Beiträge von Elvira

    Müller stand in der Nähe der Wache und beobachtete die Wagen die dort ein und aus fuhren. Er wusste nicht wie Gerkan aussah, aber er hatte das Bild von Horn und sobald er diesen Mistkerl sah, konnte er auch den Bullen sehen. Hoffentlich wird es wirklich nur einer sein, der den Kerl weg bringt. Vor allem war es mal Zeit, das sei losfuhren. Er bekam Hunger und konnte derzeit noch keine Pause genießen. Gegen drei am Nachmittag war es endlich soweit. Er sah wie zwei Männer Horn rausbrachten und dann in einen BMW steigen ließen. Nun kam es darauf an, dass einer von den Bullen allein fuhr. Müller nahm sein Fernglas und sah sich die Beiden an. „Hmmm, also mir wäre der Kleine lieber…“ sagte er leise und grinste als sein Wunsch erfüllt wurde. Die Fahrt ging los. Doch Müller bemerkte mit Unmut, das auch der Mercedes abfuhr und sich an dne BMW hängte. Verdammt Gefangenentransport mit Geleitschutz. Das dürfte schwer fallen. Er setzte zum überholen an und reihte sich dann wieder ein. Als der BMW an ihm vorbei fuhr hängte Müller sich ran und folgte dem Wagen in einem gebührenden Abstand. Nach einiger Zeit sah er wie der Mercedes ausscherrte. DA war sie…seine Chance. Nun musste er den richtitgen Zeitpunkt abpassen. Die Fahrt ging auf die A1 und Müller hatte keine Probleme an dem BMW dran zu bleiben, da der Verkehr stark stockte wie es meistens auf dieser Autobahn war. Müller überlegte wann er zuschlagen sollte. Die Verstecke dürfen nicht zu weit entfernt sein, da er sonst das Problem bekam zu weit zu fahren. Dann sah er seine Chance. Eine Baustelle..hier konnte so viel passieren. Doch der Fahrer des BMW schien ihm ein Strich durch die Rechnung zu machen. Er fuhr auf den Rastplatz und legte eine Pause ein. Gut, dann eben hier…dachte er und machte sich bereit seinen Gast zu holen. Das es nicht einfach werden würde, war ihm klar, denn er musste auch den Polizisten ausschalten. Nur wie war die Frage.

    Während Ben das Shirt von Hartmut untersuchen ließ versuchte Semir sich auf den Verkehr zu konzentrieren. „Können Sie nicht mal halten?“ bat Horn. Semir sah ihn durch den Rückspiegel an. „Warum?“ wollte er wissen. „Ich muss mal…“ behauptete Horn. Semir stöhnte leise auf. „Wir sind gerade vor einer Stunde gefahren….“ fauchte er wütend. „Ich weiß, aber, ich hab eine schwache Blase und…“ fing Horn an sich zu verteidigen. „Ja schon gut…“ knurrte Semir und reihte sich ein. Er fuhr runter und sah in den Rückspiegel. Ihm fiel der weiße Mercedes auf, der schon eine ganze Weile hinter ihm war und nun auch auf den Rastplatz fuhr. Doch da es auf der Autobahn üblich ist auf die Rastplätze zu fahren. „Okay…wir machen fünf Minuten Pause…“ legte Semir fest. Horn nickte. Er war mit Handschellen am Haltegriff gefesselt um keine Gefahr für Semir zu bilden. Semir fuhr rechts ran, stieg aus um Horn die Fesseln zu lösen und sah erneut den weißen Mercedes. Dieser hielt dicht vor seinem BMW an. Semir stellte sich so, dass die Person dort nicht sah, das Horn Handschellen trug. Semir wartete bis der Mann an ihm vorbei war, doch dieser schien hinter ihm stehen zu bleiben. Semir drehte sich um und sah nur noch die Faust auf sich zukommen. Der Schlag riss den Hauptkommissaren zu Boden und er blieb liegen. Semir spürte dass er seine Waffe verlor und versuchte wieder klar zu werden. „Ganz ruhig mein Freund, ich will nichts von dir, sondern nur deinen Fahrgast….“ warnte ihn der Mann und presste ihm die Waffe ins Genick. Semir blieb einfach nur liegen. Er atmete schwer. „Ich weiß, dass Sie nur Ihren Job machen, aber ich auch. Ich habe den Auftrag mich um Herrn Horn zu kümmern und ich lasse mich nicht abhalten. Da ich aber weiß, dass Sie mich sicher jagen werden, sobald Sie wieder klar sind, muss ich dies verhindern. Ich brauche nur wenige Stunden Vorsprung und deshalb werde ich Sie jetzt betäuben. Sie tun gut daran, wenn Sie sich nicht wehren…“ erklärte der Mann. Nur kurz darauf spürte Semir einen nassen Lappen auf Mund und Nase. Brutal wurde der Lappen in sein Gesicht gepresst und nahm ihm den Atem. Langsam sackte Semir weg und schlief ein.

    „Was deine Frage angeht...ich habe mal wieder die gute alte Hausmannskost im Angebot... Currywurst mit Pommes oder auch Brathähnchen vom Grill...garantiert Frisch! Und sogar Nachtisch.... Tiramisu...selbstgemacht.“, strahlte Schröder. Ben sah sich die Auslage an. „Dann geh ich mal die gesamte Tageskarte runter...“, grinste er. „Ähm....Semir.....wenn der soviel essen kann, wie ich ihm auftische, wird er nicht mehr lange so schlank sein...“, gab Schröder zu bedenken. „Nur keine Sorge... er kann es sich leisten etwas mehr auf den Rippen zu bekommen. Außerdem verbrennt er schnell. Du glaubst gar nicht, was der alles verdrücken kann...“, grinste Semir. „Na... wenn das so ist...“, lachte Schröder und begab sich wieder in seinen mobilen Imbiss. Nur wenig später waren die Speisen für die Hauptkommissare angerichtet und serviert. „Und was für einen Fall habt ihr derzeit?“, wollte Schröder in der alten Manier wissen. „Derzeit nur ein Überfall auf einen Transporter der ein mit Menschenblut geschriebenes Buch transportierte. Die Kerle hatten es auf dieses Buch abgesehen.“, erklärte Semir und schob sich die erste Pommes in den Mund. „Das Buch der Bücher!!!?“, stieß Schröder aus. Ben sah ihn sofort an. „Sie kennen es?“, wollte er wissen. „Oh... das ist sehr übel... jeder der dieses Buch anfasst und auch nur darin liest... ist vom Pech verfolgt... ich selbst kenne einen, der nur durch das Ansehen des Buches in Ohnmacht gefallen ist und hat sich den Schädel am Glastisch aufgeschlagen... eine schwere Gehirnerschütterung war die Folge... der gute lag drei Wochen im Krankenhaus...“, erzählte Schröder. „Siehst du! Das sind doch wohl mehr als sonderbare Geschehnisse oder?“, stieß Ben kauend aus.

    Semir rollte mit den Augen. Wie konnten zwei erwachsene Menschen nur so abergläubisch sein?, dachte er bei sich. „Jetzt hört schon auf. Das sind nur Geschichten, die man sich ausgedacht hat, um Menschen wie euch zum Narren zu halten. So etwas wie Flüche gibt es nicht.“, stieß Semir aus und kaute den nächsten Pommes. Ben sah ihn nur an. „Semir, es gibt genug Dinge, die man nicht erklären kann. Warum sollte also ein...“ „An alle Einheiten... Einbruch in das Wuppertaler Buchmuseum. Täter ist mit einem silbernen Kleintransporter unterwegs. Erbitten dringendst Unterstützung.“, schnarrte es aus dem Funk. „Tja, ich glaube, wir müssen unsere tiefgründigen Gespräche vertagen.“, meinte Semir und schob seinen Teller mit Pommes wieder zu Kai-Uwe zurück. „Och man, warum muss das eigentlich immer beim Essen sein.“, knurrte Ben und forderte eine Mitnehmtüte vom Wirt. Dieser nickte und wenige Augenblicke später hatte Ben ein wahres Fresspaket in seiner Hand. „Aber wehe ich finde einen Ketchupfleck auf meinen Sitzen.“, knurrte Semir lachend. „Oh man... Ja Papa.“, kam es nur augenrollend von Ben zurück. Schon im nächsten Moment fuhren sie los und sahen sich auf der Autobahn um. Während Ben kauend und mampfend nach dem Wagen Ausschau hielt, sah Semir immer wieder zu seinem Partner hinüber. „Semir, ich passe schon auf, dass ich deine Sitze nicht bekleckere.“, knurrte Ben irgendwann. „Ja, ist ja gut.“, grinste der Deutschtürke nur und widmete sich dann ebenfalls der Straße.

    Bastian brachte das Buch zu Konrad. Vorsichtig transportierte er das in einer Holzkiste eingeschlossene Buch die Stufen hinauf, öffnete die Tür und betrat die großzügig eingerichtete Villa. „Nun, hast du es endlich?“, kam plötzlich ein düstere Stimme hinter ihm hervor. Schlagartig drehte sich der junge Mann um, ließ beinahe die Kiste aus der Hand fallen. „Man, hast du mich aber jetzt erschreckt.“, meinte er erleichtert. „Hast du so ein schlechtes Gewissen?“, fragte ihn der Mann und ging an ihm desinteressiert vorbei. Bastian folgte ihm ins Wohnzimmer und stellte die Kiste auf dem gläsernen Tisch ab. „Und was hast du jetzt mit dem Buch vor?“, wollte Bastian wissen, doch Konrad sah ihn nur an. „Weißt du, was in diesem Buch geschrieben steht?“, wollte er wissen. „Nee, sicherlich irgendwelche Geheimnisse.“, meinte er. „Ganz recht und eins davon wird uns reich machen. In diesem Buch steht der geheime Ort, wo der Bischofsschatz zu finden ist.“, gab Konrad bekannt. „Der was?“, stieß Bastian nur aus. „Der Schatz des ersten Bischofs von Köln. Einige Schriften besagen, er wurde beim Bau des Domes in eine geheime Kammer des Bauwerkes eingeschlossen und soll erst dann wieder frei gelegt werden, wenn die Stadt die Hilfe des Schatzes nötig hat. Bis heute wurde aber nichts gefunden. Weil die Schrift mit der Anweisung verschollen war.“, erklärte Konrad und zog sich weiße Handschuhe über. „Und das ist die Schrift?“, wollte Bastian wissen. „Exakt. Die Geschichten mit dem Fluch dienen nur zur Abschreckung. Daran ist kein wahres Wort.“, meinte er. Doch Bastian schien nicht davon überzeugt zu sein. „Bist du sicher? Ich meine, was wissen wir denn schon über das Buch? Es heißt, es ist mit Blut geschrieben worden. Was, wenn es wirklich verflucht ist?“, stieß er mit angsterfüllter Stimme aus. Konrad lachte auf. „Man, bist du ein Angsthase... Das sind Geschichten um kleine Kinder zu erschrecken. Was bist du... ein Baby oder ein Mann?“, fauchte Konrad den jungen Mann vor sich an.

    Larissa las von dem Leichenfund und ihr fiel das Shirt ein, was sie auf dem Spielplatz fand. Es war ganz in der Nähe und das tote Kind war unbekleidet. Oh mein Gott, ob das Shirt dem Kind gehörte? Sie musste die Polizei informieren. Schnell griff sie zum Telefon und ließ sich über die Auskunft mit der Autobahnpolizei, die laut der Zeitung den Fall bearbeitete über ihren Fund zu informieren. „Autobahnpolizei, König…guten Tag…“ hörte sie eine weibliche Stimme. „Hier ist Larissa Kerner, ich lese gerade den Fund der Kinderleiche an der Autobahn. Und auch, dass das Kind nicht identifiziert werden konnte. Ich war gestern auf dem Spielplatz in der Nähe und da … da lag ein Kindershirt. Ich...ich habe es dort liegen lassen aber..“ erklärte sie stockend. „Ich verstehe, Sie haben das Shirt dort liegen lassen. Wo genau?“ harkte die Stimme nach. „Da ist ein Häuschen. Dort lag es drin…“ gab Larissa von sich. Sie fühlte sich sehr schlecht deswegen. „Ich werde die Kollegen darüber informieren. Kann ich Ihre Anschrift bekommen und die Telefonnummer, nur falls die Kollegen Fragen haben sollten..“ erklärte die sympathische Stimme. Larissa gab ihr die Informationen und beendete das Gespräch. Sie ließ sich erneut auf die Couch fallen. Die armen Eltern, wie würde sie reagieren, wenn Fabian. Nein…nein, daran wollte sie gar nicht erst denken. Aber ihre Gedanken waren dabei, das sie vielleicht den Jungen, der dort starb hätte retten können, wenn sie wenig früher dort gewesen wäre. Hätte sie das wirklich tun können?

    Als Semir und Ben die Information mitgeteilt bekamen fuhren sie sofort zum Spielplatz und sahen an dem angegebenen Ort um. Tatsächlich fanden sie ein ordentlich zusammen gelegtes Kindershirt. „Wenn das dem Kind gehört, dann haben wir wenigstens eine Möglichkeit es zu identifizieren….“ murmelte Semir und legte das Shirt in eine der Plastiktüten, die er immer bei sich hatte. „Und was willst du damit machen? In die Zeitung stellen damit die Eltern es identifizieren oder wie?“ wollte Ben wissen. „Nein, erst mal wird es untersucht, ob wir Spuren finden und dann können wir die Eltern der vermissten Kinder informieren. Die wissen sicher, was das Kind am Tag des Verschwindens getragen hat. Nur so viele Kinder bleiben nicht mehr übrig, welche in dem Alter vermisst werden…“ kam von Semir. Ben nickte. „Das ist dann mein Part. Du fährst ja heute Nachmittag noch los, um Horn nach Münster zu bringen.“ lächelte er. „Danke das du mich daran erinnerst. Den Kerl würde ich am liebsten im Kofferraum transportieren. Den Kerl auf dem Rücksitz? Nee, das ist mir nicht wirklich recht…“ knurrte Semir leise. „Was sagt Andrea eigentlich zu deinem Transport?“ wollte Ben wissen. Semir lachte auf. „Sie hat mir gesagt, dass es nicht schlimm wäre, wenn ich auf dem Weg nach Münster einen Unfall hätte, wobei mein Mitfahrer …nun ja. Andrea ist da sehr direkt..“ erklärte Semir. Ben sah ihn an. „Sie wünscht Horn den Tod. Whow…ich möchte Andrea nicht als Feind haben…“ lachte Ben nur. „Du weißt aber schon, das die Chefin wünscht dass wir beide Horn ausliefern oder?“ harkte Semir nach. „Na…wir werden gleichzeitig fahren….Sie wird denken dass ich Geleitschutz bin..“ schlug Ben vor. Semir nickte leicht. „Du hast dir alles schon sehr genau ausgedacht…“ lobte er ihn.

    Semir schüttelte den Kopf. „Nein, haben wir einen Hinweis wer es ist?“ wandte er sich an den Arzt. „Leider nein, wie du siehst, ist er kaum zu erkennen. Die Sachen könnten einen Hinweis geben.“ Schlug der Doc vor. „Danke das weiß ich auch. Den Bericht…“ knurrte Semir. „So schnell wie möglich, schon klar…“ nickte Wegener und ließ den Leichnam abtransportieren. Ben packte Semir am Arm. „Gut, dann werde ich mich mit dem Fall beschäftigen und du wirst Horn nach Münster bringen. Irgendwie habe ich ein ungutes Gefühl dabei…“ sagte er leise. „Wir müssen unbedingt eine Spur finden. Sonst wird die Bevölkerung Amok laufen..“ stimmte Semir ein. „Ich werde mir auf jeden Fall die Fundstellen mal betrachten. vielleicht kann ich dadurch ein Bewegungsprofil des Schweins ermitteln und komme so dem Täter auf die Spur. Vier tote Kinder sind für mich zuviel..“ knurrte Ben. Semir nickte erneut. „Genau, ich wünschte ich könnte mitmachen, aber ich muss diesen dämlichen Transport machen…“ gab er zurück. „Sieh es positiv. Solange Horn bei dir ist, kann er sich kein Kind holen…“ versuchte Ben ihn aufzumuntern. „Stimmt, wenn er sich auch nur ein Kind anschaut, werde ich zum Tier das schwöre ich dir…“ prophezeite Semir. Sie stiegen ein. „Lass uns noch mal den Zirkus anfahren. Vielleicht ist Leo wieder aufgetaucht und Frau Winther hat vergessen uns zu informieren. Das wäre mein größter Wunsch…“ bat Ben. Semir nickte und lenkte den Wagen auf die Autobahn. „Susanne, Ben hier, sag mir doch mal wo der Zirkus Lombard gerade steckt...“ bat Ben über Funk.

    Sofie sah auf, als die Männer in den Wagen kamen. „Herr Jäger, Herr Gerkan, haben Sie Neuigkeiten wegen Leo?“ kam die hoffnungsvolle Frage. „Leider nein, ich dachte, Sie hätten bessere Informationen...“ gab Gerkan von sich. Sofie ließ die Schultern hängen. „Leider nicht, ich hab gedacht er würde zurück kommen. Aber, er kommt nicht mehr. Er ist weg, er ist tot…“ weinte sie leise. Ihr Mann Peter kam ebenfalls rein. „Hat die Polizei endlich Leo gefunden?“ wollte auch er wissen, doch als er seine Frau weinen sah ahnte er, dass etwas Schlimmes vorgefallen war. „Haben Sie ihn gefunden? Ist er tot?“ fragte er mit erstickter Stimme. „Nein, weder noch. Wir wissen es nicht. Wir hatten eigentlich gehofft, dass er zurück gekommen ist..“ gab Ben Jäger von sich. „Er ist mit Sicherheit in den Händen eines Pädophilen. Es kann nur so sein. Jeder vernünftige Mensch würde die Eltern informieren, wenn Leo dort wäre. Jeder, der ein Herz für die Eltern hat...“ weinte Sofie. „Für Eltern die nicht sehen, dass ihr Kind unter der Trauer genauso leidet wie Sie?“ harkte Ben nach. Peter sah ihn wütend an. „Wir haben einen Fehler gemacht, ja. Das müssen Sie uns nicht auch noch vorhalten. Machen Sie Ihren Job und bringen Sie unser Kind zurück…“ forderte er den Polizisten auf. „Wir tun was wir können. Wenn Leo sich melden sollte, informieren Sie uns bitte..“ kam von Semir um die Situation zu entspannen. Er sah Ben an und verließ dann gemeinsam mit ihm den Wohnwagen. „Sag mal was geht denn bei dir ab?“ wollte Semir wissen, als sie außer Hörweite waren. „Ist doch wahr, die jammern um den ersten Jungen und der zweite ist nur Luft…“ fauchte Ben wütend. Semir schüttelte den Kopf. „Jeder geht mit Trauer anders um. Und du weißt nie wie Eltern reagieren..“ erklärte Semir sachlich.

    Willkommen in der Schreiberwelt....aber bitte...was du da von dir gegeben hast ist nun wirklich dahin geklatscht.....die meisten Sätze sind ohne jegliche Bedeutung und nur dahin geschrieben. Denke doch bitte genau nach.

    Zitat:

    Der Audi rammte einen BMW der in einen Baum raste. Ein Jaguar konnte nicht mehr ausweichen und fuhr in den auf die Fahrbahn ragenden Kofferraum. Der Audi bog in eine Seitenstraße ein und schlängelte sich zwischen Containern und Schrott hindurch. Schließlich führte die Straße zu einem Parkdeck. Oben angekommen Semir hielt den Wagen
    an und stieg aus.

    Zitat ende..


    was bitte willst du uns damit sagen.....? oder aber

    Zitat:

    Eine Rippe hatte die Lunge durchbohrt und war am Rücken wieder ausgetreten. Blut ran erst in einem kleinem Strom aus seinem Mundwinkel, aber es wurde schnell
    mehr. Semir lag regungslos auf dem Boden.

    Oder

    Semir robbte von Len weg und wählte Ben's Nummer. „ Ben Jäger, Autobahnpolizei “ meldete sich sein Partner. „Ben, ich bin's “ keuchte Semir der immer wieder kurze Pausen machen musste damit er Luft holen konnte da aus seinem Mund jetzt mehr und mehr Blut quoll.“ Na, Semir wie geht’s meinem Lieblingspartner denn so und hör mal auf so zu keuchen, sonst denkt man ja das du arbeitest“ witzelte Ben. „ Ben , mir ragt eine Rippe aus dem Rücken und läuft Blut aus dem Mund, also bewege deinen Hintern
    sofort zur Hafenstr. 2458 sonst stirbt dein Lieblingspartner hier“ sagte Semir so laut wie er konnte.

    Zitat Ende

    Pardon...aber wenn die Rippe das täte würde auch ein Semir Gerkan sterben und nciht mehr um Hilfe rufen, geschweige denn sich an einem Abhang festhalten.

    Bevor du weiterschreibst solltest du dir die Geschichte mal durchlesen....oder durchlesen lassen. Denn das hier ist nichts...und die Leser hier sind sehr anspruchsvoll

    Dennoch denke ich, dass wenn du die Geschichte überarbeitest auch was daraus werden kann...

    Müller sah sich das Gebäude der Autobahnpolizei an. Hier war es ganz sicher ,dass er nicht an Horn rankam. Also musste er sich etwas Anderes überlegen, wie er an seinen „Kunden“ rankam. Bisher war er dafür bekannt nicht versagt zu haben. Und das würde sich auch diesmal nicht ändern. Er wählte die Nummer des Reviers an und verlangte Semir Gerkan zu sprechen, doch dieser schien derzeit nicht erreichbar. „Könnte ich die Handynummer von Herrn Gerkan bekommen?“ bat er die freundliche Sekretärin. „Selbstverständlich, das ist….“ Kam als Antwort und Müller schrieb sich die Nummer auf. „Wann wäre es denn die beste Zeit um ihn zu erreichen?“ harkte er nach. „Das kann man nie sagen. Versuchen Sie es einfach. Ich kann ihm aber auch informieren, dass er Sie anruft..“ schlug die Frau vor . „Danke, so wichtig ist es nicht, wie ist denn Ihr Name?“ wollte Müller wissen. „Ich bin Elina Kortmann und machte gerade mein Praktikum bei der Polizei..“ erklärte das Mädchen. Müller grinste breit. Das war klar. Eine Anfängerin, die die Handynummern herausgibt als sei sie bei der Auskunft beschäftigt. „Dann einen schönen Tag Frau Kortmann und danke für die Hilfe..“ verabschiedete sich Müller. Nun musste er nur noch diesen Gerkan erreichen. Und dann würde er auch erfahren wo sich Horn befindet. Irgendwie wird er Gerkan schon dazu bekommen ihm Horn auszuliefern ohne einem der Kollegen etwas zu sagen, dachte er sich und ging mit seinem Handy ins Internet. Wenn Gerkan Familie hatte, dann wusste er genau wie er den braven Polizisten dazu bekam, Horn zum Versteck zu bringen. Das er Gerkan natürlich nicht laufen lassen konnte, war ein kleineres Übel. Ein Bulle weniger, schadete nie.

    Semir sah Ben wütend an, als sie wieder im Büro saßen. „Die Frau hat sie nicht mehr alle. Das ist doch wohl echt ….“ Fauchte er wütend. „Dann sag es ihr, aber sie hat auch Recht. Du bist dafür geeignet und Frau Krüger hat ja auch ganz klar angegeben, dass ich auch dabei bin. Wir bringen Horn nach Münster und gut ist…“ beruhigte Ben ihn. „Ja sicher, Hotte und Dieter sind wirklich nicht dafür einsetzbar…“ stimmte Semir zu. „Also gut, dann werde ich gleich mal Andrea informieren…“ hängte er an. „Das muss warten. Wir haben wieder ein Kind…“ unterbrach Susanne. Sofort sprangen Semir und Ben aus. „Wo?“ fragte er nur kurz. Susanne reichte ihm einen Zettel und die beiden Hauptkommissare rasten los. „Verdammt wenn das Leo ist, dann ….“ Semir ließ aus was dann war, aber Ben wusste auch so was er sagen wollte. Sie kamen an der Fundstelle an und sahen besorgt auf den mit einer Plane bedeckten Körper. „Da ist Wegener…“ kam leise von Semir und sie gingen hin. „Hallo Semir, Ben…schön, dass ihr da seid. Der Junge ist ungefähr neun Jahre alt. Ziemlich übel zugerichtet und nackt. Er scheint auf jeden Fall missbraucht zu sein. Nach der Obduktion weiß ich mehr.“ gab der Gerichtsmediziner von sich. „Seit wann ist er tot?“ wollte Ben wissen. „Mindestens 48 Stunden. Die Leichenflecke sind stark ausgeprägt..“ erklärte Wegener weiter. Semir sah Ben an. „Da war Horn bereits bei uns…“ dachte er laut nach. Ben nickte. „Dass er ist unschuldig..“ stimmte er zu. Semir hob die Plane zur Seite. Angewidert ließ er sie wieder fallen als er das tote Kind sah. „Das ist ja grausam..“ stieß er aus und atmete tief ein. „Ist es Leo?“ harkte Ben nach.

    „Ben, das ist doch Unsinn... Das Buch hat doch keine eingebauten Glühbirnen, die bei Berührung aufleuchten.“, stieß Semir verächtlich aus. Was Ben ihm da auf der Fahrt zur PASt erzählte war für ihn nur Blödsinn, aber wie sollte er das seinem Kollegen klar machen, ohne ihn dabei zu verletzen? „Semir, ich weiß, was ich gesehen habe. Glaub mir, das Buch hat rot aufgeleuchtet. Und was ist mit dem dunklen Himmel?“, wollte Ben wissen. „Ach... Wolken schieben sich immer vor die Sonne... da wird es meistens dunkel.“, konterte Semir nur und lenkte den Wagen zur Ausfahrt auf die PASt, doch schon kam ein Funkspruch, der ihn sofort wieder rausfahren ließ. „Semir, Ben... Leichenfund auf einem Rastplatz. KTU und Pathologe sind schon vor Ort.“, meinte Susanne durchs Funk. „Okay, wir sind dran.“, gab Ben durch. „So, und das ist jetzt eine ganz normale Leiche. Oder glaubst du auch, ET hat sie dort hingelegt?“, stichelte Semir. „Sehr witzig. Man, ich weiß, was ich gesehen habe. Ich bin doch nicht irre.“, zischte Ben nur und verschränkte die Arme vor seinem Körper. „Oh... jetzt sei doch nicht bockig.“, murrte Semir, doch Ben schwieg. „Na schön, du Dickkopf. Das kann ich auch.“, knurrte er und von diesem Moment an redeten beide kein Wort mehr, bis sie am Fundort der Leiche eintrafen. Ohne einen Ton stiegen sie aus und gingen direkt auf den Pathologen zu, der schon bei seiner Arbeit war. Semir sah den Arzt interessiert zu. „Und wissen wir schon woran er gestorben ist?“, wollte er wissen. „Ja... akute Bleivergiftung... Einschuss in der Brust und das aus nächster Nähe. Er liegt allerdings noch nicht sehr lange hier...“, gab der Doch von sich. „Hmm....okay....Wissen wir, wer er ist?“, harkte Semir weiter nach. „Nein...kein Ausweis. Da müsst ihr wohl warten, bis die Obduktion durch ist...und dann eventuell ein Zahnabgleich oder aber die Fingerabdrücke Aufschluss geben.“, kam von Doc, der sich von seiner Arbeit nicht abhalten ließ. „Danke...den Bericht wie immer so schnell wie möglich...“, ermahnte Semir ihn. „Klar doch...wie immer...“, knurrte der Doc.

    Semir ging zu Ben, der nachdenklich am Wagen lehnte. „Hast du heute keine Lust oder was?“, wollte Semir wissen. Ben antwortete nicht. „Hey....nun schmoll doch nicht... ich wollte mich nicht über dich lustig machen... wirklich nicht... tut mir Leid, wenn es so rüber gekommen ist...“, entschuldigte Semir sich. Ben sah ihn an. „Semir... schon gut... ich meine... vielleicht war es ja nur ein Reflex und das Schloss wurde von einem Scheinwerfer angestrahlt... egal...vergessen wir es einfach...“, grinste Ben. „Genau....tja der Typ wurde aus nächster Nähe erschossen. Das schein jemand auf Nummer sicher zu gehen. Wir sollten uns mal umsehen... vielleicht finden wir ja die Patronenhülse...“, meinte Semir. Ben sah ihn an. „Wenn der Typ hier erschossen wurde, vermutlich... aber was, wenn er im Auto erschossen wurde? Dann wirst du keine Hülse finden. Die liegt dann nämlich im Auto...“, gab Ben zu bedenken. „Ja okay... wenn er im Auto erschossen wurde. Aber die Patrone ist ja in ihm... und damit können wir ein ballistisches Gutachten erstellen lassen...“, kam von Semir. „Ja du Schlaumeier....was machen wir jetzt?“, wollte Ben wissen. „Auf den Bericht warten... das tun wir...außerdem hab ich Hunger...“, gab Semir von sich. „Hunger? Das ist ein Stichwort....ja.... essen könnte ich auch...“, nickte Ben. Semir ging auf die Fahrerseite und wollte gerade einsteigen, als er laut fluchte. „Was ist denn?“, wollte Ben wissen. „Hab mir den Fingernagel abgebrochen...verdammt...ziemlich tief sogar....aua tut das weh...“, stieß Semir aus. „Komm steig ein, du Memme...“, lachte Ben. „Weißt du, wie weh das tut? Das ist wie Felix... wenn er mir in die Zehe beißt...“, klagte Semir. Er startete den Wagen und fuhr los.

    Andrea lag schlafend im Bett, als Felix ins Zimmer kam. „Miau...“, machte der Kater leise und sprang hoch. Sanft ging er zu Andreas Gesicht und stupste sie mit der feuchten Nase an. Sie schlug die Augen auf. „Hey...Tiger...“, sagte sie schwach und streichelte den Stubentiger. „Aber Katze....geh doch mal vom Bett...“, tadelte Margot und wollte den Kater gerade runternehmen. „Lass ihn....er ist sehr fürsorglich...“, kam leise von Andrea. „Aber du brauchst Ruhe...und wer weiß was der für Krankheiten hat...“, gab Margot besorgt zurück. „Felix ist ein so liebevoller Kater... er weiß, dass es mir schlecht geht und will mich nur trösten...ich habe Durst...“, klagte Andrea. Margot nickte „Dann solltest du etwas Wasser trinken...warte ich helfe dir...“ Margot zog Andrea leicht hoch damit sie trinken konnte. Felix sah neugierig zu und wartete bis Andrea wieder ihre Hand zum Kraulen fertig machte. Schnurrend lag der Kater neben seinem Frauchen und schloss die Augen. „Ich werde dir jetzt eine Hühnersuppe kochen und dann hole ich die Prinzessin ab. Meinst du, ich kann dich allein lassen? Oder soll ich Semir anrufen, damit er Aida abholt?“, wollte Margot wissen. „Nein... geht schon... ich schlafe einfach.... ist sicher nur ne Erkältung, die mich hier flach gelegt hat...“, lächelte Andrea. „Das kriegen wir schon hin... also gleich wird gegessen und dann wieder geschlafen... und morgen sieht es sicher alles wieder gut aus.“, lächelte Margot beruhigend. Sie fühlte Andreas Stirn. „Du hast immer noch sehr hohes Fieber. Ich werde dir kalte Wickel machen...das hilft immer.“ Margot verschwand ins Badezimmer, während Andrea mit einem glühend heißen Kopf im Bett lag und das Fell von Felix nur so mit ihren Fingern durchpflügte. Schnurrend ließ sich der Miniaturtiger das gefallen und blieb regungslos auf dem Bett, besser gesagt, auf der Seite von Semir liegen. Die Augen geschlossen, drehte sich nur manches Mal der Kopf und der Schwanz bewegte sich zum Schnurren im Takt hin und her.

    Semir sah Horn an. „Wenn Sie gestehen, dann wird sich das auch auf das Strafmaß auswirken…“ versuchte er erneut, nachdem Horn die Nacht in der Zelle verbracht hatte. „Ich kann nichts gestehen, was ich nicht getan habe..“ wiederholte Horn. „Sie haben sich Dominik geholt, nachdem Sie den kleinen Marlon umgebracht und am Parkplatz abgelegt haben. Und dann den kleinen..“ fauchte Semir. „Das ist nicht wahr!! Das mit Dominik ja, aber ich habe kein Kind getötet!! Ich...ich…“ verteidigte Horn sich. „Sie haben keine Spuren von mir gefunden. Es war ein Anderer. Ich schwöre…ich war es nicht…“ kam leise von ihm. Semir spürte, dass der Mann die Wahrheit sagte. Die Beweislage bei Dominik war eindeutig und das gab Horn ja auch zu. Warum sollte er dann die Anderen abstreiten? Er ließ Horn wieder wegbringen und ging in sein Büro. Ben kam rein. „Morgen Semir, wie sieht es aus?“ harkte er nach. „Horn streite die Fälle der Tötung ab. Wir können es nicht beweisen. Außer diesen Fall mit Dominik, den er sogar zugibt.“ stöhnte Semir. „Das heißt, es gibt noch einen zweiten Täter. Hast du mit Frau Winther schon telefoniert ob ihr Sohn wieder aufgetaucht ist?“ wollte er wissen. Semir schüttelte den Kopf. „Er ist weiterhin verschwunden…“ gab er bekannt. „Verdammt, ob er das Opfer Nr. 4 ist?“ kam nachdenklich von Ben. „Wenn, dann wird für Frau Winther die Welt zusammenbrechen. Sie ist schon fertig wegen Martin. Wenn Leo auch…daran will ich gar nicht denken..“ kam leise von Semir. Ben sah in das Großraumbüro und entdeckte Staatsanwältin Schrankmann. „Oh, hoher Besuch…“ meinte er und wies auf die Frau. Semir sah sie an. „Die hat mir gerade noch gefehlt…“ kam leise von ihm.

    Kim Krüger sah auf als Isolde Maria Schrankmann ins Büro kam „Frau Schrankmann, was kann ich für Sie tun?“ wollte sie sofort wissen und reichte der Frau die Hand. Schrankmann ergriff sie. „Es geht um Rainer Horn. Man hat mir gesagt, dass er von Herrn Gerkan verhaftet wurde, weil er im Verdacht steht, ein Kind missbraucht zu haben..“ fing Schrankmann an. „Das ist kein Verdacht. Er hat es zugegeben.“ Stellte Kim richtig. „Also gut. Herr Horn wird in die geschlossene Anstalt nach Münster überführt und ich will, dass Herr Gerkan ihn dort hin bringt..“ erklärte Schrankmann kühl. „Dafür ist Herr Gerkan zu beschäftigt. Ich könnte für den Job Herrn Bonrath und Herrn Herzberger abstellen...“ widersprach Kim sofort. Schrankmann lächelte verklärt. „Ich habe nicht darum gebeten. Ich sagte, ich will, dass Herr Gerkan das macht und damit basta. Herr Jäger kann ihn in der Zeit vertreten...“ kam kalt von der Frau. „Frau Schrankmann mit allem Respekt. Herr Gerkan ist kein Handlanger. Er ist Hauptkommissar und hat andere Dinge zu tun!“ verteidigte Kim ihren Kollegen. „Das ist mir ziemlich egal, aber wenn sie wollen, können Sie ja Widerspruch beim Polizeipräsidenten einlegen. Hier ist der Befehl, den er mit seiner Unterschrift stattgibt. Es ist keine Denunzierung von Herrn Gerkan, ich halte ihn einfach für den richtigen Mann für diese Sache. Herr Bonrath und Herr Herzberger können diesen Job nicht machen und ich erkläre Ihnen auch warum..“ erklärte Schrankmann und machte ein Pause. Kim nickte. „Ich höre…“ gab sie zurück. „Wir haben aus zuverlässigen Quellen erfahren, dass auf Herrn Horn ein Killer angesetzt wurde. Von wem, wissen wir nicht, aber der Mann ist eine Korifäe auf diesem Gebiet und bisher haben wir nichts nachweisen können. Wie gesagt bisher. Ich denke Herr Gerkan wird dieser besonderen Kariere ein Ende setzen…“ lobte Schrankmann Semir. Kim zog eine Augenbraue hoch. „Also gut, das ist natürlich etwas Anderes. Dann sollten wir Herr Gerkan und Herr Jäger dazu holen. Ich fordere nämlich, das die Beiden zusammen arbeiten, wie es die Vorschrift vorsieht..“ lächelte Kim und rief Semir und Ben zu sich.

    Larissa Kerner ging mit ihrem Sohn auf den Spielplatz an der A2 und wollte nur kurz eine Pause machen. Seit vier Stunden waren sie nun unterwegs und der kleine Fabian brauchte Pause. „Komm mein Schatz, hier kannst du dich hinsetzen und spielen...“ lockte sie den Dreijährigen und ging zum Häuschen. Doch darin entdeckte sie ein Shirt. Ein Kindershirt. Larissa erschrak. Ihr fiel ein, das in den letzen Wochen in der Zeitung gestanden hatte, dass Kinder tot aufgefunden wurden. Doch vielleicht wurde das Shirt auch nur vergessen. Sie legte das Shirt zusammen und ins Häuschen zurück. Fabian spielte im Sand und schien glücklich zu sein. Nach einer Stunde ging die Fahrt weiter und das Shirt war bald vergessen. Doch Larissa sollte wenige Tage später noch einmal daran erinnert werden. Sie fuhr mit Fabian weiter. Es waren noch zwei Stunden bis sie zuhause war. „Hast du eine ruhige Fahrt gehabt?“ begrüßte ihr Mann sie. „Ja, sehr ruhig und Fabian war auch ein angenehmer Mitfahrer…“ lächelte Larissa. Klaus nahm seinen kleinen Sohn und brachte ihn ins Bett während Larissa sich für ein Bad entschied. Als sie fertig war, schlief Fabian bereits. „Hast du die Zeitung schon gelesen?“ wollte Klaus wissen. Larissa verneinte. „Es sind Kinder tot aufgefunden worden. Jungs, alle wurden misshandelt und vergewaltig Es ist grausam..“ erzählte Klaus. Larissa sah ihn an. „Das ist wirklich furchtbar. Hat die Polizei wenigstens einen Täter?“ harkte sie nach. „Ja...sie haben einen festgenommen. Und wenn er es war, hoffe ich, dass er für immer hinter Gitter kommt..“ gab Klaus von sich.

    Sofie sah sich verstohlen in der Kneipe um. Hier sollte sie ihn treffen. Den Mann, der ihr half ihre Rache durch zu führen. Hier sollte er warten, der ihr den Mann, der Martin getötet hatte ebenfalls töten würde. Doch wie sollte sie ihn erkennen? „Sie scheinen jemanden zu suchen..“ riss eine Stimme sie aus den Gedanken. „Ja…ja…“ stammelte sie erschrocken. „Es geht um Martin?“ harkte er nach. Sofie musterte den Mann. Das war er also, der Killer für alle Fälle, dachte sie. Er sah eigentlich sehr nett aus. „Kommen Sie! Dort hinten können wir uns über alles unterhalten…“ bat er sie. Sofie nickte und folgte ihm. Wenig später waren sie mit Getränken versorgt. „Also, Sie kennen meinen Preis. Wer ist der Glückliche?“ wollte er wissen. „Herr….?“ Fragte Sofie. „Nennen Sie mich einfach Müller. Das passt immer…“ grinste er breit. „Also gut Herr Müller. Es geht um Rainer Horn. Er ist der Mörder meines Sohnes. Ich will dass er leidet, bevor er stirbt. Und ich will regelmäßig darüber informiert werden. Er muss grausam büßen für das, was er meinen Sohn angetan hat. Man sagte mir Sie seien in dieser Richtung der Beste…“ Sofie sah den Mann fest an. „Sie haben denke ich mal, die Adresse wo ich ihn finden kann?“ harkte er nach. „Nicht die aktuelle. Aber ich weiß dass er bei der Kripo Autobahn ist. Ein Hauptkommissar Semir Gerkan und sein Partner Ben Jäger sind derzeit an ihm dran. Sie werden wissen, wo er ist und Sie sicher hinführen, wenn Sie ihm das richtige Angebot machen…“ schlug Sofie vor. Müller lachte leise. „Mit der Polizei lege ich mich eigentlich nicht gern an, aber für die Tat, die diesem Typen vorgelegt werden, mache ich eine Ausnahme. Nur keine Sorge, ich habe bereits einen Platz gefunden, wo sich Herr Horn sicher wohl fühlen wird. Danke für die kleine Spende..“ grinste Müller. „Ich will ihn leiden sehen, so wie mein Sohn litt, bevor er starb…“ bat Sofie erneut. Müller nickte. „Nur keine Sorge, das wird er…“ versprach er.

    Na wer ist denn da aus dem Bett gefallen...? So früh bei dir was zu lesen hat Seltenheitswert. ABer sehr gut...


    Warum beschleicht mich das Gefühl das dieser Alleingang von Semir wieder unerwartete Ausmaßen annimmt? Erkläre es mir bitte Chris

    Friedrich sah sich den kleinen Jungen an. Er fror, auch wenn es warm war. „Wo sind denn deine Eltern?“ harkte er nach. „Die sind beim Zirkus…“ kam von dem Jungen. „Und wie heißt du?“ versuchte Friedrich mehr heraus zu finden. „Leo, eigentlich Leopold aber so nennt mich meine Mama nur wenn ich was angestellt habe.“ gab der Junge zu. „Leo, darf ich dich so nennen?“ harkte Friedrich nach. Leopold nickte. „Du kannst nicht hier bleiben. Wie wäre es wenn du mit mir kommst? Ich wohne nicht weit von hier…“ lud Friedrich ihn ein. „Ich könnte uns ein schönes Süppchen kochen…“ hängte er an. Leopold überlegte. „Warum sind deine Eltern denn ohne dich zum Zirkus gegangen?“ kam die nächste Frage. „Sie arbeiten dort. Ich gehörte auch zum Zirkus, aber mich vermisst eh niemand…“ erklärte Leo leise. „Denkst du das wirklich?“ harkte Friedrich nach. Leo nickte. „Meine Mama weint nur wegen Martin…“ klagte der Neunjährige sein Leid. „Wer ist denn Martin? Ist es dein Papa?“ wollte Friedrich wissen. Immer mehr ging er näher an den Jungen ran und berührte ihn. „Komm mal her. Na komm, ich tu dir nichts..“ lächelte er freundlich. Leo ließ sich ziehen und fing plötzlich an zu weinen. „Martin war mein Bruder. Er ist getötet worden, sagt meine Mama. Ein Mann hat ihn getötet…“ schluchzte er. „Oh, armer kleiner Leo….“ kam von Friedrich. Er drückte den kleinen Jungen an sich um ihn zu trösten. „Und niemand sieht, dass du auch um ihn trauerst. Mama und Papa haben keine Zeit nicht wahr?“ harkte er nach. Leo nickte. „Die wollen ...mich…gar …nicht…“ schluchzte der Junge. „Natürlich wollen sie dich und vermutlich sind sie auch schon alle verrückt, weil du nicht da bist…“ ging es bei Friedrich weiter. „Und nun gehen wir zu mir nach Hause und werden dort essen und dann schlafen…“ schlug er vor.

    Semir und Ben sahen Horn an. „Man will Sie dort in der Gegend nicht haben und Sie wundern sich warum? Sie haben Kinder sexuell missbraucht!“ fauchte Semir ihn wütend an, als der Kollege von der Stadtpolizei ihm erklärte was passiert war. „Ich habe die Kinder geliebt, ja. Aber es war …es….“ stammelte Horn. „Was? Haben die Jungs Sie angemacht, weil sie kurze Hosen trugen?“ wollte Semir wissen. Er kochte innerlich. „Wie konnten Sie die Kollegen überlisten? Sie tragen doch die Fußfessel oder nicht?“ harkte Ben nach. „Das ist…ich…das Ding ist kaputt. Schon seit ich es trage. Ich habe es gesagt und darum gebeten, dass es repariert wird, weil ich mich kenne. Ich wollte nie wieder ein Kind, aber…ich…der Trieb…er lässt sich nicht steuern...“ klagte Horn. „Mir kommen gleich die Tränen...“ verhöhnte Semir ihn. Er legte ihm Bilder der toten Kinder vor. „Kennen Sie die Drei?“ harkte er nach. Horn sah auf die Bilder. „Nein, die kenne ich nicht...“ behauptete er. „Sehen Sie sich die Bilder genau an. Das sind alles Kinder die tot sind! Von Ihnen ermordet, weil Sie Ihren Trieb nicht steuern können! Die Kinder wurden brutal misshandelt. Sie sind natürlich unschuldig, nicht wahr? Ich kenne Ihre Akte Horn. Sie haben mehrfach Kinder für Liebesspiele geholt, mehrfach. Zuletzt den zwölfjährigen Dominik. Wir haben Ihre Sperma bei dem Jungen gefunden!“ schrie Semir wütend. „Das gebe ich ja zu!! Ja, aber der Junge…er hat mich angemacht. Seine Gangart, seine Figur…ich…“ verteidigte Horn sich erneut. „Und mit den Dreien? Wollten die nicht so wie Sie? Haben Sie sie deshalb umgebracht?“ harkte Ben nach. „Ich habe nie ein Kind getötet. Das könnte ich nicht. Ich liebe Kinder…“ klagte Horn. Semirs Augen funkelten. Am liebsten wäre er diesem Mann an die Gurgel gesprungen, als er das sagte.

    Rolf und Niels kamen am Kulturmuseum an. „So, was sollen wir denn dieses Mal holen?“, wollte Niels, der jüngere von beiden, von seinem Partner wissen. „Tja, auf der Liste steht, dass wir ein altes Buch von hier über den Stadtring zum Dom bringen sollen.“, erwiderte er und ging auf den Hintereingang zu, klingelte und wartete. Die Kuratorin öffnete ihnen. „Ah, sie sind schon da.... gut, hier ist das Buch. Bitte behandeln sie es mit äußerster Sorgfalt und vor allem... fassen sie es nicht mit bloßen Händen an.“, bat sie. „Schon klar...“, erwiderte Rolf, da er schon öfters alte Bücher transportiert hatte, wusste er, was der menschliche Schweiß bei einem Buch diesen Alters anrichten konnte. Er nahm die hölzerne Kiste an sich und legte sie vorsichtig in den Wagen. „Okay, dann fahren wir mal los.“, meinte Rolf und Niels nickte nur. Beide stiegen ein und fuhren los. Keiner der drei Menschen ahnte, dass sie beobachtet wurden. „Okay, da ist der Wagen, Stefan. Wir schlagen auf dem freien Stück zwischen den beiden Brücken zu. Da ist die rechte Leitplanke weg ... so können wir sie in den Graben drängen.“, erklärte Bastian. Stefan nickte und startete den Wagen. Die beiden Wagen fuhren fast hintereinander her. Die beiden Sicherheitstransporteure ahnten nichts von der drohenden Gefahr, unterhielten sie sich doch über ihre jeweiligen Urlaubspläne. „Und, was machst du nächste Woche?“, wollte Niels wissen. „Tja, ich werde mit meiner Frau in an die See fahren. Und du und deine Freundin, wo wollt ihr hin?“, fragte Rolf. „Ich weiß noch nicht. Vielleicht mal nach Berlin. Soll ja eine schöne Stadt geworden sein.“, grinste er. Bald waren die beiden Wagen auf dem freien Teil der Autobahn. Jetzt nahm das Unglück unweigerlich seinen geplanten Lauf.

    Semir und Ben waren nur einige hundert Meter weiter hinter dem Transportwagen. „Warum hast du dir heute nicht frei genommen und hast Andrea mal gezeigt, dass du für sie da bist?“, wollte Ben wissen. Erschrocken sah sein Partner ihn an. „Wie? Ben, ich erwarte mein zweites Kind. Ich muss schon jetzt jede Arbeitszeit nutzen, um die Ausstattung für das zweite Kinderzimmer bezahlen zu können.“, knurrte er. „Schon klar.“, kam es von Ben. „Was wäre so schlimm gewesen, einfach mal einen Tag frei zu nehmen und dafür die Nachtschicht an einem anderen Tag zu übernehmen?“, wollte der Jungkommissar wissen. „Ben, du weißt doch, wie Krüger ist.“ „Ich bin sicher, dass sie das genehmigt hätte. Gib es zu, du willst dich nicht um sie kümmern, weil du Angst hast, dass du dich anstecken könntest.“, lachte Ben. „So ein Quatsch. Ich hab doch keine Angst, vor so etwas kleines, wie einer Bakterie.“, fauchte der Deutschtürke seinen Partner an. „Ich und Angst. Ich will dir mal was sagen. Wenigstens komm ich nicht jeden Abend in eine leere Wohnung nach Hause.“ „Nee, du lässt dich ja lieber von deinem Kater in den Zeh beißen.“, konterte Ben und sah dann auf die rechte Spur vor ihm. „Idiot.“, grummelte Semir nur und blickte aus dem Fenster. Beide hörten plötzlich nur kreischendes Blech und peitschende Schüsse. „Shit, was wird das denn?“, stieß Semir aus und zog sofort seine Waffe aus dem Halfter.

    Rolf verriss das Lenkrad, als der Wagen ihn von links touchierte. „Was ist das denn für ein Idiot?“, schrie er wütend. Niels sah sich um. „Hey....der ist doch besoffen!! Soll das ein Scherz sein???“, gab er zurück. Es war kein Scherz und die Männer in anderen Wagen zeigten es ihnen sehr deutlich als die Kugeln in den Wagen drangen. Niels schrie auf, als eine ihn in die Schulter traf. Sofort trat Blut aus der Wunde. „Ralf!! Tu was!!“, schrie er verzweifelt. „Ich versuch es ja.....was ist mit dir?“, stieß Ralf aus und versuchte den Wagen in der Spur zu halten. Im Rückspiegel sah er plötzlich Blaulicht. „Die Polizei... endlich... Niels... die Polizei ist da...“, stieß er lachend vor Erleichterung aus. Ein weiterer Rempler brachte ihn dann doch von der Straße ab und der Wagen geriet im Graben in Schräglage. Niels stieß ein tiefes Stöhnen aus, als Ralf durch diese unnatürliche Lage gegen ihn gedrückt wurde. Nur kurz darauf wurde die Tür aufgerissen. Rolf wandte seinen Blick zu der Person und das erste was er sah, was die Mündung der Waffe. Rolf schloss mit seinem Leben ab. Doch der Mann schoss nicht. Er zog schnell den Schlüssel ab und schlug die Waffe auf Rolfs Kopf. „ROLF!!“, schrie Niels. „Halt die Klappe oder ich verpass dir Blei!!“, fauchte eine Stimme. Niels wusste nicht ob der Mann Ernst machte und verhielt sich ruhig. Die Tür schlug zu und kurz drauf hörte Niels wie die Türen zum Laderaum geöffnet wurden.

    Langsam neigte sich der Tag dem Ende. Leo sah zur untergehenden Sonne und schloss die Augen. Er hielt seine Decke fest umklammert. Die erste Nacht die er im Freien verbrachte. Die Ruhe war irgendwie beängstigend. Vielleicht sollte er doch wieder nach Hause gehen und mit seiner Mutter sprechen. Vielleicht machte sie sich ja doch Sorgen um ihn. Nein, nein. Martin war wichtig, nicht du Leo. Du warst nur ein Klotz am Bein, hatte Mama das nicht erst vor einer Woche gesagt? Hörte er in Gedanken. Die Stimme kam ihm fremd vor. Es schien, als wäre dort ein zweites Wesen, welches ein Keil zwischen ihm und seine Eltern treiben wollte. „Hallo Kleiner.“ riss ihn eine Stimme aus den Gedanken. Leo zuckte zusammen und sah den Mann an. „Hallo..“ gab er leise zurück. „Ist ganz schon einsam so allein oder?“ harkte der Mann nach. Leo nickte. „Du bist doch noch viel zu klein um allein zu sein…“ lächelte der Mann. Langsam verlor Leo die Scheu. „Meine Eltern wollen mich nicht mehr. Seit Martin tot ist, weinen sie um ihn. Um mich kümmert sich keiner..“ klagte Leo dem fremden Mann sein Leid. „Ist das wirklich so? Oder denkst du das nur?“ harkte der Mann nach und setzte sich zu Leo. „Ich glaube es…“ gab Leo zu. „Hast du deine Mama denn gefragt?“ kam die nächste Frage. Leo schüttelte den Kopf. „Nein, ich habe Angst, dass sie sagt, dass sie mich nicht lieb hat. Martin war immer der gute Junge…“ Leo fing an zu seufzen. Wie gern wäre er bei seiner Mama, aber dieser Mann war auch sehr nett.

    „Die Frau kann einem nur leid tun...“ meinte Ben als sie auf der Fahrt zurück zur PAST waren. „Zum Teil ja, aber dass sie über die Trauer den zweiten Sohn vergisst ist auch nicht okay…“ gab Semir zu bedenken. „Das stimmt allerdings. Nur, wo sollen wir den Jungen suchen?“ harkte Ben nach. „Er kann sicher nicht weit sein. Wir müssen die Augen offenhalten und jeden Spielplatz, jeden Rastplatz und Raststätte absuchen. Er muss irgendwo sein. Die Kollegen werden gleich das Bild des Jungen bekommen und dann die Plätze abfahren. Der Junge muss möglichst schnell gefunden werden. Ich will nicht noch ein totes Kind haben...“ knurrte Semir. „Mal sehen, was Horn sagt. Immerhin hat er sich einen Jungen holen können obwohl er unter Beobachtung stand. Wie kann das gehen? Er trägt die Fußfessel und dennoch kann er sich an einem Kind vergehen. Da läuft doch was falsch...“ stieß Ben nur aus. Semir nickte nur grimmig. „Das werde ich die Kollegen noch fragen, glaub mir, aber erst wird der Mistkerl vernommen. Und eins sage ich dir, ich halte mich diesmal nicht zurück...“ gab er bereits die Vorwarnung. Ben konnte es nur zu gut verstehen. Auch er verurteilte es, wenn diese Menschen auf freiem Fuß waren. „Denkst du, der Junge ist weggelaufen, weil er sich unverstanden fühlt?“ kam Ben auf den Fall zurück. „Gut möglich. Wer weiß schon, wie es im Kopf eines Neunjährigen aussieht, der die Streitereien zwischen den Eltern wegen dem toten Bruder mitbekommt und selbst trauert, was niemand sieht…“ nickte Semir. Er kam an der PAST an. „Die scheinen schon da zu sein. Der Wagen gehört nicht zu uns und als neuer Dienstwagen ist der auch nichts..“ grinste Semir und wies auf einen alten Opel mit Blaulichtanlage. „Nee, nicht wirklich. Sicher die Städter..“ gab auch Ben zurück. Sie betraten das Büro wo sie bereits erwartet wurden.