gestellt. Ich werde mich um Semir und Bauer kümmern...“ versprach Kim. „Aber Chefin..ich…ich kann mich doch nicht hinlegen, wenn Semir…in den Händen von skrupellosen Verbrechern ist...“ stöhnte Ben. „Doch das können und werden Sie…ich kümmere mich um alles Andere…Wenn Bauer Semir wirklich in seiner Gewalt hat, dann brauche ich Sie gesund….“ befahl Kim. Ben gab keine Widerworte.

    Für Semir endete die Fahrt und er wurde unsanft aus dem Wagen gezerrt. Dennoch konnte er sehen wo er war. Das Gelände war ziemlich verkommen. „los! Vorwärts!“ stieß ihn einer der Männer in den Rücken. Semir stolperte kurz, blieb aber auf den Beinen. Er wurde ins Haus gezerrt und in einen Raum, was einer Küche ähnelte gestoßen. Ein schummeriges Licht erhellte den Raum. Semir sah aber dass eine weitere Person im Raum war. Diese drehte sich um und sah ihn höhnisch an. „Ach…Herr Gerkan gibt uns die Ehre…“ hörte er Joel höhnisch sagen. „Sieh mal an Joel Bauer….der sich nicht selbst die Hände schmutzig macht…“ gab Semir zurück. Er wurde auf einen Stuhl gedrückt. „Herr Gerkan…ich denke es wird für uns alle angenehmer, wenn Sie sich einfach nur ruhig verhalten. Ich will lediglich den Koffer und dafür würde ich Sie auch töten...“ drohte Bauer. Semir grinste leicht. „Das wäre aber übel...denn wenn ich nicht mehr leben sollte, dann haben Sie nichts mehr von dem Stoff…“ gab er zu verstehen. „Ich weiß. Deshalb sind Sie hier….und ich werde ganz sicher an den Stoff kommen, oder aber das Geld dafür bekommen. Die Frage ist nur, was der wahre Besitzer mit Ihnen macht….Aber das ist nicht mein Problem nicht wahr…“ grinste Joel. „aber…damit ich mich vergewissern kann, dass es wirklich der Koffer von J. C. ist, werde ich mir nun Handschelle und Koffer genau ansehen…Tun Sie mir den Gefallen und halten Sie einfach still…oder besser tun Sie sich den Gefallen…“ hängte er befehlend an. Delian packte gleichzeitig das Handgelenk von Semir. Er drückte es fest auf den Tisch. „Stillhalten..dann tut es nicht weh…“ meinte er zu Semir als dieser versuchte den Arm zurück zu ziehen. „Wir haben es geröntgt…das Schloss der Handschelle ist mit dem Koffer verbunden...Jeder der sich daran zu schaffen macht, wird unweigerlich den Mechanismus auslösen der den Koffer explodieren lässt…“ stieß Semir aus. Joel grinste ihn an. „Ich weiß…aber ich habe den Vorteil den Besitzer des Koffers zu kennen..“ gab er bekannt. „Dann holen Sie ihn her...mir ist ziemlich egal wer den Stoff bekommt, aber ich will den Koffer loswerden!“ fauchte Semir und wollte seine Hand zurückziehen, doch Delian hielt ihn eisern fest. „Wir können die Hand ja abschneiden. Der Puls, so habe ich mal gehört, schlägt noch einige Minuten...“ grinste und hob ein kleines Küchenbeil. „Nein...!“ stieß Semir aus. Deutlich war die Angst in den Augen zu sehen.

    Semir trat um sich und versuchte die Umklammerung des Mannes zu lösen, der ihn von hinten gepackt hatte und wie ein Schraubstock festhielt. Doch der Kerl wich geschickt aus. „Lass das!“ fauchte er und presste seine Arme noch weiter zusammen. Semir stöhnte auf. „BEN….“ versuchte er, doch sein Partner war selbst in Schwierigkeiten. Er hatte mit drei Männern zu kämpfen. Semir bekam durch den Griff kaum Luft. Dennoch wandte er sich hin und her. „Halt einfach still….dann tut es nicht weh...“ warnte ihn der Mann der ihn hielt. Nach wenigen Augenblicken hielt Semir einfach nur still. Der Druck um seine Lungen verringerte sich, dennoch war er nicht in der Lage sich zu lösen. Ein leiser Aufschrei von Ben riss ihn aus seiner Lethargie. Ein dumpfer Aufschlag war zu hören. Der Mann wirbelte Semir herum und nun sah dieser seinen Partner am Boden liegen. „Ich werde dich jetzt loslassen…aber ich warne dich…wenn du auch nur einen Trick versuchst, werde ich deinen Freund töten lassen…verstanden?“ fauchte der Mann in sein Ohr. Semir nickte, denn der Komplize drückte dem bewusstlosen Ben die Waffe an den Kopf. „Wenn Sie nur den Koffer wollen…dann machen Sie die Handschelle auf und verschwinden mit dem Scheißding...“ fauchte Semir. „Du weißt doch genau, dass wir ihn nicht öffnen können… aber Bauer hat Sehnsucht nach dir...hättest eben doch freiwillig kommen sollen...wie er vorgeschlagen hatte…“ fauchte der Mann ihn an und zerrte ihn zur Tür. „Warten Sie….lassen Sie mich wenigstens für meinen Freund Hilfe holen…bitte...“ flehte Semir doch er war nicht verwundert, dass man ihm dies nicht erlaubte. Er wurde rausgebracht und musste in einen weißen Kleinbus einsteigen. Rechts und links gesellte sich ein Mann hinzu und ihm gegenüber setzte sich der Mann mit der Waffe. „Warum macht sich Bauer nicht selbst die Hände schmutzig…“ wollte Semir wissen und versuchte herauszufinden wohin die Fahrt ging. Er glaubte nicht, dass man ihn direkt in Bauers Burg brachte, dort würde Ben zuerst suchen, denn auch sein Partner wusste er die Männer geschickt hatte.

    Am späten Abend hörte Chris das Telefon klingeln. Bevor er jedoch an den Apparat ging, war Jayden dran. „Hallo?!“ fragte er nur. „Spreche ich mit J.C?“ wollte der Anrufer wissen. „Hier spricht Jayden Clay….wenn Sie das meinen…“ kam von Jayden. „Von mir aus auch ausgesprochen….es ist egal… ich wollte dir nur sagen, dass ich deinen Koffer habe….mit 5 Millionen bist du dabei und kannst ihm bei mir abholen…“ meinte der Anrufer. „Wer ist denn da?“ fauchte Jayden zurück, der mit dem Gespräch nichts anfangen konnte. „Willst du mich verarschen J. C.? Willst du deinen Stoff nicht zurück haben?“ fragte der Anrufer. „Hören Sie mal genau zu…ich bin Jayden Clay…Konsul von Kolumbien und in der Vertretung von meinem Land in Berlin….was wollen Sie von mir?“ harkte Jayden nach. „von mir aus kannst du der Kaiser von China sein…ich habe deine Ware und die kannst du mir abkaufen. Wenn nicht, dann werde ich es an den meistbietenden versteigern. Und den Bullen gibt es gratis dazu… Aber …ich lasse dir noch zwei Tage Zeit. Wenn du den Koffer doch haben willst, bekommst du ein Vorkaufsrecht eingeräumt….“ lachte der Anrufer. „Ich weiß nicht was Sie von mir wollen..“ wiederholte Jayden. „Du kannst mich unter der folgenden Rufnummer sprechen, wenn du das Theater aufhörst….0174-33487690. Aber wie gesagt…nur zwei Tage Bedenkzeit…und den Kaufpreis in bar…“ es klickte. Jayden hatte sich die Nummer zwar notiert, aber was sollte er damit anfangen. Chris trat aus seinem Zimmer. „Wer war das denn?“ wollte er wissen. „Keine Ahnung. Dieser Typ scheint mich verwechselt zu haben. Er hat mich mit J. C. angesprochen und von einem Koffer mit Ware geredet…und von einem Bullen… ich hab irgendwie nicht wirklich zugehört, aber das erinnert mich an eine Geschichte dir mir mein Freund erzählt hat…da ging es um einen Drogendeal wo ein Polizist einen Koffer verpasst bekommen hat. Dieser Kerl, der das gemacht hat, war der Mandant von meinem Freund, der Anwalt ist…“ erzählte Jayden nachdenklich. „Ah…und was ist mit dem Mann passiert?“ wollte Chris wissen. „Der hat sich umgebracht…weil er wohl keinen anderen Ausweg sah…na…egal…ist nicht unser Bier. Ich kenne keinen J. C. und damit ist die Sache erledigt…“ lächelte Jayden und ging in sein Zimmer. Er sah nicht wie Chris den Zettel mit der Telefonnummer einsteckte.

    Hannes, Mathias und Anton waren bereits in ihrem Domizil angekommen. „Und was machen wir jetzt?“, wollte Anton wissen. Hannes grinste. „Nun werden wir uns was überlegen. Ich meine das Geld reicht für ne Weile aus, wenn man nicht so anspruchsvoll ist. Aber ich dache mir, wir könnten ne Bank überfallen… ich hätte sogar schon eine im Auge…. Und war die Dresdner Bank in Köln. Sie liegt direkt an der Neusserstrasse und die führt direkt zur Autobahn. Die Bullen hätten keine Chance…“, grinste Hannes. „Ne Bank? Mensch Hannes… warum dann ausgerechnet die?“, wollte Anton wissen. „Weil dort mein alter Herr gearbeitet hatte. Und dann einfach auf die Straße gesetzt wurde, nur weil er fünfzig Mark damals mehr als auf dem Zettel stand ausgezahlt hatte. Der Verdammte Filialleiter hielt sich für unfehlbar, aber das wird sich ändern…“, kam wütend als Erklärung. „Wie lange ist das her?“, harkte Mathias nach. „Jetzt sind es genau zwanzig Jahre her.“, meinte Hannes. „Dann ist der Typ vielleicht schon in Rente. Warum willst du dann diese Bank überfallen….“, kam erneut von Anton. „Weil ich dieser verdammten Bank meinen Werdegang verdanke… die haben mich damals in die Verbrecherszene rein gedrängt. Du hättest meine Mutter sehen sollen. Sie war damals schwer krank und die Behandlung wurde nicht von der Kasse gezahlt. Also musste mein Vater arbeiten. Und durch diese fristlose Kündigung ist es passiert. Meine Mutter starb einen grausamen Tod. Auf Raten, versteht ihr!! Diese Bank hat mein Leben verpfuscht!!“, fauchte Hannes und schlug wütend auf den Tisch. Mathias und Anton zuckten zusammen.

    „Och Mensch…ausgerechnet hier ist die Filiale geschlossen. Jetzt müssen wir extra nach Nippes fahren um Geld abzuheben.“, maulte Semir als er wieder zu Ben ins Auto stieg. „Warum nimmst du nicht die EC-Card?“, wollte Ben wissen. „Weil ich Lust hab zur Dresdner Bank zu fahren. Außerdem arbeitet eine alte Freundin von mir dort. “,erklärte Semir. „Ah…eine Freundin… vor Andrea oder während?“, grinste Ben. „Nein… nicht während… also wirklich. Für was hältst du mich!“, empörte Semir sich. „Also vor Andrea….nun gut… dann fahren wir halt über Nippes zu dir nach Hause. Du weißt ja… Andrea will dich umgehend sehen!“, ermahnte Ben ihn grinsend. „Du findest das richtig gut was? Findest es lustig, das Andrea das Sagen hat was? Das ist aber gar nicht so… ich gebe ihr nur das Gefühl, dass es so ist. In Wirklichkeit ist es ganz anders…“, erklärte Semir. „Ja sicher…. Hat dich Andrea schon mal mit einem Nudelholz empfangen?“, wollte Ben lachend wissen. „Konzentrier dich auf den Verkehr…du Pappnase.“, lachte Semir zurück. Ben fuhr die Neusserstrasse rein. „Und wo ist die Bank?“ fragte Ben. „Da hinten… bei der U-Bahnstation… kannst direkt anhalten und das Blaulicht einschalten… falls du von den Politessen, die hier regelmäßig ihre Runden machen, kontrolliert wirst.“, schlug Semir vor. „Sind die Politessen hübsch?“ grinste Ben. „Ich weiß nicht… die, die ich mal hier kennen gelernt hatte, war ca. 60 Jahre alt und kratzbürstig.“ Semir stieg aus und betrat die Bank.

    „Hey, runter auf den Boden.“, wurde Semir gleich angeblufft, als er die Tür hinter sich schloss. Er sah auf und blickte in den schwarzen Lauf einer Waffe und dahinter ein maskiertes Gesicht. „Wow, ganz langsam, okay?“, meinte Semir und hob leicht die Hände. „Los, da rüber in die Ecke.“, fauchte der Mann vor ihm und stieß Semir zu den beiden Angestellten, die sich hilfesuchend gegenseitig festhielten, während die beiden anderen, soviel konnte Semir noch sehen, die Kassen leerten und sich mit dem Tresor beschäftigten. „Verdammt, den kriegen wir nicht auf.“, fauchte einer der beiden Männer und sah zu seinen Komplizen hinüber und Semir wusste nicht warum, aber die Stimme kam ihm bekannt vor. Er musste sie schon irgendwo mal gehört haben. „Los, setz dich und keine falsche Bewegung.“, fauchte der Mann und schmiss Semir direkt auf den Boden. „Beweg dich ja nicht.“, kam es dann noch zusätzlich von ihm. „Ist ja gut.“, meinte Semir nur und sah zu den Angestellten rüber. Kathrin kauerte neben ihrer jüngeren Kollegin, scheinbar eine Auszubildende und wagte nicht, sich zu Semir zu bewegen. Doch er kroch in einem unbeobachteten Moment zu ihr rüber und nahm ihre Hand. „Hallo Kathrin...“, flüsterte er kaum hörbar. „Semir... ich würde ja sagen, schön dich zu sehen, aber im Moment...“, sie deutete auf die Bankräuber. „Versteh ich...“, meinte er nur. „Klappe halten.“, schrie ihr Bewacher und zielte mit seiner Pistole auf die Drei. Sofort versteiften sich die Körper der beiden Frauen.

    so von der Berlinale zurück...geht es direkt weiter....

    Kim sah ihn an. „Ich dachte wirklich, dass Sie etwas schlauer sind, Semir….das man die Seite und auch die Zugriffe darüber überwacht sollte doch wohl auch einen Computeranalphabeten wie Ihnen klar sein! Sie bringen sich und Hartmut in Teufels Küche! Und Ben ziehen Sie auch noch mit darein….das ist unverantwortlich und ich habe nicht übel Lust Sie einzusperren, damit Sie nicht noch mehr Dummheiten begehen!!“ fauchte Kim ihn wütend an. Semir senkte den Kopf und ließ das Donnerwetter über sich ergehen. Er musste sogar eingestehen, dass sie etwas Recht hatte. „Sie fahren umgehend nach Hause und werden dort von Ben unter Hausarrest gestellt und die Liste bekomme ich!“ forderte sie schlussendlich auf. Semir rückte die Liste heraus. „Chefin….ich…ich habe was herausgefunden….hier…. der Konsul heißt Jayden Clay…und er ist in Deutschland…J.C…. das ist doch der Beweis. Wir müssen doch nur jetzt herausfinden wo er steckt. Das könnte Susanne tun und dann können wir…“ versuchte Semir. „Halten Sie den Mund!!!“ schrie Kim ihn an. „aber Chefin…“ protestierte Semir. „Sie werden umgehend nach Hause fahren und dort bleiben, bis ich hier alles geklärt habe. Die Sache wird an das LKA gegeben, da die dortige Drogenfahndung sich damit beschäftigen wird. Sie Beide sind da raus! Ist das angekommen?“ fragte sie laut. Semir sah zu Ben. „Aber…was soll ich denn tun, wenn…“ fing Semir an. „Dann wird Ben auf Sie aufpassen! Sie können auch Fußfesseln bekommen und ich werde sicher nicht zögern Sie ihnen Beiden anzulegen, wenn Sie sich dem Befehl zuhause zu bleiben nicht folgen!“ fauchte Kim. „Chefin…Ben hat nichts getan…warum wird auch er bestraft?“ fragte Semir und sah zu Boden. „Ben wird nicht bestraft…er bekommt von mir den Auftrag, dass er Sie von weiteren Dummheiten abhält. Und Ben…ich sage abhalten…nicht mitmachen! Damit das klar ist…Sie sind dafür verantwortlich. Semir…ich bekomme Dienstausweis und Waffe!“ forderte Kim. „Aber Chefin…ich…was wenn die mich jetzt holen? Ich kann mich nicht wehren…ich…“ versuchte Semir ihr zu erklären. Kim sah ihn nur an. „Ich meine ja nur….bitte…ich hab mich doch entschuldigt…ich werde sicher nicht noch mehr machen….versprochen…bitte stellen Sie mich nicht kalt…“ flehte Semir leise. Er klimperte mit den Augen. „also gut…aber bis Donnerstag werden Sie zuhause bleiben!“ befahl sie.

    „Das war dumm…verdammt das war so dumm...“ stieß Ben aus. „Was? Dass ich Hartmut überredet habe oder dass ich es zugegegeben habe es getan zu haben?“ wollte Semir wissen. „Beides….du stehst unter Hausarrest…das kenne ich aus meiner Kinderzeit...“ erklärte Ben. „Trampel du nur drauf rum. Du musst auf mich aufpassen… da frag ich mich schon, was schlimmer ist...“ grinste Semir. Ben sah ihn an. „Ich finde das gar nicht lustig. Semir…was wenn die Kerle aus der Botschaft jetzt hinter dir her sind? Ich meine die Chefin hat es zwar jetzt hingebogen, aber wenn der Hintermann wirklich in der Botschaft steckt und was weiß ich in welcher Position, dann wirst du zum begehrtesten Mann der Welt..allerdings nicht von der Frauenwelt…“ prophezeite er seinen Freund. „Ja ich weiß…aber in meinen eigenen vier Wänden bin ich sicher. Außerdem bist du ja noch da…“ kam leise von Semir. „Ja sicher….was machen wir denn, wenn die zu zehn Mann dein Haus stürmen? So schnell wird die Kavallerie nicht da sein. Wir können uns sicher eine Zeit über Wasser halten, aber dann? Was ist dann?“ wollte Ben nun wissen. „Ist ja gut…aber ich habe es mir nicht ausgesucht, diesen Koffer zu tragen. Ich würde alles dafür geben ihn einfach in die Ecke zu stellen und gut ist..“ fauchte Semir und schloss seine Tür auf. Die letzen Worte waren nicht ungehört. Denn das Licht flammte an und Semir sah wie Ben in die Mündung von Waffen, die auf sie gerichtet waren. „Da können wir helfen...“ meinte einer der vermummten Männer. Ben und Semir zählten sieben Mann. „Hey…ganz ruhig….“ ermahnte Semir und hob die Hände. Ben folgte seinem Beispiel. „Sehr schön..und nun her mit dem Koffer!“ befahl der Mann im Vordergrund. Semir sah ihn an. „Würde ich gern, aber da gibt es ein Problem….“ versuchte er zu erklären. „Komm her!“ fauchte der Mann erneut. Semir machte einen Schritt auf ihn zu. Den Koffer hielt er am Griff. Er hatte sich was ausgedacht um sich und Ben aus dieser Lage zu bringen. Blitzschnell ließ er den Koffer um sich kreisen und schlug den Mann die Waffe aus der Hand. Der Koffer traf auch die Vase, die Andrea von ihrer Tante bekommen hatte und riss diese von der Kommode runter. Ein Klirren und die hässliche Vase zerbrach in tausend Stücke. Semir konnte sich nicht darüber freuen, denn die Männer gingen ihn nun von allen Seiten an. Auch Ben erwachte aus seiner Starre und versuchte sich gegen die drei Männer zu wehren, die sich auf ihn konzentrierten. Ein unfairer Kampf wie sich später herausstellte.