Beiträge von Elvira

    Gestern lief die letzte Folge und für mich war es ein Highlight. Alles was ich brauchte war drin. Action, Humor, Drama....Besonders Marco Girnth hat mir in seiner Rolle sehr gefallen. Als Hühnchen sah es echt niedlich aus.....aber auch als cooler Bulle brachte er es gut rüber. Die Stunts hielten sich in Grenzen und die Story war nicht schlecht...gar nicht schlecht. Alle waren wieder wenn auch nur kurz vertreten und als Kim stöhnte "Die beiden machen mich fertig" musste ich schon auflachen. Das sie mal wieder beide ihre Dienstwagen schrotteten, wofür natürlich keiner der Beiden was konnte war auch super....Sie halten sich dennoch zurück, was die Zerstörung angeht.

    „Vielleicht...“, begann Riemann und massierte sich die Stirn. „Vielleicht standen die Einbrecher vor der Tür, klingelten und Frau Brehmer öffnete die Tür. Sie stießen sie hinein und der Menge an Blut zu urteilen, müssen sie ihr ziemlich zugesetzt haben.“, mutmaßte er und ging zur Tür, Semir und Hartmut folgten ihm. Sie standen vor der Haustür, die eine großzügige Glasfront hatte. „Sie müsste sie aber gesehen haben... wenn sie maskiert waren.“, gab Hartmut zu bedenken und sah Semir an. Dieser nickte nur. „Was sagt denn der Ehemann?“, kam es wieder einmischend von Semir. Lukas lachte. „Er sagt, er ist nach Hause gekommen und hat die Wohnung verwüstet vorgefunden... aber das muss er dir doch erzählt haben, oder?“, fragte Lukas gerade und brach den Informationsfluss ab. „Ja stimmt...“, lachte Semir nur und die beiden gingen dann zurück ins Haus von Semir und Andrea, wo David gerade vom Notarzt untersucht wurde. Andrea sah auf, als ihr Mann zur Tür rein kam und sofort fiel ihr dieser eindeutige Blick in den Augen ihres geliebten Göttergatten auf. Er war vielsagend. Der Abend war gelaufen. Nichts mit türkisch kuscheln oder einfach nur ausruhen und erholen, denn David Brehmer machte keine Anstalten zu gehen. „Herr Brehmer…haben Sie jemanden, der sich um Sie kümmern kann?“, wollte Semir wissen, als die Kollegen fertig waren. „Meine Schwester.. ich… ich hab irgendwo in der Wohnung…ihre Nummer..“, schluchzte der Mann. Semir nickte. „Ist es im Telefon gespeichert?“, harkte er nach. David nickte. „Ja… unter Winderburg…sie wird mich holen…“, gab er leise von sich. Das Beruhigungsmittel des Arztes schien endlich zu wirken. Semir verschwand und kam zehn Minuten später wieder. Weitere dreißig Minuten später klingelte es an der Tür. Isabelle Winderburg stellte sich vor. Nachdem Semir der Frau noch einmal alles erklärte fuhren David und Isabelle gegen zwei Uhr nachts ab. Endlich war die Nacht für Andrea und Semir angebrochen.

    Laura Vohwinkel war gegen acht am nächsten Morgen auf der A1 unterwegs. Sie hatte eine leichte Blasenentzündung und musste den nächsten Parkplatz aufsuchen um dem Bedürfnis nachzukommen. Auch wenn sie wusste, dass es eigentlich sinnlos war. Sie hielt an und stieg aus dem Wagen. Der Druck wurde schlimmer. Nur wenige Meter war das Toilettenhäuschen entfernt. Laura ging schnell mit verkniffenem Gesicht rein und erledigte die Qual. Laura wusch sich die Hände und sah das kein Papier im Spender war. „Na super…auch okay….“, stöhnte sie und schüttelte die Hände trocken. Dann betrat sie wieder den Platz. Es war ein schöner Morgen und sie hatte in den letzten Tagen wenig Zeit das Wetter zu genießen. Warum sollte sie nicht einen kleinen Spaziergang machen? Sie müsste gleich eh wieder auf die Toilette. Aber ein kleiner anregender Spaziergang war doch in Ordnung. So streifte sie an dem Grünstreifen entlang. Die Sonne stand zwar noch recht tief, aber sie wärmte schon sehr schön. Laura zog ihren Pullover aus und legte ihn sich um die Hüften. Etwas zog ihre Aufmerksamkeit an. Dort lag doch was im Gras? Hat man wieder den Müll einfach so entsorgt, obwohl der Müllcontainer gar nicht so weit entfernt war? Laura hatte etwas gegen diese Umweltverschmutzer. Sie ging näher heran und sah dann, dass sich in dem Sack sicher kein Müll befand. Ein Arm schaute heraus. Laura schlug die Hand vor dem Mund. Mit weit aufgerissenen Augen stand sie da…. Unfähig sich zu rühren. Es dauerte eine Weile bis sie wieder in die Realität zurückfand. Mit zitternden Händen griff sie zum Handy und rief die Polizei an.

    „So meine Süßen…. Ich muss mal wieder die Welt retten…“, verabschiedete Semir sich. „Vergiss nur nicht, wieder zu kommen.“, lachte Andrea und küsste ihren Mann. Doch er saß noch nicht einmal richtig in seinem Wagen als das Funkgerät bereits plärrte. „Cobra 11 für Zentrale!“, hörte er. Er lächelte gequält zu Andrea und meldete sich. „Ich höre. Was gibt es?“, fragte er. „Leichenfund bei KM 389 auf der A1. Eine Fußgängerin hat eine weiblichen Torso gefunden.“, gab der Kollege durch. „Verstanden. Was ist mit Ben?“, harkte Semir nach. „Der meldet sich nicht.“, war die Antwort. „Ich klingele ihn aus dem Bett.“, grinste Semir und freute sich bereits darauf seinem Kollegen eiskaltes Wasser ins Gesicht zu schütten. Mit diesen Gedanken hielt er dann auch vor der Tür von Bens Wohnung. Semir besaß einen Schlüssel und damit war die Überraschung auf seiner Seite. Leise schlich er die Treppe hoch und stand dann vor der Tür. Gerade als er den Schlüssel ins Schloss steckte wurde sie von innen aufgerissen. „AAAAH!!“, erschrak Semir sich was nun wieder ein breites Grinsen in Bens Gesicht zauberte. „Heute nicht… mein Lieber….“, lachte er seinen Kollegen an. „Mann…. Ich hätte einen Herzinfarkt bekommen können. Ich bin doch nicht mehr der Jüngste.“, kam empört von Semir. Doch dann musste auch er grinsen. „Okay….2:1 für mich… Wir haben eine Leiche an der A1… und ich hab eine verdammt kurze Nacht hinter mir.“, stöhnte Semir und ging mit Ben gemeinsam zum Auto

    Ben raste mit seinem Wagen durch die Stadt und hoffte dass die Adresse sich nicht geändert hatte. Vor der Hausnummer 83 hielt er seinen Wagen an und stieg aus. Er klingelte Sturm an dem Einfamilienhaus und hämmerte gegen die Tür. „Ist ja gut… ich komme…ich komme..“ ertönte von innen eine männliche Stimme. Die Tür öffnete sich und ein Mann im Rollstuhl sah Ben an. „Ben?“ fragte dieser verwundert. „Michael..hör auf mit diesem Wahnsinn!“ stieß Ben aus. „Was für einen Wahnsinn?“ harkte Michael nach. „Du weißt genau wovon ich spreche!“ fauchte Ben ihn an und drängte sich an den Mann ins Haus. „Du warst auch schon mal freundlicher! Was willst du hier?“ fauchte nun der Mann im Rollstuhl ihn an. „Weißt du das nicht?“ fragte Ben. „Nein..sonst würde ich nicht fragen. Du bist seit sieben Jahren nicht mehr hier gewesen! Was also willst du von mir?“ wiederholte Michael. „Gut…dann werde ich es dir erklären….mein Kollege sitzt derzeit im Büro auf eine Bombe…wir werden erpresst und…dieser Erpresse hat unseren letzten gemeinsamen Einsatz als Hintergrund genannt…also….was soll das? Was willst du von mir?“ harkte Ben nach und sah Michael an. „Ben….denkst du wirklich, dass ich so dumm bin? Wie kann ich dich erpressen? Seit sieben Jahren sitze ich im Rollstuhl, weil ich dir das Leben gerettet habe….“ erklärte Michael leise. „du gibst mir die Schuld an der Sache?“ wollte Ben wissen. Michael lachte bitter auf. „Warum sollte ich das? Ich habe mich dazu entschlossen dir das Leben zu retten…ich hätte es nicht tun brauchen…aber ich habe es getan..und ich habe den Preis dafür gezahlt…ich bin seit diesem Tag nicht mehr der gleiche Mensch…aber ich bin deshalb kein Verbrecher.“ erklärte Michael leise. „Wer kann dann daran Interesse haben? Meine Kollegin ist schwer verletzt worden, als eine Bombe im Auto explodierte…was muss noch passieren?“ wollte Ben wissen. Er sah seinen damaligen Ausbilder an.

    „Die Irrlehren, die die Dämonen über sich selbst verbreiten und mit denen sie die Seelen verwirren, richten sich gegen die heilige Kirche. Die großen Gefahren sind nicht die Dämonen die wir verehren, sondern die der heiligen Kirche! Wir stehen für die Fortführung des Heidentums…wir sind die Diener derer die hier von der Erde verbannt wurde, weil der größte Dämon…den alle Gott nennen, sich ein Imperium aufgebaut hat. Luzifer musste einen hohen Preis zahlen…den Preis des Falls aus dem Himmel in die Hölle. Doch dort ist es nicht kalt..nein..dort herrscht Liebe. Unendlich viel Liebe..und die gilt es sich zu holen! Als Hohepriesterin habe ich heute die Ehre ein neues Mitglied in den Stand der Dienerinnen von unserem Herrn den Mondgott heben darf. Ariane ist unberührt und rein von jeder Schuld, so wie es unser Herr befiehlt. Das Opfer für die Feier ist bereits auserkoren und wird in wenigen Stunden zur Reinigung eintreffen. In wenigen Tagen werden wir es seiner Pflicht zuführen und dann kann Ariane sich unserem Herrn hingeben. Bis zur Agnes-Nacht haben wir nur wenige Tage Zeit. Ariane wird mit dem Sex- und Blutritual in unsere Kreise aufgenommen, die nur den Dienerinnen des Mondgottes vorenthalten sind..“ Helene breitete die Arme aus und in der weißen Kutte sah sie mächtig aus. Keiner der vor ihr knieenden Anhänger der Sekte schien an diesen Worten zu zweifeln. Ariane sah ihre Mutter an die neben dem Hohepriester stand. Helene sah wunderschön in ihrem Gewand aus, das musste Ariane neidlos anerkennen. Doch schon bald würde sie die rechte Seite bekleiden. Sie würde die zweite Priesterin neben dem Hohepriester sein, der den Mondgott auf Erden vertrat. Sobald sie die Reinigung des Opfers vollzogen hatte, würde sie sich dem irdischen Vertreter ihres Gottes hingeben..so wie es ihre Mutter tat.

    OK Ben weiß also um wen es sich handelt. Aber wo rennt er jetzt hin? ELVIRA... du strapazierst meine Nerven ganz schön... Wie wäre es, wenn du uns auch mal aufklärst wer diese verrückte Person ist? Bei einem Abendessen zum Beispiel!? :rolleyes:

    uhhh wenn du das schon am Anfang der Geschichte nervlich angestrengt bist, dann hab ich ja wieder alles richtig gemacht :) Abendessen gibt es heute um acht....

    „Wenn wir uns alle beruhigt haben, dann können wir uns wieder normal unterhalten…“ lachte die Stimme aus dem Lautsprecher. Semir sah Kim an. „Kim…du bist immer noch hier…? Na gut…dann werde ich jetzt die Aufgaben verteilen…du Kim wirst für Semir Kaffee kochen. Der Junge kann nämlich einen gebrauchen. Der Sitz auf der Bombe ist sicher nicht einfach…“ erklärte die unbekannte Person. „Was wollen Sie….warum sagen Sie uns nicht was der ganze Zirkus hier soll?“ harkte Ben nach. „ich werde ganz sicher keinen Kaffee kochen..“ fauchte Kim und setzte sich auf den Besucherstuhl. „Oh… wir werden störrisch? Brauchen wir noch eine Demonstration?“ wollte der Unbekannte wissen. „Gut…dann wird Ben den Kaffee machen. Schließlich kann er das auch…zumindest konnte er es früher..“ wurde weiter erklärt. „Woher kennen Sie mich? Warum nennen Sie nicht Ihren Namen und zeigen sich? Sind Sie feige?“ harkte Ben nach, machte aber keine Anstalten dem Befehl zu folgen. „ich sehe schon…ihr müsst noch eine Lektion bekommen. Gehorsam wurde früher noch großgeschrieben…es hat sich viel verändert. Die Jugend von heute ist scheinbar nicht mehr so einfach zu beherrschen. Ben sah Semir an. „Was für eine Lektion?“ fragte er leise nach. Semir und Kim zogen die Schultern hoch. Kim nahm einen Zettel und schrieb etwas auf. Sie reichte den Zettel Ben und dieser anschließend Semir. Ben und Semir nickte. „Was soll das?“ harkte die Stimme nach. Semir grinste. „Er scheint es nicht zu mögen, wenn wir „stille Post“ spielen…“ gab er zurück. „Mach dich nicht lustig über mich, Semir…das ist sehr gefährlich….Ben..ich will das du Semir die Hände mit Handschellen an den Lehnen fesselst!“ forderte die Stimme auf. „Einen Dreck werde ich…!“ fauchte Ben wütend. „Willst du erneut daran schuld sein, wenn ein weiterer Kollege verletzt wird?“ wollte die Stimme wissen. Ben sah Semir an. „Was meinen Sie damit?“ harkte Semir nach.

    „Also gut Ben… du kennst mich schienbar nicht mehr. Nun ja..ist ja auch schon so lange her… sieben Jahre…sieben verdammte Jahre. Du bist Schuld an dem was passiert ist…erinnerst du dich? Düsseldorfer Hafen…7. März 2004. Es war ungefähr 18 Uhr…“ fing die Stimme an. „Bitte was?“ stieß Ben aus. „Hast du mich deshalb nicht besucht? Weil du ein schlechtes Gewissen hast? Weil du dir auch die Schuld gibst?“ harkte die Stimme nach. Ben sah zu Semir. „Ich glaube ich weiß wer es ist..“ stieß er aus und verschwand. „BEN!!! Wo willst du hin?“ schrie Semir ihm nach. „Er wird sicher nun das tun, was ich auch tun würde….er sucht seine Schuld. Kim….mach Semir am Stuhl fest…oder ich jage den nächsten Wagen in die Luft. Wie wäre es mit dem alten Wagen von Dieter Bonrath? Ist er nicht gerade auf der Autobahn unterwegs zur KTU? Willst du dass die beiden auch sterben?“ harkte die Stimme fordernd nach. „Woher…?“ fragte Kim leise. „Sind die Beiden unterwegs?“ wollte auch Semir wissen. Kim nickte. „Okay…Chefin..der Kerl macht keine Scherze…tun Sie was er sagt…“ kam von Semir. „du bist sehr klug, Semir….ich sehe immer mehr, dass du die richtige Person auf dem Stuhl bist. Als Feind wärest du viel zu gefährlich…“ lachte die Stimme. Kim stand auf und nahm die Handschellen von ihrem Gürtel. Sie legte Semir eine ans linke Handgelenk und führte die Kette dann durch die Armlehne. Anschließend ließ sie die zweite Schelle um sein rechts Gelenk schnappen. „so ist es doch viel besser…“ stimmte die Stimme zu. „Und nun sagen Sie mir was Sie wirklich wollen!“ forderte Kim den unbekannten Gegner auf. Semir sah zu Kim. „Ich werde es später erzählen…wollen wir doch erst einmal abwarten ob Ben uns nicht doch die Geschichte erzählt…“ verkündete die Stimme.

    Für heute hatte er Feierabend. Endlich... nach 21 harten Stunden im Dienst. Endlich Feierabend. Er wollte nur noch zurück zu seiner geliebten Familie. Hundemüde und seine ganzen Knochen spürend fuhr er die Autobahn entlang, immer im Strom der anderen Pendler mitschwimmend. Jetzt konnte ihn nichts mehr aufregen. Er ließ sich einfach treiben, hoffte, dass der stadteinwärts rollende Verkehr jetzt durch nichts behindert werden würde. Da kam auch schon seine Ausfahrt und schnell wurde der Blinker gesetzt. Geschafft... er war runter von der Autobahn, dieses, sein Jagdrevier, dass er heute wieder mit seinem Kollegen vor alle möglichen Verbrechern, Rasern und anderen Sündern verteidigen musste. Denn es war sein Beruf und den liebte und lebte er mit Leib und Seele. Er wollte auch nie was anderes machen, auch wenn er so manches Mal an den Rand des Todes geschliddert war, immer hatte er, meist dank seiner Kollegen und den hervorragenden Ärzten, die Kurve gekriegt. Doch letztes Mal, diese Sache im Kloster, sie war doch schon sehr knapp.

    Endlich erreichte er sein kleines Häuschen. Hier war seine Oase der Ruhe und des Friedens und bald schon würden hier noch mehr Kinderfüßchen zu hören sein. Seine Tochter fing jetzt langsam mit dem Laufen an und bald würde ihr Brüderchen dazu kommen. Er hoffte so sehr, dass es ein Sohn werden würde. Doch das stand noch in weiter Ferne. Als er die Tür aufschloss, hörte er schon die Stimme seiner Frau. „Semir?“, rief sie ihm fragend entgegen. Andreas Stimme klang fragend und fast schon erschrocken. Er lauschte kurz und hörte etwas rascheln. Hatte seine Frau Geheimnisse vor ihm? Kopfschüttelnd zog er sich seine Schuhe aus und schlurfte erschöpft ins Wohnzimmer. „Hallo Semir.“, lächelte ihn seine Frau vom Sofa aus an und er wusste nicht, aber sie sah aus, als hätte sie etwas zu verbergen. Er stand nur im Türrahmen und zog eine Augenbraue hoch. „Hallo mein Schatz.“, erwiderte er und zog seine Frau, als sie vor ihm stand, an sich und gab ihr einen langen, leidenschaftlichen Kuss. Dann wischte er ihr eine Strähne aus dem Gesicht und sah sie musternd an. „Hast du was?“, fragte sie, als sie diesen Blick spürte. Ertappt blickte Semir in ihre Augen. „Nö, alles bestens.“, gab er wieder und sah sich dann um. „Du siehst so geschafft aus.“, warf Andrea ein und löste sich aus seiner Umarmung. „Komm... ich mach dir was zu essen. Dusch inzwischen und dann können wir noch etwas türkisch kuscheln.“, lächelte sie. Das ließ sich Semir nicht zwei Mal sagen und schon war er auf dem Weg nach oben.

    David stand vor dem leblosen Körper, seine Hände waren mit ihrem Blut befleckt. Sein Atem, das Adrenalin gingen langsam wieder zurück und er sah in ihre schreckgeweiteten, starren und toten Augen. „Niemals wieder...“, flüsterte er. „Niemals wieder wirst du mich wegen eines anderen verlassen. Jetzt wird dich keiner haben.“, schrie er und fuchtelte mit seinem blutigen Zeigefinger herum. Doch dann setzte wieder die Realität bei ihm ein. Was hatte er getan? Es war doch klar, dass die Polizei ihn sofort verdächtigen würde. Es sei denn... Es sei denn, niemand würde die Leiche finden und sicher war es ein leichtes, die Spur so zu verfälschen, dass er nicht als Täter in Frage kam. Schnell machte sich der junge Mann an die Arbeit, holte eines der großen Bettlaken und fing an, die Leiche damit einzuhüllen. Dann schlug er in der Wohnung soweit alles kurz und klein. Jetzt musste er nur noch die Leiche loswerden. David wickelte den Körper in einem Bettlaken und stopfte alles in einen dichten Sack. „So…meine Liebe… du wirst jetzt deine letzte Reise antreten. Schade, dass du es nicht mehr siehst. Ich werde sehr um dich trauern… Du, die du meine Frau bist…oder besser gesagt warst… Natürlich werde ich, gleich nachdem du weg bist, die Polizei rufen… und den sorgenvollen Ehemann spielen…“, lachte er irre. Den Körper legte er in den Kofferraum und fuhr einfach weg. Auf der A 1 waren viele Parkplätze, die er kannte und er wusste, dass viele nicht mehr belebt waren. Nur eine halbe Stunde später war der Körper von Anja entsorgt. Er reinigte seinen Wagen gründlich und fuhr dann noch eine Weile herum, bevor er nach Hause fuhr. Vor dem Haus schloss er seinen Wagen ab und schaute zum Nachbarn rüber. War der nicht Bulle? Was wäre wenn….ja….David gestand es sich zwar nicht zu, aber er mochte besonders die Ehefrau von diesem Kerl. Sie war so süß und wie sie für die kleine Tochter sorgte…so musste eine Ehefrau sein.

    Semir lag in Andreas Armen und genoss die Zärtlichkeiten von ihr. „Ohhhh das tut gut…“, stöhnte er gekonnt. „Ja ich weiß…du liebst das türkische kuscheln…“, lachte Andrea und küsste ihn. „Na komm, du brauchst eine Massage…“, meinte sie dann. Sie stand auf und Semir legte sich lang auf die Couch. Andrea zog ihm das Shirt hoch und fing an den Körper zu kneten. An der Schulter war es sehr verhärtet und Andrea machte sich etwas Sorgen. „Semir… da sollte mal ein Fachmann ran. Das ist alles völlig verspannt…Bald kannst du deinen Kopf gar nicht mehr bewegen.“, gab sie zu bedenken. „du bist die beste Medizin.. Andrea… ich liebe dich…“ säuselte er. In diesem Augenblick, wo er völlig abschalten konnte, gellte ein Schrei durch den Garten. Sofort sprang Semir auf. „Andrea!! Bleib hier!!“, befahl er. Ohne sich die Schuhe oder das Shirt anzuziehen rannte er raus. Auf halbem Wege kam ihn der Nachbar entgegen. „Herr Brehmer? Was ist denn los?“, fragte er sofort und hielt den Mann der scheinbar völlig aufgelöst war fest. „Meine Wohnung….mein Haus….meine … meine Frau….ich…“, stammelte der Mann. „Ganz ruhig…. Beruhigen Sie sich…sagen Sie mir, was passiert ist..“ sprach Semir beruhigend auf ihn ein. „Mein haus…alles kaputt… und Blut…überall Blut…“, stammelte der Mann weiter. „Herr Brehmer…wo ist Ihre Frau?“, harkte Semir sofort nach. „Sie…sie…ich…weiß nicht…sie ist…nicht da…“, kam völlig verwirrt von dem Mann. „Okay.. kommen Sie erst einmal zu uns rein. Ich werde dann rüber gehen und nach dem Rechten sehen…“, schlug Semir vor. David Brehmer nickte. Semir brachte ihn zu Andrea. Diese sah den Beiden erstaunt entgegen.

    Die Sirenen des Rettungswagens erstarben und der Wagen stoppte dicht bei der Gruppe. „Dr. Werner…was ist passiert?“ wollte der Notarzt wissen, als er sich neben Kim hockte. „Sie wollte zum Wagen als dieser explodierte. Sie war eine ganze Weile bewusstlos.“ erklärte sie in kurzen Zügen. Der Arzt untersuchte Susanne soweit es möglich war. ER leuchtete ihr in die Augen und drückte etwas an den Rippen herum. Susanne stöhnte auf. „Okay…schon vorbei….haben Sie Probleme beim Atmen?“ wollte er von ihr wissen. „Nein…mein Kopf….mein Bein…“ klagte Susanne. „Okay…ich gebe Ihnen etwas gegen die Schmerzen und dann fahren wir Sie ins Krankenhaus. Ich kann innere Verletzungen nicht ausschließen…“ erklärte der Arzt und zog eine Spritze auf. Er sah Kim an. „Wir müssen sie röntgen und sie wird sicher eine Weile im Krankenhaus liegen…“ erklärte er. Kim nickte und stand auf. Susanne bekam einen Zugang gelegt über den sie Schmerzmittel erhielt. Langsam schlief sie ein. Kim, Ben, Dieter und Hotte sahen dem Krankenwagen nach, als dieser das Gelände verließ. „Chefin…wir müssen Hartmut irgendwie informieren… Ich habe doch meinen Privatwagen auf dem Parkplatz an der Raststätte stehen. Ich könnte hin und ihn damit herholen..“ schlug Dieter vor. Kim sah ihn an. „Aber Sie werden nicht allein gehen…Herzberger..Sie fahren mit. Sehen Sie sich aber den Wagen an bevor Sie einsteigen...“ befahl sie. Dieter und Hotte verschwanden während Kim Ben ansah. „Gehen wir wieder zu Semir…“ kam leise von ihr. Ben nickte und gemeinsam betraten sie das Büro. „Warum?“ fragte Kim als sie am PC von Semir stand. „Was ist passiert?“ wollte Semir wissen. „Nur eine kleine Warnung…ich scherze nicht..“ kam von der Stimme. „Was ist passiert?“ wiederholte Semir. „Susannes Wagen ist explodiert. Sie war in der Nähe und ist schwer verletzt worden…“ erklärte Kim mit gepresster Stimme. „Sie verdammtes Schwein!! Warum? Susanne hat nichts getan!!“ schrie Semir wütend und wäre am liebsten aufgesprungen.

    Helene legte ihre weiße Kutte an. Sie war die Priesterin der „Garde des Mondgottes“ und sie musste ihre erste große Zeremonie vorbereiten. Lächelnd strich sie über ein Bild welches einen jungen Mann zeigte. Seine dunklen lockigen Haare umspielten sein Gesicht. „du wirst schon bald die andere Seite kennen lernen..mein Leiber…du bist das erwählte Opfer und du wirst freiwillig kommen. Und dann…das verspreche ich dir…wirst du für alles bezahlen was du uns angetan hast… für alles….mit deinem Leben…“ sagte sie leise zu dem Bild. „Mama…darf ich dich stören?“ riss die Stimme von Ariane sie aus ihren Gedanken. „Ja sicher..mein Schatz. Komm nur...“ lächelte Helene ihre 19jährige Tochter an. „Ich habe die erste Vorbereitung getroffen. Er wird kommen…“ erklärte das Mädchen. „Das ist sehr gut…dein Vater muss gerächt werden…nur dann können wir wieder in Frieden und im Einklang mit dem Mondgott leben….“ lächelte Helene. „Und dann kann ich zur zweiten Priesterin gewählt werden…“ hängte Ariane an. „Ja…dann ist dein Herz frei von Hass und Wut. Er wird seine gerecht Strafe bekommen. Aber nun zieh dich für die Zeremonie an. Der Priester wird nicht lange warten. Du wirst heute die Dienerin des Mondgottes werden und damit einen Platz zur Priesterin erwerben.“ erklärte Helene. Sie strich ihrer Tochter sanft über das Gesicht. „Die Weihe wird in zwei Stunden anfangen. Du musst dich fertig machen und denk an die Reinigung….vergiss den Schleier und die Opfergabe nicht…“ ermahnte sie Ariane. Für sie war dieser Glauben zum Wichtigsten in ihrem Leben geworden. Ariane nickte und ging. „Vergiss nicht…du wrist bald dem Mondgott gehören und er kann mit dir alles tun was er will. Du musst ihm gehorchen..“ gab Helene lächelnd zu verstehen. „ich weiß….es ist eine große Ehre, dass sich der Mondgott für mich entschieden hat, wo doch so viele schöne Frauen hier sind…“ nickte Ariane und verschwand. Helene stellte sich vor einem Götzenbild und fiel auf die Knie. „Ich vertraue dir meine Tochter an…sei gnädig. Sie ist unberührt so wie es in deinem Gesetzt steht. Herr…genieße mit ihr, was du auch immer vorhast. Sie ist ein sehr gutes Kind und wird dir bedingungslos gehorchen. Und bitte…vergib mir meine Sünden, aber ich kann nicht anders. Ich brauche die Gerechtigkeit..“ sagte sie leise und faltete die Hände.

    „Chefin..wir müssen was unternehmen…“ stieß Semir aus, der sich überhaupt nicht wohl fühlte. „Sie werden nichts tun!“ fauchte die Stimme. „Was wollen Sie verdammt!“ schrie Semir wütend. „Ganz einfach….Du wirst auf dem Stuhl sitzen bleiben. Niemand außer Ben und du werden hier im Büro sein…unsere Kim wird es auch verlassen…“ verkündete die Stimme. Semir sah Kim an. „Das ist doch ein Bluff!“ stieß sie aus. „Meinst du wirklich? Was denkst du Ben….und du Semir?“harkte die Stimme nach. „Was wollen Sie…warum Semir?“ stellte Ben nun die Frage. „Ihr habt euch eure Stühle ausgesucht…du hättest es genauso sein können..“ lachte die Stimme. „Dann war das ein Irrtum? Ich sollte auf dem Stuhl sitzen?“ harkte Ben nach. „Das wäre doch die gerechte Strafe für dich oder?“ fauchte die Stimme ihn an. „Was? Wofür?“ versuchte Ben herauszufinden. „Hast du mich wirklich vergessen? Das tut weh…das tut sehr weh…“ tadelte die Stimme. „Wer sind Sie? Nennen Sie mir doch Ihren Namen…!“ bat Ben erneut. „Nein…noch nicht….und nun werden wir weiter noch etwas spielen…“ lachte die Stimme. „Wir werden gar nichts tun….Sie können uns nicht immer im Auge behalten. Sie werden auch irgendwann müde sein und einschlafen…“ meinte Kim nur. „Denken Sie wirklich, dass es so einfach ist….nur keine Sorge…ich erreiche immer mein Ziel….und nun raus hier!“ fauchte die Stimme. Kim stellte sich provozierend vor die Kamera. „Nein….erst sagen Sie mir was Sie wollen!“ forderte sie. Von der Stimme kam nichts, dafür gab es einen lauten Knall auf dem Hof. Kim, Ben und Semir sahen sich erschrocken an. Kim rannte von Ben gefolgt raus. Auch Semir wäre gern gegangen, aber er konnte nicht. Semir versuchte durch das Fenster etwas zu sehen, doch die Explosion schien nicht in seinem Blickwinkel zu sein. Doch die dunkle Rauchwolke die an seinem Fenster vorbeizog ließ ihm den Atem anhalten.

    „Susanne!“ schrie Kim als sie Susanne auf dem Hof liegen sah. Dieter hatte bereits den Erste Hilfe Koffer aus einem anderen Fahrzeug geholt und wollte erste Hilfe leisten während Hotte mit einem Feuerlöscher am brennenden Fahrzeug arbeitete. Sofort griff Ben zum Handy und orderte einen Rettungswagen für Susanne an. „Sie wollte sich gerade in den Wagen setzen, als der explodierte..“ stammelte Dieter. Kim drehte Susanne vorsichtig auf den Rücken. Die Sekretärin blutete im Gesicht aus kleinen Schnittwunden und war ohne Bewusstsein. „Wir müssen sie verbinden…Ben rufen Sie das Sprengstoffkommando….“ Befahl Kim. Ben nickte und führte den Befehl aus. Vorsichtig verband Kim die Wunden bei Susanne notdürftig. „Das Bein sieht nicht gut aus…sie ist ziemlich durch die Luft gewirbelt und hart aufgekommen…“ erklärte Dieter und wies auf die Beine von Susanne. Kim sah sie sich an. Das linke war leicht verdreht. „Sieht nach einem Bruch aus…“ meinte sie nur. Von weitem war das Martinshorn zu hören. Ben zog seine Jacke aus und schob sie vorsichtig unter Susannes Kopf. Sie kam langsam zu sich und sah sich verwirrt um. Als sie aufstehen wollte drückte Kim sie zurück. „bleiben Sie liegen, Susanne…“ befahl sie. „Was…was…ist passiert?“ fragte Susanne leise. Ben strich ihr sanft eine blutige Haarsträhne aus dem Gesicht. „Bleib liegen…ist sicher nicht so schlimm….“ lächelte er beruhigend. „Mein Auto….. es…es ist explodiert..“ stöhnte Susanne. Die Schmerzen kamen auf. „Mein Bein…es tut so weh..“ klagte sie. „Ganz ruhig….es ist alles okay. Der Arzt kommt gleich..“ erklärte er. „Was ist mit meinem Bein?“ harkte Susanne nach. „Es ist gebrochen…nicht bewegen. Du darfst dich nicht bewegen. Wir wissen nicht ob du noch schlimmer verletzt bist…“ mahnte Ben zur Vorsicht. Susanne schloss die Augen. „was ist mit Semir?“ harkte Susanne nach als sie merkte dass dieser fehlte. „Alles in Ordnung…“ lächelte Kim.

    Ben, Andrea und Kim saßen in der Cafeteria des Krankenhauses und schwiegen vor sich hin. Ben hatte Semirs Frau einen Kaffee zur Beruhigung gebracht. Er musste ihr alles erzählen und er tat es. Andrea hatte ein Recht, die Wahrheit zu erfahren und sie schien es einigermaßen verkraftet zu haben. „Andrea... es tut mir Leid, aber wir konnten dir nichts sagen. Wir durften es einfach nicht.“, meinte er und fuhr über den Tisch, legte seine Hand auf Andreas Handrücken und strich sanft darüber. Die Frau nickte nur. „Ich möchte nur wissen, wer euch dazu überredet hat. Das war doch eine vollkommene Unverantwortung, euch einen unerfahrenen Kollegen an die Seite zu stellen.“, gab Andrea von sich und ahnte nicht, dass sich eben jene Kollegen hinter ihr aufgebaut hatten. „Das war es allerdings... wir hätten erfahrenere Kollegen als euch nehmen sollen.“, stieß Kurt erbost aus und erschrocken fuhr Andrea rum. „Müssen sie mich so erschrecken?“, stieß sie wütend aus und auch Ben war über das Benehmen der Beiden mehr als ungehalten. „Was soll das heißen?“, fauchte er und war von seinem Stuhl aufgestanden. Kurt kam mit seiner Nase dicht an die von Ben, sodass sich beide fast berührten. Ihre Blicke stachen in den anderen wie ein Messer förmlich hinein. „Das heißt, ihr Burschen habt eure Arbeit nicht ordentlich gemacht. Wir wollten Mitterand und de Ponur lebend und jetzt sind beide im Leichenschauhaus.“, fauchte er knurrend und stieß Ben von sich weg. Jetzt fuhr Kim aus ihrem Stuhl auf und stellte sich neben den jungen Hauptkommissar. „Herr Körber... sie haben uns um Amtshilfe gebeten. Wer konnte ahnen, dass meine Männer so schnell auffliegen. Wir sind uns keiner Schuld bewusst.“, zischte Kim und nahm Ben förmlich in Schutz. „Ach ja... es wird eine Untersuchung der Sachlage geben und ich hoffe für sie, dass wenigstens Robin die Sache gut überstanden hat oder sie können sich schon mal im Osten nach einer schönen Wohnung nahe der polnischen Grenze umsehen.“, stieß nun auch Axel aus.

    „Robin ist tot. Mitterands Leute haben ihn eiskalt erschossen.“, erklärte Ben mit lauter Stimme. Sofort wurde er von Axel gepackt. „Sag mir, dass das nicht wahr ist.“, fauchte er und unterschätzte den jungen Hauptkommissar. Dieser packte blitzschnell Axels Hand und drehte sie ihm schmerzvoll auf den Rücken. „Ahhhhh...“, stieß dieser aus. Kurt wollte ihm zu Hilfe kommen, doch Ben stieß Axel seinem Kollegen entgegen. „So, jetzt hört mal zu... ich war von Anfang an dagegen, dass wir diesen Einsatz machen. Nur, weil Semir euch vertraut hat, hab ich mich einverstanden erklärt. Und jetzt kommt ihr Mistkerle hier her und schiebt uns den schwarzen Peter zu. Wisst ihr was, lasst den Fall ruhig untersuchen, dann wird sich ja herausstellen, dass ihr geschlampt habt. Unsere Tarnung, die ihr uns aufgezwungen habt, war doch für den...“, Ben stockte, als sich schon die Schwestern und die Besucher der Cafeteria nach der Gruppe umdrehten. „Ihr habt den Mist verzapft, jetzt löffelt die Suppe auch gefälligst aus. Semir und ich wurden euretwegen gefoltert. Ihr habt verdammtes Glück, dass wir hier in einem Krankenhaus sind und ich noch ein wenig Kinderstube besitze.“, zischte er und hatte schon seine Hände zur Faust geballt. Axel rieb seinen schmerzenden Arm. „Unhaltbare Vorwürfe…..Robins Tarnung und auch eure waren einwandfrei. Ihr müsst euch verraten haben und damit habt ihr die gesamte Operation gefährdet…nein ihr habt sie vernichtet. Drei Jahre Arbeit…. Drei Jahre… das ist absolut unmöglich.“, stieß er wütend aus.

    Kim sah Kurt und Axel an. „Das Krankenhaus ist sicher nicht der richtige Ort, um den Fall zu diskutieren. Vor allem nicht in Gegenwart von Frau Gerkhan, die wie Sie sicher sehen können sich in anderen Umständen befindet.“, erklärte sie. „Wo ist Semir denn?“, wollte Axel wissen und sah sich um. Ben sah ihn wütend an. „Er liegt drei Etagen höher und kann seine Beine nicht mehr bewegen, weil Ponur ihn foltern musste.“, fauchte er wütend. Nun sah Axel betreten zu Boden. „Das….das wollte ich nicht…“, kam leise von ihm. „Ja sicher…. Wir haben nur eine Amtshilfe geleistet, weil man uns gebeten hat und jetzt sind wir die Dummen nicht wahr…so einfach machen wir es Ihnen nicht. Wenn …“, fauchte Ben wütend weiter. „Jäger… es ist genug…. Wir sollten wirklich Rücksicht nehmen.“, ermahnte Kim ihn und sah auf Andrea. „Ich gehe zu Semir….er wird sicher wach sein…“, erklärte Andrea und stand auf. Ben sah sie an. „Soll ich mit dir kommen?“, wollte er wissen. Andrea nickte. „Chefin… ich muss hier raus…“, erklärte Ben. Kim nickte nur. Ben stand nun ebenfalls auf und verließ mit Andrea, die er in den Arm nahm, die Cafeteria. Axel und Kurt sahen ihnen nach. „Meine Herren…ich habe die größte Lust Ihnen beide den Hals umzudrehen..“, fauchte Kim als Ben und Andrea außer Hörweite war. „Frau Krüger… wir können doch nichts für die Inkompetenz Ihrer Leute.“, widersprach Kurt. Doch damit hatte er Kim auf dem falschen Fuß erwischt. Sie atmete tief durch.

    Ben ging um den Schreibtisch herum und sah wie Semir gesagt hatte. Der PC von Semir schien sich selbständig zu machen. Ein kleines Fenster öffnete sich. „Lass die Finger vom Telefon!“ las Ben vor. „Okay….das heißt der Kerl dem wir deinen heißen Stuhl zu verdanken haben hat sich auf deinen PC eingeloggt…wie kann das denn sein?“ harkte Ben nach und sah Semir an. „Keine Ahnung… ich hab das Ding nicht angemacht…“ gab dieser zur Antwort. „Das Programm ist ein Messenger..das kenne ich…“ meinte Ben. „Ja schön..nur ist der PC neu….also muss jemand hier gewesen sein, der es installiert hat..ich war es nämlich nicht…“ Ben nickte. „Gut..ich werde zu Susanne gehen…wir brauchen Hilfe…“ erklärte er und ging zur Tür. Wieder kam eine neue Nachricht. „Niemand wird den Raum verlassen ohne dass ich es sage!“ las Semir vor. „Okay…der Typ scheint uns zu hören…das ist nicht gut…Semir…die Situation gefällt mir überhaupt nicht…“ knurrte Ben. Er sah sich um und hoffte Mikros zu sehen. „Die Kamera….vermutlich hat sie ein integriertes Mikro…“ meinte Semir nachdenklich. „Sie hat nicht nur ein Mikro sondern auch ein Lautsprecher. Ich bin von Natur aus faul…also rede ich mit euch…“ kam eine Stimme aus dem Nichts. Sie war elektronisch verzerrt und man konnte nicht sagen ob es weiblich oder männlich war. Ben sah Semir an. „Wer sind Sie?“fragte Ben. „Das tut weh….Ben….das tut sehr weh…du erkennst mich nicht?“ tadelte die Stimme. „Sagen Sie mir doch einfach Ihren Namen und schon weiß ich ob ich Sie kenne oder nicht.“ schlug er vor. Ein Lachen kam aus dem Lautsprecher. „Früher warst du nicht so lustig…aber wie dem auch sei….wir spielen jetzt ein feines Spiel…es heißt „Rette deinen Partner…“ verkündete die Stimme. „Wir wollen aber nicht spielen..“ stieß Semir aus. „OH….sind wir heute mit dem falschen Fuß zuerst aufgestanden Semir? Sonst bist du doch auch nicht so ernst…lach doch mal….immerhin sitzt du auf einen heißen Stuhl…“ verhöhnte die Stimme den türkischen Kommissaren. „Verarschen kann ich mich selbst. Wer sind Sie und was wollen Sie von uns? Erpressen lassen wir uns nicht…..also vergessen Sie es!“ fauchte Semir zurück. Ben kniete sich erneut vor Semir hin und besah sich das Etwas.

    Kim kam ebenfalls ins Büro. „Sind Semir und Ben schon da?“ wollte sie von Susanne wissen. „Ja….sind sie..im Büro.“ Bestätigte Susanne. „Fein…dann werde ich die Herren mal zu mir bitten..“ nickte Kim und öffnete die Tür zum Büro ihrer Hauptkommissare. Sie sah Ben vor Semir knien. „Was wird das denn wenn es fertig ist?“ wollte sie wissen. Die Köpfe ruckten zu ihr herum. „Ähm…Chefin…das ist nicht das wonach es ausgesehen hat…also für Sie….“ stammelte Ben. Kim nickte. „Kommen Sie Beide bitte sofort in mein Büro!“ forderte sie und wandte sich zum Gehen. „Chefin…das geht nicht...“ widersprach Semir. Kim sah ihn an. „Warum denn nicht? Sind Sie an dem neuen Stuhl angewachsen? Erheben Sie sich und kommen Sie!“ forderte Kim ihn auf. „Nein Chefin….das nicht…aber….wenn ich aufstehe, dann explodiert der Stuhl…“ stieß Semir aus. Kim erkannte am Gesichtsausdruck dass er nicht scherzte. „Okay…. Dann erklären Sie es mir bitte…“ forderte sie ihn auf. „Unter meinem Stuhl ist ein Sprengsatz angebracht…“ gab Semir bekannt. Kim schloss die Augen, holte tief Luft und sah ihn wieder an. „Wie bitte soll es dort hingekommen sein?“ fragte sie nach. „Ich weiß es nicht, aber derjenige der dahinter steckt hat Zugriff auf meinem PC und spricht auch mit uns. Er befiehlt und wir müssen tun was er verlangt…“ erklärte Semir weiter. Kim kam näher an Semir heran. „Oh….die Chefin persönlich gibt uns die Ehre…“ kam die höhnische Stimme wieder. „Wer sind Sie?“ fragte Kim. „Chefin…wir brauchen das Bombenkommando hier….“ warf Ben ein. Kim nickte. „Ich werde mich direkt drum kümmern.“ versprach sie und wollte gehen. „Nicht so schnell Kim….“ warnte die Stimme. „Was soll das? Was zum Teufel wollen Sie?“ fauchte Semir wütend. „Gut…ich werde nun die Regeln aufstellen. Außer Semir und Ben werden alle das Haus verlassen…“ forderte die Stimme. „Susanne!“ rief Kim durch die Tür. Die Sekretärin kam direkt. „Verlassen Sie bitte alle sofort das Büro!“ forderte sie die Sekretärin auf. Susanne sah sie fragend an. „Machen Sie schon!“ kam von Kim. Susanne nickte und verschwand. „Gut….. manchmal muss man als Chefin schon hart durchgreifen…“ lachte die Stimme. „Was zum Teufel wollen Sie?“ wiederholte Kim die Frage. „Gut….zunächst die Regeln!“ war die Antwort.

    Etwas verwundert sah er Ben an, der das Geräusch natürlich auch gehört hatte. Dennoch fragte er nach. „Ben…hast du das auch gehört?“ Ben nickte. „Ja… das hab ich..und es klang nicht danach, dass der Stuhl dein Gewicht nicht trägt…“ gab sein Partner zu. „Du meinst eher wie eine Bombe mit Zeitschaltuhr?“ harkte Semir nach und versteifte sich. „Wie soll die darunter gekommen sein und warum?“ wollte Ben wissen. „Keine Ahnung…aber… ich habe das Gefühl, dass es besser ist, wenn ich sitzen bleibe und nicht nachsehen…“ kam von Semir zurück. Er fuhr sich mit der Zunge über die Lippen, was er immer dann tat wenn er nervös war. Ben wollte es zwar nicht zugeben, aber er musste Semir zustimmen. Das Geräusch war nicht gerade ermutigend. „Ich sehe mal nach okay?“ schlug er vor. Semir nickte. „Aber nichts anfassen…!“ warnte er Ben. Dieser nickte und kniete sich vor Semir hin. „Fass nichts an….egal was da ist…“ wiederholte Semir. „Sicher…ich lass die Finger davon….“ bestätigte Ben. Er sah unter den Stuhl. „Oh…verdammt…“ stieß er aus. „Ist es das wofür ich es halte?“ harkte Semir nach. „Plastiksprengstoff. Mehr als nötig ist, um dich zu beseitigen….Die Uhr läuft….“ erklärte Ben nach und nach. „Dann sollten wir das Bombenkommando bestellen…“ schlug Semir vor. Er sah wie Ben zu dem Etwas unter seinem Stuhl griff. „Hey…lass die Finger davon!!“ befahl er schroff. „Schon gut…ich will nur mal gucken wohin die Kabel gehen…“ kam von Ben. „Die Anzeige steht auf 72….ich vermute Stunden…..“ murmelte Ben nachdenklich und sah nun Semir an. „Das ist nicht gut…das ist gar nicht gut…“ hängte er an. Semir nickte. Ben stand auf und griff direkt zum Telefon, doch er schaffte nicht einmal eine Nummer zu wählen, als Semir aufschrie. „BEN!! Nicht!“ stieß er aus. „was warum denn nicht?“ kam erstaunt von Ben, da Semir eben noch auf das Bombenkommando bestand. Semir wies mit dem Kopf auf seinen PC. „Sieh dir das an…“ sagte er nur.


    Der 16. Januar 2011 fing mit einem heftigen Schneesturm an. Köln lag bereits seit einigen Tagen unter einer dicken Schneedecke und anscheinend schien Frau Holle kein Einsehen mit den Menschen zu haben. Die Straßenverhältnisse waren entsprechend und viele der Kölner nutzten lieber die öffentlichen Verkehrsmittel als sich auf die Schlittenpartie mit dem Wagen einzulassen. Dennoch fuhr ein Wagen sicher durch die Straßen und hielt in einer ruhigen Nebenstraße vor einem völlig dunklen Haus an. Der Fahrer hupte doch im Haus regte sich nichts. Semir Gerkan stieg aus und ging zur Tür. Er parkte seinen Finger auf der Klingel mit dem Namen B. Jäger. „Man…ist ja gut…ich komme schon…! Hörte er seinen Partner brüllen und grinste breit. Die Tür öffnete sich und ein völlig verschlafener Ben Jäger sah seinen Dienstpartner an. „Spinnst du?“ fragte er stöhnend und gab die Tür frei. „Guten Morgen Ben…wir haben in einer Stunde Dienstbeginn und ich dachte zu diesem Anlass bringe ich dir ein paar Brötchen und Croissants mit…“ lachte Semir und drängte sich an Ben vorbei in die Wohnung. Er warf die Kaffeemaschine an und Ben ein Handtuch zu. „Die Dusche wirst du sicher auch in deinem Zustand finden. Muss ja ne tolle Party gewesen sein...“ lachte Semir und sah sich das Chaos in der Wohnung an. Ein ziemliches Durcheinander bot ihm in dem Apartment. Überall lagen Kleidungsstücke auf dem Boden und an der Lampe hing sogar eine Socke. „ist die getragen?“ harkte Semir grinsend nach und hielt die Socke mit zwei Fingern von sich weg. „Was denn für ne Party….und nein… sie ist sauber….“ knurrte Ben. „Du hast nicht gefeiert?“ harkte Semir nach. „Nein…meine Putzfrau ist krank und ich hab angefangen aufzuräumen..das ist alles…“ gab Ben zurück. Semir sah sich erneut um und schüttelte den Kopf. „Ah..ja….“ murmelte er. Ben stellte sich unter die Dusche und kam munter heraus. „so…der Kaffee ist fertig…und der Tisch gedeckt..“ verkündete Semir. Ben setzte sich und genoss das Frühstück was sein Partner ihm zubereitet hatte. „Könntest du das jeden Morgen machen?“ bat Ben. „klar doch….um fünf in der Frühe.“ Stimmte Semir zu. „Nee…lass…das ist ja mitten in der Nacht…“ stöhnte Ben und biss in sein Brötchen. Nach einer viertel Stunde stand Semir auf. „So…auf geht es..unser neues Büro wartet…“ drängte er zum Aufbruch. Ben nickte, griff noch ein Hörnchen und verschwand mit Semir aus dem Haus. Dann ging es endlich zur PAST. „Hoffe nur es steht alles wenn wir kommen…“meinte Ben kauend als er im BMW saß. „Das wird es.. es sei denn Hotte und Dieter bauen die Möbel auf…dann warten wir noch zwei Jahre...“ lachte Semir und dachte an eine Sache als er noch mit Jan Richter Dienst schob.

    Sie kamen wenig später auf dem Parkplatz der PAST an. Ben quälte sich aus dem Wagen und reckte sich ausgiebig. „Mensch..ich brauche dringend Schlaf. Ich bin völlig erledigt…“ stöhnte er. Semir grinste nur. „Wie schafft Andrea das eigentlich? Ich meine Haushalt...die Kinder…dich..“ wollte er wissen. Semir sah ihn an. „Das fragst du sie am besten selbst…“ lachte er nur. Sie betraten das Büro wo Susanne, Dieter und Hotte bereits an ihren neuen Möbeln saßen. „Sieh dir das an…sieht das nicht klasse aus….der Stuhl..ist so bequem..die Lehne ist endlich mal auch für meinen Körperbau geeignet…“ kam von Dieter und er wippte mit dem Stuhl hin und her. „Oh…ja…. Das tut meinen alten Knochen richtig gut..“ stöhnte Hotte auf. Auch er lehnte sich zurück. Der Stuhl knarzte leicht. „Guten Morgen Jungs…Morgen Susanne…“ begrüßte Semir die Drei. Susanne hob den Schlüssel hoch. Sofort griff Ben danach und lachte Semir an. „Die letzten Griffe sind gerade fertig. Ihr seid die Ersten, die es sehen...“ verkündete sie. Ben schloss die Tür auf und sah hinein. „Whow!!!“ stieß er aus. Das Büro war moderner eingerichtet und die Wände trugen statt des üblichen Grau einen sanften Blauton mit einigen silberfarbenen Tupfern. „Na das nenne ich neu…Ich sitze hier!“ lachte Ben und setzte sich an den Tisch wo sonst Semir gesessen hatte. „Hey…das ist mein Platz!“ mokierte dieser sofort auf. „Nee…alles neu…auch die Plätze…“ widersprach Ben und legte seine Füße auf den Schreibtisch. Semir nickte. „Also gut…dann sitze ich hier auf der Sonnenseite des Büros. Vor allem liegt jetzt kein Müll von dir rum…“ grinste Semir und sah sich die Gerätschaften an. „Na…das nenne ich aber Komfort…ich habe sogar eine Kamera..“ lachte er und ließ sich auf seinen Stuhl sinken. Kurz darauf war ein leises klicken zu hören, welches in ein Sirren und leisen Piepton verwandelte. Dieses Geräusch hörte er nicht zum ersten Mal.