Kim sah auf, als Axel und Kurt eintraten. „Frau Krüger… wir haben ein kleines Problem. Wir können weder Semir, Ben noch Robin erreichen und ….also wir gehen davon aus… das…“, fing Axel an. Kim sah die beiden Männer mit skeptischen Blicken an. „Was ist... sie können die Drei nicht erreichen? Haben sie alle Handynummern gecheckt?“, wollte Kim wissen und sah die beiden BKA-Kommissare mit bösen, alles durchdringenden Blicken an. „Ja, das haben wir. Wir müssen davon ausgehen, dass die Handys der Drei einkassiert wurden und sie sich deshalb nicht melden können.“, erklärte Axel und ließ sich in einen der Stühle vor Kims Tisch fallen. „Und was, wenn sie aufgeflogen sind? Was wissen sie über dieses Gestüt, diesen Mitterand und seine Mitarbeiter? Und jetzt will ich alles wissen.“, zischte sie und sah ihre Gegenüber mit strafenden Blicken an. Axel und Kurt tauschten vielsagende Blicke aus und er nickte dann. „Gut... wir sind schon seid drei Jahren hinter diesem Arnaud Mitterand her. Immer wieder ist er uns und den Kollegen von Interpol durchs Netz geschlüpft. Nun aber haben wir eine Chance, ihn zu schnappen und den Hintermann gleich mit einzukassieren.“, erklärte er. Kim nickte. „Das ist aber nicht die Antwort auf meine Frage gewesen.“, zischte sie und sah wieder mit ihrem steinharten Blick auf die Kollegen herab. „Die Zeugen, die gegen ihn aussagen sollten, konnte man kaum identifizieren, nachdem man sie gefunden hatte.“, kam es kleinlaut von Kurt. „Und zu so einem Wahnsinnigen schicken sie ein Kind, ein Draufgänger und einen verheirateten Mann? Haben sie jeglichen Sinn für berufliche Verantwortung verloren? Gnade ihnen Gott, wenn den Dreien etwas passiert.“, zischte sie mit Zorn und Wut in der Stimme.
Semir und Ben stiegen von den Pferden ab. „Warum denn? Warum sollen wir absteigen und zu Fuß weiter?“, wollte Ben wissen. „Das machen die im Western auch immer. Wenn die Gegner in der Überzahl sind, einfach die Pferde in die andere Richtung geschickt und schon suchen die nicht nach uns.“, erwiderte Semir. „Western? Sonst hast du aber nichts zu tun, Häuptling türkischer Hengst?“, konterte Ben und stieg vom Pferd ab. Semir nahm die Zügel der beiden Tiere und scheuchte sie in die andere Richtung fort. „Los, macht das ihr weg kommt.“, schrie er und wedelte mit den Armen hin und her. Die Pferde, aufgescheucht von Semir, liefen los und verschwanden in den Dunkeln des Waldes. „Was macht uns so sicher, dass wir ohne die Tiere besser dran sind? Wir haben noch nicht einmal eine Waffe.“, zischte Ben. „Eben und deshalb müssen wir schnell eine Straße oder eine Hütte mit Telefon finden oder etwas ähnliches.“, entgegnete Semir und lief los. Ben hinter ihm her. Würden sie wirklich vor den anderen eine Straße oder eine bewohnte Hütte erreichen? Wer sollte hier schon leben, außer Käfer, Mäuse und Füchse, dachte Ben nur. Hier wollte er nicht mal zum Pilze sammeln hin.
Bernd hatte die Leute zusammengetrommelt und schon die Waffen an alle ausgegeben. Er selbst und vier andere saßen auf Pferden, die anderen, acht an der Zahl, waren zu Fuß, zwei davon mit großen Hunden an der Leine. Toni kam raus und sah in die Runde. „Okay... ich will diese drei Mistkerle wiederhaben, noch ehe sie Hilfe holen können. Die nächste Lieferung ist fertig und wenn Arnaud oder der Big Boss davon erfahren, dass wir die drei Bullen entkommen lassen haben, können wir uns alle unser Grab schaufeln.“, erklärte er, hängte sich seine Jagdflinte um, eine weitere Pistole hatte er am Gürtel, sowie ein großes Jagdmesser. Für ihn war das eine Gelegenheit, sich wie ein Großwildjäger zu fühlen... und das Wild hieß... zwei Bullen. „Dann mal Waidmanns Heil.“, lachte er und drückte seinem Pferd die Stiefelabsätze in die Seite und sofort machte es einen Satz nach vorne. Bernd und die anderen Reiter folgten ihm, während die Männer mit den Hunden vorausgingen. „Hier... hier liegt einer.“, stieß einer aus und sofort versammelte sich die Gruppe um ihn. „Das ist Robin... Dann sind die anderen nicht weit... Moment, was ist das?“, stieß Bernd aus und sah, wie die beiden Pferde aus dem Wald zurückkamen. „Sieh mal einer an…dann sind sie zu Fuß unterwegs..“ lachte Bernd und ließ die Tiere einfangen. „Ja… und damit werden wir sie noch schneller wieder einfangen…“, nickte Toni. „Bringt die Tiere in den Stall!“, forderte er zwei Burschen auf und sah auf die Leiche von Robin. „Ihn nehmt mit und vergrabt ihn!“, hängte er an. „So und wir reiten los! Zu dritt in drei Gruppen…wir teilen uns so auf, dass kein Millimeter nicht von uns durchsucht wird!“, befahl er den Anderen.