Herzberger und Bonrath sahen Kim Krüger an. „Frau Krüger…das ist der junge Mann, dem wir geholfen haben….er heißt Jacob Bonners….aber er sagt nichts..“ stöhnte Hotte. Kim sah durch das Fenster in den Verhörraum. Der junge Mann saß mit erhobenem Haupt am Tisch und hatte die Arme verschränkt. „Ich werde mich mit ihm unterhalten…“ sagte sie und ging in den Raum. „Viel Erfolg…“ stöhnte Bonrath. Kim sah den jungen Mann an. „Herr Bonners…wo ist Ben Jäger und Semir Gerkan?“ fragte sie direkt. Jacob sah sie an. „Woher soll ich das wissen?“ stellte er die Gegenfrage. „Weil Sie es waren, der Ben entführt hat…also wo ist er?“ wiederholte Kim. Doch von Jacob kam nichts. „Also gut…wenn Sie nicht reden wollen, werden Sie wegen zweifachen Mordes ins Gefängnis gehen..“ meinte sie und richtete sich wieder auf. Jacob lachte leise. „Das werde ich sicher nicht…Luna beschützt mich. Er ist mein Vater….mein wahrer Vater….er gibt mir das, was mein irdischer Vater nicht geben konnte….“ Fauchte er leise. Kim sah ihn an. „Sie glauben an diesen Mist der Sekte? Was sagt Ihr Vater dazu? Ich meine Michael Bonners?“ harkte sie nach. Jacob lachte erneut. „Er sagt nichts…warum auch….ich habe ihn den Weg erleichtert…er wird vermutlich längst das Zeitliche gesegnet haben. Diese irdische Schwäche ist ihm zum Verhängnis geworden…“ Kim schluckte. „Sie wollen ihren leiblichen Vater umbringen?“ kam die nächste Frage. „Ich…nein….wie kommen Sie darauf…ich töte niemanden….er wird es selbst tun, sobald er seine Lieblingspralinen isst, die ich ihm geschenkt habe…“ kam von Jacob. Kim verließ den Raum und ging zu Bonrath und Herzberger. „Fahren Sie sofort zu Michael Bonners…sein Sohn wollte ihn vergiften…ich hoffe nur Sie kommen zeitig..“ befahl sie und schon waren die Polizisten verschwunden. Sie ging zurück zu Jacob. „Ich wünsche mir für Sie, dass ihr Vater einmal widerstehen kann..“ sagte sie nur. „Das wird er nicht. Er ist schwach….ein Krüppel…der sich nicht wehren kann und der Tod eine Erlösung ist…“ meinte Jacob nur. „Noch einmal…wo sind meine Kollegen?“ wiederholte Kim die Frage. Doch Jacob schwieg.
Semir sah Helene an. „Was soll der Mist?“ fragte er. „Das ist kein Mist. Ben wird für das was er meinem Exmann angetan hat büßen. Er ist schuld daran, dass meine Ehe zerbrochen ist….wenn Michael nicht im Rollstuhl gelandet wäre, dann hätte wir noch mehr Kinder…..so blieb es nur bei Zwei….ich wollte vier bis sechs Kinder haben….aber die Männlichkeit von Michael schien durch den Unfall auf null gefallen zu sein. Dafür wird Ben büßen….und er hat meinen Kindern den Vater genommen. Dafür wird er büßen. Was Sie dort sehen, ist die Vorzeremonie. Die Hingabe an Luna, vertreten durch den Priester, der für Luna den Akt durchführt.“ Erklärte sie. „Er nutzt seine Stellung aus um Sex zu bekommen, das ist alles! Wie oft wird so eine Zeremonie gemacht?“ harkte Semir nach. Er musste versuchen Misstrauen zu säen. „Alle drei Wochen wählen wir eine Jungfrau die zur Dienerin von Luna geweiht wird. Aber dieses Ritual was dort mit Ariane gemacht wird nur einmal im Jahr. Damit ist das was Sie sagen absolut gelogen. Sie können mir meinen Glauben nicht nehmen..“ lachte sie leise. Semir sah wie Ben vom Altar getragen wurde. „Wo bringen Sie ihn hin?“ wollte er wissen. „In seine Kammer… dort wo er die Buße tun wird, die er machen muss um morgen dem höchsten Gott den wir anbeten und Luna nennen geopfert werden zu können. Heute war er dabei wie die neue Hohepriesterin geweiht wurde….nun ist sein Ende gekommen… Aber das werden Sie morgen selbst sehen…Sie sind sozusagen der Zeuge für die Opferung. Eine hohe Ehre.“ erklärte Helene. „Lassen Sie mich zu meinem Kollegen…!“ forderte Semir. „Nein..ich denke es ist besser, wenn Sie nicht zu ihm gehen und diesen kleinen Freund, den Sie eben nutzen wollten nehme ich lieber an mich. Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht…“ lächelte Helene, hob die kleine Waffe auf und wollte den Raum verlassen.“Hey…warten Sie…ist es bei Ihnen nicht auch üblich, dass der zum Tode verurteilte einen letzten Wunsch hat, der erfüllt werden muss? Ist Luna nicht so gnädig und gewährt alles?“ hielt Semir sie zurück. Helene sah ihn an. Sie lachte laut. „nein….Luna ist nicht gnädig… er verzeiht keine Fehler und keine Schwächen..“ stellte sie richtig.