Kim zuckte zusammen als das Telefon klingelte. Sie und Ben hatten ihren Plan ausgebrütet, wie sie Chris Jensen überführen konnten ohne Semir zu gefährden. Doch egal wie sie sich drehen und wendeten….solange sie nicht wussten wo Semir war, konnten sie ihn nicht festsetzen. „Krüger..Kripo Autobahn…“ meldete sie sich müde. Doch schnell erhellte sich ihre Miene. „Danke…vielen Dank…das ist eine sehr gute Nachricht…wo sagten Sie? …. Im Marien….vielen Dank….“ stieß Kim aus und legte auf. Ben sah sie an. „Was gibt es?“ wollte er wissen. „Man hat Semir gefunden…er liegt im Marienkrankenhaus…. „ erklärte sie Ben sprang auf und wollte raus. „Ben…denken Sie bitte daran, dass Chris Jensen noch festgesetzt werden muss. Wie wir es jetzt machen ist egal…..sobald er das Revier morgen früh betritt werden wir ihn festnehmen…“ gab sie bekannt. „Ich muss zu Semir….ich….“ kam nur von Ben. „…ich werde Sie begleiten…“ lächelte Kim nur. Sie zog sich ihre Jacke an und gemeinsam verließen sie das Büro. Susanne sah sie an. „Ist was passiert?“ fragte sie. Ben sah zu Kim. Sie nickte. „Ruf bitte Andrea an….“ fing er an. Susanne schluckte leise. „Ist…er…?“ fragte sie und sprach ihre Vermutung nicht aus. „Nein…er lebt...er liegt im Marien, aber Jensen darf es nicht erfahren…bitte….“ kam von Ben. Susanne nickte. „Ist klar….soll ich euch anrufen, wenn er auftaucht?“ harkte sie nach. „Ja…tun Sie das…und sagen Sie Andrea sie kann schon mal einpacken aber soll nicht vor morgen herkommen, damit wir den Kerl erst einmal festnehmen können…“ gab Kim den Befehl. Susanne nickte erneut und griff zum Telefon. Sie fuhren los. Die Fahrt dauerte Ben viel zu lange und er war nervös. „Ben….konzentrieren Sie sich…“ ermahnte sie ihn als er plötzlich auf die Bremse ging, weil der Vordermann bremste. „Entschuldigung…“ murmelte Ben. Endlich kamen sie an. Sie wurden direkt in die Ambulanz geschickt wo Semir noch behandelt wurde. Doch sie brauchten nicht lange warten, denn als sie den Flur betraten wurde dieser in einem Bett vorbeigeschoben. „Kim Krüger…Kripo Autobahn…ich bin die Vorgesetzte von Herrn Gerkan….“ stellte sich Kim bei dem Pfleger vor. Dieser warf einen kurzen Blick auf den Ausweis und nickte dann. Er hatte die Augen geschlossen, doch als er Kims Stimme hörte schlug er sie auf. „Chefin…“ fragte er heiser. „Hey… Partner…“ begrüßte Ben ihn und schluckte. Semir reichte ihm die unverletzte Hand. „Hast mich nicht gefunden….“ lächelte er leicht „Dr. Stahl ist da vorn…er kann Ihnen alles sagen...“ lächelte er und schob das Bett weiter. Ben bemerkte den Verband um Semirs linke Hand. Wut stieg in ihm auf.
Kim ging direkt auf den Arzt zu. „Dr. Manfred Stahl“ stellte er sich vor als sie vor ihm stand. „Kim Krüger….ich bin die Vorgesetzte von Herrn Gerkan…das ist Ben Jäger..sein Dienstpartner…“ erklärte die gutaussehende Frau. Dr. Stahl nickte. „Was ist mit Herrn Gerkan?“ wollte Kim wissen. „Nun…er hat einen kleinen Flüssigkeitsverlust, aber der ist wirklich geringfügig….Blaue Flecke….und Kopfschmerzen, die wohl von einem oder mehreren Schlägen auf den Kopf rühren. Der kleine Finger an der linken Hand ist angebrochen und ohne Nagel. Man hat ihm scheinbar diesen mit einem ziemlich harten Ruck vom Finger gerissen. Das Nagelbett ist stark beschädigt und der Wuchs des neuen Nagels wird sicher eine ganze Weile dauern, aber der Nagel wird nachwachsen. Die Wunde ist etwas entzündet weil auch Dreck auf der unbedeckten Wunde gefallen ist….aber wie gesagt…das wird heilen. Er sollte dennoch erst einmal schlafen und zur Beobachtung hier bleiben.“ endete der ärztliche Bericht. Ben nickte. „Darf ich zu ihm?“ fragte er. Dr. Stahl schüttelte den Kopf. „Lassen Sie ihn jetzt erst einmal schlafen….es geht ihm gut und er ist in guten Händen…“ lehnte er es ab. „Okay….okay….aber morgen darf ich zu ihm?“ harkte Ben nach. „Ja sicher…morgen zur Besuchszeit….dann ist er wach und freut sich bestimmt wenn man an ihn denkt…“ lächelte der Arzt. Kim und Ben fuhren zurück zur PAST. Susanne sah sie erwartungsvoll an. „Und?“ fragte sie nach. „Es geht ihm gut…“ stieß Ben erleichtert aus. „Dann können wir den Mistkerl endlich festsetzen…“ hängte er an und ballte die Fäuste. Kim sah natürlich diese Reaktion. „Ben…wir werden uns zurückhalten okay?“ warnte sie ihn. Ben nickte. „Nur keine Sorge….ich kann mich beherrschen…“ knurrte er leise. Der nächste Tag konnte kommen. Und er kam schneller als es Chris Jensen sicher lieb war. Ben hatte in der PAST im Mannschaftsraum geschlafen und wartete nun in seinem Büro auf Chris Jensen. Gegen acht kam der Wagen von Chris Jensen auf den Platz gefahren. „Er kommt..“ hörte er den Kollegen vom Parkplatz im Ohr. Ben stellte den Koffer mit dem Geld auf den Tisch und öffnete ihn. Chris betrat mit einem freundlichen Hallo das Büro und sah ihn an. „Was soll das? Ist es das Geld für den Kollegen?“ harkte er nach. Ben nickte. „Ich habe die Asservatenkammer geplündert…“ kam kühl zurück. „Herr Jäger…ich hoffe sehr, dass wir Herrn Gerkan bald finden…diese Warterei macht einen wahnsinnig…“ erklärte er sanft. Ben nickte und musste sie zusammenreißen nicht zu explodieren. Aber noch war es zu früh. „Wann und wo soll das Geld denn übergeben werden?“ harkte Chris nach. Ben zog die Schultern hoch. „Keine Ahnung….“ murmelte er und sah durch das große Fenster. Ben räusperte sich. „Warum sagen Sie es mir nicht J. C.?“ ließ er nun die Katze aus dem Sack. Chris Jensen sah ihn erstaunt an. „Bitte was?“ harkte er nach.
Ben sah ihn an. „sie haben mich doch verstanden….J. C…. sonst sind Sie doch auch nicht so schwerhörig…oder irre ich mich?“ wollte er wissen. Er richtete seine Waffe auf Christopher Jensen. „Ich versteh nicht ganz…“ stammelte Chris. „Sie verstehen sehr gut. Ein tolles Spiel wirklich….sehr toll…..warum?“ wollte Ben wissen. „Sehr gut…..wirklich….Sie sind sehr gut…Ben Jäger…aber damit bringen Sie Semir in Gefahr. Nur ich weiß wo er ist….und wenn ich Ihnen nicht sage, wo Sie ihn finden, wird der Junge verhungern…oder verdursten…oder ertrinken…oder ersticken….alles grausame Todesarten finden Sie nicht?“ verhöhnte Chris ihn. Doch das war zu viel. Ben sprang auf Chris zu. Schlug mit der Waffe zu und legte alle Wut in den Schlag. Chris schien nicht damit gerechnet zu haben und musste einen harten Schlag ins Gesicht verdauen. Er schlug gegen die Tür. Die Haut über den Wangenknochen platzte auf und das Blut trat hervor. Doch Ben hatte noch nicht genug. Er legte die Waffe weg und schlug mit den nackten Fäusten zu. Die Schläge drückten all den Hass aus, den er gegenüber diesem Mann spürte. Er zog ihn hoch und schlug noch einmal zu. Immer wieder. Chris lag nach einigen Schlägen stöhnend am Boden. Die Tür ging auf und Kim trat ein. „Ben…?“ fragte sie. „Schon gut…das war nur für den Finger…..alles andere kann der Richter verurteilen…“ stieß Ben atemlos aus. Kim nickte zwei Beamten zu, die Chris auf die Beine zogen und ihm die Handschellen anlegten. „Ohne mich…werden Sie Gerkan nicht finden…“ stieß Chris aus und lachte gehässig. Doch nun sah Kim ihn an. „Zum Glück gibt es noch andere Menschen die wachsam sind… wir haben den Konsul oder besser seine Leiche gefunden und Semir auch…Er wird bereits im Krankenhaus behandelt….und nun raus mit diesem Dreck!“ fauchte sie. Chris sah sie erstaunt an. „Ich komme wieder!! Und dann rechnen wir ab Jäger!!“ schrie er wütend und versuchte sich gegen die Männer aufzulehnen. Doch er hatte keine Chance. Kim wandte sich erneut an Ben. „So…und nun ist endgültig Feierabend. Sie nehmen sich für den Rest frei und fahren zu Semir ins Krankenhaus. Richten Sie ihm die besten Genesungswünsche aller Kollegen aus…“ lächelte sie ihn an. Ben nickte. Er rieb sich über den rechten Handrücken, der etwas blutete.
Ende.
Danke für die vielen Feeds......ihr seid einfach nur klasse