Beiträge von Elvira

    dann will ich den Hunger mal stillen....gell Elina

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    Ben sah auf, als die Kollegen eintraten. Sie brauchte tatsächlich fast zwei Stunden bis sie hier erschienen. „Na endlich!! Sie steht unter Schock….und ab sofort unter Polizeischutz. Die Spurensicherung ist bereits unterwegs. Ich muss zu Semir…er meldet sich nicht…“ gab er bekannt und verließ das Haus. Er fuhr mit Blaulicht und Sirene zum Haus von Saum. Semirs Wagen stand davor und die Tür von dem Haus war offen. Eine dumpfe Ahnung ließ Ben die Waffe ziehen. Er hörte wie jemand würgte und sich übergab. Vorsichtig und immer auf Deckung bedacht ging er dem Geräusch nach. Im Wohnzimmer sah er dann die Person. „SEMIR!!“ schrie er als er erkannte wer dort würgte. Er rannte zu ihm und löste die Handschellen. „Boah…was ist passiert?“ wollte er von seinem Partner wissen, doch dieser sah ihn nur mit glasigen Augen an. „Ben…..“ lallte er fast unverständlich. „Wer war das? Was ist mit dir passiert?“ versuchte Ben herauszufinden. „Ich… ich… hab… nichts… erzählt… ich…hab…geschwiegen…“ gab Semir mit schwerer Zunge zurück. „Was hast du nicht erzählt? Du bist voll wie tausend Russen!“ stieß Ben aus. Ben zog ihn vorsichtig hoch und ließ ihn auf die Couch nieder. „Leg dich hin...“ befahl er. Semir tat es und schon hatte er die Augen geschlossen und schief ein. „Ein ganz schönes Chaos…“ murmelte Ben und sah sich weiter um. Hier war nichts mehr heile. Die Kissen waren zerschnitten, der PC zerstört. Ben sah noch einmal auf Semir. Was sollte er nun tun? Am besten war es wenn er einen Arzt rief, der sich um ihn kümmerte. Wer weiß was man ihn eingeflößt hatte. Er griff zum Handy und rief Frank Weißberg an, ein Freund und der Hausarzt der Familie Jäger. „Frank..hier ist Ben…hör mal…ich brauche deine Hilfe…. Könntest du in die Sudermannallee 3 kommen….ich habe hier einen Fall für dich.“ bat er als sich der Mann meldete. „Klar…bin gleich da…“ versprach dieser. Ben beendete das Gespräch und sah sich um. Ihm fiel dass völlig zertrümmerte Laptop auf, das in der Ecke lag. „Na…das ist Arbeit für Hartmut…“ grinste er, nahm dass Laptop und legte es in sein Auto.

    Frank Weißberg fuhr zu der angegebenen Adresse und betrat das Haus als Ben Jäger ihn rein winkte. „Hallo Ben..was hast du für mich?“ wollte er wissen. In der linken Hand trug er seine Arzttasche. „Hier…mein Freund scheint unfreiwillig ziemlich viel an Alkohol genossen zu haben..“ gab Ben von sich. Frank sah ihn an. „Unfreiwillig? Soll das heißen man hat ihn gezwungen zu trinken?“ wollte er wissen. Ben nickte. „Das vermute ich. Mein Kollege hier hat sich immer im Griff außerdem war er im Dienst…“ verteidigte Ben Semir. Frank untersuchte den schlafenden Mann, der grunzende Geräusche von sich gab. „Er hat einiges getrunken…..aber sein Alkoholgehalt kann ich so nicht feststellen. Du solltest ihn einfach ausschlafen lassen. Er wird sicher noch ein paar Stunden im Tiefschlaf liegen und dann mit einem Mordsschädel aufwachen…“ grinste Frank. „Ich würde es auch lustig finden, wenn es freiwillig geschehen wäre, aber so…kann man nichts machen?“ wollte Ben wissen. „Leider nein…da sind meine medizinischen Kenntnisse auch an ihre Grenzen…lass ihn einfach ausschlafen. Bring ihn nach Hause und leg ihn dort ins Bett…ich hoffe nur, er hat eine verständnisvolle Frau…“ lachte Frank und verabschiedete sich wieder. Ben stand wie ein verlorenes Kind vor seinem schlafenden Partner. „Na…komm…ich bring dich nach Hause….“ murmelte er und zog Semir von der Couch auf seine Schultern. Dann trug er ihn raus und führ mit ihm nach Hause. Andrea staunte nicht schlecht, als Ben Semir hineintrug. „Was ist mit ihm passiert?“ wollte sie wissen. „Er hat es nicht freiwillig getan. Soviel weiß ich...“ erklärte Ben und sah sie an. „Er ist betrunken!“ stieß Andrea aus. „Andrea…ich weiß, aber ich habe ihn gefesselt in der Wohnung eines Ermordeten gefunden…..und er sagte mir, dass er nichts verraten hatte….also muss man ihn den Alkohol eingeflößt haben und er konnte sich nicht wehren…lass ihn einfach schlafen….okay…?“ bat er die Frau seines Partners. Andrea nickte leicht.

    „Was ist mit Saum?“ stellte Semir die Gegenfrage. Ben schüttelte den Kopf. „Scheiße…“ gab Semir nur zurück. Ben drehte sich zu Sonja um, die verängstigt in der Ecke am Boden hockte. ER ging zu ihr und half ihr auf die Beine. „Ist er…? Ich meine…ist er tot?“ fragte sie mit tränenerstickter Stimme. „Leider ja….“ Gab Ben zurück .Semir kam zu ihnen und reichte ihr ein Glas Wasser. „Frau Baum….es ist alles in Ordnung….hören Sie…Sie sind die Einzige, die uns helfen kann den feigen Mörder von Saum zu bekommen. Helfen Sie uns….bitte. Nur so können wir den Täter fassen und ihn vor Gericht stellen. Wollen Sie nicht auch, das er dafür bestraft wird?“ versuchte Semir sanft. „Doch..natürlich…das hat Volker nicht verdient…er war ein mieser Chef, aber ein…ein wunderbarer Mann…“ weinte Sonja wieder. „Okay…sagen Sie uns was Sie wissen….bitte..“ forderte Semir sie auf. Sonja nickte. „Volker hat alle Unterlagen, die mit den Transporten von dem Mädchen zusammenhängen zu Hause aufbewahrt. Die mit dem Giftmüll war eine weitere Möglichkeit die Firma zu retten. Sie steht nicht ganz gut da…sie schreibt rote Zahlen und….“ schluchzte Sonja. „Waren die Fahrer eingeweiht?“ harkte Ben nach. „Nur Fuchs…die Anderen wurden gar nicht auf solche Touren geschickt. Versprechen Sie mir, dass Sie den Mistkerl bekommen?“ bat Sonja. „Sie kennen den Hintermann?“ wollte Semir sofort wissen. „Nicht persönlich…aber ich habe gehört, wie Volker mal sagte, dass man sich auf den Mann in der Kirche immer verlassen kann…“ gab Sonja zum Besten. „Woher wissen Sie das?“ kam von Ben die nächste Frage. „Ich habe Volker bei einem Gespräch belauscht…das war nach einer heißen Nummer und…er dachte wohl, dass ich schlafe….“ Kam leise und traurig von ihr. „Haben Sie auch gehört wie der Mann hieß?“ fragte Semir nun wieder. „Nein….Volker hat ihn nicht mit Namen angesprochen sondern immer „Hochwürden“ gesagt.“ sagte Sonja aus. „Bitte…ich will hier weg….bitte..“ flehte sie weinend. „Ben…kümmerst du dich um sie, ich fahre in Saums Wohnung..“ bat Semir. Ben sah ihn an. „Hältst du das für eine gute Idee?“ harkte er nach. „Ich bin schon groß…“ lachte Semir und verschwand. Ben sah ihm besorgt nach.

    Während Ben auf die Kollegen wartete, fuhr Semir zu der Wohnung von Saum. Er brauchte eine knappe Stunde bis er die Sudermannallee erreicht hatte. „Whow…arm war er jedenfalls nicht…“ staunte Semir als er das Haus sah. Er ging zur Tür und wollte sie gerade mit dem Dietrich öffnen, als er bemerkte, dass sie schon offen war. Gewaltsam geöffnet, soviel stand fest. Semir zog seine Waffe und spannte den Hahn. Dann ließ er vorsichtig die Tür aufgleiten und sah aufmerksam hinein. Er ließ sich in die Wohnung fallen, rollte sich ab und zielte in den nächstgelegenen Raum. Nichts war zu sehen. Semir steckte die Waffe ein, als er alle Räume durch hatte. Er griff zum Handy und wollte die Spurensicherung anrufen als er hinter sich eine Bewegung vernahm. Doch bevor er sich umdrehen konnte packten ihn zwei starke Arme und pressten seinen Brustkorb zusammen. Semir stieß überrascht Luft aus und ließ seinen Kopf nach hinten schnellen. Ein Aufschrei zeigte ihm dass er getroffen hatte. Die Arme lösten sich und Semir ließ sich fallen. Er rollte sich ab und versuchte seinen Gegner zu fixieren, der nun mit einem Grunzen auf ihn zukam. Semir kam auf die Beine und wich zurück. Er ahnte was der Kerl vorhatte. Dieser wollte ihn in einen der hinteren Räume drängen. So war seine Flucht nach vorn nicht möglich. Dieser Mann war eine Kampfmaschine und überragte Semir um mindestens drei Köpfe. Semir versuchte seine Waffe zu ziehen, doch der Mann war scheinbar nicht allein. Gerade als Semir in das nächste Zimmer gedrängt wurde bekam er einen Schlag auf den Hinterkopf. Mit einem Stöhnen ging er zu Boden und kämpfte gegen die Bewusstlosigkeit an. Er schaffte es tatsächlich bei Bewusstsein zu bleiben. Nur langsam lichtete sich der Nebel. „Genug jetzt! Ich will wissen was die Bullen wissen!“ hörte er eine Stimme wie durch Watte. „Fesselt ihn mit den Handschellen und dann werden wir ihn befragen, wenn er wieder wach ist.“ befahl die Stimme. Semir spürte wie man ihm die Handschellen anlegte und hochzog.

    lol jetzt machst du es aber spannend.. also entweder hat Ben sich eine Kugel eingefangen die für den don war..obwohl..da wäre es vielleicht besser wenn der die bekommen hätte, oder aber er ist mit dem kopf irgendwo angestoßen und deshalb verletzt. Bin gespannt...morgen früh um acht....wäre es zeit fürs Frühstück

    Sonja ging durch die Straßen. Tränen liefen ihr über die Wange. Was dachte sich dieser Mistkerl überhaupt. Wer war er denn schon? Sie setzte sich auf eine Bank in dem kleinen Parkt direkt gegenüber des Büros und sah in die Fenster. Zwar konnte sie nichts erkennen, aber an der Gestik von Saum war zu erkennen, dass er scheinbar in ziemlicher Erklärungsnot geriet. „Das geschieht dir Recht...“ fauchte sie. „Du hast dich mich zum Feind gemacht, Volker...das ist für dich der Untergang...das schwöre ich....ich mache dich fertig, dass du ganz klein angekrochen kommst und wenn ich mich dafür noch einmal aufopfern muss...“ fauchte sie leise. Niemand hörte sie, aber sie schmiedete sich einen Plan wie sie ihm beweisen konnte, dass er ein Nichts war. Und um ihre Ehre wieder herzustellen, da war sie sich sicher, ging sie notfalls auch über Leichen. Sie musste nur einen Weg finden...einen Weg der Saum das Genick brach und er für immer hinter Gitter schmoren würde. Nachdem sie sich beruhigt hatte ging sie wieder ins Büro und erledigte ihre Arbeit. Immer wieder sah sie zum Büro. Saum sollte für das was er ihr angetan hatte bluten….er wird untergehen und wenn es ihr den Job kostete…das war egal. Da ihr Chef eher zu der faulen Sorte gehörte und sich ganz auf sie verließ, konnte sie ohne Weiteres seine Unterlagen durchsuchen, wenn er nicht da ist. Das war doch eine Gelegenheit auch die Gegenseite kennen zu lernen. Wenn sie nur wüsste wer dahinter steckte dann konnte sie auch etwas von dem Kuchen abbekommen. Einen Fahrer zu bekommen, war sicher nicht schwer. Viele von den Jungs würden sich gern eine Extraprämie verdienen. Und was Saum konnte, konnte sie alle Male. Nur musste sie den Hintermann kennen. Und dazu würde sie auch mit Saum ins Bett gehen, wenn sie dafür die Informationen bekam. Dass sie sich in Gefahr begab ahnte Sonja nicht. Doch sie sollte noch eines Besseren belehrt werden.

    „Also gut Herr Saum…Sie wollen nicht mit uns kooperieren…dann werden wir die gesamte Spedition umkrempeln…und wir werden nicht aufhören, bis wir was gefunden haben..“ versprach Semir und in seiner Stimme war die Wut deutlich zu hören. „Ich verstehe nicht ganz was Sie wollen…Herr Gerkan…ich kann nichts für die Fehler meiner Fahrer…ich habe sie nicht dazu angehalten, die Lenkzeiten zu überschreiten..“ gab Saum kühl von sich. „Darum geht es doch gar nicht…Wir haben bereits mal ein paar Informationen eingeholt..Ihre Fahrzeuge und auch Ihre Firma ist für Gefahrguttransporte nicht zugelassen. Damit haben Sie sich schon strafbar gemacht…wenn Sie noch ein paar Pluspunkte sammeln wollen, dann sollten Sie mit uns kooperieren!“ fauchte Semir ihn an. „Sollten Sie anfangen sich in meine Angelegenheiten zu mischen, dann passen Sie gut auf Ihren Rücken auf!“ gab Saum wütend von sich. Semir zog eine Augenbraue hoch. „sollte das eine Drohung sein?“ harkte er nach. Saum atmete tief ein. Er schien zu ahnen, dass nun Vorsicht angebracht war. „Das habe ich nicht gesagt….es könnte nur sein, das Jemand das nicht gern sieht, wenn man mich so unter Druck setzt…“ versuchte Saum die Lage zu entschärfen. „Sie haben also Komplizen…wo sind die denn? Und wer sind sie?“ harkte Semir sofort nach. Doch Saum gab keine Information. Stattdessen stand er auf und ging zum Fenster. Kurz darauf war ein Klirren zu hören. „RUNTER!!“ schrie Semir und rannte zu Saum um ihn aus der Schusslinie zu bringen, doch zu spät… als er Saum erreicht hatte sah er das kleine rotgeränderte Loch in der Stirn. „Verdammt…“ stieß er aus. „BEN?“ rief er nach seinem Partner. „Alles klar….“ kam als Antwort. Nur wenige Sekunden später gellte ein Schrei durch das Büro. Semir sah zur Tür und sah die Sekretärin im Rahmen stehen. „Runter!! Schnell…gehen Sie in Deckung!!“ ermahnte er sie, doch die Frau regte sich nicht. Ben sprang auf und zog sie in Deckung. „Alles okay….ganz ruhig….“ hörte er seine Partner sagen. Doch so einfach war es nicht sie zu beruhigen. „Ich werde mich mal umsehen...“ gab er an Ben. „Pass bloß auf...wir wissen nicht ob der Kerl nicht auch uns erledigen will…“ mahnte dieser zur Vorsicht. Semir rannte geduckt aus dem Haus. Doch schon nach wenigen Minuten war er wieder da. „Der Kerl ist weg….“ stieß er nur aus.

    oh ich ahne was Semir für böse Gedanken bekommt....Vermutlich wird er Andrea udn Kemal ein Verhältnis andichten...das wäre so irgendwie seine Masche.

    Ach ja..Jerry Cotton.....ich habe diese Romane verschlungen und über 800 Bücher und Romane gehortet. Die Sammlung habe ich dann verkauft, als ich Cobra für mich entdeckte und selbst anfing zu schreiben.

    ich muss aber auch sagen, das ist schon ein verdammt übler Plan mit Semirs Gesicht sowas zu machen...nur werden sie nicht die Größe beachten und das wird der Fehler sein...Semir ist keine 198 cm groß...

    Semir kam an dem Fundort an. Sofort sah er seinen BMW, der gerade von der Spurensicherung untersucht wurde. „Die meisten Fingerabdrücke sind meine….es ist mein Auto.“, knurrte er. Denn er wusste genau, dass dies nach Ärger schrie. Kim Krüger würde ihm vermutlich noch am gleichen Abend das Fell über die Ohren ziehen, wenn sie erfuhr, dass der vermutliche Täter mit Semirs BMW zum Tatort fuhr, während er sich mit der Freundin des Täters Kaffee trank. „Wer ist das?“, fragte er und wies auf die Leiche. „Keine Ahnung…wir haben noch keinen Namen….sind aber auch noch dabei die Spuren zu sichern.“, kam von einem jungen Mann, den Semir kürzlich in der KTU gesehen hatte. „Jürgen….?“, wollte er wissen. „Ja…stimmt.“, lächelte der Mann. „Wo ist Hartmut?“, harkte Semir nach. „Der hat heute frei.“, war die Antwort. „Na….ähm…wie gesagt…der BMW ist meiner….“, wiederholte Semir. „Ja…ich weiß…hab die Halteranfrage bereits getätigt…“, lächelte Jürgen. Semir verzog das Gesicht. „Vielen Dank….das weiß ich zu schätzen.“, stöhnte er nun. Wenn Hartmut hier gewesen wäre, hätte er nicht so vorschnell gehandelt…. Aber nun? Semir streifte sich seine weißen Handschuhe über und wollte sich die Leiche genauer ansehen, die Tote nach ihren Papieren durchsuchen. „Finger weg von der Leiche, Herr Gerkhan.“, fauchte ihn eine bekannte, ihm sehr unfreundlich in Erinnerung gebliebene Stimme an. Abrupt drehte sich der Autobahnkommissar um und sah, wie sich Olaf Bräuning und Lars Weinheimer vom Parkplatz her näherten. „Herr Gerkhan, kommen sie weg von der Leiche. Das ist nicht länger ihr Fall.“, zischte der jüngere von den Beiden. „Wieso ist das nicht länger mein Fall?“, kam es erstaunt und böse zugleich von Semir Gerkhan. „Ihr Wagen... das ist doch ihr Wagen, oder?“, wollte Lars Weinheimer wissen. Semir nickte nur. „So, wie es im Moment aussieht, ist ihr Fahrzeug Tatfahrzeug. Wo ist ihr Kollege? Sie tauchen doch immer im Rudel auf?“, knurrte Olaf. Doch bevor Semir antworten wollte, hob Lars abwehrend die Hand. „Lassen sie nur, sammeln sie ihren Partner einfach ein und verziehen sie sich. Hier spielen jetzt die großen Jungs.“, grinste Lars und schob Semir wie ein kleines, bockiges Kind weg.

    Ben und Nico fuhren die Autobahn einfach hinunter. „Mensch Nico, was hast du dir dabei gedacht?“, fauchte Ben und sah immer wieder zu seinem Freund hinüber, der vollkommen aufgelöst in die tiefschwarze Nacht hinaus. „Hey, hör mir zu, wenn ich mit dir rede.“, schrie Ben und Nico sackte in seinem Sitz zusammen. „Was?“, kam es völlig erschrocken von ihm. „Was hast du dir dabei gedacht, einfach so abzuhauen und uns nicht Bescheid zu geben? Jetzt siehst du ja, was passiert ist.“, knurrte Ben und konzentrierte sich immer wieder auf die Autobahn und die Fahrzeuge vor, hinter und neben seinem Mercedes. „Was hättest du an meiner Stelle gemacht?“, kam es von Nico, der nun vollkommen aus seiner Lethargie aufwachte und sich seine Zweifel in große Wut wandelte. „Man, ich wollte endlich wissen, warum diese Gianna mich belästigt. Und jetzt? Jetzt werde ich das nie herausfinden.“, zischte er und ließ seinen Kopf nach hinten fallen. Minuten des Schweigens vergingen, ehe die Beiden wieder ein Wort miteinander wechselten. „Was wird nun?“, wollte Nico wissen. Ben atmete schwer durch. „Ich bringe dich jetzt erst einmal sicher unter. Dann werde ich mit Semir reden und ihm alles erklären. Ich hoffe, dass wir dann eine Lösung finden können.“, kam es still und knirschend von Ben zurück. Er würde Nico verstecken. War das nicht gegen jegliche Vernunft? Sollte er ihn nicht übergeben und dann nach dem wahren Täter suchen? Nein, das ging gegen seine Überzeugung. Ben würde Nico einfach so lange vor dem Zugriff der Kollegen verstecken, bis er wenigstens stichhaltige Beweise für dessen Unschuld hatte. Noch ahnte er nicht, dass er bald mit auf der Fahndungsliste stehen würde.

    Paolo lenkte seinen Wagen in die Einfahrt. Schnell war er ausgestiegen und ging in sein großes Haus. „Gianna?“, rief er durch das Haus, in der Hoffnung, seine Angebetete würde schon bei ihm sein. Kinder hatten er und Franziska keine. Nein, mit dieser Frau, die ihn so schändlich reingelegt hatte, wollte er nicht das Bett teilen. Seitdem sie dieses Haus gekauft hatten, besaß er ein eigenes Schlafzimmer, schloss es des Nachts sogar ab. Franziska wollte mit ihm schlafen und das manchmal um jeden Preis. Einige Male kam es fast einer Vergewaltigung gleich, doch immer wieder schaffte er es, sie von sich wegzudrücken. Es war grausam. Doch jetzt war alles vorbei. Jetzt würde sein richtiges Leben anfangen. Sofort begann er damit, sämtliche Sachen seiner Frau aus den Schränken zu räumen, alles in Kisten und blaue Säcke zu verpacken und das Ganze mit ungewöhnlich großer Kondition ins Gartenhaus zu schaffen. Nur gut, dass er zum Wochenende sowieso altes Gerümpel verbrennen wollte. Da konnten die Sachen gleich mit rauf. Franziska war Hausfrau gewesen, auch, wenn beide keine Kinder hatten. Gianna würde sich gut in das Leben ihrer Schwester einfügen und dann würde er endlich mit seiner Angebeteten zusammen sein, ein eigenes Leben mit vielen kleinen Bambinos aufbauen. Endlich konnte er es. Als er die letzte Kiste hinübergeschafft hatte, klopfte es an der Haustür. Gianna stand im Rahmen, in der Hand jeweils einen großen Rollkoffer mit all ihren Sachen. Sie fielen sich um den Hals und küssten sich lange, innig und leidenschaftlich. „Hat dich auch niemand gesehen?“, wollte er wissen, als er sich wieder gelöst hatte. „Keine Sorge, ich war sehr vorsichtig. Komm, lass uns an unseren Kindern arbeiten.“, gurrte sie und schlug die Tür zu. Beide gingen hoch ins Schlafzimmer und vergnügten sich dort die ganze Nacht.

    Markus Jäger legte auf und schnaubte wütend. Er ging zum Fenster und sah raus. Wenn das, was er eben erfahren hatte wahr ist, sind ihm verdammt viele Euros verloren gegangen und alles nur, weil ein Fahrer am Steuer eingepennt war und ein Chaos auf der Autobahn angezettelt hatte. Die Polizei ermittelte nun. Doch Markus wusste auch, dass sein Neffe bei der Autobahnpolizei war und somit würde wohl er ermitteln. Das war die Gelegenheit herauszufinden, was die Bullen schon wussten. Warum lud er Ben nicht einfach ein und sprach mit ihm ganz unverfänglich über den Fall. Markus war Priester der katholischen Kirche und leitete die Hilfsorganisation „Lebensretter“ in Afrika. Bisher hatte er schon achtzig Mädchen an reiche Häuser verkauft und ihnen somit wenigstens eine lebende Zukunft geschenkt. Was die neuen Besitzer mit den Mädchen machte, war ihm ziemlich egal. Er durfte als Priester ja dem weiblichen Geschlecht nicht verfallen auch wenn es schwer fiel. Und einmal hatte er sich so ein Schokoladenpüppchen auch genommen. Gott war das gut...sie war gerade 14 und noch Jungfrau, doch das war Markus egal. Er nahm sie mit Gewalt und das Mädchen begriff schnell wer das Sagen hatte. „Maja!!“ schrie er durch das Haus, denn dieses Mädchen hatte er sich als Hausmädchen genommen und behalten. „Ich habe am Wochenende Gäste...ich will ein gutes Essen hast du mich verstanden?“ fauchte er das Mädchen an. Maja nickte und verbeugte sich tief. Mittlerweile war sie 18 und konnte alle deutschen Gerichte kochten, die es gab. Markus hatte sie auf eine Kochschule geschickt und Maja stellte sich als sehr begabte Köchin heraus. „Dann koche ich Sauerbraten mit Rotkohl und Kartoffelbrei.....Herr.....ich hoffe es ist genehm..“ gab Maja unterwürfig von sich. „Das ist eine sehr gute Wahl...Maja.....dafür darfst du heute Abend wieder zu mir ins Bett...“ grinste Markus und schickte das Mädchen weg. Wenn Frank wirklich Recht hatte und Ben ermittelte dann musste Markus umso vorsichtiger sein. Markus wusste nur eins...mit Geld konnte er Ben nicht ködern, denn er würde irgendwann die Millionen seines Bruders Konrad, Bens Vater erben. Dennoch brauchte er die Informationen und er musste sie bekommen. Entschlossen griff er zum Telefon und wählte die Autobahnpolizei an. Doch dort erführ er zunächst, dass Ben nicht im Hause war. Er ließ ausrichten, dass er angerufen hatte und Ben sich doch bei ihm melden sollte.

    Ben und Semir betraten die Firma und bekamen noch einen Streit zwischen Volker Saum und seiner Sekretärin mit. „Pass mal auf meine Liebe...noch bin ich der Boss hier im Laden und dein Ton gefällt mir überhaupt nicht...bilde dir bloß nicht ein, dass du was Besonders bist, nur weil wir mal im Bett waren...ist das klar? Du bist nichts als ne kleine Nutte, die sich was darauf einbildet für mich die Beine breit gemacht zu haben...und du warst lausig.....das wollte ich dir auch noch sagen...ein Brett zu vögeln ist sicher schöner...“ fauchte er sie an. Semir sah Ben an. „Ein tolles Betriebsklima...“ murmelte er. Semir sah den Blick der Sekretärin die vor Wut vermutlich an die Decke gegangen wäre, wenn sie nicht auf sie aufmerksam gemacht worden wären. Doch sie sagte nichts. „Das mit den Transporten bleibt unter uns...das ist für uns eine Möglichkeit aus den roten Zahlen zu kommen und hat niemanden zu interessieren!! Also hör auf darüber mit irgendwelchen Reportern zu sprechen...“ ging es bei Saum weiter. „Aber...“ versuchte die Sekretärin anzubringen. „Nichts aber!!! Es ist meine Sache wofür ich meine Autos einsetze und die Polizei ist schon aufmerksam geworden...“ fauchte Saum wütend. „Aber...die Polizei...“ versuchte sie erneut. „Ich sage doch...nichts aber!!“ schrie Saum. „Die Polizei interessiert sich aber für Ihre Machenschaften, Herr Saum...“ unterbrach Semir das Geschrei. Volker Saum drehte sich erschrocken um. „Können Sie nicht anklopfen!!“ fauchte er nun die Beamten an. „Können schon...aber Sie hätten es eh nicht gehört...“ meinte Ben nur. Saum wandte sich wieder an seine Sekretärin. „wir sind noch lange nicht fertig...Fräulein...“ fauchte er sie an. Doch nun schien die Sekretärin die Geduld zu verlieren. „Worauf Sie sich verlassen können Herr Saum...noch lange nicht..“ gab sie zurück, packte ihre Sachen und verließ das Büro. „Sonja!!! Wo wollen Sie denn hin?!!“ rief er ihr nach doch Sonja ging einfach weiter. „Ist ja ein netter Umgangston…aber als verheirateter Mann sage ich ihnen, legen Sie sich nie mit Frauen an..“ grinste Semir nur. Sie gingen mit Saum in sein Büro. „Sie wollten uns sprechen…hier sind wir…“ gab Ben zum Besten.

    na das ging ja schnell..hätte gern gelesen warum der Körper von Semir klein beigegeben hat... welche Gründe dafür sprechen. Aber das Semir einen Teil vergisst war irgendwie klar...das ist ja meist bei Komapatienten. Aber ich bin mir sicher, das Andrea und Ben ihm helfen werden dass er mit der zweiten Tochter und auch mit Ben klar kommen wird. Es sei denn...oh nein...er wrid Andrea aber jetzt nichts unterstellen oder?

    Ben und Semir betraten ihr Büro wo Lukas bereits den Platz von Semir eingenommen hatte. „Das hättest du wohl gern was…?“ fauchte Semir wütend und zog ihn hoch. Ben wollte erst dazwischen gehen, doch dann umarmten Lukas und Semir sich. „Wie geht es dir alter Mann?“ wollte Lukas wissen. „Komm…viel jünger bist du auch nicht und bei dir ziept es sicher schon an einigen Stellen…“ gab Semir zurück. „Nun ja…das Kreuz macht es nicht mehr so mit…aber lassen wir das. Schön dich zu sehen. Was macht deine Frau und deine Tochter?“ fragte Lukas nach. „Töchter…ich habe mittlerweile zwei und Andrea ist die beste Ehefrau und Mutter…“ stellte Semir richtig. Lukas nickte. „Ja…das behaupte ich von meiner Nicole auch immer….meine Söhne wachsen und gedeihen…soll dir schöne Grüße ausrichten…“ gab Lukas von sich. „Danke…von Andrea auch an dich und Nicole….und die Kinder natürlich. Wird mal wieder Zeit das du zu uns kommst….“ lud Semir seinen Freund ein. Das Telefon klingelte und Ben meldete sich. „Jäger hier!“ gab er sich zu erkennen. „Volker Saum…Herr Jäger..ich möchte mit Ihnen reden….es geht um die Transporte…könnten Sie zu mir ins Büro kommen?“ hörte er den Spediteuren bitten. „Können Sie mir das nicht am Telefon erklären?“ wollte Ben wissen. „Nein…ich muss Sie hier sehen…und dann müssen Sie für meinen Schutz sorgen..und für Sonjas Schutz…das ist wichtig…kommen Sie her..bitte…“ flehte der Mann. „Also gut…ich bringe zwei Kollegen mit…“ erklärte Ben und legte auf. „Semir, Lukas..wir müssen zu Saum…er will mit uns über die Sache reden…“ wandte Ben sich an seine Kollegen. „Ähm..ich muss selbst was überprüfen…aber ihr schafft das auch ohne mich oder?“ lehnte Lukas ab. „Ja sicher..kein Ding…aber wir teilen die Neuigkeiten!“ ermahnte Semir seinen Freund. „Klar doch..“ lachte Lukas und verschwand.

    Auf den Weg zur Spedition sah Ben Semir an. „Ich habe das perfekte Pony für Ayda gefunden und es ist sogar schon bezahlt. Ich würde sagen, wenn wir heute Feierabend haben, holen wir die kleine ab und zeigen ihr das Tierchen, das kommt nämlich heute auf die Welt..“ gab Ben bekannt. „Du hast es nicht wirklich getan oder? Ben... ich habe es für ein Scherz gehalten. Du kannst meiner Tochter doch nicht einfach ein Pony kaufen...das geht nicht..“ stöhnte er. „Natürlich geht das....“ lachte Ben nur. „War nicht einmal teuer....“ hängte er an. Semir rollte die Augen. „Es geht doch nicht ums Geld, es ist einfach nur....wie viel hast du bezahlt?“ harkte er dennoch nach. „Schlappe 1800 Euro....und es ist ein wunderschöner Hengst...hoffe ich mal...“ erzählte Ben weiter. Semir stöhnte erneut auf. „Welcher Betrag ist für dich eigentlich viel? 1800,00 Euro ist eine verdammt große Stange...zumindest für mich...da lebe ich mit meiner Familie zwei Monate von...“ gab er bekannt. Ben grinste breit. „Nee...dann kommst du nur auf dumme Ideen, wenn ich dir das verrate. Also was ist....? Bist du dabei oder soll ich mit Ayda allein zum Pferdehof fahren?“ wollte Ben wissen. „Gut...fahren wir nachher hin..“ gab Semir sich geschlagen. „Was kostest denn so ein Tier im Unterhalt?“ hängte er fragend an. „Nur 450 Euro...pro Monat versteht sich. DA ist dann auch schon das Stallausmisten, der Tierarzt und das Futter und natürlich der Stallplatz drin. Der Pferdehof wo es heute zur Welt kommt ist nur knappe zehn Minuten von deinem Haus entfernt, so kann Ayda immer hin, wenn sei möchte, was wohl wenn sie in der Schule ist, eh am Samstag sein wird...“ gab Ben zur Antwort. „450? Nur? Puh.....wann müssen wir das immer zahlen?“ kam die nächste Frage. „Semir...ich sagte doch, ich regele alles. Der Platz und das Essen ist für die nächsten drei Jahre bezahlt. Mach dir da mal keinen Kopf“ lachte Ben. Semir lenkte den Wagen auf den Parkplatz der Spedition Saum und sie stiegen aus. Semir sah Ben an. „Du weißt schon, dass ich so ein Geschenk eigentlich ablehnen sollte oder?“ gab er zu verstehen. „Hey...lass mir deiner Tochter doch eine Freude machen. Sie wird sicher eine tolle Pferdepflegerin und wer weiß...vielleicht wird sie eines Tages Tierärztin..“ schlug Ben vor. „Also gut...ich gebe mich geschlagen. Aber nicht das du Layla auch ein Pferd schenkst...“ ermahnte der Deutschtürke seinen Partner. „Hey...gleiches Recht für alle. Layla bekommt eins zu ihrem fünften Geburtstag...“ versprach Ben.

    Jürgen tat sein Bestes. Er hatte die DNA von Nico, die ihm entnommen wurde um einen Vergleich anzustellen. Die Handynummer hatte er aufgeschrieben. Er sah auf den Zettel. Was hatte Gianna ihn versprochen….sie würde mit ihm weg fliegen… ein Leben mit ihm teilen und ihm Kinder schenken…Jürgen träumte. Er hatte heute Nachtdienst. Hartmut lag mit der Grippe im Bett und Paul war auf Außentour. Jürgen genoss es, allein zu sein. So konnte er sich auch mal mit Sachen befassen, die er eigentlich noch gar nicht machen durfte. Er sah auf die Uhr. Es wurde acht. Warum wollte Gianna diesem Mann eigentlich das Leben vermiesen? Was war der Hintergrund?, fragte er sich, doch nur wenig später lachte er darüber. „Was kümmert es mich, was sie macht. Sie ist erwachsen…“, tadelte er sich. Gegen neun am Abend wählte er die Nummer an. „Sie sind Nico?“, fragte er mit einer heiser gestellten Stimme. „Ja…wer sind Sie?“, wollte der Mann wissen. Jürgen lachte leise. „Das ist egal.. wollen Sie was über Gianna wissen? Wollen Sie wissen, warum Sie in ihrem Visier sind?“, fragte er höhnisch. „Ja sicher…. Was wissen Sie?“, kam die Nachfrage. „Nicht am Telefon…. Kommen Sie zu der Waldschneise am Rastplatz „Drei Eichen“. Dort werde ich auf Sie warten, aber nicht lange. Und kommen Sie allein. Wenn Sie es nicht tun, dann …bin ich wieder weg und Sie werden Gianna nie wieder los.“, forderte Jürgen. Er beendete das Gespräch ohne die Antwort abzuwarten. Er grinste. Das dürfte doch wohl reichen. Hoffentlich hat er die Bullen nicht auch dort. Aber die könnte man vielleicht auch ablenken….er könnte doch sagen…nein…das würde verdächtig machen…, verwarf er sofort.

    Paolo sah Franziska an. „Was wollen wir denn hier?“, fragte sie unsicher. „Oh meine Liebe…es ist ein schöner Abend und ich dachte, wir gehen noch ein Stückchen in den Wald. Hier am Rastplatz ist es einfach nur schön. Komm wir setzen uns dort hinten hin…“, bat er seine Frau. Franziska lachte leicht. Sie hatte etwas getrunken, wie sie es in letzter Zeit oft tat, wenn sie den Frust, den sie hatte vergessen wollte. „Was machst du denn mit mir?“, kicherte sie albern. „Nichts schlimmes… vertrau mir mein Liebling…“, säuselte Paolo weiter und küsste sie innig. Dass er sich innerlich fast übergab, zeigte er nicht. Er wäre froh, wenn diese Frau endlich aus seinem Leben verschwand. Durch einen verdammten Schwindel hatte sie seine Liebe gekauft. Zu Spät hatte er bemerkt, dass Gianna die bessere der Schwestern war, doch zum Glück konnte man das ändern. Franziska torkelte mit seiner Hilfe zur Bank und ließ sich nieder. Er stellte sich hinter ihr und fing an, sie zu massieren. Sie genoss es sichtlich und schien sogar einzuschlafen. Als der Kopf nach vorn fiel und sie ein Schnarchen hören ließ, hob er das Messer, welches er in der Hose hatte und stach zu. Einmal…zweimal…dreimal… immer wieder schoss das Messer in den Körper der schlafenden Frau. Ein Stich traf das Herz und dort ließ er das Messer stecken. Schnell sprang er in seinen Wagen und fuhr zu Gianna.


    Kapitel 6 – der lange Schatten des Todes


    Nico ließ das Telefon sinken und ging zurück ins Wohnzimmer, wo Semir, Ben und Elena auf ihn warteten. Alle drei sahen auf, als er wieder in den Raum trat. „Wer war am Telefon?“, wollte Ben wissen. „Hm?“, kam es nur verstört von Nico. Sofort merkte Ben, dass etwas nicht stimmte. Er kannte Nico zu lange, um nicht zu wissen, was in ihm vorging. „Nico, was ist los? Wer war am Telefon?“, wiederholte Ben seine Frage. „Das... das war... verwählt.“, log Nico. „Dafür hat es aber sehr lange gedauert.“, kam es prompt von Semir, denn auch er merke, dass etwas mit Nico nicht stimmte. „Wollt ihr was essen?“, wich Nico aus und drehte sich zur Tür. „Ich werde uns alle Döner holen.“ Mit diesen Worten ging er zur Tür ohne auf eine Antwort zu warten. „Nico? Bleib hier...“, stieß Ben aus und rannte hinterher, doch als er oben auf der Treppe losrannte, fiel schon die Haustür ins Schloss und wenige Minuten später hörte er das Starten eines Motors. „Verdammte...“, fluchte Ben und rief Semir an. „Semir... Nico ist abgehauen. Er ist direkt vor meiner Nase weggefahren... und zwar mit deinem Auto.“, erklärte Ben. „WAS?“, schrie Semir ins Telefon. „Sag mir, dass das nicht wahr ist?“, fauchte der Deutschtürke zurück. „Doch leider. Dein Wagen fuhr gerade weg.“, kam es leise von Ben zurück. „Dann nimm deinen Wagen und fahr hinterher. Ich will nicht, dass dein Freund mir meinen Wagen kaputt fährt.“, knurrte Semir durchs Telefon und schon setzte sich Ben hinters Steuer. „Oh Nico... was machst du nur für Sachen.“, knurrte er nun auch. Er konnte seinen Freund nicht verstehen. Was war nur in ihn gefahren?

    Volker Saum sah auf als der Mann in sein Büro trat. „Hallo Frank…..was machst du hier?“ fragte er. „Wir haben große Probleme Volker. Dein Fahrer hat einen Unfall verursacht. Das ist schon äußerst schlimm, aber das unser Transporter auch noch reinfuhr und die Mädchen jetzt bei der Polizei sind, ist sehr übel….daran trägst du indirekt die Schuld. Wenn du deinen Fahrer nicht so gedrängt hättest, dann wäre er nicht verunglückt und dann wäre auch unser Fahrer nicht reingefahren….du schuldest uns also einen großen Teil…“ gab Frank knurrend von sich. „Das ist doch absurd! Such deinen Schuldigen doch in deinem Fahrer. Er hat ja auch nicht aufgepasst...“ widersprach Volker. „Das ist nicht dein Problem. Wir brauchen einen Tanklaster, den wir genauso präparieren können wie der wo die Mädchen drin waren…und du wirst ihn uns geben...“ verkündete Frank. Volker sah ihn an. „Ich habe nichts getan und wenn du nicht aufhörst mich in die Scheiße zu reiten, dann werde ich…“ Volker stockte. „Ich höre…, was wirst du? Uns verpfeifen? Ich warne dich…du hängst mit drin und sei dir gewiss…wir werden dich nicht aus den Augen lassen…ist das klar?“ fauchte Frank und verschwand genauso schnell wie er gekommen war. Volker schnaubte wütend und sah aus dem Fenster. Was dachte sich dieser schmierige Mistkerl eigentlich wer er war? fragte er sich. Vielleicht sollte er sich doch der Polizei bedienen. Dieser Ben Jäger, der vor kurzem bei ihm war, konnte sicher die Hinweise die er machen konnte verwerten und vielleicht kam er dann mit Null aus der Sache raus. Auch wenn das Gift Schäden verursacht hatte, die konnte er sicher mit Geld aus der Welt schaffen. Das hatte er ja dank seiner letzten Transporte mehr als genug. „Sonja!!“ rief er nach seiner Sekretärin.

    Frank fuhr zurück in sein Büro und griff zum Hörer seines Telefons. Schnell war die Nummer gewählt und er wartete bis sich jemand meldete. „Hör zu..Saum wird zur Gefahr…beseitige ihn. Für immer! Und auch unangenehme Zeugen…“ ohne eine Antwort abzuwarten legte er auf und setzte sich an seinen PC. Von dort versendete er eine Mail in dem er zum einen die private und die geschäftliche Adresse von Volker Saum schrieb. Er wusste dass der Empfänger ganze Arbeit leisten würde und Saum keine Chance hatte, sich mit der Polizei auszutauschen. Und auch seine kleine Schreibtischschlampe von Sekretärin, die er schon mal gesehen hatte sollte dran glauben. Volker Saum war zwar mit ihr im Bett aber man wusste nie, wie neugierig so eine kleine Nutte war. Immerhin wusste sie welche Geschäfte Saum betrieb und konnte der Polizei helfen. Er überwies eine sechsstellige Summe auf ein schweizerisches Nummernkonto und löschte kurz darauf die Mailadresse, die gesendeten Mails und alles was auf den Täter hinwies. Als er fertig war griff er erneut zum Telefon. Als sich der Gesprächspartner meldete musste er erst grinsen. „Hör zu…die Bullen sind wach und hängen an Saum dran.“ Gab er durch. „Dann mach was!! Der kann uns alle gefährlich werden!!“ schrie der Angerufene. „Ich bin schon dabei. Habe meinen Mann auf Saum angesetzt und auch auf seine kleine Büroschlampe…“ gab Frank bekannt. „Das Mädchen kann man anders verwenden. Saum reicht aus. Die Kleine ist gut fürs Bett aber das war es auch. Für die werden ein paar Jungs aus der Rotlichtszene sicher noch ein paar Tausender hinlegen…“ gab der Angerufene zu bedenken. „Für so ne alte Schachtel?“ lachte Frank. „Gerade die Alten sind besonders gut im Bett…die haben Erfahrung und wissen was ein Mann glücklich macht..“ stellte der Mann am anderen Ende richtig. Diesmal legte der Andere einfach auf. Frank stand auf und sah aus dem Fenster. Als wüsste der Himmel dass es nun eng für ihn wurde zogen dunkle Wolken am Himmel entlang und versteckten die Sonne. Wenn Ben Jäger und sein Partner nicht aufhören zu schnüffeln, dann dürfte er schon sehr bald gesiebte Luft atmen. Er hatte sich Zugriff auf die Akten der Beiden verschafft und gesehen, dass sie nie einen Fall nicht beendet hatten. „Einmal ist immer das erste Mal…“ sagte er leise und schwor sich, dass die Bullen diesmal den Kürzeren zogen.

    ich halte es immer noch für keine gute Idee das Ben sich in der "Höhle des Löwen" befindet. Was wenn Tommaso nun verrät das er gelauscht hat? Tommaso hat ja auch ganz schön Angst und kuscht..und Semir kämpft weiter....bin gespannt wie es dort weitergeht....

    das versprochene Abendessen!!!!

    „Ja sicher… und wie….dieses PCP kann wenn es inhaliert wird Kopfschmerzen, Schwindel, Mattigkeit auslösen. Das besondere daran ist, dass der biochemische und hämatologische Parameter weiterhin unauffällig ist. Der Arzt kann das nur durch einen Bluttest ausschließen.“ ging es bei Hartmut weiter. „und dieses anderer Zeug?“ harkte Semir nach. „Nun…bei dem Pyrethroide bin ich mir nicht ganz sicher Aber Pyrethroide werden als Schädlingsbekämpfungsmittel also Insektizide eingesetzt. Sie gelten in der Fachwelt als relativ ungefährlich. Das gefährlichste Zeug ist wohl DDT aber das ist nicht darin enthalten. Ich vermute nur das hier nicht nur eines der Pyrethroide hier drin sind. Du musst es nur mal riechen…“ meinte Hartmut und hob ein Glas hoch, was er öffnen wollte. Semir und Ben lehnten dankend ab. Der Vortrag von Hartmut ging noch eine ganze Weile weiter und am Ende war klar, dass hier ein Giftmix der höchsten Stufe auf der Autobahn unterwegs war. „Und das ist nicht unser einziges Problem…ich würde sagen wir geben den Giftmüll an Dieter und Hotte weiter und kümmern uns um die afrikanischen Mädchen..“ schlug Ben vor. Semir sah ihn an. „Welche Mädchen?“ harkte er nach, denn bisher hatte Ben nichts davon erzählt. „Erkläre ich dir im Büro und dann nicht allein….ein gewisser Lukas Springer von der Sitte ist mit uns an dem Fall dran…“ erklärte Ben. Semir sah ihn an. „Sagtest du gerade Lukas Springer? Von der Sitte Düsseldorf?“ harkte er nach. „Ja….“ gab Ben bekannt. „Das gibt es doch nicht…“ lachte Semir. „Du kennst ihn? Ich hab schon gehört, dass du dich mal mit ihm rumschlagen musstest…“ meinte Ben nur. „Oh ja….das war eine schwierige Partnerschaft…“ stöhnte Semir und schwelgte in Erinnerungen. „Na….das hat Lukas mir auch gesagt….wie dem auch sei…es geht darum, das wir während du dich erholt hast, mit einem Chemieunfall zu tun hatten. Ein LKW mit ziemlich übler Flüssigkeit. Aber das ist nicht so schlimm….schlimmer ist das in diese Unfallstelle ein zweiter Laster gefahren ist…“ fing Ben an zu erzählen. „sag nicht, dass da Menschen drin waren…“ schwante Semir etwas. Ben nickte. „Sieben Mädchen im Alter von 8, 11, 16 und 18 Jahren….oh ja…der Tank war so präpariert, dass die Mädchen sitzen konnten und auch genügend Luft bekamen. Der Wagen ist umgekippt und der Tank ist aufgegangen…die Mädchen krochen unseren Kollegen direkt in die Arme. Alle völlig verdreckt und ängstlich. Außerdem halb verhungert…“ zählte Ben auf.

    „Ah…ich verstehe und die Dienststelle von Lukas vermuten dahinter einen Mädchenhändlerring, der die Mädchen an die Bordelle in den Städten verteilt…“ gab Semir nachdenklich von sich. Ben schüttelte den Kopf. „Nein…eben nicht…die Mädchen sind nicht für Bordelle gedacht. Es ist Menschenhandel….ja….aber nicht Mädchenhandel. Obwohl es kommt gleich. Die Mädchen werden an betuchte Männer verkauft, die sich gern als Sklavenbesitzer ausprobieren wollen…und zwar genau wie damals die Amerikaner…“ widersprach Ben. „Bitte was? Das sind doch noch Kinder!“ empörte sich Semir. „Das ist denen aber egal. Die Kerle scheinen die Mädchen tagsüber, so sagte mir Lukas das, als Hausmädchen und abends für den Sex zu benutzen. Die Mädchen sprechen alle kein Deutsch und haben keine Pässe. Sie kommen aus verschiedenen Regionen Afrikas, denn alle sprechen einen anderen Dialekt was die Sache mit einem Dolmetscher nicht gerade einfach macht…“ erklärte Ben weiter. „Das ist übel….und wir sollen jetzt mit Lukas zusammenarbeiten… das ist keine schlechte Idee.“ meinte Semir. „Das dachten wir uns auch und wir haben auch schon einen Plan zu Recht gelegt, wie wir vorgehen...“ gab Ben zurück. „ach….und wie?“ wollte Semir wissen. „Nun ja…ganz einfach…ich habe sehr viel Geld und kann auf Gigolo machen, der auch mal Sklaven haben will….“ grinste Ben. „Das ist nicht dein Ernst. Du willst als Käufer auftreten? Das ist kein guter Plan…absolut nicht…so einfach kommst du sicher nicht in diese Kreise…!“ stieß Semir aus, dem der Plan überhaupt nicht gefiel. Ben sah ihn an. „Warum denn nicht? Das ist gar nicht so schwer. Lukas sagte mir, dass diese Auktionen im „Blue Moon“ in Düsseldorf stattfinden. Aber die sortieren auch vorher aus. Kein Zuhälter kommt da rein, weil die Mädchen wirklich nichts für ein Bordell sind. Und deshalb ist es auch schwer an die Hintermänner zu kommen. Lukas ist genau wie Krüger damit einverstanden.“ Erklärte Ben weiter. „Ohne mich zu fragen?“ kam traurig von Semir. „Du warst in Urlaub…“ lachte Ben und lenkte den Wagen auf den Parkplatz der PAST.

    Die Beschreibung der Giftmischung war übrigens echt gut, aber stimmen die Bezeichnungen alle wirklich? Wenn ja, respekt für eine umfangreiche Recherche ;) Aber irgendwie muss man Hartmut ja glaubwürdig rüberbringen... und das hast du geschafft!

    Danke für das Kompliment. Und ja...die Bezeichnungen stimmen wirklich. Ich versuche so gut es geht die echten Bezeichnungen und auch Wirkungsweise und evtl. Hilfe heraus zufinden um es real klingen zu lassen...

    Ach heute Abend gibt es dann auch Abendessen

    WHOW!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Mit Kemal hatte ich nicht gerechnet...aber klasse nein...megaklasse...nein...ultramegaklasse geschrieben. Der Kampf den Semir ausfechtet alle Achtung verdammt gut geschreiben...mehr bleibt nicht....einfach nur verdammt mega ultra klasse.

    Ben fuhr nach sieben Firmen nach Hause und legte sich angezogen aufs Bett. Was war er froh wenn Semir morgen wieder im Dienst war. So konnte er ihn dann in den Fall einweisen und gemeinsam zu einem Ergebnis kommen. Sicher war der Fall dann schnell erledigt. Immerhin war es doch wie für Semir gemacht. Er kam erholt und entspannt aus dem Urlaub und konnte sich direkt in einen Fall werfen. Ben dachte noch eine Weile nach und schlief dann so wie er war ein. Erst gegen Mitternacht wurde er wach, weil sein Magen knurrte. Er stand auf und schwankte mit müden Beinen in die Küche um sich eine Stulle zu machen. Kurz darauf zog er sich aus und legte sich ins Bett. Um sieben würde morgen der Wecker klingeln und dann hieß es wieder sich in die Arbeit zu stürzen und mit Semir die Ermittlungen aufzunehmen. Ben schlief wie ein Stein und erschrak als der Wecker ertönte. „Kannst du nicht einmal verschlafen…“ stöhnte er und stellte das Gerät ab. Er ging unter die Dusche und eine halbe Stunde später war er angezogen und verließ seine Wohnung. Bis zum Revier brauchte er knappe 25 Minuten und war nicht sonderlich überrascht, dass er nicht der erste im Büro war. „Du kannst es wohl nicht erwarten, bis der Stress wieder anfängt oder?“ wollte er von Semir wissen, der bereits an seinem Platz saß. „Nach zwei Wochen muss ich wieder auf die Autobahn…bist du bereit?“ grinste Semir ihn an. „Nachdem ich dich in unserem aktuellen Fall eingewiesen habe..“ schlug Ben vor. „Ich bin ganz Ohr…“ grinste Semir. Doch als er die ersten Fakten hörte, verschwand das Grinsen. „Wie geht es den Kindern?“ wollte er wissen. „Der Junge hat sein Augenlicht verloren. Die Substanz war so ätzend, dass sie die Sehnerven regelrecht zerfressen hat. Wenn der Junge nicht gefallen wäre und mit dieser Flüssigkeit in Kontakt gekommen wäre und diese in die Augen rieb, hätte man was tun können.“ erklärte Ben. „Was für eine Substanz ist es gewesen?“ harkte Semir nach. „Das weiß ich noch nicht…Hartmut hat sie sicher untersucht…“ gab Ben zu verstehen. „Dann weiß ich wohin wir fahren...“ gab Semir zurück und stand schon auf. Ben nickte „Auf zu Hartmut…ich bin froh, dass du wieder da bist...“ strahlte er und ging mit Semir raus.

    „Wie war dein Urlaub?“ fragte Ben als sie unterwegs waren. „Danke…ich bin richtig erholt….die zwei Wochen haben echt Wunder vollbracht. Ich kann wieder sehr gut schlafen ohne Alpträume. Meine Kinder sind überglücklich und Andrea natürlich auch.“ erzählte Semir seinen Urlaub. Als er die Geschichte mit der Badehose von sich gab fing Ben an zu lachen. „Die Hose will ich sehen...“ prustete er. „Da ist die Blume sicher größer als…“ hängte er an als Semir ihn einen kleinen Rippenhieb gab. „Nicht im geringsten….“ unterbrach Semir ihn und grinste breit, als Ben nach Luft japste. Sie kamen auf dem Parkplatz der KTU an. „Ah…Semir….herzlich willkommen zurück….“ Begrüßte Hartmut die Beiden. „Danke Hartmut….ich bin auch schon im Fall drin. Was kannst du uns über die Substanz von der A1 sagen?“ wollte Semir wissen. Hartmut sah ihn an. „gut das ihr da seid. Denn das was ich euch jetzt sage glaubt ihr nicht..“ fing Hartmut an. „Also…ich bin zwar noch nicht ganz fertig mit der Auflistung aber was der Tankwagen geladen hatte ist so gefährlich wie der weiße Hai…“ Semir sah Ben an und stöhnte leise. Hartmuts langatmige Erklärungen waren anstrengend. „Was genau hast du denn gefunden?“ bat Semir ihn bevor er einen Vortrag hielt. „Also…gefunden habe ich PCB, Altpestizide, die ich noch nicht alle analysiert habe, Hexachlorisopropylalkohol, Pyrethroide wo auch noch die genaue Spezifikation fehlt….“ zählte Hartmut auf. Semir sah erneut zu Ben. „Das glaub ich nicht…“ stieß dieser aus. Hartmut nickte. „Sag ich doch….PCP ist extrem gefährlich. Es sehr gefährlich und wird durch die Haut, die Atemwege und dem Gastroinsteinaltrakt aufgenommen. Im Zwischenstoffwechsel wirkt PCP als Entkoppler der oxydativen Phosphorylierung. Also…Hyperthermie… Die Ausscheidung erfolgt sowohl als freies PCP als auch konjugiert als Glukuronid. Das ist bei der PCP Analytik im Harn zu betrachten..“ erklärte Hartmut rein wissenschaftlich. „Das Zeug ist also gefährlich?“ unterbrach Semir ihn.