Beiträge von Elvira

    Herzberger und Bonrath sahen Kim Krüger an. „Frau Krüger…das ist der junge Mann, dem wir geholfen haben….er heißt Jacob Bonners….aber er sagt nichts..“ stöhnte Hotte. Kim sah durch das Fenster in den Verhörraum. Der junge Mann saß mit erhobenem Haupt am Tisch und hatte die Arme verschränkt. „Ich werde mich mit ihm unterhalten…“ sagte sie und ging in den Raum. „Viel Erfolg…“ stöhnte Bonrath. Kim sah den jungen Mann an. „Herr Bonners…wo ist Ben Jäger und Semir Gerkan?“ fragte sie direkt. Jacob sah sie an. „Woher soll ich das wissen?“ stellte er die Gegenfrage. „Weil Sie es waren, der Ben entführt hat…also wo ist er?“ wiederholte Kim. Doch von Jacob kam nichts. „Also gut…wenn Sie nicht reden wollen, werden Sie wegen zweifachen Mordes ins Gefängnis gehen..“ meinte sie und richtete sich wieder auf. Jacob lachte leise. „Das werde ich sicher nicht…Luna beschützt mich. Er ist mein Vater….mein wahrer Vater….er gibt mir das, was mein irdischer Vater nicht geben konnte….“ Fauchte er leise. Kim sah ihn an. „Sie glauben an diesen Mist der Sekte? Was sagt Ihr Vater dazu? Ich meine Michael Bonners?“ harkte sie nach. Jacob lachte erneut. „Er sagt nichts…warum auch….ich habe ihn den Weg erleichtert…er wird vermutlich längst das Zeitliche gesegnet haben. Diese irdische Schwäche ist ihm zum Verhängnis geworden…“ Kim schluckte. „Sie wollen ihren leiblichen Vater umbringen?“ kam die nächste Frage. „Ich…nein….wie kommen Sie darauf…ich töte niemanden….er wird es selbst tun, sobald er seine Lieblingspralinen isst, die ich ihm geschenkt habe…“ kam von Jacob. Kim verließ den Raum und ging zu Bonrath und Herzberger. „Fahren Sie sofort zu Michael Bonners…sein Sohn wollte ihn vergiften…ich hoffe nur Sie kommen zeitig..“ befahl sie und schon waren die Polizisten verschwunden. Sie ging zurück zu Jacob. „Ich wünsche mir für Sie, dass ihr Vater einmal widerstehen kann..“ sagte sie nur. „Das wird er nicht. Er ist schwach….ein Krüppel…der sich nicht wehren kann und der Tod eine Erlösung ist…“ meinte Jacob nur. „Noch einmal…wo sind meine Kollegen?“ wiederholte Kim die Frage. Doch Jacob schwieg.

    Semir sah Helene an. „Was soll der Mist?“ fragte er. „Das ist kein Mist. Ben wird für das was er meinem Exmann angetan hat büßen. Er ist schuld daran, dass meine Ehe zerbrochen ist….wenn Michael nicht im Rollstuhl gelandet wäre, dann hätte wir noch mehr Kinder…..so blieb es nur bei Zwei….ich wollte vier bis sechs Kinder haben….aber die Männlichkeit von Michael schien durch den Unfall auf null gefallen zu sein. Dafür wird Ben büßen….und er hat meinen Kindern den Vater genommen. Dafür wird er büßen. Was Sie dort sehen, ist die Vorzeremonie. Die Hingabe an Luna, vertreten durch den Priester, der für Luna den Akt durchführt.“ Erklärte sie. „Er nutzt seine Stellung aus um Sex zu bekommen, das ist alles! Wie oft wird so eine Zeremonie gemacht?“ harkte Semir nach. Er musste versuchen Misstrauen zu säen. „Alle drei Wochen wählen wir eine Jungfrau die zur Dienerin von Luna geweiht wird. Aber dieses Ritual was dort mit Ariane gemacht wird nur einmal im Jahr. Damit ist das was Sie sagen absolut gelogen. Sie können mir meinen Glauben nicht nehmen..“ lachte sie leise. Semir sah wie Ben vom Altar getragen wurde. „Wo bringen Sie ihn hin?“ wollte er wissen. „In seine Kammer… dort wo er die Buße tun wird, die er machen muss um morgen dem höchsten Gott den wir anbeten und Luna nennen geopfert werden zu können. Heute war er dabei wie die neue Hohepriesterin geweiht wurde….nun ist sein Ende gekommen… Aber das werden Sie morgen selbst sehen…Sie sind sozusagen der Zeuge für die Opferung. Eine hohe Ehre.“ erklärte Helene. „Lassen Sie mich zu meinem Kollegen…!“ forderte Semir. „Nein..ich denke es ist besser, wenn Sie nicht zu ihm gehen und diesen kleinen Freund, den Sie eben nutzen wollten nehme ich lieber an mich. Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht…“ lächelte Helene, hob die kleine Waffe auf und wollte den Raum verlassen.“Hey…warten Sie…ist es bei Ihnen nicht auch üblich, dass der zum Tode verurteilte einen letzten Wunsch hat, der erfüllt werden muss? Ist Luna nicht so gnädig und gewährt alles?“ hielt Semir sie zurück. Helene sah ihn an. Sie lachte laut. „nein….Luna ist nicht gnädig… er verzeiht keine Fehler und keine Schwächen..“ stellte sie richtig.

    Ariane sah kurz zu Semir Gerkan, der wie gebannt an den Gitterstangen stand. Sie ging die drei Stufen zum Altar hoch und legte die Patene vor dem Altar. „Und ich bekenne mich zu einer Taufe der Weisheit, durch die wir das Wunder der Fleischwerdung vollenden. Ich bekenne mich dass mein Leben eines unteilbar und ewig ist, das war, ist und sein wird…“ sagte sie laut und vernehmlich. Ariane nahm die Patene erneut hoch und küsste ihn. Dann hielt sie ihn hoch und verbeugte sich. Sie stieg die Treppen wieder runter, und ging in Schlangenlinien dreieinhalb Mal um den Altar. Der Priester stieg nun die Treppen hoch und hält den Speer erhoben. Der zweite Priester brachte die Krone zum Altar. Sie war ein wunderschönes Ding mit unglaublichem Wert. Besetzt mit Diamanten und Juwelen, dass es nur so glitzerte. Doch Ariane erkannte den Wert nicht. Geld war ihr nicht wichtig. Der Glaube war es und dem gab sie sich nun voll hin. Ariane ging zu dem Priester mit dem Speer und sah ihn an. „Sei die Schlange deine Krone…o du Priester des Herrn…“ hauchte sie ihm zu. Sie nahm den Speer zwischen ihre offenen Hände und ließ sie elfmal sehr zart an seinem Schaft auf und abgleiten. Noch trug sie den Schleier der ihr Gesicht verhüllte. Der Priester sah sie an und dann ging sein Blick zu der Götzengestalt die über alle hervorragte. „Dich…den wir anbeten rufen wir an….bei der Kraft des erhobenen Speeres…“ rief er voller Inbrunst. Musik erklang und der Priester stieg zu Ariane herab. Er nahm sie auf den Arm und trug sie zum Altar. Helene nahm das Buch der Gesetzte und hielt es offen über ihre Brust. Sie bildete mit Daumen und Zeigefinger ein absteigendes Dreieck. Der zweite Priester nahm den Wasserkrug und besprengte Ariane mit dem geweihten Wasser. Dabei machte er fünf Kreuze über die Stirn, den Schultern und den Schenkeln. „0 Kreis der Sterne…von dem unser Vater nur der jüngere Bruder ist..“ fing er an zu sagen. Ariane entkleidete sich langsam. „…aber mich lieben, ist besser als alles. Zumindest du nun in der Wüste unter den Sternen der Nacht vor mir meinem Weihrauch an, rufst du mich mit reinem Herzen….das Schlangenfeuer darin, dann sollst du ein Weilchen an meinen Brüsten ruhen. Für einen Kuss nur willst du dann alles geben…Bleich oder purpurn, verhüllt oder lüstern, ich alle Wonne und Purpur, Berauschung des innersten Sinnes, begehre euch….der nachte Glanz bin ich des wollüstigen Himmels der Nacht. Zu mir!! Zu Mir…“ rief der Priester und streichelte Arianes nackten Körper.

    Semir sah wie gebannt auf die Zeremonie die dort ablief. Er sah wie der Priester mit Ariane den Geschlechtsakt vollzog. Das Stöhnen erfüllte den ganzen Raum. Und nun schien aus wieder Leben in Ben zu kommen. Er hob seinen Kopf. „BEN!“schrie Semir erneut. „Semir? Wo wo….bist du…hilf mir..“ hörte er kläglich von seinem Freund. „du kannst ihm nicht helfen…“ ertönte neben Semir die Stimme einer zweiten Frau. Semir erkannte sie als die zweite Frau, die ihm die Gerte auf die Finger geschlagen hatte. „Das ist doch Wahnsinn! Hört auf damit!!“ versuchte er verzweifelt. „Halt den Mund, Ungläubiger…du darfst nicht reden…du darfst nur zusehen. Denn in zwei Stunden wirst auch du geopfert werden..“ fauchte die Frau ihn an. Semir schwieg tatsächlich. Was sollte er auch gegen diesen Wahn tun. Diese Gruppe schien völlig verrückt zu sein. Semir schlug wütend gegen das Gitter. „Ich bekomme euch alle…das schwöre ich ...“ fauchte er wütend. Ein kleines Lächeln ging über das Gesicht der Frau. „Du wirst genau wie Ben Jäger sterben, denn du hast dich gegen unsere Herrin gestellt. Das wird immer mit der Todesstrafe geahndet. Du kannst dir nicht einmal einen Anwalt holen…wie es in eurer erbärmlichen Welt üblich ist. Damals als meine Ehe auf dem Spiel stand wurde auch keiner tätig. Hier in dieser Gruppe finde ich die Erlösung….Ariane wird Ben Jäger töten und unsere Seelen damit befreien..“ erklärte die Frau. „Sie sind Helene Bonners? Warum können Sie nicht einsehen, dass es ein Unfall war….“ wollte Semir wissen. Immer wieder ging der Blick zu dem Geschehen auf dem Altar. Ariane und der Priester schienen voll mit sich beschäftigt zu sein und auch Helene konzentrierte sich nur auf das was dort geschah. Semir musste etwas tun….bevor diese Typen wieder zur Vernunft kamen und Ben töteten. Er zog langsam die kleine Waffe die Hartmut ihm gegeben hatte hervor. Nun musste er nur auf den richtigen Augenblick warten. Doch er hatte nicht mit der Wachsamkeit der Anderen gerechnet. Bevor er die Waffe richtig packen konnte griff eine Hand sein Gelenk und drehte es schmerzhaft um. Semir schrie auf. Helene sah ihn mit einem zu einer grausamen Grimasse geschnittenem Gesicht an und drückte den Arm um das Gitter. Semir verlor die Waffe. Sie schlidderte ein kleines Stück über den Boden. „Niemand wird die Zeremonie verhindern...“ fauchte sie ihn an und ließ ihn los. Semir wich etwas zurück und rieb sich den schmerzenden Arm.

    ups.....da hat Ben sich den Freiflug geangelt..gönnte er ihn Semir nicht? Muss der sich denn immer vordrängeln...ne ne....die Tragfläche des Helis hat mich etwas irritiert, aber jetzt weiß ich du meinst die Kabine....lol immer diese Verwirrungen...klasse geschrieben.....aber was passiert nun...Brenner hat keien Waffe mehr, Semir ist gefesselt....und der Pilot ist ja auch noch da...

    Sorry Chris...bin so im Stress, dass ich das Feeden vergesse....also.....1. Klasse geschrieben wie immer....Das Abendessen war super..nur wie soll man als berufstätige ohne Frühstück auskommen? Das geht nicht. Ich finde du könntest ruhig morgens was einstellen...udn mittags...udn Abends...ach ja.... die Zwischenmahlzeiten nicht vergessen....;)

    Bin ja mal gespannt wer den Freiflug genießen darf. Kim oder Semir? Oder beide? Oder vieleicht gerät Ben ja auch noch als Pilot in die Fänge von dem Brenner....das wäre es doch...alle drei Freiflug 1. Klasse....bitte Anschnallen....

    ...und dann schießt ihr einfach so Semir nieder.

    aber Elina...wir haben doch nichts gemacht....wir berichten nur....;)

    Du glaubst gar nicht wie grausam das ist, direkt von der Front zu berichten...man und Frau muss aufpassen nicht selbst getroffen zu werden.... :D:D:D:D aber wir machen das gern für euch...

    Auch Ben sah zu der kleinen Gruppe. David hatte ihn zwar los gelassen und er stand nun allein am Fenster. Aber den Waffenlauf hatte er immer noch im Rücken. Er hörte, wie David hantierte und plötzlich legte sich ein Seil um seinen Hals. Ben bekam Panik, doch er bewegte sich nicht. Er sah wie David das andere Ende des Seils nahm und an der in der Wand eingelassenen Stange wickelte. Er zerrte kurz daran. Sofort spürte Ben den Druck auf seinem Kehlkopf. David hielt das Ende des Seils fest. „So... wenn die mich erschießen, dann lynchen die dich direkt mit...ist das genial?“, lachte er irre. „Sie sind wahnsinnig.“, stieß Ben aus. David zog am Seil, sofort röchelte Ben und bekam kaum noch Luft. „Sehen sie das wirklich so?“, fauchte der Mann und lehnte mit seinem Kopf auf Bens Schulter. Ben lief rot an und die Luft wurde ihm knapp. David schien Spaß daran zu haben, das Seil fester und fester um Bens Hals zu ziehen. „Hören... Hören... sie... auf.“, röchelte Ben und keuchte nur noch. „Warum sollte ich das? Ich habe zwei Morde auf meine Schultern geladen. Glauben sie, ich habe Angst vor einem weiteren? Ihre Kollegen da draußen werden auf mich so oder so schießen.“, stieß er aus und sah Ben an, hielt aber immer noch das Seil straff und fest in seiner Hand. Wieder und wieder spürte Ben die Festigkeit des Seils um seinen Hals. „Bitte... bitte... Lassen... sie mich...“, flehte Ben und dann ließ wirklich der Druck nach. David hatte das Seil losgelassen und wie ein nasser Sack fiel der junge Hauptkommissar zu Boden. Röchelnd und hustend schnappte er nach Luft. Seine Hände waren noch immer auf den Rücken gefesselt. Er konnte sich nicht an den Hals fassen. Es schmerzte so, seine ganze Lunge, sein ganzer Körper japste nach Luft. „Und, willst du noch mal?“, fauchte David und zog Ben wieder auf. „Bleib hier stehen oder ich knall dich nieder.“, zischte er.

    Thorsten, Semir und Lukas standen vor einem Haufen Holzscheite und beobachteten das Haus. „Was machen wir jetzt? Wenn wir hier weiter nur rum stehen, dann wird er irgendwann durchdrehen und Ben töten.“, meinte Semir und sah sich um. Noch immer war vom SEK nix zu sehen. „Wir sollten ihn nach seinen Forderungen fragen.“, meinte Lukas und sah zu Thorsten und Semir. Dieser stimmte zu, sah sich aber um. Da entdeckte er auf dem Nachbargrundstück ein altes Ruderboot. Da kam ihm auch gleich eine Idee. „Ich hab’s.“, meinte er und sah seine Kollegen an. „Was hast du vor?“, fragte Thorsten. „Passt auf... ich will ihn überraschen. Aber dafür müsst ihr ihn ablenken.“, meinte Semir. „Nochmals... was hast du vor?“, fragte Thorsten und sah, wie Semir zu grinsen begann. „Seht ihr den Kahn da drüben?“, wollte der Deutschtürke wissen. Thorsten und Lukas sahen sich um und erblickten den Kahn. „Okay und was willst du damit machen?“, fragte Lukas nun. „Ich werde mich mit Hilfe dieses Wasserfahrzeugs hinter das Haus begeben, mich rein schleichen und David so überwältigen, bevor er Ben was tun kann.“, schlug Semir vor. Die beiden Kripobeamten sahen sich abwartend an. „Gut, wir werden ihn ablenken. Aber Semir... pass auf dich auf, Junge.“, meinte Thorsten nur. Semir nickte und flitze wie ein Wiesel hinter dem Haufen hervor, hechtete über den nicht sehr hohen Gartenzaun zu den Nachbarn und schlich, außer Sichtweite bleibend, zum Wasser runter.

    „DAVID BREHMER, HIER IST OBERKOMMISSAR EHRENBERG. HÖREN SIE, WAS SIND IHRE FORDERUNGEN?“, wollte Thorsten wissen und wartete ab, blickte dabei immer wieder zum Fenster. David warf nur einen kurzen Blick raus und entdeckte einen Mann, der mit einem Megafon neben den Holzansammlungen stand und auf eine Antwort wartete. „ICH WILL FREIEN ABZUG. ICH WILL EIN BOOT HIER HABEN, MIT DEM ICH UND MEINE GEISEL VERSCHWINDEN KÖNNEN. SIE KRIEGEN IHREN KOLLEGEN WIEDER, WENN ICH MIR SICHER BIN, DASS MIR KEINER FOLGT.“, schrie David zurück. Thorsten überlegte, was er nun antworten könnte. Er sah zu seinem Kollegen. „Geh darauf ein, aber verschaff dir Zeit. Semir ist sicher gleich hinter dem Haus und das SEK ist bestimmt auch gleich da.“, meinte Lukas und hielt sich versteckt. Thorsten nickte. Es war die einzige Chance, die sie hatten. „OKAY DAVID, SIE KRIEGEN, WAS SIE WOLLEN. ABER WIR BRAUCHEN ZEIT, DAS ALLES ZU ORGANISIEREN.“, rief er zurück. „SIE HABEN EINE STUNDE. DANACH ERSCHIEßE ICH IHN.“, schrie David und presste wieder den Waffenlauf an Bens Hals, wo auch das Seil deutlich zu sehen war, jedenfalls durch das Fernglas. „Verdammt, er ist wahnsinnig geworden. Ich hoffe nur, dass Semir es schafft.“, knurrte Thorsten und griff zu seinem Handy, veranlasste das nötigste.

    Semir war inzwischen am Ruderboot angekommen, löste die Verankerung und ruderte vorsichtig und geräuschlos zum Nachbargrundstück zurück, griff nach dem Steg, der dort war und vertaute die kleine Nussschale wieder. Leise schlich er mit gezogener Waffe die Treppen zum Haus hinauf, fasste an die Hintertür. Sie war nicht verschlossen. Langsam glitt er durch den kurzen Spalt und schlich vorsichtig weiter. Er sah sich um. Niemand war zu sehen und scheinbar hatte David Brehmer es nicht gehört. So dachte er wenigstens. Vorsichtig steig er die Treppen hoch. Er hoffte inständig dass keine der Stufen knarrte. Und tatsächlich kam er fast lautlos im 1. Obergeschoss. Er sah sich in den Räumen um und sah aus einem der Fenster um sich einen Überblick zu verschaffen. Er müsste jetzt direkt unter Ben und David sein. Also nur noch ein paar Stufen. Semir verließ den Raum und ging zur Treppe zurück. Doch nun schlug das Schicksal zu. Denn der Zufall wollte das genau zu diesem Augenblick David am Treppenabsatz erschien. Er sah den Schatten und als Semir sich gerade daran machte sie zu erklimmen schoss David. Semir spürte den Einschlag der Kugel in der linken Seite. Er starrte David erschrocken an und sackte wie in Zeitlupe zusammen.

    Ben hob mühsam den Kopf als er spürte dass jemand auf ihn zutrat. „Ariane bitte…“ stöhnte er leise. Doch es war sinnlos. Er spürte wie die Person, die er wegen den völlig zugeschwollenen Augen nicht erkennen konnte einen Becher an seine Lippen hielt. „Trinke!“ befahl die Stimme. Es war nicht Ariane. Er hob vorsichtig die freie Hand und trank das köstliche Nass. Nur wenig später fühlte er sich völlig leicht. Kein Schmerz war mehr zu spüren. Er lachte sogar leise und bekam nicht mit wie der Mann den Raum verließ. Ben legte sich bequem hin und schlief einfach ein. Seit vielen Tagen hatte er mal keine Schmerzen…sogar der Hunger verschwand. Er sah sich auf einer weiten Wiese laufen an denen Schnitzel, gebratene Hähnchen und Schinken an den Bäumen hing und er nur zugreifen musste. Er ging diese Wiese entlang und traf auf eine Mauer, die aus feinster Schokolade war. Der Fluss dahinter schien aus Limonade zu bestehen. Whow…dachte er nur und fing an zu essen. Er nahm von der Mauer ein Stück und sprang an den Bäumen hoch um sich ein gebratenes Hähnchen zu schnappen. Selbst die Vögel schienen zum Verzehr fertig zu sein. Ben glaubte seinen Augen nicht zu trauen, als eine gebratene Ente auf ihn zu watschelte. Er spürte nicht wie seine Fesseln fielen und er aus dem Raum getragen wurde. Er fühlte sich leicht und völlig gelöst. Er aß hier ein Stück Schokolade und trank ein Glas der köstlichsten Limonade die er kannte. Immer wieder griff er zu. Es war als müsste er was aufholen. „BEN!!!“ schrie irgendjemand doch er konnte die Stimme nicht einordnen. Irgendwie passte sie nicht hier her. Ben sah sich suchend um ob er die Person die seinen Namen rief ausmachen konnte, doch nichts…hier war nur er und das war gut so…er musste nicht teilen. Alles was er hier sah gehörte ihm.

    Semir rüttelte an der Käfigtür als er sah wie Ben auf einen Stein gelegt und die Arme und Beine gefesselt wurden. „BEN!!“ schrie er verzweifelt. Doch sein Partner und Freund reagierte nicht. Semir sah das Gesicht nur von weitem aber es sah grausam aus. „BEN!!“ wiederholte er. „Sei still Ungläubiger!!“ fauchte ihn eine Frau in einer weißen Kutte an. Semir sah sie an. „Was haben Sie mit ihm gemacht?“ wollte er wissen. „Er wurde gereinigt….für die Opferung ist es wichtig, dass er Buße tut..und das hat er getan. Nun ist er bereits als Opfer in Lunas Dienste zu treten…“ erklärte die Frau. Semir schüttelte den Kopf. Soviel Dummheit konnte es doch gar nicht geben…dachte er nur. Er sah einen Mann in den Raum treten, wo sein Käfig stand. Keines Blickes würdigend ging dieser am Käfig vorbei. Semir bemerkte, dass er ein Speer trug. Hinter ihm kam Ariane, die er nun kannte in einer weißen durchsichtigen Kutte mit blauen und goldenen Streifen. Sie trug ein kleines Schwert mit einem roten Gürtel. In einer Hand trug sie einen kelchartigen Gegenstand sowie eine Schale mit, so schien es Semir, Hostien…kleine Brotplättchen die er im Gottesdienst schon mal gesehen hatte. ein weiterer Mann folgte. Dieser trug eine gelbe Kutte mit weißer Kapuze. Dieser trug ein Buch und eine Krone. Hinter ihm kamen zwei Kinder. Eines war ganz in weiß gekleidet, trug einen Wasserkrug und das zweite trug schwarze Kleidung und hatte ein Weihrauchbecker mit dem dazu gehörenden Weihrauch. Der zweite Mann ging zu der Tür und öffnete sie. Es traten einige Personen ein, die einen Halbkreis um den Altar bildeten. Sie knieten alle nieder und sahen zu Boden. „Tu was du willst…sein dein ganzes Gesetz. Ich verkünde das Gesetz von Licht, Leben und Liebe. Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen…“ verkündete der Mann. Die knienden Menschen sahen kurz auf. „Ich glaube an einem geheimen unnahbaren Herrn und an einem Stern in der Schar der Sterne, aus dessen Feuer wir erschaffen sind und zudem wir zurückkehren werden. Und ich glaube an einem Vater des Lebens…“ hörte Semir heraus.

    So hier das erwünschte Abendessen....aber dann bitte auch Abendfeeds.... :D

    Hartmut kam durch den langen Gang an die nächste Tür und öffnete sie. Er fand sich kurz darauf in einem Waldstück wieder. „Frau Krüger....das Haus ist lediglich ein Durchgang. Ich stehe jetzt gerade in einem Wald. Allerdings bekomme ich kein Signal von dem Sender. Ich laufe jetzt weiter zur Straße und melde mich wenn ich sie erreicht habe..“ gab er durch. „Danke...Hartmut verstanden..“ antwortete Kim Krüger. „Ich bin jetzt an de Straße.....sie liegt nur zwei Minuten von dem Ausgang weg. Landstraße.....die B 57. Nur das war es dann auch. Scheinbar hat hier ein Auto gestanden. Nur ob es das Auto ist mit dem Semir weiter weg gebracht wurde, kann ich nicht sagen.“ Kam kurz darauf der nächste Funkspruch von ihm. „Ich hole Sie ab...wir müssen uns etwas Andres überlegen..“ stöhnte Kim. „Danke...ich warte hier....oder ich komme durch das Haus zurück...“ schlug Hartmut vor. „Nein... ich hole Sie ab...bin gleich bei Ihnen...“ widersprach Kim sofort. Nur wenige Minuten später saß Hartmut wieder in ihrem kleinen Wagen. „Tut mir Leid...aber das war ein dämlicher Trick...diese Kerle scheinen wirklich mit allen Wassern gewaschen zu sein...“ knurrte Hartmut. „Ist ja nicht Ihr Fehler. Ich hätte Semir verbieten sollen auf diesen Vorschlag einzugehen. Dann wäre er wenigstens hier...ich hoffe nur Herzberger und Bonrath sind erfolgreicher...“ gab Kim zu und fuhr wieder zur PAST. Sie kamen nur eine halbe Stunde später auf dem Parkplatz an. „Versuchen Sie Semirs Handy zu orten.....“ befahl Kim. Hartmut nickte und machte sich an die Arbeit. Kim betrat die PAST und sah den leeren Platz von Susanne. Sie griff zum Hörer und wählte das Krankenhaus an. „Kim Krüger...Kripo Autobahn. Ich wollte mich nach dem Gesundheitszustand von Susanne König informieren..“ erklärte sie den Grund ihres Anrufes. „Ich verbinde Sie...einen Augenblick bitte..“ kam die freundliche Ansage.

    Dieter sah Hotte an. „Das ist doch der junge Mann...dem wir geholfen haben…“ stieß er aus. Hotte nickte. „Ja und er wird mir gleich sagen wo er Ben hingebracht hat. Stell dich quer und brems ihn aus...“ befahl er. Dieter nickte, gab Gas und fuhr an dem Wagen vorbei. Dann stellte er sich quer. Der Fahrer bremste erschrocken ab und kam kurz vor dem Wagen von den Polizisten zum stehen. Dieter und Hotte stiegen aus. Sie hatten beide die Waffen gezogen und bevor der Mann im anderen Wagen reagieren konnte, zogen sie ihn aus den Wagen raus. „So...wo ist unser Kollege?“ fauchte Dieter. „Was wollen Sie?“ kam von dem Mann zurück. „Sie sind doch der arme Student, der vor kurzem eine Kiste mit Büchern schleppen musste...und wir wissen, dass unser Kollege darin war...wo ist er?“ wiederholte Hotte nun. „Ich habe keine Ahnung was Sie von mir wollen!“ widersprach der Mann. „Wollen wir doch mal sehen, wie Sie heißen..“ knurrte Dieter und zog die Brieftasche des Mannes hervor. „Ah...Jacob Bonners......das ist ja interessant...Ihr Vater ist nicht zufällig Michael Bonners oder?“ wollte er wissen. „Und was wenn? Ist der Name verboten?“ fragte nun Jacob nach. „Das nicht...aber eine Entführung ist verboten...wo hast du unseren Kollegen hingebracht?“ wiederholte Hotte erneut. Jacob Bonners grinste leicht. „Selbst wenn ich es verraten würde, ihr kommt zu spät...Ben Jäger ist schon so gut wie tot. In weniger als vier Stunden wird er Luna geopfert und hebt meine Schwester in den Stand der Hohen Priesterin...“ lachte er nur. Hotte sah Dieter an. „Herr Bonners ... Sie stehen in Verdacht an der Entführung von Ben Jäger mitgewirkt zu haben. Wir nehmen Sie deshalb in Gewahrsam. Wir machen Sie darauf aufmerksam...“ zog Dieter die Leier mit den Vorschriften über Rechte und Pflichten des Verhafteten ab.

    Stimmt die Länge des TEils war gut..und damit wir uns daran gewöhnen, denke ich sollte es ein Abendessen geben..und zwar in der gleichen Länge....


    Klasse Teil. Der Plan den Kim hatte, kann sie nun ja wohl knicken....mei der Brenner ist aber auch gemein.....bin gespannt wie es weiter geht..also ABendessen...und Nachtnahl?

    Hartmut sah auf den Empfänger. „Verdammt...das Signal....die müssen in dem Haus Bleiwände haben. Ich hab keinen Empfang mehr...“ stieß er aus. „Was?“ fragte sie erschrocken. „Ich hab kein Signal mehr...“ wiederholte Hartmut. Kim griff zum Funk und rief das SEK an. „Einsatz...sofort...das Haus steht etwa 300 m von der Ausfahrt Kerpen-Sinndorf. Zielperson ist nicht mehr zu empfangen!!“ gab sie durch. Nur wenige Augenblicke später trafen die Wagen der Spezialeinheit ein. „Wir werden stürmen!“ gab Kim bekannt als der Einsatzleiter zu ihr kam. Dieser nickte und teilte die Männer ein. Dann ging es los. Mit viel Gebrüll wurde das Haus gestürmt, doch niemand war im Haus. Als die Truppe herauskam und Kim berichtet wurde, dass man lediglich einen weiteren Ausgang gefunden hatte sah sie Hartmut an. „Verdammt...das war eine Finte....wir wissen nicht wie weit die schon wieder sind....“ stieß sie aus. „Frau Krüger....der Empfang wird sich wieder einstellen wenn wir dem Weg folgen....ich gehe durch den Gang und sage Ihnen dann wo die nächste Straße ist...dann können wir ihn wieder finden..“ schlug Hartmut vor. Kim nickte. „Das wäre die einzige Möglichkeit...“ gab sie zu und grünes Licht. Hartmut nahm sich ein Funkgerät mit und das Empfangsgerät. „Ich hoffe Sie sind schnell genug am Platz wo ich rauskomme..“ meinte Hartmut. „Das werde ich..“ versprach Kim. Sie sah dem Techniker nach als er im Haus verschwand. „Hoffentlich finden wir Semir wieder...“ gab sie leise von sich. „Frau Krüger...können wir noch etwas für Sie tun?“ wollte der Einsatzleiter wissen .Kim sah ihn an. „Beten Sie für meine Kollegen.....dafür dass wir sie schnell finden..“ sagte sie entschlossen. Sie stieg in den Wagen und wartete auf Hartmuts Funkspruch.

    Die Fahrt ging für Semir zu Ende. „So....wir sind da. Ich bitte Sie die Brille noch aufzulassen bis ich Ihnen erlaube sie abzunehmen....“ bat der Mann ihn. Semir nickte nur. Er hatte eh die Orientierung verloren und hoffe nur, dass Hartmut und Kim das Signal des kleinen Senders auffangen konnte und bereits in Reichweite stand. Denn Semir hatte natürlich erkannt das er einen Sender bei sich trug. Nur so war machbar, dass sie Ben in Sicherheit bringen konnten. Wieder wurde die Tür geöffnet und Semir durch ein Gebäude geführt. Semir wurde regelrecht sanft durch einige Räume gebracht und dann aufgefordert stehen zu bleiben. Kurz darauf hörte er wie eine Tür ins Schloss fiel. Es hörte sich nach Metall an. „Sie dürfen die Brille nun abnehmen..“ kam der Befehl. Semir tat es und sah sich um. Er befand sich in einem Käfig. „Was zum Teufel soll das?“ fauchte er wütend. Doch der Mann war verschwunden. „HEY!!!“ schrie Semir und rüttelte an der Tür. Doch es kam niemand. Die Zeit verging und Semir holte sein Handy heraus. Er schaltete an und sah nur, dass er kein Empfang hatte. „Das kannst du dir sparen Semir... Man hätte es dir längst abgenommen, wenn du damit Hilfe hättest holen können....du warst böse...weißt du das eigentlich?“ wollte die jüngere Frau wissen. Semir sah nicht ihr Gesicht, aber er kannte diese Stimme. „Was wollen Sie, Ariane? Wo ist Ben?“ fragte er fordernd. „Du bist ungehorsam....die Bombe sollte dich bis zum Ende meiner Zeremonie auf dem Stuhl halten, aber du hast mich gelinkt....das muss bestraft werden. Niemand stellt sich gegen die Hohepriesterin von Luna...“ kam als Antwort ohne auf die Fragen einzugehen. „Das ist mir ziemlich egal...ich will zu Ben!“ fauchte Semir und griff durch das Gitter. Die junge Frau zuckte zurück. Die ältere Frau holte aus und traf mit einer kleinen Gerte die Hand von Semir die dieser mit einem leisen Aufschrei zurück zog. „Niemand berührt die Hohe Priesterin..“ erklärte sie. Semir rieb sich den Handrücken. Eine leichte rötliche Strieme zeigte sich.

    Kim sah Hartmut an. „Hat es geklappt?“ wollte sie wissen „Ja natürlich...in der Waffe ist ein Minisender. Er fällt nicht auf und beeinträchtigt die Waffe nicht, nur ist die Reichweite nicht besonders gut...wir sollten uns auf den Weg machen und uns ranhängen...“ erklärte er als Semir in den Wagen des Unbekannten stieg und mit ihm abfuhr. „Aber bleiben Sie außer Sichtweite...sehen Sie diesen komischen grünen Wagen? Er scheint dem Fahrzeug zu folgen. Ich werde Herzberger und Bonrath auf ihn ansetzten. Wir beide bleiben an Semir dran. Was die beiden können, dann ich schon lange...“ meinte Kim und lehnte sich zufrieden zurück. „Was machen wir wenn wir am Ziel sind?“ fragte Hartmut nach. „Dann werden wir abwarten. Ich denke es wird nicht lange dauern bis Semir mit Ben rauskommt. Wenn doch, dann müssen wir das SEK informieren und beide rausholen...so einfach ist das...“ erklärte Kim. „Das sollten wir vielleicht direkt machen..“ schlug Hartmut vor. Kim lächelte. „Nur keine Sorge...ich habe für alles gesorgt. Sobald die Herren irgendwo in ein Haus gehen, werden wir zuschlagen. Aber jetzt warten wir erstmal ab wohin der Wagen fährt. Ich will nämlich nicht nur die ausführenden Kräfte sondern den, der wirklich dahinter steckt...Achtung sie fahren ab!“ gab sie zu bedenken. „Aber wenn wir die Beiden im Haus verlieren? Wie sollen wir dann ...“ harkte Hartmut nach. „Hartmut....Sie sind ein perfekter Techniker....aber von der echten Polizeiarbeit haben Sie keine Ahnung....ich habe alles im Griff...vertrauen Sie mir...“ lächelte Kim. Hartmut sah sie pikiert an. „Nur weil ich in der technischen Abteilung arbeite, heißt es nicht, dass ich kein Polizist bin....ich habe auch eine Kommissarsausbildung gemacht...“ fauchte er beleidigt. „Das weiß ich....ich kenne Ihre Akte, aber Sie sind auf dem technischen Gebiet angesiedelt und dort sind Sie genau richtig....“ lobte Kim ihn sofort.

    Semir fühlte wie der Wagen langsamer wurde. „Darf ich die Bille nun abnehmen?“ fragte er. „Nein...erst wenn ich es Ihnen sage. Ich will Sie nur vor Schwierigkeiten bewahren...“ erklärte der Mann. „...das ist schon etwas Sonderbar....Sie sagten doch, dass Sie mich zu Ben bringen....und was dann? Dort werde ich sicher nicht mit Brille rumlaufen....also werden Sie sich dort schon zu erkennen geben müssen..“ kam nachdenklich von Semir. Der Wagen hielt an. „Ich werde Sie nun in ein Gebäude führen....tun Sie sich selbst einen Gefallen und lassen Sie die Brille auf...und vor allem hören Sie mit den Fragen auf...ich kann auch anders nur ist uns damit nicht geholfen....Wenn Sie die Brille abnehmen werde ich Sie niederschlagen und verschwinden...“ warnte ihn der Mann. „also gut....dann mal los..“ meinte Semir nur. Die Tür ging auf und Semir spürte wie der Mann ausstieg. Seine Neugier war ungebändigt und er war versucht die Brille zu greifen, sie sich abzusetzen und zu sehen wo er sich befand, doch die Sorge, dass er dann Ben nicht finden würde, war zu groß. So wartete er einfach ab. Seine Tür wurde geöffnet. „Bitte kommen Sie...“ bat der Mann ihn. Semir nickte und stieg aus. Sie gingen in ein Haus. „Achtung Stufe nach unten...“ warnte ihn der Mann. Vorsichtig wurde Semir durch ein Haus geführt. Sie gingen ungefähr zehn Minuten bis Semir wieder frische Luft roch. „Wo sind wir hier?“ fragte er. Doch er bekam keine Antwort. „Einsteigen bitte..“ forderte der Mann ihn auf und Semir hörte wie eine Autotür geöffnet wurde. „Was soll der Mist denn?“ fauchte er wütend. „Nur eine Vorsichtsmaßnahme..“ kam als Antwort. Semir stieg ein. Die Fahrt ging weiter.

    Semir fuhr zunächst zu Hartmut und ließ sich eine kleine Waffe geben. „Ladykiller“ meinte Hartmut als er sie ihm gab. „Ah ja....ich hoffe nur, dass ich sie nicht einsetzen muss..“ meinte Semir und steckte die sehr handliche Waffe weg. „Sie kitzelt aber nicht nur oder?“ fragte er. Hartmut streckte ihm die Hand hin. „Ich zeig es dir..“ grinste er. Semir gab ihm die Waffe zurück und Hartmut entsicherte sie. Ein Knall folgte kurz darauf. Die kleine Stoffpuppe, die eben noch auf dem Schreibtisch stand, flog in einem hohen Bogen davon. „Ah....super...“ strahlte Semir und nahm die Waffe wieder an sich. Er sah auf die Uhr. „Ich muss los...drück mir die Daumen, dass ich Ben finde..“ bat er und verschwand. Nur zwanzig Minuten späte stand er vor dem Schokoladenmuseum und sah sich suchend um. Hier war heute einiges los, aber niemand kam zu ihm. Wieder und wieder sah er auf die Uhr. Nach eineinhalb Stunden stöhnte er leise auf und wollte gerade zu seinem Wagen gehen, als sich eine Hand auf seine Schulter legte. „Kommen Sie Herr Gerkan..“ erklang die Stimme des Mannes. Semir hatte sie noch nie gehört. „Sie sind nicht der, der angerufen hat..“ gab er sofort zurück. „Das nicht, aber wir verfolgen das gleiche Ziel. Sie wollen doch zu Ben Jäger oder nicht? Ich bringe Sie hin...aber dazu muss ich Ihnen die Augen verbinden und Sie abtasten. Tun Sie sich ein Gefallen und machen Sie keine Schwierigkeiten...“ bat die Stimme. Bisher hatte Semir sich nicht umgedreht. Er spürte etwas Spitzes in seinem Nacken und rührte sich nicht. „Es wird sonderbar aussehen, wenn ich mit verbundenen Augen durch die Straße laufe..“ gab er zu bedenken. „Ich weiß...deshalb bitte ich Sie diese Brille aufzusetzen..“ erklärte der Mann und reicht Semir eine schwarze Brille. „Ich möchte Sie noch einmal eindringlich warnen, die Spitze die Sie im Nacken spüren ist eine mit Cuare gefüllte Spritze. Wenn Sie Probleme machen, dann bekommen Sie den Inhalt direkt ins Gehirn gespritzt. Das Sie dann keine Überlebenschance haben, sollte Ihnen klar sein...“ gab die unbekannte Stimme von sich. Semir nickte vorsichtig. Diese Leute schienen keine Scherze zu verstehen.

    Jacob sah das Spielchen von etwas weiter weg an. Er war zufrieden. Frank machte genau das, was er von ihm verlangt hatte. Die Sache mit der Cuarespritze war zwar erfunden aber es schien zu wirken. Jacob sah wie Gerkan und Frank zum Wagen gingen und einstiegen. Dann fuhr das Fahrzeug mit den Beiden ab. Jacob setzte sich in seinen eigenen und fuhr diesen Leuten hinterher. In weniger als zwölf Stunden wird die Opferung stattfinden, der Gerkan beiwohnen sollte. Jacob griff während der Fahrt zum Hörer. Es dauerte eine ganze Weile bis seine Schwester sich meldete. „Er ist nun unterwegs zu dir. Aber pass auf...er ist nicht einfach und wird sich bestimmt nicht so einsperren lassen..“ warnte er sie. „Niemand versagt sich der Hohepriesterin von Luna..“ kam von seiner Schwester. „Du bist noch keine...erst wenn Ben Jäger geopfert ist und das sind noch ein paar Stunden. Also pass auf dich und Mama auf....Gerkan und Jäger dürfen nicht zusammen sein, denn dann sind sie gefährlich..“ hängte er an. „Ja schon gut...ich werde schon alles richtig machen. Und was die Opferung angeht...ich habe eine Vorverlegung angestrebt. Die Nachricht von Luna ist jedoch noch nicht da. Aber wenn er zustimmt, dann wird Ben Jäger heute Abend um 21 Uhr das zeitliche segnen und als Priesteropfer in Lunas Geschichte eingehen.“ erklärte Ariane. „Ich wünsche dir viel Erfolg in deiner neuen Stellung.....möge Luna mit dir sein...“ gab Jacob zurück und legte auf. Der Wagen mit Gerkan fuhr nun auf die Autobahn. Jacob sah aufmerksam auf die Straße ob er einen Verfolger erkannte. Aber es war nichts Auffälliges zu sehen. Es geht einfacher als gedacht...ging ihm durch den Kopf. Nun konnte Arianes und auch Helenes Traum einer vollkommenen Welt ohne Hass beginnen. Die beiden Frauen hatten ihren Hass vollkommen auf Ben Jäger projiziert und kosteten sicher jeden Moment den er um sein Leben flehte und bettelte aus.

    Der Citroen von Thorsten und Lukas bog in die Auffahrt von Brehmers ein. „Sag mal, ist das nicht Semir, der dort in der Garage kniet?“, fragte Thorsten seinen Partner. „Hm, scheinbar hat der was verloren.“, erwiderte Lukas und beide Polizisten stiegen aus. „Semir? Alles in Ordnung?“, wollte er von seinem Freund und Kollegen wissen. Dieser sah ihn mit aufgerissenen Augen an. „Das... das ist Bens Handy.“, meinte er. „Wo ist Brehmer?“, wollte Thorsten wissen. „Abgehauen. Ich hab im Haus nach den beiden gesucht, doch da war keiner.“, erwiderte Semir. „Shit... siehst du Thorsten, das kommt davon, wenn man so einen wichtigen Fall den Hilfssheriffs von der Autobahn anvertraut.“, stieß Lukas verächtlich und wütend aus. Das reichte Semir jetzt. Urplötzlich ließ er das Handy fallen und ging auf seinen Stadtkollegen los. „Jetzt hör mal zu, du aufgeblasener Grünschnabel... während ihr euch in der Stadt den Arsch breit sitzt, sind wir unterwegs und jagen jede Menge von Gangstern, die uns manches Mal umbringen wollen. Was meinst du, wie oft meine Familie, das Leben meines Kollegen oder meines schon bedroht wurde, du arroganter Schnösel?“, fauche Semir und war drauf und dran, Lukas eine zu knallen. „Semir... beruhig dich.“, stieß Thorsten aus und zog seinen Kollegen von Lukas weg. Dieser blickte ihn erschrocken an. Damit hatte er gar nicht gerechnet. „Wir müssen jetzt erst mal Ben und diesen Brehmer wiederfinden.“, versuchte Thorsten zu schlichten. Semir nickte, er hatte sich weitgehend wieder unter Kontrolle. Was jetzt zählt war, Ben zu finden und das so schnell wie möglich. „Okay, fangen wir im Haus an. Irgendwo müssen doch Hinweise auf das Verbleiben von Brehmer sein. Lukas, du suchst oben... ich und Semir nehmen und die Erdetage vor.“, bestimmte Thorsten und alle drei gingen los. Hoffentlich finden wir was, dachte Semir und steckte sich Bens Handy in die Tasche.

    David fuhr die nächste Abfahrt runter und dann durch Rees. Er kannte die Stadt. Hier hatte er immer seine Ferien verbracht. Das Bootshaus lag sehr abseits der Stadt und in einer ruhigen Vorortsgemeinde. David parkte den Wagen direkt vorm Haus und ging um das Auto herum. Er machte die Beifahrertür auf und hielt Ben die Waffe unter die Nase. „Machen sie ja keine Dummheiten, wenn ich jetzt die Fesseln aufschließe oder es gibt hier eine sehr hässliche Schweinerei im Wagen.“, zischte David. Ben nickte nur, was konnte er auch anderes tun, als zuzustimmen. Doch dann sah er, dass David mit seiner Aufmerksamkeit hinter dem Sitz war, um die Handschellen zu öffnen. Das war eine sich bietende Gelegenheit für Ben, sobald die Dinger aufgeschlossen waren. David schloss auf und sah ihn an. „Raus!“, befahl er nur. Ben tat, als würde er dem Befehl Folge leisten. Mit erhobenen Händen stieg er vorsichtig aus. Doch bevor er ganz draußen war, trat er aus. Er traf David und trat ihm die Waffe aus der Hand. David fluchte laut. Ben sprang ihn an und zwängte ihn zu Boden. Mit einem Satz schaffte Ben es David am Boden fest zu nageln. „So und nun drehen wir den Spieß um. Ich verhafte Sie, David Brehmer wegen des Mordes an Ihrer Frau. Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass alles was Sie nun tun...gegen Sie...“, sprach Ben seinen Text, als David seine Hand losreißen konnte und zu einem Stein griff. Mit einer beachtlichen Geschwindigkeit ließ er diesen gegen Bens Kopf knallen. Dieser sah ihn zunächst nur an und kippte anschließend zur Seite.

    Semir fluchte. Sie hatten das ganze Haus auf den Kopf gestellt, doch von Ben und David fehlte jede Spur. „Das gibt es doch nicht.“, stöhnte er. Thorsten legte ihm die Hand auf die Schulter. „Wir finden ihn...“, versprach er. Semir nickte nur. Auch Lukas kam dazu. „Semir...das was ich eben sagte...es tut mir Leid...ich meinte das nicht so...“, entschuldigte er sich. Semir nickte. „Schon gut...ich weiß ja, dass die Autobahnpolizei keinen guten Ruf hat. Aber ich will verdammt noch mal den Fall lösen. Danach können wir Trübsal blasen. Was ist mit den Schwiegereltern? Vielleicht wissen die, wo Brehmer steckt?“, meinte Semir nachdenklich. „Das wäre durchaus möglich. Wir sollten jede Möglichkeit in Betracht ziehen. Also fahren wir hin.“, lächelte Thorsten ihn aufmunternd an. Semir nickte. „Ja und ich werde Susanne anrufen und sie bitte diesen Brehmer zu durchleuchten.“, meinte er nur und rief die Sekretärin der Dienststelle an. Nun hieß es, die Schwiegereltern vernehmen und auf die Informationen warten. Semir ließ auch recherchieren, ob die Eltern von David Brehmer noch lebten. Vielleicht kamen sie so auf einen Hinweis wo Ben sein könnte. Bei den Schwiegereltern kam nichts heraus und auch die Eltern von David waren bei einem Unfall ums Leben gekommen. Irgendwo während eines Urlaubs in Rees. Das lag allerdings schon einige Jahre zurück und somit fiel das gänzlich raus. Semir ließ sich auf seinen Stuhl sinken, als sie im Büro saßen. „Wo zum Teufel kann er ihn hingebracht haben?“, fragte er leise.

    David erhob sich mit blutender Nase. „Du verdammter Mistkerl...ich sagte doch keine Schwierigkeiten.“, stieß er schwer atmend aus. Mit schnellen Griffen war der Mann vor ihm wieder gefesselt. Blut floss aus einer Wunde an der Stirn. David hob seine Waffe auf und schleppte Ben in das Boothaus. Hier war allerdings ein Problem... wo sollte er den Bullen festmachen? Auf dem kleinen Hausboot, was sicher schon bessere Tage gesehen hatte? Dort war eine Kabine die sich bestimmt dafür benutzen ließ. Er brachte Ben runter. Hier stand jedoch auch schon Wasser knöcheltief im Gang. Es war David egal. Was machte der Bulle auch Probleme. Ziemlich kalt ließ er Ben auf die modrige Koje nieder und fesselte ihn am Gestell. „Einen schönen Aufenthalt wünsche ich...“, knurrte er und verschwand wieder. Bevor er jedoch den Raum verließ erlangte seine Geisel das Bewusstsein wieder. „Hey...David...hören Sie auf... bitte...das bringt doch nichts.“, stöhnte der Polizist und ließ David sofort wieder in Wallung geraten. „Halt deine verdammte Schnauze!!“ stieß David wütend aus. „Wenn Sie mich jetzt gehen lassen, dann kann das zu Ihren Gunsten gerechnet werden. Überlegen Sie es sich doch....“ redete Ben auf den Mann ein. Doch David war nicht umzustimmen. „Sie werden mir als Schild dienen. Und jetzt seien sie still, oder ich kneble sie wieder.“, stieß David wütend aus, trat Ben in die Seite. Dieser stöhnte auf und fiel zur Seite, ins Nass hinein. Er erschrak, als er das Nass am Körper spürte. „Hey, lassen sie mich hier nicht absaufen.“, schrie er nach oben, doch David kam nicht mehr zurück. Er war draußen, zerzauste sich das Haar, denn er wusste nun nicht, was er tun sollte. Dieser Bulle da unten... er könnte jetzt einfach abhauen und seinen Kollegen einen Hinweis geben. Doch er würde ihn vielleicht noch brauchen. Was würde er nur mit ihm machen? David zerriss sich fast seine Gehirnstränge darüber. Er musste etwas unternehmen. Aber was?

    Kim Krüger sah ihn an. „Sie werden nicht allein fahren!“ warnte sie, als er ihr erklärte was das mit dem Anruf auf sich hatte. „Chefin...ich...ich muss allein fahren. Er wird nichts sagen, wenn ich nicht allein da bin. Vertrauen Sie mir...ich werde Ben dort rausholen und ...“ erklärte Semir flehend. „Sie bekommen einen Sender, damit wir Sie nicht verlieren...ich gehe das Risiko dass Sie auch in die Fänge geraden nicht ein!“ beharrte Kim. „Wenn er den Sender entdeckt, dann...dann bin ich auch tot...und Ben erst Recht.“ gab Semir zu bedenken. Kim sah ihn an. An dem was er sagte war etwas dran, dass musste sie zugeben. „Wie sollen wir Sie dann beschützen? Haben Sie eine Ahnung wer es war?“ wollte sie wissen. „Ich vermute, dass es Jacob Bonners war...der Sohn....auch wenn Michael Bonners sagte, dass er der einzige wäre, der noch für ihn da ist....“ nickte Semir. „und was das beschützen angeht....vertrauen Sie mir einfach....ich werde mich bei Ihnen melden, sobald es möglich ist..“ lächelte Semir. Kim stöhnte auf. Wie oft hatte sie das schon gehört und es endete in einem Chaos aus Blut und gebrochenen Knochen. „Semir...“ fing sie deshalb an. „Chefin....ich werde schon auf mich aufpassen....versprochen. Versuchen Sie mehr aus Michael Bonners heraus zu bekommen. Ich habe eine dunkle Vermutung das dort etwas nicht stimmt. Was kann ich nicht sagen, aber irgendwie sagt er nicht ganz die Wahrheit...“ bat Semir. Kim stöhnte leise und nickte dann. „Danke Chefin....Sie werden es nicht bereuen..“ versprach Semir. „Ihr Wort in Gottes Ohr...Semir.....Sie werden aber eine kleine Waffe mitnehmen, die Sie am Körper verstecken können, dann sind Sie nicht ganz ohne Waffe..“ befahl sie. „Okay...ich werde mal sehen was Hartmut in seiner Hexenküche so hat..“ lächelte er und verschwand.

    Ben fror erbärmlich. Sein gepeinigter Körper zitterte und überall waren Striemen zu sehen die zum Teil verkrustet waren. Immer noch waren die Hände gefesselt, aber er hing nicht mehr, sondern saß am Boden. Die Hände waren an einem Harken befestigt. „In wenigen Stunden ist es soweit….Ben…dann wirst du die gerechte Strafe erhalten….dein Freund wird gleich hier sein und dort in diesem wunderschönen Käfig dein Sterben verfolgen. Er wird trauern und dann ebenfalls sterben, sofern er sich nicht unserem Glauben anschließt. Unser Priester wird ihn von mir zum Geschenk bekommen….“ Hörte er Ariane sprechen. „Du bist wahnsinnig…“ stieß Ben leise auf. „Wahnsinn ist auch eine Art des Glaubens…sie macht vieles Leichter..“ erklärte Ariane weiter. „Lass Semir in Ruhe…er hat nichts mit der Sache zu tun. Warum willst du ihn mit reinziehen?“ fragte Ben. „Weil er mich verarscht hat. Er hat die Bombe entfernen lassen…obwohl ich sah dass er dort sitzt. Das ist eine Sünde die bestraft werden muss. Niemand legt sich mit einer Hohepriesterin von Luna an. Niemand…“ versprach Ariane. „Dir ist nicht mehr zu helfen, aber du wirst sicher nicht lange auf freiem Fuß sein….mein Kollege wird dich dafür verhaften und deiner gerechten Strafe zuführen…“ versuchte Ben nun die Schiene der Angst zu fahren, doch Ariane lachte nur. „Mir ist es egal….du wirst es nicht mehr erfahren. Du wirst vor mir sterben und wenn mein Gott mich dann als seine Dienerin bestätigt, dann werden deine Kollegen gar nichts machen….hörst nichts….sie sind klein und werden von mir zertreten….“ verhöhnte sie ihn. Ben schüttelte nur den Kopf. Er wollte nicht mehr. Ariane hatte ihn schwitzen und hungern lassen. Trinken bekam er ebenfalls nicht und an Schlaf war gar nicht zu denken. Immer wieder wachte er auf und fror. Heute war es schlimmer. Er fühlte sich müde und schwach. Schüttelfrost ging durch seinen Körper und es schien als würde seine Pein noch kein Ende finden. Ariane hatte ihr Lieblingsspielzeug. Eine achtschwänzige Katze, wie sie sagte mit Freuden an ihm ausprobiert. Die achtschwänzige Katze war eine peitsche nicht wie üblich aus Leder sondern aus Sisal geknüpfte Stränge, die nass gemacht wurden um die Schlagkraft zu erhöhen. Genau das hatte auch Ariane gemacht. Diesmal war die Brust von Ben dran. Blutige Striemen überdeckten seinen Oberkörper.

    ************sorry für die verspätete Einstellung...aber stecke gerade etwas im Umzugstress....******************

    Der nächste Morgen kam. Semir saß mit dickgeränderten Augen an seinem PC und versuchte etwas zu finden, was ihm half Ben zu finden. Er hatte noch einmal mit Michael telefoniert, doch dieser konnte ihm nicht helfen. „Semir! Die Bilder sind da!“ hörte er Hartmut rufen. Sofort sprang er auf und sah sich die Bilder an. „Das soll der Täter sein? Der sieht aus wie 08/15…“ stieß Semir aus und sah Hotte und Dieter an. „Nun ja…besser konnten wir ihn nicht beschreiben…“ verteidigte sich der lange Streifenpolizist sofort. „Das bringt uns nicht weiter…verdammt!!! Wie sollen wir Ben finden?“ schrie Semir wütend. Er zerriss das unbrauchbare Bild. Kim stürmte aus ihrem Büro. „Was soll das hier?“ fragte sie sofort und sah Semir an, der sich am Tisch abstützte. „Semir….bitte beruhigen Sie sich…“ forderte sie von ihm. „Beruhigen? Chefin… diese beiden hervorragenden Polizisten helfen dabei Ben zu entführen und können den Täter nicht einmal annähernd beschreiben. Kein Kennzeichen… nichts… das ist nicht akzeptabel…wir hatten nur diese eine Spur...“ stieß Semir wütend aus. „Semir…wir konnten doch nicht ahnen, das Ben in der Kiste ist…meinst denn du wir hätten dem Kerl sonst geholfen?“ versuchte auch Hotte ihn zu beruhigen. Semir sah ihn wütend an. Hotte hatte Recht. Wie sollten sie es auch wissen. „Entschuldige…. ich… ich bin einfach fertig…“ kam leise von ihm. „schon gut Semir…wir werden ihn finden…ganz sicher…“ versprach Kim. „Ja klar…irgendwo im Wald oder in einem alten verfallenen Haus…“ meinte Semir bitter. Sein Handy klingelte. „Hallo?“ fragte er, denn die Nummer im Display kannte er nicht. „Sie suchen doch Ben Jäger oder?“ hörte er jemanden fragen. „Wer sind Sie?“ harkte Semir nach. „Ich werde Ihnen sagen wo Sie ihn finden…aber nur Ihnen…“ forderte der Anrufer. „Okay…und wo?“ wollte Semir wissen. „Wir werden uns treffen….Sie kommen ohne Waffe und Kollegen…ich bestimme den Ort…“ kam die nächst Forderung. „Wo?“ harkte der Hauptkommissar nach. „Am Schokoladenmuseum…. aber ich warne Sie…Wenn Sie nicht allein kommen, dann werden Sie Ben Jäger nur noch tot finden….“ kam von dem Anrufer. Dann klickte es.

    Ben hing mehr in seinen Fesseln als er stand. Doch er richtete sich sofort auf, als Ariane und Helene eintraten. „Morgen ist es soweit….du wirst Luna geopfert und gehst in die Geschichte der Mondgötter ein. Das ist eine Ehre für dich..“ erklärte Ariane. „Dir haben sie ja wohl ins Hirn geschissen….das ist absoluter Schwachsinn…Werde vernünftig…Ariane…ich kann nicht mehr sagen, als das es mir Leid tut….ich würde wenn ich könnte die Uhren zurück drehen und deinen Vater retten….hör auf mit dem Wahnsinn..“ bat Ben leise. Er konnte jedoch an der Haltung von Ariane sehen, dass seine Worte abprallten wie an einer Mauer. „Du hast es immer noch nicht begriffen Ben…ich tue es nicht für meinen Vater…ich tue es für mich. Ich will meinen Frieden wieder finden. Aber dazu muss der Hass aus meinem Herzen. Hass der sich über die Jahre angesammelt hat und hauptsächlich gegen dich geht. Ich hasse dich für das, was du mir angetan hast…nicht meinem Vater…“ stieß Ariane aus. Sie hob Bens Kopf am Kinn und sah ihn an. „Du hast mir alles zerstört, was mir wichtig war und dafür wirst du morgen durch meine Hand sterben…aber ich gönne dir wie schon gesagt etwas schönes. Dein Freund wird zusehen. Er wird nicht eingreifen können….mein Bruder wird ihn heute noch herbringen und dann wird er sehen wie ich dir das Messer in die Brust ramme und von deinem Blut trinke. Niemand kann dich retten. Und wer weiß…vielleicht wird Semir dann das Opfer meiner Nachfolgerin…“ lachte Ariane und ließ ihn los. „Du verdammtes Miststück!! Lass Semir in Ruhe!!“ schrie Ben und zerrte an den Fesseln. „Mama…er beleidigt immer noch. Er hat die Reinigung noch nicht hinter sich. Wir müssen noch etwas machen, damit er sich dazu bekennt..“ klagte sie und sah Helene an. „Das werden wir…“ versprach ihre Mutter. Nur wenig später gellten Bens Schmerzensschreie durch die Mauern des Hauses.

    Thorsten und Lukas erreichten den Blücherpark und sahen sich um. „Okay, wo ist die Leiche?“, wollte er von einem Polizeibeamten wissen. „Leiche, wieso Leiche?“, fragte dieser erstaunt. „Uns wurde gemeldet, dass hier eine Leiche liegen würde. Also los... wo ist sie?“, wollte Lukas wissen. „Wir haben einen Angeschossenen. Der Arzt hat ihn gerade ins Krankenhaus gebracht. Es sieht übel aus, aber er meinte, der Mann würde durchkommen.“, erklärte der Streifenbeamte. „Aber es wurde doch ein Leichenfund gemeldet.“, stöhnte Thorsten und wischte sich genervt über die Stirn. „Ein Fehler eines Frischlings.“, meinte er nur knapp. „Das ist doch wohl...“, knurrte Thorsten wütend. „Wie heißt der Mann und in welcher Klinik wurde er gebracht?“, hängte er an. Der Streifenbeamte sah auf einen Zetteln. „In die Uniklinik.“, gab er bekannt. „Dann werden wir uns dort mal durchfragen. Was ist mit einer Patronenhülse?“, wollte Lukas wissen. „Ja wir haben eine gefunden. Sie ist bereits zur Untersuchung gegangen.“, nickte der Beamte. „Danke... wir sind dann wieder weg...“, murmelte Thorsten und wandte sich an Lukas. „Na dann lass uns mal abziehen.“ Lukas nickte. Sie fuhren ins Krankenhaus.

    „Herr Brehmer....an der Tatwaffe waren lediglich Ihre Fingerabdrücke. Können Sie mir das erklären?“, bat Ben und sah David an. „Was? Das ist mein Eigentum. Natürlich sind dort meine Fingerabdrücke drauf! Ich habe sie sicher tausendmal in der Hand gehabt!“, empörte David sich. „Ja sicher … das letzte Mal, als Sie ihre Frau erschlagen haben, nicht wahr?“, kam von Ben. „Was? Nein...!!! Das ist nicht wahr. Es waren Einbrecher hier ...die haben meine Frau umgebracht. Ich war das nicht!!“, fauchte David wütend. „Ja sicher... was haben Sie denn dabei gefühlt?“, harkte Ben nach. „Ich? Aber, ich war es doch nicht.“, David fing an zu weinen und Ben bekam etwas Gewissensbisse. Und ausgerechnet jetzt machte er einen Fehler der ihn in unsägliche Gefahr brachte. Er drehte David den Rücken zu um eine andere Statue im Flur zu betrachten. „Die sieht der Figur sehr ähnlich. War sie baugleich?“, wollte er wissen. Doch im nächsten Augenblick bekam er einen schweren Ascher ins Genick geschlagen. Ben ging mit einem Stöhnen zu Boden und drehte sich um. Verschwommen sah er, wie David vor ihm stand und er hörte ihn sagen: „Du wirst es niemanden sagen...dafür werde ich sorgen....“, Ben versank in der Dunkelheit.

    David sah auf den Mann, der reglos am Boden lag. Nun musste er ihn nur noch verstecken und dafür sorgen, dass er keinen Lärm machte. Und er musste sich was ausdenken, warum er nicht mehr bei ihm war. Aber das war kein Problem. Dafür gab es 1000 Gründe. „Wie schön das er ohne Wagen war...“, lachte David. Er packte den bewusstlosen Mann und schleppte ihn in den Keller. Wie gut, das niemand wusste, dass er hier im Keller einen kleinen, fast unsichtbaren Raum hatte. Niemand kannte den Eingang. Nicht einmal Anja. Warum er ihn damals gebaut hatte wusste er nicht einmal. Aber jetzt zeigte er sich als sehr nützlich. Er drehte den Mann auf den Bauch und nahm ihm die Handschellen ab. Dann fesselte er ihm die Arme auf den Rücken. Als nächstes zerrte er ihn hoch und warf ihn über die Schultern. David brachte ihn in den Keller. Der Raum war gerade mannshoch und hatte Platz für drei höchstens vier Personen. David fesselte den Mann an einem der kleinen Träger. Dann suchte er einen Knebel, um den Polizisten am Schreien zu hindern. Seine Kollege würden sicher gleich wieder hier sein und dann musste er verhindern, dass er schrie. So nahm er kurzerhand ein Stück alten, in Öl getränkten Stoff und presste es ihn in den Mund. Ein kleines Seil hielt den Knebel an Ort und Stelle. David verließ den Raum und schloss ab. Nun musste er sehen, dass er weg kam. Irgendwohin...die Bullen hatten eine Spur aufgenommen. Sie schossen sich auf ihn ein. David wusste genau, dass es nur auf Knast für ihn ausging und dort wollte er nicht hin. Aber wo sollte er sich verstecken?

    Thorsten und Lukas kamen im Krankenhaus an. „Wie sieht es aus mit der Schusswunde?“, fragte er den behandelnden Arzt. „Nun....er hat großes Glück gehabt. Die Kugel ist dicht am Herzen vorbei gegangen. Nun entscheidet eine Stufe höher, ob er es schafft, denn der Blutverlust war extrem. Vor Donnerstag ist keine Befragung Ihrerseits drin.“, kam von dem Arzt. „Sie sagten doch, dass er großes Glück hatte und nun reden Sie davon, dass er doch sterben kann?“, kam erstaunt von Lukas. „Wenn sein Kreislauf nicht zusammenbricht, dann hat er gute Chance auf ein langes Leben. Wo auch immer. Aber das können wir nie im Voraus sagen.“, erklärte der Arzt ruhig. Thorsten sah in die müden Augen. Dieser Mann hatte sicher schon mehr Überstunden gemacht, als er in zwei Tagen. „Danke Doc... Sie informieren uns, wenn der Mann aufwacht?“, bat er den Arzt. Dieser nickte nur. „Ich muss leider... die Patienten warten.“, entschuldigte er sich und verschwand. Lukas sah Thorsten an. „Ich weiß nicht, aber irgendwie kommt mir dieser Mann bekannt vor.“, meinte er, nachdem er durch das Zimmerfenster gesehen hatte. „Dir etwa nicht?“, wollte er dann von seinem Kollegen wissen. Thorsten sah in das Zimmerfenster hinein, mit einem durchdringenden Blick sah er den Patienten an. „Du hast Recht, er kommt mir auch bekannt vor. Aber bis wir ihn nicht befragen können, sollten wir lieber zu Semir und Ben zurückfahren.“, meinte Thorsten und Lukas nickte nur.

    David lief in seinem Haus auf und ab. Die Polizei war ihm auf der Spur. Wo sollte er sich nur verstecken und wie sollte er vor allem der Polizei entkommen? Da gab es nur eine Möglichkeit... wie oft hatte er schon in Krimis gesehen, dass sich eine Geisel immer gut machen würde. Und jetzt hatte er doch eine. Sein Wagen stand in der Garage. Also würde keiner von der Straße aus sehen, dass er diesen Bullen in sein Auto verfrachten würde. Ja, das war ein guter Plan. Schnell lief er wieder in den Keller runter, schloss den Raum auf und hoffte, dass der Bulle noch bewusstlos war. Er war es. Schnell löste er die Fesseln, doch den Knebel ließ er drin. Mit aller Kraft zog er Ben die Stufen hoch, ging durch den Flur in die Garage und öffnete die Beifahrertür. Er setzte Ben auf den Beifahrersitz, löste seine Handschellen, die Schlüssel waren schnell gefunden, und ließ sie hinter dem Sitz wieder ans Handgelenk einrasten. Den Knebel brauchte er eigentlich auch nicht, aber noch wollte er ihn nicht lösen. Das würde er erst machen, wenn sie außer Sicht- und Reichweite seiner Kollegen waren. Vorsichtig hob er das Garagentor an, keiner war zu sehen. Erleichtert ließ er sich in den Fahrersitz fallen, doch er zuckte zusammen, als er ein Klingeln hörte. Er blickte zu Ben rüber und entdeckte dann, dass es vom Handy des Polizisten kam. Schnell griff er in dessen Tasche und beförderte es aus dem Wagen. „Damit sie dich auch gar nicht finden, Freundchen.“, knurrte David und startete den Wagen. Er musste erst mal weg von hier. Warum nicht nach Rees? Dort hatten ihm seine Großeltern immer noch ein funktionierendes Kleinhäuschen mit angrenzendem Bootshaus hinterlassen. Keiner wusste davon... nicht einmal Anja. Ja, da würde er sich verstecken und von da konnte er auch leicht abhauen. Das war ein guter Plan.