Frank Riefenstahl sah den Beamten an. „Lassen Sie mir Benjamin Block ins Büro bringen!“ forderte er auf und wandte sich an den Arzt. „Was ist mit ihm?“ wollte er wissen. „Nun, so wie ich das bisher sehe ist der Mann auf übelste Art missbraucht worden. Er hat Bisse im Genitalbereich, sein After ist extrem geweitet und….die psychischen Folgen sind eindeutig zu sehen.“ gab der Arzt von sich. „Er soll doch in wenigen Tagen verlegt werden….“ stieß Riefenstahl aus, der nun den gesamten Plan davon schwimmen sah. „Das ist sicher das Beste. Hier wird er keine Ruhe haben.“ stimmte der Arzt zu. „Denken Sie er ist bis dahin wieder soweit fit?“ harkte Riefenstahl nach. „Ich werde tun was ich kann. Körperlich wird es sicher schnell heilen.“ nickte der Arzt. Frank Riefenstahl sah noch einmal auf den Mann, der immer noch wimmerte, obwohl er ein Schlafmittel bekommen hatte und verließ die Station. In seinem Büro standen bereits Benjamin Block und der Beamte. „Lassen Sie uns allein!“ forderte Riefenstahl den Mann auf. Dieser nickte und verschwand. „Herr Jäger….was geht dort im Zellenblock ab? Wir haben eben Carlos Pérez in einem desolaten Zustand gefunden. Der Arzt hat erklärt, dass er missbraucht wurde!“ fauchte Riefenstahl den jungen Hauptkommissaren an. „Das ist genau das, was ich Ihnen vor einigen Tagen erzählt habe. Sputnik…und der Don. Er erpresst von den anderen Häftlingen Schutzgeld. Wer nicht zahlt wird von Sputnik vergewaltigt.“ erzählte Ben. „Sputnik?“ harkte Riefenstahl nach. „Der Schwule aus Zelle 12. Michael Spornick. Sie haben mir doch selbst den Namen genannt!“ fauchte Ben wütend. Konnte es sein, das Riefenstahl verwirrt war? Er schien nicht mehr zu wissen, was vor wenigen Tagen war. „Ja...ja…sicher….aber wir dürfen den Plan nicht gefährden. Wie gut stehen die Chancen das Carlos bis dahin fit ist?“ harkte Ben nun nach. „Der Arzt befürwortet die Verlegung auf jeden Fall. Die körperlichen Schäden werden sicher schnell heilen, aber die psychischen…die werden dauern.“ gab Frank Riefenstahl leise von sich. Ben fluchte leise. „Sorgen Sie dafür, dass Roman Sommer auf eine andere Station verlegt wird. Er ist eine Gefahr für die Anderen! Außerdem muss einer der Schließer ebenfalls mitmischen. Der Don, wie Roman sich hier nennt, kommt nachts in die Zellen der Neulinge um sie mit seinen Regeln vertraut zu machen.“ warnte Ben. Frank Riefenstahl nickte. „Wissen Sie welcher Beamte?“ harkte er nach. Ben schüttelte den Kopf. „Nein leider nicht. Aber wenn Sie den Don woanders unterbringen, dann ist den Häftlingen schon mal geholfen. Sputnik ist allein so hilflos wie ein Baby…“ bat Ben.
Nur wenig später gab es Tumult im Zellenblock, in dem auch Ben untergebracht war. Mehrere Beamte drangen in die Zelle von Don Roman Sommer ein und zerrten den feisten Mann aus der Zelle raus. „Lasst mich los!!! Ihr sollt mich loslassen! Ich protestiere gegen diese Behandlung!!“ zeterte der Mann. Auch Ben sah was passierte und grinste insgeheim. Sicher würde sich Sputnik nun verkriechen. Ohne den starken Don war er ein Nichts. Ein Niemand. „Hey….das könnt ihr nicht mit mir machen. Leute…es gibt einen Verräter unter uns!! Packt ihn euch und bringt ihn um!!“ schrie der Don, als er weg gebracht wurde. Zunächst war alles ruhig. Niemand sagte was. Doch dann kamen einige Stimmen aus den Zellen. „Er muss verraten worden sein. Wir haben einen Spitzel unter uns...“ stieß der eine aus. „Aber jetzt können wir unser sauer verdientest Geld für uns behalten und müssen es nicht mehr abgeben. Das hat auch seinen Vorteil. Sputnik wird nichts mehr tun. Der wird den Schwanz einklemmen und sich in die hinterste Ecke verkriechen.“ gab ein Anderer zu verstehen. „Wir sollten ihm zeigen, dass er jetzt nichts mehr machen kann. Direkt beim Abendessen...“ schlug ein Dritter vor. „Wenn ihr das macht, dann seid ihr nicht besser als der Don...“ gab Ben sein Senf dazu. „Da hat Benni Recht. Und ihr seid doch Besser als Don oder?“ warf auch Mike ein. „Ja klar sind wir besser. Aber Sputnik hat Strafe verdient. Diese kleine Schwuchtel hat genug Schaden angerichtet!“ forderte der Erste. „Ruhe in den Zellen!“ forderte eine Aufsicht auf. Sofort trat das Schweigen ein. Ben sah auf den Gang und bemerkte einen einzigen Aufseher. Martin Mayer hieß der Mann und war bereits älter als die Anderen Schließer hier. Er sah irgendwie verloren aus, als er vor der Zelle stand in der eben noch der Don gesessen hatte. Ob er der Verbündete war? Ben sah ihn sich näher an. Irgendwie traute er dem Alten nicht zu, korrupt zu sein. Doch er wusste auch dass viele Menschen für Geld alles taten. Wenn es sein musste würden sie dafür sogar die eigene Familie verraten. „Hey…Mayer… jetzt musst du mit deinem lausigen Gehalt auskommen du armer Schlucker…“ lachte eine weitere Stimme. Ben zuckte zusammen. Also war Mayer den Gefangenen als Komplize des Dons bekannt. „Halt deine Klappe Ralf! Pass lieber auf, das du mit dem hinkommst was du hast.“ fauchte der Beamte zurück. Flach…dachte Ben nur. Sehr flach. Dann legte er sich aufs Bett und schlief etwas.