Beiträge von Elvira

    Semir und Ben sahen sich an. „Seit wann ist er weg?“ harkte Ben sofort nach. „ich habe den Zettel erst vor zwei Stunden gefunden. Leo ist noch nie weg gelaufen….ich...ich… bin schuld...ich habe nur an Martin gedacht…ich…bin unfähig eine Mutter zu sein. Deshalb werde ich bestraft...“ weinte Sofie. „Frau Winther…lassen Sie uns in den Wagen gehen...bitte...und dann erzählen Sie uns alles...“ bat Ben einfühlsam. Sofie nickte und ging vor. Ben und Semir folgten ihr. Wenig später saßen sie am Tisch. Sofie mache Kaffee und setzte sich zu den Beiden. „Wissen Sie…Martin…er war ein wundervoller Junge. So lebhaft. Er wollte Clown werden. Er hatte alles was er dafür brauchte...er war so ein zufriedenes Kind…“ fing sie an zu erzählen. „Was ist passiert?“ wollte Semir wissen. „Es war am 18. März. 2009 wir haben gerade unsere Tour durch das Rheinland gestartet. Es war ein Abend wie jeder andere. Die Zuschauer kamen und sahen sich die Vorstellung an. Als ich zurück ins Zelt kam, lag nur noch Leo im Bett. Martin war nicht mehr da. kein Hinweis wo er war. Wir haben alles abgesucht, aber er blieb verschwunden. Dann habe ich die Polizei angerufen. Sie haben alle befragt und die Gegen abgesucht und nichts gefunden. Sechs Tage habe ich vor lauter Sorge kaum geschlafen. Jedes Mal wenn die Polizei kam, dachte ich, jetzt bringen sie die deinen Sohn wieder. Aber nichts. Und dann sagten sie mir, dass er tot ist. Ich…ich ..und jetzt Leo, ich habe Angst das Ganze wieder durchzumachen...“ schluchzte Sofie. Ben ergriff ihre Hand. „Hat Leo etwas zurück gelassen?“ wollte er wissen Sofie wischte sich die Tränen weg und zeigte den Beiden den Zettel. Semir las ihn und schluckte. Dieser Junge schien sich allein gefühlt zu haben, weil die Eltern dem Bruder nachtrauerten und es nicht bemerkten, dass dieses Kind auch darunter litt. „Können Sie sich vorstellen wo er hingegangen sein könnte? Hat er ein Versteck oder so etwas? Kennt er jemanden hier?“ harkte er nach. Doch Sofie schüttelte nur den Kopf.

    „Kinderschänder!!!“ schrien die Leute als Rainer Horn aus dem Haus gebracht wurde. „An den Pranger mit ihm!! Er gehört gesteinigt!!“ kamen die Rufe. Rainer sah sie an. „Er gehört gehängt!!“ Die Todesstrafe für ihn!!“ ging es weiter. Die Polizisten grinsten sich leicht an. Mark Schneider war selbst Vater von zwei Kindern und konnte es nur befürworten. Doch sein Beruf ließ der eigenen Meinung keinen Platz. Hier hieß es, diesen Mann vor den aufgebrachten Bürgern zu schützen. „Was machen Sie mit mir?“ fragte er besorgt. „Wir bringen Sie zur Autobahnpolizei. Die bearbeiten gerade neue Fälle von Kinderschändung und haben ein paar Fragen an Sie. Wir sind derzeit nur als Helfer der Kollegen im Einsatz.“ erklärte er sachlich. „Aber ich habe doch gar nichts getan. Ich...ich...“ stammelte Rainer. „Das ist mir ziemlich egal. Und ganz ohne ist es ja nicht. Denken Sie doch an den kleinen Dominik...“ fauchte der Kollege. „Thomas…“ mahnte Mark ihn. „Ist doch war. Am liebsten würde ich den Kerl der Meute übergeben. Das wäre nur die gerechte Strafe für ihn...“ kam von Thomas Reuter. „Das mit dem Jungen war ein Versehen. Ich..ich…“ verteidigte Rainer Horn sofort. Mark sah ihn warnend an. „Ich warne dich, sag jetzt nichts Falsches. Ich bin selbst Vater und ich kann sehr gut verstehen, wenn die Bürger hier durchdrehen...“ kam wütend von ihm. Rainer Horn schwieg. Er stieg in den Streifenwagen und wurde zur Wache der Autobahnpolizei gebracht. Die Fahrt ging schweigend ab. Auf dem Parkplatz sah Rainer Horn die Beamten an. „Glauben Sie mir, ich tute keinem Kind was Böses. Wirklich nicht, ich bin kein Schänder. Ich liebe Kinder...“ verteidigte er sich. Mark zog ihn heran. „Halt deine Klappe!“ fauchte er ihn nur an und Horn schwieg erschrocken.

    ups...da ist es raus....aber da geht es Semir wie mir..ichdrucke mein Geld auch selbst...sonst wirds nichts mehr mit dem millionär werden...;) Nur ist mein Geld bisher nicht aus dem Verkehr gezogen worden...tja...ich wusste doch das sich die Investition der Druckmaschine und der Farben sich auszahlen...;)


    Scherz!!!!!


    Ben ist völlig durch den Wind was ja auch verständlich ist und ich glaube nicht, das Semir sich so einfach mit dem Falschgeldfall beschäftigen kann. Sicher lenkt Kim ein und schickt beide nach England.

    Irgendwo in einer Kneipe in Köln gingen dunkle Gedanken durch ein paar Köpfe. „Du willst ein Buch stehlen? Warum das denn? Mann geh in die Bibliothek und leihe es dir aus!!“, lachte Stefan und sah Bastian an. „Du verstehst es nicht... es ist nicht irgendein Buch, was du ausleihen kannst. Der Wert des Buches ist unbezahlbar....es steht dort nämlich drin, wo der heilige Gral zu finden ist...“, erklärte Bastian. Stefan hielt sich den Bauch vor Lachen. „Den heiligen Gral? Wir sind doch nicht mehr im Mittelalter...!“, prustete er heraus. Bastian sah ihn böse an. „Schon gut... Aladin... schon gut....“, hängte er deshalb ran. „Es war nicht Aladin, der danach suchte....sondern Zauberer und Magier.... verstehst du nicht? In diesem Gral sind die Geheimnisse des Lebens versteckt.....das ewige Leben....“, sinnierte Bastian. „Oh man...du bist Professor..... ich glaub es ja wohl nicht...ich dache bei dir ist etwas an Realität hängen geblieben...“, stöhnte Stefan, der wieder von einem Lachanfall geschüttelt wurde. „Oh man... jetzt pass doch mal auf... wir werden dieses Buch stehlen und dann diesen Schatz suchen. Man, stell dir das doch mal vor... dieses Buch führt uns zum Inbegriff des ewigen Lebens.“, sinnierte Bastian mit strahlenden Augen. Stefan kam dicht an ihn heran und schlug ihm mit der flachen Hand an die Stirn. „Hallo? Dir scheint es nicht gut zu gehen, oder? Was willst du mit dem ewigen Leben?“, stöhnte Stefan nur. „Man, vielleicht macht dich das glücklich... in dem Buch steht auch das Geheimnis wie man aus Metall, Kupfer und Eisen Gold herstellen kann.“, stieß Bastian aus. Das schien das Interesse seines Freundes zu wecken. „Was? Alles Metall zu Gold? Wow... Okay, ich bin dabei. Und wann soll es los gehen?“, wollte Stefan wissen. „Keine Angst, das sag ich dir schon noch.“, entgegnete Bastian und verabschiedete sich von seinem Freund. Draußen vor der Kneipe sah er sich um. Was für ein hirnloses Frettchen, dachte Bastian und holte sein Handy aus der Hosentasche hervor. „Konrad? Ich bin’s. Ich hab jemanden gefunden, der mit mir den Deal durchzieht.“, erklärte Bastian und sah noch einmal in die Kneipe hinein. „Sehr gut... dann holt das Buch wie besprochen. Sieh zu, dass du den Mitwisser dann los wirst.“, knurrte der Mann am anderen Ende der Leitung. „Keine Sorge... es wird der Fluch des Buches sein, der ihn trifft.“, lachte Bastian und legte auf.

    Der nächste Morgen kam für Semir wieder einmal viel zu früh. „Hmmm... Felix.“, stieß Semir wieder knurrend aus, da ihn der Schwanz der Katze dauernd unter der Nase entlang fuhr und ihn zum niesen brachte. Felix, vom Geräusch erschrocken, fuhr auf und sprang aus dem Bett. „Dummer Kater.“, knurrte Semir hinter dem Stubentiger her, der mit seinem Kopf durch den Türspalt schaute. „Semir...“, kam es verschlafen von Andrea. „Machst du heute dir das Frühstück? Ich fühl mich nicht gut.“, fügte sie kränkelnd hinzu. Sofort saß Semir neben seiner Frau. „Schatz, was hast du denn... Lass mal deine Stirn fühlen.“, meinte der Mann sofort und fuhr mit seiner Hand fürsorglich über Andreas Stirn. „Wow, du glühst ja. Ich rufe Doktor Sprung an... Er wird dich sofort untersuchen. Ich kümmere mich um alles andere.“, kam es aufgeregt vom Deutschtürken. Schnell sprang er aus dem Bett, schlüpfte in seinen Bademantel und ging zum Telefon. Schnell war der Doktor verständigt, der versprach, sofort rüber zu kommen. Wie gut, dass er in der Nachbarschaft wohnte, dachte Semir nur und ging wieder zu seiner Frau zurück. „Schatz, der Arzt kommt gleich.“, meinte er und küsste seine Frau fürsorglich auf die Stirn. Das „Dankeschön“ war kaum zu hören. Semir ging wieder aus dem Schlafzimmer, holte seine Tochter aus dem Bett, wusch sie und half ihr beim Anziehen. Dann ging er mit ihr und dem hinter ihm herkommenden Kater in die Küche, machte für Beide schnell das Essen fertig. Felix hockte mit abwartendem, gespannten Blick vor seiner Futterschüssel und sah Semir dabei zu, wie er das Dosenfutter in die Schüssel füllte. „So, hast du eigentlich nicht verdient.“, meinte Semir und widmete sich seiner Tochter, die ihre Frühstücksflocken ganz alleine mit einem viel zu großen Löffel versuchte zu essen. Auch darum kümmerte er sich. In all der Hektik vergas er fast die Türklingel, die auf einmal ertönte.

    Ben wurde nicht so brutal von seinem Haustier geweckt, was natürlich daran lag, dass er keins hatte. Noch nicht. Langsam schleppte er seinen noch schlafenden Körper ins Bad und unter die Dusche. Nach ausgiebiger Dusche stellte er seine Bohnenmahlmaschine an und ließ die Kaffeebohnen zerkleinern, während ihn von seinem Küchenkalender eine Notiz direkt ins Auge stach. „Papa... Geburtstag“ war dort mit rotem Stift eingetragen und das Datum war in drei Tagen. Oh man, dachte sich Ben, dann muss ich mich aber schnell nach einem Geschenk umsehen. Die Bohnen waren durchgelaufen und das Pulver in die Kaffeemaschine umgefüllt. Während der morgendliche Kaffee seinen gewohnten Gang nahm, dachte er an den gestrigen Abend zurück. Was für eine tolle Frau Susanne doch war, gestand er sich lächelnd ein. Vielleicht würde das wirklich was werden. Doch sie wollte es ruhig angehen lassen und das hieß für Ben, keine überstürzten Handlungen. Er würde es ganz gemächlich anlaufen. Vielleicht hätte sie ja Spaß daran, ihn zum Geburtstag seines Vaters zu begleiten, dachte er. Ja, das war eigentlich die Idee... es war nichts gezwungenes und dennoch konnten beide zusammen sein. Das Piepsen seiner Maschine riss ihn aus den Gedanken und ein Blick zur Uhr mahnte ihn zur Eile. Schnell war der Kaffee getrunken, ein schnell geschmiertes Brötchen hinuntergeschlungen und schon schwang sich Ben in seinen Wagen, um Semir abzuholen.

    Leo ging durch das kleine Wäldchen. Er war froh, dass der Zirkus diesmal an einem kleinen Rastplatz direkt an der Autobahn seine Zelte aufgeschlagen hatte. So konnte er sich verstecken. Nicht weit von diesem Platz lag ein Picknickplatz wo viele Leute sich trafen wenn es schön war, oder wenn Festlichkeiten anstanden und sie dort übernachteten um am nächsten Morgen einen guten Platz zu erobern. Leo sah sich um. Dort…auf dem kleinen Spielplatz gab es ein Häuschen wo er sicher etwas wohnen konnte. Immerhin hatte er eine Decke und sein Kissen mitgenommen. Außerdem zu essen und zu trinken. Wenn er mehr brauchte würde er einfach zu Peter gehen, der ihm sicher aushelfen würde ohne zu fragen und auch dicht hielt wenn Leo ihm erklärte warum er weg gelaufen war. Er war immerhin schon fast zehn Jahre alt und damit auch reif genug auf sich selbst zu achten. Leo machte es sich in dem kleinen Häuschen gemütlich. Sicher waren nachts hier auch einige Junkies auf dem Platz aber wen interessierte das schon. Wenn er erstmal schlief dann schlief er. Und Mama und Papa würden ihn eh nicht vermissen. Sie gingen zu sehr in der Trauer um Martin um. Martin, warum hast du mich allein gelassen? Ich wollte mit dir spielen und mit dir lernen. Nummern für den Zirkus einstudieren und üben und nun? Du hast mich einfach im Stich gelassen. Mama und Papa weinen nur um dich, ich bin ihnen egal. Sicher merken sie nicht einmal dass ich nicht mehr da bin... dachte er leise. Leo nahm das Bild seines Bruders, was er seiner Mutter weggenommen hatte und sah ihn an. „Warum bist du nur weg? Warum hast du Mama und Papa allein gelassen. Weißt du, sie wissen nicht einmal das es mich gibt. Sie wollen mich gar nicht haben. Ich bin nur Last...“ weinte der kleine Junge. Das auch er um seinen Bruder trauerte schien seinen Eltern ziemlich egal. Sie waren mit ihrem Leid, mit ihrer Trauer beschäftigt und da blieb kein Platz für den kleinen Leo.

    Semir ging zu Susanne. „Kannst du mir bitte herausfinden wo der Zirkus Lombard gerade ist?“ bat er die Sekretärin. Susanne nickte und nur fünf Minuten später hatte Semir seine Auskunft. „Danke, du bist ein Schatz..“ lobte er Susanne und warf ihr einen Luftkuss zu. „Was meinst du, was los ist, wenn Andrea das erfährt..“ lachte sie. „Auf dich ist sie nicht eifersüchtig, niemals..“ gab Semir grinsend zurück und verschwand mit Ben. „Martin Winther wurde aufs Übelste zugerichtet, genau wie die Leichen, die wir gefunden haben. Er wurde erwürgt und mehrfach vergewaltigt. Die Eltern erstatteten sechs Tage vor dem Auffinden seiner Leiche Vermisstenanzeige. Der Junge war gerade mal neun Jahre alt. Das passt in das Opferprofil unseres Täters…“ las Ben den Bericht weiter vor. Semir nickte nur. „Was ist?“ wollte Ben wissen. „Ich denke nur gerade darüber nach, was ich als Vater wohl tun würde, wenn eines meiner Kinder einem solchen Typen in die Hände fällt. Ich würde ihn umbringen….“ erklärte Semir. Ben nickte leicht. „Ich denke, da bist du nicht der Einzige. Jeder Vater oder jede Mutter würde so reagieren. Und leider müssen wir das verhindern. Denn das wäre Selbstjustiz und die ist verboten.“ Bestätigte er. Sie erreichten den Platz wo der Zirkus diesmal stand und bemerkten die Hektik die dort herrschte. Alle rannten über den Platz und schienen etwas zu suchen. „Da ist sie..“ kam von Ben als er die Dompteurin sah. Sie gingen hin. „Frau Winther, hätten Sie einen Augenblick für uns?“ bat Semir. Die Frau sah ihn an. „Ich? Was wollen Sie denn? Wer sind Sie?“ harkte sie nach. „Gerkan Kripo Autobahn. Das ist mein Kollege Ben Jäger. Es geht um Martin..“ erklärte Semir und zeigte seinen Ausweis. Sofie Winther musterte ihn. „Sie sind doch der Vater von der kleinen Ayla…“ erinnerte sie. „Ayda und ja, das bin ich. Aber diesmal bin ich beruflich hier. Sie haben vor zwei Jahren einen Sohn verloren. Er wurde ermordet…“ kam von Semir. Sofies Gesichtszüge verhärteten sich. „Ja das stimmt und dieser Mistkerl ist immer noch auf freiem Fuß. Hören Sie, ich würde mich sehr gern mit ihnen unterhalten, aber mein Sohn. Leo er ist neun...er ist weg..“ kam nervös von ihr.

    Abendessen!!!!

    „Verschwinde du Kinderschänder!!“ hörte Rainer Horn. Er schloss die Fenster und ließ die Rollläden runter. Doch bevor er alles geschafft hatte flog ein Stein in sein Wohnzimmer und verpasste ihn nur knapp. Rainer duckte sich. Er kroch zum Telefon und rief die Polizei. „Ich brauche Hilfe…“ gab er leise durch die Muscheln. „Wer spricht dort?“ harkte der Beamten nach. „Rainer Horn, Rosenbusch 17 in Köln. Bitte, Sie müssen mich beschützen..“ jammerte er. „Herr Horn, was genau passiert denn?“ fragte der Mann am anderen Ende. „Ich…ich….ich werde bedroht. Die Nachbarn werfen mir die Scheiben ein. Ein Stein hat mich ganz kurz nur verfehlt. Um den Stein ist ein Zettel gebunden…“ erklärte Rainer. „Wir schicken einen Wagen, Herr Horn. Bis dahin öffnen Sie niemandem..“ mahnte der Polizist. „Klar, werde ich tun….“ Gab Rainer leise von sich und legte auf. Die nächste Scheibe zerbrach. Rainer hielt schützend seine Arme über den Kopf und verzog sich in den dunklen Flur, wo keine Fenster waren. Dieser Pöbel wollte ihm ans Leder. Dabei hat er doch nichts getan… dachte er bei sich. „Du Kinderschänder!! Raus hier!! Komm raus!! Du bist ein Feigling!!“ hörte er die Leute schreien. Wieder flog etwas heran. Rainer fing an zu weinen. Was wollten die Leute denn von ihm. Er hatte doch seine Strafe abgesessen. Strafe für eine gute Tat, dachte er bei sich. „Ich habe die Kinder doch nur lieb gehabt…“ weinte er leise. Dann endlich hörte er die Sirene der Polizei. „Gott sei Dank….“ stieß er aus. Doch er irrte sich, wenn er glaubte dass die Hetzjagd nun ein Ende hatte. Sie sollte jetzt erst beginnen.

    Sofie schlug die Tageszeitung auf und sah auf das Bild. „Dieser verdammte Mistkerl...“ stieß sie aus. Paul ihr Mann sah sie an. „Was hast du?“ wollte er wissen. „Hier, hier, sieh es dir an. Der Kinderschänder wohnt in einer Gegend, wo viele Kinder sind. Das kann man doch nicht zulassen. Das geht doch nicht. Da ist doch der nächste Missbrauch vorprogrammiert!“ stieß sie wütend aus und zeigte ihm das Foto. Paul überflog den Artikel nur. „Nun ja, er trägt eine Fußfessel und wird überwacht. Dann sollte... Oh nein, er hat sich trotzdem ein Kind geholt..“ stieß er erschrocken aus. Sofie sah ihn an. „Das ist sicher der Mistkerl, der sich Martin geholt hat. Er hat ihn missbraucht, misshandelt und getötet. Dafür verdient dieser Mensch nur eine Strafe..“ kam leise von ihr. Erst jetzt fiel ihr auf, dass Leo nicht da war. „Wo ist Leo?“ wollte sie von ihrem Mann wissen. „Ich habe ihn heute noch nicht gesehen..“ gab Paul zu. Sofie stand auf und ging zu der Ecke, wo Leo sein eigenes kleines Reich hatte. Doch da Bett war leer. „Leo???!“ rief sie. Keine Antwort. Dann sah sie auf den kleinen Tisch neben dem Bett ein Zettel. Sie nahm ihn und ihr überkam ein sehr übles Gefühl. „Mama, Papa…ich kann nicht mehr. Ihr streitet euch seit Martin nicht mehr da ist. Ich bin für euch Luft und ihr trauert nur. Wisst ihr nicht, wie es mir geht? Ich weine auch um Martin. Er war mein großer Bruder und er ist einfach von mir gegangen. Hat mich allein gelassen. Denn genau das bin ich, allein. Ich bin ganz allein. Und damit ihr mit eurer Trauer um Martin fertig werden könnt, werde ich gehen. Lebt wohl, und vielleicht erinnert ihr euch eines Tages an euren zweiten Sohn, an Leopold, den ihr nur unter Leo kennt….“ las sie. „Nein..!“ stieß sie aus und ließ sich auf Leos Bett fallen. Paul kam zu ihr. „Was ist los?“ fragte er sofort. „Leo, er...er ist weg...“ stammelte sie und hielt ihm den Zettel hin.

    ups das war ja wohl deutlich. Ben macht sich auf den WEg nach England...verständlich...immerhin ist es seine Freundin die in der Gewalt von anscheindend recht freundlichen Verbrechern ist. Zumindest vergessen sie nicht das "Sir"...das ist auch schon was..

    Bin gespannt wie es weiter geht mit dem Falschgeldfall, den Semir dann wohl mit Hotte und Dieter machen muss und mit Ben, der seinen Sturkopf durchsetzen will :thumbup:

    Josie Jörgens sah die beiden Polizisten an. „Mein Sohn ist völlig verstört. Er redet nicht mehr. Er …er…“ weinte sie leise. „Frau Jörgens, ich weiß das es schlimm ist, aber Ihr Sohn ist derzeit der Einzige, der uns helfen kann zwei weitere Fälle zu lösen.“ versuchte Ben der Mutter zu erklären. „Warum fragen Sie nicht die Jungs dort?“ kam anklagend von ihr. „Das geht leider nicht..“ warf Semir ein, ohne zu sagen, das die Kinder tot waren. Josie schien jedoch zu ahnen was los war. „Sie sind tot? Die Kinder sind tot?“ kam heiser die Nachfrage. Semir bestätigte es. „Dann hatte Nick sogar noch Glück, dass er nur missbraucht wurde…“ weinte sie erneut. Semir sah Ben an. „Frau Jörgens, können wir mit Dominik sprechen?“ bat Ben erneut. Josie schüttelte den Kopf. „Nein. Nein, das wühlt ihn nur noch mehr auf, aber die Ärzte, die ihn untersucht haben, können Ihnen sicher was sagen. Sie haben mir gesagt, dass sie Spermaspuren bei ihm festgestellt haben.“ lehnte Josie ab. „Spermaspuren? Davon ist uns nichts bekannt. Okay, aber wenn wir Fragen haben, müssen wir wiederkommen. Wir haben Kinderpsychologen, die Ihnen und vor allem Dominik helfen können, das Erlebte zu verarbeiten. Ich schwöre Ihnen, dass ich den Täter finden werde…“ kam leise von Semir. Josie sah ihn an. „Haben Sie auch Kinder?“ wollte sie wissen. Semir nickte. „Zwei Mädchen…“ gab er zurück. „Passen Sie gut auf die Beiden auf. Es passiert so schnell..“ kam von Josie der Rat. „Das werde ich…“ versprach Semir und verschwand mit Ben zu der Wache wo die Anzeige aufgenommen wurde. Dort wurden ihm sofort die Akten zu dem Fall ausgehändigt. „Wenn ihr das Schwein habt, dann sorgt dafür, dass er nie wieder einem Kind zu nahe kommt..“ forderte der Kollege auf. Semir lächelte milde. Das war nicht nur der Wunsch des Kollegen.

    „Die Spermaspuren stammen von einem gewissen Rainer Horn. Dieser Mann ist wegen diverser Missbrauchsvorfälle in Behandlung, und vorbestraft. Er ist seit vier Wochen auf freiem Fuß und lebt in einer Wohnsiedlung, wo viele Kinder sind. Ich fasse es nicht. Er ist auf freiem Fuß“ stieß Semir aus, als er die Akte las. „Warum ist der das?“ harkte Ben nach. „Er trägt eine Fußfessel, die seinen Standort an die jeweilige Polizeiwache gibt. Das kann doch nicht wahr sein. Diese Dinger sind doch gar nicht sicher und jeder, der sich mit Technik etwas auskennt, kann die manipulieren!“ fauchte Semir wütend. „Okay….das Sperma bei Dominik stammt von Horn. Aber er scheint nicht der Täter der toten Kinder zu sein, denn dann hätte man ihn direkt eingesperrt. Die Spuren waren Andere..“ gab Ben zu bedenken. „Na und? Das ist ein Kinderschänder und der gehört eingesperrt und nicht in eine Wohnsiedlung“ widersprach Semir sofort. „Ich habe hier übrigens einen weiteren Fall ausgegraben. Vor zwei Jahren verschwand ein Martin Winther. Er war damals gerade neun Jahre alt und wurde sechs Tage nach seinem Verschwinden aufgefunden. Tot, misshandelt und missbraucht wie unsere beiden Fälle. Seine Mutter Sofie Winther ist damals in psychologischer Behandlung gewesen. Sofie Winther so hieß doch die Frau aus dem Zirkus. Die mit dem Alpaka..“ stieß Ben aus. Semir sah ihn an. „Stimmt genau. Gut, fahren wir erst zu ihr und dann zu Horn..“ bestimmte Semir und legte die Akte beiseite. „Meine Herren, wer hat die Zeitung über die Missbrauchsfälle informiert?“ stürmte Kim ins Büro. „Von uns war es keiner..“ kam sofort die Antwort. Kim legte die Tageszeitung auf den Tisch. „Hier steht klar, dass ein gewisser Rainer Horn, der bereits als Schänder bekannt ist, wieder zugeschlagen hat…“ kam von ihr. Semir und Ben sahen auf der ersten Seite ein Bild von Rainer Horn sowie die Bilder der toten Kinder. „Verdammt….“ stieß Semir nur aus. Er sah auf das Bild und auf das Haus mit dem roten Pfeil. „Hier wohnt ein Kinderschänder!“ stand dort in großen Lettern.

    So jetzt hab ich mich wieder eingelesen. Das Semir suspendiert wird ist sicher kein guter Schachzug. Denn unser türkische Hengst wird sich davon sicher nicht abhalten lassen selbst zu ermitteln. Außerdem ist Ben ja auch außer Gefecht....

    Und weiter geht es mit der Zusammenarbeit von mir und Chris, dem ich jetzt auch mal ein großes Danke schön sagen möchte. Chris..mit dir mach die Zusammenarbeit verdammt viel Spaß. Ich freu mich auf viele weitere Storys mit dir. :thumbup:

    So zur Story...diesmal gehen wir etwas in die Geschichte...ins Mysterische....also viel Spaß und bitte viele feeds.

    Semir und Andrea besuchten das kölnische Kulturmuseum, welches gerade eine Ausstellung mit mysteriösen Büchern und Bildern veranstaltete. Andrea hatte ihn bekniet mit ihm dorthin zu gehen. „Bitte... es ist doch nur noch heute... und du hast Urlaub... komm schon Semir...“, flehte sie regelrecht. Semir konnte es nicht ab, wenn Andrea bettelte und gab klein bei. „Also gut... wir gehen...“, stöhnte er. Und nun standen sie mitten in der Pulk von Kulturwissbegierigen und warteten auf Einlass. Doch es schien heute etwas länger zu dauern. „Man … warum dauert das denn so lange....?“, wollte Semir ungeduldig wissen. Endlich...nach einer guten Stunde wurde die Gruppe, zu der auch Semir und Andrea gehörten, eingelassen. Die junge Führerin bat die Gruppe direkt in den ersten Saal. Sie wies auf ein ziemlich abgegriffenes Buch. „Dieses Buch, was Sie vor sich sehen, ist nach einer Legende todbringend...“, erklärte die Führerin des Museums. Semir sah Andrea an. „Ein Buch auf dem ein Fluch liegt...ich schmeiß mich weg...“, grinste er. „Hey... du solltest das schon ernst nehmen. Du hast doch auch schon von vielen Dingen, die du nicht glauben wolltest, erfahren, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die sich dann bewahrheiten...und nun still...ich will hören, was sie sagt...“, lachte Andrea leise. Semir nickte und sie schlossen sich der Führung wieder an. „Dieses Buch ist vor über 700 Jahren in einem alten Kloster gefunden worden. Der Finder war ein alter Abt, der glaubte hier eine Möglichkeit gefunden zu haben, um die Welt zu ändern. Als er, so ist die Überlieferung, das Buch für seine Zwecke benutzte, passierten sonderbare Dinge. Drei Monate nachdem er sich mit dem Buch beschäftigt hatte, starb der Abt einen unnatürlichen Tod. Danach kam das Buch in eine Kirche in Rom, doch auch hier passierten sonderbare Dinge. So sagt man, weinte eine der Madonnen als das Buch dort auf dem Altar lag. Wenig später stürzte das Kirchendach ein. Die Reihe der Unglücke geht weiter. Auf der letzten Fahrt mit dem Schiff, die das Buch nach Deutschland brachte, sank auf der nächsten Fahrt als es gerade den Rhein verlassen hatte. Es ist gegen einen der Brückenträger gefahren. Man sagt hier, dass der Kapitän betrunken war. Eine Untersuchung hat ergeben, dass dieses Buch mit menschlichem Blut geschrieben wurde....“, erklärte die Museumsführerin. Semir schüttelte ungläubig den Kopf. Wie konnte man solch ein Blödsinn nur glauben, dache er.

    „Manno...warum muss ich die Berichte schreiben, während Semir in einem Museum herum läuft...!“, stöhnte Ben und warf den Stift auf den Tisch. „Na komm...hab dich nicht so...“, lachte Susanne, die ihm einem Kaffee hinstellte. „Ja aber... ich meine er kann jetzt mal so langsam wieder anfangen zu arbeiten... Seit er das mit dem Löwen überlebt hat und aus dem Urlaub zurück ist... und das ist jetzt schon 4 Tage her... hat er nichts anderes zu tun als mit Andrea hier und da hinzugehen....während ich hier in Arbeit ersticke...“, klagte Ben weiter. „Aber du hast doch im Augenblick nur die Berichte zu schreiben....“, kam von Susanne verwundert. „Ja genau....aber das sind noch sechs Stück...hier...das hier zum Beispiel.....und hier....woher soll ich denn wissen, was ich vor Tagen gemacht habe? Ich hatte andere Sorgen...ich musste Semir finden und mal wieder retten, weil er nicht auf sich aufpassen kann...“, grinste Ben. Susanne nickte. Sie ging zu ihn und massierte seine Schultern. „Oh...das tut gut....mach weiter...“, stöhnte Ben gekonnt. Susanne tat ihm den Gefallen. Sie knetete die Muskulatur von Ben durch. „Du bist total verspannt.“, meinte sie besorgt. „Ich habe ja auch keine Frau, die mich abends massiert...und verwöhnt....sag mal...wie wäre es, wenn wir uns Beide mal einen schönen Abend machen würden? Ich meine, du bist allein...ich bin es....warum tun wir uns nicht zusammen und sind gemeinsam einsam...“, grinste er. Susanne lachte hell auf. „Das ist gut...aber weißt du was...wir tun es.... ja...wir machen es. Lass uns was essen gehen...“, schlug sie vor. Ben nickte, fuhr den PC runter und sprang auf. „Dann komm...“, meinte er. „Whow...du bist aber schnell im Feierabend machen...“, lachte Susanne. Nur wenige Minuten später waren sie verschwunden. „Wo wollen wir denn überhaupt hingehen?“, wollte Susanne wissen. „Weißt du, da heute so ein herrlicher Sonnentag ist, dachte ich, wir gehen in eine der Bars am Rhein. Was hältst du davon?“, wollte er wissen und startete seinen Mercedes. „Au ja... einfach nur aufs Wasser sehen und dabei was schönes Trinken.“ „Und einfach zusammen sein.“, grinste Ben.

    Das Ehepaar Gerkhan saß nach ihrem Besuch im Museum im Lieblingsrestaurant. Semir hatte sich eine Cola bestellt und Andrea sich ein Wasser. „Weißt du, ich fand es heute sehr interessant. Danke, dass du mit mir gegangen bist.“, bedankte sich Andrea bei ihrem Mann. „Hab ich doch gerne gemacht, mein Schatz.“, liebäugelte er. „Hätte mir aber für meinen letzten freien Tag was anderes vorgestellt.“, murmelte er und trank von seiner Cola. „Sagtest du was, Semir?“, fragte Andrea nach. „Ähm... neee, nee hab ich nicht.“, meinte er sofort und ergriff ihre Hand. „Andrea, mein Schatz... ich werde morgen wieder arbeiten gehen. Schaffst du das ohne mich? Ich meine, nach deinem Schwächeanfall?“, wollte er fürsorglich wissen. Sie lächelte nur und sah ihn an. „Semir, ich schaff das schon. Du kannst ruhig arbeiten gehen. Wirklich, ich bin wieder fitt.“, entgegnete Andrea und sah ihren Mann mit liebevollen Augen an. Semir küsste seine Frau voller Leidenschaft und widmete sich seinem Essen, genau wie Andrea. Die Familie kehrte danach in ihr Haus zurück, wo sich Semir in seinen Lieblingssessel setzen wollte. Doch sofort wurde er mit einem Fauchen davon abgehalten. „Hey Felix, das ist immer noch mein Platz.“, knurrte Semir und wollte den frechen rot-weiß getigerten Kater vom Sessel nehmen, doch das ließ sich der Stubentiger gar nicht gefallen und fauchte sein Herrchen an. „Ey sag mal... du willst wohl Streit mit mir?“, fragte Semir und nahm die Spielzeugmaus in die Hand. „Na warte...“, lachte er und holte die Spielzeugmaus aus dem Flur, hielt sie Felix vor die Nase und warf sie dann in die andere Ecke des Wohnzimmers. Doch Felix blieb ruhig auf seinem Platz sitzen, legte sich sogar noch frech hin. „Du kleines...“, knurrte Semir und hörte dann aus der Küche nur ein Klappern. Erst da war Felix aufgesprungen und lief mit hochgestelltem Schwanz vom Wohnzimmer in die Küche. „Ha, klappt doch.“, grinste der Deutschtürke und setzte sich in seinen Sessel.

    Semir und Ben machten gegen 21 Uhr Schluss. Sie hatten einige Akten durchgesehen und sich die interessanten Fälle die sich mit verschwundenen Jungen befassten zur Seite gelegt. „Die gehen wir morgen durch. Wir müssen jetzt auch mal schlafen..“ stöhnte Semir und rieb sich die roten Augen. Ben stimmte ihm zu. „Ich kann meine Augen kaum aufhalten. Willst du fahren oder ich?“ fragte er. „Niemand, ich rufe Andrea an und sage ihr, dass wir hier im Bereitschaftsraum schlafen...“ bestimmte Semir. Ben nickte erneut. „Das ist gut. Keine Fahrt mehr. Ich geh dann schon mal runter..“ schlug ‚Ben vor und Semir griff zum Telefon. Er wählte seine Festnetznummer und wartete bis Andrea sich meldete. „Andrea, mein Schatz...“ fing er an. „Semir? Weißt du wie spät es ist? Wann machst du denn Feierabend?“ hörte er klagend von seiner Frau. „Jetzt, aber ich bin zu müde zum fahren. Ich lege mich hier in den Bereitschaftsraum und komme dann morgen Nachmittag nach Hause...“ erklärte er. „Hast du wieder einen so harten Fall?“ wollte Andrea wissen. „Ja, es geht um Kindesmord. Wir haben einen Jungen gefunden, der übel zugerichtet und missbraucht worden. Ich kann nicht einfach nach Hause fahren. Verstehst du das?“ bat er Andrea. „Natürlich, aber bitte denk auch daran, dass du Familie hast...“ gab sie zurück und er hörte den obligatorischen Luftkuss. „Ich liebe dich..“ sagte er und legte auf. Mit etwas steifen Schritten ging er in den Keller der PAST und legte sich dort in den Bereitschaftsraum, der normalerweise für die Nachtschicht bestimmt war. Da dort allerdings zwei Kollegen krank waren, konnten Ben und Semir ohne Sorge jemanden den Platz wegzunehmen sich hinlegen. Kurz darauf hörte man die beiden Hauptkommissare regelmäßig atmen.

    Am nächsten Morgen wurden Semir und Ben aus dem Schlaf gerissen. Susanne kam in den Bereitschaftsraum und schüttelte Semir. „Wieder ein Leichenfund. Wieder ein Kind. Ihr müsst sofort los!“ sagte sie aufgeregt. Semir sah sie etwas verschlafen an und brauche eine kurze Weile um die Worte zu verstehen, doch dann sprang er hoch und sah sie an. „wo?“ fragte er. „An der A3 Rastplatz Hohen Weiden, ein Wanderer hat die Leiche eines unbekleideten Jungen gefunden.“ kam von Susanne. „Los Ben! Die Arbeit wartet!“ rief Semir seinem Partner zu, der noch nicht ganz wach war. Nur wenig später waren die Beiden unterwegs. Sie kamen an dem Rastplatz an und sahen wie das Kind gerade abtransportiert wurde. „Der Junge ist seit mindestens drei Tagen tot…“ gab der Gerichtsmediziner von sich, als er die Beiden sah. „Seit drei Tagen? Wissen wir diesmal wer es ist?“ wollte Semir wissen. „Diesmal ja, er hatte einen Kinderausweis bei sich. Simon Meesters aus Essen, elf Jahre alt..“ gab der Doc von sich. „Oh verdammt, das ist Nr. 2 aus der Vermisstenliste..“ kam leise von Semir. „Es tut mir Leid, aber ihr müsst den Eltern diese Nachricht überbringen. Der Junge ist schwer misshandelt worden. Und vermutlich auch missbraucht genau wie das andere Kind. Es scheint ganz so, als sein ein Pädophiler am Werk…“ meinte der Doc. Semir und Ben nickten nur. „Okay, die Adresse lasse ich mir von Susanne durchgeben...“ meinte Ben und ging zum Wagen. Nur fünf Minuten später waren sie auf dem Weg zu den Eltern. Sie brauchten eine Stunde bis sie wieder in der PAST waren. „Ich hasse diesen Teil des Jobs..“ fauchte Semir wütend. Susanne sah ihn an. „Die Eltern?“fragte sie nur. Semir nickte. „Noch ein totes Kind kann ich nicht ertragen..“ gab er leise zu. „Dann hab ich was für dich. Die Kollegen aus Wuppertal haben mir eben etwas gemailt. Dort wurde eine Anzeige wegen sexuellen Missbrauch gestellt. Der Anzeigenerstatter ist Dominik Jörgens, er ist 12 Jahre alt und wurde nach einem Zirkusbesuch von einem Mann zu sexuellen Handlungen gezwungen…“ gab Susanne bekannt. Semir sah sie an. „Adresse?“ forderte er. Susanne reichte sie ihm. Schon waren die Kommissare wieder verschwunden.

    okay Elina...ein kleiner Nachschlag bevor ich meine neue Wohnung renoviere um endlich umzuziehen
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    Auch in Düsseldorf kam der Zirkus sehr gut an und war wie ein Magnet für die Kinder. Jonas kam immer mehr in Fahrt und auch seine Kollegen wurden durch viel Applaus in ihrem Tun bestätigt. Der Zirkus blieb ganze drei Tage in der Stadt und nahm viel ein. Am Abend saßen sie alle zusammen und sprachen über die Vorstellungen. „Wir sollten unsere Tour ausweiten. Wir haben derzeit so großen Erfolg, dass wir es ausnutzen müssen. Wie wäre es, wenn wir nach der letzten Station noch zwei oder drei Städte anhängen?“ schlug Jonas vor. „Ich bin dabei!“ gab Sofie zurück. „Ja, ich auch. Das ist so super derzeit...“ stimmte auch Peter ihr Mann zu. „Gut, ich werde mich direkt darum kümmern und morgen früh direkt zur Verwaltung von Moers und auch von Krefeld gehen und uns dort ankündigen. Diese Tour ist einfach genial, dank euch..“ lachte Jonas. Die Gruppe löste sich auf und alle gingen zum Schlafen in die Wagen. Doch Sofie konnte nicht schlafen. Sie konnte schon seit Jahren nicht mehr unbeschwert schlafen. „Mama, denkst du wieder an Martin?“ wollte ihr Sohn Leo wissen. Sofie wischte sich schnell die Tränen weg. „Nein, es ist mir nur etwas ins Auge geflogen…“ lächelte sie fahrig. Leo sah sie an. „Mama, es ist doch jetzt schon zwei Jahre her. Martin wird nicht wiederkommen. Martin ist im Himmel und sieht auf dich. Warum hörst du nicht auf?“ versuchte der neunjährige Junge seine Mutter zu trösten. „Ich weiß….“ weinte Sofie. Auch Peter kam zu ihr. „Sofie….lass endlich los. Du machst dich selbst kaputt und das ist nicht gut. Leo und ich brauchen dich.“ Redete er auf seine Frau ein. „Weißt du, dass der Täter bis heute nicht gefunden ist?“ fragte sie. „Ja, ich weiß. Du wirst ihn aber auch nicht finden. Es ist leider so, dass man den Täter nicht ermitteln konnte. Die Polizei hat…“ erklärte Peter. „Die Polizei hat gar nichts gemacht. Martin war gerade mal neun. Er war ein Kind, ein so liebes Kind, was niemand etwas getan hat. Ich kann ihn nicht einfach vergessen. Er hatte so einen grausamen Tod…“ weinte Sofie. Doch in ihrer Stimme war auch Verachtung zu hören. Sie nahm die Zeitung und las von einem Vorfall eines Kindesmissbrauchs, welcher ganz in der Nähe war. Sie las den Text aufmerksam durch. „….der unter Verdacht stehende Rainer H. wurde jedoch nicht verhaftet.“ las sie. War es das Schwein, was ihren Martin auch genommen hatte? Sie musste wissen wie der Mann mit Namen hieß. Das Bild des Mannes prägte sie sich ein.

    Ben und Semir sahen sich die Vermisstenfälle von Kindern an, die noch nicht aufgeklärt waren. „Hier ein Marlon Brandt aus Oberhausen, seit sechs Tagen vermisst. 12 Jahre alt.“ las Ben vor. „Sechs Tage? Das käme hin. Ich habe hier auch noch eins. Simon Meesters, elf Jahre alt, seit vier Tagen wird der Junge vermisst. Er stammt aus Essen und wurde am 17.4 von seiner Mutter als vermisst gemeldet.“ gab Semir von sich. „Noch einer, Erich Kleppter. Auch 12 Jahre aus Wuppertal. Vermisst seit dem 16.4. Man Semir, das hört sich gar nicht gut an, überhaupt nicht…“ stöhnte Ben leise. „Ich weiß, aber wir müssen die Eltern informieren, dass wir ein Kind gefunden haben..“ erklärte Semir. In ihm stieg die Wut an. „Wir werden diesen Mistkerl finden, das schwöre ich dir…“ hängte er leise an. Ben nickte. Sie fuhren zu den Familien um sie über den Leichenfund zu informieren. Die erste Adresse war die von Marlon Brandt. „Guten Tag, Kripo Autobahn..“ stellte Semir sich vor. Die Frau sah ihn an. Sie wurde völlig blass und schluckte merklich. „Haben Sie meinen Jungen gefunden? Ist er in Ordnung?“ fragte sie leise und hoffnungsvoll. Semir sah Ben an. „Frau Brandt, wir….können wir vielleicht rein kommen?“ bat er. Die Frau nickte und gab die Tür frei. Als sie im Wohnzimmer saßen sah die Frau ihn an. „Er ist tot, nicht wahr?“ fragte sie leise. „Frau Brandt, wir wissen nicht ob es Ihr Marlon ist, aber…wir haben ein Kind gefunden. Es stimmt mit den Angaben überein. Nur ist der Junge nicht bekleidet gewesen und…“ erklärte Semir. „NEIN!!! NEIN!!! BITTE!!“ weinte die Frau und brach zusammen. Semir und Ben griffen sofort zu und legen sie auf das Sofa. „Ruf einen Notarzt...“ bat Semir sofort. Semir und Ben fuhren nachdem sie mit Elise und ihrem Mann in der Gerichtsmedizin waren zurück zur PAST. Die Eltern hatten ihren Sohn identifiziert und Elise brach am Tisch zusammen. Ihr Mann sah Semir an. Hass lag in den Augen. „Finden Sie das Schwein, bitte….“ sagte er leise zu Semir. „Das werde ich...“ versprach er.

    „Wie grausam muss es sein, das geliebte Kind daliegen zu sehen, misshandelt und missbraucht. Ben, ich habe das dumpfe Gefühl, dass es nicht das letzte Opfer sein wird.“ kam nachdenklich von Semir. Ben sah ihn an. „Mal den Teufel nicht an die Wand!“ stieß er aus. „Wenn du die Vermisstenkartei durchgehst, ist es vorprogrammiert. Da scheint einer dieser Kranken unterwegs zu sein. Wir sollten alle abklappern, die mit solchen Dingen zu tun hatten. Es werden vier Jungs im Alter zwischen neun und 12 Jahren vermisst. Ich habe hier noch ein paar alte Fälle, die nicht erledigt sind. Zwar nicht in unserem Bereich, aber immerhin. Vielleicht stimmten die Spuren ja überein..“ murmelte Semir als er die Berichte durch ging. Ben nickte nur. Er hatte das Obduktionsergebnis vorliegen und las den Bericht. „Hier steht, dass der Junge nicht nur Spermaspuren im After sondern auch im Mund hatte. Aber nicht von dem gleichen Täter.“ gab er bekannt .Semir schluckte. „Zwei Täter? Das ist übel…das arme Kind muss ein regelrechtes Martyrium durchgemacht haben...“ stieß er aus. „Ja die Proben sind im Labor. Bisher kein Ergebnis. Vielleicht sollten wir die Fälle durchgehen, die in der Vergangenheit nicht geklärt sind. Und wer weiß, vielleicht erkennen wir dort einen Zusammenhang..“ schlug Ben vor. Semir sah ihn an. „Das sagte ich doch gerade..“ lachte er. „Die Akten der Kollegen habe ich angefordert.“ hängte er an.

    Leo lag in seinem Bett und versuchte zu schlafen. „Ich sagte doch…ich kann ihn nicht vergessen! Warum versteht das keiner!! Martin war mein Sohn! Mein Fleisch und Blut!“ hörte er seine Mutter schreien. „Aber er ist tot!! Er ist seit zwei Jahren tot!! Leo, Leo ist da. Du musst dich um ihn kümmern…! Martin kommt nicht zurück. Nie wieder!!“ kam von seinem Vater in der gleichen Lautstärke. Der kleine Leo drehte sich um und zog sich die Decke über den Kopf um den Streit nicht mehr zu hören, doch es gelang nicht. Leise weinte er sich in den Schlaf. Das auch er seinen großen Bruder vermisste schien niemanden zu interessieren. „Du weißt genau was Martin für mich bedeutet hatte. Er…er…er war auch dein Sohn. Hast du ihn vergessen? Hast du ihn wirklich vergessen?“ suchte seine Mutter nach den richtigen Worten. „Ach verdammt, ich schlafe heute bei den Tieren…“ gab sein Vater zurück. Dann war es ruhig. Leo wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Er hörte wie seine Mutter in den Wagen kam. Sie schien sich an den Tisch zu setzen. Leo zog die Gardine zur Seite und sah seine Mutter mit traurigen Augen an. „Mama, hast du mich denn gar nicht lieb?“ fragte er schluchzend. Sofie sah ihn an. Auch in ihren Augen waren Tränen zu sehen. Tränen der Trauer. „Natürlich liebe ich dich..“ kam von ihr. Doch in diesen Worten lag keine Emotion und der kleine Leo fasste einen folgenschweren Entschluss.

    Semir und Ben lagen immer noch im Flughafen Köln-Bonn auf der Lauer. Mittlerweile war es halb zwei. Ben, halb eingeschlafen, sah immer wieder auf seine Uhr und dann zu Semir. „Mensch Semir, glaubst du, die kommen heute noch?“, wollte er wissen. Semir, der sich hinter einem der Flugschalter, als Fluglotse verkleidet, befand, sah seinen jungen Partner nur an. „Ben, die haben den Flug gebucht. Keine Sorge, die kommen schon und dann werden wir sie endlich haben.“, versicherte der Deutschtürke seinem Freund. „Na hoffentlich... ach, das hab ich dir noch gar nicht erzählt oder?“, grinste Ben, gähnte und sah, wie Semir ihn neugierig ansah. „Was denn?“, wollte er wissen. „Nico wird heiraten.“, kam es freudig vom Jungkommissar. „Was?“, stieß Semir vor Freude aus und sah seinen Partner an. „Ja, er und Elena verstehen sich so gut, dass sie beschlossen haben, zu heiraten.“ „Aber... aber... die kennen sich doch noch nicht so lange. Wie können die dann gleich heiraten?“, kam es konservativ von Semir. Ben lachte auf. Sofort war die Müdigkeit vergessen. „Mensch Semir, die lieben sich nun einmal. Und warum auch nicht? Ich meine, die sind doch ein schönes Paar.“, grinste Ben. Semir musste zugeben, dass Nico und Elena wirklich schön anzusehen waren. „Oh man... dann gibt es ja sicherlich bald was zum Feiern.“, grinste der Deutschtürke und rieb sich die Hände. „Typisch... du denkst mal wieder nur an dein Wohl.“ Plötzlich meldete sich Lars per Funk. „Hey, ihr Beiden, könntet ihr mal eure Privatgespräche einstellen und euch auf den Einsatz konzentrieren? Moment mal, ich glaube, ich sehe sie... Alle Einheiten fertig machen.“, stieß Lars durch sein Funkgerät aus.

    Ben und Semir sahen sich grinsend an. „Spielverderber…“ gab Ben über Funk. Doch die Beiden erhoben sich und gingen langsam auf den Schalter zu. Ein Paar was genau wie Gianna und Paolo aussahen ging zum Schalter, stellte sich an. „Wir sollten zugreifen..“ schlug Ben vor. „Nein…erst wenn sie die Karten haben. Nicht dass die sich noch rausreden können..“ ermahnte Semir sofort. Sie mussten eine geschlagene Stunde warten. Dann war das Pärchen dran. Sie holten tatsächlich die Karten ab. „Okay…das war’s…. wir schnappen sie beim einchecken..“ befahl Semir. Er sah wie die beiden in Richtung des Gates gingen und hängte sich mit Ben an. Es kam ihm seltsam vor, dass die Beiden sich überhaupt nicht umdrehten. „Die scheinen sich ihrer Sache ja ziemlich sicher zu sein…“ knurrte Ben. Semir konnte dem nur zustimmen. „Ich werde mal vorbeigehen und überprüfen ob die es wirklich sind…da stimmt was nicht…“ fauchte der Deutschtürke und lief schnellen Schrittes an die Beiden vorbei. Doch als er auf gleicher Höhe war, sah der Mann ihn höhnisch grinsend an. Semir stand da und starrte den Mann an. „Kennen wir uns?“ wollte dieser wissen. Semir schüttelte nur den Kopf. „Dann haben Sie sicher nichts dagegen, wenn wir einchecken oder?“ kam grinsend von dem Mann. „Doch…wir haben was dagegen. Sie haben eben Karten in Empfang genommen, die nicht für Sie bestimmt waren..“ erklärte Semir und zeigte seinen Ausweis. „Nun das ist richtig…eine Freundin von mir hat die Karten auf ihren Namen gebucht…aber das ist soweit ich weiß nicht verboten….oder?“ lachte der Mann und zog die Frau zärtlich an sich heran. Er küsste sie innig. „Sie sind verhaftet!“ erklärte Semir wütend. „Mit welcher Begründung?“ kam die Gegenfrage des Mannes. Semir sah Ben Hilfe suchend an Doch dieser zuckte nur mit den Schultern. Nun kamen auch Olaf und Lars dazu. „Das sind die doch gar nicht…1“ fauchte Lars wütend. „Danke das wissen wir auch..“ kam genauso wütend von Semir zurück. „Meine Herren….unser Flug geht gleich…können wir nun gehen oder nicht?“ warf der Mann ein, der sich als Paolo Muerra ausgegeben hatte. Die vier Polizisten nickten. Sie hatten keine Handhabe gegen die Beiden und mussten sie laufen lassen.

    Die Tage vergingen und von Gianna und Paolo gab es keine Spur. Als Semir und Ben erfuhren, dass das Paar sogar das Haus an eine Großfamilie verschenkt hatten, war klar, dass sie Deutschland für immer den Rücken zugekehrt hatten. Der normale Dienst ging für Semir und Ben weiter. Vier Wochen nach dem Fall kam Nico mit Elena und Mia ins Büro der Hauptkommissare und legte eine Einladung vor. „So meine Herren Polizisten…ich lade euch Beide zu meiner Hochzeit ein. Und ich habe eine Bitte an euch..“ Nico sah von einem zum Anderen. „Die da wäre?“ harkte Ben nach. „Ihr müsst meine Trauzeugen sein…bitte…“ flehte Nico regelrecht. Ben sah zu Semir und dieser nickte. „Warum nicht….?“ meinte dieser nur. Nico strahlte und auch Elena war begeistert. Mia setzte sich bei Semir auf den Schoß. „Du…..der Nico hat mir gesagt, dass du auch ne Tochter hast…wie heißt die?“ kam die erste Frage von dem süßen Fratz. „Aida…..“ lachte Semir. Das Mädchen war ihm sehr ans Herz gewachsen. „Also gut…wann ist die Hochzeit?“ wollte Ben wissen. „In drei Tagen…und dann werden wir nach Venedig fliegen…Hochzeitsreise….das wird sicher klasse werden…“ meinte Nico nur. „Nach Italien?“ kam enttäuscht von Ben. „Ja sicher… warum fragst du?“ harkte Nico nach. „Nun ja…ne Hochzeitsreise….nach Venedig…da fahren doch alle frisch verheirateten Paare hin. Das ist sicher überfüllt….. wie wäre es mit einer Hochzeitsreise nach Dubai…oder nach Venezuela? Oder…Australien?“ schlug Ben vor. Nico lächelte ihn an. „Ben… das kann ich mir nicht leisten…Elena ist nicht so anspruchsvoll und ist mit Venedig einverstanden…“ lachte er. Elena nickte zur Bestätigung. „Gut…dann schenke ich euch eine Reise…nach…..Dubai…“ versprach Ben.

    Drei Tage später gaben sich Elena und Nico das Jawort. Semir und Ben gesiegelten mit zwei Freundinnen von Elena das Glück der Beiden und Mia machte ihren Job als Blumenkind sehr gut. Auch Aida durfte als Blumenkind die kleinen Blümchen streuen. Allerdings war für die Kleine gegen fünf am Nachmittag Schluss. Sie schlief völlig erschöpft im Arm von Andrea ein, die sie dann mit Elenas Hilfe in Mias Zimmer brachten. „Sie ist süß…. Und hat sehr viel von Semir…“ meinte Elena. Andrea nickte. „Ja leider auch den Dickkopf…da tun sich die Beiden nichts.“ bestätigte sie. Elena nickte. „Ja…das ist bei Mia auch so… ich sehe in ihr immer wieder ihren Vater…“ gab sie zu. „Na lassen wir den kleinen Engel schlafen…..die Gäste warten schon…“ lenkte sie jedoch sofort wieder von dem Thema ab. Andrea sah sie verständlich an. Die Feier ging bis zum frühen Morgen und als das frisch vermählte Ehepaar dann Mia an die Großeltern übergaben um die Hochzeitsreise anzutreten hob Ben einen Umschlag hoch. „Ihr könnt eure Hochzeitsnacht im Hotel „ Burj al Arab“ in Abu Dhabi machen…die Diamant-Suite ist für euch reserviert… Viel Spaß da..“ meinte er und reichte Nico den Umschlag. Um fünf in der Frühe ging es zum Flughafen und nur drei Stunden später hob die Maschine gen Arabien ab. Semir sah Ben müde an. „So und jetzt werde ich in meine Suite gehen…“ grinste er leicht verschmitzt. „In die Präsidentensuite in der Kantstrasse 5?“ wollte Ben wissen. Semir nickte. Eine Stunde später lag er neben Andrea, die bereits früher mit Aida heimgefahren war im Bett und schlief wie ein Stein.


    Ende

    Ben verspätete sich am nächsten Morgen nur um zwanzig Minuten, was schon wieder Rekord war. „Whow, du bist fast pünktlich..“ begrüßte Semir ihn. „Ja und? Ich bessere mich..“ lachte Ben nur und stellte seine Frühstückstüte auf den Schreibtisch. Semir war neugierig und schaute hinein. „Muffins? Zum Frühstück?“ harkte er erstaunt nach und holte eines der schönen Schokomuffins raus. „Na und? Das ist Nervennahrung. Die brauche ich wenn ich mit dir auf der Piste bin..“ verteidigte Ben sich und wollte Semir den Muffin abnehmen. Doch dieser biss schnell rein und grinste dann breit. „Lecker…“ lachte er und setzte sich wieder. „Du bist echt das Letzte…“ stöhnte Ben. Doch bevor sie sich weiter über die Leckereien unterhalten konnten kam Susanne ins Büro.„Semir…wir haben einen Leichenfund an der A59 in Höhe des Rastplatzes bei Kilometer 675. Ein Kind...“ gab Susanne bekannt. Semir sah Ben erschrocken an und griff schon zu seiner Jacke. Dann rasten die Hauptkommissare los. Sie brauchte knappe 13 Minuten bis sie am Fundort waren. Schon von weitem sahen sie die Traube der Spurensicherungsleute. Sofort gingen sie hin.

    Max Sieger hatte diesmal die unglückliche Aufgabe den Leichnam zu untersuchen. „Hallo Semir, hallo Ben, der Junge ist seit ungefähr 11 Stunden tot. Er wurde erwürgt. Außerdem haben wir Spermaspuren gefunden.“ erklärte er und sah die Hauptkommissare an. „Haben wir einen Hinweis, wer es ist?“ wollte Semir wissen und zog die Plane von dem toten Kind. „Oh man…“ stieß er aus und drehte sich angewidert weg. „Leider nein. Wie du siehst war der Täter nicht gerade sanft zu ihm. Er war außerdem gefesselt und der Täter hat sich sehr viel Zeit gelassen. Die Augen zeigen dir, dass er ein Martyrium durchgemacht hat. Vermutlich sogar über mehrere Tage..“ klärte Sieger auf. „Max, hast du irgendwas was und nützlich sein kann? Eine Spur auf den Mistkerl, der das getan hat?“ wollte Ben wissen. „Leider nein. Ihr müsst schon auf die Obduktion warten.“ „Ich will den Bericht so schnell wie möglich haben..“ fauchte Semir und sah Ben an. „Wir werden die Vermisstenanzeigen der letzten Tage durchgehen und dann können wir wenigstens versuchen die Identität herauszufinden. Ich will diesen Mistkerl haben. Niemand bringt ein Kind auf so eine bestialische Art und Weise um und kommt davon. Niemand!“ fauchte Semir wütend. Ben konnte es nachvollziehen.

    „So ein Mistvieh…das Zeug stinkt...“ stieß Ben aus als die Tour beendet war. Doch der letzte Gang führte an dem Gehege vorbei wo das Alpaka stand. „Guck mal…da ist deine neue Freundin...“ reizte Semir seinen Freund. „Ha ha….dieses Vieh gehört in die Pfanne...“ zischte Ben wütend. „Sie können zwar Alpakas essen, aber ich würde es Ihnen nicht raten. Normalerweise ist Wolle sehr lieb. Warum sie gespuckt hat, weiß ich nicht. Aber ich kann Sie beruhigen, dass es nicht gefährlich ist. Sie werden nun nicht krank werden und der Geruch verschwindet bei der Wäsche…“ erklärte die Dompteurin die sich nun zu den Dreien gesellte. „Sofie Winther, ich kann mich lediglich entschuldigen...“, stellte sie sich vor und reichte Ben die Hand. „Nun ja….ist schon okay. Ich war nur ziemlich überrascht…“ lächelte Ben zurück und ergriff die Hand. „Wolle scheint sich durch etwas an Ihnen bedroht gefühlt zu haben.“ erklärte Sofie weiter. „Vielleicht dein Deo…“ grinste Semir breit. Ayda sah von einem Erwachsenen zum Anderen. „Können wir jetzt weiter gehen?“ fragte sie unbefangen. „Ja sicher, mein Schatz, gleich…“ lächelte Semir. „Ich würde es gern wieder gut machen. Wie wäre es mit Freikarten für die nächste Vorstellung?“ versuchte Sofie. „Sie müssen nichts wiedergut machen. Ist schon vergessen. Sie wissen auch nicht was in dem Tier steckt oder warum es passiert. Sehen wir es einfach als ein Unfall..“ lächelte Ben und lehnte die Karten ab. „Okay…aber zu einem Kaffee müssen Sie auf jeden Fall kommen. Wir sind noch morgen hier..“ lud Sofie ihn ein. „Das muss ich leider ablehnen…“ kam von Ben. „Ich verstehe. Danke für Ihren Besuch und vielleicht sieht man sich ja mal wieder...“ Sofie ging. „Seit wann bist du so unempfänglich für Einladungen?“ wollte Semir wissen. Ben zog die Schultern hoch.

    Cordula Bauer fuhr auf den Rastplatz der A1 raus um ihren Hund Hugo eine Pause zu gönnen. Der kleine Labrador war schon seit einer Weile ganz unruhig und Cordula wusste genau, dass es nun Zeit war dem Hund eine Auszeit zu gewähren. „So Hugo, jetzt kannst du Gassi gehen. Aber wir haben nicht viel Zeit…“ ermahnte sie ihn als sie die Tür öffnete. Sofort sprang der Labrador raus und rannte in die Büsche. Cordula blieb am Wagen. Sie hatte ihre Hundepfeife bei sich und Hugo war bereits darauf trainiert. Sobald sie hineinblies kam der Hund an. Doch diesmal schien es nicht zu funktionieren. Sie hörte Hugo bellen. Es klang hysterisch und aufgeregt. „Hugo? Was hast du denn? Wo steckst du?“ fragte sie und ging in Richtung des Bellens. Nur kurz darauf stand sie bei ihrem Hund und starrte erschrocken in das Gras. „Oh mein Gott.“ stieß sie aus. Mit zitternden Händen griff sie die Leine und band Hugo fest. Dann nahm sie ihr Handy und rief die Polizei. „Hier liegt ein… ein totes Kind..“ stieß sie aus. Erst nach mehrmaligem Nachfragen konnte sie erklären, wo das „Hier“ war. Cordula setzte sich auf die Leitplanke und atmete tief ein und aus. Immer wieder sah sie zu dem toten Körper. Wie konnten Menschen so grausam sein? Der Körper des Kindes war mit Wunden übersät. Die weit geöffneten Augen ließen auf Angst schließen. Was hatte dieses Kind vor seinem Tod mitgemacht? Cordula schluckte und weinte leise.