Beiträge von Elvira

    „Semir? Ben? Was machen Sie denn hier?“, wollte Kim entsetzt wissen, als die Beiden wenig später in der PAST auftauchten. „Das LKA hat Georg Paschner verhaftet. Er wollte uns zum Versteck führen und diese schlauen Typen vom LKA nehmen ihn fest. Damit ist alles hinfällig. Georg wird denen nichts sagen. Aber das ist nicht das Schlimme. Georg ist schwerkrank. Er hat Leberkrebs und zwar im Endstadium. Er braucht regelmäßig Medikamente…Chefin… Sie wissen doch selbst wie es im Untersuchungsgefängnis abgeht. Die nehmen da keine Rücksicht! Wir müssen was unternehmen…“ Semir klimperte mit seinen Wimpern. Kim lächelte. „Also gut… ich rufe die Schrankmann an. Aber Sie werden mit Georg dann zum Versteck fahren und die Beute holen und anschließend nach Hause fahren. Sie sind noch nicht wieder fit. Moment mal…Semir… Sie konnten mit der Schulter kein Auto fahren und Sie Ben nicht mit dem Bein… Wie bitte sind Sie hier hergekommen?“, fiel Kim plötzlich auf. „Ich habe sie hergefahren.“, meinte plötzlich eine ziemlich verweinte Stimme hinter Kim. Sie drehte sich um und sah in das Gesicht einer Frau ihres Alters. „Sie sind sicher die Tochter von Herrn Paschner?“, stellte Kim fest. Sie nickte nur. „Haben sie die Medikamente für ihren Vater dabei?“, fragte die Kriminalrätin. Wieder nickte Rosi. „Okay, fahren sie mit Bonrath zum LKA... ich werde die Staatsanwältin informieren.“, gab sie von sich und Dieter erhob sich aus seinem Stuhl. Schnell saßen die Vier in einem Streifenwagen und dieser brauste mit Blaulicht zum LKA-Gebäude nach Düsseldorf.

    Hamacher hatte Georg in einen der vielen Verhörräume bringen lassen. „So.. und jetzt will ich von ihnen wissen, wo sie ihre Beute versteckt haben oder es raucht im Karton ... haben sie mich verstanden?“, schrie der Mann und schlug auf den Tisch. Georg saß ruhig da, doch merkte er, wie ihm die Schmerzen die Luft abschnitten. Das Atmen fiel ihm schwer und lange würde er diese stickige Luft nicht mehr aushalten. „Bitte... kann ich ein Glas Wasser haben... oder können wir ein Fenster öffnen... ich bekomme so schwer Luft.“, kam es flehend von dem alten Herren. Doch Hamacher ließ nicht mit sich reden. „Erst sagen sie mir, was ich wissen will und dann kriegen sie ihr Glas Wasser vorher nicht... Also, wie hat Gerkhan das Versteck gefunden?“, fragte er und schien einen Augenblick ganz ruhig zu sein, doch Georg wusste, dass dies nur die Ruhe vor dem Sturm war. Er nahm seine Kraft zusammen und stemmte sich vor auf den Tisch. „Wissen sie was, lassen sie mich in Ruhe sterben... Ich werde ihnen nichts sagen, es sei denn, Semir ist mit anwesend in diesem Raum.“, stieß Georg aus und ließ sich wieder nach hinten fallen. Diese Antwort war für Hamacher wie ein rotes Tuch. Er ging um den Tisch herum und wollte mit seinem Handrücken ausholen, als plötzlich eine drohende Stimme erschallte.

    „Hamacher.“, schrie Staatsanwältin Schrankmann aus und warf die Tür ins Schloss. Der Mann erschrak und ließ die Hand sinken. „Ich glaube wohl, ich sehe nicht richtig... Hat Frau Krüger also doch recht gehabt, dass sie einen unschuldigen Mann gegen seinen Willen festgenommen haben, obwohl nichts gegen ihn vorliegt. Sie können schon mal ihre Koffer packen... Die Insel ist ihnen sicher, das verspreche ich ihnen.“, schnaubte sie und sah Hamacher wütend an. Hinter ihr tauchte, mit einem schelmischen Grinsen auf dem Gesicht, Semir auf und lehnte sich gegen den Türrahmen. Dann wandte sie sich an Paschner. „Herr Paschner... kommen sie bitte, ich will mit ihnen sprechen.“, bat sie und Georg ging nur grinsend an Hamacher vorbei. Dieser sah nur perplex hinter der Gruppe her. „Aber... aber...“, stammelte er und dann schloss sich die Tür. Wutschnaubend trat er gegen den Stuhl, der in einem hohen Bogen durch das Zimmer flog.

    Schrankmann, Georg und Semir gingen nebeneinander her. „So... Herr Paschner, ich werde jetzt mit ihnen und dem Kommissar Gerkhan zu ihrem Versteck fahren und sie holen bitte ihre Beute hervor, damit wir den Fall abschließen können.“, meinte sie mit gewohnt sachlichem, fast unterkühlten Ton in der Stimme. Georg nickte nur und sah, dass seine Tochter mit verweinten Augen am Streifenwagen neben Ben auf ihn wartete und losrannte, als sie ihn aus der Tür schreiten sah. „Ich hatte solche Angst um dich...“, schluchzte sie und strich ihrem Papa über das Gesicht und den Kopf. „Keine Angst... so leicht sterbe ich nicht...“, lachte er und nahm eine seiner Schmerzpillen, die ihm seine Tochter entgegenhielt, schluckte sie runter und setzte sich auf die Rückbank des Wagens. „Zum Westfriedhof.“, bat Semir Dieter und dieser nickte nur... Die beiden Fahrzeuge, Ben hatte das Pech, dass er bei der Staatsanwältin mitfahren musste, die ihm während der Fahrt einen Vortrag über Strafrechtsvorgehen und anderen Disziplinarmaßnahmen hielt. Ben verdrehte innerlich jedoch die Augen und rief sich seine Lieblingsmusik aus den Gedanken hervor... Nur nicht zuhören, dachte er und nickte immer wieder, hielt den Blickkontakt zu der Juristin, bis dann die Fahrt vor den Toren des Friedhofs endete.

    Jayden und Ingo kamen gegen zehn von ihrem Nachtangeln zurück und waren todmüde. Aber auch glücklich, denn es hatte viel gebissen. Jayden sah seinen Freund an. „Schade dass ich schon bald wieder ins Konsulat muss. Dieser Urlaub war zum ersten Mal wirklich erholsam…“ stöhnte Jayden und lud die Angeln aus. „Ja…ich habe mich auch noch nie so wohl gefühlt. Endlich mal die Sorgen einfach liegen lassen…“ stieß Ingo zufrieden aus und sah in den großen Eimer, der mit einigen schwimmenden Freunden bestückt waren. „Wie wollen wir sie machen? Grillen?“ harkte er nach. Jayden wog den Kopf. „Ich esse keinen Fisch…du kannst sie dir einpacken und mitnehmen...“ lachte er. „Wohin soll ich die Angeln denn bringen?“ wollte Ingo wissen. „Warte..ich nehme sie dir ab… wir können sie hier im Keller sehr gut bunkern. Habe da einen Raum der schön trocken ist..“ kam von Jayden und er packte die Angeln. Mit den dicken Gummistiefeln ging es in den Keller. Jayden schloss die Tür des Raumes auf, den er dafür vorgesehen hatte und legte die Angeln in ein darin befindliches Regal. Dann verließ er den Raum und ging den langen Gang entlang. Als er die dritte Tür passiert hatte hörte er ein Scheppern. Er blieb stehen. „Hallo? Ist da wer?“ fragte er laut. Es kam nichts. Jayden zuckte mit den Schultern und machte einen weiteren Schritt. Wieder schepperte es. „Ingo!! Komm mal!“ rief er seinem Freund zu. „Was ist denn? Sind die Angeln zu schwer?“ lachte sein Freund. „Nein…aber hier scheint einer zu sein…ich brauche mal deine Hilfe…“ erklärte Jayden. Ingo kam. „Wo denn?“ wollte er sofort wissen. Jayden sah die Waffe in seiner Hand. „Was willst du denn damit?“ fragte er erstaunt. „Man weiß nie, was sich hier für Gestalten herumtreiben. Wo hast du was gehört?“ fragte Ingo und sah sich wachsam um. „Hier…es kam eindeutig aus diesem Raum…“ gab Jayden zurück und wies auf die Tür, vor die er stand. Ingo drückte die Klinke. Sie war abgeschlossen. „Hast du den Schlüssel?“ fragte Ingo. Jayden schüttelte den Kopf. „Dann müssen wir die Tür auftreten...“ kam von Ingo. „Vielleicht ist es nur ne Katze die sich verirrt hat oder aber eine Ratte…ich meine wir sind hier auf dem Land…“ kam nachdenklich von Jayden. „Das ist dein Haus…entscheide du...“ schlug Ingo vor. Jayden wog den Kopf hin und her. „Ja…tritt auf….“ befahl er. Ingo tat es und die Tür flog in dem Raum gegen die Wand. Jayden und Ingo betraten den Raum und Jayden machte Licht.

    Chris Jensen fuhr zum Grundstück zurück wo er und Jayden Clay wohnten. Er musste nun versuchen erdrückende Beweise zu streuen, damit Clay für J. C. gehalten wurde. Bauer würde sicher sagen, dass J.C. den Koffer gekauft hatte. Aber wenn Chris Bauer sprach, würde dieser ihn verraten, also musste er verhindern, dass Bauer ihn verraten konnte. Wie gut, das Chris immer noch Marius kannte. Er war Schließer in dem Untersuchungsgefängnis und konnte ihm helfen. Dafür würde er dann einen kleinen Gratispaket bekommen womit er seine Sucht befriedigen konnte. Manchmal war es richtig gut, dass er sich einige Leute an Land ziehen konnte. Marius war damals als er noch als Polizist tätig war in Schwierigkeiten. Chris hatte ihm geholfen und seit dem bestand eine Freundschaft. Chris betrat das Gefängnis und bat zu Marius Schneider gebracht zu werden. Er wurde ausgerufen und nur wenig später kam er heraus. „Mensch…Chris…wir haben uns ja ewig nicht gesehen...“ strahlte Marius und umarmte Chris herzlich. „Hey…wie geht es dir?“ wollte dieser im Gegenzug wissen. „Nun ja…ähm…“ Marius sah sich um. „Ich bin mal für ne halbe Stunde raus...“ gab er bekannt und verschwand mit Chris auf die Straße. Als sie ein Stück gegangen waren harkte Chris erneut nach. „Nun..seit du mich nicht mehr mit Stoff belieferst bin ich meistens pleite. Meine Frau ist weg…meine Tochter will nichts mit einem Junkie zu tun haben…und mein Job…nun ja…ich schaffe ihn noch…“ lächelte Marius. Chris hob einen Umschlag hoch. „Alles was hier drin ist gehört dir..für einen kleinen Gefallen…“ bot er an. Marius sah ihn an. „Was ist da drin?“ harkte er nach. Chris griff hinein und holte ein kleines Briefchen hervor. „Hier sind einige drin…..“ lockte er seinen Freund. „Was soll ich dafür tun?“ wollte Marius wissen. „Hier sitzt ein gewisser Bauer im Bau…ich möchte dass er diese Räumlichkeit nicht mehr verlässt...zumindest nicht lebend..“ erklärte Chris. Marius sah ihn an. „Das kann ich nicht tun…Chris…dafür würde ich…..“ stammelte er. Chris steckte den Umschlag mit der begehrten Ware für Marius wieder weg. „Schade..dann nicht...“ murmelte er. „Nein…warte…bitte..ich..ich….also gut..wie soll ich es tun?“ fragte Marius. Die Gier nach dem was Chris dort in der Hand hielt war zu groß um zu widerstehen. „Tu ihm eine Tüte von dem Zeug ins Esen und schon ist mein Problem gelöst…das ist für die Hälfte der Ware hier…für die andere wirst du mir einen Text auf Band sprechen….und zwar diesen hier…“ Chris hielt ihm einen Zettel hin und Marius las ihn vor. „Ich bin J.C….. und habe etwas das Sie wiederhaben wollen…..Für das Geld was Sie Bauer abgenommen haben, bekommen Sie es zurück…“ las Marius. Chris zog sein Handy zurück und grinste. „Danke schön…“ lachte er und reichte Marius den Umschlag.

    Langsam kam der Abend und immer mehr Lichter gingen an. Semir konnte von seinem Platz aus zum Haupthaus sehen und bemerkte wie die Tür dort aufging. Er versuchte aufzustehen und auf sich aufmerksam zu machen, doch die Männer reagierten nicht. Chris hatte seinen Kopf zusätzlich mit Klebeband an einem der Rohre festgemacht, damit er sich den knebel nicht selbst lösen konnte. Er sah wie die Männer diverse Angeln in den Wagen luden, einstiegen und wegfuhren. Erschöpft schloss er die Augen und lehnte sich an die Wand. Ohne Hilfe war kein Entkommen möglich. Jetzt wo der Mistkerl den Koffer hatte, war sein Leben verwirkt. Er war sich sicher, dass Chris ihn töten würde. Warum hatte er es noch nicht getan? Was hatte dieser Mistkerl vor? Fragen über Fragen gingen ihm durch den Kopf und er hörte nicht wie ein Auto vorfuhr. Erst als die Tür geöffnet wurde zuckte er zusammen. „so…dann wollen wir mal essen..“ grinste Chris und stellte einiges an Mac Donalds Tüten auf den Tisch. Er kam zu Semir und löste die Fesseln die ihn am Rohr hielten. Den Knebel konnte er selbst lösen. „So..und damit wir uns verstehen…der erste Finger wird nach dem Essen dran kommen…“ kam von Jensen. Semir zuckte zusammen. Sollte der Mann ihn tatsächlich verstümmeln wollen? Er sah ihn an. „Ich …“ fing er an. Doch ein Blick genügte um ihn zum Schweigen zu bringen. „iss!“ befahl Chris. Semir nahm sich einen Hamburger und als langsam. Sein Magen rebellierte bereits wegen dem Hunger denn seit dem Morgen hatte er nichts mehr bekommen. „Hier! Zum runterspülen..“ lachte Chris und schob ihm eine Cola hin. Semir nahm sie und trank. „Ich habe übrigens mit deinem Kollegen gesprochen…er ist völlig verzweifelt….dass er dich noch nicht gefunden hat. Aber mein Geld liegt nun in der Asservatenkammer und ich brauche es zurück…eine Idee wie ich es bekomme?“ wollte er von Semir wissen. „Stellen Sie sich...“ schlug Semir vor. Chris lachte laut auf. „Sehr gut…wirklich… du scheinst keine Angst zu haben...“ gluckste er. Doch so schnell das Lachen kam, erstarb es auch wieder. „Das wird sich ändern…glaube mir….das wird sich ändern..“ hängte er drohend an. Semir sah ihn an und schluckte nur. „Ich denke ich werde mir das Geld einfach aus der Asservatenkammer holen…wie wäre es wenn der böse J. C. nun den armen Polizisten Ben Jäger erpresst….sagen wir damit, dass er droht Gerkan zu töten, wenn er das Geld nicht bekommt? Und zum Beweis dass er Gerkan hat einen kleinen Finger schickt? Oder ein Ohr?“ grinste Chris. „Damit kommen Sie nicht durch...“ stieß Semir aus. Chris lachte leise. „Aber ein Versuch ist es wert….“

    Der nächste Morgen brach an und Ben staunte nicht schlecht das Chris Jensen bereits vor der Tür stand. „Morgen..“ begrüßte er ihn. „Guten Morgen Herr Jäger…“ kam zurück. „Ben reicht..“ lächelte Ben und beide betraten die PAST. „Wir werden gleich erst einmal mit Frau Krüger sprechen. Das ist meine Vorgesetzte..“ erklärte Ben während sie auf das Büro zugingen. „Guten Morgen Ben… Herr Jensen..“ begrüßte Susanne die Neuankömmlinge. „Hallo Susanne…gibt es was Neues?“ wollte Ben wissen. „Was Semir betrifft leider nein…“ kam traurig zurück. „Wir werden ihn schon finden..“ versuchte Chris Jensen sie zu beruhigen. „Das hoffe ich sehr..“ meinte Susanne nur. „Ist Frau Krüger schon da?“ harkte Ben nach. „Ja..sie erwartet dich bereits..“ nickte Susanne. Ben zog Chris mit zum Büro von Kim und klopfte artig an. Direkt darauf öffnete er und steckte seinen Kopf hinein. „Guten Morgen Ben..kommen Sie rein..“ bat Kim freundlich. Ben zog Chris mit und beide setzten sich auf die Besucherstühle. „Das ist Chris Jensen vom LKA Berlin….er ist ebenfalls hinter Jayden Clay her, den ich als Hintermann des Drogenhandels vermute. Herr Jensen hat dies indirekt bestätigt..“ erklärte Ben und sah Chris an. „Das ist richtig. Wir sind bereits vor zwei Jahren auf die Spur von dem Konsul gekommen, da er sich, so vermuten wir, mit Hilfe der diplomatischen Immunität, mit Drogen bereichert. Er hat alles was dazu nötig ist. Er kommt aus Kolumbien….und er kann nach Deutschland einreisen wann und wo er will. Kontrolle ist nicht erlaubt. Der Koffer den Herrn Gerkan angehängt wurde ist vermutlich mit 15 Kilo Kokain gefüllt und außerdem mit Sprengstoff gegen Unbefugte geschützt. Der Wert dürfte gute 6 Millionen betragen…“ brachte Chris Kim Krüger auf den neuesten Stand. „Gut…wenn Sie den Konsul verdächtigen ist es natürlich Ihre Angelegenheit. Aber die Immunität schützt ihn vor zugriffen…“ kam nachdenklich von Kim. „Das ist richtig…wir müssen nur herausfinden wo er sich versteckt und ihn dann observieren…“ schlug Ben vor. Kim sah ihn erstaunt an. „Ben….selbst dafür brauchen wir eine Genehmigung und die wird es nicht geben…Sie kennen doch das Prozedere.“ sagte sie sofort. „Das ist richtig…die Immunität schützt ihn vor den Ermittlungen gegen ihn. Nur wenn wir ihn in einem fingierten Drogengeschäft verwickeln dann könnte ihm was angeheftet werden…“ schlug Chris vor. Ben sah ihn an. „Danke…so ein Undercovereinsatz hat meinen Kollegen genau dort hingebracht wo er jetzt ist…“ knurrte er sofort. „das mag ja sein…aber es wäre auch die Möglichkeit ihn zu finden. Ich muss gleich noch einen Informanten treffen, der mir mit einigen Sachen sicher helfen kann…wir sehen uns…“ verabschiedete Jensen sich.

    Inzwischen lief man im LKA-Gebäude nervös vor dem Telefon auf und ab. „Warum meldet sich dieser Gerkhan nicht?“, fragte Hauptkommissar Hamacher und sah zu seinem jungen Kollegen Jens Möser abwartend an. „Vielleicht sind sie verletzt und liegen im Krankenhaus.“, meinte er nachdenklich. „Das gefällt mir dennoch nicht... dieser Paschner ist ein ganz gerissener Hund...“, kam es von Hamacher und dann nahm er seine Waffe aus der Schublade, steckte sie in sein Halfter. „Komm...“; forderte er und ging an seinem jungen Kollegen vorbei. „Wo willst du hin?“, fragte er nur. „Zu Paschner... ich traue dem nicht... Schon bei der Festnahme waren er und Gerkhan irgendwie komisch zueinander.“, maulte Hamacher und klang dabei mehr und mehr vorwurfsvoller. „Du willst doch nicht einem Kollegen der Mittäterschaft bezichtigen, oder?“, kam es erschrocken von Möser. „Nein, es sei denn, es ergibt sich ein Grund dafür.“, und damit fuhren die beiden LKA-Leute auf den schnellsten Weg zu Paschner oder besser zu seiner Tochter. „Eins schwöre ich dir… sollte Gerkhan mit Paschner unter einer Decke stecken, ist der die längste Zeit Hauptkommissar gewesen. Ich hab mir mal seine Akte angesehen… die Staatsanwältin hat den schon seit einiger Zeit auf dem Kicker aber irgendwie schafft er es immer wieder, dass er von dem Polizeipräsidenten geschützt wird.“, grollte Hamacher. Möser sah ihn an. „Ich mag es nicht ,wenn man einem Kollegen, der nun wirklich ziemlich außergewöhnliche Fälle bearbeitet hat, verdächtigt. Von daher bin ich überzeugt, dass Gerkhan ein sehr guter Polizist ist. Und bevor nicht wirklich ein Beweis vorliegt, glaube ich nicht, dass er mit Paschner gemeinsame Sache macht.“, kam von ihm. Er lenkte den Wagen in die Parklücke direkt vor dem Haus, wo Paschner wohnte. „So, und nun werden wir den alten Herren zeigen, wie die Polizei arbeitet…“, schwor Hamacher. Sie gingen zur Tür und klingelte. Allerdings passierte nichts. „Scheint keiner da zu sein.“, murmelte Möser. „Vermutlich holt er das Geld aus dem Versteck…. Wir müssen herausfinden wo… das kann uns nur einer sagen. Semir Gerkhan….wir fahren ins Krankenhaus!!“, befahl Hamacher. „Hey… der liegt im Krankenhaus, weil er verletzt ist. Wenn du da aufmarschierst, dann könnte es durchaus sein, dass die Ärzte dich zur Rechenschaft ziehen. Denk daran...“, versuchte Möser ihn zu beruhigen. „Ach ich werde ihn nur fragen, wo Paschner ist bzw. wo das Versteck ist.“, meinte Hamacher nur und ging zum Wagen. Möser folgte nur widerwillig. Ihm war nicht wohl bei der Sache einen kranken Kollegen zu verhören. „Na komm! Wir fahren oder willst du laufen?“, fauchte Hamacher. Möser stieg ein und fuhr los.

    Georg hatte seinen Wagen in der Nähe des Eingangs geparkt. Er stieg ebenfalls aus und wollte seinen Freund besuchen. Scheinbar zog Semir das Unglück an. Aber er war sein Freund und er wollte ihn sehen. Solange er jetzt schmerzfrei war wollte er auf jeden Fall mit allen Frieden schließen. Langsam ging er zum Eingang, als ein Wagen vorfuhr. Georg wusste nicht wieso, aber er blieb stehen und duckte sich sogar hinter einem der parkenden Wagen. Etwas an diesen Männern gefiel ihm nicht. Die Gesichter kannte er nicht und so wartete er, bis die Männer das Haus betraten. Georg ging zum Wagen und sah hinein. Das Blaulicht war nicht zu übersehen. Also waren es Kollegen. Aber waren es Kollegen vom gleichen Revier? Die sahen nicht so aus, wenn er den Kleidungsstil berücksichtigte. Georg ging zum Wagen zurück und setzte sich hinein. Irgendwas sagte ihm, es wäre besser wenn er nicht zu Semir ging. Zumindest solange diese Männer dort im Haus waren.

    Semir sah auf, als die Tür aufging. „Gerkhan? Wo ist Paschner?!“, fauchte der Mann. Andreas Kopf ruckte herum. „Was wollen Sie denn hier?“, fragte sie sofort und stellte sich schützend vor ihrem Mann. „Ich will den Fall endlich zu den Akten legen. Wo ist Paschner…und du Püppchen solltest jetzt mal beiseite gehen.“, kam von Hamacher. Semir sah zu Ben und verzog sein Gesicht zu einem Grinsen. Andrea atmete tief ein. „Wie nannten Sie mich?“, fragte sie fordernd. „Hören Sie… warum kümmern Sie sich nicht um die anderen Patienten. Er hier ist verheiratet, das weiß ich aus der Akte, also können Sie sich getrost um die Anderen kümmern.“, kam lapidar von Hamacher und er zog Andrea zur Seite. „Er ist verheiratet? Stellen Sie sich vor, ich weiß es…wissen Sie woher?“, wollte Andrea wissen. Hamacher lächelte breit. „Nein und es interessiert mich nicht wirklich…“, lachte er. Scheinbar schien er sich an der Wut von Andrea zu erfreuen. „Dann sage ich es trotzdem. Ich bin Andrea Gerkhan und das dort… ist mein Mann und wenn Sie nicht innerhalb der nächsten 30 Sekunden das Zimmer verlassen haben, werden Sie sich unten auf dem Asphalt wiederfinden. Also raus hier!!“, fauchte Andrea wütend. Semir grinste nur. „Ich würde an Ihrer Stelle tun, was meine Frau sagt… sie ist jetzt noch relativ friedlich…“, meinte er zufrieden und lehnte sich zurück. Hamacher sah ihn an. Er legte ihn die Hand auf die verletzte Schulter, was sicher nicht so heftig schmerzte wie Semir nun aufstöhnte. Für Andrea war es ein rotes Tuch. „RAUS HIER!!! SOFORT!!“, schrie sie ihn an.

    Semir versuchte sich aus dem Griff von Chris zu befreien, doch dieser hielt ihn eisern fest. „Ich warne dich….denk an deine Strafe…für jede Gegenwehr einen Finger…“ drohte er erneut und drückte seine Hand Semir auf Mund und Nase. Die Luft wurde knapp und er spürte wie er langsam wegsackte. Oh nein…so einfach würde er es ihm nicht machen. Er hatte Hufnagel gesehen und den anderen Mann. Sie konnten ihm helfen… Semir tat als würde er aufgeben. Die Hand von Chris gab seine Nase frei und Semir bekam wieder Luft. Er atmete tief ein. „Und nun hinsetzen!“ forderte Chris. Semir wurde von ihm in den zweiten nach hinten liegenden Raum gezerrt. Nun erwachte Semirs Kampfgeist. Er hatte sich die ganze Zeit im Griff hängen lassen und spürte wie Chris nachgab. In einem kurzen Moment stieß Semir den Kopf so schnell nach hinten dass es krachte. „AHHHHHHH…“ kam von Chris, doch er ließ Semir nicht los. „du verdammtes Schwein!!“ schrie er wütend und stieß Semir zu Boden. Dieser strauchelte, doch er kam schnell wieder auf die Beine und wollte nur eins….raus hier!! Er rannte zur Tür und wollte sie gerade mit seinen gefesselten Händen öffnen, als Chris ihn ansprang und erneut zu Boden riss. Semir stöhnte leise auf. Seine Hände streckte er bevor er den Boden berührte. Chris setzte sich auf ihn und packte sein Genick. Er drückte so fest, das Semir Angst bekam dass er ihm die Wirbel durchbrach. „Das hast du nicht umsonst getan…Bulle…damit ist dein Todesurteil sicher…“ fauchte Chris ihm ins Ohr. „Lass mich los!!“ schrie Semir, doch Chris reagierte nicht. Stattdessen holte er sein kleines Messer hervor und hielt die Spitze in Semirs Genick. Sofort erstarb jede Gegenwehr. „Noch eine Bewegung und du wirst die Verbrecher im Rollstuhl verfolgen..“ warnte Chris. Semir glaubte dem Mann. „Okay…ich..ich ergebe mich..“ stieß er aus bevor Chris tatsächlich auf die Idee kam, das Messer an ihm auszuprobieren. „Ich werde jetzt aufstehen und du bleibst liegen, klar?“ fragte Chris und übte Druck mit dem Messer aus. Semir hob nur die Hand zum Zeichen, dass nichts von ihm zu befürchten war. „Sehr gut…du hast Glück dass mein Chef gerade wiedergekommen ist…so kannst du dich hier in meinem Zimmer wohlfühlen…aber nicht lange…das ist klar…“ erklärte Chris und stand auf. Kurz darauf zog er Semir hoch und brachte ihn zur Heizung. Dort drückte er ihn zu Boden und fesselte ihn kurzer Hand am dicken Rohr. Anschließend suchte er noch etwas das er als Knebel verwenden konnte um Semir am Schreien zu hindern.

    Ben sah sich eine Akte nach der Anderen durch. Wieder nahm er die von Holle doch hier konnte er nichts finden. J. C……J. … C…. ging immer wieder durch seinen Kopf. Jayden Clay….Nachdem er kurz am Kaffee genippt hatte stand er auf und ging zu Susanne die genau wie alle anderen im Büro in Sorge um Semir war, der vor vier Tagen aus seinem eigenen Haus entführt und wie er erfahren hatte von einem Verbrecher gekauft wurde. Er sah auf die Uhr. „Gerade mal vier am Nachmittag…verdammt Semir…wo steckst du bloß…“ stöhnte er leise. „Susanne…kannst du mir mal bitte was über Jayden Clay heraussuchen? Aber so, dass die Chefin es nicht mitbekommt..“ bat er leise. Susanne nickte und machte sich an die Arbeit. Nach einigen Minuten hatte sie tatsächlich etwas gefunden. „Es gibt nur diesen einen Jayden Clay…der Konsul von Kolumbien…er ist derzeit in Köln. Aber wo genau weiß niemand…“ gab sie flüsternd zurück. Ben lächelte. „Danke….das weiß ich schon…sonst noch was?“ harkte er nach. „Die Akte ist nicht zugänglich..diplomatische Immunität…“ kam bedauernd von Susanne. „Danke dennoch…“ lächelte Ben und ging erneut in sein Büro. Wo sollte er noch anfangen. Bevor er sich Gedanken darum machen konnte kam Susanne zu ihm. „Draußen ist ein Christopher Jensen…er möchte zu dir…und sagt es geht um J. C…“ erklärte sie. Ben sah sie an. „Dann rein mit ihn!“ stieß er aus. Susanne gab die Tür frei und ein knapp 190 cm großer Mann betrat den Raum. „Guten Tag…Jensen...Christopher…Jensen...“ stellte er sich vor. Ben sah zu dem Mann, der ihn um einen guten halben Kopf überragte an. „Ben Jäger..bitte nehmen Sie Platz..“ bot er ihm an. Er wartete bis der Mann saß. „Was kann ich für Sie tun?“ wollte er dann wissen. „Ich bin vom LKA Berlin…uns ist zu Ohren gekommen, dass Sie gegen Jayden Clay ermitteln...und nun ja…es wäre sehr prekär…verstehen Sie?“ lächelte der Mann ihn an. Ben nickte. „Sie meinen wegen der diplomatischen Immunität..ich weiß…aber darum geht es mir nicht. Mein Dienstpartner ist seit fünf Tagen verschwunden und...“ erklärte Ben leise. „Auch darüber bin ich informiert. Ich bin nicht hier um Ihnen eine Standpauke zu halten, sondern um ihnen zu helfen. Sehen Sie…ich habe Clay schon lange im Verdacht sich beim Drogenschmuggel eine goldene Nase zu verdienen..aber allein komme ich nicht weiter… Lassen Sie uns zusammen versuchen das Schwein zu bekommen…“ bat Christopher Jensen. Ben sah ihn skeptisch an, doch er wusste auch, dass er nicht allein voran kam und jede nur erdenkliche Hilfe benötigte. „Also gut…versuchen wir es miteinander…“ lächelte er den Mann an und reichte ihm erneut die Hand. „Ben..“ sagte er. Jensen nickte. „Chris..“ kam von ihm zurück.

    Auch Semir wurde abgeführt. Doch nicht in sein Zimmer, sondern in ein angrenzendes Haus. Es war klein und hatte lediglich zwei Zimmer. Eines war als Wohnzimmer eingerichtet und das als Schlafzimmer. Das was als Wohnzimmer diente, war das Ziel. Er wurde auf einen Stuhl gestoßen. „Setz dich und rühr dich nicht!“ fauchte ihn der Mann an, der sich Chris nannte. Semir sah sich um und auch das bemerkte der Mann. „Sieh dich ruhig um…hier ist mein Heim….so und nun werden wir dir den Koffer abnehmen…“ grinste der Mann. Semir sah wie er in einer Schublade wühlte. Vermutlich nach dem Schlüssel. Nach einer Weile zog er ihn dann hervor. Er sah Semir an und hob ihn hoch. „Deine Freiheit und gleichzeitig dein Todesurteil…denn sobald ich den Koffer habe, bist du nichts mehr wert.“ verkündete er. Semir antwortete nichts. Was nach dem Koffer kam konnte er durch Gegenwehr sicher verhindern. „Ich höre es richtig in dir arbeiten….aber ich warne dich…du hast keine Chance gegen mich, also lass es einfach okay?“ warnte Chris ihn. Semir nickte und hielt ihm die gefesselten Hände hin. „Nehmen Sie mir das Ding endlich ab!“ bat er leise. Chris ließ den Schlüssel ins Schloss der Handschelle mit der Kette gleiten und öffnete sie. Semir zog seine immer noch mit anderen Handschellen gefesselten Hände zurück und rieb sich über die Stelle wo die Schelle vom Koffer befestigt war. Sie war leicht gerötet. „So…..damit haben wir dann diese Sache erledigt…und nun…werde ich mir mal ansehen, was dein Kollege so macht…“ grinste Chris. Er ließ Semir im Unklaren was er damit meinte. „Was meinen Sie damit?“ fragte er deshalb. „Weißt du…Kollege…ich denke ich werde mal die Lage ausspionieren. Ich muss wissen was die Kollegen gegen mich unternehmen und da ich offiziell immer noch Bulle bin...habe ich auch Zutritt…“ grinste Chris. Semir sah ihn an. „Sie sind Polizist?“ fragte er ungläubig. „Ja…aber seit drei Jahren schwer krank..“ lachte sein Gegenüber. Semir atmete tief ein. Er musste verhindern dass dieser Mann an Ben kam. „So und nun wirst du wieder in deinen Raum gebracht…denk daran was ich dir versprochen habe…jede Gegenwehr zieht schwere Strafen hinter sich…“ drohte er erneut. Er zog Semir hoch und wollte gerade die Tür öffnen als er den Konsul vorfahren sah. „Verdammt..“ fauchte er und schnappte sich sofort Semir um ihn den Mund zuzuhalten. Auch Semir konnte sehen, dass jemand kam. Das war seine Rettung, so dachte er.

    Jayden stieg aus dem Wagen aus und sah sich um. „Chris? Sind Sie schon da?“ rief er über das Gelände. Doch es kam keine Antwort. „Na…vielleicht ist er noch mal los. Na komm….wir können uns noch einen Kaffee genehmigen und dann machen wir uns daran für die Nacht alles vorzubereiten..“ lachte Jayden und zog seinen Freund Hufnagel ins Haus. Noch einmal warf er einen Blick auf das Auto von Chris Jensen welches im Hof stand, doch dann schüttelte er den Kopf und ging dann Hufnagel hinterher. Er sah nicht wie sich die Gardine am Haus von Chris bewegte. „So…der Kaffee läuft...oder besser die Maschine….Und wenn wir heute Abend dieses Angeln durchziehen bin ich gespannt ob es wirklich besser beißt..“ lachte Jayden und stellte eine Schale mit Keksen auf den Tisch. Ingo Hufnagel nickte. „Und wie lebt es sich so als Politiker? Du wolltest mir doch deinen Bodyguard vorstellen…“ grinste er. „Ja…er ist wohl gerade in seinem Reich...vielleicht schläft er ja…aber so als Konsul… lebt es sich gut. Du hast die Anerkennung der Bevölkerung und mit meinem Status bin ich überall ein gern gesehener Gast..“ erklärte Jayden und holte die Kaffeetassen aus dem Schrank. „Nun….aber weißt du…als Rechtsanwalt ist das Leben nicht so einfach….ich bekomme Stress mit der Polizei…und mit den Verbrechern. Manchmal weiß ich nicht ob ich dem Mandanten glauben soll, oder aber dem Ankläger…und den Zeugen. Es ist einfach nur das Geld, was mir winkt…außer wenn ich als Pflichtverteidiger bestellt werde. Das Problem hast du sicher nicht. Du kannst dir dank deiner diplomatischen Immunität alles erlauben. Niemand kann dir was….“ Kam von Hufnagel. „Oh…täusch dich nicht…weißt du ich vertrete ein ziemlich rebellisches Land. Dort kämpfen alle gegen alle. Wenn du dich da nicht behaupten kannst, dann nützt dir die Immunität nichts. Wenn du aus Deutschland ausgewiesen wirst, weil du sagen wir …nicht erwünscht bist…. Dann kann man dich im Heimatland anklagen für das, was du in Deutschland getan hast. Und außer in Deutschland gibt es die Todesstrafe überall…in manchen Ländern wirst du langsam ausbluten…das ist kein Verbrechen wert….“ erzählte Jayden. Er holte den Kaffee aus der Küche und schenkte ein. Ingo nahm die Tasse und drehte sie in den Händen. „Weißt du…manchmal frage ich mich, ob es nicht doch besser ist, ein Anwalt der Verbrecher zu werden…kennst du keine? Ich bin ein sehr guter Anwalt...“ fragte er. Jayden sah ihn ernst an. „Deine Kanzlei läuft nicht gerade gut oder?“ harkte er nach.

    Ben warf einen Blick durch die Scheibe und sah, dass Semir in den Fesseln hin und sich vor Schmerzen wandte. Anton und Matthias standen vor ihm und hatten scheinbar Spaß, ihn mit dem Messer zu quälen. In Ben stieg die Wut auf. Er humpelte zur Tür, wollte sie aufreißen, doch dann bekam er einen schweren Schlag ins Kreuz, strauchelte und fiel nach vorne über. Mit letzter Kraft konnte er sich noch auf den Rücken drehen und sah, wer ihm diesen Schlag versetzt hatte. Hannes stand mit blutiger Nase über ihm, in der Hand eine große, rostige Axt. Mit der dicken, stumpfen Seite hatte er Ben den Schlag versetzt und drehte sie nun auf die scharfe Seite um. „So, und jetzt ... verabschiede dich von deinem Leben... ich werde dir erst deinen Arm abschlagen, dann den Kopf und dich dann für die Schweine zerteilen.“, lachte er und hob die Axt zum Schlag an. Ben hob schützend die Hand über sein Gesicht. Er sah, wie Hannes lachte, bemerkte aber nicht den roten Punkt auf seiner Schläfe. Dann ein Schuss und der Gangster sackte wie ein nasser Sack zusammen. Sofort hörte er auch von drinnen Geschrei und Schüsse. Dann kamen drei schwarz vermummte Personen und eine Frau auf ihn zu.

    „Ben, sind sie okay?“, fragte Kim, als sie den Kommissar am Boden erblickte. „Ja... ja, soweit geht es mir gut... Aber was ist mit Semir?“, fragte er und sah sich um. Dann sah er, wie Semir, von zwei Beamten gestützt, aus der Scheune kam, die Schulter blutverschmiert. „Hey Partner.“, meinte er nur mit heiserer Stimme. „Semir, alles in Ordnung mit dir?“, fragte Ben und zog sich an einem SEK-Beamten hoch. „Keine Sorge... so eine kleine Wunde haut mich nicht um... Ui.“, stieß er nur aus, verdrehte die Augen und klappte, wie ein Taschenmesser zusammen. „Verdammt... schnell einen Arzt.“, schrie Kim einen der Männer zu. Ben sah mit erschrockenen Augen zu Semir hinunter, der regungslos am Boden lag. Schnell ließ er sich wieder in den staubigen Boden fallen und fühlte Semirs Puls. „Nein... er ist ganz schwach. Wo bliebt der Arzt... Verdammt. Semir halt durch, hörst du, halte durch.“, flehte er und drückte seine Jacke auf die Wunde. Der Notarzt war schnell zur Stellte und untersuchte Semir vorsichtig. „Okay… sofort ins Krankenhaus. Es ist der Blutverlust, der ihn zu schaffen macht. Ansonsten scheint die Wunde nicht viel Schaden anzurichten. Er hat aber auch Schnittwunden im Brustbereich. Wie tief sie sind, weiß ich erst wenn ich die notwendige Reinigung gemacht habe. Hämatome von Schlägen sehe ich so. Ob er innerlich verletzt ist, kann ich aber erst nach dem Röntgen sagen.“, meinte er nur und sah zu Ben. „Sie fahren direkt mit!“, befahl er. „Was? Nein... ich meine…“, fing Ben an. Kim sah ihn warnend an. „Sie steigen mit in den Wagen!“, befahl auch sie. „Ja Chefin…“, murmelte Ben leise. Gemeinsam mit Semir wurde er ins Krankenhaus gebracht. Kim sah die Beiden Männer, die festgenommen wurden an. „Sie werden für eine verdammt lange Zeit außer Verkehr gezogen werden…“, versprach sie und ließ die Männer abführen. Dann wandte sie sich an Hoffmann. „Danke…sehr gute Arbeit.“, lobte sie ihn. „Mein Job…“, murmelte der bescheidene Mann lediglich.

    Andrea lief auf und ab. Georg und Rosi waren bei ihr. „Ich bin mir sicher, das Semir und Ben von Frau Krüger gefunden wird.“, meinte Georg nur. Andrea sah ihn gequält lächelnd an. „Das ist nicht mein Problem… Semir…ich habe das dumpfe Gefühl, dass er…verletzt ist. Es ist immer so. Jedes Mal wenn er in so einer Situation ist, dann ist es ernst. Ich habe Angst.“, gab sie zu. Georg nahm sie in den Arm. Andrea ließ es einfach gewähren. Sie mochte den Alten und vertraute sich ihm an. Das Telefon schlug an. Mit zittrigen Händen griff Andrea zu Hörer. „Ja..?“, fragte sie besorgt. „Wir haben die Beiden. Sind zusammen auf dem Weg ins Krankenhaus…“, hörte sie Kim Krüger. „Ist es schlimm?“, wollte Andrea wissen. „Nun Ihr Mann hatte ein Messer in der Schulter und viel Blut verloren, Ben hat eine Kugel im Oberschenkel. Sie sind im Marien… Am Besten kommen Sie direkt dort hin, aber ich kann Sie nicht abholen. Nehmen Sie sich ein Taxi und…“, erklärte Kim. „Danke…ich mache mich auf den Weg…“, versprach Andrea und legte auf. Tränen schossen ihr in die Augen und sie stieß ein leises Gebet aus. Georg sah sie besorgt an. „Ist alles in Ordnung?“, fragte er. „Sie sind im Krankenhaus.. ich muss hin. Aber ich will nicht mit Aida…“, erklärte Andrea leise. Rosi hatte Aida auf dem Schoß. „Fahrt ihr hin…ich kümmere mich um den kleinen Engel…“, lächelte sie. „Danke….“, kam leise von Andrea. Sie gab ihrer Tochter einen Kuss und griff noch einmal zum Hörer. „Was willst du denn nun?“, fragte Georg. „Ich…ich kann nicht fahren.. ich bin einfach zu aufgeregt…“, erklärte Andrea. Georg nahm ihr den Hörer aus der Hand. „Ich fahre… komm Mädchen… dein Mann braucht dich.“, lachte er. Rosi sah den Beiden nach.

    Es war noch nicht Morgen, davon konnte Semir sich überzeugen, als sie in der Küche waren. „setz dich!“ befahl der Mann. Semir folgte dem Befehl und setzte sich an den Tisch, der mit einigen Fast Food Artikeln bestückt war. „greif zu!“ kam der nächste Befehl. Semir beobachte den Mann der ihm gegenübersaß. „Wer sind Sie?“ fragte er. „Chris…“ kam von dem Mann. „Und wie weiter?“ harkte Semir nach. Chris grinste breit. „Du willst wissen wer ich bin?“ harkte er nach. Semir nickte. „Okay… ich zeige es dir…. Nach dem Essen…“ versprach Chris. Semir sah ihn an. Irgendwas an diesem Mann störte ihn. Es war diese Ruhe…diese Gelassenheit die er an den Tag legte. Semir steckte sich das letzte Stück in den Mund und spülte mit Cola nach. „Darf ich zur Toilette gehen?“ bat er. Chris nickte und legte die Serviette auf den Tisch zurück und stand auf. Er griff die Kette die Semir immer noch mit dem Koffer verband und packte sie kurz vor dem Handgelenk. Dann drehte er Semir den Arm auf den Rücken und wickelte die Kette um Semirs Hals. „Ah…“ stieß Semir aus. „komm…da lang!“ fauchte er ihn an und drückte ihn in Richtung Bad. Mühsam verrichtete Semir sein „Geschäft“. „So.. und nun werde ich dir zeigen, was ich von deiner Extratour halte…“ drohte Chris und zerrte Semir aus dem Bad. „warten Sie!! Okay…es tut mir Leid...ich wollte...“ versuchte Semir, doch ein Griff in sein Genick ließ ihn verstummen, denn Chris zog den Kopf so heftig zurück, das es knackte. „Schön dass es dir Leid tut, aber ich will dir nur klar machen was passiert, wenn du es noch einmal tust….als Warnung sozusagen…“ kam gehässig von Chris und schon wurde Semir in die Küche gebracht. Chris stieß ihn auf einen Stuhl und band die Kette um den Stuhl und Semir. Den Koffer verkantete er so, dass Semir sich kaum bewegen konnte. Dann nahm er ein Messer und presste Semirs freie linke Hand auf den Tisch. Er hob das Messer und ließe es runter sausen. Semir zog die Finger zurück und das Messer landete knapp daneben. „Wenn du noch einmal etwas unternimmst, dann werde ich dir Finger für Finger absägen….und das ist keine Drohung…das ist ein Versprechen. Für jeden Angriff gegen mich, verlierst du einen Finger…mit dem kleinen fange ich an…“ drohte Chris. Semir schluckte merklich. „Wenn Sie denken, dass ich mich einfach so misshandeln lasse dann sind Sie falsch gewickelt...“ gab er mit fester Stimme zurück. Chris stand auf und sah ihn grinsend an. „Denkst du wirklich, dass es so einfach ist?“ wollte er wissen.

    Ben ging zu Kim ins Büro. „Was gibt es denn noch?“ wollte er wissen. „die Kollegen haben sämtliche Gebäude von Bauer durch und sie haben zwei Leute verhaftet, die bei der Auktion dabei waren. Beide behaupten dass eine gewisse J.C. die Ware gekauft hat und dafür 5 Millionen hinblätterte. Semir war eine Gratiszugabe zur freien Verfügung für den Käufer..“ erklärte Kim. „Ja und wer ist dieser J. C.?“ harkte Ben nach. „Das ist das Problem…keiner weiß es. Er ist ohne Bild als größter Drogenhändler bekannt. Er hat unter anderem auch Holle unter seine Leute gehabt. Die Vermutung ist nun dass er sich sein Koffer von Bauer zurück gekauft hat und mit Semir irgendwo steckt. Die Männer sagten er sei mit einem kleinen Transit gefahren. Die Farbe Weiß die Kennzeichen habe ich bereits prüfen lassen..sind gestohlen worden..“ erklärte Kim weiter. Ben stieß einen leisen Fluch aus. „Also haben wir eigentlich nichts...“ stöhnte er. Kim musste ihm Recht geben. „Genau das... ich habe die Kollegen vom Drogendezernat informiert und sie werden mir das was sie über diesen J. C. haben. Solange können wir nur warten..“ kam von Kim. Ben ballte die Fäuste. „Oh nein..ich werde mir nochmal Bauer vorknüpfen. Er wird wissen wie ich diesen J. C. erreichen kann….“ brummte er und verschwand. Kim rannte hinter ihn her. „Ben!! Das bringt nichts!! Das gibt nur Probleme für Sie!!“ rief sieh ihm hinterher. Doch Ben hörte nicht. Er stieß die Tür zum Verhörraum auf und die darin befindlichen Männer zuckten zusammen. „Wer ist J. C?“ wollte Ben wissen. Bauer sah ihn an. „Herr Jäger…Sie haben nicht das Recht meinen Mandanten so anzugehen!“ ging der Anwalt dazwischen. „ich habe jedes Recht, denn hier geht es um das Leben meines Freundes!! Er ist Vater von zwei Kindern und ich will von Ihrem Mandanten wissen wo er ist!!“ schrie Ben den Schlipsträger an. Dieser sah Bauer an und nickte. „Also gut…J. C ist Jayden Clay…und dieser ist der Konsul von Kolumbien. Aber hier in Deutschland ansässig…zumindest seit kurzem…“ kam von Bauer. „Wo finde ich den Mann?“ harkte Ben nach. „Das kann man sicher im Konsulat sagen...“ meinte der Anwalt. Ben atmete heftig ein und aus. „Gut..ihr Mandant wird auf Grund von erdrückenden Beweisen gegen ihn in Untersuchungshaft genommen. Sie können dann vor dem Haftrichter Ihre Verteidigung beginnen...“ erklärte Ben und ließ Bauer abführen.

    Semir kam langsam zu sich und spürte den harten schmerzenden Griff am Nacken. „Das war ein schwerer Fehler mein Freund…mach dich auf einen heißen Abend bereit….aber jetzt werde ich erst mal etwas ausruhen…wenn du Lärm machst, dann wirst du ein Tanz auf dem Vulkan machen..klar?“ fauchte die Stimme. Semir sah ihn nur an. „Hast du mich verstanden?“ wiederholte der Mann. „Ja…“ kam leise und gepresst von Semir. Der Mann zog ihn mit dem Griff zur Wand und legte ihn im wahrsten Sinne des Wortes an die Kette. Semir wehrte sich nicht als sich die Handschellen die mit einer Kette in der Wand befestigt war um die Handgelenke legte. „Wenn du anfängst zu schreien, werde ich dich knebeln…und das dürfte dann auch kein Vergnügen für dich sein...“ drohte der Mann. „Bekomme ich was zu trinken?..Bitte..“ fragte Semir leise. Sein Käufer sah ihn an und grinste. „Morgen…..“ versprach er und drehte sich um. Er ließ Semir einfach in der Ecke sitzen und verließ den Raum. Semir lehnte den Kopf gegen die Wand. Sein Hals schmerzte. Er schloss die Augen und hoffte nur, dass es nun bald vorbei war und er zu Andrea und den Kindern konnte oder aber endlich starb. Was hatte der Mann noch mit ihm vor? Würde er ihn langsam umbringen? Oder würde es schnell gehen? Die Zeit verging und Semir spürte wie er müde wurde. Da er sich hier eh nicht losmachen konnte, legte er sich so bequem wie möglich hin und versuchte zu schlafen. Dieser Raum stank nach Schimmel und Dreck auch wenn er sauber schien. Doch er hatte nicht lange Ruhe. Gerade als er im Begriff war tiefer zu schlafen wurde er durch einen Knall wach. Die Tür war gegen die Wand gedonnert. Semir sah erschrocken auf und bemerkte das fiese Grinsen des Mannes, der ihn hier festhielt. „guten Morgen..“ grinste er. Semir setzte sich auf. Konnte es tatsächlich sein, das die Nacht schon wieder um war? Hier gab es kein Fenster. „Aufstehen und essen kommen!“ befahl der Mann hart. Semir hockte sich zunächst hin. Der Mann löste die Handschellen und stieß ihn dann aus dem Raum. Und ich warne dich…keine Tricks…“ kam drohend. Semir ging einfach voran. Die Treppe hoch und dann ging es in einen kleinen Raum, was sich als Küche herausstellte.

    „So…Herr Bauer…und nun erzählen Sie mir was über die Versteigerung die bei Ihnen stattgefunden hat!“ forderte Ben den Drogenhändler am nächsten Morgen auf. „Sie wollen mir was anheften? Herr Jäger…das versuchen Sie und Ihre Kollegen doch schon seit Jahren und bisher konnten Sie nichts als heiße Luft blasen. Wieso sollte es jetzt anders sein und was für eine Auktion meinen Sie?“ harkte Bauer kühl nach. „Lassen Sie die Scherze…ich weiß dass Sie gestern einen Koffer versteigert haben! Ich will von Ihnen wissen wer der Käufer war und wo mein Kollege jetzt ist! Sie können nur Pluspunkte sammeln..“ meinte Ben mit einer stoischen Ruhe und Gelassenheit. „Ach…denken Sie wirklich ich brauche das. Ich bin mir keiner unrechten Tat bewusst…“ grinste Joel Bauer. „Hören Sie…das ist kein Scherz. Wir haben bei Ihnen die Summe von 5 Millionen Euro gefunden. Woher stammt das Geld?“ harkte Ben nach. „Ich habe im Lotto gewonnen…“ grinste Bauer. „also gut…wir haben Ihr Haus auf den Kopf gestellt und den Ausweis von meinem Kollegen gefunden, also war er bei Ihnen. Wo ist er jetzt?!“ fauchte Ben wütend. Die Tür ging auf und ein Mann im Anzug trat ein. „Guten Tag…Dr. Verharten…ich bin der Rechtsanwalt von Herrn Bauer…. Und forderte mit meinem Mandanten allein zu sprechen!“ gab er bekannt. Ben atmete tief ein und aus. „Dann raten Sie ihm dass es besser ist wenn er sich kooperativ zeigt… Die Beweise sind nämlich erdrückend…“ kam von ihm. „Die Verteidigung meines Mandanten können Sie getrost mir überlassen Herr Jäger. Ich habe im Übrigen auch ein Disziplinarverfahren gegen Sie angestrebt, da Sie sich eindeutig gegen die Vorschriften gehandelt haben. Sie haben meinem Mandanten vergessen ihm die Rechte vorzulesen und ihm schienbar auch untersagt sein ihm zustehendes Telefonat zuführen.“ kam von Verharten. Ben wollte gerade zur Antwort ansetzen als Kim eintrat. „Das steht Ihnen natürlich offen…“ erklärte sie und zog Ben mit raus. „Chefin…dieser Mistkerl hat Semir in seiner Gewalt und verarscht uns nach Strich und Faden!!“ beschwerte Ben sich. „Ich weiß, aber wir haben noch ein anderes Problem…“ gab Kim bekannt. „Und welches?“ wollte Ben wissen. „Nicht hier..in mein Büro…in fünf Minuten…“ bat sie. Ben war einverstanden. Er brannte auf die Neuigkeit von Kim Krüger. Die Uhr zeigte schon wieder den Abend an. Semir war mittlerweile fünf Tage unauffindbar. Langsam wurde es eng, denn immer noch gab es keine Hinweise wo er sich befand.

    Die Fahrt für Semir dauerte an. Er konnte sich durch die Brille nicht orientieren. „Wo fahren Sie mit mir hin?“ fragte er nach einer Weile. Er drehte sogar den Kopf obwohl er nichts sah. Kurz darauf hatte er eine Hand im Gesicht. „Nach vorn sehen!!“ fauchte die Stimme. „Ich kann nichts sehen!“ gab Semir wütend zurück. „Das ist mir egal....du wirst eh nicht mehr lange haben...“ kam von dem Mann zurück, der eben für ihn 5 Millionen gezahlt hatte...nein...nicht für ihn...für den Koffer....ging es durch Semirs Gedanken. Er wusste genau, dass sein Leben abgelaufen war. Dieser Mann wird ihn nicht gehen lassen. Dennoch wollte er es versuchen. „Warum nehmen Sie mir den Koffer nicht ab und setzen mich aus?“ fragte er. „Oh das kann ich dir erklären...ich habe noch keine Lust Deutschland zu verlassen und wenn du bei mir bist, dann bin ich sicher. Sobald du frei bist, würdest du alles daran setzen mich zu packen...und wenn ich dich behalte dann kann ich damit noch warten. Vergiss nicht...ich hab für dich ein Vermögen bezahlt...“ gab der Mann lachend von sich. „Sie haben den Koffer gekauft nicht mich..“ fauchte Semir zurück. Der Mann griff zu und drückte seine Finger tief in die Wangen von Semir. Dieser stöhnte leise auf. „Du gehörst mir... und du wirst tun, was ich von dir verlange. Wenn nicht freiwillig, dann auf eine Art die dir sicher nicht gefallen wird...haben wir uns verstanden?“ kam von dem Mann. Der Druck ließ nach und Semir drehte seinen Kopf weg. Nach einer ihm endlos lang erscheinenden Zeit endete die Fahrt. Das letzte Stück war sehr holprig und Semir schloss daraus, dass es über einen Feldweg ging. Also lag das Versteck in dem er sich befand in einem ziemlich unübersichtlichen Gebiet. Noch ein Problem für die Kollegen, sofern sie ihn überhaupt suchten. Er hörte wie der Motor erstarb, und die Tür aufging. Selbst konnte er nicht aussteigen, da ihn die Seile am Sitz hielten. Die Tür auf seiner Seite wurde geöffnet und kurz darauf verschwand die Brille. „Ich mache dich jetzt los...benimm dich, sonst machst du Bekanntschaft mit meiner bösen Seite klar?“ drohte der Mann. Die Seile wurden gelöst und Semir herausgezerrt. Semir sah sich um. Die Gegend war wirklich trostlos und wäre vermutlich nicht aufgefallen, wenn diese schöne Villa nicht dort in der Mitte stand. Auf dieses Haus wurde er zugestoßen.

    Chris lachte leise als er den Mann auf das Haus zustieß. Dieser Polizist war sicher nicht einfach zu halten, aber dennoch wollte er es versuchen. Im Keller konnte er ihn festbinden und dann allein lassen. Der Konsul würde nicht in den Keller gehen. Wenn Gerkan Krach schlug, würde Jayden warten bis Chris wieder da war und ihn runter schicken. Konsul Jayden Clay hatte Angst vor Kellern und betrat sie nie wenn es nicht notwendig war. Also musste Chris dafür sorgen dass es nicht notwendig wird. Er stieß Semir zur Treppe. „Los...runter!“ fauchte er ihn an und gab ihm einen kleinen Stoß. Der Mann tat es und ging extrem langsam runter. „Schneller!“ drängte Chris und half nach. Gerkan hielt sich fest und rutschte nur zwei Stufen runter. Als er sich wieder aufstellte ging er schneller. Ein langer Gang folgte und nur wenig später blieben sie vor einer Eisentür stehen. „Stopp!“ forderte Chris. Gerkan blieb stehen. Chris suchte nach dem Schlüssel für den Raum und ließ ihn nur wenige Sekunden aus den Augen. Diese Chance nutzte Gerkan und trat nach Chris. Er traf ihn empfindlich. Chris grunzte und ging zunächst zu Boden, Doch Gerkan hatte den Koffer vergessen. Chris griff danach und zerrte daran, als Gerkan wegrennen wollte. Mit einem harten Ruck riss Chris Gerkan zu Boden und warf sich auf ihn. „Du verdammter kleiner Mistkerl!!“ schrei Chris und schlug zu. In dem Schlag lag die ganze Wut, die er in sich fühlte. Gerkan schrie auf und versuchte sich zu befreien. Er wirbelte mit den Händen herum und schaffte es tatsächlich Chris zu verwirren, doch es dauerte nicht lang und Chris hatte wieder die Oberhand. Er setzte sich kurzerhand auf Gerkan und schlang ihm die Kette, die ihn immer noch mit dem Koffer verband, um den Hals. Mit seiner Wut im Bauch zog er die Kette zu. Gerkan fing an zu röcheln und versuchte sich mit den Händen Luft zu verschaffen. Doch Chris ließ nicht locker. Gerkan sah ihn flehend an. In einem verzweifelten Versuch riss er die Beine hoch und trat nach Chris. Doch es lag zu wenig Kraft darin. Der Körper erschlaffte. Chris lockerte die Kette und schulterte den Mann. Ohne Rücksicht ließ er den Körper einfach auf den Boden des Raumes fallen. Eine Matratze federte den Sturz ab, der sicher Schaden angerichtet hätte. Langsam kam der Mann wieder zu sich. Chris beugte sich runter und griff ihn ins Genick. Er drückte fest zur.

    Mit Vollgas in die neue Staffel: Die beliebteste deutsche Action-Serie ist zurück! Ab dem 10.03. zeigt RTL sechs neuen Folgen der Erfolgsserie "Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei". Bereits seit 15 Jahren ermitteln die "Helden" von Cobra 11. Folge um Folge fahren die rasanten Autobahn-Cops sensationelle Quoten ein und sorgen für Adrenalin-Kicks bei ihrer riesigen Fangemeinde. "Alarm für Cobra 11" steht für Action auf höchstem Niveau, krachende Stunts, gepaart mit spannenden, kniffligen Fällen und spritzigen Wortgefechten. Und auch in den neuen Folgen heißt es: Bitte anschnallen! Denn Semir und Ben drücken wieder ordentlich aufs Gas.

    Den Anfang macht "Bad Bank"

    Die Striptease-Tänzerin Maja will mit einem Komplizen zusammen eine Bank überfallen. Der Raub läuft perfekt, doch da Semir zufällig in der Filiale zu tun hat, nehmen er und Ben kurzerhand die Verfolgung der beiden auf. Dabei kommt es zu einem folgenschweren Unglück: Ein Gefahrguttransporter hat einen Unfall und Ben kommt mit dem giftigen Stoff in Berührung und erblindet!

    Damit ist nicht nur die Jagd auf das Verbrecherduo vorerst beendet, sondern die Ärzte machen Semir zudem wenig Hoffnung auf die Genesung seines Partners. Unterdessen setzt der Chef der Bank ein Profi-Team auf die beiden Bankräuber an. Komischerweise scheinen die Männer Semir immer einen Schritt voraus zu sein und als sie Majas Komplizen schließlich finden, wird dieser kaltblütig ermordet. Semir ist alarmiert und vermutet, dass die Bank selbst in dunkle Geschäfte verstrickt ist und Maja womöglich ein Motiv hatte, die Bank um ein paar 100.000 Euro zu erleichtern.

    Als schließlich Majas Sohn entführt wird, überschlagen sich die Ereignisse. Semir muss aufs Ganze gehen: Will er den Fall lösen und den kleinen Jungen retten, muss er sich mit einem mächtigen Gegner, der Großbank, anlegen. Einzig ein halbblinder Ben steht ihm zur Seite...


    Die letzte Staffel sahen im vergangenen Herbst durchschnittlich 4,95 Millionen Zuschauer ab 3 Jahre, der Marktanteil beim jungen Publikum (14- bis 49 Jahre) lag im Durchschnitt bei 22,2 Prozent. In der ersten Folge sind Francis Fulton-Smith ("Ihr Auftrag, Pater Castell") und Anna Angelina-Wolfers ("Sturm der Liebe"), die 2008 auf Platz 8 der "100 Sexiest Women In The World" gewählt wurde, als Gaststars zu sehen.

    Kim, Hotte und Dieter waren inzwischen wieder in der PASt zurück. Susanne hatte schon, auf Kims Fernanweisung, alles über die drei Gangster herausgesucht und wartete nun auf Kim. „Chefin... ich hab da was, was sie interessieren könnte.“, fing sie an und kam auf Kim zu. „Was haben sie?“ „Der Vater von Michaelis hat einen alten Bauernhof. Nach dem Tod des Vaters wurde der Bauernhof zwangsverpfändet und verfällt nun.“, erklärte sie. „Wo ist dieser Bauernhof?“, wollte sie wissen und sah darin die einzige Möglichkeit, dass sich dort Semir und Ben aufhielten. „Okay, wo ist er?“, fragte Kim. Susanne sah auf ihren Bildschirm. „Etwa 80 Kilometer südöstlich von Much.“, erwiderte Susanne. „Gut, Herzberger, Bonrath... wir fahren vor... Susanne, sie informieren das SEK und wir brauchen einen Hubschrauber.“, meinte Kim mit harschem Ton und wollte gerade gehen, als das Telefon klingelte. Susanne nahm ab, nickte nur und hielt dann den Hörer zu Kim. „Es ist Andrea... sie will wissen, ob wir Semir schon gefunden hatten.“, meinte die Sekretärin. Kim blieb auf der Stelle stehen, überlegte, ging dann aber zum Tisch zurück und nahm den Hörer in die Hand. „Frau Gerkhan... Krüger hier...“, meldete sie sich mit leicht genervtem Ton. „Frau Krüger... haben sie meinen Mann gefunden?“, wollte sie wissen. „Bitte... machen sie sich keine Sorgen... wir wissen, wo er ist und ich verspreche ihnen, heute Abend wird er neben ihnen auf der Couch sitzen... das verspreche ich ihnen.“, erwiderte sie. „Sie haben ihn gefunden? Wo ist er?“, wollte Andrea wissen. „In der Nähe von Much... wir werden jetzt gleich hinfahren.“, damit beendete Kim das Gespräch und sah mit besorgtem Gesicht zu Susanne. „Ich hoffe, die beiden sind okay.“, kam es nur von ihr und dann ging sie mit Hotte und Dieter zurück zu den Autos. Sie startete durch und fuhren Richtung Much und immer noch hoffte Kim, dass Ben und Semir halbwegs unbeschadet aus der Sache wieder rauskommen würden.

    Georg sah in den Himmel auf und schloss dann die Augen. Noch immer hielt das Morphium an und so blieb er für den Rest des Tages von Schmerzattacken verschont. „Opa... spiel mit uns.“, riefen Alex und Mario auf die Terrasse und zappelten mit Georgs Armen herum. Dieser richtete sich auf und sah in die großen, bittenden Augen seiner Enkel. „Also gut, was wollen wir spielen?“, fragte er, doch dann hatte er eine Idee. „Kommt, wir spielen Such mich...“, schlug er vor und drehte sich zur Terrasse um, schloss die Augen und zählte. „Eins... zwei...drei...“, fing er an und sofort schwärmten die beiden Enkel aus, suchten hinter den Bäumen oder den großen Büschen Deckung und machten sich ganz klein. Opa Georg zählte bis 15 und drehte sich dann um. Jetzt ging er auf leisen Sohlen auf die Suche nach seinen Enkeln. Zwar wusste er schon, wo er suchen musste, aber dieses Mal waren sie gut versteckt. „Wo seid ihr? Ich finde euch sowieso...“, rief Georg lachend und sah die kleinen Beine seiner Enkelin unter einem Busch hervorlugen. „Ha, jetzt hab ich dich.“, lachte er und packte zu. Kreischend fuhr Alex hoch und lief von ihm davon. „Ich krieg dich... ich krieg dich...“, rief Georg hinterher und rannte hinter seiner Enkelin her, doch plötzlich sprang ihn etwas von der Seite an. Mario lachte, als er seinen Opa umgeschmissen hatte und ihn auf den Boden festnagelte, doch Georg drehte sich auf den Rücken und umschlang mit seinen Armen seinen Enkel und wälzte sich hin und her. Rosi kam in den Garten und sah, wie ihr Vater liebevoll mit den Kindern spielte. „Essen ist fertig.“, rief sie lachend hinaus und schon wenige Sekunden später rauschten zwei kleine und ein großer Schatten an ihr vorbei in die Küche.

    Ben starrte wie gebannt auf den Traktor, der nun langsam immer näher kam. „Hören sie auf...“, schrie er, doch es half nichts. Hannes saß auf dem Gefährt und ließ sein Fuß sachte auf das Gaspedal nieder, sodass der Traktor immer nur ein kurzes Stück näher an sein Opfer ranfuhr. Ben zerrte wie wild an den Fesseln und er merkte, dass die Pflöcke nicht mehr so tief in der Erde verankert waren. Wenn er es schaffte, sie rauszureißen, dann war er frei und konnte Hannes vom Bock stoßen. Tatsächlich schaffte er es sich zu befreien. Hannes schien völlig fasziniert davon zu sein, das der Traktor seinen Weg machte. Doch plötzlich hörte er das Rumoren aus der Halle. „Was zum Teufel…“, murmelte er, sah auf Ben, der tat als wäre er noch immer fest mit dem Boden verbunden. „Nicht weglaufen…“, lachte er und verschwand in die Halle. Ben sah ihm nach. Er sah zu dem Traktor der ca. noch einen Meter hatte um ihn zu erreichen. Ben fing an zu zerren. Die Hände waren frei… nun die Beine. Er bewegte sich heftig und bekam auch diese frei. Dabei schoss der Schmerz der Wunde wieder durch seine Glieder. Ben verkniff sich ein Stöhnen. Er wollte Hannes zunächst erst einmal fertig machen. Für die Angst, die er eben ausstehen musste, würde er sich noch bedanken. In diesem Augenblick hörte er einen Schrei. Das war Semirs Stimme. Verdammt, die Drei hatte sich auf seinen Kollegen eingeschossen. Nun war schnelles Handeln angesagt. Ben legte sich unter den rollenden Traktor und schrie als dieser über ihn wegrollte ohne ihn zu berühren. „Och jetzt hab ich wegen dem Kanaken das Beste verpasst!“, hörte er Hannes fluchen. Dieser kann wie geplant aus dem Gebäude und sah Ben am Boden liegen. „Der ist hin….schade, dass es so schnell ging. Aber wir haben ja noch den Anderen…lachte er und wandte sich von dem leblosen Körper Bens ab.

    „So…und nun kann es sicher ohne Störung weiter gehen..“ verkündete Joel als Delian fertig war und Semir geknebelt in der Runde stand. „zwei Millionen!“ kam von Marin Simmer, der eine gut gehende Disco besaß. „2,5 Millionen!“ erhöhte Chris Jensen das Gebot. „Wir sollten nicht vergessen, dass es wirklich feinstes Koks ist was gestreckt sicher das 10fache einbringt..“ gab Joel zu bedenken. „Also gut…3 Millionen!“ stöhnte ein Dritter. „4!“ kam wieder von Jensen. Ein Murmeln ging durch den Raum. „Nee…das ist mir zu viel…Ich bin raus. Aber so eine Auktion kannst du ruhig öfter machen, Joel..“ meinte Simmer und stand auf. Er verließ den Saal. Nach und nach gingen alle raus. „4,5! Das ist mein letztes Angebot!“ kam von Olaf Brombach einem Nachtclubbesitzer aus Köln. „5!“ erhöhte Jensen ohne rot zu werden. Olaf Brombach sah ihn an. „Na…dann nimm. Bei mir geht nicht mehr..“ stöhnte er. Joel sah erneut in die Runde. Tatsächlich schien keiner mehr zu bieten… „also gut….5 Millionen..zum ersten…..zum zweiten…und …“ noch einmal sah er in die Runde. „… zum dritten…Der Stoff ist verkauft….“ lachte Joel. Er winkte Chris Jensen zu sich. „Nur bares ist Wahres..ich hoffe doch sehr, dass du genügend Kleingeld dabei hast…“ grinste er. „Natürlich…“ kam kühl von Jensen und er hob zwei Koffer. „Ich werde noch heute meine Ware mitnehmen...“ meinte er nur und zählte mit Joel die fünf millionen ab. Joel nahm das Geld und sah Jensen an. „Danke…es war ein sehr lukratives Geschäft. Er gehört dir…samt Koffer…“ gab er zurück und verschwand. Jensen ging zu Semir und zog ihn mit. Dieser schien nicht zu glauben, was er eben miterlebte. Joel Bauer hatte ihn verkauft wie man eine alte Sache in E-Bay versteigerte…an den meistbietenden… „Los…komm du gehörst mir…“ fauchte Chris Jensen ihn an. Und zog ihn mit sich. Der Mann trat aus. Chris sah ihn böse funkelnd an und griff in sein Genick. Der Mann versteifte sich und stöhnte leise. „Wirst du wohlfriedlich sein!“ fauchte er ihn an und brachte ihn raus. „Ich brauche noch was um ihn die Augen zu verbinden!“ ließ er Delian wissen, der die Autotür aufgemacht hatte. Dieser nickte und verschwand. Kurz darauf kam er mit einer Sonnenbrille wieder. „was soll ich denn damit?“ fauchte Chris. „die ist an den Seiten lichtundurchlässig und auch durchsehen kann man nicht. Sieht doch harmloser aus, als ein Schal oder ein Sack…“ erklärte Delian. Chris sah ihn an und setzte sich zunächst selbst die Brille auf. „Hey…klasse Teil….tatsächlich undurchsichtig….sehr gut…“ lobte er Delian. „Aber er würde sie sich sicher runter reißen…gut…dann fesseln wir die Handgelenke an den Türgriff…oder besser noch…die Hüfte am Sitz…die Arme liegen dann im Schoss…so ist es besser und sieht natürlicher aus…“ grinste Chris und zerrte den Mann auf den Beifahrersitz seines Wagens. Delian fesselte den Mann an den Sitz und Chris setzte ihm die Brille auf. „Der Knebel muss weg….“ Befahl er. Delian tat es und zog den Knebel raus. Chris stieg ein und fuhr los.

    Nur einige Minuten bevor die Auktion zu Ende war, klingelte Bens Handy. „Ben….in Dormagen….dort findet die Auktion statt, aber du musst dich beeilen..“ hörte er die Stimme seines Informanten. Ben antwortete nicht und rannte direkt zu Kim. „Anwesen Dormagen!! Dort findet die Auktion statt“ stieß er aus. Sofort erhob Kim sich und rannte mit ihm raus. „Susanne informieren Sie das SEK und schicken es nach Dormagen!“ befahl sie und fuhr mit Ben los. Sie kamen fast gleichzeitigt mit dem SEK an. Doch das Gelände war bereits geräumt. Keine Spur von Bauer oder einem seiner Handlanger. In dem Haus gingen sie Raum für Raum durch und in einem der oberen Zimmer fand er die Brieftasche von Semir. „Verdammt… er war hier. Wir sind zu spät…“ stieß er aus. „Dann fahren wir halt zum Haupthaus. Bauer wird auf jeden Fall da sein und wir können ihn packen...“ schlug Alex Hoffmann vor. Ben sah ihn an. „Was versprichst du dir davon?“ wollte er wissen. „Wenn du mich für fünf Minuten mit ihm allein lässt, dann finde ich raus wo Semir jetzt ist?“ schlug er grinsend vor. „Die Chefin suspendiert mich, wenn das passiert. Du bist kein Polizist..“ lachte Ben leicht. „Aber danke…es ist schön, dass es noch andere gibt die sich um Semir sorgen…“ hängte er an und schlug dem SEKler auf die Schulter. „Hey… wenn ich Semir oder dich nicht mehr retten kann, bin ich arbeitslos…“lachte Alex. Bens Handy klingelte. „Ja?“ fragte er. „Susanne hier…Ben….ich habe eine Information von einem deiner Informanten bekommen. Er will sich mit dir in einer Stunde treffen. Du sollst allein kommen und einen bunten Käse mitbringen. Was er damit meint weiß ich nicht..“ erklärte die Sekretärin. Ben lächelte. „Schon gut… ich weiß was damit gemeint ist...“ versprach er. „Hat er den Ort wie immer gesagt oder was?“ wollte er noch wissen. „ja….er meinte wie immer...“ bestätigte Susanne. „Danke Susanne...ich fahre direkt hin. Der Ort hier ist nicht aktuell aber Semir war hier. Ich habe seine Brieftasche gefunden.“ gab Ben zurück. Er beendete das Gespräch und sah Alex an.

    „ich muss weg. Fahrt ihr zum Hauptwohnsitz und bringt Bauer zum Revier… ich werde ihn vernehmen, wenn ich zurück bin..“ befahl er. Alex nickte und verschwand mit seinen Leuten während Ben zum Rhein fuhr. Unter der Deutzer Brücke sollte er seinen Informanten treffen. Als er dort ankam sah er sich um. „Hey..Ben..“ riss ihn eine Stimme aus seinen Gedanken. „Frank….hallo…..hier…dein Käse...“ meinte Ben und gab dem Mann einige Scheine rüber. „Danke…Ben…das wurde Zeit. Ich habe diesen Käse so vermisst...“lachte der Mann. „Was hast du für mich?“ wollte Ben wissen. „Ich weiß aus sicheren Kreisen dass sich derzeit auf dem Drogenmarkt wieder einiges tut. Einige prahlen hier mit einer Auktion, bei der ein Koffer ersteigert werden konnte mit Anhang…was das ist, weiß ich allerdings nicht..“ erklärte Frank. „Danke…das weiß ich. Der Anhang war mein Freund…mein Kollege….er ist seit einigen Tagen verschwunden...“ erklärte Ben. „Oh…verdammt….“ stieß Frank aus. „Weißt du wo er sein könnte?“ harkte Ben nach. „Nein…aber ich weiß das J.C bald hier eintrifft und der wird deinen Freund sicher haben…denn der Koffer gehört ihm..“ erklärte Frank weiter. Ben nickte. Er hatte sich mehr erhofft. Wo sollte er Semir denn nun suchen. „Würdest du deine Augen und Ohren offen halten…?“ bat er Frank. Dieser nickte. „Ja…werde ich…“ versprach der Mann und verschwand.

    Der arme Semir....völlig am boden zerstört weil sein Spielzeug putt ist.....dabei hat Ben das doch nicht absichtlich gemacht...obwohl..Semir wäre den Nägeln vermutlich ausgewichen... bin gespannt was die Chefin dazu sagt.

    So Elina...das ist nur für dich ;)
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    „Welchen Preis haben Sie sich für mich gesetzt?“ fragte er leise bevor Joel den Raum verließ. „Du wirst lachen…aber ich werde sicher siebenstellig als Sieger hervorgehen..“ grinste Bauer und zog Gerkan hoch und drückte ihn an die Wand. „Wenn du unten im Saal auch nur ein Wort von dir gibst, werde ich dich knebeln lassen…ist das angekommen?“ wollte er wissen. Sein Gefangener nickte. Was sollte er auch tun? „Ich bin kein Tier….was man verkaufen kann…“gab er dennoch von sich. Joel lachte leise. „Das nicht…aber auch Bullen sind eine Ware und ich wünsche dir schon mal viel Spaß….“ meinte er und verließ den Raum. Joel ging fröhlich pfeifend ins Erdgeschoss. Er hatte die Angst gespürt, die Gerkan hatte und konnte es genießen. Delian kam zu ihm. „Der Saal ist soweit fertig..“ gab er bekannt. „sehr gut....um sechs holst du Gerkan runter und wirst dich neben ihm stellen, damit er keine Dummheiten macht. Auch wenn er Angst hat, er ist jemand der sich nicht so einfach kalt stellen lässt.“ Befahl Joel. Delian nickte. „In einer Stunde...wo soll er stehen?“ fragte Delian nach. Joel betrat den Saal und sah sich um. Die Halbrunde der Stühle war perfekt. „Ich würde sagen, wir werden und noch eine große Kiste in den Halbkreis stellen. Von dort kann Gerkan dann....oder nein....warte....ohne Kiste...er wird hier stehen.....“ Joel stellte sich vor die Stühle und betrachtete die Sicht. „Ja...perfekt...von hier kann er alle Gesichter sehen und fühlt sich bestimmt wohl..“ nickte er grinsend. Er sah auf die Uhr. „Okay....die ersten werden sicher gleich hier sein....ist jetzt vier....ab fünf wird sich der Saal füllen und die sollen sich erst einmal am Buffet laben. Gerkan bekommt noch auf seinem Zimmer etwas... und dann wird es ernst...“ grinste Joel. Er ging noch einmal ins Arbeitszimmer. Die Zeit verging schnell und um halb sechs betrat er den Saal erneut, der sich mit einigen Leuten gefüllt hatte. „Guten Tag die Herren...ich freue mich Sie hier begrüßen zu dürfen und bin hoch erfreut, dass Sie an der heutigen Auktion teilnehmen. Bevor es jedoch startet, bitte ich Sie sich am Buffet zu Ihrer rechten zu bedienen. Meine Mitarbeiter reichen Ihnen gern Getränke und ich wünsche Ihnen einen angenehmen Aufenthalt...“ begrüßte er die Leute. Einer der Männer kam auf ihn zu und reichte ihm die Hand. „Chris Jensen..“ stellte er sich vor. „Ah....J.Cs Mann nicht wahr?“ harkte Joel nach. Jensen nickte. „Gut...ich denke J. C. wird sich freuen, wenn Sie den Zuschlag bekommen, sofern keiner höher bietet...“ grinste Joel. „Wo liegt die Schmerzgrenze?“ hängte er fragend an. Doch Jensen grinste nur. „Die kann ich Ihnen zeigen..“ drohte er. Das Grinsen aus Joels Gesicht verschwand.

    Semir wurde gegen sechs aus seinem Zimmer geholt und in den großen Saal gebracht. Er sah die vielen Männer und schluckte. Einige davon kannte er von Fahndungsfotos oder von persönlichen Begegnungen. Hier saßen einige Jahre Knast im Raum. Delian zog ihn an der Kette durch den Saal und stieß ihn in mitten der Männer, die rund um ihn auf Stühle saßen. „stehen bleiben!“ fauchte er Semir an. Semir drehte sich um und sah in die Gesichter der gesuchten Männer. „Joel...was soll der Blödsinn? Was sollen wir mit dem Bullen?“ fauchte einer der Anwesenden. „Nun...das ist der offizielle Kofferträger. Ohne ihn gibt es den Koffer nicht...“ erklärte Joel Bauer. „Du kannst es auch als Gratiszugabe sehen. Er ist schon was Besonderes und ich denke die wenigsten hier wissen wer er ist..“ hängte er an. „Der Koffer den Sie, meine Herren, hier sehen ist ungefähr mit 15 Kilo Koks der besten Sorge gefüllt. Allerdings gibt es ein kleines Problem. Der Koffer ist fest mit dem Herrn hier verbunden. Sollte man ihn entfernen, ohne den Originalschlüssel zu haben, dann explodiert er. Wenn der Träger stirbt, eh der Koffer abgenommen wurde, explodiert er ebenfalls. Dennoch denke ich, werden wir eine Lösung finden. Der Startpreis liegt bei 400.000 €. Für den Koffer...der Bulle ist wie ich eben schon sagte, gratis.“ gab Joel von sich und eröffnete so die Auktion.

    Semir räusperte sich. „Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass Sie sich alle des Menschenhandels strafbar machen, wenn Sie bei diesem Spiel mitmachen..“ stieß er aus. Doch gleichzeitig dachte er nur, was das für ein Schwachsinn war. Die Männer hier um ihn herum waren eh alle vorbestraft. Das Lachen was durch dem Saal ging baute ihn nicht gerade auf. „Ich biete 600.000€!“ kam das erste Gebot. „Meine Herren“ Ich bitte sie..wir reden von 15 Kilo reinstes Kokain!!“ versuchte Joel den Preis in die Höhe zu treifen. „1,5 Millionen!“ gab es nun von dem Mann der sich als Chris Jensen vorgestellt hatte. Joel wog den Kopf hin und her. „Das ist doch schon etwas in die Richtung die ich erwartet habe..“ lachte Joel zufrieden. „Sie werden sterben, wenn Sie versuchen den Koffer gewaltsam zu öffnen!“ warf Semir ein. Joel warf ihm einen bösen Blick zu. „Halt die Klappe verdammt!“ fauchte er wütend. „Willst du uns verarschen?“ fauchte einer der Anwesenden. „Nein…er hat Recht….der Koffer lässt sich nur mit einem Schlüssel öffnen..jeder der versucht ihn aufzubrechen stirbt...“ erklärte Jensen. Joel sah ihn an. „Aber…das ist doch ein Problem, was man lösen kann...“ versuchte Joel die Wogen zu glätten. „Joel Bauer hat mit uns einen Deal abgeschlossen…dieser Verkauf dient nur Sie hier alle festzuhalten, damit meine Kollegen eine Falle aufbauen können. In diesem Augenblick werden alle Ihre Wohnungen durchsucht!“ versuchte Semir verzweifelt die Sache zu kippen. Tatsächlich räusperten sich einige der Gäste und sahen Joel an. „Was ist da dran?“ wollte Jensen wissen. „Nichts… der Bulle lügt wenn er den Mund aufmacht..aber das ist jetzt vorbei!“ fauchte Joel und nickte Delian zu.

    Ben sah sich am Nachmittag suchen um. Sein Informant hatte ihn doch herbestellt und wo war er nun? Ließ er ihn hier hängen? „Ben….“ Rief ihn eine leise heisere Stimme. „Hi…Louis…“ gab Ben zurück als er den Penner sah. „Hast du meine Mücken? Ich brauche dringend einen Schuss…..sonst krepiere ich..“ stöhnte der Mann. Ben sah ihn mitleidig an. „Louis….mein Angebot dich in ein Methadonprogramm zu bringen steht noch…du bist zu jung, um so zu enden…“ schlug Ben vor. „Dafür bin ich schon zu lange drauf. Aber danke…also willst du hören, was ich gehört habe?“ grinste der Mann und sah die vielen Geldscheine bei Ben. „Ja…aber wenn es nichts ist, dann werde ich dir nichts geben..“ warnte Ben. „Habe ich dich schon mal über den Tisch gezogen?“ wollte Louis wissen und sah Ben mit traurigen Augen an. Ben lachte leise. „Nein….bisher nicht…ich habe im Augenblick nur Angst um einem Freund…“ fing Ben an. „Semir Gerkan…nicht wahr?“ harkte Louis nach. Ben nickte. „Also ist der Name schon bekannt?“ kam die Gegenfrage. „Ja…viele von den großen Dealern haben einen extremen Hass auf ihn, weil er Frau Holle aus dem Verkehr gezogen hat..“ gab Louis zu verstehen. „Hat jemand von denen ihn in der Gewalt?“ wollte Ben wissen. „Nun..wie man es nimmt….Bauer prahlt mit einem Koffer und dem Träger…er will eine Versteigerung machen….das Treffen soll morgen sein… nur weiß ich nicht wo. Aber du weißt sicher wer der Kofferträger ist…ich meine…“ erklärte Louis weiter. Ben nickte erneut. „Kannst du dir irgendwie einen Ort denken, wo Bauer diese Auktion durchführen will?“ fragte Ben nach. Das Wort „Auktion“ spie er regelrecht aus. „Nein…er hat mehrere Ländereien….und Grundstücke mit Häusern…aber wenn du mich fragst, dann wird er es sicher in der ländlichen Gegend machen. Versuch mal Dormagen…oder Zons….“ schlug Louis vor. Ben gab ihm das Geld und klopfte den Mann auf die Schulter. „Danke…“ kam von ihm und schon verschwand er. Nur eine Stunde später war er bei Kim im Büro. Beide sahen sich die Akte von Bauer an. „Bauer will Semir versteigern?“ harkte Kim erstaunt nach. „Ja…das hat mein Informant mir gesagt. Aber er weiß nicht wo diese Versteigerung stattfinden soll. Sobald er mir was sagen kann wird er mich anrufen..“ erklärte Ben. Kim stöhnte auf. „Bauer hat mehrere Gelände wo er das ohne weiteres durchführen kann. Ich lasse parallel von Susanne die Gelände raussuchen die ihm gehören..“ gab sie von sich und Ben nickte nachdenklich. „Ich hoffe nur, wir kommen rechtzeitig, bevor Semir verkauft wird..“ dachte er laut nach.

    Joel Bauer legte zufrieden den Hörer auf. Nun hatte er schon acht Leute für heute Abend, die sich um den Bullen prügeln würde. Eigentlich wollte er es ja morgen erst machen, aber warum auf die lange Bank schieben. Außerdem wurde es zu gefährlich. Die Kollegen von Gerkan hatten schon einige seiner Häuser besucht und dieser Ben Jäger hatte unangenehme Fragen gestellt. Daher wollte er heute am Freitag die Auktion durchziehen. Er rief Delian zu sich. „Bereite Gerkan auf seinen Auftritt vor. In zwei Stunden fangen wir an!“ befahl er. Delian nickte und verschwand. Auch Joel wollte sein Arbeitszimmer verlassen als sein Telefon erneut anschlug. „Ja?“ fragte er. „Hier ist J.C….. ich habe gehört, dass du den Koffer schon heute Abend versteigern willst…ich werde einen Mann zu dir schicken…mit viel Geld…sehr viel Geld…du kannst dir die Versteigerung sparen..“ hörte er eine Fistelstimme. „J.C? Du hörst dich heiser an..“ lachte Joel. Das dort sollte der große J.C. sein? Der Mann der die meisten Drogen vertickte? Das war keine Konkurrenz. „Du weißt doch wie es ist…wer das meiste gibt, bekommt die Ware…und ich habe meine Freude daran..“ lachte Joel. „Also gut…aber du bist mit dem Vertreter einverstanden oder?“ harkte J.C heiser nach. „Ja sicher…“ meinte Joel nur. „Er sollte um sechs hier sein….da beginnen wir…drei…zwei … eins...meins...“ hängte er an und legte auf. Er ging zu dem Saal, der für die Auktion hergerichtet wurde. Ein Stuhl stand mitten in einem Kreis von anderen Stühlen. „Sehr gut..hier wird Herr Gerkan sich bestimmt wohlfühlen…aber er muss nicht sitzen….Der Stuhl kommt wech!“ forderte er seine Leute auf. Einer von ihnen tat es und stellte den Stuhl zu den anderen. „Wir brauchen elf Stühle…das sind mehr…“ bemerkte er. „Das Buffet sollte aufgebaut werden…ich will das Essen hinten in der Ecke stehen...die Getränke ebenfalls…“ befahl er weiter und verließ dann den Raum. Er wollte Gerkan auf seinen Auftritt vorbereiten. Er ging die Stufen hoch und drehte den Schlüssel. Als er den Raum betrat lag Gerkan auf dem Bett und sah ihn an. Er legte das Bett sofort zur Seite und setzte sich hin. „So…nun ist es soweit. Ich habe die Auktion um ein paar Stunden vorgelegt…das hast du deinen Kollegen zu verdanken, die meine Läden unsicher machen….das ist Rufschädigend…“ beklagte er sich bei ihm. Gerkan sah Bauer an. „Sie wissen doch, dass Sie damit nicht durchkommen….Die Leute die an der Auktion teilnehmen werden sich nicht einen Kuckuck ins Nest setzen. Wenn sie sich …“ erklärte er und schwieg, als Joel ihn funkelnd ansah. „Du wirst um sechs in den Saal gebracht und in der Mitte der ganzen Leute stehen. Denen ist es egal, ob du redest oder nicht…ich warne dich..solltest du mir dieses Geschäft versauen, dann wirst du froh sein, zu sterben….“ fauchte er ihn an.