Beiträge von Elvira

    Der nächste Morgen kam und Ayda drängte ihren Vater endlich zu starten. Nach mehrerem Nachfragen seiner Tochter hatte Semir dann endlich alles verstaut. „Alles einsteigen!“ rief er und hob Layla in ihren Kindersitz. Er schnallte sie vorschriftsmäßig fest und wollte dies ebenfalls bei Ayda machen. „Papa…..ich kann das schon!!“ beschwerte sich das Vorschulkind. „Okay…okay…. Dann mach und ich kontrolliere ob du es richtig machst..“ hob Semir sofort die Hände. Seine Tochter war in dieser Beziehung wie Andra und da hatte er meist das Nachsehen. Tatsächlich machte seine Tochter alles richtig und er lobte sie. Dann kam Andrea. Sie setzte sich auf den Beifahrer und sah ihn an als er einstieg. „Und los geht’s…“ verkündete er. Er freute sich euphorisch auf die Tage die nun vor ihm lagen. 14 Tage Erholung satt und seine Familie für sich. Was konnte einen gestressten Polizisten und Familienvater besseres passieren. Wenn er zurück war konnte er dann mit Ben wieder normalen Dienst schieben ohne sich in Gedanken zu verlieren. „Semir!!! Was ist…fahr los!“ riss Andrea ihn aus seinen Gedanken. „Ja…ja…doch…2 stieß er aus und startete den Motor. Die Fahrt ging los. „Ja…endlich …wir fahren in den Urlaub …und Papa ist dabei…“ fing Ayda an zu singen. Semir sah kurz zu Andrea und lächelte. Sie brauchten gute zwei Stunden bis sie den Ponyhof erreicht hatten. Die Kinder waren während der Fahrt sehr ruhig und Layla schlief zwischendurch ein. „Alles aussteigen!!“ befahl Semir als er endlich angekommen war. Schon war er selbst draußen. Er atmete die frische Luft tief ein, streckte die Arme aus und reckte sich. Eine junge Frau kam zu ihm. „Guten Tag…ich bin Annika Laubrecht…mir gehört der Ponyhof…willkommen… Sie müssen Familie Gerkan sein…“ stellte sie sich vor. Semir nickte. „Wie können Sie das wissen?“ fragte er etwas verwundert. „Nun…Sie sind die einzigen Gäste, die ich erwarte…“ lachte Annika. „Semir Gerkan…meine Frau Andrea und meine Töchter Ayda und Layla…“ reichte er ihr die Hand und stellte seine Familie vor. „Wir haben Haus Nr. 2 für Sie vorbereitet. Sie fahren hier noch ein kleines Stück die Straße runter. Parken können Sie direkt vor dem Haus. Wenn Sie alles ausgeladen haben, tragen Sie sich einfach ein…“ erklärte Annika und reichte Semir die Schlüssel. Wieder ging es für die Familie ins Auto.

    Ben tat seinen Dienst mit Dieter und Hotte. Gemeinsam stand er mit den Beiden an der A1 und führte die Radar- und Fahrzeugkontrolle durch. „Das hab ich das letzte Mal in meiner Ausbildung gemacht…und schon dort habe ich es gehasst…“ knurrte Ben. „Ben…wenn du dich nicht so für den Urlaub eingesetzt hättest, dann würdest du mit Semir über die Autobahn rauschen…das ist doch mal eine Abwechslung für dich…ruhiger Dienst….viele Pausen zum Essen und Trinken…und nicht zu vergessen….keine kaputten Autos und damit auch keinen Stress mit der Chefin...“ grinste Dieter ihn an. „Ja sicher….nur habe ich mit Semir mehr Spaß…“ gab Ben wieder zurück. „Du hast doch den Vorschlag gemacht mit uns den Dienst zu schieben, warum beschwerst du dich dann?“ wollte Hotte von ihm wissen. „Weil ich Semir einen Gefallen tun wollte….das ist alles! Aber eins sag ich euch… ab morgen mache ich Innendienst..ja wohl..“ versprach Ben. Dieter sah Hotte nur grinsend an. „die Kommissare von heute können keine echte Polizeiarbeit mehr ertragen…“ gab er leise zurück, doch Ben schien sehr gute Ohren zu haben. „Ha sehr witzig…echt…ich mache auch echte Polizeiarbeit. Wieso kann denn kein Raser abhauen...dann hätte ich auch Spaß…“ warf er ein. Und als hätte jemand diesen Wunsch gehört raste ein roter Toyota an die Gruppe vorbei. „Whow!!! Dieter der ist doch eindeutig zu schnell oder?“ fragte er hoffnungsvoll und rannte schon zum Dienstwagen. „260 Sachen!! Den darfst du dir schnappen Ben...“ bestätigte Dieter und Ben raste mit dem Porsche los. Hotte sah ihn kopfschüttelnd hinterher. „Die Jugend von heute...“ tadelte er den davonrasenden Ben. Dieter stellte sich neben ihn. „Nun ja… er ist noch Jung…lass ihn seinen Spaß. Denkt doch mal an damals als wir so jung waren wie er…heute genieße ich den ruhigen Dienst…“ gab er zu bedenken. „Du hast Recht Dieter…soll die Jugend sich nur die Hörner abstoßen…“ stimmte Hotte zu und biss in seine Brezel.

    oh...ihr scheint mich vermisst zu haben.....hier ist das Abendessen:

    „Frau Krüger…Semir ist nicht er selbst. Er hätte sich fast erschießen lassen. So einen Partner kann ich nicht gebrauchen. Verordnen Sie ihm mindestens zwei Wochen Urlaub…jeder Psychologe wird Ihnen bestätigen, dass er derzeit nicht fähig ist Dienst zu tun.“ erklärte Ben. Kim hörte ihm schweigend zu. „Da brauche ich schon mehr Informationen. Was bitte ist passiert?“ wollte sie wissen. Ben biss sich auf die Lippe. Hatte er Semir nun in die Pfanne gehauen? Verdammt…warum musste Krüger immer so genau hinhören. „Nun ja…also …das war bei der Festnahme von Bronner….er hatte sich in einer Halle im Hafen versteckt und…“ erzählte Ben die Geschichte. Kims Blick verfinsterte sich. „Haben Sie einen Grund für das Verhalten herausgefunden?“ fragte sie nach. Ben nickte und erklärte das was Semir ihm erzählt hatte. Kim nickte. „Nach den Schilderungen ist er tatsächlich nicht in der Lage den Dienst zu vollziehen. Holen Sie ihn her!“ befahl sie. Ben nickte und stand auf. Nur wenig später kam er mit Semir zurück. „Warum verpetzt du mich denn?“ fauchte er Ben an. Kim sah ihn an und atmete tief ein. „also gut…Sie sind schienbar sehr gereizt und ich muss nachdem was Ben mir erzählt hat, davon ausgehen, dass Sie nicht dienstfähig sind. Daher werde ich Ihnen zwei Wochen Urlaub auferlegen, die Sie sich ab morgen nehmen!“ befahl Kim und zwinkerte Semir zu. „Was? Wie?“ stammelte Semir. „Sie fahren in Urlaub…ja….Sie sind gereizt…und unaufmerksam. Solche Leute kann ich nicht gebrauchen .Ben wird mit Herzberger und Bonrath arbeiten und Sie erholen sich…einen schönen Urlaub…“ lächelte sie. „Danke Chefin…das…das vergesse ich Ihnen nie!“ stieß Semir freudig aus. „Aber erst ab heute Abend…solange müssen Sie sich zusammenreißen...“ mahnte sie ihn. „Ja sicher…klar…das geht..das schaffe ich...“ strahlte er und sprang auf. Kaum waren sie in ihrem Büro fiel er Ben um den Hals. „Danke…“ stieß er aus. Ben grinste breit und zufrieden.

    Der Tag verging schneller als gedacht. Gegen 18 Uhr machte Andrea die Kinder bettfertig. Ayda war mittlerweile schon sechs und stand kurz vor der Einschulung. Andrea bestand darauf, dass beide spätestens um 19 Uhr im Bett lagen. Layla hatte das Zähneputzen für sich entdeckt und führte die Bürste zu einer Extratour über die Beißerchen durch ihren Mund. „Mama…“ rief sie und zeigte wie stolz sie darauf war dass sie es konnte. Ayda war sehr selbständig und zog sich aus. Andrea hatte so viel mehr Zeit um sich um Layla zu kümmern. Gegen halb sieben waren sie fertig. „so…und nun werde ich euch noch eine Geschichte vorlesen und dann wird geschlafen..“ erklärte sie. Sie legte Layla ins Kinderbett und deckte anschließend Ayda richtig zu. Ayda sah ihre Mutter an. „Mama….wenn wir morgen fahren, kommt der Papa wirklich mit?“ wollte das Mädchen wissen. „Ja…der Papa hat Urlaub und fährt mit uns…“ bestätigte Andrea. „Reitet er dann auch mit mir aus?“ harkte Ayda nach. „Ja sicher macht er das. Und mit der Kutsche fahren wir durch den Wald und versuchen die Elfen zu finden..“ lächelte Andrea. „Mama….die Elfen sind doch nur nachts im Wald…und da schlafen wir doch…“ stellte Ayda richtig. „Wir können aber auch versuchen die Elfen am Tag zu finden….wir müssen nur die richtige Stelle finden…“ lachte Andrea. Ayda war begeistert wenn Ben ihr von Elfen und Zwergen erzählte. „Wann kommt Ben denn mal wieder Geschichten lesen?“ wollte Ayda wissen und zog ihre Decke hoch. „Nach unserem Urlaub…nun wird geschlafen…“ versprach Andrea und gab ihrer großen Tochter einen Kuss auf die Stirn. „Kommt Ben auch mit?“ wollte Ayda wissen als Andrea das Zimmer verlassen wollte. „Nein… Ben muss arbeiten. Denn wenn Ben Urlaub macht, dann darf Papa nicht mit…und das wollen wir doch nicht. Also muss Ben zur Arbeit gehen..“ erklärte Andrea und verließ das Zimmer. Schon bald war Ayda in der Traumwelt versunken. Andrea packte die Koffer damit für morgen alles fertig war. Als sie endlich auch die Füße hochlegte war es halb zehn. Ich nehme schon wieder den ganzen Haushalt mit...dachte sie bei sich. Gegen sieben hörte sie den Schlüssel im Schloss und ging hin. Semir kam rein. Er sah müde aus. „Hallo Schatz…“ begrüßte sie ihn. Er sah sie an. „Nein….Semir….sag nicht das der Urlaub nicht klappt…bitte….“ flehte sie sofort. „Wir fahren morgen um neun los..“ verkündete er und schon hatte er Andrea am Hals. „Du wirst sehen…es tut dir gut..“ versprach sie und küsste ihn.

    Nico beschäftigte sich mit den Saiten der Violine, als er die Glocke des Ladens hörte. Sofort legte er das Musikinstrument beiseite und ging in den Verkaufsraum. „Hallo Nico...“, hauchte die Frau. „Gianna? Was machen Sie hier? Was wollen Sie von mir?“, fragte Nico. Es hörte sich etwas wütend an. „Oh…sag nicht, dass es dir nicht gefallen hat. Wie wäre es wenn wir heute dort weitermachen, wo wir gestern aufgehört haben?“, wollte Gianna wissen. „Nein danke….ich habe kein Interesse, wenn Sie mir nicht sagen, woher Sie meinen Namen kennen und wer Sie geschickt hat!“, fauchte Nico sie an. Doch es schien Gianna nicht wirklich zu interessieren. Sie ging hinter den Tresen und wollte Nico umarmen. Sofort stieß er sie weg. „Würden Sie bitte etwas mehr Abstand halten!“, bat er energisch. „Aber Nico….sei doch nicht so hart…. Lass dich gehen…“, gurrte Gianna. Nico wusste nicht, wie er sich gegen diese Frau wehren sollte. Zum Glück kamen gerade zwei Kunden rein. Gianna wandte sich ab und Nico bediente die Kunden. Als sie wieder weg waren sah Gianna ihn an. „Nico….ich liebe dich…“, hauchte sie. „Wie können Sie mich lieben, wenn Sie mich erst gestern überfallen haben…ja…überfallen….!“, wollte er wissen. Er mochte es zwar umschwärmt zu werden, aber wenn eine Frau so offensichtlich ein Ziel verfolgte, ist es nicht in Ordnung. „Ich kann es…und ich denke bei dir ist es genauso… gehe doch mal in dich und horche…ist da nicht etwas, was sagt…Gianna ich liebe dich?“, versuchte sie ihm zu suggerieren. „Sorry…da muss ich Sie enttäuschen….nein…ich liebe Sie nicht….ich kenne Sie nicht, aber das ist für mich wichtig…weil….ach was rede ich! Verlassen Sie meinen Laden…sofort!!“, wurde er lauter. Doch Gianna machte keinerlei Anstalten, seinen Laden zu verlassen. Jetzt wurde es Nico zu bunt. Er ging auf sie zu, packte sie grob am Arm und wollte sie gerade hinauswerfen, als zwei Kunden das Geschäft betraten und unweigerlich diese Szenerie mitbekamen. Gianna grinste unverhohlen, als sie sah, wie entsetzt die beiden jungen Frauen da standen und zusahen, wie eine ihrer gleichgeschlechtlichen Schwestern von einem Mann ziemlich brutal auf die Straße gesetzt wurde. „Nico, ich liebe dich doch...“, rief sie ihm hinterher, um genau den richtigen Effekt bei den beiden Zeugen zu erzielen. „Ich kenne sie nicht und jetzt verschwinden sie, ehe ich die Polizei rufe.“, schrie er wütend und ging in seinen Laden zurück, wollte die beiden Kunden bedienen, doch dies blockten ab und verschwanden wieder so schnell sie gekommen waren. „Shit.“, dachte Nico nur. Er wusste nicht, dass dies erst der Anfang war.

    Ben und Semir waren auf ihrer routinemäßigen Tour, die, entgegen der üblichen Gewohnheit, wirklich ruhig verlief. So war es kein Wunder, dass Ben bald daraufhin eine für ihn sehr prägnante Frage stellte. „Hast du Lust auf ein zweites Frühstück?“, wollte er von seinem Partner wissen. Semir drehte seinen Kopf zu Ben und grinste. „Hey, du hast doch vorhin noch Bauchschmerzen gehabt und jetzt willst du schon wieder essen? Ich versteh dich nicht.“, lachte der Deutschtürke nur und sah wieder auf die Straße. „Was gibt’s daran bitte nicht zu verstehen? Ich wollte von dir wissen, ob du Lust auf ein zweites Frühstück hast. Und das mit dem Bauch lass mal meine Sorge sein, Papa.“, grinste Ben nur. „Okay, dann lass uns gleich da drüben rausfahren.“, schlug Semir vor und lenkte den BMW die Ausfahrt hinaus. Wenige Minuten später saßen beide in der Autobahnraststätte, hatten jeder einen Kaffee vor sich und dazu ein belegtes Brötchen und sinnierten vor sich hin. Doch just in diesen Gedankengang brach das Klingeln von Bens Handy ein. „Ben Jäger beim Frühstück, wer stört?“, fragte er, als er den grünen Knopf betätigt hatte. „Ben, hier ist Nico.“, kam es aufgeregt von seinem Freund am anderen Ende der Leitung. „Jo Nico, was gibt’s?“, wollte Ben wissen. „Sie war wieder da... die Frau von gestern... sie hat mich im Laden regelrecht angegriffen mit ihren sexuellen Avancen. Ich musste sie rausschmeißen. Ben, langsam wird mir diese Sache unheimlich.“, klagte Nico und Ben horchte gespannt zu. „Oh man... okay, wir kommen gleich bei dir vorbei. Sind sowieso gerade in der Nähe.“, meinte Ben besorgt und legte dann wieder auf. Semir sah ihn erstaunt an. „Was gab’s?“, wollte der Deutschtürke wissen und biss in sein Brötchen hinein. „Nico war dran... diese Frau war schon wieder bei ihm und hat ihn regelrecht bedrängt.“, erklärte Ben und sah nachdenklich auf Semirs Kaffeetasse. „Wow, also doch kein Scherz?“, kam es von Semir. „Ich weiß es nicht, aber da stimmt was nicht, Semir. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass dieser Scherz es faustdick hinter den Ohren hat und vielleicht für Nico sehr, sehr böse ausgeht.“, meinte Ben.

    Gianna hatte sich in eine abseits gelegene Seitenstraße zurückgezogen und beobachtete Nico und dessen Laden ganz genau. Bald, schon sehr bald würde für ihn die Welt, seine Welt, zusammenbrechen und er würde sich wünschen, dass er ihre Liebkosungen niemals abgelehnt hätte. Was war sie doch für ein durchtriebenes, kleines Frauchen?, dachte sie nur grinsend und sah dann, wie ein silberner BMW vor den Laden vorfuhr, hielt und zwei Männer ausstiegen. Wow, was ist das denn für ein Prachtexemplar von einem Mann, dachte sie, als sie Ben sah und Semir in den Laden gehen sah. Da können wir sicherlich auch noch etwas machen, dachte sie und schoss schnell ein Foto von dem großen Unbekannten, bevor sie sich zurückzog. Nur gut, dass ihr Schatz bei der KTU arbeitete. So konnte wirklich nichts, was sie vorhatten, daneben gehen und alles würde seinen geplanten Gang laufen. Mit lässigen Schritten schlenderte sie durch die Straßen von Köln und überlegte sich schon den nächsten Schritt. Sie musste es schaffen, dass Nico in der Gegenwart von Zeugen noch mehr ausrasten würde, wenn sie wieder bei ihm auftauchte. Ja, vielleicht wäre es sogar gut, wenn sie ihn dazu bekäme, dass er sie schlagen würde. Das würde doch zu schaffen sein. Und dann noch vor Zeugen, das würde ihm das Genick brechen, dachte sie verschwörerisch und war davor, das Leben eines Mannes zu ruinieren, den sie nie zuvor gesehen hatte. Aber das war ihr egal, er war sowieso nur Mittel zu einem höheren Zweck. Einem Zweck, den sie schon seit mehreren Jahren verfolgte und der nun endlich zum Greifen nahe war.

    Bin zurück und schon geht es weiter....

    „Ich frage ihn natürlich was er damit meint... doch anstatt mir eine Antwort zu geben schlägt er auf mich ein. Ich spürte die Schläge als wären sie echt. Irgendwann verliere ich das Bewusstsein und als ich wieder zu mir komme...sind Andrea und die Kinder weg. Ich fordere sie zu sehen, doch die Kerle lachen nur. Dann weist einer von ihnen zum Fernseher. Ich schau hin und sehe dort das Schlimmste was es gibt...das Schlimmste was man einem Vater und Ehemann antun kann...“ Semirs Stimme veränderte sich. Er schien mit den Tränen zu kämpfen. Ben stand auf und ging zu ihm. Er zog seinen Stuhl mit und setzte sich neben seinem Partner. „Was dann?“ fragte er weiter. „Auf meinem Fernseher sehe ich ....wie...wie die Mistkerle.....einer von ihnen vergewaltigt Andrea. Sie schreit vor Verzweiflung und versucht sich zu wehren, doch...es geht nicht...sie hat keine Chance.... Ayda und Layla weinen laut und schreien nach ihrer Mama...und dann...dann...“ Semir schluchzte plötzlich. Ben legte ihm die Hand auf die Schulter. „Semir...es ist ein Traum...nur ein... zugegeben...harter Traum, aber nur ein Traum. Das musst du dir immer wieder sagen...“ versuchte er. Semir nickte. „Ich will es nicht runterspielen, aber ich glaube...du...du hast extreme Verlustängste...das verstehe ich bei deiner Familie sehr gut...aber denke daran...ein Traum kann dir nichts tun...“ hängte Ben an. „Ben...das ist noch nicht alles...lass mich weiter erzählen...“ bat Semir leise. Ben nickte. „Ich sehe also dieses Bild auf dem Fernseher und flehe an aufzuhören...doch die Männer lachen mich nur aus...und einer von ihnen...nimmt sich dann auch Ayda und Layla vor...ich fange an zu weinen und bettele darum aufzuhören...der Anführer sieht mich an und schaltet den Fernseher aus. Er meint dann zu mir, ich könne sie erlösen, wenn ich ihm ein Gefallen tu...“ wieder machte Semir eine Pause. „und was sollst du für ihn tun?“ wollte Ben wissen. „Das ist es ja...ich weiß es nicht. Denn als er es sagt, spricht er in einer mir völlig unverständlichen Sprache. Ich verstehe kein Wort. Als ich es ihm sage da sehe ich wieder zum Fernseher... einer der Kerle nimmt Layla hoch und drückt ihr die Waffe an den Kopf...und.....dann... dann fällt ein Schuss. Er...er erschießt mein Baby...ich kann nichts tun...er tötet sie...und...lacht...“ Semirs Stimme stockte und er fing an zu zittern. Ben sah die Träne die unbeirrt ihren Weg über seine Wange suchte.

    „Er erschießt mein Baby...“ weinte Semir. Ben versuchte ihn zu trösten. „Hey... es ist nur ein Traum. Ein dummer dämlicher Traum. Daran musst du denken. Es ist nicht real...“ redete er auf ihn ein. Semir atmete tief durch und nickte. „Ja...ich weiß...aber...ich...ich habe Angst, dass er Wirklichkeit wird. Das ich meine Familie in Gefahr bringe...was soll ich tun? Ich weiß nicht einmal was ich für meine Familie...es ist Horror..“ stieß Semir aus. „Geht der Traum weiter?“ versuchte Ben mehr herauszufinden. „Noch etwas. Der Mann spricht plötzlich wieder deutsch. Er sagt wenn ich nicht tue was er will, dann würde er meine ganze Familie töten. Alle...aber ich weiß nicht was er von mir will. Dann wache ich auf und bin schweißgebadet...“ endete Semirs Erzählung. „Puh.....echt hart...“ gab Ben zu. „Ben... denkst du, dass ich für meine Familie sogar zum Mörder werden könnte?“ wollte Semir wissen. Er sah Ben fest an. „Semir… es ist ein Traum….es ist nicht wirklich…das musst du dir immer sagen. Ich kann dich nicht gebrauchen, wenn ich mich nicht sicher darauf verlassen kann, dass du mir den Rücken deckst. Genauso ist es umgekehrt… der Kerl hätte dich heute erschießen können….du bist nicht zu gebrauchen. Reich Urlaub ein, wie du es vorgehabt hast…dann wird es dir sicher besser gehen…du brauchst Erholung. Es ist eh ruhig…“ versuchte Ben. Semir stöhnte auf. „Du weißt doch wie das ist, wenn der Antrag eingereicht wird. Es braucht Wochen bis er genehmigt wird…“ sagte er. „Nicht wenn er so dringend ist…ich könnte mit Krüger sprechen und ihr erklären, dass es so nicht geht…ich müsste etwas übertreiben aber das wäre in diesem Fall nützlich…“ grinste Ben. Semir lachte auf. „Also gut….dann bin ich mal gespannt…“ gab er von sich. Ben stand auf und ging zur Krüger.

    Ben setzte sich wieder hin. „Also...ich höre...“ meinte er nur. „Ich schlafe seit einigen Nächten kaum noch...und wenn dann werde ich von Alpträumen geplagt. Nicht einfach nur so larifari...sondern wirklich extreme Träume. Sie beschäftigen mich auch tagsüber...scheinbar mehr als ich eigentlich dachte. Ben...ich brauche Urlaub...ich kann nicht mehr.“ erklärte Semir leise. „Dann nimm dir zwei Wochen.“ Schlug Ben vor. „Wenn das so einfach wäre, würde ich es tun, aber die Arbeit.... Ich kann doch nicht einfach abhauen.... und dich allein lassen...die Chefin wird das nicht zulassen. Du weißt doch wie das Prozedere abläuft. Drei Wochen vorher einreichen und hoffen, dass es genehmigt wird...“ stöhnte Semir. „Was für Träume sind es...ich meine was passiert darin?“ wollte Ben wissen. „Sie sind verdammt heftig…und machen mich fertig…“ erklärte Semir weiter. „So schlimm? Gehst du mit zu vielen Mädchen aus im Traum?“ versuchte Ben zu witzeln, doch Semir lachte nicht. „Es ist also wirklich ernst…“ hängte er an. Semir nickte. „Ja….weißt du…das grausame an diesen Träumen ist, dass sie so real sind. Du siehst da einen Mistkerl, der sich an deine Frau vergreift und an die Kinder und du selbst kannst nichts tun. Weil…der Traum verändert sich. Er dreht sich immer so, dass wenn du eingreifst immer eine andere Lösung kommt. Mal kann ich Layla retten, mal Ayda…und mal Andrea…“ fing Semir an zu erzählen. Ben sah ihn an. Semir schien wirklich unter diesen Träumen zu leiden. „Aber es sind Träume…sie sind nicht real. Deine Familie ist bei dir…“ widersprach Ben. „Ich weiß…aber ich denke den ganzen Tag daran. Weißt du...ich könnte es nicht verkraften einen von ihnen zu verlieren….Niemanden verstehst du...“ Semir sah ihn ernst an. Er stieß einen tiefen Seufzer aus. „Was passiert denn genau in diesem Traum?“ wollte Ben wissen.

    Semir lachte leise. „Bist du unter den Traumdeutern gegangen...?“ stellte er die Gegenfrage. „Quatsch...aber...vielleicht hilft es dir .Aber gut...wenn du nicht willst. Dann eben nicht..“ gab Ben beleidigt von sich. Semir senkte seinen Blick. „Ben...ich wollte dich nicht angreifen... es tut mir Leid..“ murmelte er leise. „Schon gut...“ nickte Ben. „Also...was passiert in deinem Traum?“ harkte er nach. „Das ist eigentlich nicht viel. Wir ermitteln in einem Mordfall...“ fing Semir nun doch an zu erzählen. „Okay...ist ja nicht ungewöhnlich...“ warf Ben ein. „Ja sicher...also...wir fahren ganz normal Streife als wir den Befehl über Funk bekommen zu einem Leichenfund zu fahren. Als wir dort ankommen, werden wir von einem aufgeregten Mann zum Fundort gebracht. Doch da ist nichts...keine Leiche...gar nichts. Der Mann schwört Stein und Bein, dass dort ein Toter lag. Nun ja...wir finden nicht einmal Spuren gar nichts...und verwarnen den Mann. Doch diese Szene wiederholt sich...mal finden wir ne Leiche...mal nicht...immer wieder anders..“ ging es bei Semir weiter. „okay...und wenn wir eine finden...ist es eine Frau oder ein Mann?“ harkte Ben nach. Semir zog die Schultern hoch. „Das weiß ich nicht genau. Denn an dieser Stelle macht der Traum einen riesigen Sprung. Und zwar zu dem schlimmsten Teil des Traumes. Ich komme nach Hause und bin ziemlich fertig...das weiß ich. Also .. ich lasse mich von Andrea verwöhnen und als sie die Kinder ins Bett bringt, klingelt es an der Tür. Seit du Ayda Geschichten vorgelesen hast, glaubt sie du bist es und rennt hin. Wenig später schreit sie auf und weint. Ich laufe hin und sehe wie ein maskierter Mann sie festhält...und...ihr die Waffe in die Seite drückt. Ayda schreit nach mir und streckt die Arme aus. „Papa hilf mir...“ ruft sie immer wieder...“ Semir machte eine Pause und nahm einen Schluck aus seiner Wasserflasche. Ben sah ihn kurz an. Der Traum schien Semir stark zu belasten. „was passiert dann?“ fragte er und forderte Semir zum Weitererzählen auf. „Der Typ ist nicht allein. Er hat noch drei Weitere im Schlepptau und sie drängen uns alle ins Wohnzimmer. Dort legen sie mir die Handschellen an. Die Hände sind auf dem Rücken gefesselt. Andrea und die Kinder dürfen auf der Couch sitzen während ich auf den Stuhl gezwungen werde. Der Kerl der Ayda auf dem Arm hat grinst mich an und meint es wäre Zeit meine Familie freizukaufen...“ wieder machte Semir eine Pause.

    So...bevor ich für ein paar Tage im Krankenhaus verschwinde...vielleicht auch nur für einen oder zwei Tage...hier meine neue Story...über Feeds...freu ich mich jetzt schon....



    Semir schlich geduckt durch die große Halle und suchte sie nach dem Mann ab den er mit Ben hier reingetrieben hatte. Doch von dem Kerl war nichts zu sehen. Er drückte den Knopf in sein Ohr. „Ben...ich bin links von dir... der Typ scheint sich aufgelöst zu haben...“ gab er durch. „Verstanden...wir gehen noch in die angrenzende und dann ...SEMIR!!!“ schrie Ben plötzlich. Semir sah seinen Schatten und die Waffe die Ben auf ihn zu richten schien. Und schon sirrte eine Kugel dicht an ihm vorbei. Semir ging geschockt zu Boden und drehte sich um, als er einen dumpfen Aufschlag hörte. Hinter ihm lag der Mann und hielt sich die Schulter. Ben kam zu ihm und zog ihn auf die Beine. „Bist du okay?“ fragte er besorgt. Semir nickte. „Danke...ich...ich hab ihn nicht bemerkt...nicht gesehen...“ stammelte er völlig verwirrt. „Schon gut...kannst froh sein, dass ich da war..“ Ben knipste das Auge zu und legte dem angeschossenen Mann die Handschellen an. „Sie sind verhaftet….Herr Bronner….und jetzt tun Sie mir ein Gefallen…wehren Sie sich so sehr, dass ich böse werde…“ fauchte Ben wütend. Er stieß den Verbrecher zum Ausgang während Semir dessen Waffe einsammelte. Auf dem Parkplatz standen bereits die Kollegen in Uniform die Bronner in Empfang nahmen. Ben ging zu Semir der etwas abseits und starrte an die Wand. „Semir? Bist du in Ordnung?“ wollte er besorgt wissen. Semir sah ihn an und nickte nur. „Lass uns fahren...“ wich er aus. Er ging zum Mercedes und stieg ein. Ben sah ihm nach und schüttelte den Kopf. Was war nur mit Semir los? Seit einigen Tagen war er nicht er selbst. Ben nahm sich vor das Geheimnis zu knacken.

    Ben sah Semir an. Dieser saß auf dem Beifahrersitz und starrte angestrengt auf die Straße. „Willst du mir nicht sagen, was mit dir los ist?“ fragte er nach einer Weile. „Nichts…“ kam von Semir nur. „Hast du Stress mit Andrea?“ harkte Ben nach. „Nee…“ kam die einsilbige Antwort. Ben schüttelte den Kopf.“Hast du finanzielle Probleme? Ich kann dir helfen…das weißt du..“ versuchte Ben es erneut. „Nicht nötig..ich hab alles im Griff…“ erklärte Semir und verschränkte die Arme. Für Ben war das ein Zeichen, das Semir bockte. „also gut….dann eben nicht..“ fauchte Ben und konzentrierte sich wieder auf den Verkehr. Wenig später fuhren sie auf den Parkplatz der PAST und gingen ins Büro. Kaum waren sie dort verschloss Ben die Tür und ließ die Jalousien runter. „So Partner!! Und nun raus mit der Sprache. Was ist mit dir los?!“ fauchte er Semir an. „Nichts…wirklich…es ist alles in Ordnung…“ log Semir. „Das kannst du deiner Putzfrau erzählen aber nicht mir!! Du bist in den letzten Tagen nicht du selbst. Darf ich dich an den Vorfall eben erinnern?“ harkte Ben nach. „Ich hab mich doch entschuldigt…und bedankt…was willst du mehr? Soll ich dir deine Füße küssen oder was?“ fauchte Semir zurück. „Da würdest du nicht überleben….wenn ich eben nicht so reagiert hätte wie ich es getan habe, dann bräuchtest du dich um den Urlaubsantrag, den du bei der Krüger stellen willst keine Sorgen mehr machen!“ schrie Ben ihn wütend an. Semir sah ihn an und verschränkte ablehnend die Arme vor die Brust. „Willst du einen Orden dafür? Verdammt Ben...ich weiß das du mir eben das Leben gerettet hast…..und ja…wenn du nicht gewesen wärst, dann hätte ich jetzt Urlaub für immer!!! Ich hab mich doch bedankt!!“ stieß Semir wütend aus. Ben stieß wütend Luft aus. „Darum geht es mir doch gar nicht. Du bist in den letzten Tagen mit deinen Gedanken überall nur nicht bei der Arbeit. Und wenn ich dein Vorgesetzter wäre, dann würde ich dich in den Zwangsurlaub schicken!“ gab Ben nun schon ruhiger zurück. „Also…was ist…?“ versuchte er noch einmal. Semir sah ihn an. Ben bemerkte die dicken Ringe unter den müden Augen. „Semir…ich bin dein Freund… ich will dir nur helfen. Ist etwas mit Andrea oder den Kindern? Hast du andere Probleme? Finanziell? Ich kann dir was leihen wenn du etwas brauchst…“ schlug er nun die sanfte Richtung ein. Doch Semir schwieg. Er sah ihn nicht einmal an. Ben seufzte und erhob sich. „Dann halt nicht…“ knurrte er und wollte das Büro verlassen. „Warte…okay…es ist nichts mit Andrea….oder den Kindern. Es ist auch nicht finanziell….“ fing Semir nun doch an.

    Soll ich mal gemein sein...ich spiele den Doc..."Frau Gerkan...es tut mir Leid....aber wir konnten nichts für ihren Mann tun"....hihi

    Chris....wie wäre es wenn du jetzt hier Pause machst, bis ich wieder aus dem Krankenhaus bin...dann verpasse ich wenigstens nichts....

    Semir sah Ben an. „Noch eine Stunde…und dann nichts wie raus hier…die Luft ist hier sooo stickig…“, stieß er aus. „Ja…du hast Recht…ich bin auch froh. Endlich ein freies Wochenende und wenn die Wettervorhersage Recht behält, dann dürfte der Schnee bis Sonntag noch stärker werden. Zum Glück fahren die meisten jetzt mit Bus und Bahn anstatt auf der Autobahn Chaos anzurichten.“, nickte Ben. „Ja du hast Recht…für das Chaos sind wir zuständig.“, grinste Semir. Ben ließ seine Beine vom Schreibtisch fallen. „Also wenn das so ist, fahre ich nicht mit dir….Soll ich das Fenster noch mal aufmachen?“, wollte er wissen „Nein…es ist kalt draußen!!“, kam sofort von Semir. Ben lachte auf. „Was bist du für ne Frostbeule…“ Semir sah ihn an. „Das stimmt nicht…ich hab sogar mit Aida einen Schneemann gebaut…..“, gab er zurück. „Ja…? Den will ich sehen. Wo steht er? Neben der Heizung?“, lachte Ben weiter. Semir nahm ein Radiergummi und warf es ihn an den Kopf. „Spinner“, grinste er nur. „Na komm drei Berichte noch und dann ist Schluss. Ich hoffe nur, dass Nico auch kochen kann. Nicht, das wir heute Abend verhungern. Ich hab schon kämpfen müssen, dass Andrea mir überhaupt erlaubt raus zu gehen…“, gab Semir zu bedenken. „Nur keine Sorge….wenn jemand Spaghetti Napoli kochen kann, dann Nico…“, nickte Ben. Sie schrieben die Berichte und wollten gerade das Büro verlassen, als Kim Krüger eintrat. „Frau Krüger….gibt es noch was?“, fragte Ben vorsichtig an. Doch Kim lächelte nur und blieb in der Tür stehen. „Meine Herren... in Anbetracht, dass sie diese Woche noch keinen Wagen zu Schrott gefahren haben, können die Berichte auch noch bis morgen warten. Machen sie Feierabend.“, meinte sie und ging wieder. Beide Hauptkommissare sahen sich nur unsicher an. „Semir... kneif mich mal... hat sie gerade wirklich gesagt, wir dürfen gehen?“, fragte Ben ungläubig. Auch Semir konnte das Ganze nicht so recht glauben. „Ich glaube, wir haben schon Halluzinationen, Ben.“, entgegnete Semir. „Na los komm... ehe wir wirklich aus diesem Traum und aus dieser Halluzination aufwachen. Machen wir, dass wir hier wegkommen.“, zischte Ben, schlug die Akte zu und schnappte sich seine Jacke. Auch Semir war schnell dabei und zog sich an. Mit flinken Füßen waren sie auf dem Parkplatz und fuhren Richtung Stadt zu Nico.

    Dieser hatte Mühe, Gianna von sich zu lösen und aus der Wohnung zu schieben. „Aber Nico, ich wollte dich doch nur glücklich machen... willst du das nicht?“, kam es traurig von ihr und schon stand sie vor der Tür. Mit hochrotem Kopf und noch halb geöffneten Hosen hatte sich Nico in die Tür gestellt und atmete schnell. „Hör zu, ich weiß nicht, wer du bist und wer dich geschickt hat, aber wenn das so ein Scherz ist, dann ist er hiermit zu Ende.“, fauchte er und schloss die Tür. Er hatte gar nicht gemerkt, wie sich Gianna von seinem Wohnungsschlüssel einen Abdruck gemacht hatte. „Keine Angst, der Scherz wird erst richtig lustig.“, meinte sie und verschwand mit lautem Gelächter und wehenden Haaren. Nico lief es dabei eiskalt den Rücken herunter. Schnell schloss er die Tür wieder ab, zog seine Garderobe wieder an ihren bestimmten Platz und warf einen Blick auf die Uhr. „Oh verdammt, schon so spät.“, stieß er aus und rannte in die Küche, kramte einige Töpfe und die eingekauften Zutaten hervor und fing an, die Spaghetti Napoli zu fabrizieren. Mit schnellen, gelernten und gekonnten Handgriffen, Schnitten des großen Messers und Bewegungen seiner Hände waren die Zutaten zerkleinert und verschwanden nach und nach im Kochtopf. Schon klingelte es an der Tür. „Ben... Semir... was für eine Freude. Kommt rein.“, begrüßte der Deutsch-Italiener seine Freunde, umarmte beide und bot ihnen einen Platz am Küchentresen an, der Wohnzimmer und die Küche voneinander trennte. „Na Nico, hast wohl heimlich Besuch gehabt, oder?“, stellte Ben grinsend fest. Erschrocken sah ihn sein Freund an. „Du hast da einen Kussmund und einen Lippenstiftabdruck auf deiner Wange und an deinen Hals. Wie heißt sie denn?“, wollte Ben wissen und grinste bis über beide Ohren. Doch Nico konnte nicht grinsen. „Etwas sehr merkwürdiges ist vorhin passiert...“, mit ungeduldiger Stimme begann Nico seinen beiden Freunden von der unbekannten Frau mit dem Namen Gianna zu erzählen. Gebannt hörten beide zu.

    „Wow, das ist wirklich abenteuerlich.“, staunte Semir, als Nico geendet hatte und alle drei beim Abendessen vor den Tellern mit den Spaghetti saßen. „Allerdings... und du hast keine Ahnung, woher sie gekommen war?“, wollte Ben wissen. Doch Nico konnte nur mit den Schultern zucken. „Woher denn? Sie hat mir nicht ihre Visitenkarte gezeigt. Und danach blieb mir nicht die Zeit zu fragen.“, grummelte Nico und drehte die Spaghetti auf seine Gabel zu einem Knäuel zusammen und dies so feinfühlig, dass selbst Ben und Semir aus dem Staunen nicht herauskamen. „Ich denke, irgendeiner meiner Freunde hat sich einen Scherz mit mir erlaubt. Die denken ja, ich bin einer von den warmen Brüdern, weil ich bisher noch keine Freundin hatte. Vielleicht sogar deine Idee, Ben...“, fragte er grinsend und sofort sah Ben erschrocken auf. „Ich? Wieso kommst du auch mich? Nee nee, mein Lieber. Das war nicht mein Werk.“, kam es nur von Ben und Semir musste grinsen. „Dann frage ich mich aber, wer mir diese nimmersatte Perle in die Wohnung geschickt hat.“, knurrte Nico und ahnte noch nicht, dass sich sein Leben in den nächsten Tagen vollkommen verändern würde. „Das ist schon sonderbar….jede Frage nach ihrem Auftrag oder hat sie damit beantwortet, dass sie mich geküsst hat…“, kam von Nico weiter. Ben sah ihn an. „Meinst du, die Familie steckt dahinter?“, wollte er wissen. „Nein…da ist doch keiner mehr….ich meine, die sind alle im Knast….nein….da muss was Anderes dahinter stecken…“ vermeinte Nico. „Hast du denn sonst Feinde? Ich meine, außer deiner Familie…“, grinste Semir. „Nein…absolut nicht.. Seit ich diesen kleinen Laden habe ist mein Leben irgendwie langweilig geworden.“, lachte Nico.

    na das sieht ja übel aus...aber warum? Ich meine wo hat die Kugel SEmir getroffen? Er hatte doch die Weste an oder nicht? nee...nee....Chris....wie kannst du nur so gemein sein...jetzt ist Andrea auch noch ohnmächtig....hätte Ben es ihr nicht schonender beibrignen können.....so persönlich...dann hätte er sie auffangen können... Per Telefon....aber das ist ja wieder einmal typisch.....

    Die Tage vergingen. Andrea saß jeden Tag an Semirs Bett. Endlich war der Tag des Erwachens gekommen. Sie sah, wie die Ärzte alles taten um Semir aufzuwecken. „So…nun dauert es ca. zwei Stunden bis er die Augen aufschlägt… Sicher wäre es gut, wenn Sie dann hier sind…“, lächelte Dr. Lindström. „Ich werde keine Sekunde von seiner Seite weichen.“, kam von Andrea. Sie nahm seine Hand und hielt sie fest. Die Stunden vergingen. „Ich liebe dich Semir…“, sagte sie nach einer ziemlichen Weile und küsste die Hand. In diesem Augenblick spürte sie einen leichten Gegendruck. Sie lächelte nervös. Tränen flossen über ihr Gesicht. „Hey… Schatz….Semir….“, weinte sie. Doch ihr Mann schlug die Augen nicht auf. „Semir…. Ich brauche dich…bitte werde gesund…bitte.“, flehte sie regelrecht. Dr. Lindström kam erneut herein. „So dann wollen wir doch mal sehen wie weit unser Patient ist .Die Wunden sind übrigens sehr gut verheilt. Es sollten keine Komplikationen mehr auftreten.“, sagte er zufrieden. Andrea nickte ihn zu. „Danke Doc…“, antwortete sie nur. Die Tür ging erneut auf und diesmal kamen Ben, Thorsten und Lukas herein. „Ist er schon wach?“, fragte Ben. Andrea schüttelte den Kopf. „Nein noch nicht, aber der Arzt meint, es dauert nicht mehr lange.“, erklärte sie. „Gut… dann kann ich ihm noch was sagen. Denn ich habe gehört, dass die letzten Worte im Koma sehr viel bewirken können. Das würde ich aber gern allein machen…bitte…“, meinte Ben leise. Thorsten und Lukas verschwanden. Andrea gab Semir einen Kuss und verließ ebenfalls den Raum.

    Ben ließ sich am Bett seines Freundes nieder. „Man, hast du Scheiße gebaut. Semir… ich dachte echt, du wärst erfahren genug, um zu wissen, dass man Psychopaten nicht so einfach überwältigen kann. Na was soll's, Brehmer ist tot und du hat es auch fast geschafft. Nur bevor du deine Augen öffnest, will ich dir noch was sagen. Ich warne dich… angeblich sollen 70 % der Komapatienten ihr Leben hier vergessen haben, wenn sie aufwachen. Ich sagte dir eins… du hast eine Frau eine Tochter und wirst in Kürze Vater. Also blamier mich nicht und halt deine Göttin in den Armen, klar? Vergiss sie nicht… Andrea ist wirklich eine Göttin. Deine Göttin. Sie ist die wundervollste Person, die ich kenne und ehrlich gesagt, du hast sie nicht verdient. So leichtsinnig, wie du mit dem Leben umgehst. Aber gut… sie liebt dich und du liebst sie. Ach ja… ich bin Ben...dein Partner und dein bester Freund. Außerdem hab ich die Kollegen Thorsten und Lukas bei mir. Was gibt es noch? Nun….die Chefin, die Kollegen alle warten nur auf dich. Von daher… mach die Augen auf und sei verdammt noch mal der Alte.“, redete Ben ohne Pause. Andrea kam zurück. „Ist er wach?“, war sie es nun, die fragte. „Nein… aber es scheint, als ist er gerade dabei. Er hat eben gezuckt…mit dem Lidern. Das macht der immer, wenn er wach wird... das weiß ich aus einigen Fällen, wo wir das Schlafzimmer geteilt haben… Da hab ich ihn nämlich beobachtet und das war ziemlich lustig…“, meinte Ben nur und räumte den Platz an Semirs Bett. Andrea ließ sich nieder und griff die Hand. „mmmh…..“, machte Semir und schlug die Augen auf. Andrea sah erfreut zu Ben und dann zurück zu Semir. „Hey.. Schatz…“, sagte sie. Die Tränen liefen ihr über das Gesicht. „Hallo….schöne….Begrüßung….“, kam von Semir. Als Andrea ihn küssen wollte zuckte er zurück. „Danke….das reicht… wer sind Sie?“, wollte Semir wissen. Andrea sah ihn erschrocken an. „Ich? Ich bin Andrea…deine Frau und die Mutter deiner Tochter und deines ungeborenen Sohnes…“, erklärte sie. Semir schloss die Augen und sah kurz zu Ben. „Nein….das sind Sie nicht…schöne Frau…Sie sind nicht meine Frau…“, widersprach Semir. Andrea sah Hilfe suchend zu Ben. Dieser hob die Schultern. „Aber ich bin deine Frau…Semir…. Du kannst mich nicht vergessen haben…bitte… das halte ich nicht aus…“, weinte Andrea bitterlich.

    Semir sah sie an. „Du bist Andrea, das weiß ich… aber … du bist nicht meine Frau… Du bist meine Göttin… Ich liebe dich…“, kam leise von ihm. Andrea verstand nichts mehr. „Du hast mich nicht vergessen? Du erkennst mich?“, fragte sie irritiert. „Ja sicher… das da hinten sind Ben, Thorsten und Lukas. Du bist meine Göttin und die Mutter meiner Tochter und meines ungeborenen Sohnes.“, nickte Semir müde. Dr. Lindström kam herein. „Oh…es scheint als findet hier gerade eine Party statt und wieder mal ohne mich…“, lachte er, als er sah, dass Semir wach war und die anderen regelrecht aus dem Häuschen waren. „Doc…er hat uns nicht vergessen. Er weiß, wer wir sind…“, freute sich Andrea und ließ den Tränen freien Lauf. Dr. Lindström lächelte zufrieden. „Dann wollen wir uns doch mal dem Patienten widmen. Wie geht es Ihnen, Herr Gerkhan?“, fragte er und überprüfte die nervlichen Funktionen von Semir. „Danke soweit gut… ich hatte einen Unfall oder?“, wollte Semir wissen. Dr. Lindström sah zu Andrea und Ben. „Ja…. Einen Unfall. Aber die Schäden sind behoben und Sie können sicher morgen schon auf die normale Station…“, lächelte er. „Frau Gerkhan… darf ich Sie mal kurz sprechen?“, bat er Andrea raus. „Ja sicher…“

    nachdem Elli uns hier auf Diät setzt ;)

    nicht freiwillig...aber die nächste Story ist noch nicht fertig.....und ich hasse es unfertige Sachen einzustellen....ich schwöre...bis zum nächsten Wochenende..also nächstes nächstes Wochenende...habe ich sie bestimmt fertig....hoffe ich....wenn ich nicht diese Termine hätte...;)

    Aber die Story wird heiß...darauf könnt ihr euch schon mal einstellen...also....Baldriantropfen, Valium (ambesten Stärke 10) und nicht vergessen Taschentücher.....Pflaster für die blutigen Fingernägel und ähm.....was braucht ihr noch...moment....ach..ihr wisst ja was ihr braucht...;) ;) ;)

    so und nun zur Story.....

    Chris sehr gut geschrieben..wusste gar nicht das Ben auch Angst vor Spritzen hat. Aber ich bin gespannt was da noch kommt...und wo die Beiden reingeraten

    Franz Wolf, Förster in diesem Gebiet, war auf seinem nächtlichen Streifzug, da er am Tage doch einige merkwürdige Tierspuren in den Sandbahnen der Waldwege entdeckt hatte. Mit seiner Irish Red Setter-Hündin Flocke neben sich lief er vorsichtig durch den Wald, nahm immer wieder sein Nachtfernglas in die Hand und spähte in die Weite. Da waren sie... ja, er hatte sie gefunden. Was für eine Sensation, dachte er bei sich und kniete sich vorsichtig hin. So eine Entdeckung hatte er in seinem Revier noch nie gemacht. Eine kleine Luchsfamilie jagte Feldmäuse auf einer kleinen Lichtung. Flocke machte keinen Laut, sondern hielt nur ihre Nase in die Luft. „Schau mal Flocke, was für eine Sensation.“, lachte der ältere Mann und strich seiner Hündin sanft durchs Fell. Flocke saß ruhig neben ihm, doch plötzlich vernahmen ihre gut ausgeprägten Ohren ein entferntes Rufen. Sie drehte den Kopf und ging einige Schritte, horchte wieder und bellte dann. Die Luchse nahmen sofort Reißaus. Erschrocken fuhr Franz herum und sah, dass seine Hündin aufgeregt bellte und ihn ansah. „Was hast du, meine Kleine?“, fragte Wolf und stand wieder auf. Flocke bellte aufgeregt und lief dann los. „Hey Flocke, bleib hier.“, schrie er und rannte seiner Hündin hinterher, was in der Dunkelheit nicht so einfach war. Doch seine Stirnlampe und die Lampe an Flocke, die sich immer einschaltete, wenn sich Flocke bewegte, gaben ihm eine Orientierung, wenn auch nicht sehr viel. Immer wieder hörte er das Bellen seines Jagdhundes. „Flocke!! Warte doch mal… wo steckst du denn?“, rief er seiner treuen Hündin nach. Und dann sah er sie. Sie saß einfach dort und schien irgendwas gefunden zu haben. „Was hast du ….oh mein Gott…was machen Sie denn da unten?“, stieß er aus, als er sah was seine Hündin da hatte. „Helfen Sie mir…dann erzähle ich es Ihnen…“, stieß der Mann aus, der bis auf die Haut nass zu sein schien. „Warten Sie hier…ich rufe Hilfe…das muss mit Werkzeug gemacht werden…“, erklärte Franz Wolf. „Ja sicher….machen Sie nur schnell. Ich stehe hier schon ein paar Stunden im Wasser und….es ist kalt….“, stieß der Mann aus. Franz Wolf hörte an den Worten, dass er zitterte.

    „Gut…saugen!! Ich bin gleich dran. Das scheint ein Knochenstück zu sein…vermutlich Schulter oder von der Rippe. Das drückt oder besser drückte auf die Arterie. So ich hab sie….saugen!! Saugen Sie doch!!“, schrie Dr. Lindström. Die Schwester hielt den kleinen Schlauch in die Wunde. „Sehr gut… so mein Junge… das wäre auch geschafft. Also wer so kämpft wie du, hat sicher einen sehr guten Grund…“, lächelte der Arzt zufrieden, als er die Wunde wieder verschließen konnte. „Er wird bald Vater.“, erklärte die Schwester. „Oh… das ist ein besonderer Grund noch besser auf ihn aufzupassen.“, nickte der Arzt. „Er kommt wieder auf die Intensiv. Aber diesmal dürfte es keine Probleme mehr geben.“, hängte er an und verließ den OP. Nur wenige Minuten später wurde auch das Bett mit Semir wieder aus dem Raum gefahren. Er war wieder an den Überwachungsgeräten angeschlossen und Schwester Traudel nahm einen feuchten Lappen. Sie wischte über die Stirn des schlafenden Mannes um ihn etwas zu kühlen. „Und nun werden wir weiter kämpfen, ist das klar…? Ich bin seit sechs Jahren hier und ich habe noch keinen hier verloren. Du wirst sicher nicht den Anfang machen, mein Lieber… ich warne dich…“, sagte sie leise.

    Ben stand bis zu den Knien im Wasser. „Könnten sie vielleicht mal das Wasser abstellen?“, fragte er mit zittriger Stimme. Franz Wolf sah ihn an. „Den Regen? Nein…das geht nicht… aber warten Sie….die Feuerwehr ist sicher gleich da…“, erklärte der Mann. Ben nickte nur. Er zitterte am ganzen Körper und so langsam spürte er, wie er langsam die Kraft verlor. „Ich höre sie schon…warten Sie, ich hole sie nur hier her… gleich sind Sie hier raus mein Junge.“, kam von Wolf. Ben nickte erneut. „Ich hoffe es wirklich.“, stieß er aus. Es dauerte ganze fünf Minuten und das Wasser stieg immer weiter. „Hey!!! Ich bin immer noch hier!!“, schrie er. „Alles klar…wir sind da und gleich haben wir Sie auch raus hier!! Die Kollegen der Kripo Köln sind ebenfalls unterwegs…“, erklärte der erste Feuerwehrmann, der sich über das Loch beugte. „Danke….sehr freundlich...holen Sie mich endlich raus…ich kann nicht mehr…“, stieß Ben aus. Der Feuerwehrmann nickte und zog gelassen die Zange aus der Tasche. „So und schnipp…“, sagte er und trennte das Schloss auf. Mit schnellen Griffen wurde das Gitter geöffnet und Ben wurde heraus gezogen. Sofort hüllte man ihn in eine Decke. „Danke…“, stieß er auch und rollte sich regelrecht in die Decke ein. „Kommen Sie…wir haben da vorn den Rettungswagen stehen. Dort können Sie sich die nassen Klamotten ausziehen….“, sagte der Sanitäter. Ben nickte und ließ sich zum Wagen bringen. Darin war es warm. „Sch-önnnn…“ zitterte seine Stimme. „Ja…Ihnen wird gleich warm. Haben Sie irgendwelche Verletzungen?“, wollte der anwesende Arzt wissen. „Nein…. Ich hab Hunger…und Durst….brrrrr und…brauche vielleicht Schlaf…“, erklärte Ben. „Dennoch fahren wir Sie ins Krankenhaus… reine Routine…das wissen Sie…“, gab der Arzt bekannt. Ben war es ziemlich egal…Hauptsache es war warm.

    okay...ich noch mal....versteh ich gar nicht..kein anderer Feeder...ne so geht das net...

    Zur Story: Ich habe es gehasst wenn meine Kinder mit gruselgeschichten nach Hause kamen...diese bösen Freunde immer die solche Ammenmärchen erzählen....nee nee...aber ein versprochenes Spielzeug richtet da sehr viel.....;=

    So so...Ben hat ne Gehirnerschütterung....nun ja...das wird er sicher überleben...ist halt wie alle Männer zart besaitet...

    Bu da bin ich...also erstmal vorweg..ich bin nicht abergläubisch...aber ich glaube das hier eine heiße Story auf uns wartet....der Anfang ist schon mal sehr vielversprechend. und da Emiliy nicht bei Ben ist, kann sie nicht die Person sein, die ihn gerade umarmt...oder?

    Klasse Anfang aber viel zu wenig... :D:D

    Dein Wunsch ist mir Befehl, Elina....;)

    David sah in den Rückspiegel. „Verdammt.“, stieß er aus und sah, dass er verfolgt wurde. Er stand in der dritten Reihe an der Abfertigungsstelle der Grenzkontrolle. Schnell riss er sein Lenkrad rum und schnellte aus der Schlange. Er durchbrach die Leitplanke und fuhr auf der anderen Seite zurück. „Shit, er haut ab.“, stieß Alex aus und griff zum Funkgerät. „An alle Einheiten. Sofort hinterher... wir müssen ihn stellen.“ „Alles klar.... sind an ihm dran.“, kam es aus dem Funk zurück. Drei schwarze BMWs folgten dem Wagen von David und nahmen mit heulenden Sirenen die Verfolgung auf. „Shit...shit...shit.”, stieß David aus und lenkte seinen Wagen durch die Fahrzeuge. Diese hupten und gaben Lichthupe. Doch die Polizei blieb am Ball, immer mehr Fahrzeuge, auch vom Zoll, beteiligten sich an der Verfolgung. „Verdammt… verdammt… verdammt.“, stieß David aus und sah einen Augenblick nicht nach vorne. Ein Kleintransporter kam immer dichter. David sah ihn zu spät. „Ahhhhhhhhhh.“, schrie er, konnte nicht mehr ausweichen und flog durch das Heck des Transporters auf die Grünfläche. Der Wagen überschlug sich mehrmals frontal und landete dann auf dem Dach. „Oh verdammt.“, stieß Alex Hoffmann aus und ließ seinen Fahrer auf den Grünstreifen parken. David krabbelte vorsichtig und benommen aus dem Wagen. Sein Kopf war mit Schnitten und einigen Platzwunden übersät und noch immer hatte er die Waffe in seiner Hand.

    „Brehmer, geben sie auf und legen sie die Waffe weg.“, schrie Hoffmann und sofort waren Kollegen da, richteten ihre Pistolen und Maschinengewehre auf den benommenen Mann, der noch immer nicht seine Waffe abgelegt hatte. „Nehmen sie die Waffe runter.“, schrie Hoffmann wieder und richtete die Waffe auf Brehmer. David blinzelte und sah nur alles sehr verschwommen. Das Blut war in seine Augen gelaufen und nahm ihm das Sichtfeld. „Ich gehe nicht in den Knast.“, schrie er und hob seine Waffe, zielte ungenau, doch im nächsten Moment knallte es mehrmals und Kugeln schlugen in David Körper ein, traten wieder aus seinem Körper aus. Er wurde fünf Mal getroffen und sackte noch immer nicht zusammen, nur die Waffe fiel ihm aus der Hand. Er sah in den Himmel und fiel zur Seite um. Die Beamten rückten näher und sicherten die Waffe. „Verdammt, jetzt wissen wir immer noch nicht, wo Ben ist.“, stieß Hoffman aus und sah den Wagen. Da drinnen würden sie sicherlich keine Hinweise mehr finden. Der Wagen brannte völlig aus. Da drinnen war nichts mehr. „Verdammt.“, fauchte Alex.

    Ben sah zum Himmel auf. Langsam zog es sich immer mehr zu. Donner war schon in weiter Ferne zu hören. „Na toll… zuerst werde ich geduscht und dann auch noch gebadet.“, knurrte Ben und fühlte schon den ersten Tropfen auf seinem Gesicht. „HILFE!!“, schrie er wieder und wieder. Doch keiner schien ihn zu hören. Nur das Heulen des Abenduhus war zu vernehmen. Ben hörte, wie sich die Blätter bewegten und dann dieses Rauschen, doch es kam kaum Wasser in den Schacht. Die Bäume über ihm schienen viel abzuhalten. Ben schöpfte Hoffnung, lachte auf. „Ha, ich trotze selbst dem Gewitter.“, schrie er aus dem Schacht hinaus. „Niemand lässt mich ersaufen.“ Das jedoch schien jemanden nicht wirklich gefallen. Es fing plötzlich an Elefantentränen zu regnen. Innerhalb weniger Augenblicke war Ben nass bis auf die Haut. „Ja ist ja gut jetzt!!“, fauchte er wütend. Er sah zu Boden und erschrak. Dort bildete sich bereits eine kleine Pfütze. Mittlerweile war er lange genug in Nordrheinwestfalen gewesen um sicher zu sein, dass wenn es hier regnet über einige Stunden ging. „HEY!!! Schluss!!!“, schrie er wütend. Wenn es die nächsten Stunden so weiter ging, dann war es aus… ohne Hilfe der Hände konnte er sich nicht über Wasser halten. David Brehmer war sehr schlau. Er hatte hier in diesem Loch alles mit Blech ausgelegt. Kein Regentropfen konnte in dem Erdboden verschluckt werden. „Wie super.. hab mir immer schon ein eigenes Pool gewünscht.“, knurrte Ben sarkastisch.