Der nächste Morgen kam und Ayda drängte ihren Vater endlich zu starten. Nach mehrerem Nachfragen seiner Tochter hatte Semir dann endlich alles verstaut. „Alles einsteigen!“ rief er und hob Layla in ihren Kindersitz. Er schnallte sie vorschriftsmäßig fest und wollte dies ebenfalls bei Ayda machen. „Papa…..ich kann das schon!!“ beschwerte sich das Vorschulkind. „Okay…okay…. Dann mach und ich kontrolliere ob du es richtig machst..“ hob Semir sofort die Hände. Seine Tochter war in dieser Beziehung wie Andra und da hatte er meist das Nachsehen. Tatsächlich machte seine Tochter alles richtig und er lobte sie. Dann kam Andrea. Sie setzte sich auf den Beifahrer und sah ihn an als er einstieg. „Und los geht’s…“ verkündete er. Er freute sich euphorisch auf die Tage die nun vor ihm lagen. 14 Tage Erholung satt und seine Familie für sich. Was konnte einen gestressten Polizisten und Familienvater besseres passieren. Wenn er zurück war konnte er dann mit Ben wieder normalen Dienst schieben ohne sich in Gedanken zu verlieren. „Semir!!! Was ist…fahr los!“ riss Andrea ihn aus seinen Gedanken. „Ja…ja…doch…2 stieß er aus und startete den Motor. Die Fahrt ging los. „Ja…endlich …wir fahren in den Urlaub …und Papa ist dabei…“ fing Ayda an zu singen. Semir sah kurz zu Andrea und lächelte. Sie brauchten gute zwei Stunden bis sie den Ponyhof erreicht hatten. Die Kinder waren während der Fahrt sehr ruhig und Layla schlief zwischendurch ein. „Alles aussteigen!!“ befahl Semir als er endlich angekommen war. Schon war er selbst draußen. Er atmete die frische Luft tief ein, streckte die Arme aus und reckte sich. Eine junge Frau kam zu ihm. „Guten Tag…ich bin Annika Laubrecht…mir gehört der Ponyhof…willkommen… Sie müssen Familie Gerkan sein…“ stellte sie sich vor. Semir nickte. „Wie können Sie das wissen?“ fragte er etwas verwundert. „Nun…Sie sind die einzigen Gäste, die ich erwarte…“ lachte Annika. „Semir Gerkan…meine Frau Andrea und meine Töchter Ayda und Layla…“ reichte er ihr die Hand und stellte seine Familie vor. „Wir haben Haus Nr. 2 für Sie vorbereitet. Sie fahren hier noch ein kleines Stück die Straße runter. Parken können Sie direkt vor dem Haus. Wenn Sie alles ausgeladen haben, tragen Sie sich einfach ein…“ erklärte Annika und reichte Semir die Schlüssel. Wieder ging es für die Familie ins Auto.
Ben tat seinen Dienst mit Dieter und Hotte. Gemeinsam stand er mit den Beiden an der A1 und führte die Radar- und Fahrzeugkontrolle durch. „Das hab ich das letzte Mal in meiner Ausbildung gemacht…und schon dort habe ich es gehasst…“ knurrte Ben. „Ben…wenn du dich nicht so für den Urlaub eingesetzt hättest, dann würdest du mit Semir über die Autobahn rauschen…das ist doch mal eine Abwechslung für dich…ruhiger Dienst….viele Pausen zum Essen und Trinken…und nicht zu vergessen….keine kaputten Autos und damit auch keinen Stress mit der Chefin...“ grinste Dieter ihn an. „Ja sicher….nur habe ich mit Semir mehr Spaß…“ gab Ben wieder zurück. „Du hast doch den Vorschlag gemacht mit uns den Dienst zu schieben, warum beschwerst du dich dann?“ wollte Hotte von ihm wissen. „Weil ich Semir einen Gefallen tun wollte….das ist alles! Aber eins sag ich euch… ab morgen mache ich Innendienst..ja wohl..“ versprach Ben. Dieter sah Hotte nur grinsend an. „die Kommissare von heute können keine echte Polizeiarbeit mehr ertragen…“ gab er leise zurück, doch Ben schien sehr gute Ohren zu haben. „Ha sehr witzig…echt…ich mache auch echte Polizeiarbeit. Wieso kann denn kein Raser abhauen...dann hätte ich auch Spaß…“ warf er ein. Und als hätte jemand diesen Wunsch gehört raste ein roter Toyota an die Gruppe vorbei. „Whow!!! Dieter der ist doch eindeutig zu schnell oder?“ fragte er hoffnungsvoll und rannte schon zum Dienstwagen. „260 Sachen!! Den darfst du dir schnappen Ben...“ bestätigte Dieter und Ben raste mit dem Porsche los. Hotte sah ihn kopfschüttelnd hinterher. „Die Jugend von heute...“ tadelte er den davonrasenden Ben. Dieter stellte sich neben ihn. „Nun ja… er ist noch Jung…lass ihn seinen Spaß. Denkt doch mal an damals als wir so jung waren wie er…heute genieße ich den ruhigen Dienst…“ gab er zu bedenken. „Du hast Recht Dieter…soll die Jugend sich nur die Hörner abstoßen…“ stimmte Hotte zu und biss in seine Brezel.
