Fynn wachte auf und sah sich um. Er spürte dass er auf etwas Weichem lag. Hatte er nur geträumt, dass er frei war? War es wieder einer dieser Trips die ihn Vohwinkel bereitet hatte. Nein…nein…das konnte nicht .Dieses Zimmer war hell und freundlich. „Hey...Fynn...“ riss ihn eine Stimme aus den Gedanken. Langsam drehte er seinen Kopf und sah das Gesicht seines Bruders. „Klaus…?“ fragte er ungläubig. Er sah dass sein Bruder mit den Tränen kämpfte. „Ja…was hat der Mistkerl dir angetan? Was hat er mit dir gemacht?“ fragte er mit erstickter Stimme. „Er hat mir Heroin gespritzt. Er will das ich….ich will nicht…ich habe versucht mich zu wehren, aber…es ging nicht…es ging einfach nicht .Er wollte das ich alles verrate, aber ich habe nichts gesagt.“ behauptete Fynn. Er spürte dass etwas in seinem Körper passierte. „Wo bin ich hier?“ fragte er leise. „Du warst gestern in der Dienststelle und bist zusammen gebrochen. Du hast was im Aktenschrank gesucht. Was?“ harkte Klaus nach. „Ich kann mich nicht erinnern. Ich weiß nur, dass ich im Auto war und dann irgendwann auf der Straße lag. Ich bin aufgestanden und in dieses Haus gegangen. Ich kannte es…aber es war alles so komisch…mir ist schlecht…Klaus…ich...ich brauche den nächsten Schuss…Er hat mich süchtig gemacht…er hat erreicht, was er wollte….ich bin kein guter Bulle…ich brauche Stoff…besorge mir was bitte...“ flehte Fynn. Klaus schüttelte den Kopf. „Das werde ich nicht. Fynn…ich werde dir helfen von dem Zeug wieder runter zu kommen. Du kannst es schaffen. Ich weiß es. Du bist stark. Stärker als dieses verdammte Zeug…“ redete Klaus ihm ein. „Das dauert viel zu lange. Wir müssen Vohwinkel stoppen. Er darf nicht so weiter machen...“ flehte Fynn. „Das wird er nicht. Aber weder du noch ich werden es schaffen. Unsere Kollegen von der Autobahnpolizei werden das erledigen...“ versprach Klaus. „Autobahnpolizei? Was …was hat die damit zu tun?“ harkte Fynn nach. „Einer von ihnen ist im Knast eingeschleust worden um sich an Pérez ran zu machen und mit ihm auszubrechen“ erklärte Klaus. „Das wird er nicht schaffen. Die machen ihn fertig genau wie mich. Kein Bulle kann Vohwinkel das Wasser reichen. Wie… wie heißt der Junge?“ kam von Fynn die Frage. „Das ist Ben Jäger…aber im Knast heißt er Benjamin Block. Er hat beim LKA gelernt und er weiß was für uns auf dem Spiel steht. Er weiß nicht, das du wieder da bist, aber bei der nächsten Gelegenheit werde ich es ihm sagen.“ versprach Klaus. Fynn schloss die Augen. Er hatte wichtige Informationen, die er unbedingt Vohwinkel geben musste. Dann bekam er seinen nächsten Schuss. Wenn sein Bruder ihm nicht half, dann musste Vohwinkel es tun, dachte er. Doch er musste auch seinen Bruder in Sicherheit wiegen. „Ich bin müde…“ gab er leise von sich. Klaus nickte. „Schlaf…das ist das Beste was du tun kannst. Ich sitze draußen und werde dich beschützen. Niemand wird an dich rankommen. Das verspreche ich dir. Du brauchst keine Angst zu haben. Nie wieder...“ schwor Klaus ihm. Fynn nickte und schloss erneut die Augen.
Hans hatte seit dem Ausliefern von Fynn Gerber diesen nicht mehr aus den Augen gelassen und war bis zum Krankenhaus gefolgt. Dort stieg er aus und verschaffte sich eine Pflegerausstattung. So konnte er durch die Gänge laufen und alles mitbekommen. Er erfuhr auch in welchem Zimmer auf welcher Station Fynn gebracht wurde. Mit diesen Informationen fuhr er zu Andreas Vohwinkel und berichtete ihn von Fynn. „So....nun gut. Ab sofort werden sie ihn sicher nicht aus den Augen lassen.“ murmelte Andreas nachdenklich. „Davon kannst du ausgehen. Da war noch ein Typ da...er sah verzweifelt aus...“ gab Hans bekannt und legte ein Bild von dem Mann vor. „Das ist Klaus Gerber, der Bruder von Fynn. Ist doch klar, dass er nervös ist. Aber für uns ist es ein Vorteil. Klaus Geber wird seinem Bruder alles anvertrauen und Fynn wird mir alles erzählen, um an seine nächste Ration zu kommen.“ Grinste Andreas zufrieden. „Die werden ihn sicher nicht so einfach aus der Klinik verschwinden lassen.“ Gab Hans nun zu bedenken. „Ich weiß. Du musst dir was einfallen lassen um an ihn heran zu kommen. Irgendwas ...“ dachte Andreas laut nach. Ein breites Grinsen erschien auf Hans Gesicht. „Das habe ich schon. Ich habe zwar als Pfleger die Runde gemacht, aber ich denke als zierliche Krankenschwester komme ich an ihn ran. Ich werde Fynn seine Ration bringen und die Neuigkeiten erfahren, die wir brauchen...“ schlug Hans vor. „Das ist gut. Das ist verdammt gut...“ lobte Andreas ihn und reichte ihm eine Spritze. „Die ist für Fynn... sein letzter Trip. Danach wird er nichts mehr brauchen...“ grinste Andreas. Hans griff zu. „Hast du die Ration gestreckt?“ harkte er nach. „Nein...das ist pur. Nicht gestreckt. Fynn wird seinen schönsten Freiflug haben.“ meinte Andreas nur. „Du wirst ihn morgen die Dosis geben, aber erst wenn du die Informationen hast. Nicht vorher!“ warnte Andreas ihn. Hans nickte. „Schon klar. Was ist mit Carlos?“ wollte er nun wissen. „Die Details werden heute geklärt. Wie weit bist du mit Gerkan?“ stellte Andreas nun die Gegenfrage. „Das wird heute Abend passieren. Ich habe gehört, das er einen Informanten trifft und danach werden wir ihn uns schnappen.“ versprach Hans grinsend. Andreas nickte. „Wer ist dieser V-Mann?“ harkte Andreas nach. „Charlie Bauer….“ nannte Hans den Namen. „Sorge nach dem Treffen dafür, dass Charlie nie wieder etwas sagen kann….“ befahl Andreas kühl. Wieder nickte Hans und verschwand.