Als Mario gegangen ließ Francesco sich auf seinen Stuhl hinter der Theke fallen und atmete tief ein. Verdammt...warum musste er so eine große Klappe haben? Mario hätte ihn zerstückeln können...Aber es ist ja noch einmal gut gegangen. Erneut ging die Tür auf und Francesco sah den Mann an, der hereinkam. Er schluckte. „Was zum Teufel willst du denn hier?“ fauchte er ihn an. „Francesco...deine Tochter braucht eine neue Niere...bitte hilf uns...bitte.... lass sie nicht sterben..“ flehte der Besucher. „Thomas...Schweizer....du bist wirklich erbärmlich.....ich habe dir damals genug Geld gegeben, dass du das Balg damit großziehen kannst...also verpiss dich!“ fauchte Francesco den Mann an. „Du verstehst nicht....mit Geld ist die Gesundheit nicht zu kaufen...bitte...lass dich testen, damit Liane überleben kann...bitte...sie ist deine Tochter!“ flehte Thomas Schweizer weiter. Francesco grinste und ging seiner Arbeit nach. „Was geht mich das an? Denkst du wirklich mich interessiert was dieser Krüppel hat? Nicht die Bohne....es ist euer Kind...und basta...“ gab er verächtlich zurück. „Du bist ihr wahrer Vater. Wenn ich könnte, würde ich die Niere spenden, aber sie passt nicht...es muss ein Blutsverwandter sein...bitte Francesco...es ist doch deine Tochter...“ versuchte Thomas an die Menschlichkeit zu appellieren. Francesco legte den Lappen beiseite und stellte sich vor Thomas hin. „Ihr habt sie vor neun Jahren angenommen...so wie sie war....wo ihr die Niere hernimmt ist nicht mein Ding...von mir aus kann der Krüppel auch verrecken..“ stieß Francesco aus. Thomas schüttelte den Kopf. „So einfach ist das nicht...das weißt du sehr genau. Du hast damals versprochen, dass du alles für sie tun würdest...Du hast doch zwei gesunde Nieren... gib eine Liane...sie ist so ein wundervolles, tapferes und intelligentes Mädchen....hilf ihr... bitte ich flehe dich an...lass sie nicht sterben...“ versuchte Thomas weiter. Er war den Tränen nah, doch Francesco kannte kein Pardon. „Ich werde mich sicher nicht verstümmeln lassen um einem Krüppel zu helfen..“ legte er endgültig fest.
Thomas Schweizer sah den Mann an. Der Mann der Erzeuger von Liane war, wollte seiner Tochter nicht helfen, weil sie behindert war? Dabei war doch er der Grund, weshalb es so passierte. „Dann sollte ich vielleicht deine Frau mal informieren, was wirklich von neun Jahren passierte. Willst du das?“ fragte er. Die Verzweiflung war in jedem Wort zu hören. Francesco sah ihn drohend an. „Das wagst du nicht! Denk daran, was für eine Macht ich habe! Ich gehöre der großen Tozzi-Familie an...und die ist grausam...sie kann sehr grausam sein. Willst du, dass wir uns um Liane kümmern? Kein Ding... ich rufe meine Leute an und schon bist du die Sorge los. Deine Frau kann arbeiten gehen und ihr könnt ein schönes Leben haben....“ lachte Francesco. „Das kannst du nicht tun!!! Sie ist deine Tochter!!“ schrie Thomas nun raus. Er war über die Kaltblütigkeit des Mannes erschrocken. „Meine Tochter...? Meine Tochter ist gesund...sie ist eine wunderschöne kleine Dame und sehr intelligent....“ gab Francesco von sich. Er hob stolz die Brust und zeigte ein Foto von Chiara. Thomas Schweizer sah ein, dass er hier mit Güte und Bitten nichts erreichen konnte. „Gut...du willst mir nicht helfen...dann werde ich deiner Frau alles sagen....“ drohte er erneut. Francesco lachte leise. „Wenn du das tust, dann werde ich dir unangenehme Leute auf den Hals schicken...das schwöre ich dir...du wirst damit nicht glücklich werden. Hier...hast du Tausend Euro.....mach dir ein schönes Leben..“ kam von ihm und er drückte Thomas das Geld in die Hand. Doch dieser ließ es achtlos fallen. „Steck dir dein Geld an den Hut!! Was jetzt kommt, wird dir verdammt leid tun...das schwöre ich... ich habe alles versucht, aber du willst ja nicht...“ stieß er aus und verließ den Laden. Er stieg in seinen alten Ford und sah Caroline an. „Was hat er gesagt?“ fragte seine Frau leise. „Er wird uns nicht helfen. Nicht auf dem normalen Weg. Nun bleibt nur noch Lara...Lianes Mutter...sie muss uns helfen....“ erklärte er. „Du weißt doch, was dann passiert? Tom... was wenn er wirklich ...“ gab seine Frau ängstlich zu bedenken. „Damit müssen wir leben...ich werde Liane nicht sterben lassen....und ich schwöre dir...er wird uns helfen...“ versprach Thomas und fuhr nach Hause.
