Beiträge von Elvira

    Ben bekam die Liste von Firmen die Susanne herausgesucht hatte und machte sich direkt auf den Weg. Als erstes fuhr er die Firmen in Düsseldorf an. Friedrichs und Söhne war die erste Station. Er wurde schnell zum Geschäftsführer gebracht, der sich als Peter König vorstellte. „Herr Jäger…was kann ich für Sie tun..“ wollte Peter König wissen. „Nun ja….es geht um die chemischen Abfälle, die hier entstehen…“ fing Ben an. Peter König lehnte sich zurück. Ben sah sein Gegenüber an. „Wie entsorgen Sie denn die Abfälle?“ wollte er von Peter König wissen. „Wir haben eine eigene Verbrennungsanlage. Alle Abfälle die wir produzieren verbrennen wir, damit ist die Sicherheit gegeben, dass mit dem Rest keine verbotenen Sachen, wie eben diese illegale Entsorgung oder für andere Verbrechen genutzt werden. Sehen Sie…Herr Jäger….wir stellen Pestizide her und das allein ist schon gefährlich. Wir wollen die Umwelt schützen und nicht zerstören..“ erklärte König. Ben nickte. „Ist es möglich dass ich mir die Verbrennungsanlage ansehen kann?“ wollte er wissen. König nickte. „Ja sicher….kein Problem. Allerdings muss ich Sie vorher darauf hinweisen, dass wir in einen Gefahrenbereich gehen und Sie sich an die Sicherheitsrichtlinien unseres Hauses halten müssen. Kein offenes Feuer….keine Waffen oder Handys die Sie in diesem Bereich mitnehmen dürfen. Außerdem müssen Sie Schutzkleidung anlegen…“ erklärte König. Ben nickte. „Das ist in Ordnung. Nur kann ich die Waffe nicht einfach hier liegen lassen…“ gab er zu bedenken. „Das müssen Sei auch nicht…wir haben unten in dem Umkleidebereich kleine Tresore wo Sie ihre Waffe einschließen können.“ lächelte König. Gemeinsam mit Ben ging er in den Bereich und Ben zog sich einen sonderbar aussehenden Anzug an. „Was ist das für ein Material?“ harkte Ben nach. Denn obwohl der Anzug sehr warm aussah, fühlte er sich nicht schlecht an. „Das ist asbestähnliches Material. Nur nicht so gefährlich wie Asbest…. Aber sehr wirkungsvoll. Sie werden von der Wärme die dort hinter dieser Tür herrscht nicht wahrnehmen.“ erklärte König weiter. Er wartete bis Ben seine Wertsachen und seine Waffe im Tresor verstaut hatte und ging dann mit ihm in den Raum wo die Anlage stand. „Meine Leute hier sammeln den Abfall immer 24 Stunden lang und dann wird er verbrannt. Die Verbrennung ist je nach Art der Abfälle zu bewerten. Alles wird getrennt verbrannt. Die Asche wird gesammelt und findet wieder Eingang in die Herstellung von neuen Waren. Somit sparen wir auch noch Geld…“ lächelte König. Ben war erstaunt was man hier alles tat.

    Volker Saum wollte gerade das Büro verlassen, als sein Telefon klingelte. „Ja?“ meldete er sich nur. „Ich will dich sofort sehen!“ forderte ihn der Anrufer auf. „Hören Sie…ich..ich kann nichts dafür…ich..“ stammelte Volker. Er bekam Angst, denn er kannte den Anrufer genau. „Die Bullen waren heute bei dir….du gefährdest alles! Komm zum Treffpunkt…und dort wirst du mir alles erzählen!“ fauchte ihn die Stimme an. „Ja…ja…ich komme….ich….bin da…“ stammelte Volker und legte auf. Ihm wurde schlecht und er lehnte sich an die Wand. Nur kurz schloss er die Augen um sich zu entspannen. Sein Herz pochte, denn er wusste genau, dass heute Abend ein Donnerwetter kommen würde. Er verließ die Firma und sah noch kurz auf die Uhr. Ihm blieb eine knappe halbe Stunde bis er den Treffpunkt erreichte. Er schloss das Büro ab und fuhr los. Am Rheinufer stieg er aus seinem Wagen aus und ging zum Aussichtspunkt. Dort warteten bereits einige Männer auf ihn. Volker ging auf die Gruppe zu und verharrte als einer der Männer sich umdrehte. „Warum ist der Transporter verunglückt?“ wollte der Mann wissen. Volker lief ein Schauer über den Rücken. „Der Fahrer…er ist…ist eingeschlafen…und…auf ein Stauende gerast...“ erklärte Semir nervös. „Warum ist er eingeschlafen?“ kam die nächste Frage. „Er…er saß zu lange am Steuer…das hat die Polizei mir gesagt...“ erklärte Saum weiter. „Warum?“ Saum stöhnte auf. „Die Kripo Autobahn ermittelt in dem Unfall... Ein Hauptkommissar Ben Jäger….“ gab er zurück. „Nicht warum die Polizei bei dir war!! Warum er zu lange am Steuer saß! Ich sagte doch, ich will keine unnötigen Probleme!!“ schrie der Mann ohne sich umzudrehen. „ich weiß Boss...aber ich...ich...“ stammelte er ängstlich. „Nicht ich … ich...“ äffte der Mann nach. „Ich mag keine Fehler!! Du weißt was das bedeutet… wir müssen eine Weile keine Transporte durchführen und die Stoffe auf einem Gelände verstecken. Das ist aber genau das Problem…denn ich habe kein Gelände was dafür geeignet ist….und die nächste Fuhre kommt bereits übermorgen….hast du eine Idee?“ wollte der Mann wissen. „Boss…ich…nein…ich weiß nicht…wohin…“ gab Volker kleinlaut von sich. „Siehst du…genau das ist ein Problem. Ich werde das Geld kassieren. Für diesen verunglückten Transport siehst du keinen Cent…das ist dir doch sicher klar und zur Wiedergutmachung wirst du mir ein Gelände suchen, wo ich das Zeug lagern kann. Ohne das die Bullen das finden…ist das klar?“ fauchte die Stimme. „Ja Boss… ja…ich..ich tu was du willst..“ bestätigte Volker.

    Nico sah auf, als die Tür sich öffnete. „Sie dürfen gehen…“, hörte er nur sagen. „Was? Wieso?“, fragte er etwas verwirrt. „Wir haben eine Aussage, dass Sie nicht der Mörder sind. Auch wenn Ihre Freunde und auch Ihre Freundin behauptet haben, dass Sie es nicht gewesen sein können…wir mussten sicher sein. Und das sind wir jetzt .Es hat sich eine Augenzeugin gemeldet und diese Person hat den Mord und den Täter gesehen…“, erklärte Lars Weinheimer, der Nico die Hand hinhielt. „Nichts für ungut… wir tun nur unseren Job…“, entschuldigte er sich. Nico sah ihn an, nickte und nahm die Hand. „Schon gut….auch wenn ich mir gewünscht hätte, mir würde man glauben…“, murmelte er und verließ die Zelle. Am Ausgang bekam er alle persönlichen Gegenstände zurück. Dann trat er auf die Straße. Er atmete tief ein. Obwohl er nur einen Tag in der Zelle saß war es ihm eine Ewigkeit. Nico wurde von zwei Polizeibeamten zum Ausgang gebracht, als ihn Elena in die Arme fiel. Beide hielten sich so innig und lange fest, dass die beiden uniformierten Polizisten das Paar einfach stehen ließen und sich, nach einem anweisenden Blick von Lars Weinheimer zurückzogen. Er schritt die Stufen hinunter und kam auf das Paar zu, dass sich gerade wieder gelöst hatte. „Herr Fiancelli, sie sind frei. Die Aussage einer weiteren Zeugin hat dargelegt, dass sie nicht der Täter sein können.“, erklärte er. Mit gleichgültigem Blick sah der Italiener den Polizisten an. „Die Aussagen meiner Freunde, von mir und die von Elena hat ihnen scheinbar nicht gereicht. Nehmen sie es mir nicht übel, aber ich hoffe, dass wir uns nie wiedersehen.“, knurrte der Deutschitaliener und kehrte mit Elena dem Kommissar den Rücken. Nico sah auf die Uhr. Am besten wäre wohl, wenn er ein Taxi rief und nach Hause fuhr. Dann duschen und einfach nur relaxen. Morgen würde er das Geschäft wieder öffnen. Er nahm sein Handy und rief einen Funkwagen, nachdem er sich von Elena verabschiedet hatte. Nur eine Stunde später war er in seiner Wohnung. Doch hier erwartete ihn eine Überraschung


    Kapitel 5 - Die perfekte Bühne


    Gianna sah auf, als die Tür sich öffnete. Sie trug einen leichten Anzug, der viel mehr zeigte als er verbarg. Sie sah den Mann erwartungsvoll an. „Endlich…“, stieß sie aus und fiel regelrecht über ihn her. „Was zum Teufel soll das?“, fauchte er sie an und stieß sie wütend weg. Der Stoß war zwar nicht heftig, aber Gianna konnte auch sehr gut schauspielern. Sie stolperte gekonnt und fiel zu Boden. Ein leiser Schrei entglitt ihr und sie sah ihn mit entsetzten Augen an. „Aber was soll das denn? Ich habe für dich ausgesagt, dass du es nicht warst… und …und du behandelst mich wie…..wie….“, suchte sie gespielt verzweifelt nach einem Ausdruck. „Was willst du hier? Verschwinde!! Verschwinde aus meinem Leben…. Aus meiner Welt…ich kenne dich nicht und ich habe auch keine Lust, dich kennen zu lernen!“, schrie er wütend und zerrte sie hoch. Er konnte nicht wissen, dass Gianna direkt blaue Flecken bekam, wenn man sie zu hart anpackte. Doch genau das machte sie jetzt zu ihrem Vorteil. „Nein…lass mich los!! Du tust mir weh…bitte…“, schrie sie laut und weinte. Sicher würden gleich ein paar Nachbarn aufmerksam werden und sich dann einmischen. „Du kannst gesagt haben, was du willst! Ich wäre auch so frei gekommen….was willst du von mir?“, fragte Nico wütend und ließ sie tatsächlich los. „Oh…das ist einfach…geliebter Nico….du wirst jetzt deine Schuld bezahlen. Ich fordere von dir für meine Aussage eine Nacht…eine unvergessliche Nacht mit dir…“, lachte Gianna. Nico sah sie an. „Niemals!!“, schrie er. „Oh…dann werde ich wohl der Polizei doch die Wahrheit sagen müssen… das ich mich vertan habe…oder soll ich deiner kleinen Freundin und ihrer Tochter weh tun?“, wollte Gianna wissen. Und ausgerechnet jetzt kam das italienische Feuer in Nico heraus. Er ballte die Faust und schlug zu. Genau damit hatte Gianna gerechnet. Sie erwartete die Faust und nahm dem Schlag durch Mitgehen ein wenig der Kraft. Dennoch reichte es aus, dass die Augenbraue platzte. Gespielt geschockt mit einer Hand vor dem Gesicht und laut weinend rannte sie aus der Wohnung. Nico warf die Tür wütend ins Schloss.

    Elena holte Mia ab, als ihr Handy klingelte. „Hallo?“, meldete sie sich. „Ich bin es…Nico….Elena…ich muss mit dir reden….wann hast du Zeit?“, bat Nico. „Nico….Gott sei Dank.. Ich kann in einer Stunde bei dir sein…“, erklärte sie. „Es ist sehr wichtig…bitte…“ erklärte Nico. „Ja … sicher….ich freu mich dich zu sehen. … und Mia auch. Sie fragt mir schon seit gestern Löcher in den Bauch.“, lachte Elena erleichtert. „Ich freu mich euch Beide zu sehen. Aber bitte seid vorsichtig….ich werde noch zwei Freunde dazu holen… es ist wirklich sehr wichtig…“, bat Nico erneut. Elena glaubte, Angst in der Stimme zu hören. Konnte es sein, dass dieser wunderbare Mann durch eine Nacht im Gefängnis so ängstlich geworden ist? Schnell gab sie Mia zur Nachbarin und versprach, so schnell wie möglich wieder zurück zu sein, dann führ sie zu Nico und klingelte. „Hallo?“, meldete sich eine vollkommen fremde Stimme. „Hier ist Elena. Machst du mir bitte auf.“, erwiderte sie und war verunsichert über die Fremdheit, die ihr aus der Sprechanlage entgegenkam. Ein kurzes Zögern und dann erklang der Summer. Langsam schritt die junge Frau die Stufen zu Nicos Wohnung hinauf und fragte sich, welche Stimme sie da eben an der Sprechanlage gehört hatte. Oben an der Tür bekam sie dann die Antwort auf ihre innerliche sich selbst gestellten Frage.

    „Das ist nicht Ihr Ernst, Ben….das kann ich nicht zulassen…das ist doch..“ fauchte Kim, als er und Lukas Springer ihm seinen erdachten Plan erklärten. „Aber das ist eine gute Idee. Immerhin hat Ben das Geld um als reicher Gigolo aufzutreten und wir können so endlich den Hintermann bekommen..“ bekräftigte Lukas. „Herr Springer..bitte halten Sie sich etwas zurück. Ich habe bereits zwei Chaoten hier und muss mich nicht mit einem dritten herumschlagen…“ fauchte Kim wütend. „Die Antwort ist nein!! und damit Basta!“ legte sie fest. „Aber Chefin….denken Sie doch mal an die Mädchen…sie werden verschleppt und müssen schon mit 12 Jahren oder gar noch jünger sich diesem Mann hingeben. Wenn ich aber die Sklavinnen kaufe, dann darf ich sie mir aussuchen und dann kann ich auch den Hintermann kennen lernen und dann können wir ihn dingfest machen!“ flehte Ben regelrecht. Kim stöhnte auf. „Wie wollen Sie an die nächste Auktion rankommen?“ fragte sie nach. Springer sah Ben an und grinste. „Wir wissen, dass sie es in einer Kneipe in Düsseldorf eine Bekanntmachung anschlagen…natürlich etwas verdeckt, damit nicht jeder darauf kommt. Es gibt ein Etablissement in Düsseldorf wo diese Auktionen stattfinden, es nennt sich „Blue Moon“ und ist in der Rotlichtszene bekannt. Allerdings sind dort keine Zuhälter zugelassen. Alle werden akribisch überprüft. Wir versorgen Ben Jäger mit einer Tarnidentität und geben ihn als Multimillionär aus…was ja nicht ganz falsch ist…“ erklärte Springer. Kim dachte kurz nach. „Also gut…wenn ich zustimme, dann nur unter den Voraussetzungen dass Sie sich mindestens einmal am Abend bei Springer melden, und erst wenn Semir wieder da ist…ich will keine Alleingänge!“ forderte Kim. Ben und Springer nickten. Vor der Tür zum Büro klatschten sie sich ab. Die Antipartie, die Ben gespürt hatte war verschwunden. Bens Telefon schlug an und er rannte ins Büro. „Ben Jäger... Kripo Autobahn...“ meldete er sich. „Semir hier...wie geht es dir so Partner?“ hörte er seinen Dienstpartner fragen. „Danke der Nachfrage...und dir?“ wollte Ben im Gegenzug wissen. „Ich habe hier jemanden der dir Hallo sagen will..“ kam von Semir und ein leises Knacken ertönte. „Hallo Ben...“ hörte er kurz darauf eine Frau sagen. Die Stimme kam Ben vertraut vor. „Frau Engelhardt?“ harkte er nach. „Ja...genau...ich lebe noch. Semir hat mir einen Besuch abgestattet...wie geht es Ihnen?“ wollte seine ehemalige Chefin wissen. „Danke...mir geht es sehr gut...ich hoffe Ihnen auch...“ „Danke...ich kann nicht klagen...wie ich eben schon Semir erklärte genieße ich meinen Ruhestand...“ lachte Anna Engelhardt. „Ich würde gern mit Ihnen quatschen, aber leider hält mich die Arbeit davon ab. Was halten Sie davon, wenn Sie Semir noch etwas unterhalten. Wir sehen uns sicher noch mal...irgendwann..“ erklärte er. „ Sehr gern...Sie können mich auch mal besuchen kommen...“ lud Anna ihn ein. Ben schwor sich, dass er dies sicher mal tun würde.

    Anna reichte Semir das Handy zurück. „Er hört sich gestresst an...“ meinte sie nachdenklich. „Ach wirklich? Na...dann weiß er auch wie es ist...“ grinste Semir. „Sie verstehen sich aber doch mit Ben oder gibt es dort Probleme?“ wollte Anna wissen. „Nein...wir sind ein Herz und eine Seele...wie Vater und Sohn..“ widersprach Semir sofort. „Das freut mich….“ lachte Anna. Semir sah sie ernst an. „Frau Engelhardt…sind Sie wirklich glücklich im Ruhestand? Sehnen Sie sich nicht nach dem Trubel, der im Berufsleben herrscht…die Hektik?“ wollte er wissen. Anna sah ihn an und die Augen bekamen einen sonderbaren Glanz. „Nun ja….ich habe den Ruhestand gewählt….ich kann nicht mehr zurück…außerdem bin ich ja nicht mehr allein…seit zwei Jahren bin ich mit einem wunderbaren Mann zusammen. Ich genieße die Zeit mit ihm und er sie mit mir.“ Lächelte Anna versonnen. „Das freut mich…dann kann ich gut verstehen, dass Sie nicht arbeiten….wir müssen leider los…die Kinder wollen noch im Garten spielen….“ Entschuldigte Semir sich. „Das ist kein Ding. Ich habe mich sehr gefreut, dass Sie mich besuchen gekommen sind. Es war ganz klasse…Ihre Kinder sind einfach entzückend…“ nickte Anna und stand auf. Auch Andrea erhob sich und rief die Kinder zu sich. „Aber Mama….da ist so ein schöner Sandhaufen…“ beklagte Ayda sich, die nicht nach Hause wollte. „Wir müssen fahren. Layla muss gleich schlafen…“ erklärte Andrea. Anna hockte sich vor Ayda hin. „Wie wäre es, wenn ich euch das nächste Mal besuchen komme?“ schlug sie vor. Ayda sah zu ihrem Vater. „Geht das?“ fragte sie. Semir lachte auf. „Natürlich…“ bestätigte er. „Okay….dann ist das toll….“ nickte nun auch Ayda.

    Ben ging mit Lukas Springer in sein Büro. „Gut…dann erzählen Sie mir was…Haben Sie Spuren zum Hintermann?“ harkte Ben nach. „Wir hatten bis vor drei Wochen einen Informanten der uns immer sagen konnte wann die nächste Lieferung wo ankommt…aber in der letzten Zeit sind diese Informationen ausgeblieben. Wir vermuten dass unser Informant aufgeflogen ist und vermutlich sogar tot…“ erklärte Springer. „sie sind seit drei Monaten an dem Fall und haben nichts?“ kam verächtlich von Ben. „Das ist nicht ganz richtig. Wir wissen dass die Kirche dahinter steckt. Eine Hilfsorganisation… die sich selbst „Die Lebensretter“ nennen.“ Widersprach Lukas. „Okay….diese Hilfsorganisation wird von der Kirche geleitet oder wie sieht das aus?“ kam die nächste Frage von Ben. „So scheint es. Die katholische Kirche ist in Afrika der Hauptträger von solchen Organisationen. Die Kollegen der afrikanischen Polizei haben jedoch kein Bedürfnis dagegen vorzugehen…was ja irgendwie verständlich ist, wenn man betrachtet mit welchen Problemen sich die Afrikaner herum schlagen müssen….“ gab Springer zum Besten. „Die Mädchen werden nach Deutschland gebracht…was geschieht dann mit ihnen?“ wollte Ben wissen. „Soweit uns bekannt ist, werden sie an reiche Männer verkauft die sie wie ihre Sklaven halten. Dabei ist die Anzahl der Sklaven nicht beschränkt. Jeder kann so viel kaufen wie er bezahlen kann. Wir haben in einem Haushalt drei Mädchen befreien können, die wie Tiere an Ketten gehalten wurden. Tagsüber hatten sie den Haushalt zu führen und nachts dem Hausherrn zu Willen zu sein. Unter den drei Mädchen war eines gerade 12 Jahre alt…“ stieß Springer wütend aus. „Was sagt der Hausherr dazu?“ fragte Ben weiter nach. „Der schweigt…er sagt gar nichts….“ erklärte Springer. „Das ist nicht viel….aber gut….wie wollen wir vorgehen?“ harkte Ben nach. „Das ist die Sache… wir haben keine Ahnung wie wir vorgehen können. Uns fehlt jede Handhabe…“ stöhnte Springer. Ben sah ihn an. Er hatte soeben eine Idee bekommen, die sich bestimmt einsetzen ließ.

    „Und wie kommen Sie mit meiner Nachfolgerin aus?“ wollte Anna wissen. „Nun ja...am Anfang hatten wir uns ziemlich regelmäßig in der Wolle...sie ist ne Paragraphenreiterin gewesen. Mittlerweile habe ich sie mir ganz gut erzogen...“ grinste Semir. „Und was ist mit Ben?“ harkte seine Exchefin nach. „Ben macht sich sehr gut...er steht mir in nichts nach.“ Gab Semir zu. „Kim Krüger heißt die neue Leiterin richtig?“ fragte Anna. Semir nickte. „Sie tut mir jetzt schon Leid...oder halten Sie sich zurück was das Staatseigentum angeht?“ hängte sie an. Semir sah grinsend zu Andrea. „Nicht wirklich...aber wir sind immer ans Ziel gekommen. Ben ist ein Partner nach Maß....erst neulich hatten wir einen Fall in dem es um Bankraub ging...bei einem Unfall wurde Ben an den Augen verletzt und nur eine OP konnte verhindern das er erblindet....aber er ist vollkommen genesen...“ erzählte Semir. „Ich sehe schon...niemand vermisst mich auf der Wache...schade eigentlich...wissen Sie, dass Sie der erste sind, der mich besucht? Und sogar Sie haben über vier Jahre gebraucht....wie sagt der Volksmund so schön...aus den Augen aus dem Sinn.....“ klagte Anna. „Nein...das stimmt nicht...ich habe immer wieder an Sie gedacht...“ widersprach Semir sofort. „Ja natürlich...und zwar immer dann, wenn Frau Krüger dir einen Einlauf gegeben hat....“ lachte Andrea und sah Anna an. „Dann musste ich mir immer anhören wie schön und unkompliziert Sie doch waren...Chefin..“ hängte sie an. „Chefin....das war mal....ich genieße meinen Ruhestand.“ sinnierte Anna. „Sie sind in Pension?“ kam überraschend von Semir. Anna nickte. „Seit drei Jahren. Ich habe den Dienst nach unserem letzten Fall quittiert. Ich konnte einfach nicht mehr...als Robert...als er mich so hintergangen hatte, wollte ich nicht mehr. Ich war zu tiefst enttäuscht und...nun ja...jetzt erfreue ich mich an meinem Garten. Ich habe die Zeit die ich dafür brauche...was will ich mehr..“ lächelte Anna. Doch auch ein bitterer Unterton war zu hören.

    Jetzt lässt du uns aber raten....also.....gut..ich gehe darauf ein


    Es könnte Chris sein...der Semir seine Hilfe anbietet...oder aber Kalvus....der so seine Rache nimmt....oder Jan Richtier ist schon gestorben..oder Fux....hmmm...oder...warte wer könnte noch da sein? Ah...Tscherne.....

    Na komm Chris..einer von denen ist es doch oder? Oder????

    Am nächsten Morgen packten Semir und Andrea die Koffer während sich Ayda von den Pferden verabschiedete. Auch Semir tat es leid, dass der Urlaub so schnell vorbei war. Aber er musste wieder arbeiten. Und nach zwei Wochen fühlte er sich wieder kräftig genug. „schade dass wir wieder nach Hause müssen…“ meinte Andrea. „Ja…aber einer muss Geld verdienen...und das bin nun mal ich…“ grinste Semir. Sie fuhren direkt nach dem Frühstück los. Sie brauchten bis zum Haus von Anna Engelhard eine gute Stunde. „So...mal sehen ob sie daheim ist..“ meinte Semir und stieg aus. Doch bevor er schellen konnte öffnete sich die Tür. „Semir!! Was für eine Freude.....“ begrüßte Anna ihn. Semir erschrak. Die in seiner Erinnerung so perfekt aussehende Frau, die Jahrzehnte lang seine Eskapaden deckte war alt geworfen. Ihre Haare waren grau geworden und die Hände waren entsprechend dem Alter faltig. „Frau Engelhardt....hallo...“ gab er zurück und reichte ihr die Hand. Doch Anna sah ihn an. Da war er wieder...der Glanz in den Augen. Sie umarmte ihn freundschaftlich und drückte zu. „Was für eine Freude..“ gab sie zu. Dann entdeckte sie auch Andrea. „Sie haben Ihre Familie mitgebracht... dann ist es kein dienstlicher Besuch?“ harkte sie nach. „Nein...wir kommen gerade aus dem Urlaub und wollten Sie kurz besuchen...“ lachte Semir. Andrea stieg aus und holte auch die Kinder heraus. „Ist das Ayda? Die ist aber groß geworden...und...nein Semir!! Sie haben zwei Töchter?“ fragte Anna erstaunt. Semir nickte. „Vor zwei Jahren...das ist Layla...“ erklärte Semir stolz und nahm seine jüngste Tochter hoch. „Und so was Süßes wollten Sie mir verheimlichen..?“ tadelte Anna. Sie wandte sich an Andrea. „Hallo Andrea...schön Sie mal wieder zu sehen. Lassen Sie uns reingehen...ich habe im Garten eine schöne Terrasse, wo die Beiden dann auch spielen können...“ schlug Anna vor und ging mit Familie Gerkan in den heimischen Garten.

    Für Ben fing der nächste Tag mit einer Überraschung an. Als er seinen Dienst antrat wurde er umgehend in Kims Büro gebeten. Er sah Susanne an. „Was will sie denn? Mein Auto steht unbeschadet vor der Tür, ich habe keinen erschossen….“ Grübelte er. Susanne lächelte. „Sie hat Besuch von einem Mann…“ erklärte sie. Ach und ich soll ihr helfen oder was?“ grinste Ben. „Nein…“ lachte nun auch Susanne. „Aber es scheint sehr wichtig zu sein, deshalb solltest du sie auch nicht mehr warten lassen…“ ermahnte sie Ben. „Geh ja schon…“ Ben knipste ein Auge zu und ging zum Büro von Kim Krüger. Er klopfte an und wartete brav bis ein „Herein“ ertönte. „Ben…schön das Sie da sind….das ist Lukas Springer….von der Sitte Düsseldorf….Ben Jäger Hauptkommissar und Dienstpartner von Semir Gerkan..“ stellte Kim den Besucher vor. Ben reichte dem Mann die Hand. „Was hat die Sitte mit uns zu tun?“ wollte Ben wissen. „Das kann ich Ihnen sicher am besten beantworten….Sie haben bei dem Unfall gestern eine Begegnung mit gut zwanzig schwarzafrikanische Frauen gehabt. Und deshalb bin ich hier. Die Damen wurden nach unserer Vermutung illegal über die Grenzen gebracht. Den genauen Vertriebsweg kennen wir nicht, aber wir vermuten, dass es die gleiche Bande ist hinter der wir im Augenblick her sind.“ Lukas Springer machte eine Pause. „Ah…und was ist Ihr Hintergrundwissen?“ harkte Ben nach und verschränkte die Arme. Er spürte eine leichte Antipartie gegen diesen Mann. „Nun..wir sind seit über drei Monaten hinter eine Bande von Schleusern her, die sich auf Schwarzafrika konzentrieren. Im letzten Monat haben wir einen Transporter sicher gestellt in dem wir acht tote Frauen gefunden haben. Zum Teil verwest….sie wurden scheinbar nach dem Transport nach Deutschland vergessen.“ Erklärte Springer. Er holte ein paar Bilder aus seiner Aktentasche und reichte sie Ben. „Okay…das ist übel…“ gab dieser zu als er die Bilder sah. „Ich würde mich über eine Zusammenarbeit freuen…“ erklärte Springer. „Und die werden wir selbstverständlich auch annehmen..“ kam von Kim. Ben nickte „Ja…klar…kein Ding….“

    „Tu doch was.“, schrie Semir seinen Partner an, während er versuchte, die Kontrolle über seinen Wagen nicht zu verlieren. Immer abwechselnd rammten ihn die beiden Fahrzeuge. „Was denn?“, erwiderte Ben und hielt sich klammernd am Armaturenbrett und am Haltegriff fest. „Schießen zum Beispiel.“, erwiderte Semir und schlug mit dem Lenkrad aus, stieg gleichzeitig auf die Bremse und fiel so gekonnt zurück. „Guter Gedanke....“, grinste Ben, entsicherte seine Waffe, lehnte sich aus dem Fahrzeug und schoss auf die beiden vor ihnen befindlichen Fahrzeuge. „Und versuch zur Abwechslung auch mal eines zu treffen...“, kam es stichelnd von seinem Partner. „Wenn dein Fahrstil nicht so daneben wäre, würde ich auch treffen.“, konterte der Jungkommissar und schoss auf die Reifen des ersten Fahrzeugs. Mit einem lauten Knall zersprang der erste Hinterreifen und das Fahrzeug kam ins Schliddern. „Siehst du... hab getroffen.“, kam es von Ben. „Schön, auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.“, konterte dieses Mal Semir und setzte sich neben den schlingernden Wagen, rammte ihn und drängte ihn so die Böschung hinunter. „Semir... Vorsicht.“, stieß Ben aus und deutete nach vorn. Der zweite Wagen bremste und versuchte, den BMW der beiden Polizisten auf das Hecke auffahren zu lassen, doch geistesgegenwärtig riss Semir das Steuer rum und dessen Wagen rauschte ebenfalls die Böschung hinab, kam neben dem anderen Wagen zum Stehen. Sofort sprangen Semir und Ben raus und gingen sofort in Deckung, richteten ihre Waffen noch auf die Straße, doch ihr zweiter Gegner rauschte davon. „Shit...“, stieß Semir aus und ließ seine Pistole zurück ins Halfter schnellen. „Semir... hilf mir mal hier...“, kam es von Ben, der die Tür des anderen Fahrzeugs aufgerissen hatte und nun versuchte, die bewusstlosen Männer aus dem Fahrzeug zu ziehen. Sofort war der Deutschtürke zur Stelle und half seinem Partner dabei, legte dem Mann gleichzeitig Handschellen an und ehe er sich versah, was passiert war, wachte er auf, die Hände gefesselt und vor ihm zwei grinsende, zufriedene, aber ebenso wütende Hauptkommissare.

    Gianna und Paolo lösten sich voneinander, zogen sich wieder an. Dann wandte sich der Mann um. „Wie willst du es schaffen, dass er frei kommt?“, wollte er wissen und sah Gianna an, die dann nur teuflisch grinste. „Keine Sorge, ich werde mich einfach als Zeugin melden, die den Mann im Auto gesehen hat und eine vollkommen andere Beschreibung abliefern, als sie auf Nico zutreffen würde. Dann werde ich ihm weiter auf den Nerv fallen, bis sein italienisches Temperament mit ihm durchgeht und er mich schlägt. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, ihn als Täter für Gianna präsentieren, während ich Franziskas Platz einnehme und dann machen wir ganz viele, kleine Paolos und Franziskas...“, lachte sie, nahm das Gesicht ihres Geliebten zwischen ihre Finger und verfing sich mit ihm in einen langen, intensiven und anhaltenden Kuss der Leidenschaft. „Es ist schade, dass wir so agieren müssen. Aber leider lässt Franziska sich nicht überreden sich von mir scheiden zu lassen. Wie gut, dass du ihre Zwillingsschwester bist. Somit kann sie sterben und als Gianna beerdigt werden. Du wirst die trauernde Schwester und ich den trauernden Schwager spielen. Wir werden ein tolles Theater hinlegen. Aber die beiden Bullen machen mir Sorgen. Was wenn die dahinter kommen?“, wollte Paolo wissen. Wieder lachte Gianna leise. „Nur keine Sorge….darum kümmere ich mich schon. Dieser keine Dummkopf in der KTU wird alles tun was ich von ihm verlange. Der arme Tropf meint doch tatsächlich, dass er Chancen bei mir hat…“, lachte sie laut. Paolo stimmte ein, doch sein Lachen erstarb genauso schnell wie es kam. „Sollte dich dieser Milchbubi auch nur einmal anpacken, dann werde ich ihn töten…“, versprach er.

    „Wer hat Sie beauftragt?“, wollte Semir wissen. Doch der Mann sagte nichts. „Einen Mordversuch an zwei Polizisten dürfte Sie für immer in den Knast bringen…“, warf Ben ein. Doch wieder kam nur ein Grinsen. „Schade…hat keinen Sinn…Gut…dann lassen wir ihn abführen. Ich hab gehört in Ossendorf sind auch einige Freunde, die solche Jungs bevorzugen…“, meinte Semir wie beiläufig. Der Mann zuckte zusammen. „Allerdings… wenn er uns was erzählen könnte, dann könnten wir ihn auch nach Aachen bringen, wo die sanften Jungs sitzen. Aber leider….“, tadelte Ben, der ahnte, was Semir vorhatte. Doch bei diesem Mann schien es nichts zu bringen. „Name?“, ging er nun die Sache neu an. Semir hob einen Ausweis hoch. „Hier steht Manuel Garciera… hört sich italienisch an. Ich habe Susanne schon beauftragt seine Daten zu holen. Ich nehme an, dass er kein Unbekannter ist.“, erklärte er. Ben nickte. „Herr Garciera…. Wer hat Sie beauftragt und wer waren die Anderen?“, wollte Ben erneut wissen. Manuel sagte nichts. Er verschränkte die Arme vor der Brust und sah die beiden nur an. „Bin gleich zurück.“, meinte Semir und verließ den Verhörraum. Im Nebenraum stand Kim Krüger und wartete auf ihn. „Und? Schient nicht sehr gesprächig zu sein…“, meinte sie nur. „Nein…stumm wie ein Fisch. Frau Krüger… diese Typen haben versucht uns von der Bahn zu drängen. Sie wollten uns umbringen, davon gehe ich aus.“, meinte Semir nachdenklich. „Gut…allein dafür können wir sie einsperren und dem Haftrichter vorführen. Allerdings sehe ich auch, dass dieser Versuch da er nicht gelang, noch einmal wiederholt werden kann. Wissen Sie was von den anderen?“, harkte Kim Krüger nach. „Bisher nichts. Die Kennzeichen waren gefälscht…. Die Kerle können wir nicht wirklich beschreiben, da wir was anderes zu tunt hatten….also müssen wir abwarten… abwarten bis es ein weiteres Mal geschieht…“, kam leise von Semir. „Das ist doch absurd!! Warum wollen Sie immer mit dem Kopf durch die Wand?“, wollte Kim wissen.

    Feede nur noch ich?????? Das kann ja wohl nicht wahr sein...

    Zur Story...Ben ist aber auch immer zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort.....die Granate wird ihn nicht verletzt haben denn er muss ja nun auch den Mord an den Journalisten aufklären, der ihn mit einer altertümlichen Waffe in Schacht gehalten hatte...hier geht es ja mächtig zur Sache...also weiter so und was mach Semir eigentlich? Wer gewinnt dort den Kampf? Der Körper oder der Geist??

    „Okay Herr Saum...sprechen wir doch mal tacheles...Ihre Sekretärin hat mir gesagt, das Sie Fuchs gern mit Sonderaufträgen versorgen. Genau wie heute...also was war in dem Tank? Und kommen Sie mir nicht wieder mit *ich weiß nichts...* Die Masche kenne ich schon zu genau denn die höre ich so ziemlich jeden, der hier drin sitzt. Ich will Ihnen mal was sagen. Bei diesem Unfall der durch Fuchs verursacht wurde, sind acht Menschen darunter auch er gestorben. Viele Verletzte und darunter sogar Kinder. Zwei Mädchen sind mit Verätzungen ins Krankenhaus und ein achtjähriger Junge wird nie wieder sehen können!! Was wenn ich die Eltern herbestelle und ihnen sage, das Sie es sind, für den der Mann fuhr? Würden Sie es ihnen dann erklären? Sorry...aber mein Fahrer fährt zwar für mich, nur hab ich keine Ahnung was und es ist mir auch egal?“ fauchte Ben Saum nur eine knappe halbe Stunde später im Vernehmungszimmer an. Saum sah ihn an. „Das ist doch nicht meine Schuld!! Ich habe nichts getan!!“ beschwor Saum. „Die Firma Friedrichs & Söhne wird auch noch überprüft.“ Versprach Ben. Saum schluckte. „Die Firma hat doch damit überhaupt nichts zu tun...“ erklärte er. Ben sah ihn an. „Ihre Sekretärin sagte dass Fuchs dort hin fuhr...“ widersprach Ben. „Das habe ich gesagt, ja...aber das stimmt nicht...“ erklärte Saum weiter. Ben setzte sich. „dann sind wir doch schon mal ein gutes Stück näher...also...wo hat Fuchs das Zeug geladen und wer steckt dahinter?“ wiederholte Ben die Frage. Doch bevor Saum antworten konnte klopfte es. „Ja?“ fragte Ben. „Dr. Kurt Gummerhaus...ich bin der Anwalt von Saum. Mein Klient verweigert ab sofort jede Auskunft...“ stellte sich der Mann vor und fest. Ben sah Saum an. „Das wird Ihnen nicht helfen...“ warnte er. „Wenn Sie meinen Mandanten noch einmal so kommen, werde ich eine Dienstaufsichtsbeschwerde schreiben. Kommen Sie, Herr Saum...“ lächelte Gummerhaus. „Er ist noch nicht entlassen!“ widersprach Ben sofort. „Haben Sie Herrn Saum festgenommen?“ harkte der Anwalt nach. „Nein...aber...“ fing Ben an. „Dann werden wir nun das Gebäude verlassen. Alles Weitere werden Sie mir mit abklären...“ lächelte der Anwalt und nickte Saum zu. Ben wusste nur zu genau, dass er nichts tun konnte. Er sah auf die Uhr und stellte fest, dass es schon wieder weit nach Feierabend war.

    Während Ben die Vernehmung von Volker Saum machte, lagen Semir und Andrea auf der Terrasse. Nach dem See wollten sie den letzten Tag bis zum Zubettgehen der Kinder noch genießen. Die Mädchen spielten direkt auf dem kleinen Platz vor ihnen. Semir sah seinen Töchtern beim Backen von Sandkuchen zu. Layla kam mit einer Schaufel ihres schönsten Kuchens zu Semir. „Papa...essen!“ bat sie .Semir nahm etwas von dem Sand und tat als würde er den Kuchen verzehren. „Sehr lecker mein Schatz...ist das Kirsche?“ fragte er die Zweijährige. „Ja...Kusche...“ nickte Layla. „Das heißt Kirsche...Kirrrr sche...“ berichtigte Ayda. „Kiiiiirrrrsche!!“ brabbelte Layla nach. „Mama!! Sie kann Kirsche sagen!!“ strahlte Ayda und gab ihrer kleinen Schwester einen dicken Schmatzer. Layla nahm einen Zipfel von ihrem Shirt und wischte an der Stelle wo Ayda sie küsste. „ihhhh...“ machte die Kleine. Semir sah Andrea nur an und lachte leise. Der Tag neigte sich dem Ende und gegen 18 Uhr machte Andrea das Abendessen für ihre Familie zu Recht. „Essen kommen!!“ rief sie aus dem Fenster ihrer Ferienküche und schon trabten die Drei an. „So...nun essen wir richtigen Kuchen..“ meinte Semir. „Kuchen darf man gar nicht am Abend essen!“ behauptete Ayda. „Warum denn nicht?“ wollte Semir wissen. Ayda lernte sehr viel in der Vorschule und schon bald war sie ein Schulkind. „Weil das viel zu schwer im Magen liegt. Man sollte abends nur ein Butterbrot essen ...ohne Wurst oder Käse...sondern nur mit Butter. Das ist bekömmlicher und der Magen kann schlafen...“ erklärte sie weise. Semir hörte ihr zu. Er liebte es wenn Ayda Erklärungen abgab die so kindlich einfach waren, das sie schon wieder genial waren. Eine Stunde später wurde Layla geduscht und kuschelte sich solange Ayda duschte, in den Armen ihres Vaters wo sie auch schon kurz darauf einschlief. Er brachte Layla vorsichtig ins Bettchen. Als endlich Ruhe war seufzte Andrea auf. „Dann werde ich mal die Koffer packen...“ stöhnte sie. Semir grinste und zog sie an sich. „Das machen wir morgen früh zusammen...lass uns noch türkisch kuscheln...“ schlug er vor und küsste sie.

    ups doppelpost...aber gut...

    Soso...die Nachbarin von Andrea udn Semir heißt wie ich...sehr schön....freut mich irgendwie.... Und Ben hat seine Nase zu tief in etwas hineingesteckt? Hoffentlich kann er sich aus der Lage befreien...ach ja und Semir....tritt deinen Körper in den Hintern....der hat sie nicht mehr alle...such dir einen neuen..auf sowas kann man sich doch nicht verlassen...und zieh dich gefälligst aus dem Wasser....

    „Kurt...ich bin es Volker….die Polizei ist eben bei mir und hat mich verhaftet…“ erklärte Volker und sah dabei die Polizisten an. „Sie sagen ich habe mich strafbar gemacht, weil ich Gefahrgut ohne Genehmigung transportiert habe. Einer meiner Fahrer ist tödlich verunglückt und hat dabei ein Chaos auf der Autobahn verursacht...“ erklärte Volker weiter nachdem er zugehört hatte. „ Gut….das ist das Revier…..der…der“ Volker sah Jäger an. „Autobahnpolizei Neuss.“ gab dieser bekannt. „Autobahnpolizei Neuss…Ben Jäger …“ gab Volker weiter. Kurz darauf legte er auf. „Ich werde keine Aussage machen, solange mein Rechtsbeistand nicht vor Ort ist…“ gab er bekannt. Ben nickte. „Das ist Ihr gutes Recht. Kommen Sie bitte!“ forderte er Volker auf. Dieser stand auf und verließ mit dem Polizisten das Büro. „Sonja....sagen Sie bitte für heute alle Termine ab. Die Herren hier wollen unbedingt mit mir sprechen..“ bat er seine Sekretärin freundlich. „Haben Sie etwas Ungesetzliches getan?“ fragte sie erschrocken. „Nein...keine Sorge...ist nur eine Überprüfung...“ lächelte Volker. „Vielleicht..“ knurrte Ben. „Auf Sie komme ich auch noch zurück, sollten sich Fragen ergeben..“ kündigte er an. Sonja reckte sich und zeigte ihren tiefen Ausschnitt, der nicht mehr viel verbarg. Volker Saum atmete tief ein und sah sie warnend an. Ein Blick den Ben falsch interpretierte. „Ich komme darauf zurück..“ versprach er freundlich. Er brachte Volker Saum raus um mit ihm in die PAST zu fahren. Doch bevor er abfahren konnte überlegte er es sich anders. Er machte Saum kurzerhand mit den Handschellen am Haltegriff fest und ging noch einmal ins Büro. „Frau...“ fing er an. „Sonja reicht..“ gab sie kokett zu verstehen. „Okay... Sonja...was für ein Verhältnis hatten Sie zu Herrn Fuchs?“ fragte er. „Ich? Wir sind....waren Kollegen...mehr nicht..“ antwortete sie. „Wir haben im Fahrzeug von Fuchs keine Frachtpapiere gefunden. Können Sie mir sagen, was er geladen hatte?“ harkte er nach. „Nein....Fuchs fuhr für Herrn Saum und das war, soweit ich weiß ein Sonderauftrag. Die bearbeitet Herr Saum immer selbst...“ gab sie zum Besten.

    „Setzt Ihr Chef die Fahrer unter Druck?“ fragte er direkt. Sonja sah ihn an. „Wie meinen Sie das?“ wollte sie wissen. „Nun...Herr Fuchs hat viel länger am Steuer gesessen, als vorgeschrieben. Und dann hat der Sekundenschlaf ihn übermannt und er ist eingeschlafen...sein Wagen fuhr auf und schob mehrere Fahrzeuge ineinander. Der Tank seines Wagens ist beschädigt worden...und was dort auslief, war nicht ungefährlich. Ein achtjähriger Junge ist vielleicht für immer blind!“ erklärte Ben weiter. „Joachim Fuchs wurde bei dem Unfall regelrecht aufgespießt...er war tot bevor wir ihn fragen konnten....wollen Sie nicht helfen? Wollen Sie wirklich auch daran Schuld haben, dass Kinder schwer verletzt wurden, das Personen starben?“ harkte er hart nach. Sonjas Hände zitterten, als sie ihm die Akte von Fuchs gab. „Ich weiß doch nichts...hören Sie...es tut mir unendlich Leid, aber...ich...ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ich ...weiß nicht was der Wagen geladen hatte...“ kam bestimmt von ihr. Sie wurde immer nervöser. „Haben Sie Angst vor Saum?“ versuchte Ben nun. „Nein...ich habe keine Angst vor ihm. Er ist arrogant und herrschsüchtig. Ja...er setzt die Fahrer unter Druck. Fuchs hat es aber nie getan...er hat seine Sicherheit immer an erster Stelle gestellt...“ gab Sonja nun zurück. In ihrer Stimme lag Wut. „Fuchs war doch sicher nicht der einzige Fahrer, der solche Touren fuhr oder?“ ließ Ben nicht locker. „Nein...ja....natürlich...es gibt andere Fahrer, aber die haben eher den Part Umzüge zu machen..“ gab Sonja zurück. „Also gut...und Sie haben wirklich keine Ahnung was Fuchs geladen hatte?“ versuchte Ben erneut. „Nein...aber...ich weiß....ich weiß das der Auftrag von Friedrichs & Söhne kam. Aus Düsseldorf...“ lenkte Sonja nun ein. Ben lächelte. „Danke...vielleicht muss ich Sie noch einmal befragen...“ meinte er und stand auf. „Ich werde hier sein...“ versprach sie.

    Gianna sah genüsslich zu, als Nico abgeführt wurde. „Mein armer kleiner Nico….aber das ist die Strafe dafür, das du mich ablehnst.“, sagte sie leise. Sie griff zum Telefon und rief Jürgen an, der immer noch seinen Dienst bei der KTU ableistete. „Was hast du über unsere beiden Freunde herausgefunden?“, wollte sie wissen. „Ja….der jüngere von den Beiden ist Ben Jäger, Kriminalhauptkommissar, allein stehend. Er ist der Sohn von einem gewissen Konrad Jäger, dem Baumogul aus Köln. Der Andere ist Semir Gerkhan, verheiratet, eine Tochter und ein weiteres Kind ist unterwegs.“, hörte sie Jürgen sagen. „Das ist sehr gut…dann werde ich mich mal darauf bereit machen, diese beiden Herren in ihre Grenzen weisen. Sie werden noch sehen, dass es gefährlich ist sich mit mir anzulegen.“, grinste sie und legte auf. Jetzt war die erste Stufe ihres Planes getan. Jetzt musste sie nur dafür sorgen, dass Nico vorerst frei kam und dann auf sie losging. Dann konnte sie ihren Kern des Planes in die Tat umsetzen. Sie zog ihre Mütze tief ins Gesicht und machte sich auf dem Weg zu ihrem Geliebten, mit dem sie sich immer heimlich traf. Eine kleine, abgelegene Pension diente beiden als Treffpunkt. Gianna ging zur Rezeption und sah den Mann dahinter an. „Guten Tag... ist mein Mann schon da?“, wollte sie von dem Rezeptzionist wissen. „Darf ich ihren Namen wissen?“, bat der Mann und sah in den Computer vor ihm hinein. „Franziska Rosenfeld...“, erklärte Gianna mit vollster Überzeugung. Der Mann tippte den Namen ein und lächelte dann. „Gut, Frau Rosenfeld, ihr Mann ist tatsächlich schon da... er wartet auf ihrem Zimmer... 23... zweiter Stock.“, gab er bekannt und so schnell er gucken konnte, sprintete die junge Frau wie eine Gazelle die Treppen hinauf.

    Paolo Rosenfeld saß auf seinem Bett und sah sich das Bild seiner großen Liebe an. „Ach Gianna... bald sind wir wieder vereint. Das verspreche ich dir... Franziska hat sich zwischen uns gedrängt. Das ist mir jetzt klar... sie hat es mir selbst in einem Anfall von Alkohol gestanden. Jetzt ist mir alles klar geworden...“, ging es bei ihm los. „Dann weißt du ja, was zu tun ist.“, kam es von Gianna, die plötzlich in der Tür stand. Sofort drehte sich Paolo um und sah seine große Liebe mit strahlenden Augen an. „Da bist du ja endlich. Hat alles geklappt?“, wollte er wissen und umarmte sie, strich ihr liebkosend über die Oberarme. „Du weißt doch, was ich in die Hand nehme, klappt auch. Jetzt müssen wir nur noch dafür sorgen, dass Nico so sauer auf mich wird, dass er auch als Mörder von Gianna in Frage kommt.“, lachte sie und erwiderte seine Liebkosungen. „Komm, ich muss bald wieder zurück nach Hause. Seid einiger Zeit ist Franziska vollkommen unerträglich geworden. Ich glaube, sie ahnt was.“, stieß er aus und küsste währenddessen Giannas Hals, zog sich gleichzeitig sein Hemd und die Hose aus. „Geduld, Liebster, nur Geduld. In drei Tagen ist alles vorbei und dann können wir unser Leben führen, wie wir es immer vorgehabt haben. Kinder, ein Haus und einen Hund.“, säuselte sie und nahm seine Hände von der Hose. Sie zog ihm selbst die Hose aus und strich ihm über die in der Unterhose befindliche Beule. Alsbald landeten die beiden Verschwörer in dem großen Bett, liebten und liebkosten sich. Das Bett wackelte hin und her, barst fast unter den Bewegungen der beiden Leute. Immer und immer wieder liebten sie sich, küssten sich und fühlten sich innig verbunden.

    „Herr Fiancelli, ich frage sie, warum diese Saite neben der Leiche gefunden wurde?“, ging es im Büro von Olaf Bräuning mit dem Verhör des Deutschitalieners vonstatten. „Was weiß ich denn... Ich sage ihnen doch, ich war bei einer der wunderbarsten Frau der Welt.“, stieß Nico aus und vergrub sein Gesicht vollkommen verzweifelt in seinen Händen. „Herr Fiancelli, ich will nur wissen, an wen sie in letzter Zeit solche Saiten verkauft haben... denn ich bin sicher, so blöd sind sie nicht, dass sie eine ihrer eigenen Saiten benutzen.“ „Ach, das klang aber gerade noch ganz anders.“, fauchte der Deutschitaliener und sah auf, als die Tür aufging. „So Frau Kunze, kommen sie. Jetzt machen wir zusammen eine Phantomzeichnung.“, meinte Lars Weinheimer zu Carola, doch die verwurzelte in der Tür, deutete auf Nico und stammelte nur aufgeregt: „Da, das ist der Mann.“ „Sind sie sicher?“, kam es von Lars. „Ja, ja, ich bin mir sicher.“, meinte sie und verkroch sich förmlich hinter Lars. „Das... das ist doch Blödsinn.... ich bin unschuldig... ich war bei einer Freundin.“, kam es erschrocken von Nico, als er merkte, dass ihm die Schlinge um den Hals gelegt wurde. „Diese Zeugenaussage ändert alles.“, meinte Olaf plötzlich und wollte Nico packen, als die Tür erneut aufgestoßen wurde. „Lassen sie sofort den Mann in Ruhe.“, fauchte Ben und stieß den Kollegen aus der Stadt unsanft zurück in dessen Stuhl. „Nico ist kein Mörder.“ „Sie sind bestimmt Gerkhan und Jäger von der Kripo Autobahn?“, kam es von Lars Weinheimer. „Ganz richtig und wir können bestätigen, dass Nico... also Herr Fiancelli... bis zehn Uhr bei einer Freundin war.“, kam es überzeugt von Semir.

    Volker Saum saß in seinem kleinen Büro und betrachtete die Fahrpläne. „Verdammt...wir sind zu langsam. Wo ist denn Fuchs wieder? Der Mistkerl pennt nur noch. Und so einer will zur Konkurrenz gehen...Tse..“ regte er sich auf. Sonja Baum, seine Sekretärin hörte es und ging in sein Zimmer. „Ich kann versuchen ihn zu erreichen..“ schlug sie vor. Saum sah sie an. „Wenn ich will, dass du mitdenkst dann werde ich es dir schon sagen..“ fauchte er sie an. Sonja zog die Augenbrauen hoch und wollte gerade zur Antwort ansetzen als ein junger Mann mit wuscheligem Haar und einem Dreitagebart eintrat. Sie ging zur Anmeldung um den Kunden zu empfangen. „Guten Tag...“ grüßte sie freundlich. „Ben Jäger....Kripo Autobahn“ stellte sich der Mann vor und hob einen Ausweis. „Ich würde gern mit dem Inhaber Herrn Saum sprechen...“ hängte er an. Sonja sah kurz in das Büro und nickte. „Der nette Herr dort..“ lächelte sie den Besucher an. Dieser ging ins Zimmer und klopfte gegen den Türrahmen. Volker Saum erschrak und stand auf. „Verdammt Sonja!!! Ich habe doch keine Zeit!!“ schrie er durch das Büro. „Pardon...Herr Saum...aber Sie wollten mir sagen, wenn ich mitdenken soll..“ meinte sie schnippisch und lächelte ihn an. Der Polizist grinste verschmitzt. Süß...dachte sie nur. Volker Saum konnte nichts mehr sagen, er sah sie nur an. Sonja lächelte zufrieden. Manchmal musste sie Volker in seine Schranken weisen um ihn zu zeigen, dass sie nicht das dumme Blondchen aus dem Vorzimmer ist, was er herumkommandieren konnte wie es ihm gefiel. Der Besucher setzte sich und da die Tür nicht geschlossen wurde, konnte sie hören das Thema war. Als sie hörte, dass Joachim Fuchs tot war, schluckte sie und wurde blass. „Darf....darf...ich dem Herren was zu Trinken anbieten?“ fragte sie stockend. „Nein danke....wir sind auch schon fast fertig..“ lehnte der Besuch ab. Sie wandte sich zum gehen ohne Saum zu fragen, ob er vielleicht etwas trinken möchte und machte ihm so deutlich, dass er sie verletzt hatte.

    „Mein Gott…der arme Mann…und…die Familie…wie grausam…“ stieß Volker aus. Er musste nicht geschockt tun, denn er war es wieder. Doch innerlich ärgerte er sich um die Unvorsichtigkeit von Fuchs. Jetzt wo er mit dem LKW verunglückt war, wurden die Chemikalien entdeckt, die er transportierte. Dabei war der weder der Wagen noch die Spedition dafür ausgelegt. Er musste Kurt informieren. Er musste ihm wissen lassen, dass sie eine Weile Pause machen mussten. „Ihr Fahrer hatte einen tödlichen Cocktail an Bord. Mehrere Menschen sind wegen Verätzungen der Haut, der Atemwege und der Augen im Krankenhaus. Was hatte das Fahrzeug geladen?“ wollte Jäger wissen. „Das steht doch in den Papieren…ich müsste sie mir raussuchen lassen..“ stammelte Volker. Ben Jäger nickte. „Dann tun Sie das doch bitte, denn Papiere hatte Ihr Fahrer nicht mit. Um die Behandlung der Verletzten genauer vollziehen zu können müssen die Ärzte wissen, was es war…“ lächelte er ruhig. „Ja..sicher…ich..ich lasse sie raussuchen..“ nickte Volker. „Das wäre sehr nett…“ wiederholte Jäger. Saum wollte aufstehen und es Sonja sagen, als Ben Jäger ihn ansah. „Ich werde es Ihrer netten Vorzimmerdame mitteilen…“ gab er bekannt und stand auf. „Danke…das…kann ich auch machen..“ versuchte Volker den Mann zurück zu halten. Er musste verhindern, das Sonja in ihrer Wut dem Bullen was sagte. Das könnte ihr den Job und ihm den Kopf kosten. Doch der Polizist ließ sich von seinem Vorhaben nicht abhalten. „Darf sich Ihre Sekretärin nicht mit mir unterhalten? Haben Sie etwas zu verbergen oder was?“ harkte er direkt nach. „Nein...nein....“ widersprach Saum sofort. „Na also...dann dürfen Sie nun weitermachen, während ich mich von Ihrer Sekretärin alles heraussuchen lasse...“ lächelte Ben und stand auf. Nur wenig später kam er zurück. „Herr Saum….aus den Papieren geht hervor, dass die Substanzen im Fahrzeug extrem ätzend waren. Keine genaue Bezeichnung was es war und das ist ein Verstoß gegen die Kennzeichnungsverordnung von Gefahrgut. Außerdem ist Ihre Firma für solche Transporte nicht ausgebildet. Weder Joachim Fuchs noch Sie….geschweige denn die Fahrzeuge sind dafür zugelassen. Sie sind uns ein paar Erklärungen schuldig…“ gab Ben Jäger von sich. „woher…wollen Sie das wissen?“ fragte Volker heiser. „Wir haben uns über Ihre Firma informiert….Sie haben sich damit strafbar gemacht. Würden Sie bitte mitkommen?“ bat Ben Jäger es ausgeführt hatte. „Ich werde erst meinen Rechtsanwalt anrufen!“ gab Volker bekannt und griff zum Telefon.

    Der Samstag kam und somit der letzte Urlaubstag für Semir. Sie fuhren an den nahe gelegenen See mit Sandstrand. „Ach schade...dass wir schon morgen wieder fahren müssen. Es ist so schön hier..“ meinte Andrea als sie mit ihm am See saß. Die Kinder spielten völlig versonnen im warmen Sand. „Ja stimmt. Aber Montag muss ich wieder arbeiten...dann ist der Alltag wieder da.. Dann hat die Autobahn mich wieder und die bösen Jungs müssen vorsichtig sein.“ grinste Semir. Andrea küsste ihn. „Ja...dann kommt der türkische Hengst und macht sie alle fertig...“ lachte sie. „Machst du dich über mich lustig?“ harkte Semir nach. „Niemals...mein Held...niemals...“ gab Andrea ernst zurück. „Dann lass uns den heutigen Tag genießen.“ Hängte sie an. Semir legte sich zurück und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. „Du hast Recht.... es ist herrlich und ich habe jetzt schon gute sechs Nächte ohne Alpträume gehabt. Es war alles nur die Arbeit, die mich so geschlaucht hat. Ich denke ab nächste Woche werde ich meinen Dienst wieder viel leichter durchziehen. Kaum Überstunden machen. Viel mehr Zeit für euch.“ versprach er. Andrea nickte. Sie kannte die Versprechen und wusste im Grunde genommen wie Semir, das daraus nichts werden würde. „Wenn ich daran denke, das Ayda nun schon in die Schule kommt....sie wird sicher sehr gut sein..“ sinnierte Semir. „Ja...sie wird sicher eine Musterschülerin sein. Sie kann jetzt schon lesen und schreiben. Wenn auch mit ihrem eigenen Stil..“ gab Andrea zu. „eigener Stil? Was meinst du damit?“ harkte der Deutschtürke nach. „Nun ja...sie schreibt Eskimo mit einem großen S und dann kimo dahinter. Ist auch eine Schreibweise. Zwar falsch aber immerhin...oder auch andere Worte, sie ergeben ohne Zweifel Sinn..“ erklärte Andrea nachdenklich. „Meine Tochter ist halt wie ich..“ lachte Semir. „Warum wie du`?“ harkte Andrea sofort nach. „Nun ja... gerade so viel wie nötig und nicht mehr...wie ich mit meinen Berichten...“ gab er zurück. Andrea nickte. 2Was sagt Krüger eigentlich zu deinen Berichten, wenn sie so oberflächlich sind?“ fragte sie. „Da steht sie der Engelhardt in nichts nach. Was hältst du eigentlich davon, wenn wir Frau Engelhardt auf dem Nachhauseweg besuchen? Sie wohnt in Neuss...“ schlug er vor. „Eine sehr gute Idee. Dann fahren wir morgen etwas früher los und besuchen unsere Chefin. Die freut sich bestimmt wenn sie uns sieht. Und die Kinder...sie weiß ja nicht einmal, dass du schon zwei Töchter hast...“ stimmte Andrea ein.

    „Meine Tochter ist sehr labil….sie kann nicht mit Ihnen sprechen. Aber ich werde es tun. Wie ist Joachim ums Leben gekommen?“ harkte sie nun nach. „Frau….“ fing Ben an. „Meierroht…Susanne Meierroht…“ gab die Frau zurück. „Frau Meierroht….Herr Fuchs ist so vermuten wir dem Sekundenschlaf zum Opfer gefallen. Er ist mit fast 100 km/h auf das Ende eines Staus gefahren und wurde durch eine Eisenstange aufgespießt…jede Rettung kam zu spät. Er verstarb noch am Unfallort…“ erklärte er vorsichtig. „Oh mein Gott….was für eine grausame Art zu sterben. Aber ich habe es kommen sehen…dieser Saum….er hat ihn immer wieder gedrängt länger am Steuer zu sitzen als gut ist. Ich habe ihm in den Ohren gelegen sich einen anderen Job zu suchen. Und ich hatte es tatsächlich geschafft…er hat gekündigt. Zum nächsten Ersten sollte er bei einem großen Spediteur anfangen…Mehr Geld, weniger Druck….und jeden Abend zuhause…das war es, was Vicky brauchte…und jetzt….was soll denn nun aus ihr und den Kindern werden?“ fragte sie. „Das wissen wir nicht….aber noch etwas….Herr Fuchs hat chemische Stoffe gefahren. Hatte er einen Gefahrgutschein?“ harkte Ben nach. „Das weiß ich nicht…aber Saum ist doch eine ganz normale Spedition…Umzüge…Silotransporte….Giftmüll? Nein…das glaub ich nicht…dieser Saum ist nur geldgierig und vermutlich hat man ihm für diesen Transport so richtig tief in die Tasche gewirtschaftet…da sieht er auch über Gesetze hinweg..und nun ist Joachim tot….meine Tochter völlig verzweifelt..und meine Enkel….sie müssen ohne Vater aufwachsen…“ stöhnte sie. „Sie wissen aber nicht, ob die Firma Saum es öfter macht oder?“ fragte er. „Nein….Joachim sagte mir vor einigen Tagen dass er einen sehr lukrativen Turn machen musste und für zwei Tage nicht nach Hause kommen würde. Und das er danach….mit …mit Vicky und den Kindern….sie wollten in Urlaub fahren….Versprechen Sie mir eins?“ bat sie Ben. Dieser nickte. „Bringen Sie Volker Saum dafür hinter Gitter…er hat Schuld das Joachim tot ist…das weiß ich..“ fauchte sie. Er lächelte sanft. „Wenn er schuldig ist, dann wird er mit Sicherheit eingesperrt werden und mit ihm alle die da mit drin stecken...“ versprach er als er sich verabschiedete.

    Ben und Semir trafen sich auf dem Parkplatz. „Morgen….Partner…“, begrüßte Semir Ben. „Ja….morgen…morgen...“, murmelte Ben verschlafen. „Oh…bist du immer noch müde?“, lachte Semir. „Ja bin ich….Boah…ich habe Magenschmerzen. Ich glaube die Baguettes die ich gestern gegessen habe waren schlecht.“, stöhnte Ben. Semir lachte noch lauter. „Das denke ich nicht…aber vielleicht hättest du sie nicht alle auf einmal essen sollen…“, empfahl er. „Danke für dein Mitgefühl…wirklich sehr nett.“, fauchte Ben zurück. Gemeinsam gingen sie ins Gebäude. „Oh…morgen Semir, morgen Ben…ich habe frische Mettbrötchen in der Küche…“, begrüßte Susanne die Hauptkommissare und biss in eines der deftig riechenden Brötchenhälften. Ben sah angewidert weg. „Was hast du denn?“, wollte Susanne wissen. „Magen verdorben…“, grinste Semir und knuffte Ben in die Seite. Dieser brummte nur und verzog sich in sein Büro. „Willst du wenigstens eins, Semir?“, wollte Susanne wissen. „Oh ja... gerne...“, grinste der Deutschtürke nur und nahm gleich zwei davon mit, ging mit den Brötchen ins Büro. „Das machst du jetzt nur, um mich zu ärgern, was?“, kam es stöhnend von Ben, der sich seinen geschundenen Bauch rieb. „Jaaaaaaaa....“, grinste Semir und biss herzhaft in sein zweites Frühstück hinein, holte dann aber aus einer der unteren Schubladen seines Schreibtisches eine Packung mit Magentabletten heraus. „Hier, die helfen dir... du solltest sie allerdings mit Wasser, anstatt mit Kaffee hinunterspülen.“, mahnte Semir und Ben ging sich ein großes Glas Wasser holen.

    Während sein Partner auf dem Weg zur Küche war, kam Kim Krüger ins Büro. „Semir? Könnte ich Sie und Ben bitte in fünf Minuten in meinem Büro sprechen?“, bat sie den am Tisch sitzenden und frühstückenden Kommissar. Schlagartig hörte dieser auf zu kauen und sah zu seiner Chefin mit gefüllten Wangentaschen hoch. „Hat das noch etwas Zeit oder soll es sofort sein?“, wollte er wissen. „Nein, bitte sofort... in fünf Minuten, aber schlucken sie erst runter und wischen sie sich die Krümel ab, bevor Sie zu mir kommen.“, erwiderte Kim gelassen und grinste nur. Sofort wischte sich der Deutschtürke mit dem Handrücken die Krümel aus dem Gesicht und packte das Brötchen zurück in die Frischhaltefolie, als Ben wieder ins Büro kam. „Brauchst dich gar nicht erst hinzusetzen. Wir sollen gleich zur Chefin kommen.“, meinte Semir und grummelnd folgte der Jungkommissar seinem Partner ins Büro von Kim. „Meine Herren, ich habe gerade erfahren, dass sie gestern freiwillig Überstunden geschoben haben... Darf man fragen, warum?“, fing Kim gleich an, ohne, dass sie abwartete, ehe die Tür geschlossen war. Jetzt mussten sich beide Kommissare etwas einfallen lassen. „Wir... wir haben Personenschutz für einen von einer Stalkerin verfolgten ... ähm ... Mitbürger übernommen.“, erklärte Ben schnell und versuchte, seine Nervosität durch ein aufgesetztes Lächeln zu unterbinden und die Lüge dadurch noch zu stärken. Kim hob ihre Augenbrauen an. „So? Und darf man fragen, um wen es sich handelt und warum gerade sie sich dafür bereit erklärt haben?“, kamen schon die nächsten, ziemlich böse klingenden Fragen aus dem Mund der Chefin. Nun war guter Rat bei beiden teuer. Schnell musste eine Ausrede her. Doch was, wenn nicht die Wahrheit konnte sie jetzt noch retten.

    „Tja, das wird ein bisschen schwierig, Meister.“, meinte Lars zu dem Zuhälter, der sich ihm gegenüber ziemlich feindlich verhielt. „Ihre kleine Geldmatte ist nämlich gestern Abend ermordet aufgefunden worden und so, wie ich sie vorhin verstanden habe, hätten sie ihr nur zu gerne das Lebenslicht ausgeblasen.“, fauchte Lars, an dessen Sprache man gut hören konnte, dass er von den Straßen der Problemviertel dieser Stadt stammte. Aber er wurde nie wie seine Schulkameraden. Er wollte immer raus aus diesem Haufen Elend und hatte es geschafft. Doch nie vergas er, wo er herkam, da ihn die meisten seiner Fälle immer daran erinnerten. „Das... das war doch nur so daher gesagt... Man, sie war für mich lebend mehr wert. Meinen sie, das alte Gestell hier bringt mir die Miete alleine ein?“, fauchte Thomas und deutete auf Carola, die sich inzwischen in eine weit genug entfernte Ecke zurückgezogen hatte, aber immer noch so dicht bei den Männern, dass sie alles hören konnte. „Sagen sie, auch, wenn ich mir die Antwort schon fast denken kann, aber besitzen sie ein Musikinstrument?“, wollte Lars wissen. „Ein was?“, kam es erstaunt von Thomas wieder. „Schon gut... Frauchen, weißt du, wer als letztes mit Jessica Winkler zusammen war oder wie ihr letzter Kunde ausgesehen hat?“, wollte er von Carola nun wissen. „Nein, wir standen an unserem Stammplatz und es war gestern nicht viel los. Gegen halb zehn kam dann ein Wagen angefahren und ich sagte zu Jessi, dass sie den Kunden haben darf. Oh Gott... wenn ich ihn genommen hätte, dann würde sie noch leben.“, schluchzte sie los. „Würdest du bitte mit mir ins Büro kommen und den Mann unserem Phantomzeichner beschreiben?“, bat er. Carola nickte und ging mit.